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Episoden

59 Minuten
Mein Gast: Lukas Feireiss | Website

Ich spreche mit Lukas Feireiss, Kurator, Autor und Lehrender aus Berlin. Lukas arbeitet an den Schnittstellen von Kunst, Architektur und Wissenschaft, und er versteht sich nicht als Künstler, sondern als jemand, dessen Arbeit es ist, Ideen, Menschen und Räume miteinander zu verbinden. Für ihn beginnt Kuratieren beim Wortursprung, curare, dem Sich-Kümmern und dem Heilen. Kuratieren heißt bei ihm, Sorge zu tragen.

Wir erleben gerade einen Kipppunkt. Das Erzeugen von Texten, Bildern und Musik kostet fast nichts mehr, alles ist im Überfluss da. Wenn aber bald fast alles erzeugbar ist, wird nicht mehr das Erzeugen wertvoll, sondern das Auswählen, das Verbinden, das Urteilen und das Sich-Kümmern. Von hier aus öffnet sich das Gespräch weit. Wir sprechen über Kuratieren als eine neue Kulturtechnik, über die Kraft des Unfertigen und der Ambivalenz, über Aufmerksamkeit und Verantwortung und darüber, wie Bedeutung überhaupt zwischen Menschen entsteht. Und über die Frage, was kostbar bleibt, wenn fast alles machbar wird.

Kennengelernt haben Lukas und ich uns vor Jahren über das gemeinsame Projekt Weak Signals, ein Glossar der frühen Zeichen kommender Veränderung an der Schnittstelle von Kunst und Technologie. Genau dort setzt dieses Gespräch wieder an.

Highlights dieser Folge:

  Warum Kuratieren mehr ist als Auswählen

  Weshalb Maschinen Bedeutung simulieren, aber für nichts einstehen 

  Was die Technik der Collage und Lukas' Radical Cut-Up Gedanken über generative KI verraten 

  Warum Geschmack vielleicht nicht das Alleinstellungsmerkmal in KI-Zeiten ist, sondern womöglich das erste Opfer 

  Ambivalenz als Superkraft der Künste, und warum es Stärke braucht, Mehrdeutigkeit auszuhalten

  Wo sorgsames Kuratieren unter Druck gerät, zwischen Automatisierung, Reizüberflutung und einem Publikum, dem gut genug reicht

  Wie sich der Begriff der Intelligenz weiten lässt, hin zu Beziehungsfähigkeit und nicht-menschlichen Formen von Intelligenz

Links und Referenzen:

Weak Signals, New Narratives in Art and Technology, herausgegeben von Lukas Feireiss und Florian Hadler, UdK x Deutsche Telekom | https://y-u-k-i-k-o.com/projects/weak-signals/

IBM Software Manual von 1979: A computer can never be held accountable

Sandberg Institute Master Programm Radical Cut-Up |  https://sandbergseries.nl/departments/radical-cut-up

Tweet: Greg Brockman (Open AI): „taste is the new core skill“

Studie zu Cognitive Surrender im Kontext KI: Thinking—Fast, Slow, and Artificial: How AI is Reshaping Human Reasoning and the Rise of Cognitive Surrender

Das absurde Beispiel, wie man angeblich automatisiertes „Taste-Building“ betreiben kann | The Autopilot – Der wichtigste KI-Skill 2026

Emily Segal | Artikel zu „Tasteslop“ in der Sunday Times

Jay Springett | „Slop Machines of Loving Grace“

Healing Arts Kongress Berlin |  https://thehealingarts.online

 

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1 Stunde 8 Minuten
Mein Gast: Tim Leberecht | LinkedIn Profil

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In dieser Folge spreche ich mit Tim Leberecht, Mitgründer und Co-CEO des House of Beautiful Business, Autor von The Business Romantic und eine der eigenwilligsten Stimmen für Menschlichkeit, Schönheit und Sinn im Business, darüber, was Beautiful Business eigentlich ist. Und warum diese Idee gerade jetzt, in Zeiten von KI-Beschleunigung und Entlassungswellen, dringlicher und zugleich schwerer zu verteidigen wird. Und darüber, warum ausgerechnet die KI uns zwingt, neu zu klären, was uns als Menschen ausmacht.

