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114 Episoden
24 Minuten
Eine gerechte Gesellschaft gibt allen Mitgliedern die gleiche, für alle maximal mögliche Freiheit. Das war John Rawls‘ erster Grundsatz, siehe letzte Episode. Aber wie sollten wir Güter und Ämter verteilen? Wer bekommt wie viel und wer darf wie viel bestimmen?

Gibt es „gerechte“ Ungleichheiten? Warum? Und wie groß dürfen diese Ungleichheiten sein? Um diese Fragen geht es in Rawls‘ Differenzprinzip, das wir in der heutigen Episode untersuchen.

Literatur: (bezahlte Links)

John Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit, Frankfurt/M. 1975
27 Minuten
Wenn du nicht wüsstest, wer du in der Gesellschaft sein wirst – was wäre die allererste Regel, die du dieser Gesellschaft vorher geben würdest? Also hinter dem „Schleier des Nicht-Wissens“? (siehe letzte Episode)

Rawls antwortet: Der allererste Artikel einer gerechten Gesellschaft ist der Freiheitsgrundsatz. Was da ganz genau drin steht und warum es drin steht, darum geht es in der heutigen Episode. Dabei stoßen wir auf das Problem der Toleranz gegen Intoleranz: Darf man Parteien verbieten? Rawls hat auch dazu einige Argumente parat.  

Literatur:

John Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit, Frankfurt/M. 1975
27 Minuten
Wie kommen wir zu „gerechten“ Regeln für die Gesellschaft? Das ist die zentrale Frage in John Rawls „Theorie der Gerechtigkeit“ (1971). Und seine Antwort baut auf einem berühmten Gedankenexperiment auf, dem Schleier des Nicht-Wissens.

Wie dieses Gedankenexperiment funktioniert und warum es die Antwort auf die Frage sein soll, darum geht es in der heutigen Episode.

Literatur:

John Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit, Frankfurt/M. 1979
1 Minute
Leider ist es wahnsinnig schwierig, sich über Gerechtigkeit einig zu werden. Jede und jeder findet anscheinend etwas anderes „gerecht“, je nachdem, wie unser eigenes Leben so aussieht. Sollten wir das Thema dann nicht einfach abkürzen und feststellen, dass es so etwas wie „objektive“ Gerechtigkeit nun mal gar nicht gibt? Ist Gerechtigkeit also „subjektiv“?

In der heutigen Episode spiele ich diese These durch, die wir in ähnlicher Form auch schon aus der Ethik kennen. Dass Gerechtigkeit „subjektiv“ ist, kann man zwar leicht behaupten – aber dadurch wird am Ende nichts wirklich leichter.
1 Minute
In der vergangenen Episode haben wir drei Prinzipien kennengelernt, die eine Verteilung vielleicht „gerecht“ machen: Gleichheit, Leistung und Bedarf. In der heutigen Episode spiele ich alle drei Prinzipien gedanklich durch. Es stellt sich heraus: So richtig „perfekt“ ist keins davon.
1 Minute
In dieser Episode schlage ich ein neues Kapitel auf: Verteilungsgerechtigkeit. Es gibt Kuchen!
25 Minuten
Krieg bedeutet die Vernichtung von menschlichem Leben, er ist gigantisches Unrecht. Und genau deswegen brauchen wir moralische Maßstäbe, was im Krieg erlaubt und verboten ist – das behauptet jedenfalls die Lehre vom „gerechten Krieg“ und Michael Walzer, einer ihrer modernen Vertreter. In seinem Buch Just and Unjust Wars argumentiert er für eine strikte Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nicht-Kombattanten (also: Zivilisten).

Aber selbst wenn diese Unterscheidung total einleuchtend ist – und selbst wenn man sie in der Praxis wirklich treffen könnte: Wie gut ist sie philosophisch begründet? Darum geht es in der heutigen Episode. Und es ist, wie immer: kompliziert.

Literatur:

Michael Walzer, Just and Unjust Wars. A Moral Argument with Historical Illustrations, New York (5. Aufl.) 2015

Seth Lazar: "War", in: Stanford Encyclopedia of Philosophy (2020)
31 Minuten
Wer angegriffen wird, darf sich verteidigen. Und im Ernstfall dürfen Staaten dazu auch Gewalt anwenden. Diese These vertritt jedenfalls Michael Walzer in seinem Klassiker „Gibt es den gerechten Krieg?“ (orig.: Just and Unjust Wars).

Gewalt zwischen Privatpersonen und Gewalt zwischen Staaten ist nämlich in vielen Punkten vergleichbar. Es gibt aber auch Unterschiede, und die haben wiederum ethische Konsequenzen. In dieser Episode stelle ich Walzers Ansatz vor und ordne ihn kritisch ein. Eine Episode über das Recht im Krieg folgt später.

Literatur:

Michael Walzer, Just and Unjust Wars. A Moral Argument with Historical Illustrations, New York (5. Aufl.) 2015
25 Minuten
Wie sollen wir uns gegen Gewalt wehren? Dass wir uns irgendwie verteidigen müssen, ist anscheinend klar. Aber wie viel Gewalt dürfen wir selbst dabei anwenden?

Der Pazifismus behauptet: am besten gar keine. Gewalt macht die Welt schlechter. Bertrand Russell entwickelt darum das Konzept vom „passiven Widerstand“. Wie das aussehen könnte und wie gut das in der Praxis funktionieren könnte – darum geht es in der heutigen Episode. Am Rande lesen wir auch Olaf Müller, der sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausspricht.

