Zeitreise. Der Podcast Archiv
28 Episoden
58 Minuten
In der Schweiz sollte für jede Einwohnerin und jeden Einwohner ein Platz im Schutzraum bereitstehen. Wie kam es zu diesem riesigen Bauprojekt unter der Erde?
In dieser Zeitreise «dr Schutzruum» erzählen wir, wie die Angst vor dem Atomkrieg den Ausbau der Bunker vorantrieb. Wir schauen uns an, wie die Räume funktionieren sollten und welche Vorstellungen von Familie, Ordnung und Sicherheit in ihnen steckten.
Nach dem Kalten Krieg wurden viele Schutzräume anders genutzt: als Probelokale, Lager oder Weinkeller, aber auch als Unterkünfte für Geflüchtete. Und heute wächst das Interesse an Bunkern und privater Krisenvorsorge erneut massiv an.
Was erzählt der Luftschutzkeller über die Schweiz? Wen sollte er schützen, wer nutzt ihn heute – und wie viel Sicherheit kann oder konnte er jemals bieten?
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In dieser Zeitreise «dr Schutzruum» erzählen wir, wie die Angst vor dem Atomkrieg den Ausbau der Bunker vorantrieb. Wir schauen uns an, wie die Räume funktionieren sollten und welche Vorstellungen von Familie, Ordnung und Sicherheit in ihnen steckten.
Nach dem Kalten Krieg wurden viele Schutzräume anders genutzt: als Probelokale, Lager oder Weinkeller, aber auch als Unterkünfte für Geflüchtete. Und heute wächst das Interesse an Bunkern und privater Krisenvorsorge erneut massiv an.
Was erzählt der Luftschutzkeller über die Schweiz? Wen sollte er schützen, wer nutzt ihn heute – und wie viel Sicherheit kann oder konnte er jemals bieten?
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1 Stunde 1 Minute
Wie wurde Rauchen zum Symbol der Freiheit, obwohl es abhängig macht? In dieser Folge erzählen wir die wechselvolle Geschichte des Tabaks: von seinen rituellen Verwendungen in indigenen Gesellschaften Amerikas über koloniale Ausbeutung bis zum weltweiten Milliardengeschäft.
Tabak galt als Heilmittel und als Teufelswerk. Später stand die Zigarette für Abenteuer, Rebellion und weibliche Unabhängigkeit. Die Tabakindustrie verkaufte dabei immer auch ein Lebensgefühl – mit Cowboys, Filmstars und dem Versprechen, durch Rauchen jemand zu sein.
Doch was geschah, als die gesundheitlichen Folgen immer deutlicher wurden? Wir sprechen darüber, wie die Industrie gezielt Zweifel an wissenschaftlichen Erkenntnissen säte und warum es so lange dauerte, bis die Politik handelte. Und wir zeigen, wie das Passivrauchen die Debatte veränderte: Nun ging es auch um die Freiheit jener, die den Rauch anderer einatmen mussten.
Eine Geschichte über Verführung, Macht und die Frage, wie aus dem Wunsch nach Freiheit ein Geschäft mit der Abhängigkeit wurde.
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Hier gehts zum Film „Der Duft der grossen weiten Welt“ im SRF Archiv.
Tabak galt als Heilmittel und als Teufelswerk. Später stand die Zigarette für Abenteuer, Rebellion und weibliche Unabhängigkeit. Die Tabakindustrie verkaufte dabei immer auch ein Lebensgefühl – mit Cowboys, Filmstars und dem Versprechen, durch Rauchen jemand zu sein.
Doch was geschah, als die gesundheitlichen Folgen immer deutlicher wurden? Wir sprechen darüber, wie die Industrie gezielt Zweifel an wissenschaftlichen Erkenntnissen säte und warum es so lange dauerte, bis die Politik handelte. Und wir zeigen, wie das Passivrauchen die Debatte veränderte: Nun ging es auch um die Freiheit jener, die den Rauch anderer einatmen mussten.
