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Die fünfte Schweiz Archiv

50 Episoden
38 Minuten
Vom Bülacher Sekundarlehrer zum Brückenbauer zwischen Kulturen. Pascal Affolter gründete in Kolumbien eine heilpädagogische Schule für Kinder mit Behinderungen und leitet heute die traditionsreiche Schweizerschule in Barcelona. Mitten in einer der vielseitigsten Städte Europas. Eigentlich wollte Pascal Affolter Diplomat werden. Stattdessen wurde der Bülacher Lehrer und zu einem Botschafter für Bildung. 1996 zog es ihn für ein Sozialprojekt nach Kolumbien. Dort erkannte er, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderungen kaum Zugang zu Bildung hatten. Mit viel Engagement gründete er in Cartagena de Indias die heilpädagogische Institution «ALUNA» und baute sie mit viel Herzblut auf. Pascal Affolter lebte achtzehn Jahre in Kolumbien. 2007 übernahm er die Leitung der Schweizer Schule in Bogotá. Heute lebt er mit seiner Familie in Barcelona und steht als Direktor an der Spitze der renommierten Schweizer Schule «Escuela Suiza de Barcelona». Die Schule blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück und verbindet Schweizer Bildungsqualität mit internationaler Offenheit. Sie steht nicht nur Schweizer Familien offen, sondern fördert auch den Austausch mit der lokalen Bevölkerung. «Hier treffen viele Kulturen aufeinander», sagt Pascal Affolter: «Das macht unsere Schule zu einem besonderen Lern- und Begegnungsort.» Barcelona als Lebensgefühl Mit seiner Familie lebt Pascal Affolter in der Nähe der Schule. An Barcelona schätzt er die kulturelle Vielfalt, die Nähe zum Meer, die ausgezeichnete Gastronomie und das mediterrane Klima: «Barcelona ist wie ein lebendiges Freilichtmuseum, in dem sich Menschen aus aller Welt begegnen.» Für ihn ist die katalanische Metropole der ideale Ort, um internationale Bildung und kulturellen Austausch zu leben.
37 Minuten
Die Ethnologin Salome Schad hat in ihrem Leben über fünfzig Länder bereist. Seit zwei Jahren arbeitet die Baslerin in Ecuador an einer deutschen Auslandschule, hoch oben in den Anden. Als Lehrerin, Künstlerin, Dichterin und Weltenbürgerin verbindet sie Schulalltag, Kultur und Nachbarschaftsleben. Salome Schad hat viele Orte dieser Welt gesehen. Mit ihrer Tochter lebte sie unter anderem in Italien, Spanien, kurze Zeit in den USA und viele Jahre in Bolivien. Heute ist Ecuador ihre Heimat. In Cuenca, hoch oben in den Anden, unterrichtet die Ethnologin, Lehrerin und Künstlerin mit viel Herzblut an einer deutschen Auslandschule. Das weitläufige Schulareal ist umgeben von Bergen und wilder Natur, sagt die 52-Jährige: «Der Weg vom Klassenzimmer zur Bibliothek gleicht einer kleinen Wanderung.» Neben dem klassischen Unterricht verbindet Salome Musik und Malerei: «Die Kinder hören Beethoven und malen, was die Musik in ihnen auslöst. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.» «In Cuenca kann man richtig entschleunigen» Ihr Alltag ist intensiv umso wichtiger ist ihr die Zeit draussen. In der grünen Andenstadt, umgeben von Bergen, Flüssen und Thermalquellen, hat sie Nahe eines Waldstücks ein Zuhause gefunden: «Ich verbringe viel Zeit im Garten, grilliere mit meinen lieben Nachbarn, schreibe oder mache Kunst.» In der Nachbarschaft ist Salome inzwischen auch für ihre besondere Hundewasch-Aktion bekannt: «Viele Tiere haben Flöhe und Parasiten, also trommle ich jede Woche alle Hunde zusammen und wasche sie.»
