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[Projekt: Leben] Archiv

101 Episoden
17 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Diese Folge ist eine weitere Folge unter dem Motto: Wir beschäftigen uns mit der wissenschaftlichen Seite von Personal Projects.

Diesmal möchte ich mit euch ein kleines Experiment starten. Ich möchte mich mit euch gemeinsam in die Rolle eines Wissenschaftlers begeben, und zwar eines Wissenschaftlers, der Personal Projects untersucht. Brian Little, der Godfather der Personal Projects, hat für die Dokumentation und Erforschung von Personal Projects eine Methode entwickelt, die er Personal Projects Analysis (PPA) genannt hat. Die Personal Projects Analysis ist in den späten 1970er Jahren entstanden, und Brian Little hat die Methode - gemeinsam natürlich mit anderen Forscherinnen und Forschern - immer weiter verfeinert. 

Eine genaue Beschreibung der Methode und alle Dokumente dazu gibt es übrigens auf Brian Littles Website zum Download. Ja, das ist alles frei und gratis verfügbar für jedermann.

Für all jene unter euch, die jetzt nicht so die große Lust oder Zeit haben, die ganzen Dokumente durchzuackern, aber trotzdem wissen möchte, was da genau bei der Erforschung von Personal Projects erforscht wird, ist diese Folge gedacht: Eine Einführung in die Personal Projects Analysis.

Einführung in die Personal Projects Analysis

Okay, was müssen wir über die Personal Projects Analysis wissen? 

Grundsätzlich kann man sich die Personal Projects Analysis vorstellen wie einen strukturierten Fragebogen, der aus mehreren Abschnitten besteht, die „Module“ genannt werden. Wenn du als Versuchsperson an so einer Personal Projects Analysis teilnehmen möchtest, dann durchläufst du einige oder alle dieser Module - je nachdem, was die Forscher gerade besonders an deinen Personal Projects interessiert. 

Ich möchte mit euch jetzt die einzelnen Module durchgehen und euch erklären, was da genau passiert. 

1. Project Dump (Project Elictiation)

Alles beginnt mit der so genannten „project elicitation“, auch „project dump“ genannt. Du bekommst einen Stift, ein Blatt Papier und 10-15 Minuten Zeit und wirst aufgefordert, so viele Personal Projects aufzuschreiben, wie dir gerade einfallen. Du erstellst also eine Liste mit allen Personal Projects, die dich gerade beschäftigen. Daher kommt auch der Name „dump“, das heißt so viel wie „abladen“. Du schreibst also alle Personal Projects auf, die dir einfallen: große und kleine, wichtige und unwichtige, berufliche und private, lustige und anstrengende, einfach alles.  

Diejenigen, die sich unter einen Personal Project nicht wirklich was vorstellen können, bekommen für den project dump als Unterstützung einige Bespiele aufgelistet, sozusagen als Inspiration. Das sind Beispiele wie „Meinen Psychologie-Kurs bestehen“, „Weniger junk food essen“, „Mit meiner Katze spielen“ oder „Meine Wohnung putzen“. Diese Beispiele sind dazu da, dass die Versuchspersonen sich auch trauen, ganz „gewöhnliche“ Projekte zu nennen, die in ihren Augen vielleicht gar nichts Besonderes sind. Aber genau darum geht es beim project dump: Einfach mal alles aufschreiben, was einem einfällt. 

2. Refined Project List

Dann geht es weiter damit, dass die Versuchsperson aufgefordert wird, aus der Liste der Personal Projects 10 auszuwählen. Und welche davon soll er auswählen? Naja, die Angabe lautet: Wähle jene 10 aus, die uns erlauben, dich am besten zu verstehen. Mit so einer Angabe wird natürlich eine sehr subjektive Auswahl zustande kommen, aber genau darum geht es ja: Der Teilnehmer entscheidet selbst, welche Projekte das beste Bild über ihn vermitteln, weil er ja der Experte von sich selbst und seinem Leben ist. Seine Auswahl ist die best mögliche. Darüber habe ich ja in der zweiten Folge dieser Staffel schon ausführlicher gesprochen. 

Wenn also 10 Projekte ausgewählt sind, dann geht es weiter mit der Frage: Was denkst du dir über das, was du machst? 

3. Personal Projects Appraisal Matrix A

Das dritte Modul trägt den mehr als sperrigen Namen „Personal Projects Appraisal Matrix A“, aber dahinter steckt die spannende  Frage: Wie bewertest du deine Personal Projects? Was denkst du dir über sie?

Dabei kannst du gerne gleich ein bisschen mitmachen. Wähle dazu irgend eines deiner Personal Projects aus, egal welches, irgend eines, das sich gerade beschäftigt. Dieses Projekt werden wir jetzt gemeinsam anhand von 17 Kategorien analysieren. Deine Aufgabe ist jetzt, für jede Kategorie Punkte zu vergeben, nämlich von 0 bis 10. 0 bedeutet „trifft überhaupt nicht zu“ und 10 bedeutet „trifft sowas von zu“. 

Okay, bereit? Hast du dein Personal Project gewählt? Los geht’s mit der „Personal Projects Appraisal Matrix A“ 

Kriterium: Importance oder Wichtigkeit, also: Wie wichtig ist dir dieses Projekt? 

Also wenn du jetzt sagst, dieses Projekt ist für mich megawichtig, dann gibst du 10 Punkte. Wenn du sagst, dieses Projekt ist an Unwichtigkeit nicht zu überbieten, dann gibst du 0 Punkte. Wenn es irgendwas dazwischen ist, dann eben 5 oder 7 oder 3 oder 8 oder wie auch immer du die Wichtigkeit dieses Projekts einschätzt. 

Difficulty oder Schwierigkeit, also: Für wie schwierig hältst du dieses Projekt? 

Also wieder: Wenn du das Projekt für ultraschwierig hältst, dann 10 Punkte. Wenn es babyleicht ist, dann 0 Punkte. Sonst irgendwas dazwischen. 

Visibility oder Sichtbarkeit, also: Wie gut ist dieses Projekt sichtbar für andere Menschen, die dich gut kennen? 

Wenn du sagst, das Projekt kennt niemand außer mir, das ist ein Geheimprojekt, dann vergibst du 0 Punkte für die Sichtbarkeit. Wenn du sagst, ich erzähle jedem Menschen, den ich sehe, von diesem Projekt, meine Facebook Wall ist voll davon und so weiter, dann bist du ein Zehner. Sonst irgendwas dazwischen. 

Control oder Einfluss, also: Wie sehr hast du das Gefühl, dass du Einfluss hast auf dieses Projekt? 

Wieder: 0 bis 10, jetzt weißt du ja schon, wie das geht. 

Responsibility oder Verantwortung, also: Wie sehr fühlst du dich für dieses Projekt verantwortlich? Time Adequacy oder Angemessenheit der Zeit, also: Wie sehr hast du das Gefühl, dass die Zeit, die du für dieses Projekt aufwendest, angemessen ist (sowohl zu viel Zeit als auch zu wenig Zeit)?  Outcome / Likelihood Of Success oder Erfolgsaussichten, also: Wie erfolgreich, glaubst du, wird dieses Projekt sein? Self Identity oder Selbstausdruck, also: Wie typisch ist dieses Projekt für dich als Person? Other’s View oder Ansicht der Anderen, also: Als wie wichtig empfinden dieses Projekte andere Menschen, die dir wichtig sind? Value Congruency oder Werte-Übereinstimmung, also: Wie gut passt dieses Projekt zu den Werten, die du als Mensch hast? Progress oder Fortschritt, also: Wie weit bist du mit dem Projekt bisher gekommen? Challenge oder Herausforderung, also: Wie herausfordernd findest du dieses Projekt? Absorption oder Versinken, also: Wie sehr kommst du in einen Flow, wenn du dich mit diesem Projekt beschäftigst? Support oder Unterstützung, also: Wie sehr fühlst du dich bei die...
14 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Das ist die dritte Folge der 7. Staffel, und in der 7. Staffel lese ich ja das Buch „Personal Projects Pursuit” von Brian Little für euch. Das ist ein wissenschaftliches Buch, das sich mit der Personal Projects Forschung beschäftigt, und ich will die interessantesten, spannendsten und überraschendsten Aspekte daraus hier in diesem Podcast für euch aufbereiten, damit ihr dieses Buch nicht auch lesen müsst. Denn eine leichte Lektüre ist das wahrlich nicht. 

