Kunst Radar I Der Podcast über den Kunstmarkt Archiv
54 Episoden
13 Minuten
Martin Kippenberger hat die Gemälde Paris Bar Variante 1 und 2 nicht selbst gemalt - das hat ein Plakatmaler für ihn erledigt, dem er hierfür Fotos überlassen hatte. Der Plakatmaler hat gerichtlich erwirkt, dass er künftig als Miturheber beider Bilder genannt werden muss. Dieser Fall zeigt ein grundsätzliches Problem im Kunstbetrieb: Viele Künstler beschäftigen Assistenten, Gehilfen oder sonstige Mitarbeiter, die an der Entstehung ihrer Kunstwerke beteiligt sind. Das Urheberrecht sieht unter bestimmten Voraussetzungen vor, dass sie per Gesetzt Miturheber dieser Werke werden. Wann ist das der Fall und was können Künstlerinnen und Künstler tun, um rechtlich alleiniger Herr des Produktionsergebnisses zu sein?
16 Minuten
2025 war (wieder einmal) ein Gerhard Richter Jahr: Im Kunstkompass belegte er erneut Platz 1 als wichtigster Künstler, im Top-100-Ranking des Monopol Magazins landete er zum ersten Mal auf Platz 1 und in der Fondation Louis Vuitton eröffnete eine Richter Ausstellung nie da gewesenen Umfangs. Fällt der Name Richter, ist ein Superlativ nicht weit. Pablo Picasso und Andy Warhol sind es längst: Superstars. Was aber macht einen Superstar aus? Ist der Kunstbetrieb gar hungrig nach einem neuen Superstar? Und hat auch Gerhard Richter das Zeug zum Superstar oder ist es es bereits?
14 Minuten
Im Kunstbetrieb begegnen einem die immer gleichen Phrasen und Abkürzungen. Nach Ende einer Messe heißt es seitens von Galerien gerne: "Wir haben sehr interessante Kontakte gemacht." Auf Kunstevents bekommt man die Frage gestellt: "What are you doing for living?" Für was stehen Messe-Kürzel, wie TEFAF oder ARCO und was Bezeichnungen auf Druckgrafiken, wie AP, e.A., H.C. oder TP? Wer die Rhetorik des Kunstbetriebs dechiffrieren möchte, sollte diese Phrasen lesen können und die Bedeutung solcher Kürzel kennen.
16 Minuten
Die Frage, ob sich Kunst als Kapitalanlage eignet, wird immer wieder aufs Neue gestellt. Als nun Maurizio Cattelans Skulptur einer goldene Toilette auf einer Auktion gerade einmal zum aktuellen Goldkurs verkauft wurde, sahen manche darin einen Beweis, dass Kunst nicht als Asset Klasse gesehen werden kann. Doch lässt sich diese Frage anhand eines einzigen Auktionsergebnis überhaupt beantworten? Wie war die Preis- und Marktentwicklung der vergangenen Jahrzehnte generell? Kann man mit Kunst verlässlich Rendite erzielen? Ist da, wo viel Licht ist, auch viel Schatten?
13 Minuten
In dieser Folge geht es um das Spannungsverhältnis Künstler/Galerie zu den Aktivitäten von Sammlern als Wiederverkäufer. Wenn Werke in Auktionen auftauchen, sind Künstler und deren Galerien oft wenig begeistert. Da wird das eigene Werk zur Konkurrenz und wenn es zu niedrig oder gar nicht verkauft wird - was heißt das für seinen Markt und seine Reputation? Die Reaktionen von Künstler reichen von Enttäuschung bis Empörung. Ihr Fokus liegt auf dem Eigeninteresse und den Risiken. Aber übersehen sie nicht auch Chancen, die der Zweitmarkt für die bietet?
17 Minuten
Mit dem Tod eines Künstlers endet auch sein künstlerisches Wirken. Erben bringen zwar hier und da posthume Grafiken oder Objekte auf den Markt, sie sind aber mehr Merchandising Produkt, denn originäres Schaffen. Gibt es eine Möglichkeit für Künstler, auch nach ihrem Tod genuinen Output zu liefern und so aktiv am Kunstbetrieb teilzunehmen? Der Künstler Damien Hirst hat hierzu nun eine Idee und will zu Lebzeiten ein "Leben nach dem Tod" Produktionsmodell initiieren, das ihn 200 Jahre nach seinem Tod als praktizierender Künstler im Gespräch bleiben lassen soll.