36 Minuten
In Hongkong machte Claude Scheidegger aus Burgdorf (BE) eine steile Karriere in der internationalen Hotellerie. Heute lebt er mit Partner Stephen und der gemeinsamen Tochter Zoe in Singapur und reist für seine Arbeit regelmässig nach China. Claude Scheidegger legte den Grundstein für seine Karriere an der renommierten Hotelfachschule in Lausanne. Dort wurde er früh von einer internationalen Hotelgruppe entdeckt: «Viele grosse Hotelketten rekrutieren direkt in Lausanne. So konnte ich die Chance nutzen und beim Mandarin Oriental in Hongkong einsteigen.» Fünf Jahre lang blieb die pulsierende Metropole sein Zuhause und wurde auch privat zum Wendepunkt: «In dieser Zeit lernte ich meinen Lebenspartner Stephen kennen.» Heute lebt das Paar mit Tochter Zoe in Singapur: «Steve führt ein Family Office für ein angesehenes chinesisches Familienunternehmen», erzählt Claude Scheidegger. Beruflich ist er der Region treu geblieben: «Alle drei Wochen reise ich nach Hongkong, wo ich im Marketing- und Branding-Bereich für eine bekannte Hotelkette tätig bin.» So oft es geht, begleitet ihn seine Familie auf diesen Reisen und verbindet Beruf mit gemeinsamen Erlebnissen zwischen den Metropolen Asiens. «Singapur ist unglaublich familienfreundlich» Claude Scheidegger lebt mit seiner Familie in einem kleinen Wohnblock direkt beim botanischen Garten. Singapur sei äusserst sicher und besonders familienfreundlich, sagt der 30 Jährige: «Es gibt kostenlose Wasserparks, und der Zoo ist weltbekannt, vor allem für seine Nacht-Safaris, bei denen man wilde Tiere aus nächster Nähe beobachten kann.»
37 Minuten
Die Millionenstadt Mexiko City ist eine der grössten der Welt. Gerade finden in Mexiko die Spiele der Fussball WM statt. Mittendrin lebt Tanja Vultier und koordiniert für eine NGO die Zusammenarbeit mit Hilfswerken für Angehörige von Verschwundenen. Vielen Menschen ist die WM ein Dorn im Auge. Mexiko-City ist eine Stadt der Gegensätze, in der Musik, Lebensfreude und Tradition auf Verkehrschaos, Korruption sowie Luxus und Moderne treffen. Tanja Vultier aus Spiez (BE) betreut seit drei Jahren verschiedene Friedensprojekte von lokalen Organisationen: «In Mexiko verschwinden massenhaft Menschen, wegen der Drogenkartelle, organisierter Kriminalität und sozialer Ungleichheit.» Bereits in der Vergangenheit arbeitete die 42-Jährige für verschiedene Friedensförderungsprogramme in Kolumbien, Ecuador oder Brasilien: «Ich hatte schon von klein auf einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.» Die aktuelle Fussball-WM sorgt in der Bevölkerung für Unmut und Proteste, sagt Tanja Vultier: «Guadalajara will zur Fussball-WM Sicherheit demonstrieren, doch Menschen verschwinden nach wie vor und Familien bleiben mit der Suche allein.» Zwischen Megacity und Natur Tanja Vultier lebt in einem familiären Quartier inmitten von Mexiko Stadt, wo sie sich sehr wohlfühlt und gerne ihren Balkon bepflanzt: «Auch wenn die Eichhörnchen meine Geranien fressen.» Die Stadt liegt auf über 2’200 Metern im Hochland und überrascht mit vielen grünen Ecken. In ihrer Freizeit zieht es Tanja oft hinaus in die Natur zum Wandern. Rund um die Stadt erheben sich imposante Berge und Vulkane wie der aktive Popocatépetl.
38 Minuten
Monica und Housi Korner haben ihren Traum vom Leben in Schweden verwirklicht. Seit drei Jahren ist das Paar im südschwedischen Mönsterås in der Provinz Kalmar zu Hause. Angekommen zwischen Meer, Natur und neuer Freiheit. Aus einer Ferienliebe vor 25 Jahren wurde Schritt für Schritt ein neues Leben in Schweden. Monica und Housi Korner aus Rüdtligen (BE) zog es immer wieder in den Norden, bis sie sich entschieden, ganz zu bleiben. In Mönsterås, nördlich von Kalmar, fanden sie vor drei Jahren ihr neues Zuhause. Die kleine Gemeinde nahe am Meer ist auch ein beliebter Ferienort für viele Schweden, sagt Monica Korner: «Das Klima hier ist sehr mediterran, viele Stockholmer haben in Mönsterås ihre Ferienhäuser.» Das Paar geniesst seinen Ruhestand mit Gartenarbeit, langen Spaziergängen mit Hund «Linus» und allgemein viel Zeit draussen. «Es ist ein Ort der Entschleunigung, ein Paradies», schwärmt Housi. Grünes Haus mit viel Platz Monica und Housi Korner leben in einem typisch für Schweden farbigen Haus. Ihres ist grün mit den charakteristischen weissen Fensterrahmen. Umgeben von Birken, Tannen und einem grosszügigen Garten, mitten in der Natur. Da laufen auch schon mal Rehe, Hasen und Eichhörnchen vorbei.
