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2489 Episoden
1 Stunde 9 Minuten
Wer als Autor im Dritten Reich publizieren wollte, musste sich offiziell registrieren lassen als Mitglied der Reichsschrifttumskammer. Aber was bedeutete das? Wieviel Anpassung wurde verlangt? Wie war das Verhältnis zum Staat und wie das Selbstverständnis als Repräsentant des deutschen Geisteslebens? Hielt man Kontakt zu emigrierten Kollegen? Und wie stellte man sich zur Verfolgung und Deportation der Juden? Anatol Regnier hat für dieses Buch Schriftstellernachlässe und Verlagskorrespondenz gesichtet und lässt die Protagonisten ausführlich selbst zu Wort kommen. Überzeugte Nazis sind darunter, andere glaubten, das Richtige zu tun und taten das Falsche. War man als Dagebliebener, wie man sich auch drehte und wendete, Teil des Systems? Oder war es möglich, als Schriftsteller im nationalsozialistischen Deutschland integer zu bleiben? Die Befunde sind oft überraschend ambivalent und sehr viel differenzierter, als die Schwarz-Weiß-Logik Nazi/Antinazi vermuten lässt.

Dieses Buch handelt von Schriftstellern im nationalsozialistischen Deutschland, ihrem Spagat zwischen Anpassung und künstlerischer Integrität unter den Bedingungen der Diktatur. Opportunisten und Konjunkturritter sind dabei, aber auch Autoren, die nur ihrer Arbeit nachgehen wollten und versuchten, moralisch sauber zu bleiben. Mit leichter Hand verknüpft Anatol Regnier die Biografien von Hans Fallada und Erich Kästner, Agnes Miegel und Ina Seidel, Gottfried Benn, Hanns Johst und Will Vesper. Es sind Geschichten von überraschender Widersprüchlichkeit, die das gesamte Spektrum menschlichen Verhaltens im Dritten Reich abbilden. …

Anatol Regnier ist Klassischer Gitarrist, Chansonsänger und freier Autor. Er wurde 2005 mit dem Ernst Hoferichter Preis und 2012 mit dem Schwabinger Kunstpreis ausgezeichnet.
18 Minuten
In seinen Gedichten spürt Amadé Esperer dem Geheimnis des Alltäglichen nach. Er entdeckt dabei die Magie scheinbar unwichtiger Details und kann in dem unscheinbarsten En-passant-Ereignis so etwas wie eine existenzielle Epiphanie finden. Andererseits verliert er nie den Problemhorizont unserer Zeit aus den Augen, versucht die Schatten der Vergangenheit in neuem Licht zu deuten und ein Bollwerk gegen das in die Sprache hineinlärmende Hintergrundrauschen der durchtechnisierten Welt zu errichten. Dabei kommt der Bewohnbarkeit des Mondlichts eine poetische Schlüsselrolle zu. Stilistisch beherrscht der Dichter ein breites Spektrum lyrischer Formen, das von altgriechischen Oden über Sonett, Terza-rima- und Liedformen bis hin zur zeitgenössischen freirhythmischen Verskunst reicht.

Amadé Esperer ist ein vielfach ausgezeichneter, vielsprachiger Autor; er studierte Sprachen, Linguistik, Philosophie und Humanmedizin. Er war lange Jahre als Hochschullehrer u.a. in den USA (Harvard-MIT) tätig. Seit einiger Zeit lebt er in Würzburg als Lyriker, Lyrikübersetzer, Herausgeber und Moderator der offenen Textwerkstatt des AKWürzburg. 2018 rief er die Jehuda Amichai gewidmete „Würzburger Amichai-Lesung“ ins Leben, die seither unter seiner Leitung unter dem Patronat der Stadt Würzburg stattfindet. 2019 gründete er die multilinguale Literatur- und Kunstzeitschrift ARIEL und das e_zineARIEL-ART (www.ariel-art.com, www.instagram.com/arielart2020/). Sein veröffentlichtes Oeuvre umfasst Lyrik, avantgardistische Prosa (Mikro- u. Flash-Fiction), literarische Essays und Lyrikübersetzungen aus dem Englischen, Hebräischen, Italienischen und Französischen. Zuletzt erschienen von ihm die Lyrikbände Die Bewohnbarkeit des Mondlichts (K&N, Würzburg 2019) und Still. Leben. Liebesgedichte für Maria (Kranach Freipresse, 2020) und der Flash Fiction-Band Im Auge lacht der Augenblick (Weiß Verlag,2020). Außerdem erschienen als Lyrik-Übersetzungen die Anthologien Jehuda Amichai. Gedichte (Königshausen & Neumann, 2018), Zwischen Würzburg und Jerusalem (Echter, 2018) sowie das Dossier Jehuda Amichai und die zeitgenössische Lyrik Israels (Poetin 27, Poetenladen, Leipzig 2019) und der Band Es sei denn regenbogenwärts mit den kommentierten Gedichten von Max Mohr (Spurbuch Verlag, 2020). Zurzeit arbeitet er an einem, vom DÜF mit einem Arbeitsstipendium geförderten, hebräischen Lyrikprojekt.

