Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Morgenimpuls Archiv

1709 Episoden
3 Minuten
Es ist Sommer. Es ist kaum zu glauben. Schon drei Tage sonnig und keine Gewitterwarnung und kein Sturzregen und herrlich warm und ein lauer Abend im Garten. Es gibt so Gewissheiten, die einfach erinnern, dass es wettermäßig im Sommer so sein sollte. Aber im Lauf des Jahres sind wir schon wieder auf dem absteigenden Ast. Der 20. Juni war die Mitte, der Mittsommer, der längste Tag und die kürzeste Nacht. Im Gotteslob haben wir dazu ein wunderschönes Lied, dessen Melodie sehr eingängig und dessen Text sehr deutlich zeigt, wie der Zeiten – und der Lebenslauf geht. Da heißt es in der ersten Strophe:Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht. Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut. Herr, zwischen Blühn und Reifen und Ende und Beginn.Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin. Im normalen Trubel des Alltags und in den großen Städten merken wir das gar nicht, dass die Blütezeit der Bäume, Früchte und Felder vorüber ist und wir schon ernten können, die Beeren und Früchte und das frühe Gemüse. Aber da genau ist der Punkt in unserem Leben: mittendrin und doch schon auf dem Weg des Reifens zum Ende hin. "Lass uns Dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin" ist die Ermutigung und auch Ermahnung unseres Lebens: mit seinem Wort auf Gott hin zu leben und zu reifen. Die Erkenntnis der zweiten Strophe macht den Gedanken noch deutlicher:Kaum ist der Tag am längsten, wächst wiederum die Nacht.Begegne unsern Ängsten mit deiner Liebe Macht.Das Dunkle und das Helle, der Schmerz, das Glücklichseinnimmt alles seine Stelle in deiner Führung ein. Das Blühen und Reifen und die langen Sommertage sind die eine Seite des Lebens. Die Dunkelheiten und Ängste die andere Seite. Und in diesem Lied gibt es die schöne Zusage, dass all das in der Macht von Gottes Liebe geborgen ist.
3 Minuten
Wir sind im Moment beim Morgenlob in unserer Kapelle hier in San Damiano in Olpe ein buntes Völkchen. Wir sind im Moment zwei Olper Franziskanerinnen, eine indische Karmeliterin, die im benachbarten Krankenhaus eine Ausbildung macht und mitbetet, wenn sie nicht gerade Frühdienst oder Schule hat. Dann ein älterer Herr, der Organist und Kantor in der Evangelischen Nachbarkirche ist und ein etwas jüngerer Mann, der seit vielen Jahren treu von Montag bis Freitag mit seinem Fahrrad angedüst kommt und sich schon super gut auskennt in den Stundenbüchern. Und im Moment haben wir noch eine junge Frau, die ein Sozialpraktikum macht und gebeten hat, bei uns zu leben damit sie Ordensleben kennenlernen kann. Wenn alle da sind, also zu sechst, fühlen wir uns als großer Chor, denn manchmal sind wir auch zu zweit und dann ist es schonmal anstrengend, gut konzentriert zu bleiben beim Lob Gottes. Auf meinem heutigen Kärtchen der Fußballbegriffe steht FANKURVE und jeder weiß, was gemeint ist. In großen Stadien sind die Fanblöcke der Heimmannschaft und der gegnerischen Mannschaft in verschiedenen Kurven gut getrennt und in spannenden Spielen jubelt und singt mal die eine und dann die andere Seite und feuert die jeweilige Mannschaft an. Mit besonderem Vergnügen haben wir Fußballfans die Spiele der schottischen Nationalmannschaft verfolgt, die mit ihren sangesfreudigen Fans die Spiele zu einem Fest gemacht haben. Als Bibeltext ist aus dem Psalm 21 der 14. Vers angegeben wo es heißt: "Herr, zeig ihnen deine Macht! Wir wollen deine großen Siege besingen und dich preisen." Die Siege Gottes zu besingen und ihn zu preisen ist unsere Aufgabe als Christen und Ordenschristen und dabei tun wir das oft auch im Auftrag aller, die es nicht mehr können oder wollen und aus dem eigenen inneren Antrieb, damit wir Gott schon am Beginn des Tages die Ehre erweisen und alles, was dieser Tag bringen wird, unter Gottes Schutz und Segen stellen. Und wenn ich jetzt bedenke, wie viele Menschen jetzt mit mir und ihnen mitsingen und beten, sind wir die absolut größte Fankurve Gottes in dieser Zeit der Fußball-EM. 
