TU Startup Stories – Von der Idee zum Durchbruch Archiv
14 Episoden
35 Minuten
Die Baustelle ist ein logistischer Albtraum: staubige Baupläne, Zettelwirtschaft auf dem Armaturenbrett und ständige Materialverzögerungen. Jeder schüttelt genervt den Kopf – aber was passiert, wenn man dieses jahrzehntealte Chaos nicht mit starrer Software, sondern mit dem analytischen Scharfsinn der kognitiven Psychologie attackiert? Wenn Wissenschaftler:innen und Gründer:innen versuchen, traditionelle Branchen zu digitalisieren, scheitern sie oft an der harten Realität vor Ort. Wer das ungeschriebene Gesetz der Handwerker ignoriert und im stillen Kämmerlein am Markt vorbei entwickelt, verbrennt wertvolles Kapital und scheitert schon vor dem ersten Release. Es reicht nicht, eine geniale Idee zu haben – man muss wissen, wie man sie auf den Boden der Tatsachen bringt. In dieser Fallakte von TU Startup Stories ermitteln unsere Hosts Harald Holzer und Bartosz Kajdas, wie genau dieser Durchbruch gelingen kann. Im Verhörraum (bzw. am Mikrofon): Jenny Kantor, Studentin der Cognitive Science an der TU Darmstadt und Co-Founderin von Workcraft. Anstatt theoretische Musterlösungen zu bauen, zog sie sich Sicherheitsschuhe an, ging direkt in den Baustellenstaub und nutzte ein radikales Mindset, um eine völlig festgefahrene Industrie zu transformieren.
31 Minuten
Tüftelst du gerade an einer Idee, die so innovativ ist, dass sie im ersten Moment vielleicht fast verrückt klingt? Der Weg von der Grundlagenforschung in die echte Welt verläuft selten geradlinig. Oft passen bahnbrechende Innovationen nicht sofort in die klassischen Raster – und genau dann wird dein Mut als Gründerin oder Gründer auf die Probe gestellt. In dieser Episode von TU Startup Stories öffnen Harald und Bartosz die Akte "ILLUTHERM". Wenn du dich manchmal fragst, ob sich der harte Weg lohnt, ist diese Folge deine Inspiration. Unser Protagonist Dr. Lukas Porz stand vor einem gigantischen Problem: Die Schwerindustrie verursacht über 10 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen, weil sie Materialien wie im alten Rom erhitzt – durch das träge "Backofen-Prinzip". Lukas entdeckte durch einen Heureka-Moment im Labor, dass blaues UV-Licht (wie das Schwarzlicht aus der Disco) Keramiken in einer Minute statt in 24 Stunden brennen kann. Doch als anfängliche Forschungsanträge nicht gleich den gewünschten Erfolg brachten, gab er nicht auf. Er zückte seine private Kreditkarte, kaufte LEDs aus der Kinotechnik und baute den ersten 1000-Grad-Prototypen in einer simplen Holzkiste. Was du für deine eigene Gründungsreise aus dieser Folge mitnimmst: - Wie ein Zufallsfund im Labor zu einer echten Sprunginnovation wurde, die bald auf internationalen Bühnen wie dem Slush in Helsinki überzeugte. - Warum es entscheidend ist, an die eigene Vision zu glauben und den Beweis im Zweifel einfach selbst zu bauen. Lass dich nicht entmutigen, wenn nicht jeder deine Idee sofort versteht. Diese Folge zeigt dir, dass die besten Sprunginnovationen manchmal klein anfangen – und dass es verlässliche Partner gibt, die an dich glauben, wenn du bereit bist, den ersten Schritt zu machen.
21 Minuten
Leder ist ein stiller Killer für unsere Umwelt. Für eine einzige Standard-Handtasche aus Rindsleder verschwendet die Industrie 17.000 Liter Süßwasser – eine Menge, die einen Menschen 23 Jahre lang am Leben halten würde. Doch auch der scheinbare Ausweg, das "vegane Leder", entpuppt sich als Falle. Es besteht oft zu 75 Prozent aus Kunststoffen wie Polyurethan oder PVC. Wir sitzen nicht auf einer tierfreundlichen Alternative, sondern schlichtweg auf Plastikschichten, die auf der Mülldeponie enden. Hier öffnen Bartosz und Harald Holzer die Akte Revoltech. Die Gründer Montgomery Wagner, Lukas Fuhrmann und Julian Musshöfel sahen das ungenutzte Potenzial von Pflanzenabfällen. Unterstützt durch das Innovations- und Gründungszentrum HIGHEST und die Labore der TU Darmstadt knackten sie das Problem der untrennbaren Materialschichten. Ihr Durchbruch heißt LOVR – lederfrei, ölfrei, vegan und reststoffbasiert. Mit einer innovativen Monomaterialtechnologie verwandeln sie trockene Reste von Industriehanf in ein Material, das sich wie weiches Leder anfühlt, aber zu 100 Prozent plastikfrei und vollständig kompostierbar ist. Die Industrie reißt ihnen diese Lösung förmlich aus den Händen: Volkswagen plant bereits, das Material ab 2028 in Serienautos einzusetzen. Hört rein und erfahrt, wie die Gründer die Corona-Krise überstanden, über eine Million Euro Funding einsammelten und warum das Team laut Montgomery das allerwichtigste Fundament für großen Erfolg ist.
