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Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise Archiv

118 Episoden
30 Minuten
In ihrem Vortrag vom 30. Juni 2021 beschrieben Ulrike Burrmann und Sebastian Braun, wie physische Abstandsregeln und Kontaktbegrenzungen die Kernaktivitäten von Sportvereinen limitieren. Der Vortrag liefert auf der Grundlage einer im zweiten Lockdown durchgeführten repräsentativen Online-Befragung mit Erwachsenen empirische Daten im Hinblick auf ausgewählte Strukturmerkmale der Sportvereine.
31 Minuten
Vortrag vom 23. Juni 2021
31 Minuten
Am 16. Juni 2021 hielten Magdalena Nowicka und Niklas Harder einen Vortrag mit dem Titel „Betreuer*innen an der Grenze: das transnationale Pflegesystem in der Pandemie“. In Deutschland beschäftigen schätzungsweise 300.000 Haushalte eine ausländische Betreuungskraft. Diese sogenannten Live-ins arbeiten meist über längere Zeiträume im Haushalt pflegebedürftiger Personen, und reisen zwischen Deutschland und ihren Heimatländern hin und her. Durch die Corona-Krise wurden diese Grenzüberschreitungen weitgehend unmöglich. Nowicka und Harder stellen nun erste Ergebnisse aus ihren Befragungen zu den Folgen dieser Beschränkungen vor.
31 Minuten
Am 16. Juni 2021 hielt Marcel Helbig einen Vortrag mit dem Titel „Corona-Schuljahre und wie weiter?“. Er beleuchtet die Frage, welche Folgen sich aus den Lernlücken von Schüler:innen aus den vergangenen Schuljahren ergeben. Bildungspolitische Debatten scheinen die Folgen weitegehend zu unterschätzen. Andererseits müssen Schüler:innen Schulstoff aufholen, als hätten sie das geforderte Klassenziel verfehlt. Helbig analysiert die Fragen, die sich aus dieser Debatte ergeben.
29 Minuten
Am 9. Juni 2021 hielten Christine Preiser und Esther Rind einen Vortrag mit dem Titel „COVID-19 und soziale Beziehungen am Arbeitsplatz“. In der zugrundeliegenden Studie befragten die Vortragenden zu mehreren Zeitpunkten in einem Unternehmen Beschäftigte und Führungskräfte zu den Auswirkungen der Pandemie. In ihrer Mixed-Methods Studie geht es um Fragen von Gerechtigkeit, dem Zusammenstehen als Mannschaft und der Sehnsucht nach den Kolleg*innen, sowie um die Herausforderung für Führungskräfte, unter Pandemiebedingungen zu führen und zu motivieren.
29 Minuten
In ihrem Vortrag vom 9. Juni 2021 stellten Rainer Schnell und Sonja Haug Ergebnisse einer telefonischen Befragung zur Impfbereitschaft und zu Einstellungen zu Alternativmedizin und Verschwörungstheorien vor. Neben methodischen Hinweisen problematisiert der Vortrag die Frage, welche rationalen Erklärungen es für Impfskepsis gibt. Als wichtigster Faktor bei dem einen Drittel der Befragten, das sich impfskeptisch äußerte, zeigte sich eine deutliche Überschätzung der Häufigkeit von Nebenwirkungen.
28 Minuten
In Ihrem Vortrag vom 2. Juni 2021 präsentierten Janina Steinert und Cara Ebert ihre Studie zum Einfluss der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 auf häusliche Gewalt. Sie können zeigen, dass die häusliche Quarantäne, die Betreuung von kleinen Kindern, bestehende finanzielle Sorgen und eine schlechte psychische Gesundheit das Risiko von häuslicher Gewalt erhöhen. Außerdem konnten sie zeigen, dass die Nachfrage nach Hilfe und Unterstützung während des ersten Lockdowns signifikant angestiegen ist.