44 Minuten
Amanda Hessle aus Freienbach (SZ) lebt seit bald 30 Jahren auf der Insel Torsö im Vänern-See im Süden von Schweden. Als Reiseleiterin zeigt sie Gästen ihr persönliches Schweden. Von stiller Natur im Süden bis zu den Weiten des Nordens. Eine Studienreise auf dem berühmte Göte Kanal in Schweden veränderte das Leben von Amanda Hessle. Die Reiseleiterin verliebte sich damals in den Steuermann des Kanalschiffes. Mittlerweile ist sie Mutter von drei erwachsenen Kindern. Seit 26 Jahren lebt sie auf der Insel Torsö im See Vänern. Torsö liegt in der Provinz Västra Götalands län und ist Teil der Gemeinde Mariestad. Nur über eine Brücke erreicht man das Festland. Als Reiseleiterin hat sich Amanda Hessle vor allem auf Reisen in den Norden spezialisiert und arbeitet für verschiedene Reiseanbieter: «Immer wieder darf ich Gästen aus der Schweiz in meiner Heimat willkommen heissen und zeige ihnen meine Herzensplätze.» Für viele Schweizerinnen und Schweizer ist Schweden ein Sehnsuchtsort und ein Land voller Gegensätze, sagt Amanda Hessle: «Der hohe Norden mit seinen Nordlichtern und der Mitternachtssonne. Andere zieht es in den Süden auf den Spuren von Astrid Lindgrens abenteuerlichen Geschichten.» Auf der Insel Torsö scheint die Zeit stillzustehen Amanda Hessle lebt in einem umgebauten Bauernhof inmitten der Natur: «Ich habe Obstbäume und viel Wald rund herum, unweit vom Vänern See.» Die Insel ist geprägt von Wäldern, sanften Hügeln, weiten Wiesen und unberührter Natur. Rund 400 Menschen leben hier auf vereinzelten Höfen und es hat eine kleine Inselschule mit etwa 30 Kindern: «Es ist ein Ort zum Durchatmen, weitab vom Tourismus. Torsö ist mir in all den Jahren ans Herz gewachsen!»
37 Minuten
Andrea Schwyzer wollte eigentlich Sportlehrerin werden, doch dann führte sie ihre Stimme zum Radio und die Liebe nach Hannover. Heute arbeitet sie als freie Hörfunkjournalistin, Autorin und Moderatorin vor allem für NDR Kultur: «Ich verstehe mich als moderne Geschichtenerzählerin.» Andrea Schwyzer aus Wollerau (SZ) hat ursprünglich Sport an der ETH Zürich studiert. Doch ihr Weg nahm eine überraschende Wendung. Ihre Radiostimme wurde entdeckt und sie moderierte viele Jahre bei einem lokalen Sender am Zürichsee. Ihr journalistischer Weg führte sie weiter ins Ausland mit Praktika bei der Deutschen Presse-Agentur DPA in Washington sowie bei der ARD in New York und London. Über die Musik kam auch die Liebe ins Spiel, sagt die 46-Jährige: «Bei einem A-Cappella Festival in der Schweiz, lernte ich meinen heutigen Partner kennen und zog zu ihm nach Hannover.» Johannes arbeitet als Musik- und Deutschlehrer an einem Gymnasium. Gemeinsam lebt das Paar mit ihrer Tochter und ihrem Sohn mitten im Zentrum «Vahrenwald-List» von der niedersächsischen Landeshauptstadt: «Hier ist man hauptsächlich mit dem Fahrrad unterwegs.» Mehr als nur Durchgangsstadt Hannover wird oft als blosse Durchgangsstadt belächelt. Doch hinter diesem Image verbirgt sich eine überraschend lebendige Metropole mit einer pulsierenden Kulturszene, sagt Andrea Schwyzer: «Es ist nicht nur die grünste Grossstadt Deutschlands, hier wurden schon früh die ersten Langspielplatten produziert.»
