Bergfreundinnen Archiv
307 Episoden
31 Minuten
Wer Ana Zirner kennt, weiß: Große Ziele sind ihr Ding. Weniger ihr Ding ist es, ihrer Art des Draußenseins ein Label zu verpassen. Ob sie nun Bergsteigerin, Abenteurerin oder Profisportlerin ist, will sie nicht so genau benennen. "Ich kann von Allem so ein bissl was und nichts gescheit. Aber was ich kann, ist Dinge durchziehen”. Im Frühling 2021 nimmt sie uns mit zu ihrer Vorbereitung für eine Solo-Durchquerung des Hohen Kaukasus. Dabei zeigt sich, wie schwierig das mit dem Durchziehen ist, wenn eine Pandemie die Regeln schreibt und welche Hürden Ana nehmen muss, bevor es überhaupt losgeht.
38 Minuten
"Ich weiß auch nicht was bei denen schief läuft" sagt sie über Typen, die mit ihren Mountainbikes Sprünge von zwanzig Metern wagen. Dabei ist sie selbst so schnell und wagemutig wie überhaupt nur wenige Menschen. Nina Hoffmann hat 2020 als erste deutsche Person seit 1996 wieder ein Downhill Weltcuprennen gewonnen, und das, obwohl sie nur wenige Jahre zuvor erstmals auf einem vollgefederten Fahrrad saß. Im Gespräch mit Anna erzählt sie vom motivierenden Training mit "den Jungs", ihrer Lust daran, sich mit anderen zu messen und ihren Erkenntnissen in Geschlechterfragen. Denn Nina ist nicht nur Profisportlerin sondern auch Psychologie-Studentin.
32 Minuten
Wir leben in einer Welt voller Klischees, die uns auch immer wieder in den Bergen begegnen. Das ist so, muss aber nicht immer so bleiben. Aber was ist eigentlich das Problem mit Stereotypen und Geschlechterrollen? Und wo soll man überhaupt anfangen, wenn man etwas ändern möchte? Anja Schmidt ist eine der Gründerinnen der Initiative "exploristas", die sich in Österreich für die Bestärkung von Frauen und Mädchen durch Outdoor Sport einsetzt. Im Interview erklärt sie nicht nur, welche Rolle die Medien und schon Kinderbücher in unserem Denken spielen, sondern gibt auch Tipps, wie jede:r einzelne von uns, die Welt und die Berge ein wenig klischeefreier machen kann.
43 Minuten
Fredi, die gefragt wird, ob ihr Mann ihr erlaubt, allein an den Berg zu gehen, während er mit den Kindern daheim sitzt. Barbara, die als Opfer ihres mountainbikegeilen Freundes bemitleidet wird, obwohl sie selbst total gerne Mountainbike fährt. Anna, die - obwohl sie es selbst anders kennengelernt hat - Männer als draufgängerischer wahrnimmt und viel besser klettert, wenn eine Frau sie sichert. Und Pam, der eine Tour nicht zugetraut wird, nur weil sie ein paar Kilo mehr hat und eine Frau ist. Das sind ein paar der Hörerinnen-Geschichten, die die Bergfreundinnen zu ihrem aktuellen Thema "Geschlechter und Klischees” erreicht haben. Im Talk besprechen sie, wie man auf dumme Sprüche am Berg reagiert, was sie auslösen können, welchen Klischees sie selbst immer wieder aufsitzen und wie sie diese Mauern in den eigenen Köpfen einreißen können.
