Morgenimpuls Archiv
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Der letzte Freitag war ein strahlend schöner Tag, was man sich nach gefühlt einer vollen Regenwoche gar nicht mehr vorstellen konnte. Am Abend nach der Vesper bin ich also mit meiner Mitschwester in unser Gärtchen auf der Mauer gegangen, um ein ganzes Stück umzuhacken, Unkraut zu jäten und mit Sommerblumen einzusäen. Direkt neben unserem Garten ist der Engelsturm, einer von noch zwei Wehrtürmen der Stadtmauer, die noch da sind. Dieses Areal um den Turm ist sehr beliebt bei Jugendlichen, die sich da treffen und sich unbeobachtet fühlen. Da stand also schon eine ganze Truppe Jungs, die natürlich nicht so toll fanden, dass wir da jetzt arbeiten wollten. So sind sie zwei, drei und auch vier Runden ums Karree gelaufen, immer in der Hoffnung, dass wir dann weg sind. Aber wir waren immer noch da. Und auf einmal, was noch nie passiert ist, kamen sie an den Zaun zu uns. Und einer, der Anführer der Truppe hat gefragt, ob sie denn mal was fragen dürften. Natürlich durften sie. Die Einstiegsfrage ging darum, was wir vom Kopftuchverbot hielten, wahrscheinlich, weil wir ja auch quasi Kopftücher tragen. Und nach dem ersten Geplänkel, um zu testen, wie wir so ticken, ging es dann um alles: um Gott und die Welt, um die Türkei und Deutschland, um den Konflikt in Israel und den Palästinensergebieten, um Hoheitsrechte eines Staates, um freie Religionsausübung und so weiter. Ich fand es ein tolles Gespräch und nebenbei, mal ich mal meine Mitschwester, haben wir weiter gehackt, gejätet, geharkt und dann auch die Sommerblumen eingesät. Nach mehr als einer Stunde intensiven Gesprächs haben sie sich verabschiedet. Sie sind Schüler des Berufskollegs und machen Wirtschaftsabitur, also schon kluge junge Leute. Man spürte schon sehr deutlich, wes Geistes Kinder sie waren und die Indoktrinierung aus dem Heimatland der Eltern war ziemlich stark. Aber am Ende haben wir alle, die Truppe junger Männer und wir beiden Schwestern, sehr gespürt, wie toll es ist, einander zuzuhören, Argumente auszutauschen, die jeweils andere Seite anzuschauen und auch die eigenen Festlegungen abzuklopfen. Es war belebend und wohltuend. Und kurz bevor sie die Treppe nach unten weggegangen sind, meinte quasi ihr Sprecher: „Wow, sie haben so nebenbei richtig was geschafft“. Ich habe mich gefreut und hoffe ein bisschen, dass er nicht nur das frisch eingesäte Blumenbeet meinte.
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Der Alltag hat uns wieder! Die Osterzeit ist mit Pfingsten endgültig vorbei, wir sind wieder im Jahreskreis. Was für kirchlich geprägte Menschen total sinnvoll klingt, dürfte für die meisten eher merkwürdig daherkommen. Ostern, das ist doch schon lange her. Und Pfingsten ist doch das lange Wochenende, an dem alle Kölner nach Holland ans Meer fahren. Und Alltag ist Alltag, der Rest Urlaub. Ja, man könnte jetzt jammern, dass viele Menschen nur noch wenig vom Glauben wissen. Ich frage mich da immer: woher kommt das? Zumindest in West-Deutschland gab und gibt es flächendeckenden Religionsunterricht in der Schule, es gab starke volkskirchliche Strukturen mit Gruppenstunde, Kommunionunterricht und vieles mehr. Trotzdem scheint über Jahrzehnte das Glaubenswissen dramatisch weniger geworden zu sein und vieles wie eben das besagte Kirchenjahr ist überhaupt nicht mehr selbstverständlich. Ich erlebe es regelmäßig, dass Katholikinnen und Katholiken viel von früher sprechen – früher war das Pfarrfest riesengroß, es gab drei Kapläne und über 100 Kommunionkinder. Wat fott es, es fott - was weg ist, ist weg, sagt der Kölner, sagt die Kölnerin. Und da hilft jammern nun gar nicht. Sondern schauen wir lieber auf das, was möglich ist. Und da ist ein ganz wichtiger Schritt, dass man mit Menschen erstmal ins Gespräch kommt. Wenn jemand interessiert nach unserem Glauben fragt, dann ist das gar nicht so wenig wie es scheint. Wir können dann erzählen, warum uns der Glaube wichtig ist, wie uns Gott erfüllt, was Christsein für uns bedeutet. Klar, wenn wir an die vollen Kirchen früherer Zeiten denken, wirkt im Vergleich dazu ein solches Gespräch erstmal etwas dünn. Aber angesichts der Fülle der Möglichkeiten, die sich den Menschen heute bietet, ist so eine ernst gemeinte Frage zum christlichen Glauben gar nicht mal so schlecht. Vielleicht schauen wir in diesen Tagen, in denen wir wieder im kirchlichen Alltag sind, doch ein bisschen genauer auf die Dinge, die uns Hoffnung machen: für unseren Glauben, für unsere Kirche.
