SchönerDenken FilmPodcast Archiv
313 Episoden
16 Minuten
Carla Nowak ist eine engagierte, junge Lehrerin. Frisch an ihrer Schule, in der es eine Null-Toleranz-Strategie gibt, wird sie indirekt Zeugin eines Diebstahls. Im Streben nach Gerechtigkeit und Wahrheit tritt sie eine Lawine los, die ihre Schulwelt erschüttert. Catak hat die Schule bewusst als Mikrokosmos der Gesellschaft gewählt und verhandelt in seinem Film einige spannende Themen wie Wahrheit, Fake News oder Cancel Culture und zeigt auf, wie die Pädagogik mit ihren Handlungslinien und Sprachhülsen an der Wirklichkeit zerschellt. Thomas ist ganz mitgenommen von dieser Abwärtsspirale, von der Eskalation von Verdächtigungen, Misstrauen und katastrophaler Kommunikation. Aus Sicht der Juristin in der Runde hätte das dabei eigentlich kein großes Drama sein müssen
Im Podcast direkt nach dem Film vor dem Capitol-Kino loben wir die authentischen Porträts der 13-jährigen Schüler:innen und die hervorragende Hauptdarstellerin Leonie Benesch – auch Eva Löbau – und die exzellente Filmmusik von Marvin Miller. Wir diskutieren über die Einsamkeit einer Lehrerin, die moralische Frage und es werden Erinnerungen werden wach an eigene Sünden und Selbstgerechtigkeiten als Schüler – auch an Konflikte zwischen Schülerzeitung und Rektor der Schule. Wir sind uns einig: unbedingt sehenswert! Am Mikrofon: Johanna, Gabriele, Katharina, Katharina und Thomas.
Im Podcast direkt nach dem Film vor dem Capitol-Kino loben wir die authentischen Porträts der 13-jährigen Schüler:innen und die hervorragende Hauptdarstellerin Leonie Benesch – auch Eva Löbau – und die exzellente Filmmusik von Marvin Miller. Wir diskutieren über die Einsamkeit einer Lehrerin, die moralische Frage und es werden Erinnerungen werden wach an eigene Sünden und Selbstgerechtigkeiten als Schüler – auch an Konflikte zwischen Schülerzeitung und Rektor der Schule. Wir sind uns einig: unbedingt sehenswert! Am Mikrofon: Johanna, Gabriele, Katharina, Katharina und Thomas.
8 Minuten
Kostümfilme laufen immer Gefahr in die Nostalgiefalle zu gehen und die Vergangenheit zu verklären. Nicht so OKIKU AND THE WORLD: In Junji Sakamotos Film müssen in der Edo-Zeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts zwei junge Männer wortwörtlich einen „Scheiss“-Job erledigen: Da es keine Kanalisation gibt, löffeln sie die Exkremente aus den Toiletten, bezahlen dafür Geld und verkaufen es als Dünger an Bauern. Statt Respekt gibt es Tritte von Samurai, die glauben dass sogar ihre Ausscheidungen besser sind als die anderer Menschen. Jeder rümpft die Nase, wenn sie sich nähern. Nicht so Okiku – obwohl die hübsche und gebildete junge Frau einer höheren Klasse angehört, respektiert sie Männer und verliebt sich sogar in einen der beiden.
Diese Liebesgeschichte über scheinbar unüberwindliche Klassenschranken hinweg ist ganz in schwarzweiss gedreht, was sowohl der gesellschaftskritischen Ebene als auch den komischen Momenten eine besondere Intensität gibt. Der Film, der nichts beschönigt, hat einen lakonischen Humor – wunderbar die Szene, wenn sich die Liebenden aussprechen und der Schneefall zeigt, wie lange das dauert Wenige Momente zeigt uns Sakamoto in Farbe und katapultiert damit den Film für Augenblicke in unsere Gegenwart – auch eine Art, an die vierte Wand zu klopfen. Im Podcast denken wir darüber nach, dass sich eigentlich seit damals nichts geändert hat: Es müssen immer noch Menschen Scheiss-Jobs machen – ob bei den Entsorgungsbetrieben oder beim Batterierecycling in Bangladesch, werden ausgebeutet und nicht respektiert. Direkt nach dem Kino am Mikrofon: Andras und Thomas.