3 Minuten
Es gibt in der gesamten Liturgie der Kirche nur drei Menschen, von denen wir den Geburtstag feiern: Jesus – den Sohn Gottes, die Gottesmutter Maria, und seinen Vorläufer Johannes dessen Geburtstag heute ist. Dessen Ankündigungsgeschichte ist echt bemerkenswert. Im Lukasevangelium heißt es:"Da erschien ihm der Engel des Herrn, der stand an der rechten Seite des Räucheraltars. Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn. Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben. Du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist."Beim Tempeldienst wird seinem Vater angekündigt, dass er diesen Sohn bekommen wird, und weil er das wegen seines Alters und des fortgeschrittenen Alters seiner Frau wirklich nicht glauben kann, wird er stumm. Als dann der Sohn geboren ist und er aufschreibt, dass dieses Kind Johannes heißen soll, wird seine Zunge wieder gelöst und er kann wieder sprechen und "er redete und pries Gott".Dass es einem von dem, was auf mich zu kommt, schon mal die Sprache verschlägt, kommt Ihnen vielleicht auch bekannt vor. Man ist sprach- und ratlos und weiß nicht weiter. Und dann hilft es schon mal, wenn man einfach tut, was dran ist, den normalen Alltag bewältigt und trotzdem versucht, Herz und Hirn zusammenzubringen und auf das zu hören, was mir da aufgetragen ist oder von dem ich spüre, dass jetzt etwas geschehen muss.Und manchmal ist es auch erst die nächste Generation, hier also der Sohn Johannes, der die richtigen Worte findet, und einen liebenden und erbarmenden Messias ankündigt.
3 Minuten
Was würden Sie von jemandem halten, der mit sehr jungem aber ernstem Gesicht und Lilien in den Händen dargestellt wird? Wahrscheinlich, dass da jemand ziemlich fromm und lebensuntüchtig beschrieben werden soll. Bei Aloisius von Gonzaga, an den die Kirche heute denkt, war das aber völlig falsch. Aus reichem Haus stammend wird er Mitte des 16. Jahrhunderts Page am Hof König Philipps II. in Madrid. Mit 17 Jahren erlaubt ihm sein Vater nach echt hartem Ringen, dass er bei den Jesuiten eintreten darf. Bei einer Pestepidemie in Rom steckt er sich an, da er ohne Schonung und ohne Vorsicht die Pestkranken pflegt. Drei Monate später im Jahr 1591 stirbt er an der Pest.Irgendwie passt das reale Leben dieses Jesuiten also überhaupt nicht zu dem, wie er später dargestellt wird und wohl auch rüberkommen soll, wie man heute sagen würde, weil er zum Patron der Studierenden ernannt wird und wohl als liebenswürdiges, frommes und in sich gekehrtes Vorbild taugen soll. "Alles zur größeren Ehre Gottes" ist eines der Leitworte der Jesuiten und das hat Aloisius wohl sehr handfest und energisch und mit Herz und Hand ausgeführt und nicht auf sich selbst und sein Ego geachtet, sondern auf die Menschen, die seine Hilfe brauchten.Ich fand dieser Tage die Zeilen von Mutter Teresa, die ziemlich genau auf das Leben des heiligen Aloisius passen. Sie schreibt:"Die Menschen sind unvernünftig, irrational und egoistisch. – Liebe diese Menschen trotzdem.Wenn du Gutes tust, werden dich die Menschen beschuldigen, dabei selbstsüchtige Hintergedanken zu haben. – Tue trotzdem Gutes.Das Gute, dass du heute getan hast, wird morgen schon vergessen sein. – Tue trotzdem Gutes.Die Menschen bemitleiden Verlierer, doch sie folgen nur den Gewinnern. – Kämpfe trotzdem für ein paar von den Verlierern.Gib der Welt das Beste, was du hast, und du wirst zum Dank dafür einen Tritt erhalten. – Gib der Welt trotzdem das Beste.Letztendlich ist dann alles eine Angelegenheit zwischen dir und Gott."