Wir reden über Athen und das zehnjährige World Beautiful Business Forum, über Denken als eigentliche menschliche Stärke, über Vollendung als Verführung und die Sehnsucht nach der fertigen Antwort, über Reibung, Widerspruch und den Mut zum Unplausiblen. Und über eine Wahrheit, die Tim offen ausspricht: Beautiful Business ist auch eine Echo Chamber und erreicht bislang vor allem die ohnehin Überzeugten. Gleichzeitig zeigt Tim, warum ihn das Forum mit Hoffnung entlassen hat, weil ihn berührt hat, wie sehr sich die Menschen dort füreinander begeistert haben, für das Gespräch und die Nähe, während die KI-Experimente kaum jemanden interessierten. 

Highlights dieser Folge:

Was Beautiful Business eigentlich ist… und warum die Idee in Zeiten von KI und Effizienzdruck dringlicher und zugleich schwerer zu verteidigen wird

Warum eigenständiges Denken die eigentliche menschliche Stärke ist… und was die MIT-Forschung zu cognitive debt damit zu tun hat

Vollendung als Verführung… weshalb die glatte, fertige Antwort das Unfertige verdrängt, aus dem Neues erst entsteht

Reibung statt Konvergenz… warum die großen Ideen aus Widerspruch, schwachen Verbindungen und Bauchgefühl kommen

Arbeit als Ort von Sinn, Zugehörigkeit und sogar Trauer… wenn die Routinearbeit zunehmend an die Maschine geht

Was enden muss und was Hoffnung macht… von der maskulinen Tech-Gewinnerkultur bis zu Kunst, Vorstellungskraft und echter Nähe

Links und Referenzen:

House of Beautiful Business

Tims Essay „Be a Philosopher (or Speed Date One)“

World Beautiful Business Forum Athen 2026

Tims Buch „Business-Romantiker: Von der Sehnsucht nach einem anderen Wirtschaftsleben“

Bajo Akomolafe, Posthumanist Philosopher

Text von L.M. Sacasas: AI Is Not Conscious, But It Is Becoming Our Unconscious

MIT Studie: Your Brain on ChatGPT: Accumulation of Cognitive Debt when Using an AI Assistant for Essay Writing Task

Andrew McAffee / Eric Brynjolfsson -  Das "Dull, Dirty, Dangerous" (and "Dear") Framework; aus dem Buch: Machine, Platform, Crowd

Memes „Me being left behind by AI“

David Graeber, Buch: Bullshit Jobs

Kritisch-ironischer Text zu KI: „Please use AI“.

Bissiger Text zu KI: „I Am An AI Hater“

Sonar Ausstellung Barcelona 2026

Gender AI Gap: Über den Gender AI Gap, KI-Geprahle und die Frage, welche Art von KI-Nutzung wir eigentlich belohnen

 

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1 Stunde 21 Minuten
Mein Gast: Babak Zeini – Futurist, Innovationsforscher und Unternehmer | LinkedIn Profil

Dieses erste Gespräch von #DRANBLEIBEN im Jahr 2026 setzt bewusst einen Schwerpunkt: Nicht Rückschau, nicht Prognose-Spielerei, dafür Orientierung.

Denn 2026 beginnt in einer Lage, in der sich technologische, wirtschaftliche, ökologische und politische Entwicklungen weiter zuspitzen. Künstliche Intelligenz wird produktiv wirksam. Nachhaltigkeit wird zur ökonomischen Zwangsfrage. Demokratien geraten unter Druck. Und Organisationen stehen vor der Herausforderung, gleichzeitig schneller, verantwortungsvoller und widerstandsfähiger zu werden.

In dieser Folge spreche ich mit Babak Zeini darüber, was 2026 wirklich wichtig wird. Welche Entwicklungen wir aufmerksam beobachten sollten. Welche Risiken wir wie eingeschätzen sollten. Und wo es reale Handlungsspielräume gibt. Für Unternehmen, für Organisationen und für unsere Gesellschaft insgesamt.

Wir sprechen über Künstliche Intelligenz als General-Purpose-Technologie und über die sogenannte Agentic Era, in der Software zunehmend selbst handelt. Aber wir bleiben nicht bei Technologie stehen. Es geht um organisationale Reife, um Entscheidungsfähigkeit unter Unsicherheit. Und es geht um die Frage, wie Zukunft gestaltet werden kann, ohne demokratische, soziale und ökologische Grundlagen zu untergraben.