Eine Geschichte über Verführung, Macht und die Frage, wie aus dem Wunsch nach Freiheit ein Geschäft mit der Abhängigkeit wurde.
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1 Stunde 11 Minuten
Der Fall der Mauer gilt als Moment der Freiheit, die deutsche Wiedervereinigung als historische Erfolgsgeschichte. Doch was geschah nach den jubelnden Bildern vom November 1989?
In dieser Folge blicken wir auf die tiefgreifende Transformation Ostdeutschlands: auf die schnelle politische Einheit, die Arbeit der Treuhand, den Verlust von Millionen Arbeitsplätzen, den Austausch gesellschaftlicher Eliten und Erfahrungen von Abwertung und fehlender Mitgestaltung. Wir fragen, wie diese Umbrüche bis heute nachwirken – und welche Rolle sie beim Erstarken der extremen Rechten spielen.
Dabei geht es auch um Rassismus in der DDR, rechtsextreme Netzwerke in Ost und West, die Gewalt der 1990er-Jahre und stereotype Erzählungen über «den Osten». Denn wirtschaftlicher Abstieg, biografische Brüche und mangelnde Anerkennung können politische Frustration verstärken. Sie erklären aber nicht automatisch, warum Menschen rechtsextreme Angebote unterstützen.
Eine Folge über Einheit und Ungleichheit, Erklärung und Verantwortung – und darüber, warum die Geschichte nach 1990 keine einfachen Antworten liefert.
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Hier geht's zum Kurzfilm „Deine Strasse“ oder „Your Street“ von Güzin Kar.
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Dabei geht es auch um Rassismus in der DDR, rechtsextreme Netzwerke in Ost und West, die Gewalt der 1990er-Jahre und stereotype Erzählungen über «den Osten». Denn wirtschaftlicher Abstieg, biografische Brüche und mangelnde Anerkennung können politische Frustration verstärken. Sie erklären aber nicht automatisch, warum Menschen rechtsextreme Angebote unterstützen.
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54 Minuten
Die Neutralität gilt als eine der ältesten und wichtigsten Traditionen der Schweiz. Doch war das Land tatsächlich schon immer neutral? Und hat die Neutralität die Schweiz wirklich vor Kriegen bewahrt?
Wir nehmen die Geschichte dieses nationalen Glaubenssatzes genauer unter die Lupe und erzählen, weshalb sich die kriegerische Eidgenossenschaft allmählich aus den europäischen Konflikten zurückzog, wie die Neutralität im 20. Jahrhundert zum identitätsstiftenden Mythos wurde und warum sie immer wieder neu ausgelegt werden musste. Dabei geht es auch um ihre weniger ruhmreichen Seiten: um Geschäfte mit kriegführenden Staaten, koloniale Verflechtungen und die sogenannte Neutralitätsdividende.
Der Vergleich mit Belgien zeigt zudem, dass Neutralität allein keinen Schutz vor Krieg garantiert. Und so stellt sich bis heute die entscheidende Frage: Ist sie Friedenspolitik, Überlebensstrategie oder vor allem ein flexibles Instrument schweizerischer Interessen?
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Wer noch mehr hören möchte zur Geschichte der Schweizer Neutralität, insbesondere zur Zeit vor dem 20. Jahrhundert, unbedingt in die Folge von «Überall Geschichte» reinhören!
Wir nehmen die Geschichte dieses nationalen Glaubenssatzes genauer unter die Lupe und erzählen, weshalb sich die kriegerische Eidgenossenschaft allmählich aus den europäischen Konflikten zurückzog, wie die Neutralität im 20. Jahrhundert zum identitätsstiftenden Mythos wurde und warum sie immer wieder neu ausgelegt werden musste. Dabei geht es auch um ihre weniger ruhmreichen Seiten: um Geschäfte mit kriegführenden Staaten, koloniale Verflechtungen und die sogenannte Neutralitätsdividende.
