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Einer meiner schönsten Ostergottesdienste war schon am Gründonnerstag, also genau vor einer Woche. In unserer Mutterhauskirche waren mehr als 100 Kinder und Jugendliche und Erzieher*innen aus unseren Kinderheimgruppen des Josefshauses versammelt. Sie wohnen und leben in kleinen Gruppen in den umliegenden Dörfern meist auf Bauernhöfen und kommen immer zu Festen und Feierlichkeiten nach Olpe. Und nun also am Gründonnerstag zur Brotsegnung.Auf einem Servierwagen auf schönen Tüchern lagen die großen runden, köstlich duftenden Brote aufgereiht und man hatte Lust, einfach hineinzubeißen. In einem Gottesdienst in kindgerechter Sprache und mit fröhlichen Liedern haben wir versucht, ihnen das Geschehen mit Jesus und seinen Jüngern nahezubringen. Und am Ende habe ich die Brote gesegnet und sie wurden an die Gruppen ausgeteilt. Am Abend dann würden Sie beim Abendessen diese Brote teilen und sie zusammen essen und dann sich erinnern an diesen besonderen Abend vor 2.000 Jahren mit Jesus und seinen Jüngern.Und dann habe ich mich erinnert was mich im letzten Jahr so beeindruckt hatte: Nach dem Ende der Feier haben wir noch mit Kindern geplaudert und ein Kind wollte wissen, ob sie denn jetzt das Brot "ohne was dazu" essen müssten. Ein bisschen hat es verstanden, dass es ein besonderes Brot war. Und meine Mitschwester hat ihn neugierig gemacht: Probiere es doch mal, beiß ein Stück ab und kaue es ganz lange und langsam, und dann wirst Du merken, dass es im Mund immer süßer wird. Oh ja, das probiere ich, war die erstaunte und begeisterte Antwort.Wir Schulgebildeten wissen um die chemischen Prozesse mit Kohlehydraten und Speichel im Mund. Aber für dieses Kind wird es wunderbar sein zu entdecken, dass aus diesem Brot, das in der Mutterhauskirche gesegnet worden ist, etwas wunderbar Süßes im Mund wird und wird sein Erstaunen darüber garantiert überall weitererzählen. So wie es Jüngern in der Nachfolge Jesu gegangen ist: Aus dem Erleben des letzten Abendmahles mit Jesus in der Gewissheit des Kreuzestodes wird immer neu das Brot des Leidens zum Brot des Lebens werden, das alle Köstlichkeit in sich enthält und Leben spenden wird bis zum Ende unserer Tage.  
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In der Nachbarkirche waren wir zum Ostergottesdienst und was mir sofort aufgefallen ist, stand genau in der Mitte des Altarraumes vor dem Altar. Ein wunderbarer prächtiger Osterleuchter und so anders als alle, die ich bisher gesehen habe. Ganz unten sieht man die drei Frauen, die sich auf den Weg gemacht haben, mit einem Gefäß wohlriechender Salben und an Jesus den letzten Dienst der Salbung zu tun. Weil der Tod Jesu kurz vor einem hohen Feiertag war, konnten sie das vorher nicht schaffen. Und dann darüber, am Leuchter dargestellt, das leere Grab und man sieht das Entsetzen der Frauen. Zunächst waren sie besorgt, wer ihnen wohl den Stein vorm Grab wegwälzen würde. Jetzt war er weggerollt aber das Grab war leer.Es ist so unausdenkbar, dass selbst wir uns zweitausend Jahre später dieses Entsetzen vorstellen können. Und dann am Osterleuchter noch weiter darüber ein Engel, der mit erstaunt strenger Mine nach oben zeigt und darauf hinweist, was auch auf seinem Gewand geschrieben steht: Surrexit – er ist auferstanden. Und ebenso erstaunt fragt: "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier. Er ist auferstanden." Und am Osterleuchter darüber ist der grüne Kranz der Hoffnung aus hier sehr heimischem Buchsbaumzweigen und dann die große weiße Osterkerze mit der nächsten Botschaft. Das Kreuz zeigt an, dass Christus durch Leiden und Tod am Kreuz uns eine Zukunft möglich gemacht hat. Die fünf Wachsnägel deuten die Wunden an, die Jesus erlitten hat, das Alpha und Omega sagen ganz deutlich, was er selbst gesagt hat: Ich bin das Alpha und das Omega, ich bin der Anfang und das Ende der Zeit.  Und die Jahreszahl 2024 will noch unmissverständlicher sagen, dass diese Botschaft, dass der Tod nicht mehr das Ende ist, sondern Durchgang zum Leben bei Gott, auch in diesem Jahr 2024 für alle gilt, die dieser Botschaft glauben und ihr Vertrauen.Verzweifelte Frauen, ein leeres Grab, ein Engel mit der besten Botschaft der Welt und eine brennende Osterkerze bringen uns bei: Vertraut und glaubt mir, ich habe Tod und Grab überwunden, für euch und für die ganze Welt. 
