Morgenimpuls Archiv
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In Düsseldorf findet zurzeit die Rheinkirmes statt. Erst habe ich ein bisschen überlegt, wo denn am Rhein eine Kirchweihmesse stattfindet. Aber dank Internet habe ich dann erfahren, dass die Kirmes früher Apollinariskirmes hieß nach dem gleichnamigen Heiligen. Da man aber diesen Namen nicht so gut vermarkten kann und den ja sowieso kaum einer kennt, heißt es eben seit den 70er Jahren Rheinkirmes. Auf der Website dieser Kirmes kann man dann die Erklärung lesen: "Das Wort 'Kirmes' geht auf das mittelhochdeutsche 'Kirmesse' zurück, dass aus 'Kirchmesse' entstanden ist. Die 'Kirmesse' bezeichnete die Messe, die zur Einweihung einer Kirche abgehalten wurde. Sie war zugleich die Bezeichnung für die jährliche Erinnerung an diese Weihe, die auch weltlich mit einem Jahrmarkt gefeiert wurde. In Düsseldorf wird die Kirmes anlässlich des Gedenktages (23. Juli) an den heiligen Apollinaris gefeiert. Er war Jünger von Petrus und um 200 n. Chr. erster Bischof von Ravenna. Um 1300 gelangte Düsseldorf in den Besitz einiger Reliquien des Märtyrers. Der Heilige wurde zum Stadtpatron erklärt und die Düsseldorfer bauten ihm einen wunderschönen Schrein, der heute noch in der Altstadtkirche St. Lambertus steht." – Soweit die Infos. Mir gefällt es richtig gut, dass man weiß, wie wenige Menschen noch darum wissen, aber es nicht dabei belassen will, sondern dort, wo sich die meisten informieren, auch dazu etwas schreiben und veröffentlichen.Und wir wissen heute auch, dass viele Menschen an Orten, wo sie nichts von Gott und Kirche vermuten, noch einmal sehr viel offener sind für zunächst solche Informationen und dann auch für ein göttliches AHA-Erlebnis für sich selbst.Also dann, viel Spaß den Millionen Besuchern auf der Rheinkirmes und Neugierde für die Hintergründe und die Geschichten rund um den Heiligen, der im Rheinland an vielen Orten tatsächlich verehrt wird.
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Nun ist die Europameisterschaft in unserem Land vorbei und Spanien ist der verdiente Europameister. Vier Wochen lang waren spannende Spiele, verrückte Ergebnisse und entzückend schöne Fanmärsche mit Musik und Tanz zu sehen und die Freude der Vielen an der schönsten Nebensache der Welt. Und es gab natürlich wunderbare Tore, die irgendwie im Gedächtnis hängenbleiben werden: der Fallrückzieher von Bellingham, das späte Tor von Spanien gegen Deutschland in der Nachspielzeit im Viertelfinale, das seltsame Kullertor gegen die Türkei.Mein letztes Kärtchen mit Begriffen aus der Bibel für selige Fußballfans hat deshalb den Begriff TOR. Ohne Tor kann ein Spiel ja sehr spannend sein aber Tore sind natürlich die Kirsche auf der Sahnehaube. Zum Begriff Tor ist wieder ein Vers aus einem Psalm genommen. In Psalm 118 im 14. Vers heißt es: "Er hat mir Kraft gegeben und mich froh gemacht; nun kann ich wieder singen. Er hat mir den Sieg geschenkt!" – Der Psalm ist ein Danklied auf den Herrn zum Dankfest im Tempel.Wir kennen auch das freundlich frohe "Gott sei Dank", wenn ein Fest gelungen ist, wenn es den Gästen und uns selbst gut gefallen hat, wenn alles gelungen ist und die Erinnerungen schön sind. Aber auch ein "Gott sei Dank", wenn Dinge endlich zu Ende sind, wenn gute Nachrichten die Schlechten ablösen, wenn eine dramatische Situation, die uns sehr in Atem gehalten hat, gut ausgeht. In einem Video einer jungen Frau war zu sehen, wie traurig sie war, als die deutsche Mannschaft im Viertelfinale ausgeschieden ist. Aber dann hat sie einen bemerkenswerten Satz gesagt: "Ich bin froh, dass in diesen wundervollen Wochen die Fußballliebe zur Menschenliebe geworden ist."Ich habe es mir dreimal angesehen, weil ich es nicht glauben konnte. Aber es war tatsächlich so. Und dann finde ich es nur noch schön. Wenn also das, was ich Liebe an meinen Hobbys, an dem, was ich tue und schaue, wenn mich das zur Liebe zu den Menschen führt, dann habe ich alles richtig gemacht.