Literatur

Bertrand Russell, "Passiver Widerstand", in: Krieg. Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart, hrsg. von Michael Czelinski und Jürgen Stenzel, Stuttgart 2004, S. 94–98

Olaf Müller, "Massive Aufrüstung? Besser wäre ziviler Widerstand", in: Der Spiegel 24.6. 2025, Link
1 Minute
Krieg ist eine gigantische Sammlung von Leid und Unrecht. Da sind sich die allermeisten Menschen einig, auch in der Philosophie. Viel besser wäre es, die Staaten könnten ihre Angelegenheiten friedlich regeln, so wie Kant sich das vorgestellt hat (vgl. Episode #83). 

Leider sieht die Wirklichkeit aber (noch) anders aus. Wie sollen wir auf Gewalt reagieren? Um diese Frage geht es in meiner kleinen Mini-Serie zu Krieg und Konflikt. In der heutigen Episode stelle ich zwei Grundpositionen vor: Den Pazifismus und die Lehre vom „gerechten Krieg“. In den nächsten zwei Episoden werden wir uns beide Seiten genauer ansehen.

Literatur:

Carl von Clausewitz, "Was ist der Krieg?", in: Vom Kriege, hrsg. von Ulrich Marwedel, Stuttgart 1980

Thomas von Aquin, "Über das Erlaubtsein des Krieges", in: Summa theologica II.II

Ernst Tugendhat, "Pazifismus und berechtigter Krieg", in: H.-L. Ollig (Hrsg.), Philosophie als Zeitdiagnose. Ansätze der deutschen Gegenwartsphilosophie, Darmstadt 1991

(alle abgedruckt in Krieg. Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart, hrsg. von Michel Czelinski und Jürgen Stenzel, Stuttgart 2004)

Seth Lazar, "War", in: Stanford Encyclopedia of Philosophy (Link)
27 Minuten
 „Macht“ und „Gewalt“ sind Schlüsselbegriffe der Staatstheorie. Und auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob beide das gleiche beschreiben: Gewalt wäre dann sozusagen die „konkrete“ Form von Macht.

Hannah Arendt sieht das ganz anders: Gewalt und Macht sind zwei Paar Schuhe, sie sind gewissermaßen sogar Gegensätze. Warum das so ist und was daraus folgt, das zeige ich in dieser Episode.

Literatur:

Hannah Arendt, Macht und Gewalt, München 1970, NA 2024
1 Minute
Im letzten Teil meines Podcast-Jubiläums geht es um drei Hörerfragen zur Metaphysik (im weitesten Sinne).

Erstens: Gibt es einen Punkt, an dem sich Religion, Wissenschaft und Philosophie treffen? Ich lese dazu Ronald Dworkin, bin aber nicht restlos überzeugt. Zweitens: Wie kann Gott das Leid zulassen? Kant macht mit der Frage kurzen Prozess und bietet anschließend trotzdem eine Lösung an (sort of…). Drittens: Was sagt Philosophie über das Ende der Welt? Auch hier fragen wir Kant, und der antwortet uns: Die Menschheit betrachtet sich selbst als eine Art Netflix-Serie.

Viel Vergnügen!

Literatur:

Ronald Dworkin, Religion ohne Gott, Berlin 3. Aufl. 2014

Immanuel Kant, "Über das Misslingen aller philosophischen Versuche in der Theodizee", in: Denken wagen, Ditzingen 7. Aufl. 2017, S. 37–59

Immanuel Kant, "Das Ende aller Dinge", ebd., S. 60–77
32 Minuten
Zu meiner 100. Episode gab es einen bunten Strauß an Einsendungen. Vielen Dank! In der heutigen Episode habe ich Fragen zur Ethik gebündelt: Gibt es eine Pflicht, Andere zu „Ertragen“? Welche Rolle spielt unser Gewissen? Was ist ein wirksames Argument? Wie viele Arten Utilitarismus gibt es?

Literatur: (bezahlte Links)

Arthur Schopenhauer, Die Kunst, Recht zu behalten, Berlin 2012

Peter Singer, Praktische Ethik, Stuttgart NA 1994
30 Minuten
Ich feiere Jubiläum: 100 Episoden „Durchblick Philosophie“! Das ist ein Grund zum Feiern. Ich unterbreche mein Programm darum für eure Themen. Mich hat eine ganze Reihe an Fragen erreicht. Heute habe ich eine bunte Mischung dabei: Es um KI im öffentlichen Raum, um gleichgeschlechtliche Eltern und um das Bewusstsein.

Vielen Dank fürs Einsenden – und viel Spaß beim Hören!

Literatur:

Thomas Metzinger, Der Ego-Tunnel: Eine neue Philosophie des Selbst, Berlin und New York 2024
30 Minuten
Was genau ist eigentlich „Demokratie“? Stimmt es, dass „das Volk“ einen bestimmten Willen hat und den dann umsetzt? So ungefähr hatte Rousseau das verstanden.

Der Ökonom Joseph Alois Schumpeter sagt: Dieses Verständnis ist völlig unrealistisch. Es gibt kein Gemeinwohl für alle.  Stattdessen handeln in einer Demokratie eben doch Einzelne – aber mit der Unterstützung der Mehrheit. Demokratie funktioniert ähnlich wie ein Markt: Wer am besten „verkauft“, gewinnt. 

In dieser Episode fragen wir uns: Ist dieser Ansatz „demokratisch“ genug? Oder fehlt da etwas?

Literatur:

Joseph Alois Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, Stuttgart u.a. 10. Auf. 2020