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Geht es Ihnen eigentlich ähnlich? Die Feiertage sind vorbei, manche leckeren Speisen gab es zu Ostern, dazu sicherlich der eine oder andere Familienbesuch. Und auch wenn die Schulferien noch diese Woche andauern, so hat uns ab heute der Alltag wieder. Ist Ostern damit vorbei? Ganz bestimmt nicht. Dafür ist die Botschaft vom Sieg des Lebens über den Tod doch viel zu wichtig, als dass man sie in ein paar Feiertage packt und danach ist alles wieder wie sonst. Die Kirche – und das sind wir Getauften alle – feiert den Kern des Osterfestes eine ganze Woche lang, acht Tage, also von Sonntag bis Sonntag – eine ganze Oktav! Diese Tradition ist sehr alt und stammt aus dem Judentum, wo auch die wichtigsten Feste ganze acht Tage lang gefeiert werden.Jeden Tag hören wir in dieser Woche eine kurze Episode aus den Erzählungen der Evangelisten von der Auferstehung Jesu. Gestern waren es die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus, denen Jesus begegnete und sich beim Brechen des Brotes zu erkennen gab. Heute sind es wieder die Frauen ab Grab, die voll Freude zu den anderen Jüngern laufen wollen, um ihnen das schier Unglaubliche zu berichten. Dabei begegnen sie plötzlich dem Auferstandenen selbst.Mir selbst wird beim Betrachten dieser ganzen Episoden in der Osteroktav immer wieder neu bewusst, wie facettenreich doch Ostern eigentlich ist. Grund genug also, um noch einige Tage zu feiern. Und um mal ehrlich zu sein: Die Botschaft von der Auferstehung ist so schön und so befreiend, dass eigentlich immer Ostern ist. Und es gibt immer neue und schöne Ideen, um dieses Fest vor Augen zu führen.In einem Dorf in der Nähe gibt es im dritten Jahr einen Osterbrunnen. Der Dorfbrunnen wird für die Osterzeit wunderbar mit Girlanden geschmückt und mit vielen hundert, von Kindern und Jugendlichen, handbemalten Ostereiern verziert. Es sieht so bunt und fröhlich und jubelnd aus, dass sogar ein regennasser Tag uns nicht abgehalten hat hin zu fahren und ihn zu bestaunen. Ostern und die Auferstehung Jesu bringt Farbe und Leben ins Leben. Für immer und ewig.
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Gibt es einen wunderbareren Jubel? Geht es schöner als heute? "Christ ist erstanden, von der Marter alle, halleluja" – gesegnete, frohe und hallelujavolle Ostern wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen!Der Osterspaziergang von Johann Wolfgang Goethe ist wohl der schönste weltliche Hymnus an das Osterfest. Viele von uns haben das als Schüler auswendiggelernt, um Beispiel diese erste Strophe: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, Durch des Frühlings holden, belebenden Blick, Im Tale grünet Hoffnungs-Glück; der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück." oder "Aus dem hohlen finstern Tor dringt ein buntes Gewimmel hervor. Jeder sonnt sich heute so gern. Sie feiern die Auferstehung des Herrn, Denn sie sind selber auferstanden."Oder machen Sie heute einen Emmausgang? Viele von uns kennen diesen Begriff noch: Am Ostermontag geht man spazieren, will mit allen Sinnen die auferstandene, aufgeblühte Schöpfung genießen. Der ursprüngliche Emmausgang, der Weg der beiden Jünger nach Emmaus, war alles andere als ein fröhlich leichter Gang: Alle Hoffnungen auf Zukunft mit Jesus hatten sich zerschlagen, die drei gemeinsamen Jahre mit ihm sind weg und verblasst, und nach dem schmählichen Kreuzestod geht gar nichts mehr. Sie fliehen aus Jerusalem, sie gehen nach Hause. Und dann kommt ein Dritter dazu, den sie nicht erkennen, und der fragt ganz arglos, was denn los war in Jerusalem und sie erzählen ihm alles: vom Tod Jesu, von seinem Leben und Wirken vorher und ihrer großen Enttäuschung: Wir aber hatten gehofft…Und sie erzählen auch von der Aufregung am Morgen: dass die Frauen am Grab gewesen seien aber den Leichnam Jesu nicht gefunden haben, aber Engel berichtet haben er lebe. Und dann am Abend, als sie miteinander das Brot brechen, da erst erkennen sie ihn, den auferstandenen Jesus Christus und sie rennen zurück und erzählen aus übervollem Herzen: Der Herr ist wirklich auferstanden, wir haben ihn erkannt, als er das Brot mit uns gebrochen hat.Einander zuhören – die Auferstehung feiern – die Botschaft weitersagen und – sie mit Leib und Seele und allen Sinnen genießen. 