Wenn es Ihnen gefallen hat, mögen Sie vielleicht auch diese Gedichte von Amadé Esperer oder von Charles Baudelaire
1 Stunde 4 Minuten
Für die Münchner Unternehmensberaterin Kaya scheint die Welt perfekt. Sie ist bei Kunden und Kollegen beliebt, und auch in Sachen Liebe tut sich seit der Begegnung mit dem charmanten Paul wieder etwas. Als ihr Chef ihr ein neues Projekt anvertraut, an dessen Ende eine Beförderung winkt, kann sie ihr Glück kaum fassen. Bis klar wird, dass ihr neuer Kunde kein anderer als ihr Ex-Freund Erik ist. Soll sie wirklich mit dem Mann zusammenarbeiten, der sie aufgrund eines Missverständnisses eiskalt abserviert hat? Um ihre Karriere nicht zu gefährden, lässt Kaya sich auf das Projekt ein. Doch schon bald merkt sie, dass nicht nur Wut und Enttäuschung über die schmerzhafte Trennung wieder hochkochen, sondern auch ganz andere Gefühle …

Katina Doru ist in Griechenland und Deutschland aufgewachsen und studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mannheim. Sie lebt heute in München, der Stadt, in der Tradition und Gemütlichkeit auf das quirlige Treiben einer Großstadt treffen. Wie die Hauptfigur in »Champagner auf Ex« liebt Katina nicht nur den Trubel der Stadt, sondern auch die Idylle der Natur.

»Champagner auf Ex« ist ihre erste Verlagsveröffentlichung und spielt im glamourösen Business zwischen zwei Metropolen – München und London.

“Die Idee zu »Champagner auf Ex« kam mir auf einer Geschäftsreise vor drei Jahren. Als ich keine zwei Tage später dann zum allersten Mal eine Autorin persönlich kennenlernte, war das für mich das Zeichen, dieses Buch auch wirklich zu schreiben.” Katina Doru ist in Griechenland und Deutschland aufgewachsen und studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mannheim.

Sie lebt heute in München, der Stadt, in der Tradition und Gemütlichkeit auf das quirlige Treiben einer Großstadt treffen. Wie die Hauptfigur in »Champagner auf Ex« liebt Katina nicht nur den Trubel der Stadt, sondern auch die Idylle der Natur.

»Champagner auf Ex« ist ihre erste Verlagsveröffentlichung und spielt im glamourösen Business zwischen zwei Metropolen – München und London.
6 Minuten
George Gaio Mano schildert in seiner Erzählung »Der fränkische Uhrmacher« die außergewöhnliche Lebensgeschichte eines Zürcher Uhrmachers. Dieser wurde im 17. Jahrhundert Vertrauter des Herrschers in Konstantinopel und später ein Freund von dessen Erzfeind, dem Schah von Persien.

