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1 Stunde 3 Minuten
In dieser Folge von „Geradeaus. Der Mobilitätspodcast“ sprechen Stephan Dümpelfeld und Julien Figur mit Prof. Dr. Andreas Herrmann. Er leitet das Institut für Mobilität der Universität St. Gallen, sitzt im Aufsichtsrat der Hamburger Hochbahn und hat 2018 selbst ein Buch geschrieben, das autonomes Fahren für Anfang der 20er-Jahre angekündigt hat.

Seine Diagnose ist unbequem: Deutschland ist das Land der Maschinenbauer, beim autonomen Fahren kommt die Software aber aus den USA und China. China hat sich schon 2005 im Fünfjahresplan vorgenommen, bei der E-Mobilität zu führen. Europa hat bis heute keine Firma, die mit Waymo auf Augenhöhe Software für autonomes Fahren baut.

Was nicht auf LinkedIn steht? Andreas erzählt, wie er sich mit seiner Prognose selbst verschätzt hat und warum er heute trotzdem sagt: „In the long run haben wir recht.“

Ein Gespräch mit klaren Worten, vielen Zahlen und einem Gast, der bei der Kurzstrecke am liebsten 100 Milliarden statt einer verteilen will.

Das erwartet euch:

Warum China vorne liegt: langfristige Pläne, staatliches Geld und ein Hochmut der deutschen Autoindustrie, den Andreas offen anspricht.

E-Auto als Gewinner: Batterien mit über 1.000 Kilometern Reichweite und drei Minuten Laden von 20 auf 80 Prozent, warum Technologieoffenheit vor allem Arbeitsplätze retten soll.

Autonomes Fahren made elsewhere: Robo-Taxis gegen Fahrerassistenz, und warum Europa über Kooperationen wenigstens den Betrieb behalten muss.

Regeln, Behörden, Bundesländer: Typgenehmigung hier, Betriebsbereich dort, und warum die Regulierung in China und den USA mit der Technik mitwächst.

Verkehrsbetriebe zu passiv: Oslo zeigt mit 22 Quadratkilometern autonomem Zubringer, wie es geht; unzählige Verkehrsverbünde mit eigener App zeigen, wie es nicht geht.

Kurzstrecke und Endhaltestelle: Auto oder Zug, Schiene oder Straße, Waymo oder Moia und die Phrase „Das haben wir immer so gemacht“.

Ihr habt Feedback, Fragen oder Themenideen? Schreibt Julien und Stephan direkt auf kontakt@geradeauspodcast.de oder besucht uns auf www.geradeauspodcast.de
1 Stunde 11 Minuten
In dieser Folge von „geradeaus. Der Mobilitätspodcast“ begrüßen Stephan Dümpelfeld und Julien Figur einen langjährigen Weggefährten und Vordenker der modernen Mobilität: Bruno Ginnuth. Stephan und Bruno verbindet eine intensive gemeinsame Historie aus CleverShuttle- und Deutsche-Bahn-Zeiten – geprägt von Hype-Phasen des Ridepoolings, harten Synergie-Kämpfen und dem bitteren Aus durch den Finanzierungsstopp des Großinvestors.

Doch Aufgeben stand nie zur Debatte: Für Bruno und seinen Co-Founder Jan Hoffmann fühlte sich das Aus schlichtweg nach „Unfinished Business“ an. Nur fünf Monate nach der Insolvenz standen sie wieder auf der Matte. Heute betreiben sie mit Clever Solutions profitabel On-Demand-Verkehre im ländlichen Raum und bereiten mit Clever Solutions Autonomous gemeinsam mit dem deutschen Busmittelstand bereits die Plattformen für die autonome Zukunft vor.

Was nicht auf LinkedIn steht? Dass Bruno jedes Jahr seinen 82-jährigen Vater beim Weihnachtsbaumverkauf am Ku’damm unterstützt und beim Karneval der Kulturen Cocktails mixt. Wie diese Bodenständigkeit zu 100 Millionen Euro Wagniskapital, harten Konzern-Meetings und der Vision von Robotaxis passt, erzählt er in dieser Episode.