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Eigentlich ist es doch absurd, dass DAS Zeichen für uns Christen seit über 2.000 Jahren ein antikes Folterinstrument ist. Eine Kreuzigung, das war mit die schlimmste Todesstrafe, die die Römer parat hatten. Wurde man ans Kreuz geschlagen, so trat der Tod meist erst nach mehreren Tagen ein. Eine beliebte Hinrichtungsmethode für Sklaven und Aufständische, die jeden abschrecken sollte, der einen Gekreuzigten sah.Dass das Kreuz das Symbol der Christen geworden ist, das ist auch damals schon auf Unverständnis gestoßen. Paulus schreibt, dass das Kreuz für Juden ein Ärgernis sei, für Heiden eine Torheit. Und dieses Folterinstrument tragen wir um den Hals, hängen es in unsere Kirchen, und heute am Karfreitag verehren wir es sogar. Den heutigen Text aus dem Buch Jesaja, den hat der biblische Autor lange vor Jesu Zeit geschrieben. Aber der Text beschreibt ziemlich gut, wie Jesus wohl ausgesehen haben muss, als er am Kreuz hing. Da heißt es: Viele haben sich über ihn entsetzt, / so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch, / seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen. Aber dieser gebrochene Mensch am Kreuz der ist es, von dem wir sagen: Das ist unser Erlöser.Denn in diesem scheußlichen Anblick der Kreuzigung wird deutlich: Am Karfreitag geht Gott dorthin, wo man ihn am wenigsten erwarten würde. In die tiefsten, furchtbarsten Abgründe der Menschheit. Man könnte sagen: Gott geht ins Gegenteil seiner selbst. Das Leben geht in den Tod.Dadurch wird der Tod nicht umgangen. Aber er bekommt durch den Karfreitag eine neue Dimension. Der Tod ist nicht mehr das schreckensvolle Ungewisse, sondern im Tod erwartet uns Gott.Die Karfreitagsliturgie lässt einen oft unzufrieden zurück. Denn sie betont das Grauen und die Angst, die Jesus durchlitten hat. Und das ist wichtig, denn ohne diesen Karfreitag wäre Ostern nicht denkbar. Aber wir wissen auch am Ende des Karfreitags: Ostern wird kommen. Der Tod hat nicht das letzte Wort, egal was passiert. Und diese Gewissheit wünsche ich Ihnen: Dass Gott auch in allem Leiden, in allem Schrecken da ist, der auch hier und heute passiert. Dass er dort ist, wo man ihn am wenigsten erwartet.
