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BOOK SHOT. Literatur beflügelt. Archiv

176 Episoden
5 Minuten
Norbert Gstreins Roman Im ersten Licht erzählt von Adrian Reiter, geboren 1901. Als Jugendlicher wird er durch einen gezielten Axthieb seines Vaters kriegsuntauglich gemacht. Er muss nicht in den Ersten Weltkrieg ziehen, aber der Krieg verschwindet deshalb nicht aus seinem Leben. Gstrein erzählt ein Menschenleben im Schatten zweier Weltkriege ... und von Schuld, Davonkommen, Schweigen und später Liebe.

Valerie Springer: „Empathisch, analysierend, nachwirkend.“
5 Minuten
Siri Hustvedts Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung entstand nach dem Tod ihres Mannes, des Schriftstellers Paul Auster. Hustvedt schreibt über Liebe, Erinnerung und über ein gemeinsames Leben, das mit dem Tod nicht einfach verschwindet. Es ist ein sehr persönliches Buch und auch ein Nachdenken darüber, wie die Toten in den Lebenden weiter anwesend bleiben.

Valerie Springer: „Intim, klug, geisternah.“
5 Minuten
Charlotte wollte Musikerin werden. Aber sie muss etwas Vernünftiges tun, schon wegen der Eltern, wegen der Zukunft, wegen der Frage, wie man sich ein eigenes Leben aufbaut. Also nimmt sie eine Stelle in einem Verlag an und landet im Vorzimmer eines mächtigen Verlegers. Was zunächst nach Nähe zum Zentrum der Literaturwelt aussieht, wird für sie immer mehr zu einer Prüfung: beruflich, körperlich, psychisch und privat.

Valerie Springer: „Lässig, flüssig, gegenwärtig.“
5 Minuten
Schauplatz in Hannah Häffners Roman Die Riesinnen ist das fiktive Dorf Wittenmoos im Schwarzwald. Im Mittelpunkt stehen drei Frauen aus drei Generationen: Liese, Cora und Eva. Sie alle sind groß, dünn und auffällig ... und sie passen nicht recht in die Dorfgemeinschaft. Der Roman erzählt von Herkunft, Körpern, Müttern und Töchtern, vom Wald, vom Bleiben und Weggehen ... und von der Frage, wie viel Heimat Halt gibt und wie viel sie einem nimmt.

Valerie Springer: „Erdig, eigenwillig, wurzelstark.“
5 Minuten
Lukas Bärfuss erzählt von Armut, Herkunft, Verletzung und Erinnerung und von der Suche nach einer Wahrheit über die eigene Mutter, die sich letztlich nicht vollständig finden lässt.

Valerie Springer: „Schmal, erschütternd, ehrlich.“
5 Minuten
Im Mittelpunkt von Jessica Mawuena Lawsons Debütroman „Kekeli“ steht eine junge Frau in einer süddeutschen Kleinstadt. Kekeli lebt angepasst und eher unauffällig, bis ihre Cousine Afi aus Togo zu Besuch kommt und sie mit Fragen konfrontiert, die bisher kaum ausgesprochen wurden: Was bedeutet Herkunft? Was heißt Zugehörigkeit? Und wie viel weiß man eigentlich über die eigene Familie?

Valerie Springer: „Jung, gegenwärtig, identitätssuchend.“
5 Minuten
Ankommen ist noch lang kein Zuhause.

Diskussionen über Migration sind von Angst, Streit und Überforderung geprägt. Valerie Springer spricht in ihrer Sondersendung zum Weltflüchtlingstag darüber, dass Bücher neue Sichtweisen ermöglichen. Sie spricht über Literatur zu Flucht, Exil und verlorenen Sprachen. Bücher lösen keine politischen Konflikte. Aber sie helfen, Debatten weniger grobschlächtig zu führen!
5 Minuten
Schauplatz in Robert Seethalers neuem Roman ist die Heidestraße, eine Straße, die weder im Zentrum liegt noch ganz am Rand. Besucher kommen kaum hierher, und doch spielt sich in ihr ein ganzes Leben ab: Alltag, Sorge, Einsamkeit, Liebe, Streit, Krankheit, Hoffnung, Gerüchte und Veränderung. Robert Seethaler verknüpft die Geschichten der Bewohnerinnen und Bewohner zu einem Mosaik aus Augenblicken.