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Alle franziskanischen Gemeinschaften feiern heute das Fest des heiligen Bonaventura. Giovanni di Fidanza wurde als Sohn eines Arztes geboren. Die Überlieferung erzählt, dass das schwer kranke Kind geheilt wurde, nachdem seine Mutter ihn zu Franziskus von Assisi gebracht und der ihn gesegnet hatte. Als Franziskus 1226 im Sterben lag, besuchte ihn die Mutter mit dem gesunden Kind abermals; Franziskus rief über dem Kind aus: "oh buona ventura", "oh gute Fügung", was später zum Ordensnamen von Johannes wurde. Diese Geschichten aus dem 13. Jahrhundert sind einfach schön und zeigen, welches Vertrauen in Gott die Menschen hatten. Aber von Bonaventura sind unglaublich viele Bücher, Texte und Vorträge überliefert. Er galt als einer der großen Theologen seiner Zeit und in den Anfängen der Bettelorden, die noch einmal eine ganz andere inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Evangelium für unsere Kirche begonnen hat. Später wurde er Generaloberer der Franziskaner und vorher Professor an der Sorbonne in Paris. Vorher in Pisa soll ihn Thomas von Aquin besucht und gefragt haben, wo seine Bibliothek sei, aus der er sich so große Kenntnisse und Beredsamkeit erworben habe. Bonaventura zog einen Vorhang zurück und deutete auf den gekreuzigten Christus. Zwei Zitate von Bonaventura sind, glaube ich, auch für uns heute ziemlich gut zu bedenken. Das erste: "Wer durch den Glanz und die Herrlichkeit alles Geschaffenen nicht erleuchtet wird, ist blind. Wer durch die lauten Rufe der Schöpfung nicht aufwacht, ist taub. Wer ob aller Geschöpfe und ob aller seiner Werke Gott nicht lobt, ist stumm, und wer aus all diesen Zeugnissen den Urgrund, den Schöpfer, nicht erkennt, ist töricht und dumm." Und noch ein zweites Zitat finde ich sehr bemerkenswert: "Wegen dieser drei Dinge hat Gott die vernünftige Seele geschaffen: Dass sie Ihn lobe, dass sie Ihm diene, dass sie an Ihm sich erfreue und in Ihm ruhe; und das geschieht durch die Liebe, denn wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm."
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Wenn ich unsere älteren Mitschwestern im St. Gerhardushaus in Drolshagen besuche, fällt mein Blick oft auf einen dieser Tagesabreißkalender in Großdruck, die extra für Senioreneinrichtungen erfunden worden sind. Er hängt im Flur, also strategisch günstig und da kann man mal Frommes oder auch Freundlich-Alltägliches lesen und manchmal gefällt mir das auch und ich bleibe davor stehen und plaudere mit einer unserer Schwestern darüber. An einem Tag Anfang Juli war dort zu lesen: "Ich möchte mehr mit Liebe und weniger mit Argumentationen leben, mehr mit Liebe und weniger mit Empörung, Regeln oder Anklagen."Und mir ist sofort aufgefallen, dass es kein schlechter Wunsch ist. Vielen von uns sind die ewigen Debatten und die Empörungsunkultur bei Kleinigkeiten, die unerbittlichen Regeln und schnellen Anklagen, wenn das Gegenüber eine andere Meinung hat, leid und wünschen sich etwas Anderes.Und dann erst habe ich gelesen von wem das Zitat stammt. Es ist von Samuel Koch, jenem jungen Mann, der sich beim Sprung über ein Auto in der Sendung "Wetten dass" vor 14 Jahren so schwer verletzt hat, dass er seitdem querschnittsgelähmt ist. Viele haben das damals gesehen und waren entsetzt, erschüttert und zutiefst traurig. Aber wir wissen heute, dass Samuel sein Schicksal angenommen, sein Studium beendet, Bücher geschrieben, geheiratet hat und in seinem Beruf arbeitet. Und mich beeindruckt, dass er nicht sagt: Ihr müsst mit mehr Liebe leben …. sondern er sagt: Ich möchte mit mehr Liebe leben …. Ich habe es gelesen und es beschäftigt mich seitdem sehr. Vielleicht Sie auch.