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Mit dem Gründonnerstag beginnen die drei heiligen Tage, die eigentlich ein einziger Tag sind. Und dieser Gründonnerstag hat es wirklich in sich: ein Mahl, also ein festliches Essen Jesu mit seinen Getreuen, Jüngern und Jüngerinnen, ein Sklavendienst mit der Fußwaschung, der zunächst dazu da ist, die dreckigen Füße zu säubern, und der Verrat durch Judas, einen seiner Freunde.Die Jünger merken ziemlich schnell, dass dieses Abendessen anders ist, als die vielen vorher. Wir sagen heute, er setzt die Eucharistie ein. Aber das ahnen seine Mitfeiernden noch nicht, weil dieser Einsatz erst wirksam wird durch den Tod Jesu. Und mittendrin, im emotional aufgeladenen Geschehen, steht Jesus auf und geht rum und wäscht seinen Jüngern die Füße – nicht den Kopf, wozu er oft genug allen Grund gehabt hat. Und er gibt genau zu diesem Akt eine sehr konkrete Anweisung: "Wenn nun ich der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe Euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr genauso handelt!" Denn über diesem Abend und den ganzen Tagen danach steht ein Wort: "Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung" – bis zur Vollendung seines Erlösungswerkes, bis zur Vollendung meines Daseins, bis zur Vollendung meiner, unserer Kirche, bis zur Vollendung der Welt."Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung" – trotz der Leugnung der Vielen, die nicht an ihn glauben können, trotz des vielfachen Missbrauchs in seiner, von ihm gegründeten Kirche, trotz der Zerstörung der Zivilisation durch Ausbeutung aller Ressourcen, trotz aller Kriege und Menschheitsverbrechen, trotz aller Diktaturen jeglicher Färbung und aller Christenverfolgung."Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung" – Lassen Sie sich von ihm lieben, bis zur Vollendung der Welt.
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"Lasst euch mit Gott versöhnen" ist eine der Aufgaben der Österlichen Bußzeit. Umkehren aus dem gefühlten "weg von Gott" zum erhofften "hin zu Gott". Und versöhnen oder auch vertöchtern heißt dann ja eigentlich nur, wieder zum Vater zurückkehren und wieder als Tochter und Sohn in seiner Liebe leben wollen. Seit vielen Jahren gibt es hier bei uns die "Nacht der Versöhnung" in der Karwoche. Für viele Menschen ist es der eigentliche Gottesdienst der Fastenzeit und die Möglichkeit, gemeinsam nach Schuld und Fehlern und nach Perspektiven und Zukunft mit Gott auszuschauen. "Leben ins Leben" war der Titel des Abends und ein Song von Konstantin Wecker und Hannes Wader gaben dem Abend den Rahmen. Darin heißt es so treffend:"Ich sing für alle, die mit mir noch auf der Suche sind, nach einer Welt, die es vielleicht nie geben kann, die kein Gemälde sein wolln, sondern immer Skizze sind und unvollendet enden, irgendwann. Ich sing für alle, die wie ich nicht frei von Fehlern sind, für jeden, der zu seinem Scheitern gerne steht, der sich nicht zügeln lassen will von diesem kalten Wind, der uns zurzeit so rücksichtslos entgegenweht.  Nichts Großes erreicht, keine Orden, keine Yacht, dazwischen noch Tränen und Schmerzen. Vom Reichtum beschämt, von der Macht nur verlacht, doch immerhin reicher im Herzen."Wenn ich also bei allem Alltagsgewusel, bei aller Sorge und Mühe am Arbeitsplatz und in der Familie, bei allem nicht geschafft und sich doch so angestrengt haben sagen kann, immer doch reicher im Herzen geworden zu sein und gespürt zu haben, dass bei aller Unzulänglichkeit Leben ins Leben gekommen ist, dann habe ich etwas von der Fülle des Göttlichen gespürt. Und dann spüren Sie und ich vielleicht noch einmal anders die Ansage aus dem Brief an die Gemeinde in Korinth: Lasst euch mit Gott versöhnen.
