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2489 Episoden
6 Minuten
Den Kindern hält man die Augen zu, wenn der alte Kapitän Celestino vorbeigeht. Seine Seele soll er verkauft haben, und des Nachts tanze er mit dem Teufel. Geschichten von Grausamkeit ranken durch das Dorf, kriechen bis an die blinden Fenster von Celestinos Haus. Während die Dörfler urteilen und der Pfarrer den Kapitän zur Beichte drängt, weiß nur Celestino selbst um seine wahren Untaten.

Der verwilderte Garten wird ihm zum einzigen Vertrauten. Celestino treibt Pilze, Wurzeln und Schlingen zurück, tränkt den Boden mit Wasser und Hingabe, zieht nach Fantasie duftende Nelken, bis das Leben unter seinen Händen zurückkehrt. Doch die Bilder in seinem Kopf vermögen die Blüten nicht zu verdecken.

In leuchtenden Farben zeichnet Almeida eine von Schuld und Erinnerung umgetriebene Gestalt.…

Eine Rezension von Felix Haas
1 Stunde 5 Minuten
Willkommen bei der 10. Ausgabe der GlockenbachWelle. Diese Welle ist einer ganz besonderen Größe gewidmet, und zwar der Rockstar-Legende Freddie Mercury. Der britische Musiker, Mitbegründer, Komponist und Frontsänger der Band Queen, der als einer der bedeutendsten Rocksänger der 70er und 80er Jahre in die Geschichte einging, ist sicherlich allen ein Begriff. Falls nicht, garantieren wir Ihnen, ist er es sicher nach dieser Welle. Es wird flamboyant – denn Freddie wird immer leuchten!

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Die heutige Runde in der Glockenbachbuchhandlung:

Petra Schulz – Inhaberin und Buchhändlerin der Glockenbachbuchhandlung

Pamela Scholz – Buchhändlerin aus Leidenschaft

Steffi Sack – „Nur Lesen ist schöner“

Nicola Bardola, Literatur- und Musikkritiker und Autor des Sachbuches „Mercury in München“, im September 2021 erschienen bei Heyne Hardcore.

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Was haben wir vor?

Wir wollen uns über Musikgeschichte unterhalten, uns mit guter Unterhaltung auf einer Welle tragen und durch Freddies außerordentliche Lebensjahre in der bayerischen Landeshauptstadt (1979-1985) durch ein München spülen lassen, das der Weltstar in vollen Zügen genossen hat.

Heute begeben wir uns gemeinsam mit dem Mercury-Experten, Nicola Bardola, auf Freddies Spuren durch die Stadt.

Heute geht es um:

Musikgeschichte der 70er und 80er Jahre

„Mercury in München – Seine besten Jahre“ von Nicola Bardola

Den Kinofilm „Bohemian Rhapsody“ als Inspiration

Bedeutende Münchner Stationen des Künstlers

Münchner Urgesteine und Szenelokale

München als musikalische Metropole und Ideenschmiede

Das kunterbunte und liberale Glockenbachviertel

Veranstaltungen, durch die man dem viel zu früh verstorbenen Künstler noch einmal ganz nahekommen kann

Wir wünschen viel Freude beim Hören …
1 Stunde 24 Minuten
Paris, 1912. Der amerikanische Maler Marsden Hartley und Karl von Freyburg, ein junger deutscher Leutnant, haben ein Auge aufeinander geworfen. Der Anfang einer Liaison, die dazu führt, dass sich der Maler nach Berlin begibt, ein Atelier bezieht, um in der Nähe seines Geliebten zu sein. Doch der Erste Weltkrieg ruft den Leutnant an die Front. Hartley bleibt in Berlin und versucht, Geld mit seiner Kunst zu verdienen. Der Geliebte fällt, dem Maler bleiben dessen Schulterklappen und der Schmerz. So wie Luzifer aus dem Himmel vertrieben wurde, verlässt auch Hartley Deutschland, stets auf der Suche nach der großen Liebe und der einzig wahren Kunst.
16 Minuten
Luisa und Konstantin sind ein Ehepaar. Sie lehrt Philosophie an der Uni, er ist Jurist. Gemeinsam wollen sie drei Tage in ihrer Lieblingsstadt Verona verbringen. Ihre Beziehung befindet sich in einer tiefen Krise. Luisa scheint sich Konstantin immer weiter zu entziehen und zu entfremden. Er befürchtet, dass sie eine Affäre hat. Gleichzeitig ist ihm sein Beruf mehr und mehr verleidet. Heimlich hat er begonnen, gegen Schlaflosigkeit und Todesängste Gedichte zu schreiben. Ein Gedicht bezieht sich auf Pisanellos Madonna, die Konstantin tief verehrt und die nach einem früheren Kunstraub gerettet werden konnte. Der Versuch des Ehepaares, sich auszusprechen, scheitert. Die vertraute Stadt Verona entzieht sich ihrem Blick mehr und mehr. Die Reise wird zum Labyrinth und stellt ihr Leben auf den Kopf. Am Ende wird nichts mehr sein, wie es war.