Ich bin inzwischen auf Seite 75 angekommen, habe einige sehr spannende Dinge gelesen… aber ich werde heute nicht - oder nicht direkt - über dieses Buch sprechen. 

Ich habe mich entschieden, stattdessen eine kleine Zwischenfolge einzuschieben. Nämlich eine Folge, welche die beiden ersten Folgen dieser Staffel ergänzt und hoffentlich noch ein bisschen verständlicher macht.

Ich möchte nämlich heute über ein Bild, eine Metapher, eine Sichtweise sprechen, wie wir uns unsere Personal Projects vorstellen können. 

Wir können nämlich unsere Personal Projects betrachten als Vereinbarungen. Jedes einzelne unserer Personal Projects ist eine Vereinbarung, die wir mit uns selbst und/oder mit anderen Menschen getroffen haben.  

Was dieser Blickwinkel bedeutet und warum ich ihn nützlich finde, das werde ich in dieser Folge besprechen. 

Wozu wir \"ja\" sagen...

Okay, ich wiederhole das nochmal: Wir können unsere Personal Projects sehen wie Vereinbarungen, die wir eingegangen sind. Jedes einzelne unserer Personal Projects ist etwas, zu dem wir „ja” gesagt haben - und durch dieses „ja” sind wir die Verpflichtung eingegangen, uns um dieses Projekt zu kümmern - was auch immer dieses „Kümmern” im konkreten Fall bedeutet.  

Diese Verpflichtung sind wir eingegangen einerseits mit uns selbst. Das heißt, irgendwo in uns drinnen wissen wir, dass wir uns zu jedem einzelnen unserer Personal Projects auf irgendeine Weise verpflichtet haben. Nicht, dass wir irgend etwas unterschrieben hätten oder so, aber irgend etwas in uns weiß um diese Vereinbarung, die wir da eingegangen sind, und fühlt sich daran auch gebunden. 

Diese Verpflichtung sind wir aber möglicherweise genauso eingegangen gegenüber anderen Menschen. Manche - oder viele - unserer Personal Projects betreffen ja nicht nur uns allein, sondern haben ganz viel auch mit anderen Menschen zu tun - in der Familie, im Freundeskreis, unter Nachbarn, unter Arbeitskollegen, im Verein und so weiter. Indem wir uns ein Personal Project sozusagen aufgeschultert haben, haben wir möglicherweise auch anderen Menschen gegenüber das Versprechen abgegeben, dass wir uns um dieses Projekt kümmern werden. 

Wie genau dieses Versprechen - uns gegenüber oder anderen gegenüber oder beides - gelautet hat, ob es überhaupt explizit und laut ausgesprochen wurde oder ob das Versprechen eher ziemlich diffus ist… das hängt vom jeweiligen Personal Project ab.  

Aber grundsätzlich lässt sich sagen: Mit jedem einzelnen unserer Personal Projects sind wir jemandem im Wort - nämlich uns selbst oder anderen oder beides. 

Ich finde, das ist ein sehr anschauliches Bild von dem Konzept der Personal Projects - und vermutlich viel anschaulicher als die wissenschaftliche Definition von Brian Little, die ich in der ersten Folge dieser Staffel besprochen habe. Jedenfalls war es mir wichtig, diese Folge einzuschieben und die Definition, was ein Personal Project ist, um dieses Bild zu ergänzen. 

Das spannende an dem Bild der Personal Projects als Vereinbarungen ist, dass es sogar noch einen Schritt weiter geht: Personal Projects sind auch alle Vereinbarungen, zu denen wir nicht explizit nein gesagt haben. Manche Personal Projects haben es so an sich, dass sie ungefragt in unser Leben kommen, wenn wir uns nicht mit Händen und Füßen dagegen wehren. Ein Beispiel vielleicht: Du gehst am Sonntagnachmittag in der Stadt spazieren und triffst eine Freundin, nennen wir sie Karin, die du schon lange nicht gesehen hast. Ihr plaudert kurz, und am Schluss sagt Karin: „Lass uns mal telefonieren.”  

Und da haben wir schon den Salat. Wenn du in dem Moment nicht sagst: „Karin, sei mir nicht bös, aber nein: Ich will mit dir nicht telefonieren. Ich brauche nicht noch ein weiteres Projekt in meinem Leben, nimm’s bitte nicht persönlich.” Also, wenn wir das nicht sagen (und ich kenne wenige Menschen, die sowas sagen würden, also genau gar keinen, eigentlich), dann haben wir ein weiteres Personal Projects am Hals, nämlich „Bald mal mit Karin telefonieren”. Du bist diese Vereinbarung eingegangen, nämlich einerseits Karin gegenüber (indem du nicht widersprochen hast), aber natürlich auch dir gegenüber. Irgendwas in dir wird dich immer wieder mal an diese Vereinbarung erinnern. Dieses Personal Project bleibt also an dir kleben, bis du es gelöst hast. 

Wie sich die Vereinbarungen lösen lassen 

Also, wir haben gesagt, dass unsere Personal Projects wie Vereinbarungen sind, die wir mit uns selbst und/oder mit anderen eingegangen sind.

Diese Idee habe ich übrigens von David Allen. Über David Allen habe ich in diesem Podcast schon das eine oder andere Mal gesprochen. Er ist der Erfinder der „Getting Things Done”-Systematik, das ist ein Selbstmanagement-System, wo es im Wesentlichen um das Management all unserer Personal Projects geht - wenngleich David Allen das nicht Personal Projects nennt, sondern „loose ends”, lose Enden. Aber für mich ist das ziemlich deckungsgleich. Ich finde, David Allen und Brian Little müssten wirklich mal miteinander reden, da würde was Spannendes raus kommen. Aber das ist eine andere Geschichte… 

Jedenfalls, hat David Allen unlängst im Podcast von Tim Ferriss darüber gesprochen, was wir denn tun können mit all den Vereinbarungen, die wir in unserem Leben eingegangen sind. Und das möchte ich euch zum Abschluss dieser Folge noch mitgeben. 

David Allen sagt zuerst mal, dass wir gut aufpassen müssen, wenn wir diese Vereinbarungen nicht einhalten. Denn wenn wir eine solche Vereinbarung mit uns selbst, also ein Personal Project, nicht einhalten, dann zahlen wir dafür einen Preis. Und dieser Preis ist der Verlust an Vertrauen. Nämlich einerseits Vertrauen in uns selbst (also Verlust von Selbst-Vertrauen) oder Verlust an Vertrauen, das andere Menschen in uns haben - oder beides. Und Vertrauen ist eine der wichtigsten Währungen in unseren sozialen Beziehungen überhaupt. Damit sollen wir also wirklich nicht leichtfertig umgehen. 

Deswegen sollten wir darauf schauen, dass wir unsere Vereinbarungen, unsere Personal Projects, nicht brechen. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass die allermeisten von uns so viele Vereinbarungen getroffen, so viele Personal Projects aufgeschultert haben, dass es unmöglich ist, die alle gleichzeitig und gleichwertig und sofort zu erfüllen. 

Was also tun? David Allen sagt, wir haben drei Möglichkeiten: 

Möglichkeit: Geh die Vereinbarung gar nicht ein. Das Zauberwort hier heißt „nein”. Sag klar, wenn du etwas nicht machen willst oder dafür im Moment einfach keine Kapazitäten hast, dann läufst du auch nicht Gefahr, ein Versprechen zu brechen. Möglichkeit: Halt das Versprechen ein. Ruf Karin an. Besorg dir endlich die neuen Fische für’s Aquarium. Schick die Bewerbung endlich ab. Entscheide dich endlich, ob du weiterhin in dieser Wohnung wohnen bleiben willst oder ob du eine neue suchst.  Möglichkeit, und ...
18 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Wir haben heute Episode 2 der 7. Staffel, in der ich ja den Versuch unternehme, das Buch für euch aufzubereiten und euch die interessanten und inspirierenden Dinge mitzugeben, die ich beim Lesen gelernt habe - damit ihr das Buch nicht auch lesen müsst.