3 Minuten
Seit gestern bin ich mit noch mehr als 25 Novizen und Noviziatsleitern zu einem Kurs in einem evangelischen Kloster in der Nähe von Hildesheim. Ich genieße diese Kurse aus vielerlei Gründen sehr. Da sind Männer und Frauen aus den verschiedenen Orden und klösterlichen Gemeinschaften aus dem deutschsprachigen Raum aus der katholischen und evangelischen Tradition. Und es ist wunderbar, aus der eigenen klösterlichen Blase herauszugehen und mit so verschiedenen Gemeinschaften, Denkweisen und Gebetsformen zusammen zu sein.Sehr gut gefällt es mir immer, andere Formen des gemeinsamen Gebetes zu erleben und zu vollziehen und eine ganz schön gelebte musikalische Kultur. Ich mag unsere franziskanische Gebetskultur und das Stundengebet, das wir auch in ganz kleinen Konventen miteinander beten. Aber ich genieße die ganz andere Art unserer evangelischen Geschwister zu beten und zu feiern und manches habe ich schon für uns adaptiert.Andere junge Schwestern und Brüder können da ganz schlecht mit umgehen, dass da alles so anders ist und nicht in ihren gewohnten Bahnen läuft. Das ist ein Problem vieler Zeitgenossen. Aber wenn wir uns nur in unseren wohlbekannten Kreisen bewegen, die wir kennen und in denen wir uns sicher fühlen, wie können wir dann Neues lernen, Altes hinter uns lassen und unserem eigenen Dasein neue Akzente geben?Eine Referentin leitet die Tagung und gibt immer neue Impulse, mit denen wir einzeln, in Kleingruppen oder im Plenum weiterarbeiten. Manche mögen das nicht so gern, weil sie dann darin gefragt sind, ihre eigene Denkweise, ihre eigene Meinung kund zu tun und sich zu positionieren. Aber nur dann kommen wir in unserem Leben und Glauben voran. Nur in Austausch und Debatte können sich gemeinsame Wege und Ziele entwickeln und verdeutlichen. Wer sich der Debatte verschließt, zeigt nur, dass es ihm und ihr nur um die Bewahrung der eigenen Meinung geht und nicht um das gemeinsame miteinander Gehen und Glauben und Kirche sein, egal in welcher Form ich das lebe.
3 Minuten
Mit meinen Kärtchen zum Thema Bibel und Fußball habe ich schon einige vergnügliche Runden gedreht. Mit heiligem Rasen und Mannschaft waren zwei Begriffe aus dem Fußball-Start in unsere morgendliche Betrachtung. Heute ist es der Begriff Kapitän. Eigentlich wird dieser Begriff eher mit der Schifffahrt in Verbindung gebracht. Seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich der Begriffe Mannschaftskapitän oder Kapitän eingebürgert. Ein Kapitän, ist in vielen Mannschaftssportarten ein Spieler, der eine herausragende Stellung im Spiel einnimmt. Dies betrifft formell in erster Linie die Möglichkeit, während des Spiels mit dem Schiedsrichter zu sprechen. In der Regel wird der Kapitän von den Mannschaftsmitgliedern gewählt oder vom Trainer bestimmt. Er vertritt die Interessen der Spieler seiner Mannschaft gegenüber dem Verein, dem Trainer und dem Schiedsrichter, gilt häufig aber auch als verlängerter Arm des Trainers auf dem Spielfeld. Und in der Bibel? Hier wird als Textstelle der Vers 5 aus dem Psalm 45 angegeben. Er lautet in fußballähnlicher Übersetzung: Sei stark und kämpfe für die Wahrheit; regiere dein Volk umsichtig und gerecht. Deine kühnen Taten sollen Dir zum Sieg verhelfen. Manchmal sind Kapitäne umstritten, weil sie ihre Leute nicht so führen, wie es sich andere vorstellen. Und manchmal sind es genau die, die diese Zeit braucht. In einer Gemeinschaft sind es oft genau diese einzelnen Menschen, die durch ihr Tun und Sein genau das verkörpern, was es für diese Aufgaben braucht. So zum Beispiel hier bei uns eine Mutter, die eine Sechsergruppe Kommunionkinder leitet, die genau spürt, was Kinder brauchen, weil sie selbst 5 Kinder hat, die sie im Glauben erzieht und sanft ins Christsein einführt. Oder ein Handwerksmeister, der seine Leute nicht sonntags oder feiertags arbeiten lässt, obwohl das viele mittlerweile tun, weil ihm selbst der Sonntag heilig ist. Oder der Parteipolitiker der sich weigert, Hass und Hetze in den Medien gut zu heißen und selbst solche Parolen und Kampagnen nicht nutzt. Seien wir in unseren Familien, Nachbarschaften, Arbeitsstellen Kapitäne unseres Christseins und warten wir nicht, bis "die da oben" wie man so schön sagt, Anweisungen geben.