Verona Kopfüber

Luisa und Konstantin sind ein Ehepaar. Sie lehrt Philosophie an der Uni, er ist Jurist. Gemeinsam wollen sie drei Tage in ihrer Lieblingsstadt Verona verbringen. Ihre Beziehung befindet sich in einer tiefen Krise. Luisa scheint sich Konstantin immer weiter zu entziehen und zu entfremden. Er befürchtet, dass sie eine Affäre hat. Gleichzeitig ist ihm sein Beruf mehr und mehr verleidet. Heimlich hat er begonnen, gegen Schlaflosigkeit und Todesängste Gedichte zu schreiben. Ein Gedicht bezieht sich auf Pisanellos Madonna, die Konstantin tief verehrt und die nach einem früheren Kunstraub gerettet werden konnte. Der Versuch des Ehepaares, sich auszusprechen, scheitert. Die vertraute Stadt Verona entzieht sich ihrem Blick mehr und mehr. Die Reise wird zum Labyrinth und stellt ihr Leben auf den Kopf. Am Ende wird nichts mehr sein, wie es war.

Ludwig Steinherr, geboren 1962 in München, studierte Philosophie und promovierte über Hegel und Quine mit der Arbeit »Holismus, Existenz und Identität«, die mit dem Alfred-Delp-Preis der Rottendorff-Stiftung prämiert wurde. Für seine bisher dreiundzwanzig Gedichtbände erhielt Steinherr mehrere Auszeichnungen, so den Leonce-und-Lena-Förderpreis, den Staatlichen Förderpreis für Literatur, den Evangelischen Buchpreis und den Hermann-Hesse-Förderpreis. 1993 begründete er zusammen mit Anton G. Leitner die Zeitschrift DAS GEDICHT.

Seit 2003 ist er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Seine Gedichte wurden in viele Sprachen übersetzt, so ins Englische, Französische, Italienische, Tschechische, Griechische, Ungarische, Rumänische, Kroatische, Arabische und Bengali.

Steinherr war Gastautor bei zahlreichen internationalen Literaturveran-staltungen: u. a. Journées Littéraires de Mondorf (Luxemburg) 1995, Deutsch-arabischer Lyrik-Salon in Damaskus 2006, European Literature Night, London 2012, King’s Lynn Poetry Festival 2012, StAnza – Scotland´s International Poetry Festival 2013, Birmingham Literature Festival 2013, Ilkley Literature Festival 2013, Druskininkai Poetic Fall 2014 (Litauen). Von der University of Notre Dame (USA) wurde er 2012 als Gastautor zu Lesungen und Seminaren in der Advanced Lecture Series eingeladen.

Zuletzt erschien von ihm in der Lyrikedition 2000 »Medusen« (2018), in England der zweisprachige Auswahlband »Before the Invention of Paradise« (Arc Publications, 2010) und in Italien »Prima di ogni tempo« (Ladolfi Editore, 2019).

Ludwig Steinherr ist aktives Mitglied bei AMNESTY INTERNATIONAL und empfiehlt diese Organisation ausdrücklich.
1 Stunde 16 Minuten
Der Krieg steht bevor. Düstere Zeiten brechen an. Zwei Buchhändlerinnen setzen für ihre Überzeugungen alles aufs Spiel.

