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So sind wir: zwischen Bognergasse und Ballhausplatz Archiv

31 Episoden
17 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

Steuern sind nach Sterben ungefähr das, womit sich die Leute am wenigsten beschäftigen wollen. Felix nennt die Einkommensteuer trotzdem sein Lieblingsthema, und nach dieser Folge versteht ihr vielleicht warum.

Wir haben uns angeschaut, was passiert wäre, hätte man die Tarifstufen aus den 1970ern einfach mit der Kaufkraft mitwachsen lassen.

Das Ergebnis: Die Steuerfreigrenze läge heute bei rund 60.000 Euro. Das österreichische Medianeinkommen wäre komplett einkommenssteuerbefreit. Konkret hieße das rund 600 Euro mehr im Monat für den Medianverdiener, 1.200 Euro für einen Haushalt mit zwei arbeitenden Eltern.

Felix postuliert, dass genau diese jahrzehntelang nicht abgegoltene kalte Progression der Grund ist, warum sich viele Österreicherinnen und Österreicher keine Rücklagen mehr aufbauen können.

Ich führe aus: Wer diese Einnahmen streicht, reißt ein kaum füllbares Loch von fast 90 Prozent der Einkommensteuereinnahmen ins Budget. Und dann reden wir über das, was man in Österreich angeblich nicht ansprechen darf: Vermögenssteuern, Grundsteuer, Erbschaftssteuer.

Am Ende steht Felix' These: Ein Defizitverfahren und die stärkste Partei in Opposition, eine bessere Ausgangslage für unpopuläre, aber notwendige Reformen gibt es nicht.

Was sagt ihr dazu? Ich freue mich auf eure Rückmeldungen.

Euer Niko

Kapitel:

00:00:00 "Kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem"

00:01:25 "Steuern, das ist nach Sterben so circa das, womit sich die Leute am wenigsten beschäftigen wollen"

00:03:03 "Die heutigen 13.308 Euro wären kaufkraftbereinigt circa 60.000 Euro"

00:03:47 "Das Medianeinkommen wäre damit einkommenssteuerbefreit"

00:05:33 "600 Euro mehr im Monat"

00:07:25 "Was finanziert denn der Staat damit?"

00:08:52 "Damit mache ich mich bei links und rechts unbeliebt": Erbschaftssteuer als Tausch

00:10:02 "Es gibt drei Vermögenssteuern": Vermögen, Erbschaft, Grundsteuer

00:13:15 "Zuerst den Faktor Arbeit entlasten": Österreich vs. Schweden im OECD-Vergleich

00:14:37 "Straffrei Entscheidungen treffen, die kurzfristig wehtun"

00:15:25 "Die Wahrheit ist den Leuten zumutbar"

00:16:38 "Packen wir die Kettensäge aus"
44 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

mein heutiger Gast war einmal mein Chef. Gernot Blümel war Finanzminister, davor Kanzleramtsminister für Europa, Kunst, Kultur und Medien. Heute baut er im Lido von Venedig einen Forschungspark für künstliche Intelligenz in der Medizin auf. Und er hat ursprünglich Philosophie studiert, was diese Folge in eine Richtung schickt, mit der ich so nicht gerechnet hatte.

Wir starten bei Kant. Blümel geht von einer Star-Trek-Folge aus, in der vor Gericht verhandelt wird, ob ein Androide sich selbst gehört oder der Sternenflotte. Von dort landet er bei Artikel eins der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und bei einer unbequemen Feststellung. Unsere Würde ruht auf der Vernunftbegabtheit. Nicht auf unserem Körper, nicht auf unseren Gefühlen, nicht darauf, dass wir empfindsam sind. All das haben die Gründerväter der Menschenrechte als nicht relevant angesehen. Was heißt das dann, wenn wir einer Maschine nach unseren eigenen Definitionen Intelligenz und Verstehen nicht mehr absprechen können?