Der Vergleich mit Belgien zeigt zudem, dass Neutralität allein keinen Schutz vor Krieg garantiert. Und so stellt sich bis heute die entscheidende Frage: Ist sie Friedenspolitik, Überlebensstrategie oder vor allem ein flexibles Instrument schweizerischer Interessen?
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54 Minuten
Die Weltkarte bildet nicht einfach Raum ab, sondern verleiht ihm Bedeutung. Die berühmte Mercator-Projektion, die wir seit der Schule kennen, prägt seit Jahrhunderten, wie Menschen die Erde sehen. Ursprünglich für die Navigation auf See entwickelt, verzerrt sie jedoch die Grössenverhältnisse massiv: Grönland wirkt zum Beispiel beinahe so gross wie Afrika – obwohl Afrika rund 14-mal grösser ist. Und Europa, Russland und Nordamerika erhalten dadurch visuell mehr Gewicht.
Eine von Togo und der Afrikanischen Union angestossene UNO-Resolution fordert nun, flächentreue Alternativen wie Equal Earth stärker zu nutzen. 164 Staaten stimmten dafür. Die Debatte führt weit über die Frage nach der passenden Projektion hinaus.
Warum liegt Europa häufig im Zentrum? Wie wurden Karten zu Werkzeugen kolonialer Expansion und territorialer Kontrolle? Was verraten Grenzen, Namen und weisse Flecken darüber, wessen Wissen sichtbar gemacht wurde – und wessen nicht?
Die Spur führt von Mercator und dem Nullmeridian von Greenwich über die koloniale Vermessung Afrikas bis zu Google Maps, OpenStreetMap und dekolonialen Gegenentwürfen.
Denn Karten sind unverzichtbar, aber niemals neutral. Sie bilden die Welt nicht einfach ab: Sie wählen aus, ordnen, vergrössern und verschweigen – und prägen damit, was wir für selbstverständlich halten.
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Hier geht es zur "Colonial Frontier Massacres Map":
https://c21ch.newcastle.edu.au/colonialmassacres/map.php
Oder schaut auch gerne mal in die spannenden Projekte des “Decolonial Atlas” rein:
https://decolonialatlas.wordpress.com
Eine von Togo und der Afrikanischen Union angestossene UNO-Resolution fordert nun, flächentreue Alternativen wie Equal Earth stärker zu nutzen. 164 Staaten stimmten dafür. Die Debatte führt weit über die Frage nach der passenden Projektion hinaus.
Warum liegt Europa häufig im Zentrum? Wie wurden Karten zu Werkzeugen kolonialer Expansion und territorialer Kontrolle? Was verraten Grenzen, Namen und weisse Flecken darüber, wessen Wissen sichtbar gemacht wurde – und wessen nicht?
Die Spur führt von Mercator und dem Nullmeridian von Greenwich über die koloniale Vermessung Afrikas bis zu Google Maps, OpenStreetMap und dekolonialen Gegenentwürfen.
Denn Karten sind unverzichtbar, aber niemals neutral. Sie bilden die Welt nicht einfach ab: Sie wählen aus, ordnen, vergrössern und verschweigen – und prägen damit, was wir für selbstverständlich halten.
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1 Stunde 3 Minuten
Haiti befreite sich selbst aus der Sklaverei – und wurde dafür bestraft.
1804 entstand aus einem erfolgreichen Aufstand versklavter Menschen der erste unabhängige Schwarze Staat der Welt. Für die damaligen Kolonialmächte war das nicht nur eine Sensation. Frankreich zwang Haiti zu Entschädigungszahlungen an ehemalige Sklav:innenhalter, andere Staaten isolierten das Land – und 1915 marschierten die USA ein.
Doch Haitis Geschichte handelt nicht nur von Unterdrückung. Sie erzählt auch von Menschen, die ihre Arbeit und ihr Land selbst kontrollieren wollten, eigene Gemeinschaften aufbauten und sich hartnäckig gegen neue Formen der Ausbeutung wehrten.