22 Minuten
Globale Rechenzentren fressen pro Jahr über 415 Terawattstunden Strom. Das entspricht fast dem gesamten Energieverbrauch Deutschlands. Das fundamentale Problem: Bis zu 40 Prozent dieser Energie verpuffen ungenutzt in ineffizienten Kühlsystemen. KI und Cloud-Computing treiben diesen Energiehunger weiter rasant in die Höhe. Wer komplexe Fabriken oder Rechenzentren heute noch mit isolierten Hardware-Upgrades optimiert, verliert den Kampf gegen die Ineffizienz. Maschinen arbeiten im System blind gegeneinander, was zu explodierenden Betriebskosten und dem Verfehlen strenger ESG-Vorgaben führt. Das TU Darmstadt Spin-off Etalytics löst dieses Problem durch physikalisch-thermodynamische Modelle. Die Gründer Dr. Thomas Weber, Dr. Niklas Panten und Björn König steuern mit ihrer KI-Software „etaONE“ komplexe Energiesysteme vollautonom. In dieser Episode analysieren wir ihren Weg vom Forschungsprojekt zur 16-Millionen-Euro-Finanzierung durch Microsofts M12-Fonds.
32 Minuten
Wir alle greifen mit gutem Gewissen zum Pappbecher – doch wir tappen in eine toxische Falle. Die scheinbar "grüne" Pappe hinterlässt heimlich Mikroplastik in unserer Welt, da die Industrie schädliche Harze und Kunststoffe beimischt, um das Papier wasserfest zu machen. Dieser Fall zeigt ein massives Problem auf: Etablierte Industrieprozesse stecken oft in ökologischen Sackgassen. Wenn diese beschichteten Papiere ins Recycling gelangen, verstopfen unlösliche Plastikklumpen die Filter der Anlagen und wertvolle Zellulosefasern enden in der Verbrennung. Wer diesen gigantischen Schmerzpunkt der Industrie ignoriert, verpasst die Chance auf echte Disruption. In dieser Episode öffnen wir die "Akte CeraSleeve" – ein Deep-Tech-Spin-off der TU Darmstadt. Aus einem kuriosen Laborfehler der Chemikerin Dr. Nicole Rath entstand eine patentierte, anorganische Silica-Beschichtung, die herkömmliche Nassfestmittel komplett obsolet macht. Gemeinsam mit ihrem hochkarätigen Gründerteam sicherte sie sich 1,13 Millionen Euro aus dem EXIST-Forschungstransfer, um die Papierindustrie radikal zu transformieren. Das erwartet dich in dieser Episode: -> Die Macht des Zufalls: Wie ein vermeintlich gescheitertes Referenzexperiment mit Sand (Silica) zur bahnbrechenden Entdeckung wurde, die selbst die Doktormutter zunächst anzweifelte. -> Der Proof of Market Need: Warum die drängenden Fragen von Industrievertretern nach Patenten auf einer US-Konferenz der ultimative Startschuss für die Ausgründung waren. -> Das "Valley of Death" überwinden: Wie das Team durch den Pioneer Fund der Universität und den EXIST-Forschungstransfer die riskante Phase zwischen Forschungslabor und industriellem Markt meisterte. -> Plug-and-Play als Burggraben: Warum die CeraSleeve-Technologie als flüssiges Additiv auf bestehenden, millionenteuren Papiermaschinen funktioniert und so die massiven Einstiegsbarrieren der konservativen Industrie hebelt. -> Mit Zweifeln gründen: Welche enormen psychologischen Hürden bei der technischen Skalierung auf 1.500 Meter pro Minute entstehen und warum Durchhaltevermögen das wichtigste Asset im Deep-Tech ist.
23 Minuten
Während 20 bis 30 % der Arbeitszeit für die bloße Suche nach Informationen in digitalen "Lagerhallen" verschwendet werden, droht durch den demografischen Wandel ein massiver Wissensverlust: Der "Silver Tsunami". Wenn Experten in Rente gehen, verschwindet ihr implizites Wissen über Prozesse und Kunden oft für immer. In dieser Episode von TU STARTUP STORIES – Von der Idee zum Durchbruch öffnen wir die Akte von Genow.AI, einem Deep-Tech Spin-off der TU Darmstadt. Gründerin Dr. Sara Jourdan berichtet eindrucksvoll, warum generische KI-Modelle wie ChatGPT für Konzerne oft eine gefährliche Falle sind und wie ihr Team eine Lösung entwickelt hat, die Halluzinationen eliminiert.
