Equidemia Insights Archiv
127 Episoden
33 Minuten
In dieser Episode spreche ich über die Verbindung von traditioneller Reitkunst und moderner Wissenschaft – und warum ich glaube, dass beides kein Widerspruch sein muss. Wir werfen gemeinsam einen Blick darauf, wie sich unser Verständnis von Pferdeausbildung in den letzten Jahren verändert hat und weshalb funktionales Denken, Bewegungswissenschaft und evidenzbasierte Erkenntnisse heute eine immer größere Rolle spielen. Dabei geht es nicht darum, bewährte Traditionen zu ersetzen, sondern sie kritisch zu hinterfragen und dort weiterzuentwickeln, wo neue Erkenntnisse uns helfen, Pferde besser zu verstehen. Ich spreche darüber, warum Reitweise und Trainingsplanung nicht dasselbe sind, weshalb funktionelle Ganganalyse eine zentrale Grundlage jeder Ausbildung sein sollte und warum wir den Blick stärker auf das individuelle Pferd richten müssen, statt an starren Modellen festzuhalten. Denn mein Ziel ist es nicht, eine bestimmte Reitweise zu propagieren – sondern Pferde so auszubilden, dass sie langfristig gesund, leistungsfähig und mit Freude in Bewegung bleiben.
46 Minuten
In dieser Episode tauchen wir tief in die komplexen Herausforderungen und Chancen der modernen Pferdezucht ein. Unsere Gästin Caroline Rohmann teilt ihre Perspektiven auf die Entwicklung der Zucht, die Bedeutung der Gesundheit und die Verantwortung, die Züchterinnen und Züchter tragen – alles vor dem Hintergrund, wie wir Pferde für ein langes, erfülltes Leben optimal züchten können. In diesem Podcast: - Die Entwicklung der modernen Pferdezucht – Chancen und Herausforderungen - Gesundheit, Langlebigkeit und Charakter als zentrale Zuchtziele - Warum Funktion wichtiger ist als reine Optik - Der Einfluss von Genetik, Markttrends und Zuchtentscheidungen - Verantwortung, Ethik und die Zukunft einer nachhaltigen Pferdezucht Hinweis: Diese Diskussion unterstreicht die Dringlichkeit, Pferdezucht nachhaltig, verantwortungsvoll und mit Zukunftsperspektive zu gestalten. Züchter, Reiter, Tierärzte und die Gesellschaft sind eingeladen, diesen Wandel aktiv mitzugestalten.
34 Minuten
In dieser Episode spreche ich über ein Thema, das mich in den letzten Wochen intensiv beschäftigt hat: die Frage, wie wir im Pferdebereich mit Evidenz, Nicht-Wissen und Hoffnung umgehen. Auslöser war eine Fortbildung, von der ich mir viel versprochen hatte. Ich habe dort durchaus Neues gelernt – und gleichzeitig gemerkt, wie oft wir mit Konzepten, Versprechen und Erklärungsmodellen arbeiten, deren wissenschaftliche Grundlage deutlich unsicherer ist, als es auf den ersten Blick scheint. Dabei geht es mir nicht darum, alles abzulehnen, was wir nicht messen können. Ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass es viele Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir vielleicht nie vollständig erklären werden. Pferde dürfen uns überraschen. Beziehungen dürfen mehr sein als der eine oder andere Messwert. Aber genau deshalb müssen wir lernen, sauber zwischen Wissen, Vermutungen, Erfahrungen und Hoffnungen zu unterscheiden. In dieser Folge spreche ich darüber, • warum Nicht-Wissen oft das eigentliche Problem ist • weshalb wissenschaftliche Evidenz wichtig ist, ohne zur einzigen Wahrheit zu werden • wie Marketing, Narrative und vermeintliche Allheilmittel unsere Wahrnehmung beeinflussen • warum kritisches Denken kein Widerspruch zu Offenheit ist • und weshalb wir manchmal den Mut brauchen, zu sagen: „Ich weiß es nicht.“ Denn vielleicht liegt genau dort das fehlende Puzzleteil: zwischen Evidenz und Hoffnung. Viele der Fragen, die ich in dieser Episode anspreche, beschäftigen uns auch intensiv in der Equidemia Masterclass. Denn dort geht es nicht darum, Methoden auswendig zu lernen oder Patentrezepte zu sammeln. Es geht darum, wissenschaftliche Erkenntnisse einzuordnen, kritisch zu hinterfragen und gleichzeitig die Komplexität realer Pferde nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn du tiefer in diese Themen eintauchen möchtest, lade ich dich herzlich zu unserem kostenfreien Info-Webinar zur Equidemia Masterclass am Montag ein. Dort stelle ich die Ausbildung vor und beantworte alle Fragen rund um Inhalte, Aufbau und Zielsetzung der Masterclass.
