Morgenimpuls Archiv
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Heute feiern wir mit der Kirche das Fest der Erhöhung des Kreuzes, Kreuzerhöhung. Kaiserin Helena will in den Wirren des 4. Jahrhunderts das wahre Kreuz Christi gefunden haben. 15 Jahre später, im September 335, hat Kaiser Konstantin für dieses Kreuz eine Kirche bauen lassen und sie wurde eingeweiht. Dass nach den Jahrhunderten der Christenverfolgung ausgerechnet ein Kaiser eine Kirche bauen und das Kreuz Christi verehren will, erscheint vielen Gläubigen als das eigentliche Wunder. Am Tag nach der Kirchweih wird das Kreuz auf eine Anhöhe den vielen wartenden Pilgern gezeigt. Es wird erhöht, damit sie es sehen können. Über die ganze Welt verbreitet sich dieses Fest. Und natürlich wird nicht das Kreuz verehrt, sondern Jesus Christus, der für uns Menschen am Kreuz gestorben ist. Viele Elemente dieses Festes haben sich erhalten in der Karfreitagsliturgie. Der Priester trägt in einer festlichen Prozession das verhüllte Kreuz in die Kirche, enthüllt es und alle Gläubigen verehren es mit dem Ruf: "Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt. Kommt, lasset uns anbeten." In vielen Wohnungen und Häusern, in denen Christen leben, hängt ein Kreuz. Das kann an sehr prominenter Stelle hängen, wie bei uns zu Hause in der Küche mit den Fotos der Verstorbenen daneben oder eben zum Beispiel über Türen wie im Rheinland üblich. Oft trägt es noch einen Palmzweig vom Palmsonntag, um die Verehrung zu betonen. Oft aber gehen wir an ihm vorbei. Es gehört zum Alltag und wir registrieren es wenig. Aber wer er sein Leben lang sein Kreuz im Haus hatte, dessen nachfolgende Familienmitglieder können es nicht wegwerfen. Hier in Olpe gibt es deshalb die schöne Tradition einer Kreuzpension. Im Turm der Kirche ist ein Raum, in dem viele Kreuze hängen, die dorthin gebracht worden sind, weil Menschen wissen, dass der Anblick des leidenden Christus die Gebete zu ihm in eigenen Sorgen und Nöten und der Glaube an den auferstandenen Herrn ihre Verwandten ein Leben lang bestärkt, getröstet und gesegnet hat.
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In der Einsiedelei der Carceri, hoch über der Stadt Assisi, wollten wir mit einigen aus unserer Pilgergruppe einen stillen Vormittag verbringen und uns ein wenig hineinspüren in das Wissen, dass Stille und Ruhe, Herz und Seele, Gedanken und Gefühle beruhigt und sortiert. Beim immer weiter in den Wald hineingehen, haben mich dann immer mehr Kinder und Jugendliche überholt, die etwas Mühe mit dem „Silencio“, der Ermahnung zur Stille ihrer Betreuer anfangen konnten. Aber dann sind wir zu einem Areal vor einem kleinen Altar angekommen und da habe ich gemerkt, dass sie sich zu einem Gottesdienst geordnet haben. Also habe ich gefragt, und ja, wir feiern Messe und ja gerne können sie bleiben und mitfeiern. Und ich gebe es gerne zu: es war ein Erlebnis. Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen waren motiviert und haben gesammelt und konzentriert mitgefeiert und haben aus ganzem Herzen und voller Kehle aus ihren Heften mitgesungen. Die Lesungstexte hatte ich ja über eine App zur Hand und die Predigt nicht zu verstehen, fand ich nicht so tragisch. Ich hatte Stille und Sammlung im Wald gesucht und einen wunderschönen Jugendgottesdienst gefunden. Ich wollte allein sein und nachdenken und habe eine große Gemeinschaft glaubender junger Leute gefunden. Ich wollte mich in Ruhe niederlassen und für mich sein und habe bewegte, vitale und muntere Banknachbarinnen gehabt, die mich mitgerissen haben in ihrer Begeisterung. Ich habe bei mir selber eine Veränderung gespürt. Noch vor einigen Jahren hätte ich mich geärgert, dass meine so edlen Pläne durchkreuzt worden sind, wo ich doch nur ein paar Stunden Zeit hatte. Jetzt konnte ich diese knappe Stunde des Gottesdienstes mit mindestens 100 jungen Leuten mit Freude mitfeiern. Manchmal legt uns Gott andere Geschenke in die Hände, als wir sie erbeten haben. Meine, Ihre Aufgabe ist es dann, das zu merken und dann auch annehmen zu können. Ganz oft im Alltag, wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir sie geplant oder getaktet haben, kommt etwas dazwischen und bremst uns aus. Wenn wir das als kleine Gabe Gottes sehen können, wird manches leichter und bringt manchmal verwundertes Staunen.