In der Fortsetzung der Fernzeitreise-Folge «Haiti. Folgenschwere Revolution» fragen wir: Weshalb musste Haiti einen so hohen Preis für seine Freiheit bezahlen? Wie prägten Schulden, Rassismus, Diktaturen und ausländische Eingriffe das Land? Und wer scheitert eigentlich, wenn Haiti heute als «gescheiterter Staat» bezeichnet wird?
Ein Blick auf die historischen Entwicklungen, die Haiti bis in die Gegenwart prägen.
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1804 entstand aus einem erfolgreichen Aufstand versklavter Menschen der erste unabhängige Schwarze Staat der Welt. Für die damaligen Kolonialmächte war das nicht nur eine Sensation. Frankreich zwang Haiti zu Entschädigungszahlungen an ehemalige Sklav:innenhalter, andere Staaten isolierten das Land – und 1915 marschierten die USA ein.
Doch Haitis Geschichte handelt nicht nur von Unterdrückung. Sie erzählt auch von Menschen, die ihre Arbeit und ihr Land selbst kontrollieren wollten, eigene Gemeinschaften aufbauten und sich hartnäckig gegen neue Formen der Ausbeutung wehrten.
In der Fortsetzung der Fernzeitreise-Folge «Haiti. Folgenschwere Revolution» fragen wir: Weshalb musste Haiti einen so hohen Preis für seine Freiheit bezahlen? Wie prägten Schulden, Rassismus, Diktaturen und ausländische Eingriffe das Land? Und wer scheitert eigentlich, wenn Haiti heute als «gescheiterter Staat» bezeichnet wird?
Ein Blick auf die historischen Entwicklungen, die Haiti bis in die Gegenwart prägen.
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1 Stunde 9 Minuten
Was geschieht, wenn eine Schweizer Missionsgesellschaft, die Glauben und Entwicklung verbreiten will, mitten in das gewaltsame Ende einer Kolonialherrschaft gerät?
In dieser Folge rückt eine vertraute Stimme unseres Podcasts in den Mittelpunkt: Wir sprechen mit Barbara Miller über ihr neu erschienenes Buch «Entwicklung glauben. Katholische Mission in der Schweiz und Simbabwes Dekolonisation».
Im Zentrum steht die katholische Missionsgesellschaft Bethlehem Immensee. Seit 1938 waren ihre Missionare im damaligen Südrhodesien tätig. Sie bauten Kirchen, Schulen und Spitäler auf, leiteten Missionsstationen und prägten über ihre Kampagnen zugleich das Bild Afrikas in der katholischen Schweiz.
In den 1960er-Jahren veränderte sich dieses Umfeld grundlegend. «Entwicklung» wurde zum neuen Leitbegriff. Doch welche Vorstellungen von Hilfe, Fortschritt und «Unterentwicklung» standen dahinter?
Gleichzeitig kämpfte Simbabwe um seine Unabhängigkeit. Die Schweizer Mission geriet zunehmend zwischen die Fronten: auf der einen Seite die weisse Minderheitsregierung unter Ian Smith, auf der anderen die afrikanischen Befreiungsbewegungen.
Je näher das Ende der Kolonialherrschaft rückte, desto dringlicher wurde die Frage nach der eigenen Position. War die Missionskirche eine Verbündete der Dekolonisation? Oder blieb sie Teil jener kolonialen Ordnung, die nun überwunden werden sollte? Und praktizierten die Missionare im Alltag tatsächlich, was sie in der Kirche predigten?
Eine Folge über Schweizer Spendengelder und afrikanische Unabhängigkeit, über Entwicklungsutopien, politische Konflikte und die Widersprüche einer Mission im Umbruch.
Barbaras Buch «Entwicklung glauben. Katholische Mission in der Schweiz und Simbabwes Dekolonisation» ist im Campus Verlag erschienen und hier frei zugänglich.
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In den 1960er-Jahren veränderte sich dieses Umfeld grundlegend. «Entwicklung» wurde zum neuen Leitbegriff. Doch welche Vorstellungen von Hilfe, Fortschritt und «Unterentwicklung» standen dahinter?