George Gaio Mano ist gebürtiger Amerikaner und wurde 1964 im US-Bundesstaat Indiana geboren. Nach Stationen in Kasachstan, Afghanistan und Kuwait unterrichtet er als Associate Professor Englisch und Geschichte an einer Universität in Japan. Seine Deutschkenntnisse eignete er sich als Student an der Universität Wien an. Er schreibt Drehbücher, Kurzgeschichten und Romane. Seine erste veröffentlichte Kurzgeschichte erschien in einer Zeitung in Bangladesch, darüber hinaus sind bereits ein Roman (The Balkan Wheel) und eine Kurzgeschichte (Shapur the Poet) erschienen. Viele seiner Geschichten betreffen das Persien des 17. Jahrhunderts.
8 Minuten
Vitomil Zupan genießt in seinem Heimatland Slowenien den Status eines literarischen Klassikers und einer kulturhistorischen Legende. Die autobiografisch grundierte Erzählung „Menuett für Gitarre (zu 25 Schuss)“ ist in puncto Literarizität und Intertextualität höchstrangig. Auch emotional hält der Roman einiges bereit. Vom schwärzesten Humor zum tiefsten Ekel – der gepflegte Leser findet in diesem Roman überdies so ziemlich jede Facette des Gefühlsspektrums. Dennoch ist das Buch bei weitem nicht jedem zu empfehlen. …

VITOMIL ZUPAN (1914–1987) war zwei Jahre alt, als sein Vater als Frontsoldat fiel. Die Mutter heiratete in Ljubljana einen Germanistikprofessor, der kurz darauf starb. Als beim Spiel mit einer Waffe ein Freund tödlich verwundet wurde, entfloh Zupan trotz Freispruch der Situation, indem er auf einem Schiff anheuerte. Auf Wunsch seiner Mutter kehrte er zurück, um ein Studium des Bauingenieurswesens aufzunehmen. 1933 erschien sein erster Prosatext, er schrieb nun unablässig, konnte vieles aber nur mit mehrjähriger Verzögerung veröffentlichen. Er bereiste die Welt und schlug sich als Berufsboxer und Gelegenheitsarbeiter durch. 1941 ging er in den Widerstand, wurde 1942 verhaftet und in italienische Lager gesteckt. 1943 schloss er sich endgültig den Partisanen an, zuerst im Kampf und dann als Sprecher und Autor für das Partisanenradio. Nach dem Krieg stürzte er sich in ein Leben als Bohemien. Fast jede seiner Publikationen wurde sowohl kontrovers diskutiert als auch mit Preisen bedacht. 1948 wurde Zupan angeklagt: wegen Unmoral, versuchten Mordes, staatsfeindlicher Aktivitäten. Er wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, die nach Berufung auf 18 Jahre aufgestockt wurden. Nach sieben Jahren wurde er begnadigt. Fortan lebte er ein stürmisches, legendenbehaftetes Privatleben und durfte ab 1960 wieder Romane, Filmdrehbücher, Lyrik und Theater.

ERWIN KÖSTLER, geboren 1964, studierte Medizin und Slowenistik in Wien. Schon während des Studiums begann er zu übersetzen. 1999 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Übersetzung, 2020 den Fabian-Hafner-Preis. Aus dem Slowenischen übersetzte er Klassiker und zeitgenössische Literatur, u. a. Ivan Cankar, Srečko Kosovel, Slavko Grum und Mojca Kumerdej.

