Ein Werk, hungrig nach Wärme und Strom. In dieser Folge von WATTgoesON, dem elektrifizierenden Podcast für Unternehmen, spricht Moderatorin Kathrin Hanzl mit Christian Skilich, Chief Pulp & Chief Technology Officer der Lenzing AG, darüber, wie ein energieintensiver Industriestandort seine Energiewende selbst gestaltet. Aus regional eingekauftem Holz entstehen bei Lenzing Zellulosefasern, die weltweit in Kleidung, Hygieneprodukten und technischen Textilien stecken. Dafür braucht der Standort soviel Energie wie ca. 200.000 österreichische Haushalte. Beim Strom ist die Dekarbonisierung bereits weit fortgeschritten, die eigentliche Herausforderung liegt bei der Wärme. Energieeffizienz wurde in Lenzing aufgrund des großen Energiebedarfs von jeher großgeschrieben. Seit der Energiepreiskrise 2022 ist Energie noch mehr in den Fokus getreten und ist fester Teil der Strategie. Zuerst wird eingespart, dann nachhaltig selbst erzeugt und erst danach grün zugekauft. Gemeinsam mit Verbund ist seit 2021 ein Energiesystem entstanden, das stetig mitwächst. Dazu gehören rund 8,3 Megawatt Peak Photovoltaik auf der Deponie Ofenloch und auf Hallendächern, eine Power-to-Heat-Anlage mit 14 Megawatt, die Grünstrom in Prozesswärme umwandelt und zur Netzstabilität beiträgt, sowie Ladeinfrastruktur für Mitarbeiter:innen und die Firmenflotte. Christian Skilich erklärt, warum Lenzing in Jahrzehnten statt in Jahren rechnet, warum Speicher der nächste Schritt ist und warum Unternehmen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und für alles andere auf starke Partner setzen sollten. Ein Gespräch darüber, wie ein großer Energieverbraucher zum aktiven Teil des Energiesystems wird.
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