Gleichzeitig kämpfte Simbabwe um seine Unabhängigkeit. Die Schweizer Mission geriet zunehmend zwischen die Fronten: auf der einen Seite die weisse Minderheitsregierung unter Ian Smith, auf der anderen die afrikanischen Befreiungsbewegungen.
Je näher das Ende der Kolonialherrschaft rückte, desto dringlicher wurde die Frage nach der eigenen Position. War die Missionskirche eine Verbündete der Dekolonisation? Oder blieb sie Teil jener kolonialen Ordnung, die nun überwunden werden sollte? Und praktizierten die Missionare im Alltag tatsächlich, was sie in der Kirche predigten?
Eine Folge über Schweizer Spendengelder und afrikanische Unabhängigkeit, über Entwicklungsutopien, politische Konflikte und die Widersprüche einer Mission im Umbruch.
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1 Stunde 2 Minuten
Verhütung bedeutet Freiheit und Selbstbestimmung– doch ihre Geschichte erzählt auch von Kontrolle, riskanten Experimenten und politischen Interessen.
In dieser Folge von «Zeitreise» begegnen wir Krokodilskot, wiederverwendbaren Kondomen aus Schafdärmen und geheim weitergegebenen Rezepten. Wir verfolgen den Weg zur Pille, sprechen über unethische Versuche an Frauen in Puerto Rico und über eine Spirale mit verheerenden Folgen.
Auch die Schweiz kommt nicht gut davon: Beratungsstellen wurden bekämpft, Vorträge verboten und verlässliches Wissen durch eine strenge Sexualmoral eingeschränkt.
Was als medizinischer Fortschritt gefeiert wurde, war eng mit wirtschaftlichen Interessen, kolonialen Machtverhältnissen und staatlicher Bevölkerungspolitik verbunden. Die Geschichte der Verhütung ist deshalb zugleich eine Geschichte der Emanzipation und der Bevormundung.
Und sie führt zu einer Frage, die bis heute aktuell ist: Wer verhütet, wer trägt die Risiken – und warum liegt diese Verantwortung noch immer überwiegend bei Frauen?
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Auch die Schweiz kommt nicht gut davon: Beratungsstellen wurden bekämpft, Vorträge verboten und verlässliches Wissen durch eine strenge Sexualmoral eingeschränkt.
Was als medizinischer Fortschritt gefeiert wurde, war eng mit wirtschaftlichen Interessen, kolonialen Machtverhältnissen und staatlicher Bevölkerungspolitik verbunden. Die Geschichte der Verhütung ist deshalb zugleich eine Geschichte der Emanzipation und der Bevormundung.
Und sie führt zu einer Frage, die bis heute aktuell ist: Wer verhütet, wer trägt die Risiken – und warum liegt diese Verantwortung noch immer überwiegend bei Frauen?
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54 Minuten
Was darf nicht vergessen gehen?
Stolpersteine bringen die Erinnerung an Menschen, die vom NS-Regime verfolgt und ermordet wurden, mitten in den Alltag zurück – an jene Orte, an denen sie einst lebten. Seit einigen Jahren werden solche Steine auch in der Schweiz verlegt.
In dieser Folge erzählen wir die Geschichten von Menschen aus der Schweiz und von Menschen, deren Schicksal eng mit ihr verbunden war. Dabei geht es auch um die Verantwortung Schweizer Behörden: Schutzsuchende wurden an der Grenze abgewiesen, Menschen ausgeschafft oder ihnen wurde die Rückkehr verweigert. Eine Heirat, Armut, eine Behinderung, Homosexualität oder der falsche Pass konnten dazu führen, dass sie ihren Schutz verloren und dem NS-Regime ausgeliefert wurden.
Wir ordnen diese Schicksale in die Schweizer Erinnerungskultur ein, blicken auf die Debatten um den Bergier-Bericht und zeigen, was Stolpersteine leisten können: Sie geben den Opfern ihre Namen zurück und machen historische Verantwortung im öffentlichen Raum sichtbar.