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Zuerst wünsche ich Ihnen und Euch ein gesegnetes Pfingstfest und das wir alle das stürmische Wehend des Geistes erhoffen, erbitten und erleben mögen. Ich weiß ja nicht, wie das bei Ihnen so ist, gehen Sie an diesem Feiertag auf Tour? In meiner Heimat im Eichsfeld gibt es uralte Pfingstmontagstraditionen, die bis heute viele Menschen anlocken. Eine davon ist der Gottesdienst auf dem Bonifatiusbrink in Burgwalde. Die Legende sagt, dass Bonifatius bei seinen Missionsreisen durch Germanien, auch durchs Eichsfeld gekommen ist, und dort die Bevölkerung missioniert hat. Ein heidnischer Opferstein ist als Taufstein umgenutzt worden und bis heute ist in der Mulde des Steins immer Wasser zu finden. Und deshalb pilgern viele Menschen am Pfingstfest, das ja als Geburtstagsfest der Kirche bezeichnet wird, dorthin und feiert Gottesdienst und anschließend ein fröhliches Fest mit Musik, Tanz und gutem Essen. Wenn die Kirche also Pfingsten Geburtstag hat, haben wir Alle Geburtstag: denn die Kirche- das sind wir – die Getauften Christen. Als immer neues Geburtstagsgeschenk gibt es jedes Jahr die Zusage des Heiligen Geistes und ein Geburtstagspäckchen mit sieben Gaben: Weisheit, Erkenntnis, Einsicht, Rat, Stärke, Frömmigkeit und Ehrfurcht vor Gott. Mit diesen Gaben will Gottes Geist die Menschen aufmischen und ihnen Hilfe zum Leben geben. Packen wir also dieses Päckchen aus und nutzen wir die Gaben, die uns gratis aber nicht umsonst geschenkt werden.
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Wir haben zu unseren kirchlichen Festen sogar passend blühende Blumen, den Weihnachtsstern, die Osterglocken und jetzt im Juni die Pfingstrosen. Haben Sie im Garten Pfingstrosen? Wir haben Sie in diesem Jahr in unglaublich prächtiger Fülle. Was ich aber nicht leiden kann, sind die vielen Ameisen, die auf den Knospen herum krabbeln. Ich habe dann aber gelesen, dass die Ameisen von dem klebrigen Zuckersaft angelockt werden, den die Pfingstrose vor der Blüte absondert. Der Zuckersaft entspringt den Kelchblättern und wird dann von feinen Härchen von der Pflanze abgesondert, sodass der kristallisierte Zucker außen an den Blüten klebt. Manchmal sondert die Pflanze so viel Zucker ab, dass die Blüten verkleben und sich nicht öffnen können. Daher ist der Hunger der Ameisen auf Süßes durchaus sinnvoll. Denn wenn der Zucker aufgegessen ist, können sich die Blüten leicht öffnen. Die Ameisen sind also nicht schädlich für die Pflanzen, sondern unterstützen sie beim Erblühen. Was haben eigentlich Ameisen jetzt mit meinem Glauben zu tun? Eigentlich nichts. Aber wenn ich so bedenke, welche Probleme, Hindernisse, Zweifel und Anfragen von außen an mir und meinem Christsein herumknabbern und mir lästig sind, wird mir klar, dass nur das helfen kann, mein Christsein zum Blühen zu bringen. Es bringt nichts, alles Störende, scheinbar Glaubens- und Kirchenfeindliche, vermeintlich Lästige zu meiden oder mein Christsein in einem chemisch reinen Umfeld, also innerkirchlich, zu leben zu versuchen. Dann kommt alles bis zur Knospe. Aber es geht nicht auf, kann nicht blühen und später Früchte bringen. Also auch heute wieder mein Auftrag: raus ins Ameisengetümmel des realen Lebens und mich und meinen Glauben an Gott und Jesus Christus frei zu entfalten und zum Blühen zu bringen, dass er Früchte tragen kann.