Dann wird es politisch, und das ist der Teil, über den ich seither am meisten nachdenke. Blümel sagt, die große Welle, die gerade über die westlichen Demokratien hinwegrollt, sei die Überzeugung eines Großteils der Bevölkerung, dass das Heil am rechten Rand zu suchen ist. Er nennt drei Gründe. Erstens Migration, wo man spätestens 2015 erlebt habe, dass Masse den Rechtsstaat schlägt. Zweitens Überregulierung, wo der Staat im Kleinen als übergriffig empfunden wird und im Großen als machtlos. Und drittens das, was er postmoderne Wertevernichtung nennt.

Dazu zwei Sätze, die von einem ehemaligen ÖVP-Minister bemerkenswert sind. Die klassisch Konservativen hätten ideologisch die besseren Antworten, aber ihnen traue niemand mehr die Erneuerung zu. Und auch die Rechten könnten dieses Problem nicht lösen, sie hätten nur den Vorteil, nicht verantwortlich gemacht werden zu können.

Und schließlich die künstliche Intelligenz. Blümel sagt, Europa sei abgehängt, endgültig, und nennt einen Punkt, den ich so noch nicht gehört hatte: dass jene, die in Brüssel regulieren, die neuesten Modelle beruflich gar nicht verwenden dürfen. Zum ersten Mal in der Technikgeschichte habe unser Kontinent keinen Zugang zur modernsten Technologie des Planeten.

Hört rein.

Euer Niko

00:00:00 Von der Philosophie über Politik zur KI

00:05:44 Gehört Commander Data sich selbst?

00:09:01 Müssen wir Maschinen Menschenrechte zugestehen?

00:13:36 Nach unseren eigenen Definitionen

00:17:59 Da ist Europa abgehängt, fertig

00:22:05 Die institutionelle Sklerose

00:26:21 Die große Welle über die westlichen Demokratien

00:28:29 Masse schlägt Rechtsstaat

00:29:47 Die postmoderne Wertevernichtung
21 Minuten
Liebe Freundinnen und Freunde,

diesmal gibt es einen Schlagabtausch: Felix vom Land gegen mich aus der Stadt. Es beginnt bei Klimaanlagen, Gärten und der Frage, ob die Straßenbahn wirklich "zum Vergessen" ist, und landet schnell bei der eigentlich spannenden Frage: Warum wählt die Stadt links und das Land schwarz?

Wir reden über Gemeinden, in denen jeder einzelne Einwohner die ÖVP gewählt hat, über die Eigentumsquote als politischen Faktor, über Vereinsstrukturen vom Bauernbund bis zu den Roten Falken und darüber, warum die SPÖ Wien seit über hundert Jahren nicht aus der Stadt zu bekommen ist und die ÖVP nicht aus den Gemeinden.

Am Ende bleibt die Frage: Ist das System oder einfach ein Wettbewerb der besten Ideen?

Und eine Frage an euch: Welche Gemeinde hat das beste Zeltfest, den besten Feuerwehrball oder das beste Blasmusik-Event? Schreibt uns!

Hör rein.

Euer Niko

Kapitel

00:00 "Ich bin vom Land. Du bist aus der Stadt"

01:58 "Bei vierzig Grad halte ich es in der Stadt nicht aus"

03:32 "Alles, was überirdisch fahrt, ist zum Vergessen"

05:02 "Dann kommen sie als Grüne wieder zu uns"

07:57 "Fünfundfünfzig Prozent Eigentumsquote"

10:19 "Am Land kennt jeder jeden"

12:50 "In der Stadt gibt es keinen relevanten Bauernbund"

15:13 "Die SPÖ Wien hat das über hundert Jahre aufgebaut"

20:08 "Ein Wettbewerb der besten Ideen"
22 Minuten
Liebe Freunde,

„Danke Donald Trump für diesen Weckruf." Mit diesem Satz hat mich Andreas Wagner in dieser Folge überrascht. Der Geschäftsführer von SAP Österreich meint erst der Blick nach Washington hat Europa aufgeweckt. 75 Prozent der weltweiten KI-Rechenleistung stehen heute in den USA, 20 Prozent in China. Für den Rest der Welt bleibt fast nichts.