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Ein junger Mann wird von seiner Familie, die ihm Großes zutraut, zum Studium nach Rom geschickt. Zunächst fühlt er sich dort gut, beginnt sein Studium und kommt gut voran. Aber dann merkt er immer mehr, dass das völlig sittenlose Leben in der Stadt ihn anwidert und er kaum noch Menschen findet, die mit ihm ein einfaches christliches Leben führen wollen. Zunächst geht er dann, sehr zum Leidwesen seiner Familie, für drei Jahre als Einsiedler in eine Höhle bei Subiaco. Sein damals erstaunlich konsequent christliches Leben zieht viele junge Leute an und er gründet zwölf kleine Klöster für sie. Im Jahr 529 siedelt er nach Monte Cassino um, das schon bald zum Zentrum des Mönchtums und der religiösen Kultur wird. Dort schreibt er seine Klosterregel, in der er die beste monastische Überlieferung des Ostens und des Westens zusammenfasst. Vertrautheit mit der Heiligen Schrift und eine reiche geistliche Erfahrung verliehen ihm die Güte und Weisheit, die auch seine Regel auszeichnen. Da heißt es zum Beispiel: "Wenn wir Psalmen singen, dann soll unser Herz mit dem gesungenen Wort zusammenklingen." Also nicht der schöne Klang ist wichtig, wenn unser Herz weit davon weg ist, was wir singen oder beten. Oder: "Keiner soll nach dem eigenen Nutzen streben, vielmehr soll jeder auf das bedacht sein, was für den andern gut ist." Das klingt also seit eineinhalb Jahrtausenden wie die Mahnung John F. Kennedys aus dem Anfang der 1960 Jahre: "Frag nicht, was der Staat für Dich tun kann, sondern was Du für den Staat tun kannst"Diese uralte Klosterregel ist so klug und weise, dass sie seit 1500 Jahren bestand hat und zehntausende von Mönchen und Nonnen nach ihr leben. Klugheit und Maß sind auch heute Wertmaßstäbe, die das Leben der Einzelnen aber auch der Gemeinschaften bestimmen kann. Und es hat nichts von seiner Aktualität verloren. Und weil dieser junge Mann, den man später Benedikt von Nursia nennen wird, in der Nachfolge Jesu zunächst aus der verheißungsvollen Stadt und der Universitätskarriere flieht, und in für ihn richtigen christlichen Weise leben will, zieht er so viele Menschen in seinen Bann, dass er und seine Brüder den christlichen Glauben, Kunst und Kultur Europas prägen und beeinflussen werden und er so von Papst Pius XII. zum "Vater Europas", von Paul VI. zum "Schutzpatron Europas" erklärt wird. Das ist doch mal eine Karriere!
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Es ist Sommer. So richtiger Sommer. Strahlend schön und blauer Himmel und Wärme und lange Abende im Garten und ohne Zeitdruck dicke Bücher lesen, weil es noch so lange hell und wunderbar warm ist. Ein bisschen fühlt es sich wie Urlaub an, aber der ist noch eine Weile hin. Aber das ist, glaube ich, die Frage. Kann ich den Tag selbst, auch wenn ich den ganzen Tag gearbeitet habe, kann ich das Wetter, die laue Luft, das Sommergefühl auch genießen, wenn ich keinen Urlaub, sondern den ganz normalen Alltag habe? Vielleicht kennen Sie die kleine Geschichte vom Mönch, der gefragt wurde, warum er trotz seiner vielen Aufgaben immer so gesammelt sein könne. Der Mönch sprach: "Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich schlafe, dann schlafe ich; wenn ich esse, dann esse ich; wenn ich trinke, dann trinke ich; wenn ich schweige, dann schweige ich; wenn ich schaue, dann schaue ich; wenn ich lese, dann lese ich; wenn ich arbeite, dann arbeite ich; wenn ich bete, dann bete ich .." Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort: "Das tun wir doch auch. Aber was machst du noch, was ist das Geheimnis deines Mensch-seins?"Und der Mönche antwortete das gleiche. Da sagten die Neugierigen: "Das wissen wir jetzt. Das tun wir alles auch!" Der Mönch aber sprach zu ihnen: "Nein, eben das tut ihr nicht: Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon; wenn ihr geht, seid ihr schon angekommen; wenn ihr sitzt, dann strebt ihr schon weiter; wenn ihr schlaft, dann seid ihr schon beim Erwachen; wenn ihr esst, dann seid ihr schon fertig; wenn ihr trinkt, dann kostet ihr nicht genug; wenn ihr sprecht, dann antwortet ihr schon auf Einwände; wenn ihr schweigt, dann seid ihr nicht gesammelt genug; wenn ihr schaut, dann vergleicht ihr alles mit allem; wenn ihr hört, überlegt ihr euch schon wieder Fragen; wenn ihr lest, wollt ihr andauernd wissen; wenn ihr arbeitet, dann sorgt ihr euch ängstlich; wenn ihr betet, dann seid ihr von Gott weit weg…"Bleiben wir, nur für heute, vielleicht nur jetzt gerade, im Hier und Jetzt und in Freude vor Gott.