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Nachdem der Jesuit Klaus Mertes im Jahr 2010 den systematischen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen am Canisius-Kolleg in Berlin aufgedeckt hat, ist endlich eine Lawine losgetreten worden. Eine Lawine von Tätern und Taten und Opfern innerhalb der Kirche. Aber eben auch die riesige Wand von wegsehen, vertuschen, nicht wahrhaben wollen, ausgrenzen, schweigen. Und im Laufe der Jahre ist immer deutlicher geworden: Ohne eine grundlegende Veränderung des Systems Kirche, vor allem ihrer seit Langem nicht mehr vermittelbaren Sexualmoral, wird es keine Aufarbeitung des riesigen Komplexes Missbrauch geben können. Auf diesem Hintergrund wurde der Synodale Weg ins Leben gerufen: Christinnen und Christen, Ordensleute und alle deutschen Bischöfe haben sich auf den Weg gemacht, um systematische Veränderungen möglich zu machen, damit Missbrauch jeglicher Art offengelegt und bekämpft wird und Strukturen so verändert werden, dass der Sumpf trockengelegt wird, in dem das jahrhundertelang möglich war. Und dann, in der gerade begonnenen vierten Synodalversammlung der unglaubliche Eklat: Das genau wegen dieses Themas wichtigste Papier zu "Leben in gelingenden Beziehungen", über das zwei Jahre lang beraten und gearbeitet worden war, bekommt zwar mehr als 82 Prozent Ja-Stimmen aller Delegierten, aber nicht die Zweidrittelmehrheit der Bischöfe. Ein paar Stimmen fehlten. Ratlosigkeit und Wut und Verärgerung und Trauer und Verletzungen auf allen Seiten. Was nun? Mir geht es so, wenn ich keinen Rat mehr weiß und keine Idee habe, dann schaue ich mir den Text aus der Heiligen Schrift an, der mir zur entsprechenden Tagzeit vorgelegt wird. Der heutige Text zum Morgengebet ist aus dem Buch Judith und da heißt es: "Lasst uns dem Herrn, unserem Gott, danken, dass er uns ebenso prüft wie schon unsere Väter. Denkt daran, was er mit Abraham machte, wie er Isaak prüfte und was Jakob im syrischen Mesopotamien erlebte, als er die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter, hütete. Denn wie er diese Männer im Feuer geläutert hat, um ihr Herz zu prüfen, so hat er auch mit uns kein Strafgericht vor, sondern der Herr züchtigt seine Freunde, um sie zur Einsicht zu führen." Im Gespräch bleiben, keine Brücken abbrechen und mit dem Glauben in das helfende Wort Gottes nach Lösungen suchen. So kann es vielleicht noch gelingen, das zerstörte Vertrauen neu aufzubauen und neue Wege zueinander zu suchen. Und: Ja – ich bleibe in der Kirche. Wenn lebensnotwendige Veränderungen mit den Bischöfen nicht möglich sind, müssen wir, also alle anderen Getauften bleiben, um die Kirche zu erneuern.
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"Ich konnte es gar nicht glauben. Zu Beginn unserer Chorprobe gestern Abend kam die Nachricht: die Queen ist tot. Ja aber, sie hatte doch erst noch vor zwei Tagen die neue Premierministerin in Amt und Würden eingesetzt, aber sie war doch noch strahlend lächelnd wie immer, ein bisschen kleiner und älter wirkte sie, aber gestorben, echt? …. Ich glaube so ging es vielen Menschen in Großbritannien, in Europa und weltweit. Wenn jemand ein Garant für Stabilität in ihrem Land war, für ein Dasein in ihrer Aufgabe als Oberhaupt des Landes und der anglikanischen Kirche, für alle Höhen und Tiefen in ihrer eigenen Familie, für die unglaublichen Entwicklungen der letzten 70 Jahre war, dann diese Frau. Wenn man sie und ihr Leben definieren sollte dann wohl als ein Leben der Pflichterfüllung im Dienst an ihrem Land. Wer kann das schon für ein paar wenige Amtszeiten sagen? Eine Frau sagte so treffend: „Wir dachten, sie würde ewig hier auf der Erde leben. Seit ich denken kann ist sie da und niemand hat wirklich daran gedacht, dass auch sie sterben wird.“ Genau so ist es. Und selbst mit ihren 96 Jahren denken alle: es ist zu früh und der Tod trotz allem sehr schnell und unerwartet. Ich stelle sie mir freundlich lächelnd vor Gott vor und mit der Gewissheit, dass sie in ihrem Dienst getan hat, was Gottes Wille war. Und mir wird bei ihr wieder bewusst, wieviel vom Leben und Wirken einer einzigen Person an Gutem und Erhaltendem ausgeht und wie vielen Menschen ihr Vorbild Halt und Sicherheit und Trost in schlimmen Lebenslagen zuteilwerden kann. Ihr Tod kann uns das deutlich machen: jeder Mensch hat eine Aufgabe zu Erfüllen und kann in der Erfüllung dieser Aufgabe, vielen Menschen das Leben leichter und besser machen. "God save the Queen“ und jetzt ihre Ewige Ruhe."