Wir reden darüber, was digitale Souveränität wirklich bedeutet und was sie kostet. Warum ein Rechenzentrum in Österreich allein noch keine Souveränität bringt. Wie viele Kunden tatsächlich bereit sind, für Datensicherheit mehr zu zahlen. Und warum Andreas überzeugt ist: Wer versucht, alles zu schützen, der schützt gar nichts.

Beim Thema KI wird er konkret. SAP will das autonome Unternehmen bauen, in dem Agenten ganze Prozesse übernehmen und der Mensch entscheidet. Was heißt das für Jobs? Andreas sagt offen: Gewisse Standard-Jobs werden wegfallen. Und zur Regulierung hat er eine klare Forderung mitgebracht.

Ein Gespräch über Abhängigkeit und Aufbruch, über Tempo statt Perfektion und darüber, warum Österreich trotz allem eine echte Chance hat.

Hört rein, folgt dem Podcast und schreibt mir, wie ihr das seht: Hat uns Trump wirklich einen Gefallen getan?

Euer Niko

Kapitel

00:00:00 „Ungeschminkt und ungekürzt"

00:01:06 „Danke Donald Trump für diesen Weckruf"

00:03:49 „Wer versucht, alles zu schützen, der schützt gar nichts"

00:05:21 „80 Prozent unserer Kunden sind im Mittelstand"

00:07:29 „Ein Drittel entscheidet sich dafür"

00:08:07 „Der Mensch bleibt in der Entscheidung"

00:11:37 „Gewisse Standard-Jobs werden wegfallen"

00:13:55 „The future belongs to the curious"

00:14:59 „Den AI Act kurzfristig aussetzen"

00:18:40 „Wir brauchen die KI"

00:20:23 „Wir müssen schneller werden und mutiger sein"
26 Minuten
Liebe Freundinnen und Freunde,

diesmal geht es um ein Thema, das gerade jeden in Österreich betrifft, der noch nicht abgerüstet hat: die Wehrdienstreform. Der Sommerministerrat Ende Juli hat sich auf ein Modell geeinigt, Felix und ich haben es direkt seziert.

Wir starten dort, wo wir uns unterscheiden. Felix hat bei der Garde in Wien gedient, ist seither Milizsoldat und erzählt, was er im Assistenzeinsatz im Nordburgenland über den Unterschied zwischen Grundwehrdiener und Miliz gelernt hat. Ich habe mich nach der Stellung für den Zivildienst entschieden, Rotes Kreuz, Rettungssanitäter.

Meine Kritik: Wir diskutieren über Monate und Dienstzeiten, während die realistische Bedrohung längst woanders liegt. Nicht die russische Panzerarmee im Marchfeld, sondern hundert mit Sprengstoff beladene Drohnen, die unsere Flughäfen und kritischen Einrichtungen angreifen. Darauf ist niemand vorbereitet, und die Verlängerung des Grundwehrdienstes ändert daran wenig.

An einer Stelle kippt das Gespräch. Ich sage, was ich für die nüchterne Beschreibung unserer Lage halte: Wir sind ein Vasallenstaat. Aktuell der USA, demnächst Deutschlands. Und so zu tun, als wäre das nicht so, ist die größte Kunst Österreichs. Danach ist es kurz still. Felix findet keine Antwort darauf, sagt das auch offen und wir lassen es stehen. Genau daran sieht man, wie emotional dieses Thema in Österreich aufgeladen ist. Über die Dauer des Grundwehrdienstes lässt sich streiten. Über den Satz dahinter offenbar nicht.

Hört rein und schreibt mir eure Einschätzung.

Euer Niko

Kapitel

00:00:00 Die größte Kunst Österreichs

00:00:32 Habtacht, ruhen lassen

00:02:07 Eine Verlängerung des Grundwehrdienstes

00:04:42 Besser auf die Bedrohungen vorbereitet?

00:08:17 Drohnenschwärme, KI-gesteuert

00:11:11 Als Trittbrettfahrer mit dabei

00:14:04 Eine sehr privilegierte Lage

00:16:05 Sie kann uns eh nicht verteidigen

00:16:34 Wir sind ein Vasallenstaat

00:21:08 Sollten wir der NATO beitreten?

