NDR Feature Box Archiv
38 Episoden
52 Minuten
Die Sehnsucht nach dem allesumfassenden Durchblick ist groß und wahrscheinlich so alt wie die Menschheit. Doch noch nie zuvor waren so viele Stimmen darüber hörbar wie heute, wie im jetzigen Medienzeitalter. Die Erleuchtung ist für den spirituellen Sinnsucher das, was der Mount Everest für den Bergsteiger - und zugleich ist sie nichts, was durch Anstrengung willentlich erreicht werden könnte. Die Autorin erkundet dieses Phänomen - und macht sich auch selbst auf den Weg einer Reise mit ungewissem Ziel und Ausgang.
50 Minuten
Alkohol hat zwei Gesichter. Es ist ein Nervengift und zugleich das älteste Genussmittel überhaupt. Das Trinken ist eine Gratwanderung. Im Rausch werden Berge versetzt, wird das Leben bunt und zügellos. Doch dann ist da der Absturz, die Peinlichkeit, das Danach und nicht zuletzt der Verlust an Gehirnzellen, Gesundheit und Sozialleben. Wer die Promillegrenze dauerhaft überschreitet, säuft bald im Abseits. Wer sie allerdings noch nie ausgelotet hat, ist zu bedauern. Das Feature zeigt Menschen, die trinken können und solche, die es lassen müssen. Eine intime Erzählung vom ersten Schluck bis zum vorerst letzten Rausch.
54 Minuten
Bernd ist seit über 40 Jahren drogenabhängig. Seinen ersten Drogenkontakt hatte er mit 12. Im Alter von elf Jahren bekommt er von seinem Vater Schlagzeugunterricht geschenkt. Ralf Kleinemas montiert in diesem Feature Gespräche mit Bernd mit musikalischen Fragmenten, die er im Laufe seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als "Musikgruppenleiter" bei Malteser Nordlicht Hamburg gesammelt hat. In den Aufnahmen äußern sich drogenabhängige Männer in musikalischer Form. In einem Stehgreifgedicht heißt es:
"Die Bösen verstecken sich im Dunkel. Ich verstecke mich im Licht, weil da sieht man mich nicht."
"Die Bösen verstecken sich im Dunkel. Ich verstecke mich im Licht, weil da sieht man mich nicht."
54 Minuten
Femizide in Österreich
„Wie ich nach Hause gekommen bin, hat er den Hammer schon hingelegt gehabt.“ Renate Daurer wurde von ihrem Ex-Partner mit einem Hammer so schwer verletzt, dass sie wochenlang im Krankenhaus behandelt werden musste. Sie möchte anderen Frauen Mut machen, sich aus toxischen Beziehungen zu lösen.
Österreich ist trauriger Spitzenreiter in Europa bei der Anzahl der jährlich auf Grund ihres Geschlechts getöteten Frauen. Anhand von Interviews u. a. mit der Psychiaterin Adelheid Kastner und dem Arzt Peter Klar, der einen Femizid verhindert hat, werden die Motive hinter den Morden offengelegt und präventive Maßnahmen vorgestellt. Dieses Feature wurde mit dem Juliane-Bartel-Medienpreis ausgezeichnet.
Feature von Janina Böck-Koroschitz und Elisabeth Weilenmann
Technische Realisation: Manuel Radinger, Markus Freund und Elke Steinort
Regie: Elisabeth Weilenmann
Produktion: NDR/SWR/ORF 2022
Redaktion: Joachim Dicks
„Wie ich nach Hause gekommen bin, hat er den Hammer schon hingelegt gehabt.“ Renate Daurer wurde von ihrem Ex-Partner mit einem Hammer so schwer verletzt, dass sie wochenlang im Krankenhaus behandelt werden musste. Sie möchte anderen Frauen Mut machen, sich aus toxischen Beziehungen zu lösen.
Österreich ist trauriger Spitzenreiter in Europa bei der Anzahl der jährlich auf Grund ihres Geschlechts getöteten Frauen. Anhand von Interviews u. a. mit der Psychiaterin Adelheid Kastner und dem Arzt Peter Klar, der einen Femizid verhindert hat, werden die Motive hinter den Morden offengelegt und präventive Maßnahmen vorgestellt. Dieses Feature wurde mit dem Juliane-Bartel-Medienpreis ausgezeichnet.