München, 1913. Für die rebellische Elly wird ein Traum wahr, als sie in der Buchhandlung in der Amalienstraße ihre Ausbildung beginnen darf. Zusammen mit ihrer wissbegierigen Freundin Henni liest sie jedes Buch, das ihr in die Finger kommt. Gegen alle Widerstände gründen Elly und Henni einen Salon für Schriftstellerinne. Die harsche Zensur des Kaiserreichs lässt nichts unversucht, um den modernen Frauen Steine in den Weg zu legen. Doch dann bricht der erste Weltkrieg über die jungen Buchhändlerinnen hinein. Als Ellys Freund Leo an die Front gerufen wird, können sie sich nicht mehr in ihre Bücher flüchten …

Heidi Rehn, geboren und aufgewachsen im romantischen Mittelrheintal kam Heidi Rehn zum Studium nach München. Und blieb aus Liebe dort hängen, auch wenn ihr der Blick auf den Rhein und überhaupt einen vernünftigen Fluss sehr abgeht.

Sie arbeitete als Dozentin an der Uni, PR-Beraterin in einer Agentur, freie Journalistin und Texterin. Pünktlich zur Jahrtausendwende erschien ihr erster Roman. Mit dem „Haus der schönen Dinge“ (Knaur 2017) über eine fiktive jüdische Kauf- und Warenhausdynastie zwischen Kaiserzeit und Reichspogromnacht gelang ihr der Sprung auf die Bestsellerliste. 2014 erhielt sie den „Goldenen Homer“ für den besten historischen Gesellschafts- und Beziehungsroman.

Die Geschichte Deutschlands in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist eines ihrer großen Themen. Da jedoch nie alles, was sie mit größter Leidenschaft über den historischen Background zusammenträgt, zwischen die Buchdeckel passt, und sie sowieso „vor Ort“ lebt, bietet Heidi Rehn als „Kopfkino live“ sehr beliebte Spaziergänge „Auf den Spuren von…“ zu den Schauplätzen ihrer München-Romane an. Ab sofort sind die auch virtuell auf YouTube erlebbar:

Aktuelle Termine und alle weiteren Infos auf der Website www.heidi-rehn.de

Der große, gefühlige München-Roman von Erfolgsautorin Heidi Rehn
19 Minuten
Gabriele Leucht und Marcus Weible stellen Werke aus verschiedenen Literaturgattungen und ihre musikdramaturgische Umsetzung in der Welt der Oper vor.

In der siebten Folge der Rubrik “Literatur wird Oper” besprechen wir einen Roman des russischen Schriftstellers Jewgeni Samjatin. Die 1920 erschienene Anti – Utopie “WIR” gilt heute als Klassiker der Science Fiction Literatur und inspirierte so bedeutende Werke wie George Orwells “1984” und Aldous Huxleys “Schöne neue Welt”. Der Komponist Anton Lubchenko kam in seiner Schulzeit mit Samjatins düsterer Zukunftsvision in Berührung. Zusammen mit der Librettistin Darya Panteleeva schuf er eine beeindruckende musikalische Dystopie, die Anfang 2022 ihre Uraufführung am Stadttheater Regensburg erlebte.

Anton Lubchenko (* 4.4.1985) ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen russischen Komponisten. In gerade einmal 37 Lebensjahren hat er ein vielseitiges Werk geschaffen das sich von aktuell 9 Sinfonien, über 4 Opern, sowie zahlreiche weitere Stücke für Orchester-, Chor- und Filmmusik erstreckt. Er ist zudem ein weltweit gefragter Dirigent. Eine besondere Beziehung verbindet Lubchenko mit dem Stadttheater Regensburg. Dort wurde 2015 seine Oper „Doktor Schiwago“, basierend auf Boris Pasternaks berühmtem Roman, unter seiner Leitung uraufgeführt.

Marcus Weible, geboren 1968 in München. Nach Abitur und Bundeswehr habe ich Geschichte und Rechtswissenschaften in Erlangen und Würzburg studiert. Ich war 15 Jahre als Rechtsanwalt und juristischer Repetitor bei Kern – Nordbayern tätig. In dieser Zeit bereitete ich bundesweit zahlreiche Studenten und Referendare auf das Erste und Zweite Juristische Staatsexamen vor. Mittlerweile lebe ich in Regensburg und gehe dort dem Anwaltsberuf mit Schwerpunkt im Verwaltungsrecht nach. Neben meinem Hobby Geschichte, sind und waren SF und Fantasy meine große Leidenschaft. Ich bin Mitglied des Münchner Fankreises „Die Phantasten“ und betätige mich auf mehreren Literaturseiten als Autor und Rezensent.”