30 Minuten
In ihrem Vortrag vom 2. Juni 2021 beschrieben Jens Hoebel und Morten Wahrendorf die stark wellenförmige Dynamik des Infektionsgeschehens in der COVID-19-Pandemie. Fraglich ist, wie sich diese Dynamik zwischen verschiedenen sozialen Gruppen unterscheidet und mit welchen Strukturmerkmalen sie zusammenhängt. Der Beitrag gibt einen Überblick darüber, welchen Aufschluss regionalisierte Analysen der COVID-19-Meldedaten über diese Frage geben. Er diskutiert außerdem die Potenziale und Limitationen dieses Analyseansatzes für die Sozialepidemiologie und den Infektionsschutz. Jens Hoebel ist Deputy Head der Abteilung Social Determinants of Health des Robert Koch-Instituts. Morten Wahrendorf ist Leiter der Arbeitsgruppe „Arbeit und Gesundheit“ am Institut für Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.
28 Minuten
How can we understand police communication with the public, when the main object of communication is invisible? On May 5, 2021 Megan O’Neill and Jonas Grutzpalk put their research project to debate on our digital colloquium by addressing the challenges of doing research on police communication during the current corona virus pandemic. Their research project aims to cross-nationally investigate police forces in Europe via the lenses of Bruno Latour’s Actor-Network-Theory. Megan O’Neill is a reader at the University of Dundee in Scotland and an Associate Director for the Police Community Relations Network at the Scottish Institute for Policing Research. Jonas Grutzpalk is a professor of Sociology and Political Sciences at the University of Applied Sciences for Police and Public Administration in North Rhine-Westphalia, Germany.
27 Minuten
In seinem Vortrag vom 5. Mai 2021 ging Christian Gerhards der Frage nach, wie die Corona-Pandemie das Qualifizierungsverhalten deutscher Betriebe beeinflusst. Die Ergebnisse stammen aus der Erhebungswelle des Betriebspanels zu Qualifizierung und Kompetenzentwicklung aus dem Jahr 2020. Das "BIBB-Qualifizierungspanel" ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung von 3500 Betrieben in Deutschland und wird vom Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführt. Die Erhebung zeigt auf, welche Betriebe von der Pandemie besonders betroffen sind und analysiert Strukturen und Entwicklungen des betrieblichen Qualifizierungsgeschehens. Christian Gerhards ist Soziologe und arbeitet beim Bundesinstitut für Berufsbildung in der Abteilung „Berufsbildungsforschung und Berufsbildungsmonitoring“.
32 Minuten
In ihrem Vortrag vom 28. April 2021 präsentierten Ines Michalowski und Eylem Kanol erste Ergebnisse aus der WZB-Corona-Umfrage. Ihre Analyse ging der Frage nach, ob die Pandemie zu einer erhöhten Religiosität in Deutschland geführt hat. Eine der führenden Säkularisierungstheorien basiert auf der Beobachtung, dass die eigene Existenz bedrohende, egotropische Risiken und die Existenz der eigenen sozialen Gruppe bedrohende, soziotropische Risken positiv mit einer stärkeren Religiosität korrelieren. Je eher die Menschen also in der Lage sind, ihre Umwelt zu kontrollieren, desto weniger benötigen sie Religion zur Verarbeitung von Kontingenzerfahrungen. Die Corona-Pandemie liegt mindestens in Teilen außerhalb der menschlichen Kontrolle. Führt dies zu einem Anstieg von Religiosität? Bereits existierende Studien fanden solch einen Zusammenhang in den katholischen und vergleichsweise religiösen Ländern Italien und Polen, nicht jedoch in den stärker säkularisierten Niederlanden. Die vorläufigen Auswertungen von Michalowski und Kanol zeigen, dass die Corona-Pandemie in Deutschland nicht zu erhöhter Religiosität geführt hat, weder auf Bundes- noch auf Kreisebene. Ines Michalowski ist Professorin für Religionssoziologie an der Universität Münster und seit 2021 WZB-Fellow mit Anbindung an die Abteilung Migration, Integration und Transnationalisierung des WZB. Eylem Kanol ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Migration, Integration und Transnationalisierung am WZB.