39 Minuten
In unserer ersten Folge zum Thema Geschlechter und Klischees sprengen die Bergfreundinnen direkt alle Mann-Frau-Grenzen mit der Geschichte von Hannah Aram. Sie war vor zwei Jahren die erste trans Frau, die in den Qualifikationswettbewerben für die Freeride World Tour gestartet ist, der Weltmeisterschaft im Freeride Skifahren und Snowboarden. Bei allen vier Einzel-Wettkämpfen landete sie im Mittelfeld. Doch seitdem war sie kaum mehr Skifahren, obwohl es ihr Leben ist, wie sie selbst sagt. Der Grund: Sie wurde als trans Frau mehrfach angegriffen und ist seitdem traumatisiert. Wie exklusiv die 37-Jährige die Berge erlebt, welchen Blick sie auf das Wettkampfgeschehen, die Outdoorszene und Bergsportindustrie hat, das hat sie Kaddi bei einer Skitour an der Kampenwand im Chiemgau erzählt.
31 Minuten
800 Meter in die Tiefe stürzen, sich alle Knochen im Körper brechen, sämtliche Bänder reißen, großflächig die Haut abschürfen, nur mit ganz viel Glück und zahlreichen Schutzengeln überleben. Sich dann langsam und stetig zurück kämpfen - zurück auf die Beine, zurück auf die Tourenski und zurück in die Berge. Wer wie Gela Allmann so eine Reise hinter sich hat, dem "Tod in die Augen geschaut hat", der hat einiges zu erzählen zu unserem Montagsthema Tod und Verlust. Wie die Bergläuferin und Skibergsteigerin den Weg zurück ins Leben gefunden hat, wieviel Angst ihr geblieben ist und was sie an Powdertagen macht, hat sie Kaddi im Interview erzählt.
30 Minuten
Dass wir Menschen verlieren, ist schlimm genug. Was es obendrein nicht auch noch braucht, ist ein überfordertes Umfeld. Wenn andere krampfhaft versuchen, den Elefanten im Raum zu ignorieren oder echt unpassende Vergleiche ziehen, kann das verletzend und übergriffig sein. Und dennoch passiert das wahrscheinlich fast uns allen: in sensiblen Situationen nicht zu wissen, wie wir einander eine wirkliche Stütze sein können. Die Trauerbegleiterin Lisa Auffenberg von der Nicolaidis Young Wings Stiftung erklärt Anna, was in der Trauer hilft, und was verletzt. Auch, weshalb der Tod am Berg eine ganz besondere Herausforderung für Hinterbliebene ist, welche Trigger wir meiden sollten und wie kleine Gesten oft großen Trost spenden können.
44 Minuten
Wir alle werden einmal sterben und Menschen verlieren, die wir lieben. Das ist nun mal die Realität. Aber warum wollen wir uns teilweise so ungern mit dem Lebensende befassen? Bringt es uns vielleicht sogar weiter, wenn wir uns doch mal hinsetzen und darüber sprechen? Und welche Auswirkungen haben tödliche Bergunfälle auf uns und unser Leben mit den Bergen? Kaddi, Anna und Toni wollen das im Talk mit der Unterstützung der Community herausfinden und haben sich ein großes Ziel gesetzt: Am Ende wollen sie ein kleines bisschen weniger hilflos sein, wenn es um den Tod und die Trauer geht.
43 Minuten
Erika und Lena sind in den Bergen ein unzertrennliches Team: Zwei starke Bergfrauen, die Ziele haben und wissen, was sie können. Bei einer gemeinsamen Tour am Schreckhorn im Sommer 2020 stürzt Lena 200 Höhenmeter unterhalb des Gipfels ab. Die Bergrettung kann sie nur noch tot bergen. Für Erika, die die Berge liebt und für sie lebt, bleibt die Welt stehen. In unserer Folge nimmt uns Erika mit, auf ihren Weg durch ein tiefes Tal der Trauer zurück ins Leben und in die Berge.