Diese Liebesgeschichte über scheinbar unüberwindliche Klassenschranken hinweg ist ganz in schwarzweiss gedreht, was sowohl der gesellschaftskritischen Ebene als auch den komischen Momenten eine besondere Intensität gibt. Der Film, der nichts beschönigt, hat einen lakonischen Humor – wunderbar die Szene, wenn sich die Liebenden aussprechen und der Schneefall zeigt, wie lange das dauert Wenige Momente zeigt uns Sakamoto in Farbe und katapultiert damit den Film für Augenblicke in unsere Gegenwart – auch eine Art, an die vierte Wand zu klopfen. Im Podcast denken wir darüber nach, dass sich eigentlich seit damals nichts geändert hat: Es müssen immer noch Menschen Scheiss-Jobs machen – ob bei den Entsorgungsbetrieben oder beim Batterierecycling in Bangladesch, werden ausgebeutet und nicht respektiert. Direkt nach dem Kino am Mikrofon: Andras und Thomas.
6 Minuten
Wirklich nicht der erste Zeitschleifenfilm, aber zum ersten Mal wiederholt sich das Hamsterrad einer Bürowoche (das kennen wir doch alle, oder?). Der Film passt in den Trend von ONE CUT OF THE DEAD und BEYOND THE INFINITE 2 MINUTES, auch wenn er nicht durchgehend ein perfektes Timing hat. Aber er ist sehr unterhaltsam. Der Ausweg aus der Zeitschleife gelingt wie erwartet nur, wenn alle zusammenhalten. Im Podcast empfehlen wir einen Zeitreisefilm, der auch im Film angesprochen wird: HAPPY DEATHDAY. Direkt nach dem Kino am Mikrofon: Malte von Sneaky Monday, Hendrik und Thomas.
17 Minuten
Laura Poitras kennen wir als Regisseurin des Oscar-prämierten Dokumentarfilms CITIZEN FOUR. In ALL THE BEAUTY AND THE BLOODSHED wollte sie den Kampf der US-amerikanischen Fotografin Nan Goldin gegen die Oxycodon-Hersteller-Familie Sackler erzählen. Die Milliardärsfamilie Sackler hatte Unmengen am Verkauf der Medikamente verdient, sie sind mitverantwortlich für die Opioidkrise in den Vereinigten Staaten, die mehr als 800.000 Menschen das Leben gekostet hat. Aber konfrontiert mit dem faszinierenden Leben von Nan Goldin erzählt Poitras auch deren tragische Familiengeschichte und die Geschichte des New Yorker Kunst-Undergrounds der 1970er und 1980er.
Auf der einen Seite fühlt man sich nach dem übervollen 2-Stunden-Film betrogen um eine „richtige“ Doku über die Verbrechen der Sackler-Familie. Und man fühlt sich betrogen um die nicht zu Ende erzählte Geschichte des Suizids der Schwester der Fotografin. Auf der anderen Seite ist Poitras ein einzigartiges Sitten- und Zeitdokument gelungen, das einen Bogen spannt über mehr als 50 Jahre. Im Podcast sind wir durchaus unterschiedlicher Meinung. Am Mikrofon direkt nach dem Film vor dem Capitol-Kino: Bettina, Birgit, Peter und Thomas.
Birgit verweist auf das Buch „Imperium der Schmerzen: Wie eine Familiendynastie die weltweite Opioidkrise auslöste“ von Patrick Radden Keefe und empfiehlt die Serie DOPESICK.
Auf der einen Seite fühlt man sich nach dem übervollen 2-Stunden-Film betrogen um eine „richtige“ Doku über die Verbrechen der Sackler-Familie. Und man fühlt sich betrogen um die nicht zu Ende erzählte Geschichte des Suizids der Schwester der Fotografin. Auf der anderen Seite ist Poitras ein einzigartiges Sitten- und Zeitdokument gelungen, das einen Bogen spannt über mehr als 50 Jahre. Im Podcast sind wir durchaus unterschiedlicher Meinung. Am Mikrofon direkt nach dem Film vor dem Capitol-Kino: Bettina, Birgit, Peter und Thomas.
Birgit verweist auf das Buch „Imperium der Schmerzen: Wie eine Familiendynastie die weltweite Opioidkrise auslöste“ von Patrick Radden Keefe und empfiehlt die Serie DOPESICK.