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Vor einigen Jahren haben wir hier in Olpe eine sehr gute Idee umgesetzt: Klostertage der 6. Klassen der Franziskusschule im Mutterhaus. Jeden Tag kommt eine andere sechste Klasse für vier Stunden ins Mutterhaus zum Morgengebet, einer spannenden Führung durch das große Haus, sich ein Taukreuz aus Ton gestalten und Aluminiumteelichthüllen vom Wachs zu befreien, damit der wertvolle Rohstoff wieder verwendet werden kann. Aber dann kam halt Corona und dann kam der Umbau des Mutterhauses. Was tun? Seit gestern haben wir stattdessen „Klostertage in der Schule“. Eine Handvoll Schwestern kommen in die Schule und der Ablauf und der Inhalt des Vormittags ist derselbe. Da wir aber keine Führungen machen können, haben drei Oberstufenschüler mit zwei Sechstklässler:innen einen Film gedreht. Sie sind oft ins Mutterhaus gegangen, haben sich alles angeschaut, viel gelesen und ausprobiert und dann alles selber gemacht. Vergangene Woche habe ich den Film erstmals gesehen und ich bin total entzückt. Die beiden Kleinen haben das in einer Lockerheit und Selbstverständlichkeit gemacht, wie ich es mir kaum hätte vorstellen können und die Zusammenstellung der Bilder, die Wege, das, was Ihnen wichtig erschien, war ganz anders, als ich es gemacht hätte. Einfach wunderbar. Manchmal müssen Dinge passieren, damit andere Dinge geschehen können und sich Talente entwickeln können. Und die Sicht von Zwölfjährigen ist naturgemäß echt anders als die von Schwestern, die schon 40 Jahre im Kloster sind. Heute ist der Zweite dieser Klostertage und ich bin natürlich sehr viel gelassener, weil es gestern so gut gegangen ist. Vielleicht erleben Sie das ja auch mal zwischendurch: Da kommen einem viele Sachen dazwischen, da werden Pläne durcheinandergewirbelt und man muss neu schauen. Unsere ältere Generation hatte dafür so treffende Bezeichnungen. Sie nannten es „Es war Gottes Wille“ oder es war „göttliche Vorsehung“. Wir Heutigen beschreiben das eher mit: Wenn man dem Geist Gottes und seinem Wirken etwas zutraut und daran glaubt, macht er Dinge möglich, die wir für unmöglich gehalten hätten. Und dem Geist Gottes etwas zutrauen, ist eine gute Idee in diesen Tagen vor dem Pfingstfest.
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Einen weiteren Aspekt aus dem Gebet des Heiligen Augustinus möchte ich mit Ihnen anschauen. Es heißt: „Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue.“ Normalerweise würde ich mich ziemlich wehren, wenn ich angetrieben werde von Mitmenschen, von Chefs, von Termindruck, von Ideen, die ich nicht teilen kann. Aber ich kennen auch, dass ich, wenn ich etwas vorzubereiten habe, immer den Druck brauche, um endlich anzufangen, oder dran zu arbeiten oder endlich fertig zu werden. Studenten und Schüler kennen das besonders gut und geben ihre wichtigen Arbeiten oft erst kurz vor Mitternacht des Abgabetages ab. Oder in einem Stadion voller begeisterter Fans, kommen Läufer:innen zu Höchstleistungen, weil sie sich angetrieben fühlen vom Beifall und den Anfeuerungsrufen. Also angetrieben werden hat auch Vorteile und lässt mich Leistungen steigern. Aber dieser Vers aus dem Gebet heißt: „Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue.“ Heiliges sind also die Dinge, die mich und meine Mitmenschen dem Heil Gottes näherbringen. Mich mit ihm und untereinander verbinden. Heiliges tun ist für mein Verständnis alles, das weder mir, noch den Menschen, noch der Schöpfung Schaden zufügt. Und da, muss ich zugeben, ist echt noch Luft nach oben: im Umgang mit Menschen, die mich stören, die mir nicht in den Kram passen, die anders sind. Im Umgang mit den Ressourcen der Schöpfung, mit Wasser, Energie, Luft und Lebensmitteln. Im Umgang mit mir selbst und meinen Schwächen, meinen Fehlern, meinen Launen, meinen Süchten, meinem Egoismus. Und so kann ich mit Ihnen, trotz aller Vorbehalte gegen das Angetrieben werden bitten: Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue. Treibe mich an - wenn die Trägheit mich lahmlegt, treibe mich an - alte Gewohnheiten zu verlassen , treibe mich an - zu lassen, was mich hindert, vorwärts zu kommen , treibe mich an - wenn es heißt, 'gegen den Strom zu schwimmen, treibe mich an - aber lass mich nicht ziellos dahintreiben, treibe mich an - damit das Schiff meines Lebens in Fahrt kommt, denn von Dir getrieben, gelange ich ans Ziel.
