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Wohlstand für Alle Archiv

537 Episoden
32 Minuten
Wohlstand für Alle Was wäre das Leben ohne seine Konstanten? Der ehemalige ifo-Chef Hans-Werner Sinn warnt selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder vor der Inflation und kritisiert erneut die EZB für die lockere Geldpolitik. Einmal mehr hat der sogenannte Top-Ökonom ein Buch vollgeschrieben. Immerhin macht er es sich diesmal nicht ganz so einfach: Tatsächlich erleben wir derzeit, dass die Preise steigen, doch selbst Sinn muss einräumen, dass dies wohl nicht gänzlich auf das Konto der EZB gehen kann. Gerissene Lieferketten, Produktionsausfälle wegen Lockdowns, steigende Energiepreise – all das liegt nicht in Christine Lagardes Händen. Dennoch spart Sinn auch in diesem Werk nicht mit Kritik an den Zentralbanken. Besonders irritierend wird es, wenn er, der jahrelang faktenfrei gegen den Mindestlohn argumentierte, nun die Armen vor der Inflation beschützen will. Auch sonst geht es mitunter wild in dem Buch zu, wenn Sinn zum Beispiel über die geheime Macht der Finanzmarktakteure auf die Presse sinniert. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“. Literatur: Hans-Werner Sinn: Die wundersame Geldvermehrung. Staatsverschuldung, Negativzinsen, Inflation, Herder. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
30 Minuten
Wohlstand für Alle Kryptowährungen haben Hochkonjunktur, dabei werden sie wegen ihrer hohen Volatilität niemals als Ersatzwährung fungieren können. Die Leitwährung, an der sich übrigens auch all die Bitcoin- und Ethereum-Anhänger orientieren, ist und bleibt der US-Dollar. Dennoch lässt sich derzeit mit Coins viel Geld machen, denn solange es genügend Menschen gibt, die an den Wert der Coins glauben, funktioniert das System tadellos. Nicht zuletzt deshalb wird neuerdings diskutiert, ob der Bitcoin ein Ponzi Scheme ist. Benannt ist dieses betrügerische Konstrukt nach Charles Ponzi, einem Betrüger in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Konzept unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von einem Schneeballsystem: bei der Akquise der Kunden. Beide Modelle eint jedoch, dass sie irrational und rational zugleich sein können. Irrational sind sie insofern, als sie niemals dauerhaft funktionieren können, denn sie bauen auf einer Illusion auf. Rational für ein solches Geschäftsmodell kann man sich jedoch entscheiden, wenn man glaubt, dass noch viele weitere Akteure auf die fixe Idee hereinfallen werden. So ist auch die Zukunft der Kryptowährungen auf Sand gebaut, aber der könnte möglicherweise noch eine Weile halten. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in einer neuen Folge von „Wohlstand für Alle“. Literatur: Mervin K. Lewys: Understanding Ponzi Schemes, Edward Elgar Pub. Kaushik Basu: Ponzis : The Science and Mystique of a Class of Financial Frauds, online verfügbar unter: https://openknowledge.worldbank.org/handle/10986/19358. Florian M. Kern: "Bitcoinhandel ist nichts für Sparkassen", online verfügbar unter: https://www.dezernatzukunft.org/bitcoinhandel-ist-nichts-fuer-sparkassen/. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
35 Minuten
Wohlstand für Alle Die Türkei steckt in einer tiefen Krise: Die Zinsen sind hoch, doch die Inflation ist noch viel höher – sie liegt derzeit bei 21 Prozent. Erhielt man Anfang des Jahres für 1 Dollar circa 7 Lira, so waren es elf Monate später 18 Lira für 1 Dollar. Erst vor wenigen Tagen ist der Wert der Währung zwar um 30 Prozent rasant wieder angestiegen, doch es ist fraglich, ob diese Entwicklung nachhaltig ist, denn Präsident Erdoğan hat die türkischen Sparer mit einem ungewöhnlichen Versprechen besänftigt. Diese hatten zuvor immer stärker auf ausländische Währungen, vor allem auf US-Dollars, gesetzt. Um diese Dollarisierung zu stoppen, sollen jetzt die Banken einen Inflationsausgleich an die Sparer zahlen, finanziert vom türkischen Staat. Die Inflation ist damit freilich nicht besiegt. Außerdem hat die türkische Wirtschaft weitere Probleme: Neben der Korruption und unrentablen Bauprojekten ist es vor allem das Handelsbilanzdefizit, das zur Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation beiträgt. Erdoğan will, dass die Türkei weniger importiert und mehr exportiert. Das ist aber bislang kaum mehr als ein frommer Wunsch. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in einer neuen Folge von „Wohlstand für Alle“. Literatur: Ümit Akçay: "Die Krise der türkischen Wirtschaft und die Grenzen abhängiger Finanzialisierung", in: PROKLA, online verfügbar unter: https://www.prokla.de/index.php/PROKLA/article/view/1149. Axel Gehring: "Das türkische Dilemma", online verfügbar unter: https://www.rosalux.de/news/id/45468. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
53 Minuten
Wohlstand für Alle - Literatur Charles Dickens ist der große Chronist des 19. Jahrhunderts in England. In umfangreichen Romanen wie „Große Erwartungen“ oder „Oliver Twist“ hat er die soziale Wirklichkeit in Literatur verwandelt. Oft sind seine Werke nicht ganz frei von Sentimentalität, wie auch seine berühmte Erzählung „Der Weihnachtsabend“ beweist. Die Geschichte ist wohl auch jenen bekannt, die den Text nie gelesen haben: Der gierige und geizige Geschäftsmann Ebenezer Scrooge hat nur den Profit im Sinn, für Gefühle, Menschlichkeit und Familie ist in seinem Leben kein Platz. Selbst zu Weihnachten ist sein Herz weder von Kinderaugen noch von Bittstellern zu erweichen, bis ihm plötzlich Geister erscheinen, die ihn auf den rechten Weg führen wollen. Scrooge wird durch die Konfrontation mit seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, seinen Fehltritten und Versäumnissen ein anderer, ein besserer Mensch. Dickens erzählt hier ein Märchen, das allzu leichtfertig über die Widersprüche des Kapitalismus hinweggeht. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über diesen überaus populären Weihnachtsklassiker. Literatur: Charles Dickens: Der Weihnachtsabend. Neu übersetzt von Eike Schönfeld, Insel Verlag. Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Band 1, Karl Dietz Verlag Berlin. Jacques Le Goff: Geld im Mittelalter, Klett-Cotta. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
45 Minuten
Wohlstand für Alle Die Kritik an Zins und Zinseszins wird seit Jahrzehnten immer wieder neu formuliert, auch bei der „Occupy Wallstreet“-Bewegung spielten diese Ansätze eine wichtige Rolle. Jedoch begehen die Zinskritiker dabei stets den selben Denkfehler, indem sie den Zins verantwortlich machen für all das, was in einer kapitalistischen Wirtschaft schiefläuft. Ob Krisen, soziale Spannungen, Wachstumszwang oder Kapitalkonzentrationen – als entscheidendes Problem wird immer der Zins identifiziert. Gern bemüht man Gedankenexperimente zum exponentiellen Wachstum, ohne zu erkennen, dass der Wachstumszwang nicht aus dem Zins resultiert, sondern aus dem Profit, den jedes Unternehmen erzielen muss, um in einer kapitalistischen Marktwirtschaft bestehen zu können. Suggeriert wird so ein leicht zu erreichender Klassenfrieden oder ein krisenfreies Wirtschaftssystem, was angeblich nur durch den Zins verhindert wird. Dabei beweist gerade die Realität von Niedrig-, Null- und Negativzinsen, dass auch ohne hohe Zinsen die Ungleichheit wächst, Mieten stetig steigen und die Ausbeutung keineswegs verschwindet. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ analysieren Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt die Trugschlüsse der Zinskritiker. WERBUNG Mehr Informationen zu unserem Buch findet ihr hier: https://www.suhrkamp.de/buch/influencer-t-9783518076408 Literatur: Helmut Creutz: Das Geld Syndrom 2012: Wege zu einer krisenfreieren Wirtschaftsordnung, G. Mainz Verlag. Stephan Kaufmann, Antonella Muzzupappa: Crash Kurs Krise. Wie die Finanzmärkte funktionieren. Eine kritische Einführung, Bertz+Fischer. Margrit Kennedy: Occupy Money. Damit wir zukünftig ALLE die Gewinner sind, Kamphausen Verlag. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