Valerie Springer: „Vielstimmig, alltäglich, menschenkundig.“
5 Minuten
Lucy Steeds’ Roman The Artist. Die Farben des Lichts spielt in Südfrankreich im Jahr 1920: Der junge Journalist Joseph Adelaide reist in die Provence, um den berühmten Maler Édouard Tartuffe zu porträtieren. Doch statt eines gewöhnlichen Interviews erwartet ihn ein abgelegenes Haus, ein verschlossener Künstler, dessen geheimnisvolle Nichte Ettie, und eine Welt aus Licht, Farben und Abhängigkeiten.

Valerie Springer: „Sinnlich, geheimnisvoll, farbensatt.“
5 Minuten
Erzählt wird die Lebensgeschichte von Sophie, die in den 1930er-Jahren in einem oberfränkischen Dorf aufwächst. Es ist eine Welt der Bauernhöfe, der Arbeit, der Armut, der Nachbarschaft, der Kirche, der Krankheit und der unausgesprochenen Regeln. Der Roman begleitet Sophie von der Kindheit bis in die Wirtschaftswunderzeit.

Valerie Springer: „Karg, poetisch, eigensinnig.“
5 Minuten
Im Mittelpunkt des Romans steht eine Familie, die über mehrere Länder und Milieus verstreut ist: zwischen Berlin, Griechenland, Belgrad, der Provence und Hollywood, zwischen Boheme, Filmwelt und deutschem Großbürgertum. Vier erwachsene Geschwister haben ihre Mutter verloren. Der Vater nennt sie seine Diamanten. Doch die vertrauten Familienworte, das Essen, der Wein und der Sarkasmus können eine schmerzhafte Lücke nicht schließen.

Valerie Springer: „Tragikomisch, schillernd, zärtlich.“
5 Minuten
Los Angeles, 1959: Der alte Filmproduzent Curtis Melnitz kann nicht schlafen. Albträume verfolgen ihn, Schlaftabletten bekommt er nur unter einer Bedingung: Er muss regelmäßig zu einem Psychoanalytiker gehen. Dort beginnt er zu erzählen, von Hollywood, Berlin, der frühen Filmindustrie, von Flucht, Erinnerung und den Bildern, die ihn nicht loslassen. Jede Sitzung wird zu einem Kapitel seines Lebens.

Valerie Springer: „Filmisch, erzählfreudig, erinnerungssatt.“
5 Minuten
Matthias Nawrat erzählt von der jungen Psychologin Wanda, die Anfang der 80er Jahre aus Polen nach Venedig reist, um einen im Exil lebenden Wissenschaftler zu befragen. Die Gespräche mit ihm führen weit über ein akademisches Interview hinaus: in die Geschichte Polens, in die Gewalt des 20. Jahrhunderts, in Lager, Systeme, Ideologien und in die Frage, ob ein Mensch anständig bleiben kann, wenn die Verhältnisse ihn vernarbt haben.

Valerie Springer: „Dunkel, klug, beunruhigend.“
5 Minuten
Zwei Buchhändlerinnen im besetzten Paris: Adrienne Monnier und Sylvia Beach. Ihre Buchhandlungen, „La Maison des Amis des Livres“ und „Shakespeare and Company“, waren über Jahrzehnte Orte der Literatur, der Avantgarde, der Freundschaft. Mit der deutschen Besatzung Frankreichs 1940 wurden sie zu Zufluchtsorten für Verfolgte und Exilanten.

Uwe Neumahr erzählt von Literatur, Mut, Hilfeleistung und Widerstand und von zwei Frauen, die Bücher nicht nur verkauft haben, sondern als Lebensform verstanden haben.

Valerie Springer: „Literarisch, mutig, aufschlussreich.“
5 Minuten
Diesmal geht es um den dokumentarischen Sammelband »Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter im Spanischen Bürgerkrieg«, herausgegeben von Georg Pichler und Joachim Gatterer. Es geht nicht nur um den österreichischen Journalisten Kisch selbst, sondern auch um die oft übersehene Verbindung zwischen Österreich und Spanien in den 1930er Jahren. Denn knapp 1500 Österreicherinnen und Österreicher kämpften im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republik. Ein Buch über Reportage, Haltung und ein Kapitel europäischer Geschichte, das bis heute nachwirkt.

Valerie Springer: „Hellwach, kämpferisch, aufschlussreich.“