Long Covid und das Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) tauchen in der Praxis oft gemeinsam auf — deshalb besprechen Tobias Eisenkolb und Florian Schöning beide Themen in dieser Folge bewusst zusammen. Tobias berichtet, was ihm bei seinen Long-Covid-Patientinnen als gemeinsames Muster aufgefallen ist: eine erschöpfte Nebennierenrinde mit stark abgesunkenen Cortisol- und DHEA-Werten, teils mit Auffälligkeiten der gesamten HPA-Achse (Hypothalamus–Hypophyse–Nebenniere). Von dort schlägt das Gespräch die Brücke zum MCAS: Dauerentzündung, steigende Histaminspiegel und Mastzellen, deren Aktivität hormonell — vor allem über Östrogen — mitreguliert wird. Warum die Laborwerte dabei oft unauffällig bleiben, woran ein Neuro-MCAS im Praxisalltag erkennbar werden kann und weshalb Betroffene häufig als „Psycherl“ abgestempelt werden, illustriert Tobias an mehreren Fällen aus seiner Ordination — darunter eine Patientin mit hartnäckigen Magenbeschwerden und Panikattacken sowie ein schwerer Neuro-MCAS-Verlauf, bei dem die Menopause zum Kipppunkt wurde. Im zweiten Teil geht es um Diagnostik und Therapieansätze: warum Tobias statt einzelner Werte immer das ganze System anschaut (Hypophyse, Nebenniere, Gonaden, Schilddrüse, Spurenelemente), welche Rolle Antihistaminika als Übergang spielen können und weshalb das Transportprotein SHBG für ihn das am meisten vernachlässigte Schlüsselmolekül der Hormondiagnostik ist — inklusive eines Falls, bei dem eine sehr schnelle Gewichtsabnahme unter einer Abnehmspritze die Leber und damit das SHBG massiv verändert hat. Zum Schluss wird es grundsätzlich: Hormonmangel im Alter („Ich bin 70, ich habe doch eh keine Hormone mehr“), sinkende Testosteronwerte bei immer jüngeren Männern und die Frage, warum ein Blick auf das Hormonsystem bei chronischer Erschöpfung so selten vorkommt. Eine offene Frage bleibt — wie sich das Spike-Protein-Geschehen beeinflussen lässt — und Tobias freut sich ausdrücklich über Erfahrungswerte aus der Hörerschaft. Hinweis: Beide Hosts sind Heilpraktiker. Diese Folge gibt Erfahrungen und Einschätzungen aus der Praxis wieder und ersetzt keine individuelle Diagnose oder Behandlung.
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