9 Minuten
Nippon Connection bietet die Gelegenheit, endlich den im Kino verpassten, preisgekrönten DRIVE MY CAR von Ryusuki Hamaguchi zu sehen. In einer Schlüsselrolle ist Toko Miura zu sehen, die dieses Jahr den Nippon Rising Star Award erhält. Sie fährt als Chauffeurin den Wagen des Schauspielers, der in Hiroshima „Onkel Wanja“ inszeniert. Ein wirklich vielschichtiger, ebenso schöner wie kluger Film über Verlust und Weiterleben. Ein Film, den man viele Male sehen kann und sollte. Wie Daniel vom Altstadtkino, der mit Thomas direkt nach dem Kino am Mikrofon ist.
7 Minuten
Spaß wurde uns versprochen und wir sollten den Kopf ausschalten. Spaß hatten wir jede Menge und wir mussten dafür noch nicht einmal unseren Kopf ausschalten. Hugo Sakamotos Action-Kracher um zwei Teenager, die ihre Berufung als Auftragskillerinen gefunden haben, läuft richtig rund: Pointierte Dialoge, sich entwickelnde Charaktere und exzellente Kampfszenen. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Helena und Malte von Sneaky Monday, Samuel und Thomas.
7 Minuten
Gerichtsdramen haben das Potential durch ritualisierte Abläufe und eine theaterhafte Szenerie Geschichten besonders pointiert zu erzählen, Das gelingt auch Anshul Chauhan mit DECEMBER. Dabei geht es gar nicht um die Frage, wer das Verbrechen verübt hat. Hier geht es um die Frage, ob die zur Tatzeit 17-jährige Täterin nach Erwachsenenstrafrecht hätte verurteilt werden dürfen. Die Täterin hatte vor sieben Jahren eine Mitschülerin getötet – in Rückblenden erfahren wir die Hintergründe: Es geht um Mobbing. Im Mittelpunkt stehen hier auch die Eltern des Opfers, deren Leben nach der Tat erschüttert wurde. Ihr Ziel bei der Wiederaufnahme des Verfahrens: Keine Gnade für die Täterin. Aber irgendwann beginnen sie die eigene Tochter und sich selbst zu hinterfragen. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Karoline, Marita und Thomas.
6 Minuten
SchönerDenken ist wieder beim japanischen Filmfestival Nippon Connection in Frankfurt dabei. Hier unser erster Eindruck von REMEMBERING EVERY NIGHT von Yui Kiyohara. Ein meditativer Film über Vergänglichkeit, der für einen Tag drei Frauen begleitet – es geht um verlorene Vergangenheit und das Weiterleben. Kiyohara lässt uns Begleiter sein. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Karoline, Helena von SneakyMonday und Thomas.
44 Minuten
Herzlich willkommen zum offiziellen Podcast des japanischen Filmfestivals Nippon Connection 2023 mit mehr als 100 Filmen vom 6. bis zum 11. Juni in Frankfurt am Main. Florian Höhr, der Leiter des Filmprogramms von Nippon Connection, spricht mit Thomas Laufersweiler über den Programmschwerpunkt „Cityscapes And Countryside“ und den hier eher unbekannten Regisseur Keisuke KINOSHITA, der im Mittelpunkt der diesjährigen Retrospektive steht. Er erklärt den neuen Preis „Nippon Rising Star“ (für Toko MIURA) – und er verrät, welche vier Filme man auf keinen Fall auf dem Festival verpassen darf …
Wer sich für Keisuke KINOSHITA interessiert, sollte in den Podcast von Michael Schleh, Sandra und SchönerDenken reinhören, der sich mit KINOSHITAs gesamten Filmwerk auseinandersetzt: keisuke-kinoshita.de
Wer sich für Keisuke KINOSHITA interessiert, sollte in den Podcast von Michael Schleh, Sandra und SchönerDenken reinhören, der sich mit KINOSHITAs gesamten Filmwerk auseinandersetzt: keisuke-kinoshita.de
12 Minuten
Es gibt wenige Filme, bei denen man schon beim ersten Sehen im Kinosaal spürt, ein Stück Filmgeschichte, einen ganz besonderen Film zu erleben. So ging es Thomas mit THEY SAY NOTHING STAYS THE SAME. Ein ruhiger Film, der in kraftvollen, schönen Bildern die Geschichte eines Fährmanns erzählt, der die Menschen von einem Ufer zum anderen bringt, manchmal wie Charon auch im übertragenen Sinn. Auf seinem Boot, in seinem kleinen Fährhaus sehen wir das Böse und das Wundervolle. Im Podcast reden wir über die Geschwindigkeit des Films, die sich dem Fährmann anpasst, subtile, magische Elemente, ein Mädchen, das der Fluß anspült, die wunderbare Filmmusik und die Atmosphäre der Vergänglichkeit, denn wenige Meilen flußaufwärts wird eine Brücke gebaut - die Tage des Fährmann sind gezählt. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Andras, Daniel, Hendrik und Thomas.