Die Themen dieser Episode im Überblick:

Unfinished Business & Resilienz: Wie man nach einer Insolvenz den Mut fasst, innerhalb von fünf Monaten im selben Markt neu zu gründen.

Konzern vs. Startup: Ehrlich wie nie: Kosten und Nutzen von Großinvestoren wie der Deutschen Bahn und warum Bruno heute froh über „weniger unnötige Meetings“ ist.

Die Skalierungs-Falle: Warum es rückblickend ein Fehler war, CleverShuttle in neun Großstädte gleichzeitig zu skalieren, bevor ein Standort profitabel war.

Autonomes Fahren & Demographie: Warum autonomer Verkehr in 5 bis 7 Jahren die Kostenparität erreicht und wie er das riesige Renten-Loch beim Busfahrermangel stopfen muss.

Klartext zur Verkehrspolitik: Warum Deutschland mutige Modellregionen braucht, statt Alibi-Projekten mit „fünf Autos für vier Stunden am Tag“.

Schnellfragerunde & Bullshit-Check: Büro-Kultur vs. Remote Only, Wagniskapital vs. Mittelstand und warum Ehrlichkeit in der Investorenkommunikation alles ist.

Ein gewohnt ehrliches, reflektiertes und inspirierendes Gespräch über Fehlerkultur, echten Gründergeist und die Zukunft des ÖPNV!

Ihr habt Feedback, Fragen oder Themenideen? Schreibt Julien und Stephan direkt auf kontakt@geradeauspodcast.de oder besucht uns auf www.geradeauspodcast.de
53 Minuten
In dieser Folge von „Geradeaus. Der Mobilitätspodcast“ begrüßt Stephan Ralf Damde. Beide verbindet eine jahrelange Zusammenarbeit über Arbeitgeber- und Arbeitnehmergrenzen hinweg - wirklich kennengelernt beim Schwenksteak im Saarland, vereint im gemeinsamen Ziel einer besseren Mobilität für die Menschen.

Ralf Damde ist Gesamtbetriebsratsvorsitzender der DB Regio, vertritt die Interessen von über 40.000 Mitarbeitenden, sitzt im Konzernaufsichtsrat der Deutschen Bahn AG und ist EVG-Landesvorsitzender im Saarland. Er ist Sozialpartner aus Überzeugung und eine Stimme mit erheblichem verkehrspolitischem Gewicht.

Woher sein unermüdlicher Einsatz kommt? Die Antwort führt zurück in den eiskalten Winter 1983: Als junger Maschinenschlosser-Azubi erlebte Ralf, wie Maschinen geschont wurden, während die Arbeiter in der Kälte schuften sollten. Dieses Erweckungserlebnis prägte seinen Weg für den Rest seiner Karriere.

Die Themen dieser Episode im Überblick:

Das Erweckungserlebnis: Warum der Heizungsausfall 1983 Ralfs Einstieg in die Betriebsratsarbeit auslöste.

Verkehrspolitik im Klartext: Warum Milliarden für einen Tankrabatt über Nacht fließen, beim Deutschlandticket aber jahrelang gestritten wird.

Führung auf Augenhöhe: Wie Ralf trotz Gremienarbeit im Konzernaufsichtsrat den ungefilterten Draht zu den Belegschaften in den Werkstätten behält.

Zukunft der Arbeit: Autonomes Fahren, KI im Betriebsrat und warum Empathie im Nahverkehr unverzichtbar bleibt.

Schnellfragerunde & Bullshit-Check: Schwenksteak vs. Currywurst, Bauchgefühl vs. KI und Phrasen der Verkehrsdebatte auf dem Prüfstand.

Ein persönliches und ehrliches Gespräch über Haltung, Sozialpartnerschaft und die Zukunft der Schiene!

Ihr habt Feedback, Fragen oder Themenideen? Schreibt Julien und Stephan direkt auf kontakt@geradeauspodcast.de
1 Stunde 3 Minuten
In dieser Episode von "Geradeaus. Der Mobilitätspodcast" begrüßen Stephan und Julien den Autoexperten Benedikt Middendorf von Deloitte. Er blickt mit schonungsloser Ehrlichkeit auf die deutsche Automobilindustrie – den aktuell wohl größten Sanierungsfall Europas.