Sandra Falke studierte Germanistik und Religionswissenschaften an der Universität Tartu in Estland und neuere deutsche Literatur an der Philipps-Universität in Marburg an der Lahn. Auf literarische Abenteuer begab Falke sich bereits im sechsten Lebensjahr in ihrem ersten Lesetagebuch. Aus kurzgefassten handschriftlichen Notizen im linierten Schulheft sind parallel zum Bachelor-, Master- und Promotionsstudium diverse Online-Formate erwachsen. Seit 2019 werden auf sandrafalke.com wöchentlich Rezensionen und Essays zu Klassikern, Sachbüchern und Neuerscheinungen der Weltliteratur veröffentlicht. Derzeit lebt Falke in Brandenburg, schreibt Kurzgeschichten und setzt sich für die kritische Reflexion literarischer Inhalte auf diversen virtuellen Plattformen ein.
1 Stunde 19 Minuten
In Der Sandler wird eine Geschichte erzählt, die eigentlich gar nicht erzählt werden darf. Denn sie handelt von der Scham des sozialen Abstiegs – und diese Scham macht die Betroffenen schweigen. Der Sandler ist deshalb eine fiktive Geschichte, die Obdachlose ins Zentrum stellt und trotz aller Fiktion ein realistisches und vielschichtiges Bild ihres Alltags auf den Münchner Straßen vermittelt. Einer von ihnen ist Karl Maurer. Er mäandert durch die Stadt, besucht Suppenküchen und Kleiderkammern und manchmal wird er von den Bildern seines früheren Lebens eingeholt – von seiner Frau und seiner kleinen Tochter, der Zeit als Mathematiklehrer und dem Kind, das ihm vors Auto lief. Gleichzeitig durchstreift auch sein Freund Lenz die Stadt auf der Suche nach ihm. Lenz, ein Zettelschreiber und Utopist, merkt, dass es mit ihm zu Ende geht. Er will Karl seine unfertigen Notizen vermachen und, was noch viel wichtiger ist, den Schlüssel zu seiner Wohnung, die er geerbt hatte, in der er sich aber geweigert hatte zu leben. Lenz’ Tod ist ein Wendepunkt. Die Wohnung könnte Karls Chance sein, die diffusen, stets auf die lange Bank geschobenen Pläne, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, in die Tat umzusetzen. Gleichzeitig merkt auch Kurt, ein Haftentlassener, der stets den Angriff für die beste Verteidigung hält, dass er sein Leben ändern muss. Auch er sucht eine Bleibe, die er mit niemandem mehr zu teilen braucht. Der Sprachlosigkeit der Obdachlosen setzt Markus Ostermair eine Sprache entgegen, die nahe an ihr Leben heranführt, ohne dabei zu werten, zu romantisieren oder voyeuristisch zu sein.

Markus Ostermair, geboren 1981, arbeitet seit seinem Studium der Literaturwissenschaft als Übersetzer, Texter und Lehrer für Englisch sowie Deutsch als Fremdsprache. Seine Auseinandersetzung mit dem Thema Obdachlosigkeit begann in der Bahnhofsmission München als Zivildienstleistender. Er nahm an der Bayerischen Akademie des Schreibens teil und erhielt für Der Sandler diverse Stipendien und Förderpreise, darunter das Literaturstipendium der Stadt München und ein Residenzstipendium auf Schloss Wiepersdorf. Der Sandler ist sein literarisches Debüt. Der Autor steht für Lesungen zur Verfügung.
5 Minuten
Was für ein Traum: sich vollkommen zu entschleunigen, nichts mehr tun zu müssen und mit größtmöglicher Gelassenheit und Ruhe durchs Leben zu hangeln. Das Buch »Einfach mal nichts tun« von Tim Collins regt dazu an. Jedoch: Die Lektüre kann starke Nebenwirkungen zeigen.

Tim Collins arbeitet als Autor und Werbetexter in London. Er hat schon über 10 Bücher veröffentlicht, in denen er sich am liebsten mit den Nerds, Losern, Strebern, Rotschöpfen und Glatzköpfen dieser Welt beschäftigte. Bisher ist er der einzige, der sich an das Thema Weichei-Vampir herangewagt hat …
26 Minuten
Gerne habe ich den 2004 mit dem Büchner-Preis ausgezeichneten Wilhelm Genazino gelesen in der Vergangenheit. Gerne werde ich auch künftig Romane von ihm wieder einmal in die Hand nehmen und daran eine Freude haben, obwohl mich seine drei Heidelberger Poetikvorlesungen (sie wurden im Jahre 2014 gehalten, wie eine Internet-Recherche ergab) mit den Titeln Furcht und Zittern der Überempfindlichen – Die Angst vor der Penetranz des Wirklichen, Das vermisste Zuhause – Die verschwundene und doch nicht verlorene Heimat und Das Eine folgt richtig auf das Andere – Die Form oder wie etwas in die Welt tritt mehr enttäuscht als angesprochen haben. Doch bevor ich auf diese Enttäuschung und deren Gründe und selbstverständlich auch auf meinen Lektüre-‚Gewinn‘ zu sprechen komme, zunächst einige Hinweise auf die Publikation als solche und deren Kontext.
25 Minuten
Anlässlich des 100. Todestages von Ludwig Ganghofer erschien Dezember 2020 eine Sonderausgabe der Literatur in Bayern. Die ursprünglich von Klaus Wolf und Ulrich Hohoff geplante Tagung am Tegernsee vom 24. Juli musste wegen Corona entfallen, so dass dieses Heft als eine Sammlung aller vorbereitenden Vorträge veröffentlicht wurde.