3 Minuten
Ich hatte Ihnen am Freitag kurz erzählt, dass ich ein Kartenset besitze, wo Begriffe aus dem Fußball und aus der Bibel ein wenig augenzwinkernd zusammengebracht werden. Nach dem Heiligen Rasen am Freitag ist nun der Begriff MANNSCHAFT auf meinem Kärtchen. Und als Bibelvers ist der Zweite Vers aus dem 2. Kapitel des Briefes an die Philipper angegeben. Da heißt es: "Vollkommen aber wird meine Freude, wenn ihr euch ganz einig seid, in der Liebe verbunden bleibt und fest zusammenhaltet." Das ist ja wohl die wunderbarste Definition einer guten Fußballmannschaft; sich mit dem Trainer einig sein in Spielweise und Taktik, in der Zuordnung der Aufgaben aber dann auch in der Liebe zum Fußball verbunden bleiben und fest zusammenhalten. Erinnern Sie sich noch an die Weltmeisterschaft 2014? Da hieß es sehr klug in einem Videospot über die deutsche Fußballnationalmannschaft: die einen haben Ronaldo, die anderen Messi und wieder andere Neymar - aber wir haben ein Team. Und genau das hat damals der Erfolg gebracht. Ein Team das zusammengehalten hat und auch in schwierigen Situationen verbunden geblieben ist. Und jede und jeder von Ihnen weiß auch, dass das für jede Art Mannschaft gilt. Auch für die Mannschaft Gottes auf Erden, die Gemeinden und Kirchen und Vereinigungen und Verbände. Wenn die Mitglieder dieser Verbindungen, so wie Paulus es erbittet, zu Einigkeit in Weg und Ziel gekommen ist, dann auch auf dem Weg verbunden bleibt und die Liebe zu Gott und den Menschen nicht aufgibt, dann können sie viel erreichen. Das heißt nicht, dass immer Friede, Freude, Eierkuchen herrschen wird. Aber es bedeutet schon, dass man sich grundsätzlich geeinigt hat über den Grund, der alles was getan werden soll legt: den Glauben an Jesus Christus und seine frohe Botschaft von einem mitgehenden, mitleidenden Gott, der selbst die Grenze des Todes überwunden hat. Wenn das in den einzelnen Mannschaften der Kirche klarer zum Ausdruck kommen wird, dann wird vieles leichter und die Freude, die Paulus da beschreibt, wird auch unsere Freude sein.  
3 Minuten
Wettermäßig ist es im Moment irgendwie schwierig etwas zu planen. Mehrere Freiluftgottesdienste, für das Wochenende geplant, hingen immer irgendwie am seidenen Faden. Wenn jede Wetter-App etwas anderes sagt, und selbst die eigene Beobachtung nicht genau sagen kann, geht oder geht nicht, wird es schwierig: Tisch, Tücher, Kerzen, Bücher, Kelch und Patene, alles ist bereit nach draußen getragen zu werden. Aber wir warten noch. Dann ist es sehr praktisch, wenn man eine Montagehalle oder eine Kirche direkt in der Nähe hat, die einer Feiergemeinde ein Dach über dem Kopf bietet, falls es dann doch regnet. Unter einem offenen Himmel zu feiern ist tatsächlich eine ganz andere Erfahrung. "Die Erde ist so voll des Himmels", habe ich dieser Tage gehört und es hat mir sehr gefallen. Man schaut automatisch nach oben und verfolgt den Zug der Wolken, das Flirren der Luft, wenn es heiß ist, und man hört die Vögel, die unentwegt zwitschern. Die Sehnsucht nach dem Himmel offenhalten, ist eine sehr treffende Umschreibung der christlichen Verkündigung. Und da geht es nicht um Vertröstung auf die Zeit nach dem Tod, sondern um die Zusage Gottes auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, die schon die Propheten des Alten Bundes angekündigt und geschaut haben und die im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung sehr deutlich gesagt wird: "Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein." Denn Gott kündigt an, alles neu zu machen für seine Menschen und unter ihnen Wohnung zu nehmen und sie in dieser neuen Welt Leben und Glück zu geben. In manchen Situationen mitten im Alltag höre ich schon mal, dass jemand sagt, dass es aber jetzt echt himmlisch ist und wir gern verweilen möchten.  Halten wir also unsere Sehnsucht nach dem neuen Himmel und der neuen Erde wach und genießen wir bis dahin, dass die Erde schon jetzt des Himmels so voll ist.   