00:24:13 Ein Mole-People-Reich unter den Bergen
20 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

zwölf Jahre an der Spitze der Wirtschaftskammer Wien, im Mai 2025 einstimmig für weitere fünf Jahre wiedergewählt, 150.000 vertretene Unternehmen. Zehn Tage vor dem Rücktritt hieß es intern noch, Walter Ruck werde nicht gehen. Am Donnerstag war er weg.

In der letzten Folge waren Felix und ich uns noch ziemlich sicher, dass er die Sache aussitzen wird. Jetzt machen wir die Nachbetrachtung: Was hat sich in dieser einen Woche verändert, wem nützt der Rücktritt politisch, und wem schadet er? Wir reden über die enge Verbindung zwischen Rathaus und Wirtschaftskammer, über die Nachfolge durch Margarete Kriz-Zwittkovits, über den Reformdruck, unter dem Martha Schultz im Bund steht, und darüber, was Pflichtmitgliedschaft in einer Kammer heute eigentlich noch wert ist.

Am Ende landen wir bei der Frage, die uns beide mehr beschäftigt als die Personalie selbst: Hing diese Macht wirklich an einem Mann? Oder wie Felix es formuliert: Man tauscht den Kopf aus, aber die Beziehung bleibt gleich.

Hört rein, es lohnt sich.

Euer Niko

Kapitel

00:00:00 – Der Rücktritt von Walter Ruck00:01:07 – Wie es dazu kam: die Tonband-Affäre00:02:34 – Wem nützt es, wem schadet es politisch?00:04:37 – Die Freundschaft Ruck–Ludwig und das System dahinter00:06:56 – Kriz-Zwittkovits als Nachfolgerin: Wird sich etwas ändern?00:07:30 – Hängt die Macht an der Person oder am System?00:08:07 – Und die Arbeiterkammer? Fehlt dort noch der Skandal?00:09:56 – Der Mahrer-Nachhall: Reformprozess und Stellenabbau im Bund00:11:56 – Wozu Interessenvertretung? Die Grundsatzfrage00:13:15 – Defizit, Doppelstrukturen und fehlende Transparenz00:15:33 – Pflichtmitgliedschaft: Was wäre die Kammer ohne sie?00:15:42 – Das Gegenbeispiel Industriellenvereinigung00:18:42 – Fazit: Ein Proseminar über die Sozialpartnerschaft
33 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

die Amerikaner waren im vergangenen Jahrhundert bereit, für uns in einen Weltkrieg zu ziehen, weil Europa der wichtigste Kontinent der Welt war. Mein Gast sagt: Das ist vorbei. Asien ist heute wichtiger, und wer nicht mehr wichtig ist, über dessen Kopf wird verhandelt. Seine Konsequenz daraus ist unbequem: Deutschland braucht die eigene Atombombe.

Muamer Bećirović ist in Österreich aufgewachsen, hat über Metternich geschrieben und forscht seit einem Jahr an der University of North Texas. Von dort schaut er mit Abstand auf uns zurück, und der Abstand macht ihn deutlich. Wir starten bei einem Satz, den er mir auf der Terrasse gesagt hat, in den USA gebe es noch echte Männer, gemeint als ehrlich, verlässlich, grade heraus, und arbeiten uns von dieser Mentalitätsfrage zur härtesten Frage überhaupt: Hat Europa noch den Willen, sich selbst zu verteidigen, oder nur noch die Haltung, darüber zu reden?

Es geht um ein Land, das nach 1989 unter dem Radar manövriert hat, um französische Atomwaffen, die uns nicht schützen, und am Ende um Österreich. Um ein Land, das seine Sicherheit auslagert, Geschäfte in alle Richtungen macht und das Neutralität nennt. Muamers Einordnung dazu ist trocken: Wir sind ein bisserl Trittbrettfahrer, und wir werden das nicht durchziehen können, wenn die Deutschen ernst machen.

Ich bringe wie immer meine Sicht ein, das Urteil überlasse ich Euch. Hört rein.

