F.A.Z. Essay Archiv
111 Episoden
21 Minuten
Martin Luther ist vielfältig und schillernd. Ihn neu zu erfinden, ist ein Gebot der theologischen und der gesellschaftspolitischen Vernunft. Zur Entmythologisierung eines wirkungsreichen Luther-Porträts. Ein Essay von Professor Dr. Thomas Kaufmann.
26 Minuten
Übersiedlungsprobleme, Sieg-Heil-Geschrei und so viele tote Flüchtlinge wie nie. Impressionen aus den letzten Monaten des SED-Staates. Ein Essay von Dr. Jochen Staadt.
26 Minuten
Der neurechte Anspruch auf den Konservatismusbegriff macht es für die Unionsparteien schwierig, ihn für sich zu beanspruchen. Doch diese Konstellation ist nicht neu, sondern reicht in die fünfziger Jahre zurück. Die These vom „konservativen Substanzverlust“ in der Ära Merkel erscheint vor diesem Hintergrund als unhistorisch, ja falsch. Ein Essay von PD Dr. Martina Steber.
23 Minuten
Unter dem Namen „doppelte Widerspruchslösung“ liegt dem Bundestag ein Gesetzentwurf vor, der zu einer Erhöhung der Zahl der Organspenden führen soll. Doch bei genauer Betrachtung entpuppt sich der Vorschlag als eindimensionales Wunschdenken. Er würde das Problem der Organknappheit nicht lösen und begegnet erheblichen ethischen und verfassungsrechtlichen Bedenken. Ein Essay von Professor Dr. Steffen Augsberg und Professor Dr. Peter Dabrock.
25 Minuten
Für winzige Wohnungen zahlen die Bürger gewaltige Summen. Die wirtschaftliche Ungleichheit hat seit der Rückgabe der Kronkolonie an China zu- und nicht abgenommen. Nun sollen auch noch die politischen Freiheiten eingeschränkt werden. Ein Bericht über die tiefen Ursachen der Proteste in Hongkong. Ein Essay von Professor Dr. Heribert Dieter.
22 Minuten
Die Bemühungen Boris Johnsons, mit den britischen Verfassungsgesetzen zu spielen, müssen hellhörig machen. Dass der Premierminister dies unter Berufung auf das Referendum und damit auf „die Demokratie“ tun kann, verweist auf deren paradoxe Selbstgefährdungspotentiale. Ein Essay von Professor Dr. Andreas Wirsching.
23 Minuten
In diesem Herbst will der Deutsche Bundestag ein Gesetz beschließen, mit dem die Zahl der Organspender erhöht werden soll. Im Parlament stehen sich die Befürworter einer Widerspruchslösung und einer erweiterten Entscheidungslösung gegenüber. Ethisch gleichermaßen neutral sind die Vorschläge nicht. Die Bereitschaft zur Organspende ist eine Verfügung über das eigene Sterben – und muss daher eine Entscheidung bleiben. Ein Essay von Professor Dr. Stephan Sahm.
24 Minuten
Die Demokratien haben trotz wachsender Sensibilität für Umweltzerstörungen auf die säkulare Herausforderung der ökologischen Krise in den vergangenen Jahrzehnten zu spät, zu langsam, zu unentschlossen reagiert. Muss die handlungsschwache, gegenwartsfixierte Demokratie nicht durch eine allein der Weltrettung verpflichtete Diktatur, eine „Ökodiktatur“, ersetzt werden? Ein Essay von Professor Dr. Peter Graf Kielmansegg.
20 Minuten
Die Frankfurter Allgemeine trat stets für die Wiedervereinigung ein – während andere von einer "Lebenslüge" der Bonner Republik sprachen und das Provisorium für einen Dauerzustand hielten. Ein Essay von Professor Dr. Peter Hoeres.
26 Minuten
Der Verweis auf das verlorene konservative Erbe der CDU ist ein altes Klagelied. Und schon Angela Merkels Vorgänger mussten auf Erfolge von Parteien rechts der Union reagieren. Was kann die CDU von heute aus dem Umgang mit dem BHE, der NPD und den Republikanern lernen? Ein Essay von Professor Dr. Frank Bösch.
24 Minuten
Vom ersten Tag ihrer Regierung an waren die Nationalsozialisten bestrebt, Deutschland auf einen neuen Weltkrieg vorzubereiten. Anders als während des Ersten Weltkrieges durfte die "Heimatfront" nicht wanken. Also musste die Gesellschaft umfassend militarisiert und darauf vorbereitet werden, jede Art von Gewalt im Inneren wie im Äußeren wenn nicht auszuüben, so doch zu tolerieren. Ein Essay von Professor Dr. Michael Wildt.
25 Minuten
Es gibt keine historische Grammatik des Sächsischen, die verschiedene Epochen und politische Systeme überdauert hätte. Umso mehr hilft die jüngere Geschichte des Freistaats dabei, seine politische Landschaft zu verstehen. Ein Essay über die politischen Dimensionen einer historischen Meistererzählung von Professor Dr. Simone Lässig.
26 Minuten
1989 – in das Trauma der Doppeldiktatur krachte das Trauma der Verunsicherung. Verstörung, Abwehr, Gefühlsmüdigkeit, Desillusion machten sich breit. Nach vorn hin wurde saniert und saniert, inwendig blieb das Ganze ohne Boden. Ein Resümee im Jahr 2019 von Ines Geipel.
26 Minuten
Die Erwartungen waren riesig. Die Siegermächte des Ersten Weltkrieges wollten eine neue Ordnung schaffen. Stattdessen produzierte die Pariser Friedenskonferenz eine Welt, die mit der von 1914 nur noch wenig gemein hatte. Ein Essay von Professor Dr. Jörn Leonhard.
23 Minuten
Die westlichen Demokratien sind heute gespalten entlang der Bruchlinien soziokultureller Identitätsangebote. Man braucht keine prophetischen Gaben, um zu optieren, wem die Zukunft gehört. Aber wie diese Zukunft aussieht, ob sie friedlich, liberal, erfolgreich sein wird, ist nicht gewiss. Ein Essay von Professor Dr. Udo Di Fabio.