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In den letzten Tagen Jesu mit seinen Jüngern in Jerusalem, die Texte und Berichte dazu können wir im Neuen Testament nachlesen, wird es immer spannender und enger und kritischer und nervöser. Jesus weiß was er tun muss und will und er bezieht seiner Jünger in diesen Weg mit ein. Er erklärt und erläutert, er lässt teilnehmen und empfinden. Und er weiß trotzdem, dass da seine engen Zwölf, außer Johannes, auch nicht bei ihm bleiben werden. Im Evangelium heute geht es ganz konkret um den Verrat des Judas für später 30 Silberlinge und um die Verleugnung des Petrus, der großspurig Nachfolge ankündigt und dann noch vor dem 3. Hahnenschrei seinen Meister verleugnet, weil er Angst um sein Leben hat. Wenn alles glatt zu gehen scheint, ist Nachfolge nicht so schwer. Aber wenn plötzlich die eigenen Pläne ins Wanken geraten, wie bei Judas, der Jesus zwingen wollte, die Römer zu verjagen. Oder bei Petrus, der plötzlich merkt, dass es ihn sein Leben kosten könnte, wenn er zu seinem Meister steht, dann wird es schwierig. Oder wenn einem ein Controller oder Manager vor die Nase gesetzt wird, wenn im Handstreich der eigene Arbeitsplatz umgewidmet wird, wenn man spürt, dass da etwas aus dem Ruder läuft, was eigentlich bis dahin hervorragend lief, was dann? Wenn Prinzessin Kate ihre Erkrankung öffentlich macht und darum bittet, ihr und ihrer Familie Zeit und Ruhe zu gönnen und dann sogar die größten Hater der englischen Boulevardpresse kleinlaut werden.  Wenn 80 Millionen Bundestrainer sowieso keinen Pfifferling auf die Fußballnationalmannschaft der Männer geben und nach einem sensationell tollen Spiel schon wieder alle vom EM-Titel träumen. Wenn es zwischen Hosianna und Kreuzige ihn immer schneller rotiert? Was dann?Es bleibt nur das, was Jesus getan hat: beim eigenen Auftrag bleiben, die eigene Gewissheit festigen, das tun, was dran ist und sich nicht beirren lassen. Und dafür kämpfen und beten, dass der Vater im Himmel Kraft und Geist zu allem gibt. Und vor allem: bleiben. 
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Am Palmsonntag in der Heiligen Messe gab es eine kleine Szene, die mich entzückt hat und mir aber auch Beispiel war, im Kleinen, Täglichen, das Große zu verstehen. Nach der Einladung des Pfarrers an die Kinder, zum Vaterunser nach vorne zum Altar zu kommen, sind viele Kinder gekommen. Ein ungefähr sechsjähriger Junge zog an der Hand seinen kleinen, vielleicht zweijährigen Bruder förmlich hinter sich her. Ich konnte deutlich sehen, dass der Kleine nicht wollte, aber der Große schon und er wohl auch den Auftrag von Mama oder Papa hatte, den Kleinen mitzunehmen. Es gibt einen Text, den Sie vielleicht kennen. Er steht unter einem Kreuz, das im Krieg so zerstört worden ist, dass der Corpus keine Hände und Füße mehr hat. Diese Zeilen fassen das noch mal gut zusammen:Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit zu tun.Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von sich zu erzählen.Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen.Wir Christen sind die einzige Bibel, die die Öffentlichkeit noch liest.Wir sind Gottes Botschaft, in Taten und Worten geschrieben.Manchmal ist es gut jemanden zu haben, der sagt: Komm, geh mit, das tut Dir gut. Und dann wieder kann ich, können Sie diejenige sein, die jemanden einfach mitnimmt: zum Gottesdienst, zum Gebet, zu einem Spaziergang, zum Leben.
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Vor ein paar Tagen waren wir mit einigen Schwestern zu einem Brautamt, also einer Heiligen Messe mit Trauung eingeladen. Wir kannten beide Brautleute gut und wussten, dass sie schon viele Jahre in Treue zusammenstanden. Nun wollten sie ihre Verbindung vor Gott und der Kirche geloben und unter den Segen Gottes stellen. Soweit, so normal. Aber dann haben sie alle, die in der Kirche waren verblüfft. Sie haben ein Lied zu zweit gesungen, das um den Segen Gottes bittet. Und da sie beide sehr gut singen konnten, die Strophen und den Refrain im Wechsel zweistimmig oder einstimmig gesungen haben, war allein das schon ein Erleben, dass unter die Haut gegangen ist. aber dann der Inhalt dieses Liedes erst recht. Ich lese es Ihnen vor und vielleicht geht es Ihnen heute früh wie uns, dass wir gepackt sind, von dem Auftrag, den die beiden vor Gott und für die Kirche angenommen und zugesagt haben:Herr, wir bitten: Komm und segne uns; lege auf uns deinen Frieden. Segnend halte Hände über uns. Rühr uns an mit deiner Kraft.In die Nacht der Welt hast du uns gestellt, deine Freude auszubreiten. In der Traurigkeit, mitten in dem Leid, lass uns deine Boten sein.In den Streit der Welt hast du uns gestellt, deinen Frieden zu verkünden, der nur dort beginnt, wo man, wie ein Kind, deinem Wort Vertrauen schenkt.In das Leid der Welt hast du uns gestellt, deine Liebe zu bezeugen. Lass uns Gutes tun und nicht eher ruhn, bis wir dich im Lichte sehn.Nach der Not der Welt, die uns heute quält, willst du deine Erde gründen, wo Gerechtigkeit und nicht mehr das Leid, deine Jünger prägen wird.Herr, wir bitten: Komm und segne uns; lege auf uns deinen Frieden. Segnend halte Hände über uns. Rühr uns an mit deiner Kraft.Die Bitte um den Segen verquickt mit dem Versprechen, sich heute in Kirche und Gesellschaft einzusetzen, sich zu engagieren und sich nicht nur um das Eigene zu kümmern! Ich war und bin sehr beeindruckt von der Kraft dieses Liedes, dass aus dem Mund zweier Menschen kommt, die auf Gott vertrauen und deshalb diesen Dienst für die Welt annehmen wollen. Ich vermute, immer dann, wenn wir in Zukunft dieses Lied singen, wird es die Erinnerung an diese Stunde wachhalten.