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Geburtstag feiern ist echt etwas Schönes. Geschenke bekommen, liebe Grüße über alle möglichen Medien und Wege, einen schönen Geburtstagskaffeeklatsch halten und einen guten Wein zum Abend, mit Blumen beschenkt werden und vielleicht etwas zusammen mit dem Geburtstagskind und den Gästen unternehmen. Eine schöne Erfindung. Es geht um einen Menschen, um sein Dasein und alle drumherum, die ihn oder sie kennen und sich mitfreuen. Heute feiern wir den Geburtstag der Gottesmutter Maria. Und wenn ich mir alle Lesungen und das Evangelium anschaue, geht es eigentlich nie um sie, sondern immer um Ihren Sohn Jesus Christus. Da geht es immer um die Ankündigung des kommenden Herrn, der die Menschheit wieder mit Gott versöhnen wird: beim Propheten Jesaja um dem neuen Zweig aus dem Wurzelstock Isais, im Buch Micha um den Trost für das kleine, unbedeutende Nest Bethlehem, im Matthäusevangelium um den langen Stammbaum Jesu, um zu zeigen, dass er in den vielen Generationen der Angekündigte Gottes ist. Und das Geburtstagskind selbst? Was sagt sie dazu? Sie sagt JA, und wenn sie das nicht gemacht hätte, wäre der Weg der Erlösung anders verlaufen. Gott lässt bei ihr anfragen, als sie ungefähr 14 ist, ob sie im langen Weg der Erlösung einen entscheidenden Schritt mitgehen würde. Und sie ist eine starke, glaubende junge Frau, die nicht zur Ja-Sagerin wird, weil sie zu allem Ja und Amen sagen muss. Sondern weil sie will und dem Engel, nach allen Bedenken und Klärungen, ihr deutliches und klares Ja als Botschaft in die Hand gibt. Bei Andreas von Kreta finden wir im 8. Jahrhundert einige wunderbare Zeilen dazu: „So singe und tanze also die ganze Schöpfung und trage etwas bei, was des Tages würdig ist. Der heutige Tag werde ein gemeinsames Fest für Himmel und Erde. Alles, was auf Erden ist und über der Erde, soll zusammen feiern. Heute wurde das Heiligtum für den Schöpfer des Alls errichtet. Die Schöpfung bereitete dem Schöpfer ein neues und würdiges Haus.“ Eine schönere Geburtstagsgratulation habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Feiern wir diesen Tag, also den Geburtstag der schönen, starken, jungen Frau, die sehr bewusst JA sagt zu den unbeschreiblichen Wegen Gottes zu den Menschen.
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Wir sind in den vergangenen Tagen aus Assisi, der Stadt von Franziskus und Klara zurückgekommen und haben unter anderem unzählige Fotos gemacht. In einer Whats-App-Gruppe haben alle ihre wundervollen Bilder eingestellt und dann, ja dann war es sehr verwunderlich. Wir sind jeden Tag, immer passend zum Thema des Tages, zusammen an die entsprechenden Orte gewandert, haben gehört, gelesen, gebetet, gesungen und in einem eigenen Heft Fragen zum persönlichen Bedenken und reflektieren gehabt. Und die Lieder und Gesänge haben wir fotografiert und geteilt, sodass wir zusammen singen konnten, ohne dicke Bücher mit zu nehmen. Aber die Fotos, die alle gemacht haben, waren immer völlig anders. Die einen hatten immer sich selbst im Vordergrund auf dem Foto, andere eher Szenen auf Gemälden oder Fresken, andere die Orte, Kirchen und Klöster von außen oder innen, manche hatten die vielen Wege und Gässchen und kleinen Straßen abgebildet, und wieder andere die netten kleinen Details wie Blumen im Asphalt, Wasserspeier, Skulpturen aus allen Perspektiven oder Fernsichten, die noch mal ganz andere Dinge deutlich machen. Ganz genauso geht es uns und vielen anderen Menschen mit dem Glauben. Auch wenn wir getauft sind und den Heiligen Geist empfangen haben, hat doch jede und jeder Glaubende eine andere Sicht auf diesen Glauben an den dreifaltigen und einen Gott und seine Schöpfung und seine Menschen und seine Kirche. Und ich finde, dass das genau das Tolle ist: Nicht nur eine Sicht, eine Erkenntnis, ein Detail ist das Ganze, sondern die Zusammensicht aller aus ihrer jeweiligen Lebens- und Glaubenssituation, und niemand sollte sagen: Nur so wie ich es sehe, ist es richtig und entspricht dem Willen Gottes und dem, wie es heute gelebt werden muss. Allumfassend, also katholisch, wird es nur, wenn es die Zusammenschau aller bekommt und alles und alle ihren Platz darin finden und gesehen und gehört werden und sich in der Freiheit der Kinder Gottes vor Gott und für die Menschen einsetzen. Und wenn eine Sicht fehlt oder ausgeschlossen wird, ist es nicht vollkommen, nicht vollständig, nicht so wunderbar, wie Gott es für seine Menschen gedacht hat.