Euer Niko

Kapitel:

00:00:00 Europa und die USA

00:01:51 Da gibt es noch echte Männer

00:04:20 Man kann sich aufeinander verlassen

00:06:26 Die da oben haben das entschieden

00:08:19 Top down statt bottom up

00:12:56 Deutschland braucht die Atombombe

00:15:04 Ballistische Raketen als Zukunft

00:19:23 Ein genialer Schachzug

00:24:42 Wir verlieren die Handlungsfreiheit

00:25:53 Ein bisserl Trittbrettfahrer

00:29:28 Bei der Bildung fängt alles an
32 Minuten
Liebe Freundinnen und Freunde,

diese Folge haben wir am Donnerstagnachmittag aufgenommen. Kurz nachdem wir fertig waren, kam die Meldung, dass die ÖVP am Freitagabend ihren Bundesparteivorstand einberuft. Also haben wir uns nochmal hingesetzt und angehängt, was wir da noch nicht wissen konnten. Wenn ihr das hört, wisst ihr mehr als wir beim Aufnehmen.

Es geht um zwei Dinge, die enger zusammenhängen, als es zunächst wirkt. Erstens: Warum kann sich ein Kammerpräsident halten, dem die halbe Republik den Rücktritt nahelegt? Wir reden über die Zweidrittelmehrheit im Wirtschaftsparlament, über den Versuch in der Ärztekammer, der gescheitert ist, und darüber, warum Kammern Systeme sind, die darauf gedrillt sind, ihre Spitze stabil zu halten.

Und auch über die Rolle des Wiener Bürgermeisters, der als Einziger nicht in den Chor einstimmt. Bernhard Görg hat das Verhältnis zwischen Rathaus und Wirtschaftskammer einmal in einem Satz beschrieben, den ich in der Folge zitiere.

Zweitens: die aktuellen Vertrauenswerte der österreichischen Spitzenpolitik. Genau vier Personen liegen im Plus. Felix geht die Liste durch, wir schauen uns an, wer ganz unten steht und warum, und was das über eine Regierung aussagt, die noch drei Jahre vor sich hat.

Im angehängten Teil geht es dann um eine statutarische Tatsache, die die wenigsten kennen: Man kann Mitglied des Wirtschaftsbundes sein, ohne Mitglied der ÖVP zu sein. Genauso in anderen Teilorganisationen. Was das für einen Parteiausschluss bedeutet, könnt ihr euch ausrechnen.

Meine Einschätzung wie das ausgeht in der Folge. Schreibt uns in die Kommentare, ob ihr das auch so seht. Wie lange hält sich Walter Ruck?

Euer Niko

Kapitel:

00:00:00 Intro00:01:19 Ein Mitschnitt von einer Männerrunde00:02:37 Die degenerierten Oberösterreicher00:04:20 Es gibt in der ÖVP den Nettig, und der Rest ist unnettig00:05:56 Wir lassen uns unseren Präsidenten nicht rausschießen00:06:30 Gedrillt darauf, ihre Spitze stabil zu halten00:07:30 Solange der Preis nicht zu hoch wird00:11:15 Eine Form der Bewunderung00:12:27 Alle schauen weg00:14:02 Vier Politiker mit positivem Vertrauen00:21:52 Ein Waffenstillstandsabkommen00:23:32 Und dürfen sie mitregieren? Großartig00:25:18 Kurz darauf hat uns die Nachricht ereilt00:26:15 Man kann im Bund sein, ohne in der Partei zu sein00:26:45 Die eigene Wirtschaftskammer amputieren00:27:28 Irgendein Dimitrij Medwedew00:30:44 Gemeinsame Fototermine
29 Minuten
Liebe Hörerinnen und Hörer,

nur 16 Prozent der Fläche Österreichs sind Ackerland. In Ungarn sind es 44, in Deutschland 32. Wir sind das Schlusslicht, und trotzdem verbauen wir Boden schneller als fast jedes andere Land Europas. Über genau diese Spannung habe ich mit Kurt Weinberger gesprochen, dem Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Hagelversicherung.