3 Minuten
Heute beginnt sie endlich, die Fußballeuropameisterschaft bei uns in Deutschland. Ich gebe gerne zu, dass ich ein unrettbarer Fußballfan bin und mich auch von Skandalen, Niederlagen, frühem Ausscheiden und schrecklichem Millionenwucher nicht davon abbringen lasse. Bis jetzt noch nicht. Fußball wird auf der ganzen Welt gespielt, in riesigen Stadien und am Strand, in ärmsten Favelas und im Busch, mit modernen Hightechbällen und mit Lumpenbündeln, in Spezialschuhen und barfuß, mit überteuerten Trikots und mit nacktem Oberkörper und die Begeisterung ist überall gleich. Jubel und Tränen, überschäumende Freude und tiefe Trauer sind in jedem Spiel zu finden.Vor fast 25 Jahren habe ich ein kleines Kartenset geschenkt bekommt mit dem schönen Titel "Heiliger Rasen" und es sind 25 Karten für selige Fußballfans. Und im Kleingedruckten heißt es so schön: "Wer meint, die Bibel hätte in Sachen Fußball nichts zu melden, täuscht sich gewaltig. Lassen sie sich überraschen, was das Buch der Bücher zur schönsten Nebensache der Welt zu sagen hat." So werde ich in den nächsten 4 Wochen immer mal zu den Kärtchen greifen und mit Ihnen einen vergnüglichen Blick in die Bibel wagen und Ihnen dabei versprechen, dass auch absolute Nichtfußballfans etwas davon haben. Hoffe ich.Schon zum Deckblatt mit dem Wort "Heiliger Rasen" gibt es einen leicht umgewandelten Vers aus dem Lukasevangelium. Im 12. Kapitel Vers 28 heißt es: "Wenn Gott sogar das Gras so schön wachsen lässt, das heute im Stadion grünt, morgen aber schon zertreten wird, wie könnte er euch dann vergessen? Vertraut ihr Gott so wenig?" Soweit dieser Vers.Viele Menschen sind verzweifelt und haben Minderwertigkeitsgefühle aus vielerlei Gründen. Sie fühlen sich unnütz, nicht wertgeschätzt in dem, was sie tun und wie sie sind. Genau ihnen gehört dieses Wort vom Gras, das Gott so schön wachsen lässt, obwohl es irgendwann niedergetreten oder sogar von den Tieren gefressen wird. Wenn Gott dieses, in den Augen der meisten so unbedeutende Gras so schön wachsen lässt, so habt doch Vertrauen, dass Gott euch beisteht und eure schwierigen Lebenswege mitgeht.
3 Minuten
In unserer Mutterhauskirche haben wir ganz hinten zwei Heiligenfiguren, den heiligen Josef mit dem Jesuskind und den heiligen Antonius von Padua, ebenfalls mit dem Jesuskind im Arm. Wenn man danach fragt, warum der heilige Antonius so abgebildet wird, weiß das kaum noch jemand.In den Heiligenlegenden aus der Zeit des Franziskus und seiner Mitbrüder wissen wir, dass Antonius zunächst Augustiner-Chorherr war, in Lissabon und Coimbra studiert hatte und sehr klug und redegewandt war. Er ist dann, weil er die Ankunft einiger Franziskanermärtyrer erlebt hatte, zu den Franziskanern übergetreten und hat Franziskus kennengelernt. Und da geschieht etwas Außergewöhnliches. Franziskus will eigentlich nicht, dass die Brüder studieren um damit dann predigen und forschen zu dürfen. Aber bei Antonius spürt er etwas Besonderes. Der ist ein so begnadeter Prediger, dass er schafft, den Menschen wieder klar zu machen, dass sie an einen Gott glauben können, der als Säugling herunter gekommen ist in die Welt. Und somit die Verbindung wiederherzustellen zwischen Gott und den Menschen, die sich soweit von ihm entfernt hatten. Und viele Leute in Padua und Umgebung, die seine Predigten gehört hatten beschreiben dabei das Bild, dass sie gesehen haben, wie er das Jesuskind auf dem Arm trägt. So hat Franziskus ihn beauftragt, die Mitbrüder zu unterrichten und zu lehren.In einem an Antonius gerichteten Schriftstück, dessen Text überliefert ist und das wahrscheinlich um die Jahreswende 1223/1224 entstand, nannte Franziskus ihn anerkennend "meinen Bischof" und erlaubte ihm, den Brüdern theologische Vorlesungen zu halten, "wenn du nur nicht durch dieses Studium den Geist des Gebetes und der Hingabe auslöschest". Und aus dieser Geschichte heraus versteht man dann zum einen, dass Antonius mit dem Jesuskind dargestellt wird, dass in den Herzen der Menschen verloren gegangen war, und durch ihn wiedergefunden wurde. Und zum anderen, dass ihn von daher viele Menschen anrufen, wenn ihnen etwas, mehr oder weniger wertvolles verloren gegangen ist.Wenn dann also die liebenswert scherzhafte Bitte: "Sankt Antoni sei gepriesen, Schutzpatron der Schlamperliesen" zu Ihrem Wortschatz gehört, dann wünsche ich Ihnen sehr, nicht nur das verlorengegangene Schmuckstück, sondern auch Gott in ihrem Herzen wiederzufinden.