Highlights dieser Folge:

Welche Entwicklungen 2026 wirklich prägend werden – und welche wir überschätzen

KI als General-Purpose-Technologie und was die Agentic Era für Arbeit, Organisationen und Verantwortung bedeutet

Warum Nachhaltigkeit zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zwangsfrage wird

Weshalb Transformation oft scheitert – und was organisationale Reife, Geschwindigkeit und Entscheidungsfähigkeit damit zu tun haben

Wie sich Arbeit, Wertschöpfung und Experience verändern – jenseits klassischer UX-Logiken

Warum Resilienz, demokratische Stabilität und Gestaltbarkeit zentrale Voraussetzungen für Zukunft bleiben

Und wo trotz aller Unsicherheit reale Handlungsspielräume für 2026 liegen

Links und Referenzen:

Babaks Podcast „Innovate or Cry“

Futurest & Kreutz & Partner (Babaks Unternehmen)

Longevity Begriff

Schwarz Gruppe / Schwarz Digits / Google Deal

Australien führt Social Media Verbot für unter 16-jährige ein

 

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1 Stunde 2 Minuten
Mein Gast: Maike Küper | LinkedIn Profil 

In dieser Folge spreche ich mit Maike Küper – Organisationsentwicklerin, Kulturarbeiterin und eine von Deutschlands wichtigen Stimmen für menschliche, zukunftsfähige Arbeitswelten – darüber, warum so viele Organisationen gerade feststecken. Und darüber was hilft, um Arbeit so zu gestalten, dass Menschen darin wirksam sein können und Unternehmen anpassungsfähig bleiben.

Wir reden über Erschöpfung in Teams, Schauseiten und Hinterbühnen, psychologische Sicherheit, die unterschätzte Bedeutung von interner Kommunikation, über Mut, Verantwortung. Und über eine Wahrheit, die oft weh tut: Viel zu oft findet systematische Organisationsentwicklung gar nicht statt. Und das führt zu Arbeitsumfeldern, in denen es fast nur um Inhalte geht. Aber nicht um die Art und Weise der Zusammenarbeit. Die Folgen spüren wir alle. Gleichzeitig zeigt Maike, warum Veränderung nicht mit großen Programmen beginnt, sondern mit kleinen, konkreten Schritten. Direkt im Team, im Alltag, dort, wo wir wirklich etwas beeinflussen können.

Highlights dieser Folge:

Warum so viele Organisationen erschöpft sind… und was das mit Dauerkrisen, Überlastung und fehlender Reflexion in Führungsebenen zu tun hat

Schauseite vs. Hinterbühne: Warum große Kulturversprechen oft nicht halten, was sie verkünden

Weshalb gute Arbeit Autonomie, Könnerschaft und Sinn braucht… und warum das in vielen Systemen verloren geht

Warum Teams oft weiter sind als ihre Organisationen… und dort die wirksamste Hebel für Veränderung liegen

Was passiert, wenn Organisationen nur über Inhalte sprechen, aber nie über Zusammenarbeit

Wie kleine Experimente, Retro-Formate und „Was lassen wir weg?“-Fragen echte Fortschritte ermöglichen

Warum gute Organisationsentwicklung und echte Nachhaltigkeit mehr gemeinsam haben, als viele denken

Links und Referenzen:

Marc Wagner

OE = Organisationsentwicklung

EE = Employee Experience

Bedürfnispyramide nach Maslow

Daniel H. Pink - Drive: The Surprising Truth About What Motivates Us

Vorderbühne & Hinterbühne (Erving Goffman)

Nicolas Korte / Die radikale Transformation eines Maschinenbauers

Prof. Dr. Antoinette Weibel / Universität St. Gallen / Forschung zum Thema Führung

Bayer AG Tranformation: Dynamic Shared Ownership (DSO)

Beitrag von Maike und Carolin Schwarz: „Nachhaltigkeit und New Work – 6 gemeinsame Prinzipien für zukunftsfähige Unternehmen“ im Buch „Triple Transformation: New Work, Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ von Dr. Ole Wintermann

VAUDE (Unternehmen der Textilindustrie / Beispiel für vorbildliches nachhaltiges Wirtschaften)

Design Thinking / Double Diamond

Agiles Arbeiten / Retro(spektive)

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1 Stunde 3 Minuten
Folge 6: Über neue Narrative von Sicherheit & Verantwortung

Mein Gast: Daniel Auwermann | LinkedIn Profil 

In dieser Folge spreche ich mit Daniel Auwermann – Transformationsexperte, Gründer von TRAFO bei ressourcenmangel in Berlin und Initiator des Sicherheitsdialogs.