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Ein nicht gegebener Handelfmeter im Spiel am Freitag gegen Spanien hat seitdem die Gemüter der Fachleute und der Fans erhitzt. Ein so klar mit der Hand abgewehrter Ball bei einem Direktschuss aufs Tor war deutlich zu sehen. Aber der Schiedsrichter sagt Nein und schaut es sich noch nicht mal an. Tja, Tatsachenentscheidung heißt das und kann nicht mehr geändert werden, auch wenn Hunderttausende in einer Petition die Wiederholung des Spiels verlangen, was aber nun wirklich nicht geht. Auf meinem heutigen Kärtchen für selige Fußballfans steht das Wort ELFER, als Kurzwort für Elfmeter. Und das Bibelwort für diesen Begriff ist aus dem Psalm 20 der Vers 5. Da heißt es: Der Herr gebe dir, was du von Herzen wünschst, was du dir vorgenommen hast, lasse er gelingen. Jeder Fußballfan versteht, in diesem Zusammenhang, was gemeint ist. Zum einen der Wunsch nach dem Elfmeterpfiff des Schiedsrichters und zum anderen, wenn der dann gegeben ist, dass der Schütze auch treffen möge. Aber der Psalm, aus dem dieses Wort genommen ist, ist ein Bittpsalm um Gottes Hilfe für den König, der auch heute noch in manchen Formulierungen sehr aktuell ist. Da ist die Bitte in Zeiten der Bedrängnis um Hilfe und Schutz im Namen Gottes. Es gibt den Wunsch an Gott, alles Planen und Regieren zu erfüllen und dabei selbst zu Bedenken, dass nur im Namen Gottes diese Wünsche sein sollten. Und der König oder die Regierenden sollten nicht auf Rosse und Wagen, also Waffen und Heere und Angriff ihr Vertrauen setzen, sondern auf die rettende Hand Gottes. Und am Ende des Psalms bleibt die sehr drängende Bitte an Gott: Schaff doch Rettung, HERR! Jeder Glaubende, der in Kriegs- und Krisenregionen dieser Welt lebt, wird nicht müde, diese flehende Bitte an Gott zu richten und es bleibt die Verzweiflung aller, dass Gott scheinbar nicht hört oder machtlos ist. Und doch bleibt der Auftrag, mit ihnen zu beten und zu bitten und das Vertrauen in Gottes Hilfe nicht zu verlieren.
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Heute hat ein Bruder von mir Namenstag, vier Tage später Geburtstag, meine Nichte im August, meine Schwägerin im Oktober, meine Ex-Schwägerin im September, mein Neffe im Dezember und so weiter und so fort. In der Herkunftsfamilie an Geburts- und Namenstage denken und die anderen erinnern war früher immer der Job meiner Mutter. Wir haben es immer ein bisschen belächelt und uns am Ende doch gefreut, wenn von allen Seiten und von allen weiter verstreut lebenden Familienmitgliedern Glückwünsche eingetrudelt sind.Jetzt bin ich die Älteste in der Sippe und ich habe es gerne übernommen zu erinnern und zu gratulieren. Klar, es gibt eine Familien-WhatsApp-Gruppe und da kann man schnell etwas reinsetzen, ein paar passende Emojis dazu, absenden und fertig. Aber man kann auch, ein bisschen Old Fashion, einen Brief schreiben oder anrufen irgendwann am Abend. Ich persönlich finde zugeschriebene Worte auf Postkarten oder Briefen wirklich schön und ich kann sie auf den Schreibtisch stellen, immer mal wieder lesen und mich freuen.So ähnlich sagt es in der heutigen Lesung der Prophet Jeremia: "Kamen Worte von Dir, Gott, so verschlang ich sie; Dein Wort war mir Glück und Herzensfreude; denn dein Name ist über mir ausgerufen, Herr, Gott der Heere." – Manchmal ist es so, dass mir ein Wort aus den vielen biblischen Worten, die wir jeden Tag lesen oder hören, tatsächlich hängenbleibt und ich es in mir bewegen und immer wieder von den verschiedenen Seiten anschauen kann. Und dann wird es handfest und ich kann es im Tag nutzen oder es fordert mich heraus oder es erfreut mir einfach einen nicht so tollen Tag.Aber dafür muss ich mich wirklich mühen und jeden Tag dranbleiben. Es ist nicht das Dessert oder die Erdbeersauce über den Tag ausgeschüttet, sondern schon energische Arbeit für Verstand, Geist und Seele. Aber dann ist es auch nahrhaftes Schwarzbrot, das man kauen muss und dass dann auch sättigt. Schreiben wir also weiterhin Gratulationen, die den Empfänger erfreuen und lesen wir in der Heiligen Schrift die Worte, die uns zum Leben helfen wollen.