Hinweis: Diese Folge thematisiert nationalsozialistische Verfolgung und Ermordung, Antisemitismus, Diskriminierung, Suizidversuche, Zwangssterilisation und staatliche Gewalt.
Wenn euch «Zeitreise» gefällt – abonniert den Kanal. Für Fragen und Feedback könnt ihr uns gerne eine E-Mail schicken an info@context-lab.ch.
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In dieser Folge erzählen wir die Geschichten von Menschen aus der Schweiz und von Menschen, deren Schicksal eng mit ihr verbunden war. Dabei geht es auch um die Verantwortung Schweizer Behörden: Schutzsuchende wurden an der Grenze abgewiesen, Menschen ausgeschafft oder ihnen wurde die Rückkehr verweigert. Eine Heirat, Armut, eine Behinderung, Homosexualität oder der falsche Pass konnten dazu führen, dass sie ihren Schutz verloren und dem NS-Regime ausgeliefert wurden.
Wir ordnen diese Schicksale in die Schweizer Erinnerungskultur ein, blicken auf die Debatten um den Bergier-Bericht und zeigen, was Stolpersteine leisten können: Sie geben den Opfern ihre Namen zurück und machen historische Verantwortung im öffentlichen Raum sichtbar.
Hinweis: Diese Folge thematisiert nationalsozialistische Verfolgung und Ermordung, Antisemitismus, Diskriminierung, Suizidversuche, Zwangssterilisation und staatliche Gewalt.
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54 Minuten
Über 60 Prozent der Menschen in der Schweiz wohnen zur Miete. Monat für Monat fliesst ein beträchtlicher Teil unseres Einkommens in die Wohnung – doch wie wurde das Wohnen überhaupt zur Ware?
Unsere Zeitreise beginnt mit der Industrialisierung, als Tausende Menschen in die Städte zogen und bezahlbarer Wohnraum fehlte. Familien lebten in dunklen, überfüllten Wohnungen, private Betten wurden stundenweise an sogenannte Schlafgänger vermietet und selbst dieser prekäre Wohnraum war teilweise erstaunlich teuer.
Wir fragen, wie die prekäre Wohnsituation zum politischen Konflikt wurde und welche Antworten darauf entstanden: staatliche Mietpreiskontrollen, kommunaler Wohnungsbau, Arbeitersiedlungen und Genossenschaften. Dabei besuchen wir auch eine Schweizer Siedlung mit eigener Währung und verfolgen die Entwicklung weiter bis zu Hausbesetzungen, Wohngemeinschaften und dem heutigen Mietrecht.
Warum waren ausgerechnet die schlechtesten Wohnungen teilweise am teuersten? Weshalb müssen Mietende eine Senkung bis heute selbst einfordern? Und was verrät die Geschichte der Miete über Macht, Abhängigkeit und unser Verständnis von Wohnen?
Eine Folge über Wohnungsnot und soziale Utopien, über Mietkämpfe, Marktlogik und die Geschichte unseres grössten monatlichen Fixpostens.
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Wir fragen, wie die prekäre Wohnsituation zum politischen Konflikt wurde und welche Antworten darauf entstanden: staatliche Mietpreiskontrollen, kommunaler Wohnungsbau, Arbeitersiedlungen und Genossenschaften. Dabei besuchen wir auch eine Schweizer Siedlung mit eigener Währung und verfolgen die Entwicklung weiter bis zu Hausbesetzungen, Wohngemeinschaften und dem heutigen Mietrecht.
Warum waren ausgerechnet die schlechtesten Wohnungen teilweise am teuersten? Weshalb müssen Mietende eine Senkung bis heute selbst einfordern? Und was verrät die Geschichte der Miete über Macht, Abhängigkeit und unser Verständnis von Wohnen?
Eine Folge über Wohnungsnot und soziale Utopien, über Mietkämpfe, Marktlogik und die Geschichte unseres grössten monatlichen Fixpostens.