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Schon in der letzten Woche habe ich mit Ihnen einen Aspekt aus dem Gebet des Heiligen Augustinus bedacht, in dem er um den Geist Gottes betet. Es heißt: Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke. Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue. Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe. Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges hüte. Hüte mich du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nimmer verliere. Amen. Dieser erste Vers, dieses „Atme in mir“, bekommt in den immer noch nicht zu Ende gegangenen Zeiten der Corona-Pandemie eine hochaktuelle Bedeutung, wenn wir daran denken, dass die schwer erkrankten Patienten um Atem ringen und große Mengen Sauerstoff von außen zugeführt brauchen, weil ihre Lungen es nicht mehr schaffen, genügend Sauerstoff aus der Atemluft aufzunehmen. Atme in mir, diese Bitte an den Heiligen Geist, die könnte aber bedeuten: Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke wenn ich atemlos durch den Tag hetze und eigentlich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, dann - atme in mir wenn mir die Luft ausgeht im Dauerdruck meiner Arbeit, meiner Familie, meiner finanziellen Sorgen - atme in mir wenn der Sauerstoff richtig guter Gedanken fehlt und ich nur noch um meinen eigenen Kleinkram kreise - atme in mir wenn mir das Wasser bis zum Hals steht und ich nicht mehr ein noch aus weiß im Strudel des Alltags - atme in mir wenn Giftstoffe meine Innenwelt angreifen, und ich bösen Worten, bösem Reden und bösem Tun schutzlos ausgeliefert bin - atme in mir wenn ich im Alltag zu ersticken drohe - atme in mir Denn du, Gottes belebender Geist, du bist mein Rhythmus im Auf und Nieder meines Lebens und willst mir Gottes Nähe und Stärke und Belebung geben.
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In diesen Tagen vor Pfingsten, ab dem Fest der Himmelfahrt Jesu, beten manche Leute die Novene, die Andacht um das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes. Ich bete und singe in den Tagen sehr gern die Pfingstsequenz aus dem Gotteslob. Die Version, die im vorigen Gotteslob war, ist im Rhythmus aller gregorianischen Gesänge in einer fließenden Taktung – ernst, getragen und drängend. Als wir es jetzt mit dem Konvent singen wollten, haben wir ihn automatisch so gesungen, also wie immer. Später ist mir erst aufgefallen, dass die Sequenz im Dreivierteltakt angegeben ist. Ich habe schallend gelacht bei der Vorstellung, die ernsthafte Bitte um Gottes Geist im Walzertakt zu singen. Aber dann: Wieso eigentlich nicht? Wenn ich so unseren gesellschaftlichen und kirchlichen Diskurs im Moment anschaue, ist alles irgendwie schwer und mühsam: Unzählige Sitzungen und Arbeitsgruppen, jahrelang wird an Positionspapieren und Aktionsplänen gearbeitet, die am Ende kaum jemand liest und noch weniger beachtet, weil sie längst überholt und am jetzigen Thema vorbei sind. Da hilft doch so ein fröhlich gesungener und noch viel besser, getanzter Hymnus mal echt weiter. Vielleicht ist die Bitte um die Gaben des Geistes immer so zaghaft, weil wir ein bisschen ahnen, dass da zusammen mit Gottes Geist etwas gehen könnte. In den vielen Interviews vom Katholikentag in Stuttgart habe ich immer wieder gehört, dass er als belebend wahrgenommen worden ist. Es ist belebend, sich endlich wieder mit vielen live und in Farbe zu treffen, zusammen zu beten, Gottesdienst zu feiern, zu singen, zu tanzen, zu diskutieren, nachzudenken, miteinander, statt übereinander zu reden und Gott zuzutrauen, dass er mit seinem belebenden Geist, mitten unter uns ist und für Frische und Lebendigkeit sorgt. Früher habe ich immer gelacht, wenn ich das Wort "Luftkurort" als Beinamen für eine Stadt gelesene haben. Aber Kur: Curare - heißt: Sorge tragen für…, also kuriert werden können. Und ein Luftkurort ist dann der Ort, der saubere Luft hat, der den Atem beruhigt. So könnte also Pfingsten der Luftkurort für die Kirche sein: der für die Kirche Sorge trägt, der für frische, gesunde Luft sorgt, der den inneren Atem der Seele vertieft und die Hetzjagd nach neuen Ideen und Programmen ein bisschen beruhigt.