Daniel hat eine ungewöhnliche Biografie: Vom Marineoffizier und UN-Sprecher zum Gestalter von Organisationskultur und gesellschaftlicher Transformation. Ein perfekter Gesprächspartner, um darüber zu sprechen, warum Sicherheit nicht nur militärisch gedacht werden darf. Und warum sie eine neue Sprache braucht: eine, die handlungsfähig macht statt uns zu lähmen.

Highlights dieser Folge:

Warum Sicherheit mehr ist als Verteidigung…und wie wir sie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen können

Wie Formate wie der Sicherheitsdialog neue Räume für Austausch und Beteiligung öffnen

Welche Rolle Sprache spielt: „kriegstüchtig“ oder „resilient“… und warum solche Worte unsere Haltung prägen

Was Transformation, Führung und Diversität mit Sicherheitspolitik zu tun haben

Und weshalb Sicherheit genau dort beginnt, wo wir noch miteinander sprechen können… bevor die Leitungen ausfallen

Witzig ist, dass ich mich im Gespräch mehrmals an das Intro des Fettes Brot-Songs „Jein“ erinnert fühlte. „Es ist 1996…“ Daniel und ich kennen uns schon sehr lange – 1996, nach dem Abitur, trennten sich unsere Wege zum ersten Mal.

 

Links und Referenzen:

TRAFO - europaweit agierender Partner für Organisationsentwicklung

Der Sicherheitsdialog

Sicherheitsdialog auf LinkedIn

Sicherheitsdialog auf Instagram

2. Sicherheitsdialog am 27.10.25 in München /  Registrierung

„Gelbes Heftchen“: In case of crisis or war - Broschüre aus Schweden

Buch: Neil Postman – Wir amüsieren uns zu Tode

 

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Über diesen Podcast

Wie bauen wir unsere gute Zukunft? Sie ist nicht vorbestimmt. Sie wird gemacht. Von uns, durch Entscheidungen, Ideen und die ehrliche Frage, was wir eigentlich wollen. In #DRANBLEIBEN treffe ich Menschen, die darüber nachdenken, wie das gehen könnte. Es geht um KI und Verantwortung, um Nachhaltigkeit unter Druck, um Arbeit, Organisationen, Demokratie und um all das, was zwischen Technologie und Gesellschaft passiert. Mal mit technologischem Blick, mal mit gesellschaftlichem, oft genau an der Stelle, wo beides zusammenkommt. Was mich dabei antreibt? Dystopien fallen uns leicht. Gute, demokratische, lebenswerte Zukunftsbilder müssen wir uns erarbeiten. Genau das passiert hier, in Gesprächen mit Haltung, neugierig statt neutral. Drei Fragen tragen jede Folge: Wie wollen wir leben? Worauf wollen wir zugehen? Und wie kommen wir da hin?Mehr Menschen sollen mehr über unsere guten Zukunftsoptionen wissen. Hör rein und bleib dran! Über den Host: André Cramer ist seit 25 Jahren in der Technologiebranche tätig. In verschiedenen Funktionen, in verschiedenen Ländern. Sein Blick hat sich vom Tech-Fanboy zum kritischen Hinterfrager gewandelt. Warum? Er ist überzeugt, dass die Vorteile von Technologie und Digitalisierung allen Menschen zugutekommen sollten. Und dass dafür die Gestaltung und Verantwortung in vielfältigere Hände gelegt werden sollte. Dass wir uns Menschen und unser Wohl im Blick haben und behalten müssen. André möchte deshalb dazu beitragen, dass mehr Menschen mehr über unsere (digitalen) Zukunftsoptionen erfahren – und helfen, diese zu nutzen! LinkedIn | André Cramer Impressum Titelmusik erstellt mit Udio
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