Das Sonderheft zur Tagung ist eine Zusammenarbeit der Literatur in Bayern mit TELITO, den „Tegernseer LiteraTouren“. TELITO ist ein Modell- und Demonstrationsvorhaben im Rahmen des „Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE)“ und der Bekanntmachung „LandKULTUR – kulturelle Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen“. Es wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziert.

Ludwig Ganghofer (1855-1920) feierte mit seinen Heimatromanen große Erfolge. Nicht umsonst zählte er eine Zeit lang zu den beliebtesten und meistgelesenen Schriftstellern in Deutschland. Trotzdem ist er in der aktuellen Forschung immer mehr in Vergessenheit geraten. Die Referent*innen, die ihre Vorträge für diese Sonderausgabe der Literatur in Bayern abgefasst haben, thematisieren inhaltlich sowohl den Stand der bisherigen Forschung als auch neue Perspektiven.

Prof. Dr. Klaus Wolf ist Universitätsprofessor für Deutsche Literatur und Sprache des Mittelalters und der Frühen Neuzeit mit dem Schwerpunkt Bayern. Der ausgewiesene Fachmann für bayerische Literatur lehrt und forscht an der Universität Augsburg. Er betreut den Masterstudiengang Germanistik, leitet Archiv und Forschungsstelle für Literatur aus Schwaben (ALS), ist ordentliches Mitglied der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft, Ordentliches Mitglied des Instituts für Europäische Kulturgeschichte, Erster Vorsitzender des Vereins “Literaturschloss Edelstetten”, u.v.a.
33 Minuten
Silvio Talamo ist ein Dichter und Musiker aus Neapel, der nun in Berlin lebt, wo er sich intensiv mit Kunst beschäftigt. Er studierte Philosophie an der Universität Federico II in Neapel mit Diplomarbeit über die mittelalterliche „Narrenliteratur“. Er interessiert sich auch für die mündliche Überlieferung der Poesie. Dieses Werk ist seine erste Gedichtsammlung. Zweisprachige Ausgabe mit deutscher Übersetzung von Milena Rampoldi.
9 Minuten
Eduard Schreiber legt mit „Quer durch Phantomasien“ eine bemerkenswerte Freundesgabe für den tschechischen Schriftsteller Ludvík Kundera vor, der am 22. März 2020 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. In seiner Heimat zählt der tschechische Schriftsteller Ludvík Kundera (1920–2010) zu den bedeutendsten Autoren, obwohl er in den Jahrzehnten des „real existierenden Sozialismus“ immer wieder, zum Teil über viele Jahre hinweg, Publikationsverboten unterworfen war. Erst in Folge der „samtenen Revolution“ im Herbst 1989 konnte Kundera seine Bücher ohne jegliche Behinderungen in dichter Reihenfolge veröffentlichen. …

Von Volker Strebel
25 Minuten
Silvio Talamo ist ein Dichter und Musiker aus Neapel, der nun in Berlin lebt, wo er sich intensiv mit Kunst beschäftigt. Er studierte Philosophie an der Universität Federico II in Neapel mit Diplomarbeit über die mittelalterliche „Narrenliteratur“. Er interessiert sich auch für die mündliche Überlieferung der Poesie. Dieses Werk ist seine erste Gedichtsammlung. Zweisprachige Ausgabe mit deutscher Übersetzung von Milena Rampoldi.
1 Stunde 20 Minuten
Auch fast 35 Jahre nach seinem Tod ist der Schauspieler Karl Obermayr (1931-1985) immer noch in unseren Herzen und Köpfen präsent. Bekannt und beliebt als Manni Kopfeck in der Helmut-Dietl-Serie »Monaco Franze« war Obermayr doch weit mehr als der Mann an der Seite von Helmut Fischer. Sogenannte Nebenrollen in TV-Serien, Literaturverfilmungen oder im Theater brachte er mit seinem intensiven, außerordentlich präzisen und dennoch leichten Spiel erst richtig zur Geltung. Er war ein charaktervoller Sprachakrobat, der im Theater und Fernsehen mit feinsten Nuancierungen, sparsamen und geradezu rudimentären Gesten einer Rolle zu ihrem ganz eigenen Höhepunkt verhalf.

