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32 Minuten
Ute hat das Abitur in der Tasche und einen klaren Plan: Sie will Psychologie studieren. Doch an sämtlichen Universitäten der DDR wird sie trotz guter Noten immer wieder abgelehnt. Heute vermutet sie, dass sie einfach nicht ins System passte. Denn Ute war in der Jungen Gemeinde aktiv und engagierte sich später in der Friedensbewegung.

Auch ohne Ausbildung arbeitet sie in verschiedensten Berufen – in der DDR kein Problem. Schließlich entscheidet sich Ute für eine berufsbegleitende Ausbildung zur Ergotherapeutin. Doch dann fällt die Mauer und plötzlich steht sie wieder vor einem Neuanfang. Denn ihre Ausbildung wird nicht anerkannt, im Einigungsvertrag ist ihr Berufsabschluss sozusagen vergessen worden.

Was zunächst wie ein weiterer Rückschlag aussieht, nutzt Ute als Chance. Sie muss noch einmal von vorne anfangen, aber diesmal kann sie selbst entscheiden, wohin ihr Weg führt.

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40 Minuten
1989 fällt die Mauer – und kurz darauf verliert Elke ihre gut bezahlte Führungsposition in der DDR. Im vereinten Deutschland, so wird es ihr gesagt, würden Männer nicht mehr so selbstverständlich unter einer Frau als Chefin arbeiten. Doch Elke lässt sich nicht entmutigen. Sie engagiert sich für Frauenrechte, queere Sichtbarkeit und Gleichstellung – zunächst im neu gegründeten Verein Dornrosa in Halle, später auch als Zeitzeugin und Radiomoderatorin. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz wird sie 2025 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Im Podcast erzählt Elke vom Leben als lesbische Frau in der DDR, vom ersten Aufeinandertreffen von "Ost- und Westlesben" nach der Wende und davon, warum sich beide Seiten anfangs oft fremd waren. Sie spricht über unterschiedliche Lebensrealitäten, darüber, warum viele Ostlesben Kinder hatten und weshalb das im Westen häufig auf Unverständnis stieß.

Hier geht's zu Elke Prinz beim Radio Corax: https://radiocorax.de/?s=elke+prinz&id=121024

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37 Minuten
Bei Dottie zu Hause gibt es keine Kartenspiele, Fasching ist verboten, und Sex vor der Ehe sowieso tabu. Freundschaften außerhalb der Glaubensgemeinschaft darf sie nicht haben – außer sie versucht, andere Menschen von ihrem Glauben zu überzeugen. Denn Dottie wächst in einer pietistischen Gemeinschaft auf, die sie heute selbst als Sekte bezeichnet.

Während Religion für die meisten Menschen in der DDR keine große Rolle spielt, 1989 bekennen sich nur noch etwa 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung zum Christentum, lebt Dotties Familie einen extrem strengen Glauben. Den Bibelvers „Wer seine Kinder liebt, züchtigt sie“ nimmt ihr Vater wörtlich und verprügelt Dottie und ihre Brüder.

Doch nicht nur zu Hause erlebt Dottie Kontrolle und Angst. Die DDR-Führung, die sich den berühmten Satz von Karl Marx – „Religion ist Opium fürs Volk“ – zu Herzen nimmt, versucht den Einfluss der Kirchen systematisch zurückzudrängen. Wer seinen Glauben offen lebt, muss mit Benachteiligungen rechnen: schlechtere Chancen im Beruf, kein Abitur und ständiger Druck, sich dem sozialistischen Staat anzupassen. Gleichzeitig wird ihre Gemeinde von der Stasi überwacht.

Als 1989 die Mauer fällt, endet die staatliche Kontrolle. Doch die Regeln und Zwänge ihrer Glaubensgemeinschaft bleiben. Für Dottie beginnt der lange Kampf um Freiheit jetzt so richtig – ein Kampf für ein selbstbestimmtes Leben und gegen Grenzen, die nicht aus Beton bestehen.