3 Minuten
Als es vor Wochen immer näherkam, dass unsere philippinischen Mitschwestern uns besuchen werden, fiel mir wieder ein, dass ich mein Englisch etwas aufpeppen muss. Das Schulenglisch ist viele Jahrzehnte her und nicht mehr richtig auf der Höhe der Zeit. Außerdem nervt es mich immer, wenn ich für Gespräche und Austausch, mit den Mitschwestern auch immer einen Dolmetscher brauche. Also habe ich mir auf meinem Smartphone die altbekannte App runtergeladen und habe bei der Frage, wie viele Minuten ich jeden Tag üben will: 10 Minuten eingetragen. Also übe ich jeden Tag mit witzigen Übungen das Hören, das Lesen, das Schreiben und das Sprechen auf Englisch. Ziemlich motivierend finde ich, wenn nach 10 richtigen Aktionen ein Lob über den Bildschirm flattert und ein nettes "Gut gemacht“ meinen Eifer anfeuert. Und eigentlich sind ja 10 Minuten nicht so viel, könnte man denken. Und doch erinnert mich der kleine grüne Vogel der App manchmal spätabends, dass ich heute noch nicht geübt habe und dann mache ich das noch schnell. Könnte vielleicht einmal jemand so eine App für den Kontakt zu Gott erfinden? In der ich meine Zeit eintragen kann, zu der ich mich täglich verpflichten möchte, die mich erinnert, wenn mal wieder der Tag so turbulent war und ich wenig Zeit hatte, die mich ermuntert und motiviert, weil Gott auch spätabends noch online ist, die mir ein grünes freundliches "Pling" sendet, wenn ich es geschafft habe, mein Zeitziel zu erreichen? Oder, die mir jeden Tag zusagt: “Mach Dich nicht verrückt, Gott ist doch bei Dir, alle Tage, bis zum Ende der Welt“? Oder noch konkreter, wie es heute in der Lesung steht: "Was kann mich denn scheiden von der Liebe Christi: Bedrängnis oder Zeitnot, Verfolgung durch Termine oder unerledigte Aufgaben? Das alles kannst Du überwinden durch den, der uns liebt". Gott nämlich selbst als unser Vater, unsere Mutter, unser Bruder und unsere Schwester.
3 Minuten
Die vielen Geschichten die wir über den Apostel Barnabas so lesen können, klingen echt spannend und er war viel unterwegs im Auftrag seiner Mitapostel. Der Gemeinde im Jerusalem kommt zu Ohren, dass es in Antiochien viele Bekehrungen und Taufen gibt und so schicken sie ihn dorthin um zu schauen, was da abgeht, wie man heute sagt. Und dann kommt ein wunderbarer Satz in der Apostelgeschichte, wo es heißt: Als er ankam und die Gnade Gottes sah, freute er sich und ermahnte alle, dem Herrn treu zu bleiben, wie sie es sich im Herzen vorgenommen hatten. Ist das nicht ein wunderbarer Satz: Als er die Gnade Gottes sah, freute er sich. Wie geht es Ihnen damit? Sehen wir noch die Gnade Gottes in unserem Christsein im Alltag? Und was erfüllt uns dabei mit Freude und stärkt und ermutigt uns? In diesen Wochen sind hier im Südsauerland viele Firmfeiern und Hunderte von Jugendlichen empfangen das Sakrament der Firmung. Und eine der verantwortlichen Gemeindereferentinnen hat auf der Fahrt zur nächsten Feier eine Nachricht bekommen. Eine Glückwunschkarte war zu sehen und darauf war ein Dank für den schönen Firmgottesdienst. Und dann war handgeschrieben dazu: "Firmung ist wie WLAN für den Glauben - man sieht es nicht, aber es verbindet". Die Jugendlichen hatten in vielen verschiedenen Vorbereitungsformen viel erlebt, was sie untereinander sehr verbunden hat: bei fiesem Wetter eine Holzhütte für die Gemeinde bauen, verbindet; bei einem Jugendwochenende miteinander nach Glaubenswegen suchen, verbindet; unter 60 Vorschlägen nach dem eigenen Gottesnamen suchen und sich dann mit der Gruppe auf fünf Namen einigen, verbindet und noch vieles mehr. In der Apostelgeschichte geht es dann so weiter, dass Barnabas nach Tarsus reist, Paulus sucht und findet, ihn nach Antiochia mitnimmt und sie dort ein Jahr lang viele Menschen das Evangelium lehren. Und dort in Antiochia, wird diese Gruppe der Neugetauften und zu Christus bekehrten zum ersten Mal Christen genannt. Verbinden wir uns immer neu mit der frohen Botschaft dieses Jesus Christus und miteinander mit all denen, die als Christen mit ihm und mit uns verbunden sein wollen.  