10 Minuten
Nachdem wir über zwei Dutzend Marvelfilme gesehen haben, machte sich bei uns langsam eine Superheldenmüdigkeit breit. Also sind wir in das dritte Guardians-Abenteuer mit einer mittelgroßen Portion Skepsis gegangen. Und ja, es ist wieder bunt und überfüllt, aber wir haben es mit (Anti-)Helden zu tun, deren Konflikte nachvollziehbar sind, deren Motive und Gefühle wir verstehen. Rocket, unser aller Lieblingsguardian, muss gerettet werden und Rettung, das ist das eigentliche Fachgebiet der Guardians. Es wird gekämpft, gestritten, geflucht, gerannt, gerettet und wieder gekämpft und wieder gerettet, was das Zeug hält. Dabei wechselt Vol. 3 ansatzlos zwischen Comedy, Suspense und Tragödie – mit einem Gegenspieler, der uns auf den zweiten Blick bitterböse den Spiegel vorhält. Der Funke ist bei uns tatsächlich übergesprungen: Wir haben viel gelacht, auch geweint und hatten einen großartigen Kinoabend. Direkt nach dem Kino gutgelaunt am Mikrofon: Gabriele, Harald, Tom und Thomas.
16 Minuten
Wenn wir ehrlich sind: Wir hatten uns ein bisschen mehr von EMPIRE OF LIGHT versprochen, mehr Epik, mehr Intensität. Sam Mendes hat seinen Film sehr ruhig angelegt, er verlässt sich auf die oft betörenden Bilder des Kameramanns Roger Deakins. Und er verlässt sich auf die großartigen Schauspieler Olivia Colman (Hilary) und Michael Ward (Stephen). Es ist eine einfache Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die am Rand stehen: Hilary, die in psychiatrischer Behandlung war, und der jüngere Stephen, der als schwarzer Brite Opfer von Übergriffen wird. Das alles in einem England, das von Thatcher schon gezeichnet ist. Verhebt sich Mendes mit diesen Themen? Oder bringt er damit die unangenehmen Schlaglichter der Wirklichkeit in die Romanze? Im Podcast sind wir uns nicht einig und diskutieren über bewährte Tropen und die kinohuldigenden Filme der jüngeren Vergangenheit. Am Mikrofon direkt nach dem Film vor dem Palatin-Kino: Johanna und Thomas.
10 Minuten
„Ein Schuh ist nur ein Schuh, bis Michael Jordan ihn anzieht.“ Der berühmteste und wahrscheinlich erfolgreichste Sportschuh der Welt, „Air Jordan“, ist der erste, der auf einen Sportler zugeschnitten worden ist. Wie es dazu kam, ist eine unterhaltsame Geschichte, die Ben Affleck in AIR unterhaltsam erzählt. Matt Damon spielt den leidenschaftlichen Basketball-Experten Sonny, der für Nike den Basketballschuhmarkt erobern soll und er setzt alles auf einen College-Nachwuchsspieler: Michael Jordan. Er muss nicht nur seinen Chef (Ben Affleck) überzeugen sondern vor allem Michael Jordans Mutter (Viola Davis).
Auf einem Musikteppich von Best-Of-Hits der 80er wird uns eine Firmen-Komödie serviert, irgendwo zwischen Pathos und Parodie. Sehenswert, wie Michael Jordans Mutter einen Vertrag verhandelt, der das Sportgeschäft weltweit verändert hat. Die ernsten Elemente bleiben aber im Hintergrund, stattdessen bleiben schreiend-komische Schimpftiraden und die quietschbunten Jogginghosen des Nike-Chefs in Erinnerung. Eine gelungene Komödie, die den Spannungsbogen hält, obwohl wir alle wissen, wie es ausgeht. Direkt nach dem Kino gutgelaunt am Mikrofon: Gabriele, Katharina, Tom und Thomas.
Auf einem Musikteppich von Best-Of-Hits der 80er wird uns eine Firmen-Komödie serviert, irgendwo zwischen Pathos und Parodie. Sehenswert, wie Michael Jordans Mutter einen Vertrag verhandelt, der das Sportgeschäft weltweit verändert hat. Die ernsten Elemente bleiben aber im Hintergrund, stattdessen bleiben schreiend-komische Schimpftiraden und die quietschbunten Jogginghosen des Nike-Chefs in Erinnerung. Eine gelungene Komödie, die den Spannungsbogen hält, obwohl wir alle wissen, wie es ausgeht. Direkt nach dem Kino gutgelaunt am Mikrofon: Gabriele, Katharina, Tom und Thomas.