Kurt kommt selbst von einem Bauernhof und erklärt so unmittelbar wie kaum jemand, warum der Verkauf von Grund für viele Landwirte die vernünftigste Entscheidung ist, und warum genau das zum Problem für uns alle wird. Wir reden über den wahren Wert einer Umwidmung, über eine Kommunalsteuer, die aus seiner Sicht völlig falsch steuert, über die frische Österreich-Deklaration von Linz und die Frage, warum Absichtserklärungen ohne verbindliche Grenze wenig bewegen.

Für Kurt ist Bodenschutz keine Nostalgie, sondern eine Frage der nationalen Sicherheit und der Versorgung. Oder in seinen Worten: Von Beton kann man nicht abbeißen.

Hört rein, es lohnt sich.

Euer Niko

Kapitel:

00:00:00 Es geht um die Zukunft Österreichs

00:03:20 Ein Korn hinein, dann der Stress

00:07:27 Ein sehr verletzbares Land

00:09:35 Der Fuß am Pedal ist drauf

00:14:38 Die Kommunalsteuer steuert falsch

00:17:48 Von Beton kann man nicht abbeißen

00:22:19 Meine kaufmännische Sorgfaltspflicht

00:26:47 Der Boden ist ein Wunderwerk
28 Minuten
Die ÖVP hat wieder einen neuen Parteimanager. Markus Gstöttner ist bereits der dreizehnte Kopf an der Spitze der ÖVP-Bundespartei seit 2013 - Generalsekretäre inklusive der Doppelspitze Melchior/Schwarz.

Felix und ich schauen uns an, warum der Generalsekretär immer schneller geht als der Obmann, welchen Projektauftrag Gstöttner mit den Wahlen in Tirol, Oberösterreich und Niederösterreich vor sich hat und warum diese Rolle beides sein kann: Schleudersitz oder Sprungbrett. Christian Stocker und Karl Nehammer haben es vorgemacht.

Und wir gehen eine Ebene tiefer: Warum halten ÖVP und SPÖ in den Gemeinden Ergebnisse, von denen sie im Bund nur träumen können? Warum ist die FPÖ absolut abhängig vom Bundestrend und von einer einzigen Person? Und warum sind die Neos, wie es ein Funktionär formuliert hat, nur eine schlechte Wahl von der Auslöschung entfernt?

Viel Freude mit dieser Folge.

Euer Niko

Kapitelübersicht

00:00:00 "Wenn was schlecht läuft, ist bekanntlich immer der Chef schuld"00:00:42 "Der dreizehnte Generalsekretär in zehn Jahren"00:03:43 "Der Anwalt, der eigentlich in Pension gehen wollte"00:05:18 "Die ÖVP Bund darf den Ländern nicht schaden"00:08:43 "Dann wäre er der erste, der geköpft wird"00:10:32 "Wenn du nicht lieferst, wirst du ausgetauscht"00:15:09 "Volksparteien und Issue Parteien"00:22:25 "Wenn sie bei mir hereinschaut, sieht sie beides Feuerwehrmänner"00:23:45 "Schlechtestes Wahlergebnis, und trotzdem 37 Prozent"00:25:40 "Eine Wahl davon entfernt, ausgelöscht zu werden"
46 Minuten
Mit meiner Matura 2011 habe ich zum ersten Mal den Satz gehört: "Du wirst wahrscheinlich keine Pension mehr bekommen." Über zehn Jahre später ist die Frage nicht verschwunden, sie ist nur konkreter geworden.

Andreas Zakostelsky, Generaldirektor der VBV-Gruppe, rechnet in dieser Folge vor, warum unser Umlagesystem unter Druck steht: 1970 haben vier bis fünf Aktive einen Pensionisten finanziert, heute sind es zweieinhalb, 2040 werden es 1,9 sein. Wir sprechen darüber, was die zweite und dritte Säule leisten können, warum der Generalpensionskassenvertrag gerade jetzt ein stiller Gamechanger für drei Viertel der Österreicher ist, und warum ausgerechnet jene am lautesten gegen eine Pensionsalter-Anpassung protestieren, die davon gar nicht betroffen wären.