53 Minuten
ECVM bei Pferden verstehen: Komplexität, Forschung und praktische ImplikationenIn dieser Episode taucht Celina Skogan tief in die Welt der ECVM (Equine Complex Vertebral Malformation) ein. Sie erklärt, warum es sich um ein vielschichtiges Thema handelt, das weit über einfache Diagnosen hinausgeht, und zeigt, wie aktuelle Forschungsergebnisse unsere Sicht auf diese Wirbelsäulenveränderungen verändern. Wichtig ist: Nicht jeder Befund ist gleich problematisch, und funktionale Relevanz steht im Mittelpunkt. Was ist ECVM genau und wie wird es erkannt? Die Bedeutung der anatomischen Variationen im Zusammenhang mit Funktionstesten Unterschiede zwischen rein anatomischen Befunden und klinischer Relevanz Die Rolle genetischer Faktoren: Hinweise auf Erblichkeit, aber noch keine klaren Gene Wissenschaftliche Studien: Vera und Dyson – Was sie sagen und was nicht Wie Röntgenbildgebung und Diagnostik im Kontext helfen können Praktische Konsequenzen: Training, Management und die Gefahr des Schwarz-Weiß-Denkens Der Einfluss von Haltung, Fütterung und Lebensstil auf die Resilienz der Pferde Zukunft der Forschung: Neue Projekte und mögliche präventive Maßnahmen Hinweis: Das Verständnis von ECVM erfordert eine umfassende Betrachtung, bei der Diagnostik, Funktionalität und individuelle Resilienz zusammenwirken. Dieses Thema zeigt, wie wichtig ein ganzheitlicher Ansatz ist. Hast Du den Verdacht, dass dein Pferd Schmerzen hat, bitte suche dir umgehend tierärztlichen Rat.
38 Minuten
In dieser Folge von Equidemia Insights nehme ich dich mit auf eine faktenbasierte Reise durch die Themen Pferdebiomechanik, Haltung und Training. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf die Spinal Engine, die Rolle von Hals und Rücken im Bewegungsablauf sowie die Frage, wie verschiedene Kopf-Hals-Positionen die Energieeffizienz und Funktion des Pferdekörpers beeinflussen können. Außerdem sprechen wir über verbreitete Missverständnisse rund um Rollkur, die Position hinter der Senkrechten und die Bedeutung wissenschaftlicher Evidenz für einen ethisch und biomechanisch sinnvollen Umgang mit Pferden. Dabei geht es auch darum, wie individuelle Anatomie, Gesundheit und unsere eigenen Glaubenssätze die Wahrnehmung von Pferdebewegung prägen.
47 Minuten
In dieser Folge nehme ich dich mit in die wissenschaftliche Welt des Pferdetrainings. Gemeinsam schauen wir darauf, wie biomechanische Erkenntnisse dabei helfen können, Bewegung als vernetztes System zu verstehen und Training einfacher, nachhaltiger und evidenzbasierter zu gestalten. Dabei sprechen wir über die Rolle von Hals, Wirbelsäule und elastischen Energieaustauschstrukturen sowie deren Einfluss auf Balance, Stabilität und Bewegungseffizienz. Außerdem teile ich praktische Gedanken dazu, wie wir Bewegungsqualität im Alltag besser beobachten und beurteilen können.
48 Minuten
Der Pferdehals ist weit mehr als ein „Formgeber“ im Training. In dieser Episode tauchen wir tief in die funktionelle Anatomie und Biomechanik des Halses ein — als Sinnesorgan, Balancegeber, Energiespeicher und zentraler Bestandteil der Bewegungseffizienz des gesamten Pferdes. Wir sprechen über den Telescoping Neck, das Nackenband als elastisches Recycling-System, dorsale und ventrale Stabilität, sensorische Integration — und darüber, warum freie Halsbewegung kein „ästhetisches Extra“, sondern ein physiologisches Grundprinzip ist, und wie das unser Training und den Blick auf Formgebung verändert.