Feature von Janina Böck-Koroschitz und Elisabeth Weilenmann
Technische Realisation: Manuel Radinger, Markus Freund und Elke Steinort
Regie: Elisabeth Weilenmann
Produktion: NDR/SWR/ORF 2022
Redaktion: Joachim Dicks
53 Minuten
Von einem neuen Zeitalter wollen wir erzählen. Von globalen Schulden und globalem Widerstand. Es tauchen auf: Großgläubiger, die Finanzmärkte, der verschuldete Mensch und sein Widerstand und eine finanzmathematische Formel, in der eine Schuldenkrise nicht vorgesehen war. Wir werden die Stimmen der Schuldner und der Gläubiger hören und die Stimmen der Politiker, die die Bedingungen für den neuen Schuldenkapitalismus geschaffen haben. Wir werden sie alle hören in einem Oratorium von Schulden, Schuld und Widerstand.
54 Minuten
Keine Frage, Egon Erwin Kisch war ein Teufelskerl. Stets schneller als die Konkurrenz. Immer da, wo es brannte. Ein Held der investigativen Reportage. Der Meister der journalistischen Enthüllung. Spätestens als er mit dem später mehrfach verfilmten Fall von Oberst Alfred Redl im Jahr 1913 die wohl pikanteste Spionagegeschichte Europas vor dem Ersten Weltkrieg aufdeckte. All das schreiben wir Kisch heute zu. Aber was, wenn Kisch sich das vor allem selbst zugeschrieben hat? War der Journalist, nach dem bis heute die wichtigste Reportage-Kategorie beim jährlichen „Stern“-Preis benannt ist, genauso ein fantasievoller Hochstapler wie nicht wenige der Menschen, über die er geschrieben hat? Das Feature begibt sich in Prag, in Kischs Geburtsstadt, auf eine detaillierte Spurensuche und macht erstaunliche Entdeckungen.
53 Minuten
Zwei Menschen und die Liebe
"Trauer ist schwarz, Angst dunkelblau." Olaf weiß Bescheid. Er erzählt Elsa von der Angst, von der Überwindung der Angst. Dann fragt er Elsa. Sie redet, sie schweigt, sie weint, sie hat immer noch Angst, Angst vor ihrem Stiefvater, der sie als junges Mädchen und erwachsene Frau mehrmals vergewaltigt und zweimal geschwängert hat. Olaf und Elsa erzählen sich aus ihrem Leben. Elsa kommt aus Kasachstan, Olaf aus Norddeutschland. Beide sind geistig behindert. Vor Jahren haben sie sich über die Schatzkiste e.V., eine Partnervermittlung für Menschen mit Behinderung, kennengelernt. Inzwischen sind sie verheiratet und spielen zusammen Theater: Hamlet, Leonce und Lena, Die Zauberflöte. Olaf arbeitete bei der Hamburger Künstlergruppe "Die Schlumper", Elsa in einer "Werkstatt für Behinderte". Beide spielen in der Minotauros Kompanie. Sie sind ein Künstlerpaar, nur anders.
Von Julia Solovieva
Redaktion: Joachim Dicks
Produktion: NDR 2012
"Trauer ist schwarz, Angst dunkelblau." Olaf weiß Bescheid. Er erzählt Elsa von der Angst, von der Überwindung der Angst. Dann fragt er Elsa. Sie redet, sie schweigt, sie weint, sie hat immer noch Angst, Angst vor ihrem Stiefvater, der sie als junges Mädchen und erwachsene Frau mehrmals vergewaltigt und zweimal geschwängert hat. Olaf und Elsa erzählen sich aus ihrem Leben. Elsa kommt aus Kasachstan, Olaf aus Norddeutschland. Beide sind geistig behindert. Vor Jahren haben sie sich über die Schatzkiste e.V., eine Partnervermittlung für Menschen mit Behinderung, kennengelernt. Inzwischen sind sie verheiratet und spielen zusammen Theater: Hamlet, Leonce und Lena, Die Zauberflöte. Olaf arbeitete bei der Hamburger Künstlergruppe "Die Schlumper", Elsa in einer "Werkstatt für Behinderte". Beide spielen in der Minotauros Kompanie. Sie sind ein Künstlerpaar, nur anders.