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Gestern ging es mir wie allen, die aus dem Urlaub, von einer Reise oder einem längeren Aufenthalt von außerhalb des eigenen Haushaltes zurückgekommen sind. Wir haben alle unsere Rucksäcke ausgeräumt und die Wäsche in den Waschraum gelegt. Und heute dann sortieren nach hell und dunkel, 30 Gradwäsche und Baumwolle und so weiter. Und dann loslegen und der Waschmaschine eifrig zu tun geben. Was beim Wäschesortieren notwendig ist, um keine Verfärbungen oder andere böse Überraschungen zu erleben, ist manchmal im realen Leben nicht ganz so einfach. Unser Gehirn ist ziemlich gut darauf trainiert, das, was wir sehen und hören, riechen, erspüren und ertasten, einzuordnen und zu sortieren. Aber damit dabei am Ende nicht sorgfältig in Schubladen aufgeräumte Informationen und Einschätzungen über Menschen und Handlungen herauskommen, muss ich selber nochmal gut darüber schauen. Und da ist dann Verstand, Bildung, Erziehung und auch Glaube, Hoffnung und Liebe gefragt. Zu schnell urteilen wir sonst über die Dinge, die passieren. So in diesen Tagen, als wir zurückkamen. In unserer Kapelle, die über den Tag geöffnet ist, war ein Stuhl ziemlich deftig zerbrochen. Mutwillig zerstört? Von stark übergewichtigen Menschen demoliert? Will uns jemand Böses? Nach allem hin und her überlegen und denken, sollten wir die Kapelle geschlossen lassen? Nein, auf keinen Fall. Wir lassen den Stuhl reparieren und die Kapelle offen. Sich nicht im Alltag von vorschnellen Einsortierungen und Vermutungen und komischen Sachen verwirren lassen, sondern mit einer guten Portion Humor, Realitätssinn und Liebe in den Tag gehen, ist eine gute Übung. Oft klären sich dann die Dinge, die uns verwirrt oder ärgerlich gemacht haben von selbst. Ich bin gespannt, ob jemals herauskommen wird, wie unserem Kapellenstuhl das Bein abgebrochen ist.
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Liebe Domradiohörergemeinde, die Sommerpause ist vorbei und ab heute möchte ich wieder mit Ihnen in den Tag starten. Ich bin Schwester Katharina Hartleib, bin Olper Franziskanerin und lebe zusammen mit zwei weiteren Mitschwestern im Konvent San Damiano mitten in Olpe. Von Montag bis Freitag möchte ich mit Ihnen beten und nachdenken über Gott und die Welt, über Schönes und Schwieriges, über Nahes und Fernes, über Leben und Sterben, über Herz und Hirn, über Leib und Seele und Vieles mehr. Und ich möchte mit Ihnen auf Gottes Wort hören, mit Hymnen und Psalmen seine Größe preisen, ihm unsere Bitten ans Herz legen und uns seinen Segen zusprechen lassen und ich freue mich sehr, dass Sie weiter dabei sein werden. Der Sommer war und ist immer noch heiß und zu trocken und wir ahnen, dass etwas geschehen muss, wenn unser schöner blauer Planet nicht verbrennen und vertrocknen soll. Als Kind und Jugendliche habe ich noch die Flurprozessionen erlebt, die singend und betend über die Felder gezogen sind und Gott um Bewahrung vor schädlichem Wetter und um eine gute Ernte gebeten haben. Das ist auch bis heute nicht falsch aber es reicht nicht, wenn wir gleichzeitig zu viel Wasser verschwenden, Schadstoffe in die Luft jagen und schon im Juli den Anteil der Rohstoffe verbrauchen, den Mutter Erde in einem ganzen Jahr für uns ersetzen kann. Das eine tun, und das andere nicht lassen, ist zu allen Zeiten ein gutes Motto für uns Menschen und Christen. Tun, was in unseren Kräften und Möglichkeiten steht und dann Gott um seine Hilfe und seinen Segen bitten. Er wird es tun.