34 Minuten
Wohlstand für Alle Die Ampel-Regierung kann die Schuldenbremse nicht abschaffen, aber umgehen. Bei diesem ambitionierten Plan kommt der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine entscheidende Rolle zu. Die Institution war einst fundamental wichtig in den frühen Jahren der Bundesrepublik, denn nicht nur war Deutschland zerstört, auch fehlte es an Geld und Waren. Der Marshallplan der USA sollte Deutschland und Europa helfen, wieder wirtschaftlich zu erstarken, nicht zuletzt, um so eine wichtige kapitalistische Bastion gegen den Sozialismus im Osten zu bilden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau verteilte und organisierte die US-Hilfen und sorgte mit ihren Investitionen beispielsweise für eine moderne Infrastruktur. Staat und Industrie arbeiteten mitunter Hand in Hand, denn der Markt allein konnte es nicht regeln und gab keine Richtung vor. Wenn die KfW jetzt helfen soll, die grüne Transformation zu realisieren, bieten sich Vergleiche mit der Vergangenheit an – wenngleich sich das Betätigungsfeld der Kreditanstalt stark verändert hat und die Institution heute wesentlich komplexer aufgebaut ist. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über die historische und gegenwärtige Rolle der KfW. WERBUNG: Zum Jacobin-Magazin geht es hier: www.jacobin.de/wohlstand Quellen: Armin Grünbacher: “Cold-War Economics: The Use of Marshall Plan Counterpart Funds in Germany, 1948-1960”, in: Central European History, Vol. 45, No. 4, S. 697-716. Manfred Pohl: Wiederaufbau. Kunst und Technik der Finanzierung 1947-1953. Die ersten Jahre der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Fritz Knapp Verlag. Mariana Mazzucato/Caetano C.R. Penna: “The Rise of Mission-Oriented State Investment Banks: The Cases of Germany’s KfW and Brazil’s BNDES”, online verfügbar unter: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=274461 Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
46 Minuten
Wohlstand für Alle - Spezial Oft haben wir bei WfA über prekäre Arbeit gesprochen, dabei ging es meistens um private Betriebe. Doch auch da, wo der Staat Arbeitgeber ist, sind die Beschäftigungsbedingungen nicht immer rosig. Dies gilt insbesondere für den Wissenschaftsbetrieb, der von befristeter Beschäftigung und Überstunden geprägt ist und die Hoffnungen vieler Nachwuchswissenschaftler ausbeutet. Seit 2020 regt sich in den sozialen Netzwerken ein besonders merklicher Widerstand gegen diese Praxis. Dr. Amrei Bahr, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, berichtet im 21. WfA-Spezial von den Kämpfen gegen die Ungerechtigkeiten des Wissenschaftssystems. Literatur und Hinweise: Amrei Bahr/Kristin Eichhorn/Sebastian Kubon (Hrsg.): #95vsWissZeitVG. Prekäre Arbeit in der deutschen Wissenschaft, Büchner. Von Donnerstag, den 13. Januar bis Samstag, den 15. Januar findet die Online-Tagung "FLAWED SCIENCE. STRUCTURAL FLAWS IN THE SCIENCE SYSTEM — AND HOW TO FIX THEM" statt. Mehr Informationen findet ihr unter: https://flawed-science.weebly.com/ Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
22 Minuten
Wohlstand für Alle Bis heute wird immer wieder nur eine vorgeschobene, vereinfachte Kapitalismuskritik formuliert, um eigentlich Antisemitismus zu verbreiten. Die Kritik an Zinsen etwa hat eine lange, vor allem antisemitische Geschichte. Im frühen Mittelalter war es Christen zunächst verboten, Zinsen von anderen Christen zu nehmen, allerdings gab es auch eine Kritik am Zins seitens der Rabbiner. Nach und nach jedoch wuchs die Frage nach Geld und nach Krediten, sodass es ohne die Erlaubnis von Zinsen kaum noch möglich war, die Nachfrage zu stillen. Zunächst wurde deshalb der Zins jüdischen Kaufmännern aufgezwungen, damit Christen nach wie vor sich mit vermeintlich weißer Weste präsentieren konnten. Besonders im 19. Jahrhundert wird das antisemitische Bild vom mit dem Zins wuchernden Juden reaktiviert. Damals wurde auch der Mythos einer jüdischen Weltverschwörung virulent und dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit den sogenannten „Protokollen der Weisen von Zion“ als wissenschaftlich belegt inszeniert. Statt über die dem Kapitalismus innewohnenden Monopoltendenzen zu sprechen, kreierte man das Feindbild einer geheimen jüdischen Organisation, die die wirtschaftlichen Geschicke global lenke. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über die antisemitische Kritik am Kapitalismus. Literatur: Wolfgang Benz: Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der jüdischen Weltverschwörung, C. H. Beck. Micha Brumlik: Antisemitismus. 100 Seiten, Reclam. Jacques Le Goff: Geld im Mittelalter, Klett-Cotta. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
39 Minuten
Wohlstand für Alle Die Ampel-Koalition hat sich beeilt. Zwei Monate nach der Bundestagswahl ist der Koalitionsvertrag fertig. Das Dokument umfasst 178 Seiten, die jedoch an vielen entscheidenden Stellen vage bleiben. Konkrete Zahlen fehlen häufig, auch bleiben die Wege zu den erklärten, ambitionierten Zielen oft unklar – was bedeutet, dass viele Auseinandersetzungen und Kämpfe zwischen Sozialdemokraten, Grünen und Liberalen erst während der Legislaturperiode kommen werden. Fest steht aber, dass der Mindestlohn auf 12 Euro angehoben wird und Hartz IV zwar nicht abgeschafft wird, nun aber anders heißt: Bürgergeld. Außerdem soll eine Kindergrundsicherung eingeführt werden, um die Kinderarmut endlich effektiv zu bekämpfen. Sozialer Fortschritt aber sieht anders aus. Progressiver ist der Umgang der Koalitionäre mit Geld. Zwar muss die Ampel aufgrund der fehlenden Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag an der Schuldenbremse festhalten, doch es wurden viele neue Wege gesucht und gefunden, um Schulden zu machen, ohne die Schuldenbremse zu tangieren. Die Spielräume sind überraschend groß und lassen hoffen. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“. Literatur: Koalitionsvertrag, online verfügbar unter: https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf. Ulrike Herrmann: „Koalitionsvertrag ohne Preisschild“, in: die Tageszeitung, online verfügbar unter: https://taz.de/Finanzpolitik-unter-Christian-Lindner/!5815522&s=ulrike+herrmann/. Sebastian Puschner: „Only Lindner could go to Kreditaufnahme“, in: der Freitag, online verfügbar unter: https://www.freitag.de/autoren/sebastianpuschner/only-lindner-could-go-to-kreditaufnahme. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
50 Minuten
Wohlstand für Alle - Literatur Bertolt Brecht ist der große Revolutionär des Theaters – in doppelter Hinsicht: Er wollte die Zuschauer zu revolutionären Subjekten erziehen und er wollte das bürgerliche Theater durch sein episches Theater ablösen. Setzten Lessing und dessen Nachfolger noch auf ein mitfühlendes Publikum, das durch Mitleid und Furcht geläutert werden sollte, strebt Brecht ein denkendes Publikum an, das den Zustand begreifen lernen soll, in dem es sich befindet. Mit „Der gute Mensch von Sezuan“ hat der Dramatiker, Lyriker und Theatermacher ein Stück geschaffen, das unsere widersprüchliche Existenz im Kapitalismus in Form einer Versuchsanordnung aufzeigt. Shen Te will nur das Gute, will die Armen speisen, den Obdachlosen einen Unterschlupf bieten, dabei aber muss sie sich immer wieder in Shui Ta, den kühl berechnenden Kapitalisten, verwandeln, um sich diese Wohltätigkeit leisten zu können. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über Brechts Klassiker. Literatur: Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan. Parabelstück, Suhrkamp. Ole Nymoen/Wolfgang M. Schmitt: Influencer. Die Ideologie der Werbekörper, Suhrkamp. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