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40 Tage nach Ostern feiern wir das Hochfest Christi Himmelfahrt. Es markiert das Ende der Zeit des irdischen Jesus. Seit Ostern ist er immer wieder den Aposteln und Jüngern erschienen, hat mit Ihnen gesprochen und gegessen, ihnen den Frieden zugesprochen und auch angekündigt, ihnen bald den Heiligen Geist zu schicken. Am Ende des Lukasevangeliums und am Anfang der Apostelgeschichte wird dann berichtet, wie Jesus vor den Augen seiner Jünger emporgehoben und von einer Wolke aufgenommen wurde, sodass sie ihn nicht mehr sahen. Ein unglaubliches Bild, finde ich. Den Jüngern muss es ähnlich ergangen sein, denn die Apostelgeschichte berichtet dann von zwei Männern in weißen Gewändern, die bei ihnen standen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel? – Ich stelle mir die Jünger Jesu gerade vor, wie sie wohl ziemlich verdattert und mit offenem Mund nach oben schauen. „Glotzt nicht so blöd!“ Würde man ihnen heute wohl zurufen. Ich sehe darin auch unsere Kirche von heute, die wegen all der Krisen und Skandale, wegen all des ganzen Streits ziemlich gelähmt und versteinert mit offenem Mund da steht und in den Himmel schaut. Ob das nun Bischöfe sind, die sich vor mutigen Entscheidungen drücken und lieber erst einmal warten wollen, was Rom und die öffentliche Meinung so sagen könnten oder auch jeder und jede von uns, die wir so gerne Papiere und Konzepte erarbeiten, anstatt direkt ans Werk zu gehen und andere Menschen von der Botschaft Jesu zu begeistern. Die Apostel und Jünger haben doch in den Tagen vor Jesu Himmelfahrt das ganze Handwerkszeug überreicht bekommen, quasi die Gebrauchsanweisung mit der Zusage, dass der Heilige Geist schon helfen wird; und wenn es nur beim Gespräch am Gartenzaun ist. In zehn Tagen ist Pfingsten, da feiern wir die Herabkunft des Heiligen Geistes, die manche auch als „Geburtsfest der Kirche“ bezeichnen. Nutzen wir doch die Zeit bis dahin und auch darüber hinaus dazu, um diesen Geist zu beten und voller Tatendrang ans Werk zu gehen, anstatt mit offenem Mund in den Himmel zu starren. Die Jünger haben es damals ähnlich getan, denn am Ende des Lukasevangeliums heißt es schließlich, dass sie in großer Freude nach Jerusalem zurückgegangen sind. Diese Freude über die Botschaft vom Auferstandenen, die wünsche ich Ihnen nicht nur heute von ganzem Herzen!
