F.A.Z. Essay Archiv
111 Episoden
25 Minuten
In ihrem antimodernistischen Abwehrkampf hat die katholische Kirche auf die Loyalität klerikaler Hierarchien gesetzt und sich der Moderne entfremdet. Zunehmend drohte die Gefahr, dass sie sich auch ihren Gläubigen entfremdet. Der sexuelle Missbrauch und vor allem dessen langanhaltende, systematische Vertuschung wirken wie Brandbeschleuniger. Ein Essay von Professor Dr. Franz-Xaver Kaufmann.
27 Minuten
Zwischen dem Scheitern des Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 und der Arbeit des Parlamentarischen Rates lagen nicht einmal fünf Jahre. Welche Linien führen vom Widerstand zum Grundgesetz? Ein Essay von Professor Dr. Christian Waldhoff.
23 Minuten
1968 interessierte sich nicht nur der westdeutsche Verfassungsschutz für die revoltierenden Studenten. Die DDR erkannte eine Chance, die Bundesrepublik zu destabilisieren – und nutzte sie. Ein Essay von Dr. Jochen Staadt.
15 Minuten
Mit der Überhöhung des Prinzips, nur einer der Spitzenkandidaten könne Präsident der EU-Kommission werden, ist viel Verwirrung gestiftet worden. Denn die Mitgliedstaaten sind und bleiben die Garanten der europäischen Demokratie. Auch transnationale Kandidatenlisten wären ein Irrweg.
23 Minuten
Eine der vielen neuen Grenzen, die seit 1919 bis heute das Europa des 19. Jahrhunderts durchschneiden, verläuft mitten durch Tirol. In ihrem Essay erinnern Marion Dotter und Dr. Stefan Wedrac an eine Wasserscheide der Geschichte.
25 Minuten
Auch wenn die Gefahr eines Auseinanderdriftens in der Flüchtlingsfrage vorläufig gebannt scheint, ist die EU in einem beängstigenden Zustand. Wie das europäische Projekt wieder durch freiwillige Kooperation und Koordination an Schwung gewinnen kann – ein Essay von Ralf Fücks.
20 Minuten
Wer bei Google oder Twitter nach „Angela Merkel“ sucht, der stößt bald auf „IM Erika“. Zahllose Nutzer wähnen sich in dem Glauben, dass die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland unter diesem Decknamen in der DDR für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet hat. Was ist dran an dieser Behauptung? Dr. Hubertus Knabe begibt sich in seinem Essay auf eine Spurensuche.
23 Minuten
"Robinson Crusoe" , erstmals im April 1719 erschienen und seitdem unzählige Male überarbeitet, übersetzt und nachgeahmt, war der erste moderne realistische Roman in englischer Sprache. Daniel Defoes Protagonist gab einer Haltung ein Gesicht, die bis heute das Selbstverständnis der Briten prägt – und sei es in dem Gefühl ihres Verlustes.
23 Minuten
Die Weltordnung ist in einem Umbruch begriffen, den die Europäer mitgestalten müssen, wenn sie im 21. Jahrhundert eine Rolle spielen wollen. Technologische Unabhängigkeit herzustellen ist die Führungsaufgabe, die Deutschland übernehmen muss – nicht auf sich allein gestellt, aber doch als Anführer aller anderen. Ein Essay von Professor Dr. Herfried Münkler.
26 Minuten
Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Blütezeit der Volksparteien. Seither trocknen die Individualisierung der Gesellschaft, die Fragmentierung ihrer Öffentlichkeit und die Diversifizierung von Arbeitsmarkt und Anstellungsverhältnissen den gesellschaftlichen Nährboden aller Großverbände aus. Ein Essay von Professor Dr. Wolfgang Merkel.
26 Minuten
In Zeiten, in denen der Liberalismus seine Selbstverständlichkeiten verloren hat, hilft es nicht, dessen Prämissen noch einmal im hohen Ton zu wiederholen. Stattdessen gilt es, die populistische Herausforderung ernst zu nehmen und offensiv anzugehen. Ein Essay von Dr. Detlef von Daniels.
23 Minuten
Die Abkehr von Sexismus und Rassismus ist das eine, die Ausbildung einer über die Jahrzehnte politisch immer schlagkräftigeren Symbiose von Schuld- und Opferidentitäten das andere. Heute schadet die Identitätspolitik der Linken der Gesellschaft mehr, als dass sie ihr nützt. Ein Essay von Dr. Sandra Kostner.
21 Minuten
Mit dem Jamaika-Aus im November 2017 entstand eine politische Konstellation, die es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gegeben hatte. Die Parteien, die regieren wollten, konnten es mangels Mehrheit im Bundestag nicht. Sollten die Bürger nun zum ersten Mal seit 1949 von einer Minderheitsregierung geführt werden oder noch einmal neu abstimmen? Bundespräsident Steinmeier blieb hart: Die Parteien hätten die Pflicht, sich auf die Bildung einer Regierung zu verständigen, mahnte der Bundespräsident. Und so wurde Merkel schließlich ein viertes Mal zur Kanzlerin gewählt, fast ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl. Ein Essay von Günter Bannas.
23 Minuten
19 Tage nach der Gründung der Nato und genau einen Monat vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland begann am 23. April 1949 eines der skurrilsten Kapitel der westdeutschen Nachkriegsgeschichte: Die Niederlande annektierten mehrere deutsche Grenzorte. Erst im August 1963 endete die "Auftragsverwaltung" – mit einer kleinen Wiedervereinigung im Westen und der legendären "Butternacht" in Elten. Ein Essay von Reiner Burger.
22 Minuten
Seit Anbeginn wendet sich das Christentum nicht an ein bestimmtes Volk, sondern an alle Menschen guten Willens: Auch in lebenspraktischen Fragen erhebt es einen universalistischen Anspruch. Handfeste politische Rezepte verbieten sich. Aber im Christentum wurzeln zahlreiche Gestaltungsgrundsätze, die zusammengenommen den Rang einer sozialethischen Grammatik für offene Gesellschaften verdienen.