Dottie arbeitet heute als Künstlerin. Schaut doch mal auf ihrer Webseite vorbei: https://www.artbydottierichter.com/#/

Hilfe beim Sektenausstieg gibt es unter anderem hier: https://ausstieg-info.de/

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44 Minuten
Der Vater ist hoher DDR-Funktionär, die Brüder hadern mit dem System, und Marion versucht lange Zeit, diejenige zu sein, um die der Vater sich keine Sorgen machen muss. Dafür tritt sie sogar der SED bei. Doch irgendwann geht auch Marion für eine andere DDR auf die Straße und wünscht sich einen demokratischeren Sozialismus.

Marion Brasch wird 1961, im Jahr des Mauerbaus, in Ost-Berlin geboren und wächst mit drei Brüdern auf. Alle drei werden Schauspieler oder Schriftsteller und rebellieren auf ihre eigene Weise gegen ihren Vater und das System. Als stellvertretender Kulturminister der DDR ist er überzeugter Anhänger des ostdeutschen Staates. Seine Position verschafft der Familie gewisse Privilegien – Marion darf schon vor dem Mauerfall nach London und West-Berlin reisen. Nach einer Ausbildung zur Schriftsetzerin in einer Abteilung voller Männer wird sie Hörfunkjournalistin und später Schriftstellerin. Aus einer berühmten Familie kommend, sucht Marion Brasch ihren eigenen Weg – und hat ihn heute gefunden.

Hier geht's zu Marions Webseite: https://marionbrasch.de/

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40 Minuten
Es ist 1983, als Ingrid ihre Ausbürgerungsurkunde in den Händen hält. Sie ist jetzt staatenlos und muss die DDR verlassen – obwohl sie im Gegensatz zu vielen anderen nie gehen wollte. Wie konnte es so weit kommen?

Ingrid Bahß wird im Gründungsjahr der DDR (1949) in Werben in Sachsen-Anhalt als Kind eines Großbauern geboren. 1968 beginnt sie in Magdeburg ein Lehramtsstudium für Russisch und Deutsch. Als Christin gerät sie dabei zunehmend in Konflikt mit dem DDR-System und wird nach mehreren Disziplinarverfahren 1972 exmatrikuliert.

Trotzdem bleibt sie in Magdeburg und schafft sich einen eigenen Raum. 1981 eröffnet sie gemeinsam mit ihrem Mann eine private Galerie in ihrer Wohnung. Die Räume werden schnell zu einem Treffpunkt für Künstlerinnen und Schriftsteller – und geraten damit ins Visier der Staatssicherheit.

Mehrere Jahre lebt Ingrid Bahß unter Beobachtung – über 40 Inoffizielle Mitarbeiter werden auf sie und ihre Familie angesetzt. 1983 wird Bahß schließlich aus der DDR ausgewiesen, zeitweise staatenlos, und muss in den Westen gehen, gegen ihren Willen hinein in ein System aus Überfluss und Konsum, in dem sie sich erst einmal zurechtfinden muss.

Hier geht's zu Ingrids Webseite: https://www.bahss.de/

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Über diesen Podcast

Vor 36 Jahren fiel die Mauer, seit 35 Jahren ist Deutschland wiedervereint – und doch ist noch immer von „dem Osten“ und „dem Westen“ die Rede. In Wendeweiber erzählen Frauen, wie ihr Leben vor, während und nach der Teilung verlief, was sich verändert hat und was sie bis heute prägt. Dabei geht es um Arbeit und Alltag, Kindererziehung und Kultur oder die Nachwirkungen von Flucht und Haft. Carolin Hasse und Caroline Kraft, eine im Osten, eine im Westen geboren, sprechen mit Frauen aus beiden Teilen Deutschlands über ihre Erfahrungen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten – und darüber, was die Teilung bis heute für sie bedeutet. JEDEN MONAT EIN NEUES INTERVIEW! Ihr kennt Frauen mit spannenden Geschichten? Schreibt uns: hello@wendeweiber-podcast.de Mehr zum Podcast auf Instagram: wendeweiber_podcast
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