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51 Minuten
In dieser Folge von „Zeitreise“ schauen wir auf die Geschichte des Rave – und darauf, warum sie von weit mehr handelt als von Bass, Tanz und langen Nächten. Es geht um leer stehende Industriegebäude, neue Freiräume, gesellschaftliche Ausgrenzung, politische Konflikte und die Frage, wem die Stadt eigentlich gehört.
Unsere Reise beginnt bei Schwarzen und queeren Clubkulturen in Detroit, Chicago und New York. Von dort folgen wir den Spuren des Rave nach Großbritannien und weiter nach Berlin und Zürich. Wie wurde aus einer Subkultur ein weltweites Phänomen? Welche Freiheiten entstanden auf den Dancefloors – und warum rief die neue Bewegung auch Ängste, Widerstand und strengere Regeln hervor?
Eine Folge über Musik, Städte, Gemeinschaft und Gegenkultur.
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Eine Folge über Musik, Städte, Gemeinschaft und Gegenkultur.
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56 Minuten
Aromat gilt als fast schon selbstverständlicher Teil der Schweizer Alltagsküche. Was heute nach Kindheit, Kantine oder Frühstücksei schmeckt, begann als Antwort der Lebensmittelindustrie auf eine Gesellschaft im Umbau: Kochen sollte schneller, Vorratshaltung einfacher und Hausarbeit effizienter werden. Die Streuwürze führt uns mitten in eine Lebensmittelrevolution. Vorangetrieben wurde sie nicht nur in Fabriken und Küchen, sondern auch durch Inserate, Rezeptbroschüren und Kochvorführungen – dort, wo neue Bedürfnisse, Kochgewohnheiten und Vorstellungen vom modernen Leben geschaffen wurden.
Wir verfolgen die Geschichte des Produkts bis zur Entdeckung von Umami in Japan und fragen, weshalb Glutamat wissenschaftlich als unbedenklich gilt, aber weiterhin misstrauisch betrachtet wird. Eine andere Spur führt zu schwacher Forschung, Medienhypes und antichinesischen Vorurteilen in den USA. Und schliesslich gehen wir auch der Karriere von Aromat in Südafrika nach, wo das gelbe Gewürz ebenfalls zum kulinarischen Alltag gehört – allerdings mit einer eigenen Geschichte und Bedeutung, die viele so wahrscheinlich nicht erwarten würden.
So wird aus einer Streudose eine Folge über Lebensmittelindustrie, Geschmacksforschung und globale Warenwege – und darüber, wie Marketing aus einem Fabrikprodukt ein Stück Heimat machen kann.
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So wird aus einer Streudose eine Folge über Lebensmittelindustrie, Geschmacksforschung und globale Warenwege – und darüber, wie Marketing aus einem Fabrikprodukt ein Stück Heimat machen kann.
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1 Stunde 4 Minuten
Sommerferien: Sonne, Baden, Reisen, Erholung. Klingt selbstverständlich – ist es aber nicht.
In dieser Folge zeigen wir, wie Erholung erst erfunden, wissenschaftlich begründet und politisch legitimiert werden musste. Wir sprechen über Arbeitskämpfe und Menschenrechte, über Kurorte und Massentourismus, über Hotelplan, Nationalsozialismus und die DDR – und darüber, weshalb Staaten und Unternehmen ein grosses Interesse daran entwickelten, wie Menschen ihre freie Zeit verbringen.
Eine Folge über die politische Geschichte der Sommerferien – und darüber, warum hinter den schönsten Wochen des Jahres weit mehr steckt als Sonne, Strand und Dolce Vita.
Die erwähnte Quelle "Ferien auf Balkonien" des Schweizer Fernsehens aus dem Jahr 1967 könnt ihr hier nachschauen.
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Eine Folge über die politische Geschichte der Sommerferien – und darüber, warum hinter den schönsten Wochen des Jahres weit mehr steckt als Sonne, Strand und Dolce Vita.