3 Minuten
Es wird alles immer schlimmer! Ja, das hört man häufig. Und was prasseln da täglich für schlechte Nachrichten auf uns ein: Hochwasser, Wirtschaftskrise, Krieg, Hass gegen alles und jeden, da könnte man glatt den Glauben an die Menschheit verlieren.Und garantiert wird es auch in dieser Woche, an deren Anfang wir heute stehen, viele schlechte Meldungen geben. Aber den Glauben an die Menschheit sollten wir nicht verlieren. Denn zum einen gibt uns Gott nie auf. Das ist das Tolle an unserem Glauben, Jesus hat sogar den Tod besiegt. Wie könnte er da den Glauben an die Menschen verlieren? Aber zum anderen gibt es da auch die Mut machenden Nachrichten; manchmal klein und versteckt, Dinge, die wir im Alltäglichen erleben. Zum Beispiel hat mir ein Vater neulich erzählt, dass der Jugend-Fußball-Trainer seines Sohnes wegen schwerer Depressionen aufhören muss. Jetzt gilt das Umfeld von Männerfußball nicht unbedingt als zartbesaitet. Doch als der Trainer den Eltern sagte, warum er aufhören muss, hat er da nur Verständnis und sogar Applaus erfahren. Keine Macho-Sprüche, kein "Stell dich nicht so an". Wo früher ein problematisches Männlichkeitsbild vorherrschte, haben die Menschen heute ein ganz anderes Gespür, wenn jemand offen über seine Erkrankung spricht. Ich finde, so etwas sollte uns Mut machen!Bemerkenswert finde ich auch, wie selbstverständlich heute Eltern ihre behinderten Kinder überall mit hinnehmen. Früher wurden die oft schamhaft versteckt, wurden auch medizinisch längst nicht immer so gefördert, wie es möglich gewesen wäre. Heute gibt es eine Fülle von Hilfsangeboten. Für Kinder mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen wird vieles möglich gemacht, was früher undenkbar erschien. Das löst für die Eltern nicht alle Probleme und schützt auch nicht vor dummen Sprüchen, die es sicher immer noch gibt. Aber auch da sehen wir: die Menschheit entwickelt sich, nicht immer und überall gleich schnell, aber es wird eben auch nicht alles schlimmer.  Blenden wir also das Schlechte auf der Welt nicht aus, aber schauen wir im Vertrauen auf Gott auch auf das, was sich an Gutem entwickelt und uns Hoffnung gibt.