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Am Mittwoch, dem Fest des heiligen Apostels Thomas, haben wir etwas Ungewöhnliches erlebt. Wir wussten, dass der Apostel Thomas der Begründer und Patron der indischen Christen ist. Aber seine Bedeutung ist uns an dem Tag erst aufgefallen. Ein Konvent von fünf Schwestern einer indischen Gemeinschaft konnte endlich ihr neues Domizil in einem renovierten Pfarrhaus im Nachbarstädtchen beziehen. Also haben sie mit vielen Gästen und vielen ihrer Schwestern aus ganz Deutschland einen wunderschönen Gottesdienst in der Pfarrkirche gefeiert. Ein Weihbischof und deutsche und indische Priester haben ihn zelebriert und alle indischen Teilnehmer*innen haben mehrere Lieder in ihrer Sprache Malayalam gesungen. Schon das Liedblatt, dass die indischen Mitfeiernden hatten, sah aus wie ein Kunstwerk und die Melodien sind so wunderbar und herrlich anders, dass es mir immer eine Freude ist, mich in die Melodien einzuschwingen.Die Begrüßung durch eine indische Schwester in gutem Deutsch hatte feine deutsche Sprachbilder. Sie hat von Menschen gesprochen, die wie ein Fels in der Brandung für sie waren, von Helfern, die wie deutsche Eichen fest hinter ihnen stehen, von Menschen aus der Gemeinde, die wie fleißige Bienen unentwegt gearbeitet haben und von anderen, die als Engel zu ihnen geschickt worden sind. Es war eine Freude ihr zuzuhören und ich habe wieder gemerkt, dass wir nüchternen Deutschen es ein bisschen verlernt haben, in solch schönen Bildern zu reden. In einer kleinen Prozession ist dann das Allerheiligste in ihr Haus in die Kapelle geleitet worden und dann wurde alles mit Weihrauch und Weihwasser gesegnet. Und dann natürlich kein Fest ohne Festessen, das im Pfarrheim im Nachbardorf bereitet war und herzliche und fröhliche Atmosphäre mit viel Lachen und Plaudern und Loben und Danken.Für mich und meine Mitschwester, die wir in den letzten Jahren in unserer Gemeinschaft viel öfter die Schließung von Konventen erlebt haben, war es ein Fest für Herz, Leib und Seele und eine schöne Gewissheit, sie in unserer Nähe zu haben. Die nicht mehr so selbstverständlich geäußerte Fürbitte um Ordensberufungen in unsere Kirche konnte ich wieder aus ganzem Herzen mitbeten.