37 Minuten
Alles begann 2016 mit einer Motorradtour in den hohen Norden. Karin und Stefan Bolliger entdeckten Litauen und verliebten sich Hals über Kopf. Heute leben sie in der Nähe der Stadt Anykščių im Osten des baltischen Landes. Sie führen ein Hotel und engagieren sich mit Herzblut für die Gemeinde. Litauen ist das grösste der drei baltischen Länder und ist bekannt für seine traumhaften Küsten, Seenlandschaften und barocken Städte. Es war eher Zufall als Planung, als Karin und Stefan Bolliger 2016 auf einer Motorradtour Richtung Skandinavien durch Litauen fuhren. Doch schon nach kurzer Zeit war klar, dieses Land liess sie nicht mehr los, erinnert sich Karin Bolliger: «Die Weite, der Himmel, die Ruhe, all das fühlte sich für uns intensiver an als alles, was wir aus der Schweiz kannten.» Zurück in Hüntwangen (ZH) liess sie Litauen nicht mehr los. Sie kehrten zurück und kauften ein Stück Land. Heute leben Karin und Stefan Bolliger in der kleinen Ortschaft Mačionių, mitten in der Natur. Das Paar betreibt ein kleines Hotel und Restaurant direkt an einem See. Inzwischen führen sie auch eine lokale Manufaktur, die sich auf hochwertige Leinenbettwäsche spezialisiert hat. Soziales Engagement Was als persönliche Liebesgeschichte zu einem Land begann, ist längst auch ein gemeinschaftliches Projekt geworden. Karin und Stefan Bolliger sind tief in der Gemeinde verwurzelt und setzen sich gezielt für sozial benachteiligte Menschen ein, sagt Stefan: «Wir schaffen Arbeitsplätze in unserem Hotel und Restaurant und geben den Leuten so neue Perspektiven.» Karin wurde gar in den Gemeinderat gewählt: «Uns ist es wichtig, Teil der Gemeinde zu sein und uns zu engagieren!»
39 Minuten
Simone Blaser ist mit ihrem Partner 2008 nach West-Australien ausgewandert. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Hamilton Hill, in der Nähe von Fremantle. Dort hat sie ihre grosse Leidenschaft, das «Frei-Schwimmen» entdeckt. Mittlerweile hat die 47-Jährige etliche Ultramarathon bestritten. Sonne, Freiheit, endlose Weiten und vor allem aber das Meer zogen Simone Blaser aus Pfaffhausen (ZH) vor 18 Jahren nach Australien. Dort fand sie ihre Leidenschaft fürs «Open Water Schwimmen»: «Im offenen Wasser fühle ich mich frei und sorgenlos, aufgehoben und zu Hause.» Inzwischen hat Simone Blaser mehrere Marathon Schwimmen absolviert. Als weltweit erste Person schwamm sie rund 55 Kilometer am Stück durch den Upper Ord River. Der Fluss ist kein typischer Badeort. Er ist wild, rau und in einer der abgelegensten Landschaften Australiens. Für ihre bahnbrechende Leistung wurde Simone Blaser mit den «Yudovin Award» ausgezeichnet. Trotz der Ehre, bleibt die 47-Jährige bescheiden: «Ich bin eine ganz normale Frau mit einem ausgefüllten Familien- und Berufsleben.» «Im Wasser schwimmen ist Meditation» Aus ihrer Leidenschaft fürs Schwimmen entstand ein eigenes Business. Simone Blaser bringt Gleichgesinnte an besondere Orte: «Wir schwimmen zusammen in Flüssen, Seen oder dem offenen Meer, tauschen Tipps aus, machen Yoga und geniessen die gemeinsame Zeit.» Unter dem Motto: «Dare to swim wild», wage es wild zu schwimmen!
43 Minuten
Esther Gröble lebt am Golf von Neapel. Mit viel Herzblut und grossem historischem Wissen arbeitet die Thurgauerin als Reiseleiterin und zeigt ihren Gästen Sehenswürdigkeiten rund um Neapel – von Pompeji über Sorrent und entlang der Amalfi Küste. Ihr Zuhause liegt direkt am Fusse des Vesuv. Esther Gröble aus Amriswil (TG) kam der Liebe wegen nach Italien: «Bei einem Sprachaufenthalt in Lugano lernte ich meinen Mann Luigi aus Pompeji kennen.» Seit über 50 Jahren lebt die Thurgauerin nun schon am Golf von Neapel und arbeitet mit Leidenschaft als selbständige Reiseleiterin. Ob in Pompeji, Sorrent, an der Amalfiküste oder auf Capri, ihr Wissen hat sie sich über Jahrzehnte angeeignet: «Es ist wie ein Mosaikbild, man legt Steinchen um Steinchen, bis man sich das Wissen aneignet.» Mit ihrem Erfahrungsschatz, Humor und tiefer Verbundenheit zu Land und Leuten, begeistert die 73-Jährige bis heute tausende von Touristen. Leben in der «Zona Rossa» Esther Gröble wohnt in Boscotrecase, einer kleinen Stadt nahe Pompeji, am Fusse des Vesuvs. Ihr Haus liegt an der einzigen Strasse, die zum Vulkan führt, in der sogenannten «Zona Rossa», der roten Zone: «Der Vesuv ist aktiv, im Ernstfall müssten rund 700’000 Menschen aus der ganzen Umgebung evakuiert werden.» In ihrem Keller spürt man die Geschichte buchstäblich. Er besteht aus Lavaresten des Ausbruchs von 1906. Trotz aller Risiken fühlt sich Esther hier zuhause.