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Donnerstagsfeiertage in Deutschland sind sehr beliebt. Weil sich mit einem Urlaubstag daran gehängt und dem Wochenende vier freie Tage ergeben. Solche Tage zwischen Feiertag und Wochenende heißen Brückentage und diese Formulierung ist interessant. Rein bedeutungstechnisch heißen sie so, weil dieser Freitag heute, eine Brücke baut zwischen dem Feiertag Christi Himmelfahrt und dem Wochenende. Für den Katholikentag in Stuttgart ist das sehr praktisch, weil man länger feiern kann, wenn man Mittwochabend schon beginnt und dann bis Sonntag Zeit hat. Wie füllen Sie Ihren Brückentag? Ausschlafen, ohne Stress zusammen frühstücken, einen Kurzurlaub machen oder Freunde, Familie besuchen? Oder den Garten auf Vordermann bringen und zu Hause Sachen erledigen, die immer liegen bleiben. Oder, oder, oder. Es gibt so viele Möglichkeiten. Eine Formulierung, die ich dieser Tage gehört habe, gefällt mir da sehr gut. Es hieß: bringen wir doch nicht nur den Garten, sondern auch unsere Kirche mal wieder auf Vordermann, auf Vorderfrau. Die Redewendung an sich bedeutet, etwas wieder in Ordnung bringen, aufräumen, einen Ursprungszustand wiederherstellen. Eigentlich kommt diese Formulierung aus dem Militär. Bei Apellen oder Paraden sind die Soldaten in so geraden Reihen aufgestellt, dass man durch die Reihen hindurchgehen kann. Das kann nur passieren, weil sie die hinteren Reihen genau am Vordermann orientieren. Ich denke nicht, dass wir als Christinnen und Christen parademäßig marschieren müssen. Aber sich orientieren an Vordermann und Vorderfrau ist nicht so schlecht. Zunächst auf Jesus Christus zu schauen und ihm nachzufolgen, ist der Anfangsauftrag aller Getauften. Und dann waren und sind andere Vordermänner und - Frauen immer schon hilfreich gewesen zu schauen, wie das denn gehen kann. Zunächst waren es die Apostel und die große Zahl der Jüngerinnen und Jünger aus dem Umfeld Jesu und die, die durch ihre Verkündigung zum Glauben gekommen sind. Später waren es Heilige, Ordensgründer, Bischöfe und noch ganz viele Menschen mehr, an denen sich nachfolgende Generationen orientiert haben. Es ist sehr zu wünschen und zu hoffen, dass in unserer Zeit, in unserem Land, in unserer Kirche wir alle zu Vorderfrauen und Vordermännern werden, an denen sich Mitmenschen orientieren könnten und somit zu Brückenbauern zwischen den Menschen und zwischen den Menschen und Gott werden können. Bringen wir doch unsere Kirche auf Vordermann und auf Vorderfrau.
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Tja, eigentlich wäre ich nachher auf dem Weg zum Katholikentag nach Stuttgart. Eigentlich. Zwei Jahre und zwei Monate ist es gut gegangen. Aber jetzt hat mich Corona doch erwischt. Ich bin aber dreimal geimpft und hoffe daher, dass es nicht so schlimm wird. Ich wäre so gern nach Stuttgart gefahren und vieles dort getan, was ich immer an Katholikentagen und ökumenischen Kirchentagen so geschätzt habe: den fröhlich bunten Eröffnungsabend genießen und die Köstlichkeiten der Gastgeber, große Gottesdienste mitfeiern, die nach dem vielen Abstand und wenigen Teilnehmern einfach wundervoll wären, auf der Katholikentagsmeile viele Stände besuchen und Ideen mitbekommen, mit vielen Leuten reden und Erfahrungen austauschen, auf große Podien gehen und die Debatten und so sehr verschiedenen Meinungen hören und abwägen, Konzerte erleben und Anbetungsstunden, im ökumenischen Kloster mitarbeiten und dort im Noviziatsraum Rede und Antwort stehen, Bibelarbeiten mitmachen und Gottesdienste anderer Nationen mitfeiern, mich durchs Geschehen auch mal einfach treiben lassen und ungeplante Sachen mitmachen, mit dem Quartiergeber frühstücken und die Gastfreundschaft genießen, eben „leben teilen“, wie das Motto des Katholikentages in diesem Jahr heißt. Das diesjährige Katholikentagsgebet möchte ich jetzt mit Ihnen beten: Gott des Lebens und der Ewigkeit. Jeden Tag gibst du uns Leben von deinem Leben, Atem und Brot, Geist und Liebe. In Jesus Christus hast du unser Leben angenommen. Du hast Freude und Hunger, Größe und Erbärmlichkeit mit den Menschen geteilt. In großen und kleinen Wundern, in heiligen Zeichen, mitten im Alltag unseres Lebens bist du unter uns und gibst uns Anteil an dir. Aus deiner Fülle teilen auch wir Glaube und Hoffnung, Brot und Rosen, Freude und Leid, Zeit und Geld, Träume und Ideen, Wissen und Können. Zum „leben teilen“ wollen wir uns (in Stuttgart) versammeln. Wir bitten dich, Gott, dein Heiliger Geist begleite und beseele uns. Gib deinen Geist in die Sprache und Sprachlosigkeit der Kirche. Gib deinen Geist in das Leben und Miteinander der Menschen am Ort. Gib deinen Geist allen Christen weltweit und Frieden zwischen den Religionen und Kulturen. All unsere Arbeit und Sorge wandle in Segen Ewiger, lebendiger und Leben teilender Gott. Amen.