11 Minuten
THE WHALE ist mit Festival- und Oscar-Lorbeeren gestartet, allerdings nicht ohne Kritik von verschiedenen Seiten. Nach dem Film sind sowohl die Lobeshymnen für Brendan Fraser als auch die kritischen Stimmen nachvollziehbar. Aronofsky verfilmt hier ein Theaterstück – alles spielt in einem Apartment, dazu noch ein beengendes 4:3-Format. Wir begleiten einen in viele Szenen liebenswürdigen Mann, Charlie (Brendan Fraser), der sich buchstäblich zu Tode frisst. Vor seinem Tod will er sich mit seiner 17-jährigen Tochter (Sadie Sink) aussöhnen, die er seit 8 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Er hat sich aufgegeben, nur die Vergebung seiner Tochter strebt er als Erlösung an. Obwohl die Hauptdarsteller großartig sind und die Inszenierung gelungen, bleiben wir ratlos zurück. Was will uns der Film, bzw. das dem Film zugrundeliegende Theaterstück sagen? Mit dem religiösen Thema des Films (Charlies Geliebter war Mitglied einer christlichen Sekte, bevor er Selbstmord beging) können wir nichts anfangen. Besonders im zweiten Teil wird die Handlung melodramatisch statt berührend. Sehenswertes Schauspielkino aber kein cineastisches Meisterwerk. Am Mikrofon direkt nach dem Film vor dem Capitol-Kino: Johanna und Thomas.
13 Minuten
Es hätte eine wunderbare Sommerzeit am See sein können, aber Leon ist, wie Johanna sagt, ein schwarzer Block negativer Energie. Es ist schon fast ein running gag, dass Leon (Thomas Schubert) eine Gelegenheit nach der anderen auslässt, das Leben zu genießen, vielleicht sogar Liebe zu erleben. Christian Petzold wiegt uns dabei lange in Sicherheit: Drei junge Männer, zwei davon Künstler und eine junge Frau, in einer ländlichen Idylle in der sommerlichen Hitze, es wird geredet, geraucht und getrunken, nachts wird sich geliebt oder Federball mit leuchtenden Schlägern gespielt - natürlich nicht von Leon :-) Dazu sehr gut ausgewählte Songs. Aber Leon sieht nichts außer seinen eigenen Problemen - nicht die Gefühle der Menschen um ihn herum, nicht ihre Nöte, auch nicht den immer näher kommenden Waldbrand.
Aus einer psychologisch feinen französischen Sommerkomödie heraus entwickelt Petzold einen sich steigernden Sog, der uns ganz langsam aber unaufhaltsam in eine Tragödie führt. Petzold betreibt für seinen konzentrierten, reduzierten Film dabei wenig mehr Aufwand als für einen studentischen Abschlussfilm - und das ist gut so. Er kann sich auf ein großartiges Schauspielensemble verlassen: Paula Beer, Thomas Schubert, Matthias Brandt, Langston Uibel und Enno Trebs. Ein schöner, leichter und zugleich schwerer, ein sehr sehenswerter Film. Den Üblichen Verdächtigen fällt es gar nicht so leicht, direkt nach dem Film über ROTER HIMMEL zu sprechen. Am Mikrofon vor dem Capitol-Kino: Johanna und Thomas.
Aus einer psychologisch feinen französischen Sommerkomödie heraus entwickelt Petzold einen sich steigernden Sog, der uns ganz langsam aber unaufhaltsam in eine Tragödie führt. Petzold betreibt für seinen konzentrierten, reduzierten Film dabei wenig mehr Aufwand als für einen studentischen Abschlussfilm - und das ist gut so. Er kann sich auf ein großartiges Schauspielensemble verlassen: Paula Beer, Thomas Schubert, Matthias Brandt, Langston Uibel und Enno Trebs. Ein schöner, leichter und zugleich schwerer, ein sehr sehenswerter Film. Den Üblichen Verdächtigen fällt es gar nicht so leicht, direkt nach dem Film über ROTER HIMMEL zu sprechen. Am Mikrofon vor dem Capitol-Kino: Johanna und Thomas.