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#6 Femizide

47 Minuten
Inhaltswarnung: Diese Folge behandelt das Thema geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt gegen Frauen. Die Inhalte können belastend oder retraumatisierend wirken. Wenn du merkst, dass die Inhalte etwas in dir auslösen, ist es völlig in Ordnung, die Folge zu pausieren oder zu beenden. Wenn du selbst von Gewalt betroffen bist oder Unterstützung suchst: Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ erreichst du unter 116 016 kostenlos, anonym und rund um die Uhr.

Mehr als ein Fall pro Tag in Deutschland: Frauen werden getötet, weil sie Frauen sind. Doch einen eigenen Straftatbestand „Femizid“ gibt es im deutschen Strafrecht bisher nicht. Was würde sich ändern, wenn Femizide als eigenes Mordmerkmal aufgenommen würden?

Susanne und Matthias sprechen über den Zusammenhang von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt und diskutieren, wie das Recht mit solchen Fällen umgeht, in denen Gewalt gegen Frauen stattfindet.

Doch reicht es, Femizide aus rechtlicher Perspektive zu betrachten und was würde es bringen, das Strafrecht zu ändern? Muss Prävention nicht viel früher ansetzen? Welche Rolle spielen gesellschaftliche und religiöse Vorstellungen von Geschlecht, Scham und Macht – und wie sehr (oder wie wenig?) bilden sich die Erfahrungen von Frauen eigentlich in unserem Recht ab?

Hört rein und diskutiert in den Kommentaren mit!

Unser Paragraph des Tages: § 211 Strafgesetzbuch - Mord

Unsere Quellen zur Folge:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2024): Straftaten gegen Frauen und Mädchen steigen in allen Bereichen – Fast jeden Tag ein Femizid in Deutschland. Pressemitteilung vom 19. November 2024. https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/pressemitteilungen/straftaten-gegen-frauen-und-maedchen-steigen-in-allen-bereichen-fast-jeden-tag-ein-femizid-in-deutschland-250156 (31.08.2026)

European Parliamentary Research Service (EPRS) (2026): Recognition of femicide in the EU. Briefing (22.05.2025)

https://www.europarl.europa.eu/thinktank/en/document/EPRS_BRI(2026)789304 (31.08.2026)

Rebmann, Florian et al. (2025): Femizide in Deutschland. Eine empirisch-kriminologische Untersuchung zur Tötung an Frauen. Forschungs-Kurzbericht, Universität Tübingen / Institut für Kriminologie.

https://publikationen.uni-tuebingen.de/xmlui/handle/10900/172346 (31.08.2026)

Credits

Hosts: Susanne Gössl, Matthias Braun

Producer/Redaktion: Susanne Gössl, Matthias Braun, Denise Wallat, Eliane Flugel

Schnitt: Eliane Flugel

Die Folge wurde am 29.06.2026 aufgezeichnet.
42 Minuten
Der Fall Marla-Svenja Liebich hat die Debatte um das Selbstbestimmungsgesetz angeheizt. Aber was steht eigentlich wirklich im Gesetz?

Susanne und Matthias schauen in dieser Folge genauer hin: Sie klären, was hinter den Begriffen Geschlecht, Geschlechtsidentität und Geschlechtseintrag steckt, erklären, wie das Verfahren beim Standesamt funktioniert und ordnen die aktuelle Debatte am Beispiel von Marla-Svenja Liebich ein.

Dabei geht es in gewohnter Manier kritisch zu: Welche Sorgen sind nachvollziehbar, welche Missverständnisse gibt es – und wo liegen die eigentlichen Konfliktlinien? Am Ende kommen wie immer auch größere gesellschaftliche Frage auf: Wie wollen wir mit unterschiedlichen Identitäten und Lebensrealitäten umgehen? Und wie lässt sich Selbstbestimmung verwirklichen, ohne andere berechtigte Interessen aus dem Blick zu verlieren?

Hört rein und diskutiert in den Kommentaren mit!

Unser Paragraph des Tages ist: § 2 Gesetz über die Selbstbestimmung in Bezug auf den Geschlechtseintrag (SBGG)

Credits

Hosts: Susanne Gössl, Matthias Braun

Producer/Redaktion: Susanne Gössl, Matthias Braun, Denise Wallat, Eliane Flugel

Schnitt: Eliane Flugel

Die Folge wurde am 27.03.2026 aufgezeichnet und am 17.07.2026 um aktuelle Entwicklungen ergänzt.
38 Minuten
Sollten Kinder und Jugendliche kein TikTok, Instagram oder YouTube mehr nutzen dürfen? Oder müssen wir (Erwachsenen!) endlich lernen – und lehren –, verantwortungsvoll mit sozialen Medien umzugehen?