Ich bin im Buch mittlerweile bis Seite 61 gekommen, und in dieser Folge möchte ich mit euch etwas besprechen, das in zwei Absätzen auf den Seiten 54 und 55 angesprochen wird und das ich für eine der spannendsten Fragen rund um Personal Projects überhaupt halte. Nämlich: Wie wählen wir unsere Personal Projects überhaupt aus? Wie schafft es ein Personal Project überhaupt, bei uns sozusagen „auf den Schirm“ zu gelangen? Wie wählen wir aus, mit welchen Personal Projects wir uns gerade heute oder morgen oder in dieser Woche beschäftigen wollen? Das heißt, wie treffen wir eigentlich die Auswahl, mit welchen ganz konkreten Personal Projects wir uns beschäftigen wollen oder müssen aus der großen Menge der möglichen Personal Projects, mit denen wir uns beschäftigen KÖNNTEN. 

Und auf diese Frage möchte ich in dieser Folge zuerst eine wissenschaftliche Antwort geben und dann eine praktische Antwort aus meinem eigenen Leben. 

Die wissenschaftliche Antwort

Okay, also zuerst die wissenschaftliche Sicht: Wie wählen wir unsere Personal Projects aus? Das ist eine Frage, die auch Brian Little und seine Kollegen bei der Erforschung von Personal Projects beschäftigt hat. Er hat eine ziemlich ausgefeilte Methodik entwickelt, wie man Personal Projects analysieren kann, und die nennt er (praktischerweise) „Personal Projects Analysis“. Über die Personal Projects Analysis spreche ich mal in einer anderen Folge genauer, das ist wirklich sehr interessant. Für heute reicht uns dazu folgende Überlegung: Stell dir vor, du bist ein Wissenschaftler und möchtest die Personal Projects einer Person erforschen. Dann stellt sich gleich zu Beginn deiner Forschung schon die grundsätzliche Frage: Ja, WELCHE der Personal Projects dieser Person soll ich denn genauer erforschen? Alle? Das wird wohl nicht gehen, das sind ja viel zu viele. Also besser auf ein paar Personal Projects konzentrieren. Aber auf wie viele. Und vor allem: Auf welche? Wie kann ich auswählen, welche Personal Projects wichtig sind und welche nicht?

Das ist, finde ich, eine ganz spannende Frage, die uns ja auch im Alltag beschäftigt: Welche Personal Projects sind wichtig und welche nicht? Wie wir dieses Problem im Alltag angehen, dazu sage ich später mehr. Jetzt verrate ich dir aber mal, wie Brian Little dieses Dilemma bei seinen Forschungen gelöst hat.  

Er macht das folgendermaßen: Zuerst bekommt jeder Teilnehmer, der an so einer Personal Projects Analysis teilnimmt, 10 - 15 Minuten Zeit. In der Zeit soll der Teilnehmer alle Personal Projects aufschreiben, die ihm einfallen. Einfach alles, was ihm gerade durch den Kopf schwirrt. Dann, im Anschluss, wird der Teilnehmer aufgefordert, aus dieser Liste 10 Projekte auszuwählen, die der Teilnehmer gerade für besonders wichtig oder typisch in seinem Leben hält. 

Das heißt, Brian Little gibt überhaupt keine genaueren Kriterien vor, was genau unter „wichtig“ oder „typisch“ zu verstehen ist. Er überlässt vollkommen den Teilnehmern die Bewertung und die Auswahl. Er arbeitet einfach mit den Projekten weiter, die die TEILNEHMER gerade für wichtig oder typisch oder beides halten.  

Das mag auf den ersten Blick ein bisschen willkürlich und unwissenschaftlich aussehen, aber dahinter steckt eine ganz, ganz spannende Überlegung. Und zwar folgende: Brian Little geht davon aus, dass jeder von uns der Experte seiner eigenen Personal Projects ist. Kein anderer Mensch der Welt kennt deine Personal Projects so gut wie du - auch kein Wissenschaftler. Das heißt, niemand auf der Welt kann besser entscheiden als du selbst, welche deiner Personal Projects gerade wichtig sind. Nur du kannst das einschätzen, und dafür gibt es auch keine wissenschaftlichen Kriterien. Deshalb versucht er erst gar nicht, irgendwelche Entscheidungsbäume oder Entscheidungskriterien aufzustellen, was ein Personal Project jetzt „wichtig“ macht und was nicht. Weil es keinen Sinn hat, weil jeder von uns seine ganz eigenen Maßstäbe davon hat, was wichtig ist und was nicht. Und da jeder von uns der Experte für sich selbst ist, kann Brian Little als Forscher auf dieses Expertenurteil vertrauen. Es bleibt ihm auch, ehrlich gesagt, gar nichts anderes übrig, weil diese Auswahlmethode vielleicht nicht perfekt ist, aber immer noch um Längen besser als jede andere. 

George Kelly

Die Idee, dass wir Menschen Experten für uns selbst sind, stammt übrigens von George Kelly. Kelly geht davon aus, dass jeder von uns quasi wie ein Forscher durch sein eigenes Leben geht und Hypothesen darüber aufstellt, wie die Welt funktioniert, was wichtig ist im Leben, wofür es sich zu arbeiten lohnt und so weiter. Diese Hypothesen nennt Kelly „Personal Constructs“, und diese Hypothesen überprüfen wir unser Leben lang. Wen diese Idee genauer interessiert, ich habe in der 2. Staffel des Podcasts eine ganze Episode über Personal Constructs gemacht, nämlich Episode 6. Ein ganz spannendes Konzept, mit dem sich viel von dem erklären lässt, was wir in unserem Leben so tun oder nicht tun. 

Okay, Zwischenfazit: Wenn wir uns die Frage stellen: Wie sollen wir unsere Personal Projects auswählen?, dann ist erstmal die Antwort von Seiten der Personal Projects Forschung folgende: Welche Projekte du auswählen sollst, das weiß kein Mensch der Welt besser als du selbst. DU bist der Experte, und daher bist DU der einzige Mensch der Welt, der die richtige Auswahl treffen kann. 

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich hat dieser Gedanke, dass ich - und nur ich - der Experte meiner Personal Projects bin, ziemlich stark beeindruckt. Nämlich vor dem Hintergrund, dass wir uns ja oft wünschen würden, es gäbe da jemanden, der uns sagen würde, was wir tun sollen und was nicht. Irgend eine Instanz, die klar definieren würde, was wichtig ist in unserem Leben und was nicht. Irgendwelche Entscheidungskriterien, die uns helfen zu entscheiden, dass dieses eine Personal Project wichtiger ist als jenes andere.  

Aber das spielt es eben nicht. Wir selbst müssen diese Entscheidungskriterien entwickeln, und das dadurch, dass wir zu Er-Forschern von uns selbst werden und zu Experten darin, wie wir ticken. 

Und wie das in der Praxis bei mir ausschaut, dazu gleich mehr. 

Meine persönliche Antwort

Okay, also wir haben bisher gesagt: Wie du die Personal Projects auswählst, die für dich im Moment wichtig sind, das liegt allein an dir. Weil nämlich: DU bist der Experte für dich selbst, und du hast daher das allerbeste Wissen, um diese Entscheidung für dich zu treffen. 

So weit, so gut. Aber was bedeutet das für den Alltag unseres Projekts Leben? Wie setze ich das konkret um? 

Mich hat diese Frage erst vorgestern wieder beschäftigt. Ich habe mir vorgestern nämlich ein paar Stunden Zeit genommen und meine Personal Projects festgelegt, auf die ich mich in den nächsten Monaten konzentrieren will. Ich hab das ja schon öfters gesagt, ich habe für mich so ca. 300 Personal Projects identifiziert, und die Herausforderung war nun: Auf welche 20 oder 30 fokussiere ich mich in den nächsten Wochen? 