Am Ende landen wir bei der Frage, die eigentlich vor jeder anderen kommt: Scheitert die große Reform an den Zahlen oder am Mut?

Euer Niko

00:00:00 Werde ich keine Pension mehr haben00:01:17 Das Delta zahlt das Budget00:03:36 Nur noch 1,9 Aktive pro Pensionist00:07:28 Alterssicherungskommission für alle drei Säulen00:13:52 Der Generalpensionskassenvertrag00:20:20 Ein urösterreichischer Reflex00:28:36 Den großen Wurf wagen00:43:16 Strukturreformen zwischen Bund und Ländern
23 Minuten
"Beim ORF herrschen Sodom und Gomorrha." Den Satz hat ein Gast in einer früheren Folge fallen lassen, und er ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Also habe ich mir Felix geschnappt, und wir haben uns den ORF vorgenommen, kurz nachdem Clemens Pig zum neuen Generaldirektor gewählt worden ist.

Felix steigt gleich mit der steilen These ein: Einen großen Teil des ORF könnte man abschalten, es würde keinem fehlen und uns Millionen an Steuergeld sparen. Ich sehe das anders, und genau daran entlang läuft das Gespräch. Was soll ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk eigentlich leisten? Brauchen wir die ZiB noch, wenn jede Nachricht ohnehin in Echtzeit am Handy liegt? Und warum genießen die Landesstudios vergleichsweise so hohes Vertrauen?

Wir reden über die Haushaltsabgabe und den verschwundenen Länderzuschlag, über die Spitzengehälter im Transparenzbericht, über Stiftungsräte und ihre Freundeskreise, und am Ende über das, was wirklich wiederhergestellt werden muss: Vertrauen.

Eine Folge mit teils kontroversen Meinungen, aber ohne den ORF abzuschreiben. Im Gegenteil. Wir sind beide der Ansicht, dass dieses Land einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk braucht.

Ungekürzt und ungeschnitten. Viel Vergnügen.

00:00:00 Beim ORF herrschen Sodom und Gomorrha

00:00:45 Einen großen Teil des ORF könnte man heute abschalten

00:01:52 Wozu brauchst du die ZiB heutzutage?

00:04:57 Wenn der ORF mehr wie die APA wäre

00:09:00 Wir sperren den Küniglberg zu

00:16:01 Die Stiftungsräte und ihre Freundeskreise

00:17:55 Wiederhergestellt werden muss das Vertrauen

00:22:29 Lieber ORF, es braucht nicht viel Geld für gute Unterhaltung
24 Minuten
Ein neues Format

Eigentlich wäre an dieser Stelle die nächste Folge mit Andreas Zakostelsky zum Pensionssystem dran gewesen. Die kommt, nur etwas später. Denn am Freitag Nachmittag ist mir spontan etwas dazwischengekommen, und darüber bin ich ziemlich froh.

Felix Geyer ist in einem wunderschönen Hemd bei mir im Büro aufgetaucht, wir haben kurzerhand das Mikro aufgedreht und über das österreichische Bundesbudget gesprochen, das diese Woche präsentiert wurde. Kein langer Vorlauf, kaum Vorbereitung, einfach zwei, die ehrlich drüber reden.

Das Ergebnis hat mir so gut gefallen, dass ich daraus ein eigenes Format mache:

Niko und Felix analysieren ... das Budget.

Wir nehmen uns ein Thema vor und schätzen es ein. Zum Start das Budget. Wer profitiert davon, wer zahlt.

Hört rein und schreibt mir eure Einschätzung.

Kapitel:

00:00:00 Warum heute Niko und Felix00:00:51 Die Entlastung lässt auch sich warten 00:05:23 Eine Milliarde, schöne runde Zahl00:12:51 Alle Entscheidungen liegen im Bund00:17:45 Die tickende Bombe
52 Minuten
Wie erklärt eine Regierung fünf Milliarden Konsolidierung, wenn die Hälfte davon gar keine Einsparung ist? Und wie berichtet Journalismus über ein Problem, das die Politik seit zwanzig Jahren kennt und nicht lösen will?