Gabriele Leucht, geboren: 1981 in München, Ausbildung: von den alten Sprachen bis zur Avvocatessa der Juristerei in Rosenheim, Birmingham, Maryland, Neapel, Straßburg und München. Interessen: Kunst, je abstrakter desto lieber, Literatur, besonders Romane und Dramen, Opern-Musik, fürs Herz italienisch, für den Rest auch alles andere, Politik: Grundgesetz-Fanatikerin, Antirassistin u.v.m., Sport: nicht ohne meine Berge.
18 Minuten
Die Apostelgeschichte hat es in sich. Wer dieses Buch liest, begibt sich auf eine so spannende wie spektakuläre, so tröstende wie aufwühlende Lese-Reise. Der Weg führt von Jerusalem nach Rom, herab von zinnenbekränzten Stadtmauern über das sturmgepeitschte Meer, heraus aus mehrstöckigen Kerkern und durch die öde Wildnis. Mit viel erzählerischem Charme beschreibt die Apostelgeschichte das Wachsen und Werden der jungen Kirche. Doch die Verkündigung der ersten Christen findet nicht nur begeisterte Annahme; sie stößt auf ebenso heftigen Widerstand. Zauberer und Handwerker fürchten um ihr Auskommen. Religiöse Instanzen sehen sich in ihrem Einfluss bedroht. Statthalter interessiert weniger die Botschaft als der Profit. Immer wieder steht das Christentum vor Gericht. Die Anfangszeit war eine von mannigfaltigen Krisen bestimmte Epoche. Nicht zuletzt deshalb ist die Apostelgeschichte noch heute so aktuell. Letztlich erzählt sie von einer nie endenden Geschichte und Aufgabe. Damals wie heute geht es doch um die Verkündigung des Evangeliums inmitten unterschiedlichster Kulturen und Kalküle, Regionen und Religionen. Kundige Reisebegleiterinnen und -begleiter stehen bereit für diese Reise in die bewegte und bewegende Welt des frühen Christentums. Die Route gibt der zweite Teil des lukanischen Doppelwerks vor. Der Weg führt aus der Vergangenheit in die Gegenwart, aus der heiligen Aura der Anfangszeit zu den alltäglichen Aufgaben der Jetztzeit und geradewegs auf die Leserinnen und Leser zu.

Prof. Dr. Hans-Georg Gradl ist Professor für Exegese des Neuen Testaments an der Theologischen Fakultät Trier. Seine Forschungsschwerpunkte sind lukanisches Doppelwerk, frühjüdische und urchristliche Apokalyptik, Geschichte und Interpretation der Johannes-Offenbarung, Buch- bzw. Rollenmedium in der Antike und in der Johannesoffenbarung.
21 Minuten
„Alle Regierungen leiden unter einem wiederkehrenden Problem: Macht zieht pathologische Persönlichkeiten an. Es ist nicht so, dass Macht korrumpiert, sondern dass sie die Korrumpierbaren magnetisch anzieht. Solche Menschen neigen dazu von Gewalt betrunken zu werden, ein Zustand der schnell zur Sucht führt.“

(Frank Herbert)

Frank Herberts „Dune“ schrieb Science – Fiction Geschichte. Es handelt sich um ein Menschheits – Epos das weit in die Zukunft weist, obschon seine Wurzeln in den Urgründen antiker Mythologie zu suchen sind. In den Jahrzehnten seit seinem Erscheinen enstand ein regelrechter Kult um den Wüstenplaneten Arrakis. Erstaunlicherweise ist die Biographie seines Erfinders weitgehend unbekannt geblieben. Wir beschäftigen uns mit Frank Herbert und seinen politischen Standpunkten, den vielfältigen Einflüssen die das Dune – Universum schufen und prägten und natürlich mit der jüngsten Verfilmung dieses außergewöhnlichen Stoffes durch den kanadischen Regisseur Denis Villeneuve.