48 Minuten
Er ist einer der bekanntesten Bergsteiger überhaupt: Alexander Huber, einer der "Huberbuam". Er hat schwerste Klettereien gemeistert - in den Alpen, im Yosemite Valley und an großen Bergen weltweit. Was kaum jemand weiß: Die Huberbuam sind Wegbereiter für die spektakuläre Free Solo-Begehung von Alex Honnold am El Capitan. Die Route "Freerider," die Honnold seilfrei kletterte, ist eine Huber-Tour, 1995 von Alexander Huber eröffnet und 1998 erstbegangen. Auch Hubers größter Erfolg war eine Free Solo-Begehung: 2002 durchstieg er die Hasse-Brandler-Direttissima in der Nordwand der Großen Zinne. Ob sich so einer jemals fürchtet? Und ob: Trotz seiner unglaublichen Leistungen ist Alexander Huber ein Mensch, der große Ängste kennt - und sogar unter einer Angststörung zu leiden hatte.
21 Minuten
Angst haben nervt und kann gerade im Gebirge total hinderlich sein. Weil was soll man schon machen, wenn sie plötzlich da ist? Einfach umkehren oder sich stattdessen durchbeißen? Oder lieber gleich im Vorfeld absagen, wenn man schon so ein ungutes Gefühl im Bauch hat? Die Bergfreundinnen holen sich Hilfe bei zwei Menschen, die sich mit Ängsten am Berg auskennen: Bei Sport- und Mentalcoachin Heike von Oettingen und bei Jan Mersch, staatlich geprüfter Bergführer und Psychologe. Herausgekommen sind 6 Tipps, die euch helfen, mit euren Ängsten am Berg besser umgehen zu können.
41 Minuten
Egal ob auf Skitour, am Grat oder alleine im Finstern: Gründe, sich im Gebirge zu fürchten, gibt es reichlich. Anna, Kaddi und Toni verraten ihre ganz persönlichen Ängste, am Berg wie im Alltag. Sie diskutieren, woher sie kommen und was Vererbung und kindliche Prägung damit zu tun haben. Außerdem: Wieso Kletter-Superstar Alex Honnold dank einer physischen Eigenheit besonders wenig Angst kennt.
38 Minuten
Mit Knieschwammerl und voller Hose - das mulmige Gefühl, vor einem Abgrund zu stehen, kennen wohl die meisten. Doch während sich Höhenangst im Alltag vermeiden lässt, kommt man am Berg nur schwer an ihr vorbei. So wie Gunvor aus Bamberg: Immer wieder zwingt sie das Zittern in den Beinen wortwörtlich in die Knie. Trotzdem will sie sich partout nicht den Spaß am Wandern verderben lassen. Als sie sich Hilfe holt, entdeckt sie das Geheimnis im Kampf gegen ihre Höhenangst.
38 Minuten
"Wir Mädels durften schon Eishockey spielen. Weißt wann? Am Faschingsdienstag." Was Gudrun Weikert aus ihrer Kindheit schildert, ist weder besonders lang her, noch besonders weit weg. Und dennoch wirkt ihre Erzählung wie eine Geschichte aus einer ganz anderen Zeit. Als erste staatlich geprüfte Bergführerin Deutschlands bewegte sie sich auch nach der Kindheit auf sehr männlich geprägtem Terrain. Auf diesem Terrain dann doch Mascara zu entdecken, dann doch in die Mutterrolle zu finden, dann doch einfach ihr Ding machen zu können, ist für sie das große Geschenk des Daseins als Frau. Im Interview mit Anna blickt sie zurück und scheut sich auch nicht, mal über dunkle Stunden zu sprechen.
33 Minuten
Wenn der Nachwuchs da ist, ist das Bergleben erstmal vorbei? Definitiv nicht! Sophie Folger liebt die Berge und ist Mama. Auf ihrem Blog Alpenbaby erzählt sie, wie sie mit ihrer Tochter Louise Schritt für Schritt Bergwiesen und Gipfelkreuze entdeckt. Im Bergfreundinnen-Interview verrät sie, was mit Kindern niemals im Rucksack fehlen darf, worauf man bei Wintertouren besonders achten muss und wie sie gelernt hat, mit blöden Kommentaren von anderen umzugehen.