Aerospace-Engine-Zerspanung bei Walter.
Christian Hämmerle und Stefan Benkóczy von Walter sprechen über die besonderen Anforderungen der Aerospace-Engine-Fertigung. Im Mittelpunkt stehen hochpräzise Zerspanung, schwer bearbeitbare Werkstoffe wie Titan und Superlegierungen sowie die Frage, wie Sicherheit, Qualität und Zertifizierung in einer globalen Lieferkette abgesichert werden. Außerdem geht es um neue Triebwerksgenerationen, Nachhaltigkeit, Wasserstoff und den wachsenden Wettbewerb aus China.
Key topics
Wir sprechen darüber, warum Triebwerke so sicherheitskritisch sind und warum in der Luftfahrt Präzision wichtiger ist als Masse.
Christian Hämmerle erklärt seine Rolle in der Werkzeugentwicklung für Aerospace und die Zusammenarbeit mit Maschinenherstellern, Endkunden und Programmiersystemanbietern.
Stefan Benkóczy beschreibt, warum Flugzeugtriebwerke unter extremen Belastungen arbeiten und warum Sicherheit in 10.000 Metern Höhe keine Redundanz wie im Auto erlaubt.
Es wird deutlich, wie streng die Qualifizierung für Aerospace-Zulieferer ist – inklusive globaler Lieferfähigkeit, Zertifizierung und 100-Prozent-Prüfung sicherheitskritischer Bauteile.
Die Gäste erläutern, warum Prozesse in der Luftfahrt oft über Jahre eingefroren werden und warum selbst alte, vor 30 Jahren freigegebene Technologien weiterhin zuverlässig bedient werden müssen.
In der Zerspanung dominieren Titan und Superlegierungen wie Inconel 718, Waspaloy und Hastelloy – Werkstoffe mit hoher Temperaturfestigkeit, aber schwieriger Bearbeitbarkeit.
Stefan Benkóczy erklärt die zentralen Bearbeitungsprobleme: geringe Wärmeleitfähigkeit, Kaltverfestigung, Aufbauschneiden, hohe Schnittkräfte, extreme Verschleiß-mechanismen und kritische Oberflächen-veränderungen.
Christian Hämmerle schildert, wie Walter für Triebwerkskomponenten meist kundenspezifische Sonderwerkzeuge entwickelt und dabei Substrat,
Beschichtung, Maschine und Prozessschritte streng dokumentiert und absichert.
Die Zusammenarbeit mit Kunden läuft oft über Technologiezentren, in denen Prozesse mit Original- oder möglichst nahen Bedingungen vorab getestet und validiert werden.
Bei Markt- und Technologietrends geht es um höhere Drücke, höhere Temperaturen, mehr Superlegierungen im Kompressor, Effizienzsteigerung, SAF, Wasserstoff und mögliche Open-Fan-Architekturen.
Der Wettbewerb aus Fernost wird ernst genommen: Comac und der staatlich geprägte chinesische Luftfahrtsektor wachsen, auch wenn westliche Triebwerke und Zertifizierungen derzeit noch dominieren.
Zum Schluss betont Stefan Benkóczy, dass Offenheit für neue Werkstoffe, additive Fertigung, digitale Zwillinge und Predictive Maintenance entscheidend sein wird, ohne die bewährte Zertifizierungskultur aufzugeben.
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