Ich bin bei der Auswahl auch irgendwie so vorgegangen wie ein Teilnehmer bei einer Personal Projects Analysis: Ich habe einfach intuitiv entschieden, in dem Vertrauen, dass ich schon irgendwie weiß, was wichtig ist und was nicht. Und so machen wir es ja auch i...
19 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Mit dieser Folge starte ich die siebente Staffel des Podcasts. Und für diese siebente Staffel habe ich mir ein Experiment vorgenommen, nämlich: Ich mache in dieser Staffel einen einzigen großen Buchclub. Und das Buch, das ich in dieser Staffel besprechen werde, ist „Personal Project Pursuit - Goals, Action, and Human Flourishing”. Es stammt aus dem Jahr 2007 und wurde herausgegeben von Brian R. Little, Katariina Salmela-Aro und Susan D. Phillips. 

Der aufmerksamen Hörerin, dem geneigten Hörer wird wahrscheinlich einer der Autoren bekannt vorkommen: Brian Little. Ich nenne ihn den Godfather der Personal Projects, und er ist der Begründer der Personal Projects Theorie, um die es ja in diesem Podcast im Grunde geht.

Naja, jedenfalls war der Plan - und das habe ich in der letzten Folge, am Ende der sechsten Staffel angekündigt -, dass ich dieses Buch lese und meine Learnings dafür in diesem Podcast für euch, meine lieben Hörerinnen und Hörer aufbereite. Damit ihr dieses Buch nicht auch lesen müsst, sondern ihr das Nützlichste einfach bei mir im Podcast anhören könnt. 

Na gut, zu Beginn ist vielleicht die Frage angebracht: Wie ist es mir mit diesem Personal Project, das Buch zu lesen,  gegangen?  

Naja, schlechter als gedacht, um ehrlich zu sein. Es ist ein wissenschaftliches Buch, das war mir von Anfang an bewusst, und es ist in Englisch geschrieben. Von da her war mir klar, dass das nicht so einfach werden würde. Aber WIE langsam ich weiterkommen würde, das habe ich dann doch unterschätzt. Ihr müsst euch das nämlich so vorstellen: Da gibt es Seiten im Buch, da steht in jedem Satz etwas super Spannendes drinnen. 

Die heutige Folge zum Beispiel, das ist im Buch nur eine einzige Seite. Aber die ist so dicht gefüllt mit Informationen, ein Wahnsinn. Und was dann noch dazu kommt: Wenn ich das lese, dann fallen mir selber noch zusätzlich Sachen dazu ein. Das heißt: Ich lese einen Satz, dann versuche ich ihn zu verstehen (nämlich wirklich zu verstehen) - und dann denke ich nach, was mir dazu noch einfällt, was der für mich bedeutet - und was er für das ganz praktische Personal Project Management bedeuten könnte. 

Insgesamt eine sehr spannende Sache, aber noch viel aufwändiger, als ich dachte. Aber das soll eure Sorge nicht sein. Das Projekt geht wie geplant über die Bühne: Diese siebente Staffel widmet sich meinen Learnings aus diesem Buch. Und in der heutigen Folge klären wir etwas ganz Grundsätzliches: Was ist eigentlich ein Personal Project? (Im Buch übrigens auf den Seiten 25 und 26). 

Fünf Punkte, die ein Personal Project ausmachen

Der eine oder andere Hörer wird sich jetzt vielleicht fragen: Was? Günter, das ist jetzt die 67. Podcast-Folge, und JETZT erklärst du, was ein Personal Project ist? Ist das nicht reichlich spät? 

Naja, das könnte man zwar so sehen, aber: Natürlich habe ich das auch schon früher erklärt, nämlich genauer gesagt in der allerersten Podcast-Folge. Insofern ist das hier keine Premiere. 

Aber mir ist ein anderer Aspekt viel wichtiger: Ich glaube, es tut uns allen gut, uns wieder mal „back to the roots” zu begeben und zwischendurch mal so eine grundsätzliche Folge zu machen. Sich mal wieder zu vergegenwärtigen, wie die Idee der Personal Projects eigentlich aus Sicht der Psychologie aussieht - und nicht nur aus Sicht des Managements, so wie ich den Schwerpunkt in diesem Podcast lege.  

Also, möchte ich euch in dieser Folge auf ein Blitz-Studium in Psychologie einladen und mit euch Punkt für Punkt klären, was genau ein Personal Project ist. Und es sind fünf Punkte, die wir da beachten müssen. 

Okay, legen wir los: Wie definiert Brian Little nun ein Personal Project? Er sagt, ich zitiere: „Personal Projects are extended sets of personally salient action in context.” Und das könnte man folgendermaßen übersetzen: „Personal Projects sind erweiterte Sets von persönlich herausragenden Handlungen in einem Kontext.” 

Ich bin mir nicht sicher, ob der Satz durch die Übersetzung klarer geworden ist. Ich wiederhole ihn nochmal: „Personal Projects sind erweiterte Sets von persönlich herausragenden Handlungen in einem Kontext.” 

Na gut, schauen wir uns das jetzt mal Punkt für Punkt an.  

1) „Personal Projects sind ERWEITERTE Sets von persönlich herausragenden Handlungen.” Was bedeutet nun dieses „erweitert”? 

Personal Projects sind Unternehmungen, die sich über einen längeren Zeitraum und/oder über weitere Räume erstrecken. Das ist etwas, das länger dauert - oder zumindest länger dauern kann.  

Nur ganz selten werden Personal Projects in einer ununterbrochenen Aktion erledigt. Meistens teilt sich das auf. Man arbeitet an einem Tag ein bisschen dran, dann macht man eine Pause, dann geht es an einem anderen Tag weiter. Mal ein paar Minuten, mal eine Stunde.  

Personal Projects erstrecken sich typischerweise über Stunden, manchmal über Tage, vereinzelt über Jahrzehnte. Und mit manchen Personal Projects wird man in seinem Leben gar nicht fertig. 

Das alles ist gemeint mit „erweitert”. 

2) Personal Projects sind erweiterte SETS von Handlungen

Das bedeutet, dass Personal Projects nur sehr selten aus einer einzelnen Handlung bestehen, sondern eher aus einem Bündel (also einem Set) von Handlungen, die miteinander verwoben sind.  

So wie in einem echten Projekt gibt es nächste Schritte, übernächste Schritte, Zwischenschritte, Zwischenziele, Projektziele, Zwischenergebnisse, Projektergebnisse und so weiter.  

Personal Projects sind also in den allermeisten Fällen „work in progress”, wo ein Teil erledigt ist und ein anderer Teil noch fehlt. Meiner Erfahrung nach ist meistens der größere Teil der, der noch fehlt... 

Was noch dazu kommt: Für Außenstehende ist nicht immer klar erkennbar, dass und wie diese zusammengehörenden Handlungen miteinander verbunden sind. Als Außenstehender ist nicht immer klar, was genau eine konkrete Handlung für das Projekt bringen soll. Denken wir zum Beispiel an eines meiner Lieblings-Personal Projects: Eine Hochzeit planen. Wer selbst noch nie durch die Freuden und Schmerzen dieses Projekts gegangen ist, kann gar nicht verstehen, was da alles zu tun sein könnte. Aber selbst wenn man schon Hochzeits-erfahren ist, kann es gut sein, dass man so manches nicht nachvollziehen kann, das ein anderes Paar bei ihrer Hochzeitsplanung tut oder nicht tut.  

Das heißt, diese Sets, dieses Bündel an Handlungen, das ist nicht immer gleich - selbst wenn es sich um ähnlich gelagerte Projekte wie eine Hochzeit handelt. Gut möglich, dass es sogar noch nie zwei Hochzeiten gegeben hat, die genau das gleiche Set an Handlungen gehabt haben.  

3) Personal Projects sind „persönlich herausragend”. 

Der psychologische Fachbegriff dafür lautet „salient”. Salient bedeutet, dass es für einen Menschen hervorstechend ist, also eine besondere Bedeutung hat. 

Umgelegt auf Personal Projects bedeutet das: Aus dem unendlichen Feld der Möglichkeiten, was wir in unserem Leben tun könnten, stechen die Personal Projects heraus. Damit ein Projekt für einen Menschen überhaupt zu einem Personal Project werden kann, muss es für diesen Menschen salient sein. Mit anderen Worten: Es darf diesem Menschen nicht vollkommen am A… vorbei gehen.  