Wir sprechen darüber, warum die Branche in einer tiefen Handlungs- und Narrativkrise steckt und weshalb sich das E-Auto für viele Kunden wie eine „Antwort auf eine Frage anfühlte, die keiner gestellt hat“. Benedikt erklärt, warum Autos zum austauschbaren „Commodity“ mutieren, weshalb der klassische Neuwagenverkauf ausgedient hat und warum Flottenbetreiber sowie der Gebrauchtwagen-Kreislauf die eigentlichen Gewinner der Transformation sind.

Zudem gibt er ehrliche Einblicke in seine eigene Fehlerkultur und richtet einen klaren Appell an Branche und Politik: Aufhören zu jammern, mutige Entscheidungen treffen und die Transformation anpacken!

Die Kernthemen im Überblick:

Antwort ohne Frage: Wie wir den Kunden bei der E-Mobilität wieder mitnehmen.

Auto als Commodity: Bezahlbarkeit und Konnektivität schlagen alte Spaltmaße.

Kreislauf statt Einmal-Kauf: Die neue Rolle von Gebrauchtwagen, Flotten und Abos.

Aufhören zu jammern: Warum Bedenkenträgertum die Zukunft gefährdet.

Ihr habt Feedback, Fragen oder Themenideen? Schreibt Julien und Stephan direkt auf kontakt@geradeauspodcast.de.
50 Minuten
In dieser Episode von "Geradeaus. Der Mobilitätspodcast" sprechen Stephan und Julien mit Melanie Reichardt, der Co-Gründerin von Bo Rentals. Melanie ist im Familienbusiness aufgewachsen und bringt jahrelange Erfahrung aus der Mietwagenbranche mit. Doch warum gründet man freiwillig neu in einem Markt, der von etablierten Riesen dominiert wird? Und mit welcher Strategie setzt sich der Mittelstand gegen die Konkurrenz durch?

Melanie erklärt, warum der regionale Mittelstand nach wie vor eine enorme Daseinsberechtigung hat und wie Bo Rentals verkrustete Branchen-Standards bricht: Statt klassischer 5-Meter-Tresen setzt das Start-up auf gemütliche Couches, Kaffee, digitale 30-Sekunden-Checkouts per Tablet und echten persönlichen Service.

Zudem gibt Melanie ehrliche Insights zu Führung und Fehlerkultur: Warum man den eigenen Gründer-Drive nicht 1:1 von Mitarbeitenden voraussetzen darf, wie wichtig das Führen nach individuellen Stärken ist und welche Rolle neue Hersteller wie NIO, XPeng oder Zeekr im Fuhrpark der Zukunft einnehmen. Melanies klares Ziel für die nächsten 12 Monate: Der Aufbau von 15 Standorten, an denen Autovermietung endlich wieder bequem funktioniert!

Kern-Themen der Folge:

Kampf im Haifischbecken: Warum die Nische für den regionalen Mittelstand profitabel bleibt.

Couch statt Counter: Wie Prozesse digitalisiert werden, ohne den persönlichen Kontakt zu verlieren.

Führung & Fehlerkultur: Warum Gründer-Euphorie im Team nicht überfordern darf.

Neue Player im Fuhrpark: Die Vermietung als bezahlte Probefahrt für chinesische E-Auto-Marken.

Proof of Concept: Das modular nutzbare System hinter Bo Rentals.

Ihr habt spannende Ideen für Gäste, Themen oder Feedback zur letzten Folge? Schreibt Julien und Stephan unter kontakt@geradeauspodcast.de!

 
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Über diesen Podcast

Der Mobilitätspodcast mit Stephan Dümpelfeld und Julien Figur. Klare Thesen, spannende Gäste, ehrliche Gespräche über Mobilität von heute und morgen und die Menschen dahinter.
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„Geradeaus. Der Mobilitätspodcast“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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