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Als Jugendliche im Eichsfeld sind wir immer zu den großen Jugend- und Bistumswallfahrten nach Erfurt gefahren. Die vielen Zehntausend Menschen, die wir da erlebt haben, waren eine wirkliche Hilfe im sonst sozialistischen und antikirchlichen Umfeld und gut gestärkt und ermutigt konnten wir dann wieder weiter unseren Glauben in all den Schwierigkeiten der damaligen Zeit leben. Dieser Tage habe ich ein Gebet wiedergefunden, das auf dem Erinnerungsbildchen der Wallfahrt von 1975 stand. Damals war der Erzbischof von Krakau, Karol Wojtyła zu Gast. Und kann mich sehr lebhaft an seine Power und Ausstrahlung und an seine, in gutem Deutsch, gehaltene Predigt erinnern. Als er dann 1978 Papst wurde, war das für uns das Gefühl: Ah, den kenne ich doch, der hat mich beeindruckt. Dieses Gebet war eine starke Ermutigung damals und ist es glaube ich heute auch noch. Es heißt: Steh auf, der du enttäuscht bist. Steh auf, der du keine Hoffnung mehr hast. Steh auf, der du an die Eintönigkeit gewöhnt bist und nicht mehr glaubst, dass man Neues schaffen kann. Steh auf, denn Gott ist daran „alle Dinge neu zu schaffen“! Steh auf, der du dich an die Gaben Gottes gewöhnt hast. Steh auf, der du die Fähigkeit zu staunen verlernt hast. Steh auf, der du das Vertrauen verloren hast, Gott „Vater“ zu nennen. Steh auf, und beginne wieder voller Bewunderung für die Güte Gottes zu sein. Steh auf, der du leidest. Steh auf, dem es dir scheint, dass das Leben dir viel verweigert hat. Steh auf, wenn du dich ausgeschlossen, verlassen, beiseitegeschoben fühlst. Steh auf, denn Christus hat dir seine Liebe gezeigt und hält für dich die Verwirklichung einer unverhofften Möglichkeit bereit. Steh auf! STEH AUF und GEH!
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Vor ein paar Jahren hatte ich eine Firmgruppe und ich habe mit vielen Variationen versucht, die jungen Leute an den Inhalt des Sakramentes und an die Sendung des Heiligen Geistes heranzuführen. Ich fand die Pfingstsequenz, die am Pfingstsonntag vor dem Evangelium gesungen wird, schon immer sehr treffend, wenn ich beschreiben wollte, worum es bei der Geistsendung geht. Also haben wir uns den Text angeschaut und eine Teilnehmerin meinte, man könnte doch den Text ein bisschen sprachlich aufpeppen, damit man versteht, um was es geht. Ich fand das eine gute Idee und wir haben in drei Gruppen mit ziemlichem Ehrgeiz daran gearbeitet. Nach einer halben Stunde haben alle ihre Neufassung vorgestellt und: Alle waren irgendwie nicht zufrieden. Es war kein großer Wurf dabei und ein sonst schüchterner Junge meinte: Wir können ja mal die ursprüngliche Version beten, dann sehen wir weiter. Ich habe geschmunzelt und wir haben das dann auch gemacht. Und hinterher war klar: Da ist alles drin, damit man Pfingsten und den Heiligen Geist ein bisschen besser versteht. Also blieben wir bei dem Text. Und ich bete ihn auch heute noch sehr gern und möchte das jetzt mit Ihnen tun: Komm herab o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt strahle Licht in diese Welt. Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt. Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not. In der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod. Komm, o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund. Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein noch gesund. Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält. Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt. Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut, deine Gaben zum Geleit. Lass es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn und der Freuden Ewigkeit. Amen. Halleluja.