36 Minuten
Wohlstand für Alle Silvio Gesell war und ist ein Außenseiter der ökonomischen Theorie. Fern von Universitäten und intellektuellen Zirkeln entwickelte der 1862 in Sankt Vith geborene Unternehmer, Politiker und Sozialreformer eine Theorie des Geldes und des Zinses, die sich zwar nie durchsetzen konnte, auf die sich jedoch bis heute Gesell-Anhänger unterschiedlichster Couleur beziehen. Das Problem des Wirtschaftssystems lag laut Gesell im Zins und Zinseszins. Vor allem in deflationären Zeiten halten Unternehmer folglich ihr Geld zurück und investieren nicht. Auch Konsumenten sparen lieber vorsichtshalber, sodass sich die Krise immer weiter verschärft. Gesell kreierte mit seinem Freigeld beziehungsweise Schwundgeld einen vermeintlichen Ausweg aus der Krise: Das Geld sollte nach und nach an Wert verlieren, damit man so zum Konsumieren und Investieren gezwungen wird. John Maynard Keynes wusste Gesells makroökonomisches Denken zu würdigen und setzte sich damit in seiner „Allgemeinen Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes“ kritisch auseinander. Wie sinnvoll aber ist Gesells Vorschlag wirklich? Und inwieweit betreibt die EZB eine ganz ähnliche Geldpolitik? Darüber sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“. Literatur: Elmar Altvater:" Eine andere Welt mit welchem Geld? Über neoliberale Kritik der Globalisierungskritik, unbelehrte Ignoranz und Gesells Lehre von Freigeld und Freiland", online verfügbar unter: http://www.elmaraltvater.net/articles/Altvater_Article23c.pdf Silvio Gesell: Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld. Gesammelte Werke, Band 11. Verlag für Sozialökonomie. Ulrike Herrmann: Der Sieg des Kapitals. Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen. Piper. John Maynard Keynes: Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes. Duncker & Humblot. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
37 Minuten
Wohlstand für Alle Harald Welzer erscheint im Fernsehen immer dann, wenn das Wachstum und der Konsum kritisiert werden sollen. In seinem neuen Buch plädiert Welzer dafür, dass wir einfach aufhören sollen – mit dem Wachsen, dem Konsumieren und Arbeiten. Was uns dadurch aber volkswirtschaftlich blühen würde, verrät der Sozialpsychologe und Bestsellerautor nicht. Schließlich mache er es doch vor, mit 62 Jahren tritt er nun kürzer, entspannt monatelang auf einer Insel und genießt den Meerblick – und schreibt an seinem nächsten Buch. Auch sonst sind Welzers Analysen des Kapitalismus – gelinde gesagt – recht naiv. Dass diesem Wirtschaftssystem ein Wachstumsdrang innewohnt, möchte Welzer nicht sehen. Vielmehr versteift er sich auf kulturkritische Apelle oder flüchtet in wohlfeile Abstraktionen. Die Gesellschaft solle man wie Lego-Klötzchen neu zusammenbauen. Kein Wunder, dass man mit einer solch braven Kapitalismuskritik überall ein gern gesehener Vortragsreisender ist – denn wirklich weh tut dieser Moralismus nicht. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über den falschen Propheten. Literatur: Pepe Egger/Harald Welzer: “Die Lebenslüge: Nichts muss sich verändern”, online verfügbar unter: https://www.freitag.de/autoren/pep/die-lebensluege-nichts-muss-sich-veraendern. Harald Welzer: Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen, S. Fischer. Harald Welzer: Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens, S. Fischer. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
1 Stunde 12 Minuten
Wohlstand für Alle - Spezial Schon vor einem Jahr war Adam Tooze bei WfA-Spezial zu Gast, um über "Ökonomie der Zerstörung" zu sprechen. Nun ist er zurück, mit seinem neuen Buch "Welt im Lockdown" im Gepäck. Wie hat sich die Verbreitung des Corona-Virus auf die Weltwirtschaft ausgewirkt? Ist ein Ende des Neoliberalismus in Sicht, oder regieren die alten Autoritäten nur leicht modernisiert weiter? Und wo liegen die Grenzen der MMT? Darüber spricht Ole mit Adam Tooze. Literatur: Adam Tooze: Welt im Lockdown. Die globale Krise und ihre Folgen, C. H. Beck. Das erste WfA-Spezial mit Adam Tooze findet ihr hier: https://youtu.be/HVJaA3_R2_g Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