46 Minuten
In dieser Folge tauchen wir tief in die komplexen Zusammenhänge der Pferdebiomechanik und Neurologie ein. Ich erkläre, warum das Verständnis der Wirbelsäule und des zentralen Nervensystems entscheidend ist, um Pferde besser zu trainieren, Schmerzen zu erkennen und die Bewegungsqualität zu verbessern. Key Topics - Evolution und Bewegungsmechanik des Pferdes - Die Wirbelsäule als Zentrum für Bewegung, Stabilität und Sensorik - Die Bedeutung der „Spinal Engine“ im Training - Systemisches Denken statt isolierter Problemanalyse - Nervensystem, Propriozeption und Bewegungssteuerung - Einfluss von Reiter, Sattel und Equipment auf die Wirbelsäule - Ursachen und Kompensationen bei Lahmheiten und Schmerzen - Effizienz von Bewegung, Faszien und Energie-Recycling
37 Minuten
Viele Pferde laufen nicht rund – aber die Ursache liegt oft nicht dort, wo wir suchen. In dieser Folge geht es um einen Perspektivwechsel: weg von der lokalen Suche nach Problemen hin zu einem systemischen Verständnis von Bewegung. Du erfährst, warum Bewegung nicht im Bein entsteht, welche Rolle das Nervensystem spielt und wie das Konzept der Spinal Engine hilft, Bewegung neu einzuordnen. In dieser Folge - Warum „nicht rund laufen“ oft keine klare Ursache hat - Bewegung als Zusammenspiel von Struktur, Neurologie und Koordination - Central Pattern Generators (CPGs) - Die Idee der Spinal Engine (Gracovetsky) - Warum Gliedmaßen Bewegung zeigen – aber nicht erzeugen
38 Minuten
Was braucht die Pferdewelt, um auch morgen noch relevant, verantwortungsvoll und anschlussfähig zu sein? In dieser Folge spreche ich mit Dr. Christina Münch vom HorseFuturePanel. Sie beschäftigt sich mit den großen Entwicklungslinien der Pferdebranche: mit gesellschaftlichem Wandel, mit neuen Erwartungen an den Umgang mit Pferden und mit der Frage, wie eine zukunftsfähige Pferdewelt aussehen kann. Das HorseFuturePanel beschreibt sich selbst als Team, das Impulse für die Branche setzt; Dr. Christina Münch ist dort Teil des Teams und wird im Impressum als Geschäftsführerin geführt. In unserem Gespräch geht es nicht darum, Angst vor Veränderung zu machen. Im Gegenteil. Es geht darum, die Chancen zu sehen, die genau in diesem Wandel liegen. Wir sprechen darüber: - warum sich die Pferdewelt gerade verändert, - was gesellschaftliche Akzeptanz heute eigentlich bedeutet, - weshalb Kommunikation und Verantwortung immer wichtiger werden, und wie wir diese Entwicklung nicht als Bedrohung, sondern als Einladung verstehen können, Pferdehaltung und Pferdetraining bewusster, klarer und tragfähiger zu gestalten. Für mich ist das eine wichtige Perspektive, weil sie den Blick weitet: weg von einzelnen Methoden, hin zu der größeren Frage, wie wir eine Pferdewelt mitgestalten, die fachlich fundiert, ethisch tragfähig und auch für kommende Generationen lebendig bleibt.