55 Minuten
Labor, Konzern oder eigenes Startup? In dieser exklusiven Live-Ausgabe aus dem Hans-Busch-Institut der TU Darmstadt diskutieren wir Karrierewege abseits der Norm. Host Bartosz Kajdas klärt mit vier Gästen aus Wissenschaft, Industrie und VC-Szene, warum wir für den wahren Gründer-Spirit nicht nach Harvard schauen müssen, sondern direkt in unseren eigenen Laboren fündig werden. Das nehmt ihr aus dieser Folge mit: - Der Zick-Zack-Lebenslauf: Warum der direkte Weg in den Konzern nicht mehr das Maß aller Dinge ist. - Das CEO-Training: Wieso die Promotion die härteste – aber beste – Schule für Frustrationstoleranz und Problemlösung ist. - Mut zur Lücke: Wie man als Ingenieur:in die Angst vor dem "BWL-Kram" verliert und einfach ins kalte Wasser springt. - Der Faktor Mensch: Warum Fachwissen nur die Basis ist, am Ende aber Persönlichkeit und "menschliche Wärme" über den Erfolg von Tech-Startups entscheiden.
41 Minuten
Einsamkeit ist eine stille Pandemie. Besonders im Alter – wenn Mobilität fehlt, technische Überforderung zunimmt und viele Menschen nur noch selten Besuch bekommen. In dieser Folge von TU Startup Stories öffnen wir die Akte Zenaris und schauen auf eines der berührendsten und gleichzeitig innovativsten Startups aus dem Rhein-Main-Ökosystem: Zenaris – gegründet von Hakan Evcek und Tim Jeffreys. Die Mission: Ältere und pflegebedürftige Menschen sollen mit nur einem Tastendruck wieder in Kontakt mit ihren Familien treten können. Über den Fernseher. Mit einer Fernbedienung, die alles einfacher macht. ️ In dieser Episode hörst du: -> Die reale Entstehungsgeschichte von Zenaris – vom Seminar zum ersten Prototyp -> Warum Tablets und Smartphones für viele Senior:innen ein Grund für Einsamkeit sind -> Was Angehörige wirklich tun können, damit Menschen weniger einsam altern -> Wie der Alltag einer 80-jährigen Person in 10 Jahren aussehen könnte Diese Episode zeigt, wie ein technisches Produkt menschliche Nähe schaffen kann – und warum Innovation manchmal nicht im Silicon Valley entsteht, sondern im Wohnzimmer einer älteren Frau mit einer Fernbedienung in der Hand.
49 Minuten
Was macht den Erfolg eines Startups aus – Glück, Timing oder die richtigen Entscheidungen? In dieser Live-Episode von TU Startup Stories öffnen wir die „Akte IT-Seal“ – eine der spannendsten Ausgründungen der TU Darmstadt. Gemeinsam mit David Kelm, Mitgründer von IT-Seal, und Jovana Walter, Managing Partnerin bei Futury Capital, untersucht Host Bartosz Kajdas (STARTUPS FROM SCIENCE) die Schlüsselmomente dieser Deep-Tech-Erfolgsgeschichte: -> Der erste Mitarbeiter – Verantwortung übernehmen oder warten? -> Angelrunde – Geld annehmen oder Vertrauen suchen? -> Geschäftsmodell-Switch – Mut zur Veränderung? -> Internationalisierung – selbst skalieren oder Partner ins Boot holen? Eine investigative Reise durch vier echte Gründerentscheidungen – mit einem Publikum, das live mitermittelt. Ort: Innovationday 2025, Darmstadtium Dauer: ca. 49 Minuten ️ Sprache: Deutsch
34 Minuten
Ein Aktenordner, ein Preis, ein breites Lächeln. Christina Kraus, Mitgründerin von meshcloud, wurde im August 2025 zur Hessischen Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet. Wir öffnen ihre „Gründungsakte“ und stellen die Frage: Darf ich als Gründer:in eigentlich stolz auf mein Startup sein? Harald Holzer und Bartosz Kajdas tauchen gemeinsam in die wichtigsten Kapitel dieser Geschichte ein – von den ersten Gründungstagen über den harten Pivot im Valley of Death bis hin zum Bootstrapping-Erfolg. Eine Episode über Stolz, Zweifel und die Frage, was im Startup wirklich zählt.