37 Minuten
Wohlstand für Alle Die Debatten über Migration sind in der Regel ermüdend, wenig konstruktiv und seit vielen Jahren völlig festgefahren. Eigentlich benötigen Industrieländer wie Deutschland dringend mehr Einwanderer, nicht zuletzt, um dem demographischen Problem Herr zu werden. Zugleich machen sich immer mehr Menschen auf den Weg in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft - ihre Schicksale sind ungezählt. Neben der menschenrechtlichen Debatte sollte man beim Thema Migration dringend mehr über Ökonomie sprechen. Um herauszufinden, warum überhaupt so viele Menschen ihre Heimat verlassen, hilft ein Blick auf die globale Ungleichheit zwischen den Ländern. Während generell der Wohlstand wächst und der Kapitalismus Abermillionen Menschen aus der Armut befördert hat, darf nicht übersehen werden, dass der “Ortsbonus” enorm wichtig ist. Wie wohlhabend ein Mensch ist, liegt weniger an seinen individuellen Leistungen und Talenten als an seiner Staatsbürgerschaft. Der Ökonom Branko Milanović schlägt vor, deutlich mehr Migration zuzulassen, jedoch Migranten mit weniger Rechten auszustatten als gewöhnliche Staatsbürger. In der neuen Folge von “Wohlstand für Alle” stellen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt den Ansatz vor. Literatur: Branko Milanović: Die ungleiche Welt. Migration, das eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht, Suhrkamp. Branko Milanović: Haben und Nichthaben. Eine kurze Geschichte der Ungleichheit, Theiss. Branko Milanović: Kapitalismus global. Über die Zukunft des Systems, das die Welt beherrscht, Suhrkamp. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app
26 Minuten
Wohlstand für Alle Es sind schlechte Zeiten für ordoliberale Dogmatiker: Immer mehr Politiker und Ökonomen stellen die Schuldenbremse öffentlich infrage. Einige arbeiten bereits an ambitionierten Konzepten, damit der Staat mehr Schulden aufnehmen kann, ohne die Verfassung zu ändern. Denn dafür gibt es im Bundestag keine Mehrheit. Dennoch: Nicht nur in Deutschland verabschiedet man sich allmählich von der schuldenfeindlichen Denkweise. Kürzlich schlugen Ökonomen des ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) vor, die Schuldenobergrenze der Euro-Länder anzuheben. Statt 60 Prozent Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP sollen nun 100 Prozent erlaubt sein. Doch auch wenn das eine Verbesserung darstellt, bleibt die Willkür dieser Werte bestehen. In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über Sinn und Unsinn der sparsamen Politik. Literatur: ESM: "EU fiscal rules: reform considerations", online verfügbar unter: https://www.esm.europa.eu/sites/default/files/document/2021-10/DP17.pdf. Lars Feld/Marcel Fratzscher: "Wie wir die Zukunft finanzieren können", online verfügbar unter: https://www.zeit.de/2021/42/finanzpolitik-investitionen-zukunft-schuldenbremse-transformation-klimaschutz-digitalisierung. Christian Schubert: "Wie das Maastricht-Kriterium im Louvre entstand", online verfügbar unter: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/3-prozent-defizitgrenze-wie-das-maastricht-kriterium-im-louvre-entstand-12591473.html. Stefan Kaiser: "Excel-Panne stellt Europas Sparpolitik in Frage", online verfügbar unter: https://www.spiegel.de/wirtschaft/panne-mit-excel-tabelle-rogoff-und-reinhart-haben-sich-verrechnet-a-894893.html. Ihr könnt uns unterstützen - herzlichen Dank! Paypal: https://www.paypal.me/oleundwolfgang Wolfgang M. Schmitt, Ole Nymoen Betreff: Wohlstand fuer Alle IBAN: DE67 5745 0120 0130 7996 12 BIC: MALADE51NWD Twitter: Ole: twitter.com/nymoen_ole Wolfgang: twitter.com/SchmittJunior Die gesamte WfA-Literaturliste: https://wohlstand-fuer-alle.netlify.app