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In einigen Spielen der EM haben die Schiedsrichter nicht damit gegeizt, gelbe Karten zu zeigen. Das bedeutet, wenn ein Spieler ein schlimmes Foul begeht, sich unsportlich verhält oder sonst eklatant gegen die allgemeinen Regeln des Fußballs verstößt, bekommt er diese Verwarnung. Und das hat Folgen. Meist sind die Spieler dann etwas vorsichtiger und versuchen, jetzt regelkonform zu agieren. Und wenn es dann trotzdem schiefgeht, bekommt er noch eine gelbe Karte und aus doppelgelb wird rot und der Spieler muss den Platz verlassen. Also eine sehr viel höhere Strafe, die auch meist eine Sperre für ein oder zwei Spiele nach sich zieht.Natürlich ist in meiner Kartensammlung für selige Fußballfans auch eine gelbe Karte. Und da steht ein Bibeltext aus dem Lukasevangelium. Im 12. Kapitel in Vers 48 steht: "Wer dagegen falsch handelt, ohne es zu wissen, wird mit einer leichteren Strafe davonkommen."In diesem Kapitel geht es um die Wachsamkeit. Wie sollen wir wachsam in der Erwartung des kommenden Christus leben, ist hier die Frage, die den Jüngern in Gleichnissen gestellt und erläutert wird. Und am Beispiel eines Herrn, der seine Diener mit Aufträgen versieht und auf Reisen geht, kommt die Erklärung: Da niemand weiß, wann der Hausherr zurückkommt, sind die verschiedenen Typen zu erkennen. Die einen machen ihren Dienst, wie er ihnen aufgetragen ist. Die anderen denken, oh, mein Herr kommt noch lange nicht, machen alles zu ihren Gunsten und kümmern sich nicht um die ihnen Anvertrauten.Für uns heute ist es eine gute Erklärung für unseren Tag heute. Tun wir das, was heute dran ist, was unser Arbeitsauftrag im Betrieb, in der Familie, im Ehrenamt in der Gemeinde ist und bleiben wir in der Erwartung des Herrn, von dem wir nicht wissen, wann er kommt.Und im Fußball, in einem Turnier, gibt es die wunderbare Regel, dass nach dem Viertelfinale alle gelben Karten gelöscht werden. Das heißt, alle Sünden und Verfehlungen sind gelöscht und man kann in den letzten Spielen wieder unbeschwert loslegen. Eine gute Erklärung für die Barmherzigkeit Gottes, der uns immer wieder eine neue Chance gibt, auch nach mehreren gelben Karten.
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Thomas ist die ganze Zeit mit den anderen Jüngern und Jüngerinnen mit Jesus unterwegs gewesen, hat ihn mitreißend predigen gehört, gesehen wie er gelebt, gebetet, gelitten, geglaubt hat, hat mit ihm gegessen und getrunken und Feste gefeiert. Er hat die Wunder erlebt, die in den drei Jahren geschehen sind und alle verblüfft haben. Er ist aber, wie fast alle seiner Kollegen in Panik geflüchtet, als dieser Jesus, an den er geglaubt hat, gepeinigt und gekreuzigt wird. Und dann soll er wieder auferstanden sein? Echt jetzt? Die anderen Apostel haben ihn gesehen und erzählen es ihm. Aber das geht Thomas jetzt wirklich zu weit. Er entgegnet ihnen ärgerlich und schroff: Wenn ich nicht die Wunden von den Nägeln an seinen Händen sehe und wenn ich das mit meinen Fingern nicht fühlen kann und meine Hand nicht in seine Seite legen darf, glaube ich nicht. Basta. Dieses Basta, dieses "dann glaube ich nicht", ist die große Frage des Thomas nach dem, was er denn noch glauben kann und will. Wir sagen schnell, der ungläubige Thomas. Aber eigentlich ist es eher anders: weil er glauben möchte, hat er Zweifel. Nur wer wirklich glaubt, hat auch Zweifel. Und acht Tage später ist er doch wieder mit den anderen zusammen. Und Jesus kommt dazu und spricht ihn an: Leg Deine Hände in meine Wunden und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Weil Jesus die Zweifel des Thomas ernst nimmt und kennt, kann er ihm genau die Zeichen geben, die er braucht, um glauben zu können. Er darf es quasi be-greifen – anfassen – antippen – erfühlen und damit verstehen. Und dann kommt das eigentlich Große dieses angeblichen Zweiflers. Er kann ganz beeindruckt bekennen und trotzdem ganz einfach sagen: Mein Herr und mein Gott. Er sagt nicht: Du bist der Herr und Gott. Er bekennt: Mein Herr und mein Gott. Für mich ist das Beispiel des Thomas gerade im Moment der Krise der Kirchen eine Antwort: Kann ich sagen und bekennen: Mein Herr und mein Gott? Da ist nicht der perfekte, strahlende, zweifelsfreie Glaube gemeint, der über allem schwebt und durch keine Katastrophe angefragt werden kann, sondern der oft haltlose, der zweifelnde, der verzweifelte aber immer suchende Glaube, auf der Suche nach meinem Herrn und meinem Gott.