In dieser Folge diskutieren Susanne und Matthias über Chancen und Risiken digitaler Plattformen: von Freiheit, Teilhabe und politischer Bildung bis hin zu Suchtmechanismen und den Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Denn Studien zeigen, dass besonders Kinder unter 14 Jahren für diese Risiken anfällig sind.

Aber führt ein Verbot wirklich zum Ziel? Oder werden Kinder und Jugendliche damit für das Versagen von Politik, Plattformen und der Medienkompetenz der älteren Generation bestraft? Wir wägen Pro und Contra ab und fragen: Brauchen wir Verbote oder bessere Bildung (auch für Boomer und Co.!), klügere Regeln und einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien?

Hört rein und diskutiert in den Kommentaren mit!

Unser Paragraph des Tages ist: Artikel 28 Digital Services Act (DSA)

Credits

Hosts: Susanne Gössl, Matthias Braun

Producer/ Redaktion: Susanne Gössl, Matthias Braun, Denise Wallat, Eliane Flugel

Schnitt: Eliane Flugel

Diese Folge wurde am 29. Juni 2026 aufgenommen.
31 Minuten
Wie dürfen wir zukünftig im Internet unsere Meinung äußern? Diese Debatte wurde im Februar von Friedrich Merz angestoßen, der eine Klarnamenpflicht im Internet fordert. Die Idee dahinter: Weniger Anonymität bedeutet weniger Hass und Hetze. Das klingt im ersten Moment richtig und notwendig, wirft aber riesige Fragen auf. Ist die Pflicht, im Netz mit dem eigenen Namen aufzutauchen, wirklich der richtige Schritt? Was macht das mit unserer Meinungsfreiheit? Und warum kann Anonymität nicht als Feind sondern sogar als Gütekriterium für Freiheit gelten? Susanne und Matthias dröseln das Ganze für euch auf. Viel Spaß beim Hören!

Unser Paragraph des Tages ist: Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG).

Credits

Hosts: Susanne Gössl, Matthias Braun

Producer/ Redaktion: Susanne Gössl, Matthias Braun, Denise Wallat, Eliane Flugel

Schnitt: Eliane Flugel

Diese Folge wurde am 11.03.2026 aufgenommen.
43 Minuten
In der neuen Folge von billig & gerecht sprechen Susanne Gössl und Matthias Braun über digitale sexualisierte Gewalt. Ein Thema, das vor allem seit dem Fall von Collien Fernandes politisch, rechtlich und gesellschaftlich breit diskutiert wird. Was ist die derzeitige Rechtslage? Wo liegen Probleme bei der Verantwortungszuschreibung? Und warum ist körperliche Integrität auch im digitalen Raum so zentral?

Die beiden diskutieren die Möglichkeit von Consent im digitalen Raum und ob es sinnvoll ist, bestimmte Prompts zu verbieten. Sie kommen zu dem Schluss: Die Unantastbarkeit der Menschenwürde muss auch im digitalen Raum und in der Verpflechtung zwischen digitaler und analoger Welt verteidigt werden.

Unser Paragraph aka unser Urteil des Tages ist: „Unzureichender Schutz vor Verbreitung von Nacktfotos im Internet durch Ex-Freund“ (EGMR M. Ș. D. gg Rumänien, Urteil vom 3.12.2024, Kammer IV, 28935/21 in NLMR 2024, 499).

Im Podcast (1:40) vermutet Susanne, dass der Fall Collien Fernandes von den spanischen an die deutschen Behörden abgegeben wird. Dies ist am 14.04.2026 geschehen.

Credits

Hosts: Susanne Gössl, Matthias Braun

Producer/ Redaktion: Susanne Gössl, Matthias Braun, Denise Wallat, Eliane Flugel

Schnitt: Eliane Flugel

Diese Folge wurde am 27.03.2026 aufgenommen.
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Über diesen Podcast

Wenn Paragrafen auf Prinzipien treffen und Moral auf Gesetzestexte prallt, wird es spannend. Bei "billig und gerecht" treffen zwei Perspektiven aufeinander: Susanne Gössl, Juraprofessorin der Universität Bonn, und Matthias Braun, Professor für Ethik an der Universität Bonn, diskutieren gemeinsam aktuelle gesellschaftliche Fragen an der Schnittstelle von Recht und Ethik. Aus juristischer und ethischer Sicht beleuchten sie aktuelle Debatten, hinterfragen bestehende Normen und machen sichtbar, wo Konflikte entstehen. Mit fundiertem Fachwissen, Witz und einem offenen Blick für unterschiedliche Argumente laden die Hosts dazu ein, mitzudenken, abzuwägen und eigene Standpunkte kritisch zu hinterfragen. Viel Spaß beim Hören!
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„billig und gerecht“

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