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Ich habe mir doch tatsächlich einen neuen Koffer gekauft. Nach Jahrzehnten der Nutzung hatte es mein lieber kleiner Koffer einfach nicht mehr geschafft. Ein Fuß war abgebrochen, ein Rad wackelte bedrohlich bei jeder Kante und überall waren Risse im Stoff und an den Reißverschlüssen. Also nun ein neuer Wegbegleiter für die Reise: mit harten Schalen statt aus Stoff, ein bisschen größer als der bisherige Kleine und mit vier Rädern, die bequem in jede Richtung geschoben werden können. Und ein schönes rotes Kofferband, damit ich meinen Neuen auf dem Gepäckband auch wiederfinde. Und echt, ich kann nichts dafür: immer wenn der Sommer beginnt und es in die Ferien geht, fällt mir ein Kinderlied aus einem alten DDR-DEFA-Film der sechziger Jahre ein. Da heißt es: „Es wollen zwei auf Reisen gehen und sich die weite Welt besehn. Der Koffer macht den Rachen breit, komm mit, es ist soweit. Wohin soll denn die Reise gehn? Wohin, sag, wohin, ja, wohin? Wo wir den bunten Sommer sehn, dahin, ja, dahin.“ Dieses kleine Lied beschreibt für mich eine wundervolle Sehnsucht nach Neuem, nach Weite und Entdeckerlust, nach Bergen und Meer und nach allem was den Duft des Sommers hat: trockener Sand, frisch geschnittenes Gras, schon trockenes Heu, Duftwolken von Blumenmeeren und frische Beeren und Früchte, die einem in den Mund zu wachsen scheinen. Freunde zum Zusammensein, Abende am Lagerfeuer, Zeit dafür, dicke Bücher ohne Unterbrechung zu lesen, malerisch hübsche Städtchen anzuschauen und in den Bergen zu wandern. In einem See zu schwimmen und dem Grillenzirpen zu lauschen. Ferien und Sommerpause sind in der Mitte des Jahres und ein sehr schönes Lied im Gotteslob schaut auch diese Seite unseres Lebens an. Da heißt es: „Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht. Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut. Herr, zwischen Blühen und Reifen und Ende und Beginn, lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin. Kaum ist der Tag am längsten, wächst wiederum die Nacht. Begegne unsren Ängsten mit deiner Liebe Macht. Das Dunkle und das Helle, der Schmerz, das Glücklichsein nimmt alles seine Stelle in deiner Führung ein.“ Genießen wir den Sommer und wer kann und hat die Ferien und den Urlaub, und vertrauen wir der Führung des liebenden Gottes, der alle unsere Wege begleitet. Bleiben Sie behütet.
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Ich erinnere mich sehr gern an den Pfingstmontag. Ich war mit vielen hundert Menschen zur Pfingstprozession in den Kleusheimer Dörfern. Und zum Abschluss der Prozession wurde der Sakramentale Segen gespendet. Vorher kommt das dafür typische Lied, das der Organist auch mit der Nr. 495 angeschlagen hatte: "Sakrament der Liebe Gottes: Leib des Herrn, sei hoch verehrt!", aber das hat die vielen Menschen überhaupt nicht beeindruckt. Sie haben voller Inbrunst und vollem Herzen die lateinische Version gesungen: "Tantum ergo sacramentum, veneremur cernui". Zunächst musste ich schmunzeln und eine junge Frau neben mir, die schon sehr weit gereist ist, bemerkte ganz trocken: "Es ist sehr beruhigend, dass es auf der ganzen Welt so ist: Wenn diese Melodie kommt, wird lateinisch gesungen." Für meine Begriffe gibt es dafür eine sehr gute und einleuchtende Erklärung. Wie kann ich dieses Geheimnis, dass Gott Mensch geworden ist, unter uns gelebt hat, gestorben ist und auferstanden, in den Himmel aufgefahren und trotzdem unter uns ist, in dieser kleinen Scheibe Brot gegenwärtig ist, denn plausibel erklären? Ich kann es nicht. Und viele Theologinnen und Theologen, die sich in komplizierter Sprache daran wagen, eigentlich auch nicht. Es ist und bleibt ein Geheimnis. Und die Gläubigen spüren das sehr genau und belassen das Geheimnis auch, indem sie selbst die erklärenden deutschen Lieder lieber lateinisch singen. Latein kann kaum noch jemand, aber der Klang dieser Worte ist vertraut und trotzdem geheimnisvoll. Heute an Fronleichnam feiern wir dieses Geheimnis und auch ich kann es nicht erklären. Und so bete ich mit Ihnen ein sehr altes Gebet zu diesem Fest: "Vermächtnis des Herrn, ernähre mich. Tod Christi präge mich. Auferstehung Christi, berge mich. Sendung Christi sende mich. Geheimnis Christi öffne Dich. In Deine Nähe ziehe mich. Vor allem Bösen schütze mich. Aus deiner Fülle speise mich, damit ich lebe ewiglich. Amen."