Peter Stadlmüller ist Wirtschaftsredakteur der Kronen Zeitung und seit zehn Jahren einer der jüngsten Stimmen im österreichischen Wirtschaftsjournalismus. In dieser Folge sprechen wir über die Kommunikationslücke zwischen dem, was Regierungen ankündigen, und dem, was sie tatsächlich umsetzen und darüber, was der Job des Journalismus in unserem System eigentlich ist.

Wir reden über die unterschiedlichen Budgetzahlen von Fiskalrat und Finanzministerium, darüber wie Think Tanks wie Agenda Austria oder das Momentum Institut einzuordnen sind, und warum das Pensionssystem das zentrale Budgetproblem Österreichs ist, obwohl die Lösung seit Jahrzehnten auf dem Tisch liegt. Und wir fragen: Warum macht eine Regierung die notwendigen Reformen nicht, wenn sie weiß, dass sie notwendig sind?

Die Antwort, die Peter Stadlmüller gibt, ist so einfach wie unbefriedigend und erklärt gleichzeitig, warum die Freiheitliche Partei dort abholt, wo andere Parteien seit Jahren versagen.

„So sind wir - Zwischen Bognergasse und Ballhausplatz" ist der Podcast über die Strukturen hinter der österreichischen Politik und Wirtschaft.

Kapitel:

00:00:00 Intro

00:00:18 Mit 19 in die Krone

00:03:47 Arbeitsalltag in der Redaktion

00:06:10 Journalismus für Krone-Leser

00:10:20 Fiskalrat vs. Finanzministerium

00:14:35 Think Tanks und Einordnung

00:16:26 Ankündigungspolitik und Vertrauen

00:22:30 Milliarden ohne Wirkungsmessung

00:27:10 Leaks: Wenn Journalisten zu früh wissen

00:31:25 Ressortgrenzen in der Redaktion

00:32:35 Pensionen als Budgettreiber

00:38:13 Pensionsreform und Wahlangst

00:42:49 Vertrauen als politische Ressource

00:44:31 Kickl und der Feuermelder

00:49:29 Ausblick
1 Stunde 6 Minuten
Daniel Varro war stellvertretender Kabinettschef im Finanzministerium unter Gernot Blümel, davor war er als Rechtsanwalt tätig. Heute ist er Universitätsprofessor für Steuerrecht an der Donau-Universität Krems. Einer der wenigen, der Politik, Privatwirtschaft und Wissenschaft wirklich kennt.

Die Frage, die ich mir vor diesem Gespräch gestellt habe: Warum produziert Österreichs Politik so konsequent Maßnahmen, die niemand erklärt, niemand misst und folglich auch keiner versteht?

In unserem Gespräch reden wir darüber, warum Österreich in der Corona-Krise zwischen Klarheit und Wahrheit wählen musste und was das bis heute kostet. Warum Budgetankündigungen in Milliardenhöhe niemanden überzeugen, solange niemand den Output misst. Und warum wir eine Rezession so lange ignoriert haben, bis sie jeder spürt.

Wir sprechen über Staatsverschuldung, über ein aktuelles Budget das fünf Milliarden einspart, wo dreißig nötig wären, und über ein Pensionssystem, dem Daniel als ehemaliger BMF-Mitarbeiter und Steuerrechtsprofessor selbst nicht vertraut.

Seine Antwort auf die Frage nach der einen wichtigsten Stellschraube: Mindset. Warum das nicht banal ist, das erklärt er selbst.

(0:00) – Einleitung: Vom Kabinett an die Uni(4:57) – Corona: Kommunikation zwischen Klarheit und Wahrheit(15:19) – Staatsverschuldung und die Lehren der Krise(20:04) – Budgetankündigungen ohne Output(41:48) – Das aktuelle Budget: Ursache und Wirkung(44:41) – Pensionssystem: Warum Daniel nicht vertraut(53:03) – Die eine Stellschraube: Mindset

So sind wir – Zwischen Bognergasse und Ballhausplatz.