Wenn jemand z.B. für die Jagd nichts übrig hat, dann ist es höchst unwahrscheinlich, das...
12 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Diese Folge ist bereits das Staffelfinale dieser 6. Staffel von [Projekt: Leben]. In dieser Folge möchte ich wie in jedem Staffelfinale einen kurzen Rückblick auf die abgelaufene Staffel machen, einen Ausblick auf die kommende 7. Staffel geben und dazwischen auch einen kurzen Blick hinter die Kulissen des Podcasts werfen.

Rückblick

Worum ist es denn in dieser 6. Staffel von [Projekt: Leben] gegangen? Naja, das Überthema war „Personal Project Management”, also die Idee, mal ein bisschen genauer hineinzuleuchten in das konkrete Management unserer Personal Projects. 

Begonnen habe ich in der ersten Episode mit der Frage, ob sich unser Leben überhaupt managen lässt - also überhaupt mal zu schauen, ob es nicht eigentlich völlig sinnlos ist, sowas wie Personal Project Management machen zu wollen, weil das Leben ohnehin kommt, wie es kommt. Wenig überraschend habe ich da ein bisschen eine andere Sicht, und das habe ich in dieser ersten Folge erklärt. 

In der zweiten Folge ging es dann um das „Warum” deiner Personal Projects. Für mich ist das Warum DIE zentrale Frage, die wir Personal Project Manager beantworten müssen, bevor wir mit einem Projekt überhaupt starten. Warum will ich mir das überhaupt antun? Worum geht es mir dabei, was soll dabei raus kommen? 

Und wenn wir das Warum geklärt haben, dann reicht es meistens, den nächsten Schritt des Projektes zu definieren. Und genau darum, um den nächsten Schritt, ging es in der dritten Folge.  

Die vierte Folge beschäftigte sich dann mit Projekten, die etwas mehr Planung brauchen, und da habe ich die Methode der „natürlichen Projektplanung” vorgestellt, mit der sich auch umfangreichere Projekte sehr intuitiv in den Griff bekommen lassen. 

Die Folgen fünf und sechs waren dann dem Controlling unserer Personal Projects gewidmet. Zuerst habe ich versucht zu erklären, warum das Controlling unserer Personal Projects so wichtig ist, und dann habe ich einen Einblick gegeben, wie ich selbst ganz konkret strategisches und operatives Controlling in meinen eigenen Personal Projects mache. 

Folge sieben war dann ein Philosophicum, wo ich über den Unterschied zwischen simplen, komplizierten, komplexen und chaotischen Projekten philosophiert habe.  

In Folge acht gab’s ein Interview mit Gernot Schwendtner, mit dem ich darüber gesprochen habe, was wir Personal Project Manager von Start-ups lernen können. 

In der Folge der vorigen Woche, Folge neun, habe ich mit Martin Schmidt einen Buchclub abgehalten, wo wir dieses Mal eine Podcast-Miniserie von Jesta Phoenix besprochen haben, nämlich zum Thema: Warum du wirklich bei deinen Projekten nicht weiter kommst.  

Ja, und mit dieser heutigen Folge, dem Staffelfinale, ist diese sechste Staffel auch schon wieder komplett. 

Okay, das mal als kurzer Rückblick. Wenn du die eine oder andere Folge noch nicht gehört haben solltest, hier meine Einladung, die gerne noch anzuhören. Ich denke, es lohnt sich für dich. 

Wie geht es denn eigentlich dem Podcast?

Ich werde ja immer wieder mal gefragt, wie es mir mit dem Podcast geht und wie viele Hörer ich habe und so weiter. 

Zuerst mal: Mir geht es mit dem Podcast super. Mit der heutigen Folge habe ich 66 Episoden produziert, und mir macht das wirklich viel Spaß. Die Ideen und Themen gehen mir noch lange nicht aus, und so gesehen kann’s noch viele weitere Folgen von [Projekt: Leben] geben. 

Was die Hörerzahlen betrifft… Im letzten Staffelfinale habe ich ja gesagt, ich hatte bisher knapp 5.000 downloads meines Podcasts. Und darauf war ich schon mächtig stolz. Aber jetzt stellt euch vor: Seither, also seit April 2019, das heißt in den letzten drei Monaten, sind nochmals fast 2.000 downloads dazu gekommen. 2000! Für mich ist das unglaublich. So viele Menschen hören meinen Podcast! Insgesamt sind es schon fast 7.000 downloads. Also, das hätte ich mir nie gedacht. Damit hätte ich nie gerechnet. 

Daher an dieser Stelle auch dir, liebe Hörerin, lieber Hörer, ein ganz, ganz herzliches Dankeschön, dass du mir dein Ohr leihst, und das immer und immer wieder. Du machst mir damit eine wirklich große Freude, das kann ich dir sagen. 

Okay, in other news.. 

Podcast Helden Konferenz

Jedes Jahr so Mitte Mai findet in Düsseldorf die Podcast Helden Konferenz statt. Die wird von Gordon Schönwälder organisiert, und das ist ein super Treffpunkt, um andere Podcaster kennenzulernen und auch neue Inspirationen für den eigenen Podcast zu bekommen. Ich war auch heuer wieder dabei, zum zweiten Mal bereits, und diesmal habe ich dort sogar einen kleinen Workshop gehalten.  

Der Workshop war zum Thema „Didaktik für Podcaster”. Weil ich ja vom Beruf Trainer bin - was heißt Beruf, das ist schon mehr eine Berufung -, habe ich mir mal überlegt, wie man mit Ideen aus Didaktik und Pädagogik einen Podcast noch besser gestalten kann. Einiges davon ist auch in diesem Podcast umgesetzt, sozusagen unter der Motorhaube, und in meinem Workshop habe ich 10 Tipps gegeben, was man didaktisch so an seinem Podcast verbessern könnte.  Klicke hier zum Anhören

Gordon Schönwälder hat diesen Workshop und alle anderen als einen eigenen Podcast herausgebracht. 

Übrigens ist da auch ein Workshop von Jesta Phoenix dabei, wo sie auch über das Thema „Warum du wirklich bei Projekten nicht weiterkommst” spricht. Hier der Link.

Ausblick auf die 7. Staffel

So, zum Abschluss: Wie geht es weiter mit [Projekt: Leben]? 

Zunächst mal geht der Podcast in eine Sommerpause. Das heißt, bis Anfang September gibt es keine neuen Podcast-Folgen. Das gibt erstens mir ein bisschen Zeit zum Durchschnaufen, und vielleicht auch der einen oder anderen Hörerin oder Hörer die Möglichkeit, ein paar ältere Folgen nachzuhören, die sie vielleicht noch nicht gehört haben. Die älteren Podcast-Folgen sind übrigens wie guter Wein: Die werden mit der Zeit immer besser! :) 

Aber ernsthaft: Wenn du magst, dann hört dir gerne ein paar Folgen aus dem Archiv an. Und wenn du schon alle meine Folgen gehört haben solltest, dann gebührt dir erstens die goldene [Projekt: Leben] Medaille und zweitens habe ich die Erfahrung gemacht, dass es manchmal echt sehr inspirierend ist, die Lieblingsfolgen auch...
17 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Wir haben heute wieder eine Ausgabe unseres allseits beliebten Buch-Clubs. Das wird besonders meine Hörerinnen und Hörer auf Spotify freuen, denn dort sind diese Buchclub-Folgen besonders beliebt. Und bei mir zu Gast ist wie immer - Martin Schmidt.

Wobei, wenn wir ganz ehrlich sind… das ist heute gar kein richtiger Buchclub, sondern eher sowas wie ein Podcast-Club. Oder ein Hörbuch-Club. Denn heute starten wir ein kleines Experiment und probieren was Neues.

Also, wir sprechen heute über eine Podcast-Miniserie mit dem Titel: Warum du wirklich bei Projekten nicht weiterkommst.  

Was kann man sich da drunter vorstellen? Naja, das sind vier zusammenhängende Podcast-Folgen, jede so ca. 20 Minuten lang, aus einem Podcast, der heißt „Slow Business Coach” und wird gemacht von Jesta Phoenix. Jesta nennt den Podcast einen „Podcast für visionäre Pragmatiker”, und insgesamt gibt es schon über 60 Folgen. 