40 Minuten
Monika Heusser lebt seit 43 Jahren auf der kanarischen Insel Teneriffa. Die Übersetzerin und Dolmetscherin wohnt mit ihrem Lebenspartner in Radazul, nur wenige Kilometer von der Hauptstadt Santa Cruz im Nordosten der Insel. Monika Heusser aus Wangen b. Olten ging einst als junge Aupair nach Teneriffa, um spanisch zu lernen. Heute hat sie drei erwachsene Kinder und lebt seit 43 Jahren auf der beliebten Touristeninsel. Die 66-Jährige wohnt mit ihrem Partner in der beschaulichen Ortschaft Radazul im Osten der Insel: «Von der Terrasse aus blickt man aufs Meer und rüber nach Gran Canaria.» «Teneriffa ist ein gefragtes Reiseziel» Die grösste Kanaren Insel Spaniens ist faszinierend, sagt Monika Heusser: «Wir haben Berge, das Meer und wunderschöne Strände.» Im Süden ist es warm im Norden ist es kühl. Teneriffa bietet viele Sehenswürdigkeiten, wie den Teide-Vulkan, oder die weltgrösste Sternwarte. Teneriffa ist aber auch die mit Abstand meistbesuchte Kanareninsel und zieht jedes Jahr Millionen von Urlaubern an. Das sei zunehmend ein Problem, sagt Monika: «Viele Einheimische können sich wegen der hohen Mieten kaum noch eine Wohnung leisten. Der Tourismus ist mittlerweile Fluch und Segen zugleich.»
38 Minuten
Matthias Utzinger und seine Frau Lauren haben in Tasmanien ihren Traum vom eigenen Weingut verwirklicht. Im kühlen Klima des Tamar Valley haben die beiden aus einer ehemaligen Schaffarm ein kleines Paradies für Weinliebhaber geschaffen: «Wir haben uns sofort in dieses Stück Land verliebt.» Matthias Utzinger aus Wädenswil (ZH) arbeitete auf Weingütern im In- und Ausland, darunter fünf Jahre in Südfrankreich. 2015 bereiste er die Welt auf der Suche nach dem idealen Ort für seinen Weinberg. Dabei lernte er seine heutige Frau Lauren kennen: «Sie lud mich über Weihnachten zu sich nach Tasmanien ein. In diesem Moment wusste ich: Hier gehöre ich hin und finde meinen Weinberg.» Gemeinsam starteten sie das Herzensprojekt. Das Abenteuer des eigenen Weinanbaus begann 2018. Im Norden der Insel, mit Blick auf den Tamar River, bewirtschaften sie heute ihr Gut. Während der Ernte sind die Tage lang. Viele stellen sich den Winzer romantisch auf der Veranda vor, wie er auf seine Rebberge blickt, sagt Matthias schmunzelnd: «In Wirklichkeit sitze ich die meiste Zeit auf dem Traktor, aber ich liebe die Arbeit im Rebberg.» Exotische Schädlinge Tasmanien bringt auch Herausforderungen mit sich, die im europäischen Weinbau unbekannt sind. Kängurus und Wallabies bedienen sich gerne an den Trauben, weshalb die Utzingers ihre Reben mit Netzen schützen müssen. Gleichzeitig lassen sie viel Land in seinem natürlichen Zustand, um ein gesundes Ökosystem zu fördern, inklusive giftiger Schlangen und Spinnen, die hier heimisch sind.