26 Minuten
In ihrem Vortrag vom 28. April 2021 präsentierten Felix Wolter und Claudia Diehl erste Ergebnisse einer Umfrage zur Unterstützung oder Ablehnung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen. Die Analyse basiert auf zwei Wellen von deutschen Umfragedaten aus dem ersten (N = 3334) und zweiten "Lockdown" im Herbst 2020 (N= 3282). Die Ergebnisse zeigen, dass Eigeninteresse sowie wirtschaftliche und familiäre Bedrohung eine begrenzte Rolle bei der Erklärung von Einstellungen zu Eindämmungsmaßnahmen spielen. Bedeutsamer sind langfristige politische Orientierungen wie das Vertrauen in den Staat und, ob die befragte Person in Ost- oder Westdeutschland lebt. Felix Wolter arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Soziologie und im Excellenzcluster "The Politics of Inequality" an der Universität Konstanz im Team von Claudia Diehl. Claudia Diehl ist Professorin für Mikrosoziologie an der Universität Konstanz.
30 Minuten
Mit dem Ausbruch von COVID-19 hat sich die zeitkritische Frage gestellt, welche Maßnahmen zur Eindämmung beitragen können, und wie wirksam sie sind. Viola Priesemann und Kolleg:innen schätzen die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen aus Inzidenzen. Komplementär entwickeln sie im Modell neue Ansätze zur Eindämmung der Pandemie. Jüngst haben sie in dem Zusammenhang erforscht, wie wirksam das Testen, Kontaktnachverfolgen und Isolieren (test-trace-isolate - TTI) ist - wenn man beachtet, dass das System aus verschiedenen Gründen lückenhaft ist. Trotz der Lücken stellt das TTI ein wirksames Mittel zur Eindämmung dar und erlaubt damit deutlich mehr Kontakte im Alltag. Dieser Effekt ist bei niedriger Inzidenz wesentlich größer als bei hoher, da das TTI sich auf die verbleibenden Infektionsketten konzentrieren kann und diese schnell stoppen kann. In ihrem Vortrag vom 21. April 2021 hat Viola Priesemann die methodischen Ansätze skizziert und die Resultate sowie die Implikation für die Fallzahlentwicklung ausgeleuchtet. Geschlossen wird der Vortrag mit einem Ausblick auf die kommenden Monate. Viola Priesemann ist promovierte Physikerin. Sie ist Leiterin der Forschungsgruppe „Dynamik Neuronaler Systeme“ am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Seit der Corona-Pandemie hat sie ihr Forschungsfeld der Informationsverarbeitung im Gehirn, um die Modellierung der Ausbreitung des Corona-Virus ergänzt.
31 Minuten
Derzeit versuchen Regierungen weltweit, die Corona-Pandemie einzudämmen und greifen zu diesem Zweck häufig zu drastischen Maßnahmen, die u.a. massiv Freiheitsrechte einschränken. Entsprechend stehen die Maßnahmen auch in der Kritik und es stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen die Bürger:innen die restriktiven Maßnahmen einhalten. In seinem Vortrag vom 21. April präsentiert Heiko Giebler erste Ergebnisse aus einer eigenen Studie, die den Einfluss der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen, der sozialen Verträglichkeit und der (demokratischen) Legitimität der Entscheidung prüft. Zu diesem Zweck haben er und seine Co-Autor:innen in 11 europäischen Ländern Ende 2020 ein Umfrageexperiment durchgeführt und die Befragten mit fiktiven Szenarien konfrontiert, in denen das Ausmaß der Pandemie, die demokratische Qualität des Entscheidungsprozesses und die Existenz eines wirtschaftlichen Hilfsplans, nicht aber die einschränkenden Maßnahmen variiert wurden. Erste Ergebnisse verweisen darauf, dass die demokratische Qualität der Entscheidung im Vergleich zu den beiden anderen Dimensionen eine eher geringere Rolle für das Einhalten der Bestimmungen spielt und dass sich Erwartungen über das Verhalten der Gesellschaft an sich nicht auf die individuelle Akzeptanz auswirken. Weitere Autor:innen der Studie sind Prof. Dr. Bernhard Weßels und Dr. Constanza Sanhueza. Dr. Heiko Giebler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung "Demokratie und Demokratisierung" und Leiter des Projekts "Politische Legitimität in Krisenzeiten" (PolLegKris) am WZB sowie Leiter einer Forschungsgruppe im Exzellenzcluster "Contestationsofthe Liberal Script" an der Freien Universität Berlin.
Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise

Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise

Der Podcast zum digitalen Kolloquium