Diese Biografie ist die erste zum großen bayerischen Schauspieler. Es ist eine Reise in seine Rollen und sein Leben sowie in eine Theater-, Rundfunk- und Fernsehlandschaft, die es so nicht mehr gibt, die aber in den sozialen Medien durch Fan-Gruppen seit ein paar Jahren eine Renaissance feiert. Autor Roland Ernst hat dazu Zeitzeugen befragt, mehr als 50 Stunden Filmmaterial gesichtet und alle verfügbaren Theaterkritiken und Beiträge über Obermayr ausgewertet. Entstanden ist ein vielschichtiges Porträt des bayerischen Ausnahme-Schauspielers.

Roland Ernst wurde in Niedersachsen geboren. Er arbeitet als Autor, Ghostwriter und psychologischer Coach, insbesondere für gesellschaftliche Randgruppen. Er veröffentlicht zu Themen wie Geschichte, Zeitgeschehen, Film, Design und Literatur u. a. in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2019 erschien »Der Vollstrecker. Johann Reichhart. Bayerns letzter Henker«, über den DER SPIEGEL schrieb: »Reichhart ist ein Nebendarsteller der großen Geschichte, aber in der aufwühlenden biografischen Studie, die der Autor Roland Ernst über das Leben Reichharts vorlegte, ist man schnell bei den letzten Fragen: Wie frei ist der Einzelne in der Geschichte?«
8 Minuten
Wer literarische Märchen bevorzugt, wird vom unbekannten Bruder Ferdinand Grimm besser bedient als von den beiden Schreibtischgelehrten Jacob und Wilhelm. Die Sammlung »Der unbekannte Ferdinand« stellt sie vor, ergänzt um ein Quellenverzeichnis aus dem Nachlass des Schriftstellers. Eine umfangreiche biografische Skizze bezieht die Korrespondenz der Brüder ein.

Heiner Boehncke, geboren 1944, ist Professor für Vergleichende und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Frankfurter Goethe-Universität. Er war zehn Jahre lang Vorsitzender der Lesegesellschaft der Anderen Bibliothek und ist ebenso wie Hans Sarkowicz durch seine Studien dem Werk von Grimmelshausen verbunden. Außerdem ist er Mitautor einer vielbeachteten Geschichte der Familie von Georg Büchner.

Hans Sarkowicz, geboren 1955 in Gelnhausen, leitet das Ressort hr2-Kultur und Bildung beim Hessischen Rundfunk. Er ist Autor von Biographien, u.a. über Erich Kästner und Heinz Rühmann (zusammen mit Franz Josef Görtz), Mitherausgeber der Werke von Erich Kästner und hat zahlreiche Bücher zu kulturgeschichtlichen, historischen und politischen Themen verfasst.
8 Minuten
„Links rechts links rechts“ aus Erich Frieds: Gedichte. Ausgewählt und herausgegeben von Klaus Wagenbach, in einer Rezension von Thomas Anz

zarte, ehrliche Gedichte

Lyrik, die der Sprache auf den Grund geht Dichterisches Schaffen und politisches Engagement waren in Erich Frieds Leben untrennbar verbunden. Die Alltagssprache zerfällt bei seiner kritischen Prüfung, Redewendungen zeigen ihre gefährlichen Seiten. Frieds Liebesgedichte dagegen zählen in ihrer Zartheit und Ehrlichkeit zu den schönsten der deutschen Sprache. …

Eine Rezension von Thomas Anz

Den Text der Rezension finden Sie hier.

Es sprach Uwe Kullnick