Die erwähnte Quelle "Ferien auf Balkonien" des Schweizer Fernsehens aus dem Jahr 1967 könnt ihr hier nachschauen.
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1 Stunde 6 Minuten
Heute gilt Reiten oft als typischer Frauensport. Doch der Weg dorthin war alles andere als selbstverständlich. Denn lange war Reiten ein Männerprivileg. Und Frauen mussten auf dem Rücken der Pferdes viele Hürden überwinden, um an Turnieren mitstreiten zu können.
Gemeinsam mit der Historikerin Noemi Steuerwald sprechen wir über die Geschichte des Reitsports und darüber, wie eng Pferde, Geschlechterrollen, körperliche Betätigung und gesellschaftliche Machtvorstellungen miteinander verbunden waren. Warum ritten Frauen jahrhundertelang im Damensattel? Weshalb wurde über Reithosen so heftig gestritten? Und was haben medizinische Debatten, Vorstellungen von Weiblichkeit und sportliche Regeln miteinander zu tun?
Eine Folge über Pferde und Sport – aber auch über die Geschichte von Teilhabe, Chancengleichheit und den Grenzen, die Gesellschaften zwischen den Geschlechtern gezogen haben.
Mehr dazu auch im Blogbeitrag von Noemi Steuerwald für das Nationalmuseum.
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Gemeinsam mit der Historikerin Noemi Steuerwald sprechen wir über die Geschichte des Reitsports und darüber, wie eng Pferde, Geschlechterrollen, körperliche Betätigung und gesellschaftliche Machtvorstellungen miteinander verbunden waren. Warum ritten Frauen jahrhundertelang im Damensattel? Weshalb wurde über Reithosen so heftig gestritten? Und was haben medizinische Debatten, Vorstellungen von Weiblichkeit und sportliche Regeln miteinander zu tun?
Eine Folge über Pferde und Sport – aber auch über die Geschichte von Teilhabe, Chancengleichheit und den Grenzen, die Gesellschaften zwischen den Geschlechtern gezogen haben.
Mehr dazu auch im Blogbeitrag von Noemi Steuerwald für das Nationalmuseum.
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43 Minuten
In dieser ersten Fernzeitreise reisen wir in die Karibik und beschäftigen uns mit einem Ereignis, das die moderne Welt nachhaltig verändert hat: der Haitianischen Revolution von 1791 bis 1804.
Dabei geht es nicht nur um Haiti. Die Geschichte der Revolution zeigt, wie eng Europa mit anderen Weltteilen verflochten war – und bis heute ist. Sie wirft Fragen auf, die weit über die Karibik hinausreichen: Woher stammen unsere Vorstellungen von Freiheit, Gleichheit und Menschenrechten? Wer wird in unseren Geschichtserzählungen sichtbar – und wer nicht?
Gemeinsam verfolgen wir die Entstehung der französischen Kolonie Saint-Domingue, den Aufstand der versklavten Menschen, die Rolle von Figuren wie Toussaint Louverture und Jean-Jacques Dessalines sowie die Gründung des unabhängigen Haiti. Gleichzeitig diskutieren wir, weshalb die Haitianische Revolution lange Zeit weit weniger Aufmerksamkeit erhielt als andere Revolutionen des späten 18. Jahrhunderts.
Eine Folge über Kolonialismus, Sklaverei, Revolution – und darüber, weshalb manche Geschichten erst dann verständlich werden, wenn wir den Blick über Europa hinaus richten.
Wir freuen uns über Rückmeldungen – insbesondere auch zu unserem neuen Format der Fernzeitreisen, mit dem wir künftig verstärkt Geschichten aus anderen Weltregionen in den Blick nehmen möchten.
Ihr könnt uns gerne eine E-Mail schicken an info@context-lab.ch oder ihr findet uns auf den Sozialen Medien:
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Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, findet uns auch auf Steady – wir freuen uns über jeden Beitrag, der uns hilft, weiterhin unabhängig durch die Zeit zu reisen!
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