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Ein vierzehnjähriges Mädchen, das in der Glaubensgewissheit erzogen worden ist, dass eine aus ihrem Volk die Mutter des Messias werden wird, hat diese Begegnung mit dem Engel Gabriel, der genau ihr diese unglaubliche Botschaft bringt. Und der Engel gibt ihr, quasi als Ermutigung, Tipp und Trost die Nachricht, dass ihre Verwandte Elisabeth, die ja schon älter und kinderlos ist, jetzt einen Sohn erwartet. Sie sei schon im sechsten Monat, weil bei Gott nichts unmöglich ist. Einige Wochen gehen ins Land und dann macht sich Maria auf den Weg ins Gebirge, zu ihrer Verwandten. Was will sie dort? Ihre eigenen Eltern ahnen wahrscheinlich noch nichts von dem Unbeschreiblichen, was sich da anbahnt, ihr Verlobter Josef auch nicht. Braucht sie vielleicht doch noch den Beweis, dass sie das alles nicht geträumt hat, dass stimmt, was der Engel gesagt hat, dass dieses Unglaubliche, das ihr da angekündigt worden ist, wirklich Gottes Wille ist? Oder will sie den Abstand von zuhause, um sich selbst wieder sicher zu werden? Oder will sie einfach ihre Verwandte besuchen und mit ihr eine Frau, die sich mit ihrem Mann ebenso auf ein göttliches Abenteuer eingelassen hat? Vielleicht braucht sie eine mütterliche Schulter, an der sie sich anlehnen und ausweinen kann, wegen all dem Ungeheuerlichen, was ihr da zugetraut wird? Fragen über Fragen, die wir uns stellen würden. Denn im Augenblick, da sich diese beiden Frauen, die ganz junge, und die schon ältere begegnen, geschieht eine Explosion und eine Revolution: eine Explosion in Freude, Glück und Überraschung, die beide Frauen und ihre Ungeborenen erfasst und jubeln lässt. Und eine Revolution. Denn aus Maria, diesem gesegneten jungen Mädchen, bricht ein Gebet hervor, das bis heute nachhallt. Sie verkündet, dass Gott auf die Niedrigen schaut, die Hochmütigen verjagt, die Mächtigen von ihren Thronen stürzt und kleine Leute erhöht und sich immer seines Volkes erbarmt, weil er es Abraham, Sarah und allen ihren Nachkommen verheißen hat. Und sie sagt nicht, dass dieser Gott es in Zukunft tun wird, sondern jetzt, heute, immer. Aus dieser Begegnung von Maria und Elisabeth, an die wir uns heute erinnern, geht eine Kraft und Freude aus, weil es allen klarmacht: dieser Gott ist mit uns, heute, immer und in alle Ewigkeiten.
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Also am Wochenende war ja dann weiterhin Fußball und nach 2 Tagen Pause vorher ohne Fußball war das schon schön. Bei den ganzen Begriffsklärungen über Positionen in den Mannschaften und in den taktischen Aufstellungen gibt es Dinge, die kaum noch eine Rolle spielen aber früher so wichtig waren. Kaum noch jemand kennt den Libero, der früher von Franz Beckenbauer so perfekt gespielt wurde. Früher gab es dann zum Beispiel auch noch die Kreisläufer und die Läufer auf den Außenbahnen. Heute, im modernen Fußball, werden diese Positionen immer noch gespielt aber ganz anders wahrgenommen und bezeichnet. Und dann gibt es, auf meinem Kärtchen für heute, den Begriff der Manndeckung. Früher wurde das konsequent gespielt und die Deutschen und noch mehr die Italiener haben noch lange an diesem Stil festgehalten, während heute mehr die Raumdeckung und dabei das Spiel in den Dreier – und Viererketten vorgezogen wird. Die Bibelstelle auf meinem Kärtchen ist aus dem Matthäusevangelium der 20. Vers aus dem 28. Kapitel. Dort heißt es von Jesus persönlich: Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist. Im ganzen Matthäusevangelium wird von Jesu Leben und Wirken, von Leiden, Tod und Auferstehung berichtet. Und jetzt, in den allerletzten Versen geht es Jesus darum, seinen Freunden und Begleiterinnen nochmal deutlich seine wichtigsten Aufträge zu geben: alle Völker zu seinen Jüngern machen, und zu taufen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und alles zu lehren und zu befolgen, was er ihnen zu befolgen geboten hat. Und dann ist der allerletzte Satz diese Zusage, immer bei uns zu sein. Wenn wir das konsequent denken könnten, was ja schwer genug ist, aber vielleicht doch konsequent glauben würden, gäbe es eine Zuversicht, die fast nicht mehr zu toppen ist: in all deinen Höhen und Tiefen bist du nicht allein, ich bin bei Dir und lasse Dich nicht im Stich. Ein Stürmer beim Fußball hätte nicht so gern, wenn ihn der Verteidiger, wie es heute eher heißt, niemals im Stich lassen würde. Aber für mich und für Sie ist dieses letzte Wort Jesu aus dem Matthäusevangelium wohl das Beste, was uns passieren kann.