4 Minuten
Heute feiern wir mit der Kirche das Herz-Jesu-Fest. Ich habe mal danach gegoogelt und konnte dort mehr als 13 Millionen Einträge finden. Vielleicht gibt es so viele davon, weil wir Heutigen nach Erklärungen suchen, wozu es gut sein soll, ein Herz zu verehren. Der Ursprung der Herz-Jesu Verehrung liegt im Johannesevangelium. Dort steht, der römische Hauptmann habe nach dem Tod Jesu mit seiner Lanze eine Seite von dessen Körper und damit zugleich sein Herz durchbohrt, um so den Tod festzustellen. In einer heutigeren Übersetzung heißt die Stelle: "Sein Herz wurde geöffnet und es flossen Blut und Wasser heraus" Ein offenes Herz haben für die Leiden und Nöte der Menschen und bis zum letzten Blutstropfen zu lieben, eine größere Liebe gibt es nicht und das kann nur Gott. Daher gibt es so viele Darstellungen mit dem roten, durchbohrten Herzen. In einem Songtext von Joris heißt es: "Das Herz sagt bleib, der Kopf schreit geh - Herz über Kopf" Wir sind heute eher Leute, die sachlich und überlegt, wissenschaftlich begründet und naturwissenschaftlich gebildet agieren. Vielleicht kann so ein, etwas eigentümlich anmutendes Fest heute, nochmal den Blick darauf lenken, dass diese Reihenfolge bei Gott für uns andersherum gilt: Herz über Kopf. Er liebt uns bedingungslos und selbst wenn wir die Sache völlig verhauen haben, gibt es wieder einen Neustart. In der heutigen Lesung aus dem Buch Jeremia gibt es noch eine Begründung dafür, dass auch wir so handeln sollen. Da steht: "Das wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließe - Spruch des Herrn: Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein."Da steht nicht, dass wir die Gebote und Gesetze mit dem Verstand annehmen und verstehen und erklären sollen, so wichtig das auch ist, da steht tatsächlich: Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Wenn man sich einer solchen, ja irgendwie nicht zu fassenden Liebe gelegentlich bewusst wird weil sie uns ja auf unser Herz geschrieben worden ist, dann kann man plötzlich Entscheidungen treffen, die ziemlich irrational wirken: man lässt sich zu dieser Zeit, in dieser Kirche, zum Priester weihen, man geht eine christliche Ehe ein, und gelobt, diese bis zum Tode gelten zu lassen, man nimmt ein behindertes Kind an und liebt es bedingungslos. Sie selber kennen garantiert ein paar Beispiele von irrational erscheinender, bedingungsloser Liebe von Menschen für Menschen, um Gottes Willen. Herz über Kopf – ein guter Slogan Gottes! 
3 Minuten
Mit dem Pfingstfest haben hier im Sauerland auch die Schützenfeste in allen Dörfern und noch so kleinen Flecken begonnen. Endlich, sagen alle, die es lieben: diese Feste, die alle zusammenbringen zum Feiern, zum Marschieren, zum Tanzen und in den lauen Nächten zum Eierbacken. Da kommen die Verwandten von nah und fern, da kommen alle, die schon mal weggezogen sind, nach Hause, alle die schon mal Schützenkönig waren und mit Vergnügen sich in die Feierlichkeiten stürzen. Da gibt es feste Rituale und Regeln, wann, wo, was ist und wer da sein muss. Wer sich als Schützenkönig bewirbt und wer auf den Vogel schießen darf. Erst hier habe ich tatsächlich verstanden, dass das Wort, der hat aber den Vogel abgeschossen, einen realen Hintergrund hat und damit zu tun hat, wer mit dem letzten Schuss den Holzvogel vom Nagel holt.Der leitende Pfarrer ist ein bisschen erschrocken, ob der vielen Schützenfeste, zu denen er eingeladen ist, und bemerkt aber erfreut ganz nebenbei, dass er dort mit Leuten ins Gespräch kommt, die er sonst das ganze Jahr kaum trifft. Als ich hier neu war, habe ich ganz arglos beim Umtrunk gefragt, wozu es die Schützen denn überhaupt gibt. Der angefragte Schützenoberst hat milde gelächelt ob der Unwissenheit der neuen Schwester und sehr freundlich gesagt: "Schützen sind dazu da, um zu schützen" Das hat sich mir sehr eingeprägt. Vor mehr als siebenhundert Jahren, als der kleine Ort die Stadtrechte verliehen bekam, gründete sich der Schützenverein: als Bürger- und Stadtwehr. Und sehr häufig war es auch bitter notwendig. Denn in allen verrückten Zeitläufen war es immer wichtig, dass eine kleine Stadt gut verteidigt und bewacht wurde, wenn Räuberhorden, fremde Soldatengruppen oder ganze Kriegstruppen angerückt kamen.Ein interessanter Aspekt kam mir in einem anderen Gespräch mit Schützen. Es ist auch wichtig, in einem solchen Ort die guten Sitten, die Treue zur Stadt und zum Glauben zu schützen. Und da bin ich mir sicher: Wenn einige tausend Männer und ihre Familien sich darum kümmern, dass in der Stadt die Themen des Lebens positiv behandelt werden, wenn in Sachen Kirche und Glaube tatsächlich ein Einvernehmen bei aller Auseinandersetzung erreicht wird, wird das gute Klima in einer Stadt geschützt und gut gehütet. Schützen schützen – ein gutes Wort.
Morgenimpuls

Morgenimpuls

Der Start in den Tag