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Nun soll er in den nächsten Tagen wirklich mit Macht kommen, der Sommer. Am kommenden Wochenende sind bereits Temperaturen von über 30 Grad vorhergesagt und vielleicht noch mehr. Während die einen über die Hitze stöhnen, freuen sich die anderen über den Besuch im Freibad oder am Badesee. Wenn ich morgens aus dem Fenster schaue, dann ist die Sonne in diesen Tagen meist schon da. An manchen Tagen ist es noch sehr trüb und sie muss sich erst mal durch die Wolken kämpfen und schafft das nicht selten erst am Nachmittag. Die Kirche deutet in vielen Bildern die Sonne auch als ein Symbol für Jesus Christus. Jesus, das Licht, das uns den Tag hell macht. Und so lese ich im Hymnus des heutigen Morgengebets: "Nacht und Gewölk und Finsternis, verworrenes Chaos dieser Welt, entweicht und flieht! Das Licht erscheint, der Tag erhebt sich: Christus naht." Ist das nicht ein schöner Text? Jesus Christus bringt Licht ins Dunkel. Aber es ist nicht nur die Dunkelheit um uns herum, die hell erleuchtet wird. Manch einer trägt auch in sich Dunkelheit und Traurigkeit. Und darauf spricht dann die dritte Strophe an: "So soll, was in uns dunkel ist, was schwer uns auf dem Herzen liegt, aufbrechen unter seinem Licht und dir sich öffnen, Herr und Gott." Haben Sie schon mal früh morgens in aller Ruhe einen Sonnenaufgang beobachtet? Gerade im Frühjahr, wenn es noch nicht so ganz so früh hell wird, aber die Natur langsam aus dem Winterschlaf erwacht, dann bereitet das einem wirklich viel Freude. Und ich merke dann auch, dass die Traurigkeit, die ich manchmal in meinem Herzen trage, oder die Sorgen und Nöte, die ich so mit mir herumschleppe, dass die dann hell erleuchtet werden und so etwas wie Freude und Dankbarkeit in mir aufkommt, weil ich weiß, dass Gott mich kennt und in mein Herz schaut. "Blick tief in unser Herz hinein. Sie unser ganzes Leben an: noch manches Arge liegt in uns, was nur dein Licht erhellen kann", heißt es dann in der nächsten Strophe des Morgenhymnus. Lassen wir uns also an diesem Morgen, aber auch an den anderen vom Licht Gottes, von Jesus Christus hell erleuchten und geben dieses Licht auch an unsere Mitmenschen weiter.
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Heute ist der letzte Tag, der fünfte Tag der „Klostertage in der Schule“. Eigentlich machen wir das seit einigen Jahren im Mutterhaus. Jede sechste Klasse unserer Franziskusschule kommt für einen Vormittag ins Mutterhaus, um das Haus, die Schwestern und die Lebensweise kennenzulernen. Ein Jahr ist es wegen Corona ausgefallen und wir wollten es nicht wegen des Umbaus weiter ausfallen lassen und machen es in der Schule. Einige Schwestern kommen mit in die Schule und es ist sehr schön für die Schüler*innen. Bei einer der Fragerunden hat kurz vor Ende der eingeplanten Zeit ein Junge gefragt, ob wir Schwestern auch heiraten. Alle haben gelacht. Nicht wegen der Frage, weil die hatten wir schon sehr ausgiebig besprochen, sondern weil er wohl so mit anderem beschäftigt war, dass er das überhaupt nicht mitbekommen hat. Ich kenne das auch sehr und Sie vielleicht auch: Manchmal ist mit so sehr mit anderen Dingen beschäftigt, dass überhaupt nicht klar ist, was auf einmal Leute von mir wollen und ich dann vielleicht witzig oder eher peinlich und nicht adäquat antworten kann. Dieses "in der Gegenwart sein und leben und ganz wach im Hier und Jetzt sein", klingt eigentlich sehr logisch. Aber so ganz einfach ist es doch nicht. Wir merken das zurzeit auch sehr in den vielen Auseinandersetzungen in unserer Kirche. Viele Christen merken, dass die Art und Weise des Christseins immer wieder neu in die Jetztzeit übersetzt und definiert werden muss - auch wenn es schmerzhafte Prozesse in der Kirche auslöst. Und vielen anderen von Ihnen scheint es viel besser, in dem zu bleiben, wie es früher war und die sich kaum trauen würden, darüber nachzudenken, wie der Glaube und das Kirche sein, im 21. Jahrhundert gehen kann. Die einen sagen dann, die Kirche biedert sich dem Zeitgeist an. Die anderen sagen, wir trauen dem Wirken des Geistes in der Kirche nicht nur früher, sondern auch heute. Den einen macht es Angst, den anderen macht es Mut. Trauen wir auch in dieser Zeit nach dem Pfingstfest dem Wirken des Geistes und fürchten wir uns nicht vor dem, was werden kann, wenn er es will.