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Es scheint, als würde diese Europameisterschaft das Turnier der Eigentore. Es gibt schon sieben und der Rekord ist 11 Eigentore in einem Turnier. Manchmal sind es ganz dusselige Fehler und Missverständnisse zwischen Verteidiger und Torwart, wie bei der türkischen Mannschaft. Und der Ball kullert ins Tor. Oder wie im ersten Spiel, als Antonio Rüdiger als Verteidiger den Ball aus der Gefahrenzone köpfen wollte und leider ins eigene Tor getroffen hat. Wenn dann noch mehrere Tore fallen und nicht das Eigentor das spielentscheidende ist, geht es gerade noch. Sie ahnen es schon. Auf meinem heutigen Kärtchen mit Begriffen für selige Fußballfans steht das Wort EIGENTOR. Wir kennen das auch aus dem täglichen Umgang und sagen schon mal, wenn jemand etwas besonders ungeschickt vorgebracht hat, er habe da aber ein Eigentor geschossen. Oder wenn jemand sich zu einem Thema immer mehr in Rage redet und immer mehr vom Thema abkommt, sich in Widersprüche verwickelt, das Ganze völlig danebengeht und als Eigentor bezeichnet wird. Als Bibelwort steht auf meinem Kärtchen Vers 19 aus dem Psalm 34. Da heißt es: "Der Herr ist denen nahe die verzweifelt sind, und rettet auch jeden, der alle Hoffnung verloren hat.“ Auch jede und jeder von Ihnen kennt Situationen im Leben, die so zum Verzweifeln sind, dass man sich am liebsten in ein Mauseloch verkriechen und nie mehr auftauchen möchte. Von familiären Ungeschicklichkeiten bis hin zu großen Katastrophen, die man selbst ausgelöst hat und verantworten muss. Und da steht dieser Psalm unter der Überschrift "Unter Gottes Schutz und Leitung“. In solchen Lebenssituationen kann sich zeigen, ob mein Glaube Sonntagsgottesdienstglaube ist oder ob er mich durch die Höhen und Tiefen meines Lebens begleitet. Dann ist die Situation trotzdem oft bedrohlich und zum Verzweifeln. Und doch kann irgendwann der Gedanke mein Herz und meine Seele trösten, dass in all dem Chaos Gott an meiner Seite ist und ich da nicht allein durchmuss. Eigentore bleiben übel, aber es gibt die Hoffnung auf ein neues, besseres Spiel meines Lebens.
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Gestern habe ich mit Ihnen schon mal auf das Lied "Das Jahr steht auf der Höhe" geschaut und die ersten beiden Strophen zum Nachdenken vorgelegt. Heute schaue ich mit Ihnen gern auf die dritte und vierte Strophe. Die dritte lautet:Das Jahr lehrt Abschied nehmen schon jetzt zur halben Zeit.Wir sollen uns nicht grämen, nur wach sein und bereit,die Tage loszulassen und was vergänglich ist,das Ziel ins Auge fassen, dass du, Herr, selber bist. Diese Zeilen sollen für uns nicht trostloses auf das Jahresende zugehen bedeuten, sondern als Wachmacher fungieren. Das was vergänglich und gestrig ist, können wir hinter uns lassen damit wir offenen Auges und Herzens auf das schauen können, was vor uns liegt. Und da liegt vor uns das Ziel, dass für uns Christen der Herr Jesus Christus selber ist. In der vierten Strophe wird noch deutlicher, worum es geht: nicht unsere abnehmende Zeit und Kraft und das Vergehen des äußeren Menschen ist das Ziel, sondern die Bitte an Gott, dass jede und jeder vorher zu ihm finden möge und durch den Tod hindurch zum Leben bei ihm findet.Du wächst und bleibst für immer, doch unsre Zeit nimmt ab.Dein Tun hat Morgenschimmer, dass unsere sinkt ins Grab.Gib, eh die Sonne schwindet, der äußre Mensch vergeht,dass jeder zu dir findet und durch dich aufersteht.Unsere alten Schwestern haben von früher noch die abendliche Übung gekannt, sich vorzustellen, dass sie in dieser Nacht sterben würden. Um dann in vollem und liebendem Bewusstsein vor dem Schlafengehen ihr Leben in Gottes Hände zu geben, der ja das Ziel unseres Weges ist. Das ist eine, für uns Heutige, fremde Übung aber es schult die Gewissheit, in allem in Gottes Hand geborgen zu sein.