31 Minuten
Ein unscheinbares Geräusch. Ein unsichtbarer Prozess. Und ein Startup, das den blinden Fleck der Industrie beseitigt. In dieser Folge von TU Startup Stories – Von der Idee zum Durchbruch – öffnen wir die „Akte HCP Sense“. Das Spin-off der TU Darmstadt entwickelt Sensorik, die Kräfte und Schmierung in Wälzlagern sichtbar macht – und löst damit ein Problem, das jahrzehntelang Milliarden gekostet hat. Doch wie überzeugt man Investoren von einer Technologie, die niemand sehen kann? Gründer Ansgar Thilmann erzählt von Rückschlägen, Zweifeln und dem entscheidenden Wendepunkt: dem Vertrauen eines Investors, das den Weg zur siebenstelligen Finanzierung ebnete. Ein Deep-Tech-Krimi über Industrie 4.0, Startup-Mut und die härteste Währung für Gründer:innen: Vertrauen.
40 Minuten
Im Maschinenbau trifft wissenschaftliche Forschung auf Gründergeist – doch wie gelingt der Sprung von der Idee zum erfolgreichen Startup? In dieser Folge von „TU Startup Stories“ geben Prof. Dr.-Ing. Stephan Rinderknecht, Dr.-Ing. Vinzenz Nienhaus und Dr.-Ing. Benjamin Blat-Belmonte faszinierende Einblicke in die Welt der Ausgründungen an der TU Darmstadt. Prof. Rinderknecht, selbst erfahrener Gründer und Mentor, erzählt, wie Leidenschaft und ein starkes Team den Grundstein für erfolgreiche Startups legen. Vinzenz Nienhaus berichtet vom langen Weg, der mit Stolpersteinen gepflastert ist, und von der wichtigen Erkenntnis, dass man sein Geschäftsmodell immer wieder anpassen muss. Benjamin Blat-Belmonte teilt persönliche Learnings aus seiner Promotion, der Finanzierungsrunde und dem Umgang mit Vertrieb – einem Bereich, der in der Ingenieurwissenschaft oft unterschätzt wird, aber entscheidend für den Erfolg ist. Spannend wird es, wenn es um die harten Verhandlungen mit Investoren geht und darum, wie man die erste Million an Kapital an Land zieht – ein Marathon voller Rückschläge und Triumphe. Zum Schluss gibt es wertvolle Tipps für Gründer*innen und einen Ausblick, wie Darmstadt zur Startup-Hub-Region werden soll. Das Gespräch wurde live aufgenommen bei der Messe Engineer your Future Day 2025 am 01.07.2025 an der TU Darmstadt im Fachbereich Maschinenbau. Ein mitreißender Blick hinter die Kulissen des Fachgebietes Maschinenbau und die Herausforderungen, die jeden Gründer erwarten.
24 Minuten
In dieser Episode erzählen Harald Holzer (Geschäftsführer von HIGHEST – dem Innovations- und Gründungszentrum der TU Darmstadt) und Bartosz Kajdas (Podcaster und Gründer von STARTUPS FROM SCIENCE) die wahre Geschichte von PanocularAI, einem forschungsbasierten Startup aus Darmstadt. Die Gründer, Dr. Arya Mazaheri und Sören Heß, haben eine ehrgeizige Vision: künstliche Intelligenz effizient und sicher auf kleinen Edge-Geräten nutzbar machen – ohne Abhängigkeit von zentralisierten Cloud-Infrastrukturen. Was als technologische Herausforderung begann, wurde schnell zu einem politischen Statement: Gegen globale Hyperscaler, für europäische Souveränität. Doch wie gelingt der Sprung aus dem Forschungslabor in den Markt? Mit exklusiven Einblicken rekonstruieren wir die Schlüsselentscheidungen, Wendepunkte und Hindernisse auf dem Weg dieser bahnbrechenden Innovation. Haben Dr. Arya Mazaheri und Sören Heß geschafft, was viele für unmöglich hielten? Und was bedeutet ihre Technologie für die digitale Zukunft Europas?
3 Minuten
Willkommen zur allerersten Folge von TU Startup Stories! Im Stil eines True-Crime-Podcasts nehmen wir dich mit auf die spannende Reise hinter die Kulissen der Wissenschaft und Startup-Gründung. Enthülle die Geheimnisse, Herausforderungen und überraschenden Wendungen, die unsere Gründer*innen erleben – alles authentisch, packend und nah dran. Erfahre, wie Innovation und Wissenschaft zusammenkommen, um die Welt von morgen zu verändern!
TU Startup Stories – Von der Idee zum Durchbruch
Ein Podcast von HIGHEST – dem Innovations- und Gründungszentrum der TU Darmstadt, in Zusammenarbeit mit STARTUPS FROM SCIENCE.