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Dem Heiligen Augustinus wird ein Gebet zugeschrieben, das in diesen Tagen und Wochen vor Pfingsten sehr aktuell ist und an dem entlang ich gern ein wenig mit Ihnen nachdenken möchte. Das Gebet heißt: Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke. Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue. Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe. Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges hüte. Hüte mich du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nimmer verliere. Amen. Die zweite Zeile dieses Gebetes scheint mir auch wieder in den zwei Jahren der Pandemie so wichtig geworden: Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue. Eine der vielen Aussagen der letzten Jahre war: Ich habe gar keinen Antrieb, ich habe keine Motivation mehr, dieses Homeschooling ohne die Freunde treffen zu können, dieses Zuhause arbeiten müssen, ohne den Kontakt zu den Kollegen am Arbeitsplatz, am schlimmsten für die Kranken und Alten, die nicht besucht werden konnten und keinerlei Antrieb zum Leben mehr gespürt haben. Treibe mich, du Heiliger Geist könnte heißen: Treibe mich an, wenn die Trägheit mich lahmlegt und ich meiner eigenen Kraft nicht mehr traue. Treibe mich an, alte Gewohnheiten zu verlassen, was mir schwerer scheint, als Neues anzufangen. Treibe mich an - zu lassen, was mich hindert, vorwärtszukommen, Ballast abzuwerfen für mehr Leichtigkeit des Seins. Treibe mich an, wenn es heißt, 'gegen den Strom zu schwimmen' und nicht mein Fähnchen in den Wind zu hängen. Treibe mich an, aber lass mich nicht ziellos dahintreiben, sondern lass mich von Dir geleitet mein Ziel erkennen. Treibe mich an, damit das Schiff meines Lebens in Fahrt kommt und nicht im Hafen der Sicherheiten dahindümpelt. Treibe mich an, du Heiliger Geist, damit ich Heiliges tue, denn nur von Dir getrieben, gelange ich ans Ziel.
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Es ist heiß wie im Hochsommer und die Gewitter stehen schon in den Startlöchern. Für heute und morgen sind sie mit allen Sachen angekündigt, die wir früher nur aus Amerika kannten: Unwetter, Starkregen, örtliche Tornados. Wenn sie angekündigt werden, denkt fast jeder: "Ja okay, wird schon nicht so schlimm. Die müssen ja warnen und immer ein bisschen übertreiben." Das genau ist das Problem. Die eigene Einschätzung und die fremde Einschätzung passen ziemlich oft nicht zusammen. Beispiele gibt es genug: Putin war klar, dass alle in der Ukraine nur darauf gewartet haben, dass sie befreit werden und ihn mit Blumen und Jubel nach einer Woche freudig in Kiew begrüßen werden. Es kam anders. Im vergangenen Juli haben viele an Erft, Lenne und Ahr die Vorhersagen für ungeheure Regenmengen gesehen und gehört und gedacht: "So schlimm kann es gar nicht kommen". Es kam sehr viel schlimmer und ganz anders. Als im März 2020 der erste Corona-Lockdown kam, dachten wir: "Na gut, bis Ostern durchhalten, um dann um so fröhlichere Ostern feiern zu können". Es kam sehr anders und selbst dieses Ostern, zwei Jahre später, war nicht sehr munter und fröhlich und eher mit angezogener Handbremse. Eine sehr fitte und kluge Ordensfrau, die seit Jahren verschiedene Leitungsämter ausübt, sagte bei einer Tagung in der vergangenen Woche: "Ich gebe der Kirche in Deutschland noch fünf Jahre. Mehr nicht." Wir alle anderen saßen da, waren blass vor Schreck und sprachlos ob der Klarheit der Aussage. Alle dazu passenden Begriffe sind uns schon deutlich vor Augen: reformunwillig, unfähig zu mutigen Entscheidungen, Ausgrenzung vieler Christen in ihrer eigenen Kirche, Klerikalismus, Frauenfeindlichkeit… Sie wissen schon. Aber dann dachte ich, und nicht nur ich: Nein, das wird nicht so weit kommen. Denn die Kirche sind wir, bin ich und alle Getauften. All die Missstände und kaum noch reparablen Schäden in dieser Kirche sind die eine Seite. Die andere Seite sind all die vielen Gläubigen, die täglich das Evangelium hören und danach zu leben versuchen. Die beten und Gottesdienste mitfeiern und, und, und … Ich hoffe, bete und wünsche, dass ich recht behalte. Nicht um des Rechtbehaltens wegen, sondern wegen dieser Millionen Menschen, die an Gott glauben und ihrem Glauben ein Gesicht, Hände, Füße und Herz verleihen. Mit viel Sorge und der Bitte um Gottes Hilfe Tag für Tag und über die nächsten fünf Jahre hinaus.