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„Eine gute Predigt geht nicht über zehn Minuten“ - so sagt man häufig. Ich gebe zu, manche Predigt holt mich auch schon nach fünf Minuten nicht mehr ab. Dafür allerdings kann ich auch nach 20 oder 30 Minuten vom Inhalt so begeistert sein, dass ich noch lange darüber nachdenke. Immer wieder beobachte ich aber in deutschen Fernsehfilmen, wenn diese in einer Kirche spielen, dass dort in einem schlecht bis sehr schlecht besuchten Gottesdienst jemand von einer Kanzel aus mit gestelzten Worten predigt und die Leute gelangweilt in ihren Bänken sitzen und fast einschlafen. So ähnlich muss es wohl auch dem heiligen Paulus gegangen sein, als er in Troas seine Abschiedsrede hielt. Ein junger Mann namens Eutychus saß dort am offenen Fenster und versank, da Paulus immer länger sprach, in einen tiefen Schlaf und fiel dabei aus dem Fenster im dritten Stock. Die Sache ging zum Glück glimpflich aus, berichtet die Apostelgeschichte. Aber es hat in der Kirchengeschichte auch Prediger gegeben, die Menschen regelrecht in ihren Bann gezogen haben. Einen davon feiern wir heute, nämlich den heiligen Antonius von Padua. Er stammte aus Portugal und gehörte einer begüterten Adelsfamilie an. 1220 ist er in den Franziskanerorden eingetreten. Bald schon haben die Ordensbrüder seine Begabung als Redner erkannt. Die praktizierte franziskanische Armut hat dann seinen Reden wirklich Glaubwürdigkeit verliehen und sein Umgang mit der Bibel hat ihm Bewunderung verschafft. Als Bußprediger hat er in Oberitalien gewirkt. Seine Fastenpredigten in Padua müssen so sensationell gewesen sein, dass keine Kirche ausgereicht hat, um alle Menschen fassen zu können, die den heiligen Antonius hören wollten. So ist man ins Freie ausgewichen, wo 30.000 Menschen dem wortgewaltigen Prediger zugehört haben. Einer der Ratschläge, die Antonius anderen Predigern erteilte, lautet: „Die Rede hat Leben, wenn die Taten sprechen.“ Antonius hat das mit seiner franziskanischen Lebensweise glaubwürdig vorgelebt. Heute hingegen frage ich mich, wenn ich so manche Predigt höre: Glaubt ihr das wirklich, was ihr da sagt? Predigen nicht manche auch Wasser und trinken eigentlich immer nur Wein? Denen möchte ich ein weiteres Zitat des heiligen Antonius anbieten: „Ich bitte: Schluss mit den Worten, die Taten sollen sprechen!“ Also tun wir doch einfach das, wovon wir immer sprechen, ob nun in der Predigt, in einer Rede oder einfach im Gespräch am Gartenzaun. Tun wir das, wovon unser Herz voll ist!