3 Minuten
Wir sind mitten im Krieg, wir und unsere betroffenen Brüder und Schwestern in der Ukraine, im Jemen, in Syrien, Mali, Nigeria, Kamerun, Kongo, Burundi, Äthiopien.Viele dieser Kriege und kriegerischen Auseinandersetzungen gehen seit Jahren und oft ist einfach kein Ende abzusehen. Städte und Dörfer werden sinnlos zerstört, jegliche Infrastruktur wird über Jahre unbrauchbar gemacht, unsinnige, grausame Gewalt wird ausgeübt, Menschen bedroht, beleidigt, gefoltert, getötet. Warum das alles? Jeder weiß, dass Kriege keinen Frieden bringen und besiegte Völker niemals Ruhe geben werden, bis das Unrecht beseitigt wird.Meine Oma Katharina, die sich ja im Nachkriegsdeutschland auf der eingesperrten ostdeutschen Seite wiederfand, hat immer wieder ein sehr markantes Sprichwort gesagt: "Unrecht Gut gedeiet nicht und kommt nicht in die dritte Generation." – Da man früher pro Generation 20 Jahre gerechnet hat, ist das mit der DDR genau so gekommen: Nach zwei Generationen war das Unrechtsregime am Ende und die Menschen haben sich darum gekümmert, dass aus zwei Teilen wieder ein Land wurde. Was in der großen Politik gilt, gilt aber auch im normalen Zusammenleben der Menschen. Es gibt ungerechte Strukturen, ungerechte Gesetzeslagen, ungerechte Verteilung der Güter, Vorurteile und Negativberichte. Die großen Kriege beginnen mit den vielen kleinen Streitereien und Ungerechtigkeiten, dem Streben nach Macht und Einfluss und dem Runtermachen und Kleinhalten der anderen. Die geforderte Umkehr dieser Österlichen Bußzeit beginnt genau dort: bei uns selbst und unseren eigenen Möglichkeiten: Streit beenden, Frieden untereinander halten, die Schwachen unterstützen, die Kranken besuchen, sich um die Fremden kümmern, die Nachbarschaft pflegen, sich den eigenen Verwandten nicht entziehen, am Arbeitsplatz fair miteinander umgehen. Mit den vielen Kriegen in der Welt fühlen wir uns häufig klein und ratlos und hilflos. Mit dem Krieg in der Ukraine ist es ein bisschen anders, weil er so nahe ist und wir aber viel tun und helfen können.Krieg beginnt im Kleinen, aber auch Frieden beginnt im Kleinen, im täglichen Engagement und Einsatz füreinander in der einen Welt, mit den nahen und den fernen Geschwistern.