Martin und ich, wir haben uns diese vier Folgen angehört und tun mal so, als wäre es ein Buch, das wir da zu besprechen haben. Wie gesagt, in Wirklichkeit ist es aber was zum Anhören. 

#1: Inhalt: Worum geht es in diesen Podcasts?

Die Podcast-Serie beschäftigt sich mit der Erörterung der Frage, warum man bei Projekten nicht weiterkommt. Dabei hat Jesta Phoenix vier Hauptkomponenten herausgearbeitet und sie jeweils in eine eigene Podcast-Folge verpackt:

Du und die Struktur: Wenn ich nur eine ordentliche Struktur hätte. Wenn ich nur endlich ein gescheites To-Do-System hätte. Du und die Disziplin: Hach, ich müsste einfach nur in die Puschen kommen... Du und die Zeit: Wenn ich nur Zeit hätte, dann würde ich... Du und die Erlaubnis: Wir suchen nach Erlaubnis im Außen, wenngleich die Erlaubnis nur von Innen kommen kann. 

Der Sinn des Podcastes ist, die missverstandenen bzw. die wahren Gründe für das Nicht-Weiterkommen herauszufinden. Jesta Phoenix hat in ihren Coachings die Erfahrung gemacht, dass die meisten ihrer Klienten und Klientinnen am Anfang ganz andere Gründe nennen, als zum Ende der Analyse. 

Martins Bewertung: Man merkt Frau Phoenix an, dass sie weiß, wovon sie spricht und auch großen Praxisbezug zum Thema hat. Die Inhalte sind sehr interessant. Hier tue ich mir heute ein wenig schwer mit Schulnoten. Irgendetwas im Bauch hält mich davon ab, die Bestnote zu geben, kann es aber gar nicht so genau erklären, warum. Aber auch das ist ja eine wichtige Aussage in diesem Podcast: seinem Bauchgefühl zu vertrauen. Das mache ich jetzt einmal und gebe die Note 1-2. 

Günters Bewertung: Was Jesta Phoenix sagt, hat Hand und Fuß. Mir gefällt auch sehr , dass Jesta ein bisschen einen psychologischen Ansatz hat. Note: 1

#2: Verständlichkeit

Jesta Phoenix hat eine angenehme Stimme und ihre Sprechgeschwindigkeit ist auch so, dass man den Inhalten gut folgen und nicht immer „gedanklich hinterherhetzen“ muss. Es ist sehr angenehm, ihr zuzuhören.

Jede einzelne Folge ist gut strukturiert und bringt sowohl theoretische Background-Informationen zum Thema als auch praktische Werkzeuge und Übungen, das Ganze gleich in die Praxis umzusetzen. 

Martins Bewertung: Ich hätte jetzt ehrlich gesagt keine Idee, wie man den Podcast noch verständlicher aufbereiten hätte können. Daher gibt es hier auch ein klares „Sehr gut“ von mir. 

Günters Bewertung: Da gibt es nichts auszusetzen. Note: 1

#3: Nützlichkeit und Learnings für Personal Projects

Es sind einige konkrete Dinge dabei, die man sofort umsetzen kann, wie beispielsweise die 6-Hüte-Methode von Edward de Bono oder die Motivationstypologie von Gretchen Rubin. 

Man muss natürlich sagen: Über dieses Thema kann man fast endlos sprechen, und es wären wahrscheinlich auch locker möglich gewesen, 20 oder 30 Podcast-Folgen mit interessanten Inhalten zum Thema zu füllen. In diesen vier Folgen wurden aber wirklich wesentliche Dinge herausgearbeitet und auch alles gut auf den Punkt gebracht.

Einige konkrete Learnings zum Mitnehmen:

Hol dich da ab, wo du bist. Nimm die Struktur, Werkzeuge, Gewohnheiten, die du eh schon hast. Da bist du eh schon nah dran am Perfekten. Beobachte dich und entwickle das weiter. Du wirst langfristig nur dem folgen, was dir gut tut. „Eigentlich müsste ich nur machen…” - Ja, wenn es so einfach wäre, dann hättest du es schon gemacht! „Ich glaube nicht an Disziplin als Allheilmittel. Manchmal hat der Schweinehund auch recht.” Manchmal ist der Schweinehund auch ein guter Wachhund. Der notwendige nächste Schritt kann auch eine Auszeit sein: „Auszeit ist einfach das Gegenteil dessen, von dem du gerade zu viel hast.” (Gerade jetzt für den Sommer vielleicht ein guter Tipp!) „Welche Erlaubnis brauchst du, um das Projekt in die Welt zu bringen?" 

z.B. die Erlaubnis, Angst zu haben; es unperfekt zu machen; es auf meine Art zu machen... 

Diese Erlaubnis kann dir niemand von außen geben... 

Projekte als Experimente sehen 

Siehe auch das Philosophicum Folge über komplexe Projekte

Martins Bewertung: Die vorgestellten Werkzeuge und auch der theoretische Background haben mich auf jeden Fall wieder ein wenig schlauer gemacht. Viel mehr ist in dieser kurzen Podcast-Serie auch nicht möglich. Darüber hinaus gibt es ja auch noch Shownotes zu jeder einzelnen Folge, in der man das Wissen anhand der angeführten Links auch noch vertiefen kann. Insgesamt also auch hier für mich ein „Sehr gut“. 

Günters Bewertung: Ich beschäftige mich jetzt wirklich intensiv mit allem rund um Personal Projects und auch mit Selbstmanagement, und dennoch habe ich einige wirklich gute und inspirierende Anregungen bekommen. Also, das hat schon Hand und Fuß! Über die vier Folgen hin ist es vielleicht ein bisschen redundant. Andererseits: Man soll die Folgen ja auch einzeln hören können, ohne die anderen gehört haben zu müssen. Von da her ist das schon okay. Note: 1 

 #4: Wow-Faktor und Empfehlungs-Faktor

Martins Bewertung: Ich kann mir vorstellen, dass das Thema nicht jeden fesselt. Für alle, die ihren Projekt-Schweinehunden allerdings ein wenig auf den Zahn fühlen wollen, kann man eine klare Empfehlung aussprechen. Der Wow-Faktor ist bei mir dennoch ein wenig ausgeblieben. Dafür war mir die ganze Serie dann vielleicht auch ein wenig zu unspektakulär. Das ist jetzt auch vielleicht ein wenig ungerecht, weil die Nüchternheit und Sachlichkeit dem Podcast inhaltlich auch gut tut. Damit ich zum Stammhörer von Frau Phoenix werde, fehlt aber ein wenig die „Action“. 

Günters Bewertung: Ich empfehle den Podcast! Wenn nur alle Podcasts so wären! Diese Podcast-Miniserie ist sehr nah an dem, was ich mir auch denke. Das passt sehr gut zum Personal Project Management Ansatz, da schwimmen wir auf einer Wellenlänge. Ich muss aber dazu sagen: Ich habe aber noch nicht viele andere Podcast-Folgen von Jesta Phoenix gehört. Kann daher nicht für den Podcast an sich sprechen. Dennoch: Hört euch das ruhig an und schaut mal, ob euch das gefällt. Und wenn, dann abonniert den Podcast, Jesta wird sich freuen. Note: 1

Wen das Thema "Sel...
22 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Diese Folge ist ein Interview mit Gernot Schwendtner. Gernot ist nicht nur ein cooler Typ und lieber Freund, sondern auch ein Experte, was Start-ups betrifft. Mit seinem Unternehmen weGrow berät er Start-ups in Sachen Wachstum. Er lebt und arbeitet in Amsterdam, wo es von Start-ups nur so wimmelt.

Gemeinsam mit Gernot gehe ich in dieser Folge der Frage nach: Was können wir Personal Project Manager davon lernen, wie Projekte in Start-ups gemanagt werden?