Von Julia Solovieva
Redaktion: Joachim Dicks
Produktion: NDR 2012
55 Minuten
Eine Grenzerfahrung erlebt von Johannes Groschupf
Der Absturz eines Helikopters, der sich am 31.03.1994 in der algerischen Sahara ereignete und der vierzehn Todesopfer forderte, wird hier von Johannes Groschupf, dem einzigen Überlebenden, erzählt. In einer Sprache von beklemmender Intensität wird dem Hörer eine Innenansicht dieser Grenzerfahrung ermöglicht, die - in ihrem Schmerz wie in ihrem tiefen Glück - außergewöhnlich fesselnd ist. Die Haut des Autors war zu 80 Prozent verbrannt. Das Leben ist ihm noch einmal geschenkt worden. Die NDR-Produktion wurde 1999 mit dem Robert-Geisendörfer-Preis ausgezeichnet und hat als hoffnungsspendende Geschichte, dass das Leben manchmal weitergeht, obwohl wir dies nicht für möglich halten, nichts von ihrer Wirkungskraft eingebüßt.
Von Johannes Groschupf
Redaktion: Joachim Dicks
Produktion: NDR 1998
Der Absturz eines Helikopters, der sich am 31.03.1994 in der algerischen Sahara ereignete und der vierzehn Todesopfer forderte, wird hier von Johannes Groschupf, dem einzigen Überlebenden, erzählt. In einer Sprache von beklemmender Intensität wird dem Hörer eine Innenansicht dieser Grenzerfahrung ermöglicht, die - in ihrem Schmerz wie in ihrem tiefen Glück - außergewöhnlich fesselnd ist. Die Haut des Autors war zu 80 Prozent verbrannt. Das Leben ist ihm noch einmal geschenkt worden. Die NDR-Produktion wurde 1999 mit dem Robert-Geisendörfer-Preis ausgezeichnet und hat als hoffnungsspendende Geschichte, dass das Leben manchmal weitergeht, obwohl wir dies nicht für möglich halten, nichts von ihrer Wirkungskraft eingebüßt.
Von Johannes Groschupf
Redaktion: Joachim Dicks
Produktion: NDR 1998
53 Minuten
Der Schriftsteller László Krasznahorkai
In seinen Romanen und Erzählungen durchstößt der 1954 geborene László Krasznahorkai die feine Membran der Zivilisation und macht das Alltägliche zu einer Frage von Leben und Tod: so in seinem Debüt «Satanstango», dessen Verfilmung 1994 auf der Berlinale seine internationale Premiere hatte, so auch in seinem zuletzt übersetzten Roman "Herscht 07769", der im Milieu ostdeutscher Neonazis spielt. In einer mäandernden, Raum und Zeit überspannenden Prosa zeigt sich das Bild eines Autors, der schutzlos der Brutalität des irdischen Daseins ausgesetzt scheint. Begegnungen in Berlin und Budapest mit einem rastlosen Solitär der Gegenwartsliteratur. László Krasznahorkai wird in diesen Tagen mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
Von Thomas David
Redaktion: Joachim Dicks
Produktion: WDR 2023
In seinen Romanen und Erzählungen durchstößt der 1954 geborene László Krasznahorkai die feine Membran der Zivilisation und macht das Alltägliche zu einer Frage von Leben und Tod: so in seinem Debüt «Satanstango», dessen Verfilmung 1994 auf der Berlinale seine internationale Premiere hatte, so auch in seinem zuletzt übersetzten Roman "Herscht 07769", der im Milieu ostdeutscher Neonazis spielt. In einer mäandernden, Raum und Zeit überspannenden Prosa zeigt sich das Bild eines Autors, der schutzlos der Brutalität des irdischen Daseins ausgesetzt scheint. Begegnungen in Berlin und Budapest mit einem rastlosen Solitär der Gegenwartsliteratur. László Krasznahorkai wird in diesen Tagen mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
Von Thomas David
Redaktion: Joachim Dicks
Produktion: WDR 2023
55 Minuten
Der ungarische Tangotänzer Béla Tarr
Der Ungar Béla Tarr ist einer der kompromisslosesten europäischen Filmemacher der Gegenwart. Sein bekanntester Film "Satanstango" ist über 400 Minuten lang, in "The Man from London" gibt es in zweieinhalb Stunden nur 29 verschiedene Kameraeinstellungen. Mit Mitte 50 hat der Meister der filmischen Langsamkeit entschieden, keine Filme mehr zu drehen - weil für ihn alles gesagt ist. Immer wieder hat sich Tarr die Freiheit genommen, radikal und drastisch zu sein. Und das, obgleich in seinem Heimatland Ungarn diese Freiheit gefährdeter scheint denn je. Immer wieder hat er für seine Filme eng zusammengearbeitet mit dem Schriftsteller und Drehbuchautor László Krasznahorkai, der in diesem Jahr mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wird. Das Porträt Béla Tarrs wirft auch ein besonderes Licht auf Krasznahorkais Werk.