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Für acht Wochen hatte ich mein Büro in mein Schlafzimmer verlegt, weil Treppensteigen in den ersten Wochen kaum, und später nur mühsam ging. Mein Fenster lässt mir den Ausblick auf die zwei Baustellen des linken und rechten Nachbarhauses zu und es ist so spannend, was da wird. Manchmal stehe ich auf um besser zu sehen, was da gebaut wird, aber mir fehlt noch die Fantasie für das Ergebnis.Und etwas leicht links ist die Wand, die seit Wochen ebenso meinen Blick nochmal anders fesselt. Da ist das Kreuz, dass ich seit frühen Ordensjahren habe, einfach aus Holz und mit Corpus, der den leidenden und sterbenden Jesus zeigt. Und ringsum sechs verschiedene Ikonenbilder, die meist geschenkt und eins auch selbst geschrieben ist. Diese Bilder sind bunt und zeigen verschiedene Menschen, die versucht haben, mit ihrem Leben diesem leidenden und gekreuzigten Jesus nachzufolgen: Katharina, Maria Magdalena, Antonius und so weiter. Das Kreuz ist einfarbig und unscheinbar, obwohl es das größte Liebeswerk der Menschheitsgeschichte zeigt. Und die Bilder der Nachfolger:innen sind prachtvoll und farbig und sehr verschieden. Den leidenden Christus anzuschauen ist oft unerträglich und lässt uns sprachlos zurück, falls wir uns nicht längst in diesen Anblick gewöhnt haben. In den Kirchen sind seit Sonntag die Kreuze verhüllt. Weil das Wesentliche, das Leiden und Sterben des Sohnes Gottes für uns, neu sichtbar werden soll. Verhüllen um neu zu sehen. Es klingt und ist paradox. Und erst am Karfreitag, dem Tiefpunkt der Liebe Gottes, wird das Marterwerkzeug wieder sichtbar, damit uns neu bewusst wird: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab." Das Leiden Jesu zeigt die Leidenschaft Gottes für seine Menschen. Und nur deshalb können seine Menschen ihm mit Leidenschaft nachfolgen und in den verschiedensten Farben und Formen des Lebens versuchen, wie ER zu werden. 
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Die österliche Bußzeit wird in der Regel durch zwei große Feste unterbrochen: das Fest des Heiligen Josef und das Fest der Verkündigung des Herrn. Heute feiern wir mit der Kirche das Fest des Heiligen Josef.Über die Rolle des Heiligen Josef, des Nährvaters Jesu, ist schon immer viel geschrieben und gesagt worden. Weil Menschen verstehen möchten, was das für ein Typ war: - der mit beiden Beinen in der Realität seiner Zeit steht, als Handwerker seine Passion ausübt und sein Brot verdient, und dann aber so ganz unlogische Sachen macht: - er hört auf seine Träume und glaubt, dass es Gottes Wille ist, seine Verlobte nicht zu verstoßen, sondern sie zu heiraten, obwohl sie ein Kind von einem anderen bekommt- er springt spontan auf, als ihm im Traum der Befehl zur Flucht gegeben wird und er Frau und Kind und das Nötigste zusammenpackt und nach Ägypten aufbricht- er kehrt, wieder auf Weisung eines Traumes, nach Israel zurück und lebt sein normales Handwerkerleben weiter- und er quält sich drei Tage durch Jerusalem um Jesus wiederzufinden, der ihm dann auch noch Vorwürfe macht, warum er ihn denn gesucht habe.Und wir würden gern wissen, was er selbst dazu gesagt hat. Aber in der Bibel steht dazu nicht ein Wort. Da ist also einer, der zum Mitwisser der größten Geheimnisse Gottes wird und er kommentiert es nicht, er lamentiert nicht, er berät sich nicht mit anderen und hält keine Vorträge. Er tut. Seine Berufung ist es, am Werk Gottes für die Menschen mit zu arbeiten. Nicht mehr. Und schon gar nicht weniger. Viele Ordensgemeinschaften stehen unter seinem Patronat. Auch ich als Olper Franziskanerin heiße mit vollem Namen: Schwester Maria Katharina vom heiligen Josef. Weil unsere Gründerin in vielen Nöten und Sorgen fest auf seine Hilfe vertraut hat und darin ihr grenzenloses Gottvertrauen deutlich zutage gekommen ist.Das ist also Programm genug: nicht reden, sondern tun.