Marcus Weible, geboren 1968 in München. Nach Abitur und Bundeswehr habe ich Geschichte und Rechtswissenschaften in Erlangen und Würzburg studiert. Ich war 15 Jahre als Rechtsanwalt und juristischer Repetitor bei Kern – Nordbayern tätig. In dieser Zeit bereitete ich bundesweit zahlreiche Studenten und Referendare auf das Erste und Zweite Juristische Staatsexamen vor. Mittlerweile lebe ich in Regensburg und gehe dort dem Anwaltsberuf mit Schwerpunkt im Verwaltungsrecht nach. Neben meinem Hobby Geschichte, sind und waren SF und Fantasy meine große Leidenschaft. Ich bin Mitglied des Münchner Fankreises „Die Phantasten“ und betätige mich auf mehreren Literaturseiten als Autor und Rezensent.”

Gabriele Leucht, geboren: 1981 in München, Ausbildung: von den alten Sprachen bis zur Avvocatessa der Juristerei in Rosenheim, Birmingham, Maryland, Neapel, Straßburg und München. Interessen: Kunst, je abstrakter desto lieber, Literatur, besonders Romane und Dramen, Opern-Musik, fürs Herz italienisch, für den Rest auch alles andere, Politik: Grundgesetz-Fanatikerin, Antirassistin u.v.m., Sport: nicht ohne meine Berge.
1 Stunde 15 Minuten
Maximilian Zechs Debütroman ist eine melancholische Parabel über Anpassung, Entfremdung und die Sehnsucht nach Heimat in einer Zeit des Umbruchs. Das Leben ist ein Traum – so zumindest kommt es Matthias Bode schon seit Jahren vor. Der junge Göttinger Arzt lebt zurückgezogen in einer biedermeierlich anmutenden Welt der Innerlichkeit. Um aus der Einsamkeit auszubrechen, begibt sich Matthias auf eine Reise, die ihn nicht nur zu seinen eigenen Wurzeln führt, sondern sein Bild von sich und der Gesellschaft ins Wanken bringt. »Aus einer Zeit« erzählt die Geschichte eines Konservativen wider Willen in einem Land, das um jeden Preis progressiv sein möchte

Maximilian Zech, 1988 als Kind politisch verfolgter DDR-Flüchtlinge in Braunschweig geboren, studierte in Göttingen Geschichte und Deutsche Philologie. Erste literarische Veröffentlichungen erfolgten ab 2007 in Lyrikanthologien und Literaturzeitschriften.

“Neben meiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeite ich fest als Journalist für den Tagesspiegel und habe u. a. auch für die Neue Zürcher Zeitung sowie Spektrum der Wissenschaft geschrieben. Schon lange vor der Veröffentlichung meines Debütromans „Aus einer Zeit“ (Bucher Verlag) wurden erste literarische Arbeiten ab 2007 in Lyrikanthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. Von Braunschweig, wo ich 1988 als Kind politisch verfolgter DDR-Flüchtlinge geboren wurde, zog es mich für ein Studium der Deutschen Philologie und Geschichte nach Göttingen. Inzwischen lebe ich in Leipzig.”
1 Stunde 41 Minuten
Sie sind auf den »Querdenken«-Demonstrationen zu finden und überfluten mit ihren Botschaften die sozialen Netzwerke. Sie haben ihre eigenen Kirchen, ihre eigenen Bauernhöfe und ihre eigene »Germanische Neue Medizin«. Von der Anastasia-Bewegung bis zu QAnon: Rechte Esoteriker gewinnen immer mehr Zulauf. Nicht nur in Deutschland. Der Weltanschauungsexperte Matthias Pöhlmann, exzellenter Kenner der Szene, nennt die historischen Wurzeln und zeigt: Was auf den ersten Blick als harmlose Spinnerei erscheint, birgt immensen gesellschaftlichen Sprengstoff. …

Matthias Pöhlmann, Dr. theol., geb. 1963 in Hof/Saale, von 1999 bis 2011 wissenschaftlicher Referent bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin, anschließend Gemeindepfarrer in Germering bei München; seit 2014 Kirchenrat und Landeskirchlicher Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, München. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Religions- und Weltanschauungsfragen.
11 Minuten
Jasmine Schreiber ist Schriftstellerin und studierte Biologin. Sie betreibt einen Wissenschaftspodcast; auf ihrer Instagram-Seite bezeichnet die Autorin sich selbst treffend als „Chitinfluencerin“ – und meint ebenso, sie „wäre gern ein Farn“.

Diese sympathischen Eigenarten machen sich auch in Schreibers neuestem Roman „Der Mauersegler“ bemerkbar – und verleihen der Geschichte einen ganz besonderen, erdig-waldigen Grundton, der immer wieder fesselt und fasziniert.