38 Minuten
Ruedi Gmür lebt mit seiner bolivianischen Frau und deren Töchter in San Ignacio de Valesco im Osten von Bolivien. Die Familie betreibt die Wäscherei «Lavanderia Suiza» und eine kleine Backstube: «Wir führen hier ein buntes, fröhliches Leben zwischen Backofen, Waschmaschinen und tropischer Natur.» Der 52 jährige Toggenburger hat Bolivien früh ins Herz geschlossen. Als gelernter Maschinenmechaniker besuchte er einst seinen Bruder in Santa Cruz de la Sierra und war sofort fasziniert vom südamerikanischen Lebensgefühl: «Sonne, Lebensfreude und Chaos, das passt zu mir!» Seit 2016 lebt er mit seiner Partnerin Miriam und den Mädchen Lorena und Liliana in San Ignacio de Velasco, nahe der brasilianischen Grenze. Kleines Familienimperium Mit viel Herzblut hat sich die Familie in den Jahren ein vielseitiges Geschäft aufgebaut. Neben der Wäscherei «Lavanderia Suiza», bäckt Ruedi Gmür täglich frisches Brot in seiner Backstube und vermietet Stellplätze an Wohnmobiltouristen: «Wir sind ein super Team. Alle packen mit an!»
43 Minuten
Annina Schmid arbeitet in Oxford (GB). Die angesagte Neurowissenschaftlerin erforscht mit ihrem Team an der weltberühmten Elite-Universität die Ursachen von Nervenschmerzen. Die 47-Jährige lebt mit ihrem Partner und Hund Baloo mitten auf der Themse in einem kleinen Arbeiterhäuschen. Annina Schmid lebt seit dreizehn Jahren in Oxford und forscht dort als Neurowissenschaftlerin an der renommierten Universität. Schon während ihrer Zeit als Physiotherapeutin wollte sie verstehen, woher Schmerzen kommen und weshalb sie chronisch werden. Diese Neugier brachte sie bis nach Australien, wo sie Neurowissenschaften studierte. Heute verfolgt sie als Schmerzwissenschaftlerin ihre Mission in Oxford weiter: «Wir entschlüsseln die Mechanismen von Nervenschmerzen und entwickeln neue und wirksame Therapien.» Die Universität von Oxford erinnert mit ihren historischen, altehrwürdigen Gebäuden an «Hogwarts» aus Harry Potter, sagt Annina Schmid: «Die Studierenden tragen zum Mittagessen schwarze lange Übermäntel. Es ist eine uralte Tradition.» Tatsächlich diente die Universität als Vorbild und Inspiration für die Harry Potter Verfilmungen. Wohnen auf der Themse Annina Schmid lebt mit ihrem Partner Robert und Baloo in einem typisch englischen «Workers-Cottage.» Das Besondere: Das ehemalige Arbeiterhaus steht auf einer Insel mitten in der Themse: «Im Sommer kann man vom Garten aus direkt in den Fluss springen.»
38 Minuten
Elise Till ist in Otelfingen (ZH) aufgewachsen und heute in Holland zu Hause. Die Lehrerin unterrichtet in Amsterdam an einer Grundschule und macht gerade eine Ausbildung zur Clownin: «Es berührt mich jedes Mal, wenn ich jemandem ein Lächeln schenken kann.» Elise Till stammt aus Otelfingen (ZH), hat aber holländische Wurzeln. Ihre Mutter ist Niederländerin. Vor 27 Jahren zog Elise zurück zu ihren Wurzeln und lebt heute mit ihrer Familie im kleinen Dorf Ilpendam bei Amsterdam. In Amsterdam arbeitet sie als Lehrerin an einer Grundschule, in der viele Nationalitäten aufeinandertreffen. Diese Vielfalt schätzt sie besonders: «Ich lerne hier jeden Tag so viel über unterschiedliche Kulturen.» Als eines ihrer Kinder im Spital war, traf Elise dort einen Spitalclown. Diese Begegnung berührte sie so sehr, dass sie heute selbst eine Ausbildung zur Clownin macht. Der Schweiz bleibt sie eng verbunden. Als Präsidentin des Schweizer Clubs organisiert sie Begegnungen und sorgt dafür, immer wieder Schweizerdeutsch zu sprechen. Wer in Holland läuft hat sein Velo verloren Die Niederlande sind nicht ohne Grund das Velo Land schlechthin. Eine erstklassige Infrastruktur, echte Fahrradkultur und die flache Landschaft machen das Land zu einem Paradies für alle, die gern auf zwei Rädern unterwegs sind. Elise Till fährt täglich von Ilpendam nach Amsterdam mit dem Velo zur Arbeit und sorgt für einen kleinen Hingucker: «Ich trage ganz schweizerisch konsequent einen Velohelm, während die meisten ohne fahren.»
Die fünfte Schweiz

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