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Wir sind in der fünften Woche der österlichen Bußzeit und es geht jetzt gefühlt sehr schnell auf Ostern zu. Zur gleichen Zeit erleben unsere muslimischen Mitmenschen Ramadan – eine Zeit des Fastens und des abendlichen Fastenbrechens mit Begegnung und Austausch.Neben den praktischen Aspekten der Fastenpflicht gibt es mehrere ethisch-moralische Komponenten, die der Muslim im Ramadan zu beachten hat. Unbedingt zu vermeiden sind üble Nachrede, Verleumdung, Lügen und Beleidigungen aller Art. Wenn ich manche Kommentare in den sozialen Medien lese, würde es uns allen gutstehen, diese einfachen Regeln zu beachten.In einer Fernsehreportage habe ich Umfragen unter Christen zur Praxis der Fastenzeit und unter Muslimen zur Praxis des Ramadans gesehen. Und ich muss leider zugeben, dass bei aller Zufälligkeit der Auswahl von Menschen auf der Straße, die Aussagen der muslimischen Mitbürger, egal welchen Alters, sehr viel klarer waren, als die der Christen. Für nahezu alle Muslime war das Einhalten des Fastens völlig selbstverständlich und bei den Christen war es eher der Ausnahmefall, wenn sie etwas zur Fastenzeit und ihrer Art, sie zu praktizieren sagen konnten. Gebet, Bibellesen, Mitfeiern von Gottesdiensten, Enthaltung von Dingen, die uns unfrei machen und wirkliche Umkehr zu Gott, das alles scheint so schwierig und sosehr in die Entscheidung des Einzelnen gesetzt zu sein, dass das Gemeinsame Tun, dass Beispielnehmen am Mitchristen, irgendwie verloren gegangen ist. Und es spielt auch eine Rolle, dass viele Christen sprachlos geworden sind in Dingen ihres Glaubens und Christseins. Und dann kommt das wunderbare Aber: wir haben noch zwei volle Wochen, um nochmal zu schauen, was für uns die österliche Bußzeit bedeutet und wie ich sie nutzen kann, um mich zu Gott und zum Mitmenschen zu bekehren. Im Gotteslob gibt es einen sehr markanten Satz dazu. Die Kirche bereitet sich vierzig Tage auf die Osterfeier vor. Durch Fasten, Beten, Almosen geben und Hören auf das Wort Gottes, setzt sie Zeichen der Umkehr. Setzen wir sie in den nächsten zwei Wochen auch selbst, weil wir die Kirche sind.
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Gestern hatte ich am frühen morgen einen Termin in unserer Hausarztpraxis. Ich habe mich angemeldet und wurde in einen Flur um die Ecke gebeten, noch bitte Platz zu nehmen, da die Ärztin noch nicht da sei. Dann kam ein älterer Herr dazu in Jogginganzug, Dreitagebart, Hörgerät und großer, sehr alter Brille und langen schwarzen Fingernägeln. Nicht jemand, mit dem man schnell in Kontakt kommen möchte. Ihm ging es wohl mit mir genauso und er hat mich von Kopf bis Fuß gemustert und wir haben gefühlt eine Minute geschwiegen und haben dann das Gespräch begonnen. Und sehr schnell ging es über das Warten auf die verspätete Ärztin, das schmuddelige Wetter, dass dann aber ja bald Ostern ist und das man die Hoffnung nicht aufgeben sollte, dass alles zum Guten sich wenden wird. Und verblüfft haben wir beide festgestellt, dass wir ähnlich denken und eine gemeinsame Hoffnung haben auf einen Gott, der unsere Armut, Krankheit und Schwachheit sieht und trotzdem bei uns und mit uns bleibt. Und dann werde ich ins Sprechzimmer gebeten und der alte Herr bedankt sich für das Gespräch und ich kann nicht anders als "Danke gleichfalls" sagen. Die Ärztin hat sich entschuldigt, für ihre Verspätung, weil sie noch ihre Kinder in den Kindergarten gebracht hat. Auf dem Heimweg habe ich mich ein bisschen geschämt, weil mich das ungepflegte Äußere des alten Herrn zunächst abgestoßen hat, aber das anschließende Gespräch so intensiv und gut war, dass ich Zeit überhaupt nicht mehr registriert habe.Es passiert ja nicht so selten, dass wir vom Äußeren eines Menschen auf sein Inneres schließen und unsere Vorurteile die Oberhand gewinnen. In den Liedern vom Gottesknecht im Buch Jesaja klingt schon an, was später auf Jesus gedeutet und erfüllt werden wird: Mein Knecht, der gerechte, macht die Vielen gerecht; er lädt ihre Schuld auf sich. Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen und mit den Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. Denn er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.
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