Es ist die immer präsente Naturnähe, die dem Text seine Leichtigkeit verleiht – denn im Roman geht es eigentlich um Tod, Trauer und Schuld.

Wir begegnen Prometheus zum ersten Mal auf einer Autofahrt, die als Mischung von Erinnerungen, Flucht und Reflexionen beschrieben wird. Der Protagonist fährt gen Norden, reflektiert währenddessen seine bisherige Laufbahn als Arzt, seinen Erfolg – und erinnert sich an die schöne Kindheit mit seinem besten Freund Jakob.

Bis die Realität plötzlich auf Prometheus hinunterprasselt – denn Jakob ist seinetwegen gestorben

Sandra Falke studierte Germanistik und Religionswissenschaften an der Universität Tartu in Estland und neuere deutsche Literatur an der Philipps-Universität in Marburg an der Lahn. Auf literarische Abenteuer begab Falke sich bereits im sechsten Lebensjahr in ihrem ersten Lesetagebuch. Aus kurzgefassten handschriftlichen Notizen im linierten Schulheft sind parallel zum Bachelor-, Master- und Promotionsstudium diverse Online-Formate erwachsen. Seit 2019 werden auf sandrafalke.com wöchentlich Rezensionen und Essays zu Klassikern, Sachbüchern und Neuerscheinungen der Weltliteratur veröffentlicht. Derzeit lebt Falke in Brandenburg, schreibt Kurzgeschichten und setzt sich für die kritische Reflexion literarischer Inhalte auf diversen virtuellen Plattformen ein.
1 Stunde 27 Minuten
Sie nennen ihre Welt das Große Weiße Kalte Land und das Große Meer: eine weite unwirtliche Welt aus Eis und Schnee, aus Licht und Dunkelheit, aus Wind und Sturm. So war ihre Welt seit alters her und so ist sie noch heute. Es ist ihre Welt die Welt der großen Wasserflieger. Doch mehr und mehr ändern sich das Große Weiße Kalte Land und das Große Meer immer weniger Kälte und immer weniger Schnee und immer weniger Eis. Viele große Wasserflieger glauben, dass dies mit den Waibs zusammenhängt, den Wie-auch-immer-Beinern. In dieser Lage entschließen sich acht Küken der großen Wasserflieger, die Waibs zu erforschen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen und so ihre Welt aus Kälte, Wasser, Eis und Schnee zu retten. Die Pinguingang gerät dabei in abenteuerliche Situationen und entdeckt zugleich die schönen und beängstigenden Momente des Heranwachsens. Die Küken sind altklug, neugierig, schlau, mutig, albern und manchmal auch furchtsam. Aber dank ihrer unverbrüchlichen Freundschaft gelingt ihnen das, was die Welt so dringend braucht: der Große Aufbruch. Birgit Christiansen, geboren 1974 in Gießen, studierte Evangelische Theologie, Altorientalistik und Hethitologie in Berlin, München, Tübingen und Wien. Sie arbeitet heute als Wissenschaftlerin und Dozentin in München. Ihre Illustrationen für Die Pinguingang sind ihre ersten Arbeiten als Buchillustratorin. Steven Lundström, geboren 1973 in Weimar, studierte Altorientalistik und Ägyptologie in Berlin und Wien. Er war Wissenschaftler, Museumsführer, Sprachlehrer und Steuerfachangestellter. Seit 2018 arbeitet er als Verwaltungsfachkraft und Autor in München. Die Pinguingang ist seine erste Veröffentlichung außerhalb der Wissenschaft. Gemeinsam mit der Gang besucht er seit 2020 Schulen in München und anderswo.
11 Minuten
eine Rezension von Ulrich KlappsteinFelix Haas Philipp Schönthaler über die Automatisierung des Schreibens
1 Stunde 49 Minuten
Viele Kenner der deutschen Lyrik halten Paul Celan für den bedeutendsten Poeten der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Gleichwohl steht Celans Dichtung – nach wie vor – in dem Ruf, schwierig und unzugänglich, ja beinahe geheimnisvoll zu sein. Ist Celans Werk also nur ein esoterischer Gegenstand akademischer Diskussionen? Celan selbst wehrte sich gegen solche Verkürzung und forderte von seinen Lesern: Wiederholung, Vertiefung, vor allem: Aufmerksamkeit. „Aufmerksamkeit ist das natürliche Gebet der Seele“ – so zitiert Celan den Philosophen und Oratorianer Nicolas Malebranche und deutet damit an, dass seine Gedichte nur vor dem Hintergrund des Religiösen wirklich zu erhellen sind. Diesem Fingerzeig wollen wir anlässlich von Paul Celans 100. Geburtstag nachgehen und gemeinsam mit unseren Gästen – dem Theologen Jan-Heiner Tück aus Wien und dem Literaturwissenschaftler Markus May aus München – den religiösen Dichter Paul Celan kennenlernen. Das einleitende Referat hält Dominik Fröhlich, Studienleiter der Katholischen Akademie in Bayern.