13 Minuten
Immer mal wieder drängen Anbieter auf den Kunstmarkt, die Fondsbeteiligungen oder Aktienanteile an Kunstwerken anbieten. Doch was ist von solchen Geschäftskonzepten zu halten? Tragen sie wirklich zur Demokratisierung des Kunstmarktes bei - so deren Eigenwerbung - oder sind sie schlichtweg mehr Fantasie denn tragfähiges Geschäftsmodell?
13 Minuten
Mit Hilfe von KI Programmen sollen Fälschungen erkannt und Fehlzuschreibungen entlarvt werden. Doch was taugen solche KI Programme? Wie entsteht ihre Intelligenz und worauf basiert ihre Wissen ? Sind sie objektiver und besser als menschliche Gutachter?
10 Minuten
Hat Mailand das Zeug dazu, neuer Kunst Hot Spot in Europa zu werden? Nachdem Italien die Umsatzsteuer auf Kunst gesenkt hat und die Galerie Ropac dort gerade eine Niederlassung eröffnet hat, lohnt es sich die italienische Metropole einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Allora, andiamo a Milano.
14 Minuten
Weil Kunstwerke nicht als Kunst erkannt werden, sondern für Abfall oder Schmierereien gehalten werden, landen immer wieder welche im Müll oder werden anderweitig entsorgt. In Teil 2 dieser Serie geht es unter anderem um das ewige Thema Graffiti, das teuerste ungemachte Bett der Kunstgeschichte, übereifrige Reinigungskräfte und die Mutter aller "Ist das Kunst oder kann das Weg" Fälle von Jospeh Beuys.
14 Minuten
Mit Verweis auf Sexismus oder kulturelle Aneignung, werden Bilder aus Ausstellungen verbannt, Skulpturen aus Foyers entfernt und sogar die Zerstörung von Kunstwerken gefordert. Solche Forderungen kommen nicht nur von außen, auch innerhalb des Kunstbetriebes selbst schreitet die Intoleranz voran. Derartige Aktionen stellen am Ende nichts anderes dar, als Angriffe auf die Kunst- und Meinungsfreiheit.
16 Minuten
Gerade haben wieder zwei renommierte Galerien ihr Ende verkündet. Mit schonungsloser Offenheit rechnen sie mit dem System und dem Geschäftsmodell ab: Mehr Ausstellungen, mehr Messen, mehr Künstler - höher, schneller, weiter - es funktioniert am Ende nicht, die Kosten sind zu hoch. Hoffnung als Treibstoff alleine reicht eben nicht aus. Was sagt das über das Geschäftsmodell Galerie aus? Was können andere davon lernen?
19 Minuten
Mit der Malerin Miriam Vlaming spreche ich über die Neue Leipziger Schule - ist Teil dieser Bewegung zu sein Fluch oder Segen?, über Karriereplanung bis hin zur viel diskutierten Gender Pay Gap im Kunstbetrieb.
14 Minuten
In den USA verklagt ein Sammler Versicherungen auf Schadenersatz, weil Werke aufgrund eines Feuers in seinem Haus immaterielle Schäden erlitten hätten. Obwohl physisch keine Schäden sichtbar, verlangt er $ 410 Millionen, weil durch das Ereignis der "oomph" Faktor der Bilder abhanden gekommen sei. Doch die Frage ist: Gibt es überhaupt immaterielle Schäden an Kunstwerken und wie wären diese zu beziffern?
15 Minuten
Ob Louis Vuitton, Hermes oder Dior - Kooperationen zwischen Kunst und Mode sind schon lange en Vogue. Jetzt ist das Auktionshaus Sotheby's eine Kollaboration mit dem Modelabel Frame eingegangen. Zu sehen ist auf den Kleidungsstücken aber nicht einmal mehrt Kunst, sondern nur der Unternehmensname Sotheby's. Was bringen solche Projekte ? Und trifft hier wirklich Kunst auf Mode oder geht es nur um Lizenzen und Marketing?