Ein spannende Punkte aus dem Interview mit Gernot Schwendtner:

Start-ups arbeiten sehr "dynamisch". Das bedeutet: Vieles ist möglich, aber alles ist ungewiss. Man arbeitet und entscheidet ins Ungewisse hinein.Sprint = Man fokussiert kurzfristig die Ressourcen auf ein bestimmtes Problem/Projekt, bis es gelöst ist. Und dann erst kommt das nächste dran. OKR = Objectives and Key Results = Man nimmt sich nicht nur ein Ziel vor, sondern stellt auch ein konkretes Ergebnis (key result) dahinter, das erreicht werden soll. Anhand dieses key results lässt sich auch messen, ob man das Ziel erreicht hat. Stretch Goals = Sehr ambitionierte Ziele, für die man sich ziemlich anstrengen („strecken”) muss, damit man sie erreicht. 100% zu erreichen, ist bei Stretch Goals meist gar nicht möglich. Aber auch 80% bringen einen schon sehr weit.Nur 0,4% aller Start-ups schaffen es, wirklich groß zu werden. Als Start-up muss man also damit leben können, Fehler zu machen und auch zu scheitern. Hauptsache, man lernt daraus.Bei der Planung in Start-ups hilft das Denken in "three horizons" (= drei Horizonte): Schauen, dass das aktuelle Geschäft möglichst glatt und ertragreich läuft.Gleichzeitig: Neue Produkte entwickeln, die mittelfristig Umsatz bringen sollen. Ideen und Visionen für die fernere Zukunft entwickeln.

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17 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Diese Folge ist wieder mal ein Philosophicum. Ein Philosophicum ist bei mir immer eine Folge, wo ich, wie der Name schon sagt, ein bisschen philosophieren will und ein bisschen in die Tiefe gehen will. Das ist dann vielleicht eine Folge, wo es weniger praktische Tipps und Tricks zum Mitnehmen für dich gibt, aber dafür nehmen wir uns die Zeit, gemeinsam nachzudenken über unser Leben und unsere Personal Projects, mit denen wir dieses Leben ausfüllen. 

Und in diesem Philosophicum geht es um simple, komplizierte, komplexe und chaotische Personal Project. Genauer gesagt geht es darum: 

Was der Unterschied ist zwischen einem simplen, einem komplizierten, einem komplexen und einem chaotischen Projekt und wie wir mit solchen Projekten jeweils umgehen sollten und welche Strategien in diesen Projekten jeweils sinnvoll sind. 

Ich denke, das könnte ganz spannend werden. Möge die Übung gelingen! 

Zuerst mal: Die Idee zur Unterscheidung zwischen simplen, komplizierten, komplexen und chaotischen Projekten habe ich vom so genannten Cynefin (sprich Kjunefin) Modell. Dieses Modell kommt eigentlich aus der Systemtheorie und beschreibt verschiedene Systeme. Es wurde vom Wissenschaftler David Snowden und der Beraterin Mary E. Boone entwickelt und ist eigentlich dafür gedacht, Führungskräften dabei zu helfen, die richtigen Entscheidungen in den jeweils unterschiedlichen Situationen zu treffen. 

Als ich dieses Modell gesehen habe, habe ich mir sofort gedacht: Günter, das passt auch super zu Personal Projects. Daraus musst du unbedingt eine Podcast-Folge machen. Naja, und hier ist sie!

 1. Simple Projekte

Simple Projekte sind Projekte, die durch einfache wenn-dann-Beziehungen gekennzeichnet sind. Das heißt, das sind Projekte, wo du sehr zuverlässig sagen kannst: Wenn ich das mache, dann wird das geschehen. 

Also zum Beispiel: Ein Projekt wie „Urlaub planen”. Das ist - normalerweise zumindest - ein simples Projekt. Da gibt es eine Liste von Aufgaben, die zu erledigen sind, aber jede für sich ist ziemlich simpel: Wenn du z.B. auf ein Reiseportal im Internet gehst und dort Urlaubsdestination und Datum eingibst, dann wirst du Vorschläge bekommen. Also eine ganz eindeutige wenn-dann-Beziehung. Wenn du dort was buchen willst, wirst du mit Kreditkarte bezahlen können - oder müssen. Wenn du mit Kreditkarte bezahlt hast, wird das Hotel für dich zum Wunschtermin ein Zimmer frei haben. Wenn du keine zusätzliche Reiseversicherung buchst, wirst du im Schadensfall keine Versicherungsleistung bekommen. Und so weiter, und so fort.

Ein simples Projekt kann also aus einer Vielzahl von einzelnen Arbeitsschritten bestehen. Aber jeder einzelne Schritt hat eine ganz einfache Struktur: Wenn du das und das machst, wird das und das geschehen. Wenn du das und das nicht machst, wird das und das nicht geschehen. Also jeder einzelne Schritt für sich ist relativ simpel. Die Menge an notwendigen Schritten kann das Projekt zwar anstrengend machen, aber mit ein bisschen Ruhe und Konzentration solltest du jeden einzelnen der Schritte selber bewältigen können. Deshalb brauchen viele Menschen, Dank des Internets, heute kein Reisebüro mehr für die Buchung ihres Urlaubs.

Andere Beispiele für simple Projekte wären Projekte wie „Endlich mein Fahrrad reparieren” oder „Die Prüfungen meiner Schüler korrigieren” oder auch „Beim Kasperltheater im Kindergarten meines Sohnes mitspielen”. Diese Projekte sind zwar mehr oder weniger aufwendig, aber von ihrer Struktur her, von dem, wie das Projekt insgesamt ablaufen wird, sehr überschaubar und auch vorhersehbar. Wir haben intuitiv einen recht guten Plan davon, wie wir vorgehen müssen - nicht zuletzt, weil wir von ähnlichen Projekten, die wir im Laufe unseres Lebens gehabt haben, wissen, wie man solche Projekte angeht - und wie besser nicht.

Die Mehrzahl unserer Personal Projects sind simple Projekte. Gott sei Dank, wie wir sehen werden. Denn bei den nächsten Projekten wird es schon kompliziert.

 2. Komplizierte Projekte

Und damit sind wir auch schon bei den komplizierten Projekten. Was macht ein Projekt zu einem komplizierten Projekt?

Naja, in erster Linie die Tatsache, dass man zur Erledigung dieses Projekts Expertenwissen braucht. Und wenn man es selbst nicht hat, dann muss man sich für komplizierte Projekte Berater oder Helfer dazu holen, weil man es alleine nicht bewältigen kann.

Ein Beispiel für ein kompliziertes Personal Project wäre „Wir bekommen ein Baby”. Überleg dir mal, wie viele Experten mit ihrem Expertenwissen rund um die Geburt, von der Feststellung der Schwangerschaft bis zum Verlassen des Krankenhauses, an diesem Projekt mitarbeiten. Das sind unglaublich viele! Da ist z.B. die Gynäkologin, die Hebamme, die Krankenschwestern, die Beamten am Standesamt, die unzähligen Ratgeberbücher rund um die Geburt, da gibt es Geburtsvorbereitungskurse, da bekommt man Ratschläge und Tipps von den Eltern und von den Schwiegereltern und von Freunden und von wildfremden Menschen. Also eine Menge Menschen, die ihr Expertenwissen ins Projekt einbringen, weil man selbst, als werdende Eltern, gar nicht das ganze Wissen hat, das nötig wäre, um dieses Projekt zu bewältigen. Man wird zwar mit jeder weiteren Schwangerschaft immer kompetenter, und das Projekt wird weniger kompliziert - das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, beim zweiten Kind ist man schon viel entspannter als beim ersten - aber trotzdem: Auch bei der fünften Schwangerschaft wird man noch immer Expertenhilfe brauchen, weil das Projekt „Wir bekommen ein Baby” immer kompliziert bleiben wird.

Komplizierte Projekte lassen sich also nur dadurch lösen, dass wir uns jene Kompetenzen und jenes Wissen dazu holen, das wir selbst nicht haben, um das Projekt erfolgreich abzuschließen. Andere komplizierte Projekte wären zum Beispiel „Bei den Eltern ausziehen und die erste eigene Wohnung suchen” oder „Mein Testament machen”. Alle Dinge, die wir zum ersten Mal machen und die sehr starke Auswirkungen auf unser weiteres Leben haben werden, sind tendenziell kompliziert - aber noch nicht notwendigerweise komplex.