Von Martin Becker und Tabea Soergel
Redaktion: Joachim Dicks
Produktion: NDR 2011
Der Ungar Béla Tarr ist einer der kompromisslosesten europäischen Filmemacher der Gegenwart. Sein bekanntester Film "Satanstango" ist über 400 Minuten lang, in "The Man from London" gibt es in zweieinhalb Stunden nur 29 verschiedene Kameraeinstellungen. Mit Mitte 50 hat der Meister der filmischen Langsamkeit entschieden, keine Filme mehr zu drehen - weil für ihn alles gesagt ist. Immer wieder hat sich Tarr die Freiheit genommen, radikal und drastisch zu sein. Und das, obgleich in seinem Heimatland Ungarn diese Freiheit gefährdeter scheint denn je. Immer wieder hat er für seine Filme eng zusammengearbeitet mit dem Schriftsteller und Drehbuchautor László Krasznahorkai, der in diesem Jahr mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wird. Das Porträt Béla Tarrs wirft auch ein besonderes Licht auf Krasznahorkais Werk.
Von Martin Becker und Tabea Soergel
Redaktion: Joachim Dicks
Produktion: NDR 2011
55 Minuten
Traumberuf in schwierigen Zeiten
"Schauspieler:innen stellen die Charaktere eines Theaterstückes oder eines Drehbuchs für Film- bzw. Fernsehproduktionen dar". So beschreibt die Bundesagentur für Arbeit nüchtern einen vermeintlichen Traumberuf. Jedes Jahr drängen rund 200 BerufsanfängerInnen auf einen engen Arbeitsmarkt mit rund 2000 festen Stellen in den Ensembles der deutschen Theater. Dabei gelten diejenigen, die sich in komplexen Aufnahmeprüfungen an einer der begehrten staatlichen Hochschulen durchgesetzt haben und am Ende eines vierjährigen physisch und psychisch herausfordernden Studiums stehen, als privilegiert. Doch ihre Berufsaussichten sind alles andere als rosig. Wie kann man unter diesen Voraussetzungen, Kunst im Allgemeinen und Schauspielen im Besonderen zum Beruf machen wollen? Ist das (noch) Idealismus, (schon) Naivität oder (bereits) Realitätsverweigerung?
Das Feature befragt dazu Schauspielstudierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Neun junge Frauen und Männer, die am Ende ihres herausfordernden Studiums vor dem erhofften Berufseinstieg stehen und dafür an ihrem ganz eigenen Vorsprechrepertoire arbeiten.
Von Jörn Klare
Redaktion: Joachim Dicks
Produktion: NDR/HMTMH 2025
"Schauspieler:innen stellen die Charaktere eines Theaterstückes oder eines Drehbuchs für Film- bzw. Fernsehproduktionen dar". So beschreibt die Bundesagentur für Arbeit nüchtern einen vermeintlichen Traumberuf. Jedes Jahr drängen rund 200 BerufsanfängerInnen auf einen engen Arbeitsmarkt mit rund 2000 festen Stellen in den Ensembles der deutschen Theater. Dabei gelten diejenigen, die sich in komplexen Aufnahmeprüfungen an einer der begehrten staatlichen Hochschulen durchgesetzt haben und am Ende eines vierjährigen physisch und psychisch herausfordernden Studiums stehen, als privilegiert. Doch ihre Berufsaussichten sind alles andere als rosig. Wie kann man unter diesen Voraussetzungen, Kunst im Allgemeinen und Schauspielen im Besonderen zum Beruf machen wollen? Ist das (noch) Idealismus, (schon) Naivität oder (bereits) Realitätsverweigerung?