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Mir hat neulich ein Bekannter ganz begeistert von einem Pfarrer erzählt, der mit einem kleinen Zeichen zur rechten Zeit gezeigt hat, wie segensreich die Kirche, die Gemeinschaft der Gläubigen wirken kann. Was war passiert? Die Mutter meines Bekannten ist recht betagt; kann nicht mehr gut laufen; leidet noch unter dem Tod des Ehemannes vor drei Jahren. Dazu kommen noch die Corona-Pandemie und diverse körperliche Beschwerden hinzu. Ihr fehlt der Mut in die Messe zu gehen, obwohl ihr das wichtig ist. Weil der Sohn weit weg wohnt, kann er sie nur selten in den Gottesdienst begleiten. An ihrem runden Geburtstag, der zufällig an Pfingsten ist, da ist der Sohn aber da. Gemeinsam gehen sie in die Messe. Für die Mutter ist es der erste Gottesdienstbesuch in ihrer Gemeinde seit einem Jahr. Der Pfarrer hält die Messe so wie immer und stellt in seiner Predigt genau diese Frage: Wofür ist die Kirche noch da? Er spielt natürlich auf all die Probleme und Versäumnisse der vergangenen Jahre an. Am Ende der Predigt sagt er, dass jede und jeder einzelne entscheiden muss, ob sie oder er zu dieser Kirche noch dazugehören möchte. Kurz vor dem Schlusssegen zögert der Pfarrer plötzlich. Dann auf einmal gratuliert er vor der versammelten Gemeinde der Mutter meines Bekannten zum Geburtstag, erwähnt, dass sie einen besonderen Geburtstag hat. Der Organist spielt spontan auf der Orgel "Viel Glück und viel Segen" und alle singen mit. Die Mutter freut sich sehr über diese Aufmerksamkeit. Endlich wieder Gottesdienst und dann dazu noch ein solch herzlicher Geburtstagsgruß! Ich finde, das ist ein schönes Beispiel, wie Seelsorger die Menschen im Blick haben. Der Pfarrer hatte die Mutter meines Bekannten beim Gottesdienst gesehen und wusste, dass sie Geburtstag hat; wusste, dass er ihr mit dem Geburtstagsgruß eine Freude macht. Für was ist die Kirche da? Der Pfarrer hat die Frage eigentlich sehr gut mit seinem Tun beantwortet. Solange es Menschen in der Kirche gibt, die die Botschaft von der Liebe Gottes konkret im Alltag leben und nicht nur verkündigen, solange braucht es uns um die Zukunft unserer Kirche nicht ganz so bang zu sein. Vertrauen wir auf Gott und die Menschen, die er für seine Kirche beruft!
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Am Wochenende war ich zum 80. Geburtstag einer Mitschwester eingeladen. Ein wunderbarer Nachmittag begann ganz entspannt: Wegen der Sperrung einer großen Straße in der Stadt, meldeten sich alle, die es irgendwie nicht pünktlich schaffen würden. Also haben wir mehr als eine halbe Stunde fröhlich plaudernd gewartet und als alle da waren, mit einem festlich schönen, aber recht außergewöhnlichen Gottesdienst begonnen. Als Lesung der Lieblingspsalm der Schwester, der Psalm 90, die Predigt auch dazu, dann Musik mit Violine, Saxophon, Kontrabass, Keyboard und Gitarre, manches auch in wunderschönem Zusammenspiel. Mehrstimmige Messgesänge von allen, und Fürbitten in den vielfältigen Anliegen von Kirche und Welt. Aus zwei großen Töpfen wurde dann selbstgekochte Suppe verteilt und später gab es Kaffee und Kuchen, den ebenso mehrere Gäste zum Fest mitgebracht hatten. Im entzückend kleinen Innenhof waren die ersten roten Johannisbeeren und sogar schon Himbeeren reif und man konnte, von den Tischen aus, an den Sträuchern naschen. Auf mich hat dieser Nachmittag so entspannt und fröhlich gewirkt, dass man fast vergessen konnte, welch anstrengendes Leben unsere Mitschwester geführt hat. Sie war viele Jahre Novizenmeisterin und hat junge Frauen auf ihren Wegen in die Ordensgemeinschaft begleitet, hat dann viele Jahre die Obdachlosenseelsorge in Köln aufgebaut und diesen Ort "Gubbio“ für Menschen auf der Straße mitgegründet und gestaltet, war dann zwölf Jahre leitende Oberin der deutschen Provinz und hat viele Höhen und Tiefen mit der Gemeinschaft und uns Schwestern erlebt und getragen und auch erlitten. Und aus allen diesen Lebensbereichen waren einige Gäste eingeladen um mitzufeiern. Beim Abräumen nach dem Mittagessen wären mir, in der Küche, fast die Teller aus der Hand gefallen: Da standen ein Weihbischof und einer der Geschäftsführer unserer Ordenswerke beim Spülen und beim Einräumen der Spülmaschine, haben Hand in Hand gearbeitet und sich über eine etwas komplizierte Idee unterhalten, in der es um den Bau eines Hospizes für Obdachlose geht. So als würden sie nie etwas besseres gemacht haben: bei einem Fest den Spül übernehmen und ganz nebenbei an einer Idee spinnen, die Menschen, denen das Leben nicht gerade Rosen gestreut hat, ein wenig Würde und Geborgenheit am Ende ihres Lebens zu schenken. Wunderbar. Und am späteren Nachmittag ging die Party weiter, mit den Menschen von der Straße, denen unsere Mitschwester und ihre Nachfolgerinnen ihre Jahre und ihr Herzblut gewidmet haben.