34 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über antizipatorische Trauer – also die Trauer, die entsteht, während dein Pferd noch lebt, sich aber bereits etwas verändert. Was passiert, wenn aus Beziehung plötzlich Pflege wird? Wenn du nicht mehr nur Begleiter bist, sondern Caregiver? Und warum fühlt sich dieser Zustand oft so zermürbend an? In dieser Folge geht es um: Warum Pferde für viele Menschen funktional Familie sind Warum Bindung laut Neurobiologie ein Regulationssystem ist Was passiert, wenn diese Sicherheit durch Krankheit wegbricht Warum antizipatorische Trauer nicht automatisch entlastet Wie sich Beziehung verändert, wenn du zum Caregiver wirst
36 Minuten
Im Pferdetraining gehen wir oft davon aus, dass sich Probleme über mehr Bewegung lösen lassen. Mehr Vorwärts. Mehr Aktivität. Mehr Arbeit. Das stimmt – aber nur zum Teil. In dieser Folge geht es um die Frage, wovon Bewegung eigentlich abhängt – und warum es einen Unterschied macht, ob wir Bewegung erzeugen oder Stabilität ermöglichen. Du bekommst einen Einblick in: - den Unterschied zwischen Haltemuskulatur und Bewegungsmuskulatur - die funktionelle Einteilung in tonisch und phasisch - die Rolle von Muskelfasertypen (Typ I, IIa, IIx) - den Unterschied zwischen willkürlicher und unwillkürlicher Ansteuerung und warum Gewebe und Struktur (ECM, Kollagen) entscheidend für die Qualität von Bewegung sind
30 Minuten
Ich glaube daran, dass das Wissen darüber, wie Pferde wirklich sind, die Kraft hat, Training und Reiten grundlegend zu verändern – evidenzbasiert, empathisch und ethisch. Doch dafür müssen wir Bewegung anders betrachten. Denn oft sprechen wir nur über Biomechanik – über das, was sichtbar ist: Winkel, Kräfte, Tragkraft und Schub. Aber Biomechanik ist nicht der Anfang, sondern das Ergebnis. Bewegung entsteht im Zusammenspiel mehrerer Systeme: Neurologie, Physiologie, Energetik und Fluids – ergänzt durch physikalische Prinzipien wie Kräfte und Elastizität. Ein Pferd ist kein mechanisches Modell. In dieser Folge erfährst du: warum Biomechanik allein nicht ausreicht wie Bewegung im Nervensystem beginnt warum Energie ein limitierender Faktor sein kann und weshalb Bewegungsanalyse immer systemisch gedacht werden muss Kerngedanke: Biomechanik ist nicht die Ursache von Bewegung – sondern ihr sichtbarer Ausdruck.
24 Minuten
Ich glaube daran, dass das Wissen darüber, wie Pferde wirklich sind, die Kraft hat, Training und Reiten grundlegend zu verändern. Evidenzbasiert. Empathisch. Ethisch. Und genau daran scheitert es im Alltag oft, denn wir sprechen im Pferdetraining ständig über Methoden: Reitweisen, Techniken, Ansätze. Aber viel zu selten über das, was darunter liegt. Evidenz. Kontext. Systemverständnis. In dieser Folge geht es um: den Unterschied zwischen Methode und evidenzbasierter Arbeit warum viele Trainingsprobleme nicht auf der Methoden-Ebene lösbar sind wie das Bewegungsmodell zeigt, dass Biomechanik nur ein Teil des Systems ist weshalb echte Veränderung erst entsteht, wenn wir Zusammenhänge verstehen und warum Training ohne Kontext oft an der Oberfläche bleibt. Warum die Masterclass genau so aufgebaut ist Aus genau diesem Verständnis heraus ist die Equidemia Masterclass entstanden. Nicht als neue Methode, sondern als Struktur, um Kontext zu verstehen. Die drei Module bilden genau dieses System ab: Modul 1 – Geist des Pferdes Verhalten, Wahrnehmung, Lernen, Stress und Schmerz die neurologische und mentale Grundlage von Bewegung und Training Modul 2 – Körper des Pferdes Anatomie, Biomechanik, Bewegungsanalyse das, was sichtbar wird Modul 3 – Gesundheit, Training & Kontext Fütterung, Haltung, Rehabilitation, Trainingsplanung die Verbindung aller Ebenen im Alltag
27 Minuten
Wir alle kennen sie: die Geschichte vom „schwierigen“ Pferd, das durch Liebe plötzlich wieder funktioniert. Die klassische Wendy- oder Black-Beauty-Story – schön, aber oft zu einfach gedacht. In dieser Folge schauen wir genauer hin: Warum Verhalten nicht einfach „weg geliebt“ werden kann und welche Rolle Haltung, Gesundheit und Umwelt wirklich spielen. Du erfährst, warum Beziehung wichtig ist – aber nicht alles löst, und wie dir Modelle wie der Worry Cup oder das Five Domains Model helfen können, Verhalten besser zu verstehen. Gleichzeitig wird es auch persönlich: Ich teile mit euch, warum ich selbst an den Punkt gekommen bin, an dem Gefühl allein nicht mehr gereicht hat. Und weshalb evidenzbasiertes Arbeiten kein Ziel war – sondern eine Konsequenz.