Das Feature befragt dazu Schauspielstudierende der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Neun junge Frauen und Männer, die am Ende ihres herausfordernden Studiums vor dem erhofften Berufseinstieg stehen und dafür an ihrem ganz eigenen Vorsprechrepertoire arbeiten.
Von Jörn Klare
Redaktion: Joachim Dicks
Produktion: NDR/HMTMH 2025
49 Minuten
Feature nach dem gleichnamigen Dokudrama von Ingo Helm und Sabine Bernardi
Heute ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall selbstverständlich. Doch Arbeiter in den 1950er-Jahren bekommen, im Gegensatz zu den Angestellten, in den ersten drei Krankheitstagen gar keinen Lohn, danach nur wenig. Diese Ungleichbehandlung wollen sich die Arbeiter nicht mehr gefallen lassen. Emma (Anna Schimrigk) und Alfred (David Bredin) verkörpern das Leben der fiktiven Kieler Arbeiterfamilie Freese und machen die damaligen Herausforderungen in all ihrer
Härte erlebbar. Der Krieg und dessen Entbehrungen haben ihre Generation gezeichnet, aber jetzt geht es wieder aufwärts.
Der Historiker und Regisseur Ingo Helm ist gemeinsam mit Sabine Bernardi Autor des Dokudramas „Die Mutigen 56“. Auf dessen Grundlage ist das Feature entstanden. Es zeigt intensiv und präzise den Kampf der mutigen Metallarbeiter in Schleswig-Holstein und ihrer Familien 1956: 114 Tage im Ausnahmezustand. Hier wird ein einzigartiger Arbeitskampf lebendig, in einer Zeit, in der die Menschen das Thema Streik vor allem mit Verspätungen und Ausfällen im ÖPNV und Flugverkehr verbinden. Helm wünscht sich, dass „mehr Bewusstsein dafür entsteht, dass Wohltaten, die wir heute selbstverständlich in Anspruch nehmen, erkämpft worden sind“.
Produktion: Norddeutscher Rundfunk 2024
Mehr Infos gibt es hier:
https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/metallarbeiterstreik100.html
Und den Film findet Ihr als dreiteilige Miniserie in der ARD Mediathek.
https://www.ardmediathek.de/serie/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80OTk3/1
Heute ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall selbstverständlich. Doch Arbeiter in den 1950er-Jahren bekommen, im Gegensatz zu den Angestellten, in den ersten drei Krankheitstagen gar keinen Lohn, danach nur wenig. Diese Ungleichbehandlung wollen sich die Arbeiter nicht mehr gefallen lassen. Emma (Anna Schimrigk) und Alfred (David Bredin) verkörpern das Leben der fiktiven Kieler Arbeiterfamilie Freese und machen die damaligen Herausforderungen in all ihrer
Härte erlebbar. Der Krieg und dessen Entbehrungen haben ihre Generation gezeichnet, aber jetzt geht es wieder aufwärts.
Der Historiker und Regisseur Ingo Helm ist gemeinsam mit Sabine Bernardi Autor des Dokudramas „Die Mutigen 56“. Auf dessen Grundlage ist das Feature entstanden. Es zeigt intensiv und präzise den Kampf der mutigen Metallarbeiter in Schleswig-Holstein und ihrer Familien 1956: 114 Tage im Ausnahmezustand. Hier wird ein einzigartiger Arbeitskampf lebendig, in einer Zeit, in der die Menschen das Thema Streik vor allem mit Verspätungen und Ausfällen im ÖPNV und Flugverkehr verbinden. Helm wünscht sich, dass „mehr Bewusstsein dafür entsteht, dass Wohltaten, die wir heute selbstverständlich in Anspruch nehmen, erkämpft worden sind“.