Der abwesende Gott, die Opfer der Shoah, Spuren jüdischer Mystik und Anspielungen auf die Passion des Gekreuzigten werden dabei ebenso im Zentrum stehen wie Celans Auseinandersetzung mit dem Judentum und seiner jüdischen Identität.

Unter Anleitung des Sprecherziehers Marcus Boshkow rezitieren die beiden Schauspielerinnen Nora Buzalka und Elna Lindgens einschlägige Gedichte – u.a. Benedicta, Tenebrae, Denk dir, Die Pole – und lassen so den Dichter selbst zu Wort kommen. Besondere Aufmerksamkeit ist also geboten, denn: „wir wissen ja nicht, weißt du, wir wissen ja nicht, was gilt.“

Prof. Dr. phil. Markus May, Institut für deutsche Philologie, LMU München; Prof. Dr. phil. Peter Goßens, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum; Jürgen Lehmann, em. Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft und Neuere Deutsche Literaturgeschichte, Universität Erlangen-Nürnberg

Dominik Fröhlich: Schwerpunkte Philosophie, Literatur, Psychologie, und Romano Guardini. Mitarbeiter der Katholischen Akademie in Bayern.

Jan–Heiner Tück studierte nach dem Abitur am Collegium Augustinianum Gaesdonck von 1987 bis 1994 Katholische Theologie und Germanistik an den Universitäten in Tübingen und München. Anschließend wurde er bei Peter Hünermann in Tübingen zum Dr. theol. promoviert.
9 Minuten
Eine imaginierte Kindheitswelt: Aharon Appelfelds Roman „Sommernächte“

In seinen Büchern hat er sich immer wieder zurückgezogen in die Welt der Sicherheit, in die längst verlorene Welt der Kindheit, in das Land seiner Vorfahren: Aharon Appelfeld (geb. 1932 in Jadowa, in einem Dorf, das damals zum Königreich Rumänien gehört hat, inzwischen aber in der Ukraine liegt und heute Schadowa heißt) kehrt auch in dem Roman Sommernächte, dessen hebräische Originalausgabe 2015 erschienen ist, noch einmal in jene Landschaft zurück, die er schon im Roman Elternland beschworen, dort aber noch in Polen angesiedelt hat. Immer wieder gilt sein ganzes Augenmerk abgelegenen Dörfern, die nach dem Ende der Ära der Habsburgermonarchie allen Modernisierungswellen getrotzt und nur eines sich bewahrt haben: die unter der gesitteten Oberfläche zuweilen schlummernde und zeitweise aufflammende Tradition der Judenfeindschaft.In seinen Büchern hat er sich immer wieder zurückgezogen in die Welt der Sicherheit, in die längst verlorene Welt der Kindheit, in das Land seiner Vorfahren: Aharon Appelfeld (geb. 1932 in Jadowa, in einem Dorf, das damals zum Königreich Rumänien gehört hat, inzwischen aber in der Ukraine liegt und heute Schadowa heißt) kehrt auch in dem Roman Sommernächte, dessen hebräische Originalausgabe 2015 erschienen ist, noch einmal in jene Landschaft zurück, die er schon im Roman Elternland beschworen, dort aber noch in Polen angesiedelt hat. Immer wieder gilt sein ganzes Augenmerk abgelegenen Dörfern, die nach dem Ende der Ära der Habsburgermonarchie allen Modernisierungswellen getrotzt und nur eines sich bewahrt haben: die unter der gesitteten Oberfläche zuweilen schlummernde und zeitweise aufflammende Tradition der Judenfeindschaft …