Produktion: Norddeutscher Rundfunk 2024
Mehr Infos gibt es hier:
https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/metallarbeiterstreik100.html
Und den Film findet Ihr als dreiteilige Miniserie in der ARD Mediathek.
https://www.ardmediathek.de/serie/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80OTk3/1
56 Minuten
Rockband im Krieg Sonja ist Fan von „Metamorphose“, einer Rockband, in der Danja, Ilija, Lera, Maxim und Vadim spielen. Bis zum 24. Februar 2022 lebten sie alle im ukrainischen Awdijiwka, einer Stadt an der Grenze zur Donezker Volksrepublik. Nach Beginn des Krieges mit heftigen Beschüssen sind sie mit ihren Familien geflüchtet und leben heute verstreut nicht weit vom Donbass. Die Nähe zu ihrer Heimatstadt haben die Jugendlichen nicht verloren. Im April 2022 richten sie einen Telegramm-Chat ein, in dem sie sich austauschen und sich beistehen im Alltag dieses Krieges. Nur selten kann sich die Band zu gemeinsamen Proben in Dnipro treffen. Aber die Studiotür ist offen. Feature von Julia Solovieva Mit: Marina Frenk, Jana Auburger, Sophia van den Berg, Leo Kramer, Leonardo Lukanow, Jan-Hendrik von Minden und Niklas Müller Technische Realisation: Markus Freund und Elke Steinort Regie: Friederike Wigger Produktion: NDR und WDR 2023
2 Minuten
Ein Storytelling-Podcast über die dunkelste Stunde der Menschheit und die Sehnsucht nach Rache: Was würdest du tun, wenn du dem Mörder deiner Familie gegenüberstehst?
1 Stunde 16 Minuten
Folge 1: Charly. Nachmittage in der Zuhältervilla. „Ich habe von meiner Patentante ein Dreirad geschenkt bekommen. So ein Polizei-Motorrad. Damit bin ich über die Reeperbahn gesaust. Das fanden sie vielleicht ganz witzig, dass da Polizei draufstand. So ein kleiner Seitenhieb. Aber das wird ja mit Humor genommen.“ Charly Carstens ist der Sohn der Kiez-Größe Dakota Uwe und erinnert sich an Geldbündel auf dem Esstisch und die Festnahme seines Vaters. „Normal war es halt auch, dass wir bewaffnet waren. Also mein Vater hat mir das auch gleich gezeigt: ‚Hier pass auf, diese Waffen sind zu unserer Sicherheit, nicht damit Spielen, die sind gefährlich.‘ Ich wusste, dass die abgesägte Schrotflinte immer bei uns zu Hause unterm Bett lag und im Nachtschrank noch ein Revolver.“ In „Kiezkinder“ geht es um vier Menschen, die als junge Leute, als Kinder und Teenager, St. Pauli erlebt haben: Den Sohn einer Kiez-Größe, eine Sexarbeiterin, eine Polizistin und einen Punk. Sie waren Jugendliche, als in den frühen 80er Jahren die organisierte Kriminalität auf die Reeperbahn kam und die Polizei mit der „Fachdirektion 65“ daran arbeitete, dem etwas entgegenzusetzen. Es geht um Glamour und Elend, Familienleben und Drogensumpf, Sex und ein Virus, das damals alles veränderte: HIV. Und es geht um die sehr persönlichen Geschichten von diesen vier Menschen: Charly Carstens, Manuela Freitag, Esther Lindemann und Schorsch Kamerun. Erzählerin im Podcast: Julia Hummer. Technische Realisation: Tobias Falke, Markus Freund, Jens Kunze, Marvin Leesch und Jan Merget. Regie: Nikolai von Koslowski, Redaktion: Ulrike Toma. Eine Produktion des Norddeutschen Rundfunks 2022. Kiezkinder. Die 80er in Hamburg, St. Pauli ist ein Podcast von den Machern der Dokuserie „Reeperbahn Spezialeinheit FD65“, Ina Kessebohm, Georg Tschurtschenthaler und Florian Fettweis. Die Dokuserie „Reeperbahn Spezialeinheit Fachdirektion 65“ gibt es in der ARD Mediathek. https://www.ardmediathek.de/sendung/reeperbahn-spezialeinheit-fd65/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80ODM4/1 Mehr Infos unter https://www.ndr.de/reeperbahn