Womit wir auch schon bei der nächsten Kategorie wären.

 3. Komplexe Projekte

Wir haben ja gesagt, dass uns bei komplizierten Projekten das Wissen oder die Kompetenz fehlt, um selbst das Projekt zum Erfolg zu bringen. Deswegen müssen wir uns Experten dazu holen. Aber wenn wir das tun, dann haben auch komplizierte Projekte eine sehr hohe Chance, gut über die Bühne zu gehen. Weil die Experten ja wissen was sie tun. Man könnte auch sagen: Für eine Hebamme, die einige Jahre im Geschäft ist, ist eine Geburt kein kompliziertes, sondern wahrscheinlich ein ziemlich simples Projekt. Zumindest die allermeisten Geburten. Daher können wir uns bei komplizierten Projekten ziemlich gut darauf verlassen, dass wenn wir tun, was die Experten sagen, das Projekt einen guten Abschluss finden wird.

Bei komplexen Projekten ist das anders. Komplexe Projekte haben so viele Variablen, so viele Ungewissheiten, dass es nicht mehr möglich ist vorauszusagen, was passiert, wenn wir das oder das tun. Und auch Experten helfen uns dabei nicht mehr. Bei komplexen Projekten kann dir einfach niemand sagen, was passieren wird, wenn du etwas tust oder etwas nicht tust. 

Ein Beispiel für ein komplexes Projekt ist „Mein eigenes Unternehmen gründen”. Das ist mehr als kompliziert, das ist komplex. Weil dir bei so einem Projekt niemand im Vorhinein sagen kann, was du tun sollst, damit du Erfolg hast. Der Erfolg deine...
16 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Diese Folge ist die Fortsetzung zur letzten Folge, in der es um Personal Project Controlling gegangen ist - was das eigentlich ist und wofür das aus meiner Sicht gut ist.

In der heutigen Folge möchte ich diesen Gedanken noch ein bisschen weiterspinnen und euch erzählen, wie ich persönlich ganz konkret Personal Project Controlling in meinen Personal Projects umsetze. Dabei werde ich dir auch den Unterschied erklären zwischen strategischem Controlling und operativem Controlling.

Strategisches und operatives Controlling - echt jetzt?

Zuerst mal muss ich was ansprechen, das ich immer wieder mal höre. Ich bin ja vom Beruf her Trainer für Betriebswirtschaft. Und Menschen, die das wissen und mich kennen, für die stehe ich so ein bisschen im Verdacht, ein bisschen unlocker zu sein und ab und zu dabei zu übertreiben, wenn ich Managementwissen auch auch mein Privatleben umlegen will.  

Und ich denke, so könnte es auch in dem Fall sein: Der Gedanke, in seinem Leben strategisches und operatives Controlling zu machen… ich könnte mir vorstellen, dass der mitunter, naja, sagen wir, Skepsis auslöst. Schieße ich da nicht etwas über das Ziel hinaus? Ist es wirklich notwendig, sein Leben so zu verwirtschaftlichen und zu vermanagen? 

Berechtigte Frage. Ich habe folgende Antworten drauf: 

Natürlich ist das nicht notwendig. Was ist schon wirklich notwendig im Leben? Du kannst selbstverständlich auch Glück und Zufriedenheit finden, wenn du kein strategisches oder operatives Controlling in deinen Personal Projects machst. Aber ich halte Folgendes dagegen: Das Ziel meines Podcasts - und warum ich diesen Podcast überhaupt mache - ist ja, dass ich euch die Managementtechniken „aus der Wirtschaft” vorstelle, die aus meiner Erfahrung - und das ist wichtig: aus meiner eigenen persönlichen praktischen Erfahrung, also nicht nur theoretisch - die eben aus meiner Erfahrung echt nützlich sind. Und ich denke mir: Wenn sie für mich nützlich sind, sind sie das vielleicht auch für meine Hörerinnen und Hörer. Und in diesem Fall, wo es um strategisches und operatives Controlling geht, kommt noch etwas dazu, was typisch ist für die Betriebswirtschaftslehre: Die BWL geht sehr häufig her und nimmt Dinge des Alltagslebens, die einem eigentlich eh der gesunde Hausverstand sagen würde, und gibt diesen Dingen dann komplizierte Namen und verwissenschaftlicht das dann. Das findet man sehr häufig in der BWL. Daher: Dieses Konzept von strategischem und operativem Controlling stelle ich euch in dieser Folge nicht deswegen vor, weil ich so ein Freak bin und Spaß daran habe, mein Leben zu ver-BWL-isieren. Sondern es ist genau umgekehrt: Etwas, das im Alltag sehr nützlich ist, hat Einzug in die BWL gefunden. Dort hat es dann ein paar lateinische Fachbegriffe als Namen bekommen, dort klingt es ein bisschen komplizierter, ... aber es ist immer noch das gleiche praktische und alltagstaugliche Prinzip. Und dieses nützliche Prinzip möchte ich euch heute hier vorstellen. 

Was ist der Unterschied zwischen strategischem und operativem Controlling?

 „Strategisch”, das bedeutet so viel wie langfristig. Da geht es um das große Ganze, da betrachten wir einen Zeitraum ab einem halben Jahr bis hin zu 2, 3 Jahren. Da geht es um die langfristige Perspektive, unsere langfristigen Pläne, Ziele und Träume. 

„Operativ” bedeutet hingegen, dass wir uns um die alltäglichen, sehr praktischen Dinge kümmern. Also da geht es um das „daily busines”. Beim operativen Controlling schauen wir also, dass das, was wir jeden Tag so tun, möglichst rund läuft. 

Okay, das mal zum Unterschied zwischen strategisch und operativ. Schauen wir uns beide jetzt noch genauer an und beginnen wir mit dem strategischen Controlling. 

Strategisches Controlling meiner Personal Projects 

Beim strategischen Controlling unserer Personal Projects geht es also um unsere längerfristige Perspektive. Es geht darum zu entscheiden, welche Strategie wir für unsere Personal Projects haben wollen - sagen wir für das nächste halbe Jahr oder Jahr. 

Und dabei geht es im Grunde um eine einzige Frage, und zwar: Welche Personal Projects sind im nächsten halben Jahr für mich wichtig und relevant - und, vielleicht noch wichtiger: Welche nicht? Es geht also darum, eine Auswahl zu treffen: An welchen Projekten will ich aktuell arbeiten? Und das strategische Controlling sorgt dann dafür, dass wir diese Auswahl dann auch möglichst gut einhalten. 

Wie sieht das konkret bei mir aus. Naja, ich habe, das habe ich schon öfter gesagt, aktuell so ca. 300 Personal Projects. Es ist wahrscheinlich klar und logisch, dass ich nicht an 300 Projekten gleichzeitig arbeiten kann. Also muss ich eine Auswahl treffen. Und wie mache ich das? Ich wähle nach dem Pareto-Prinzip aus. Das Pareto-Prinzip besagt in dem Fall, dass du mit 20% deiner Personal Projects 80% deines aktuellen Lebens gemanagt bekommen wirst. Konkret heißt das für mich: Ich suche mir die 60 Projekte heraus, an denen ich in den nächsten paar Monaten arbeiten möchte. Und der Rest? Der bleibt „on hold”. Ja, an 240 meiner 300 Projekte arbeite ich zur Zeit überhaupt gar nicht. 

Anders würde das gar nicht gehen. Weil: Zu viele Projekte bedeutet: Es geht insgesamt nichts weiter, weil sich die Energie einfach auf zu viele Projekte verteilt. Wobei sich natürlich auch argumentieren lässt: 60 Projekte sind auch schon sehr viel. Stimmt wahrscheinlich. Aber weniger geht momentan nicht... bilde ich mir halt ein.   Jedenfalls, ca. Alle 3 Monate nehme ich mir einen Vormittag Zeit und gehe mit mir in Klausur. Dafür gehe ich gerne aus dem Haus. Ein Ortswechsel öffnet den Blick auf das Wesentliche und hilft mir, festgefahrene Gedankenautobahnen zu verlassen. Ich schaue mir dann die Liste mit allen meinen Projekten durch und wähle die 20% der Projekte aus, an denen ich in den nächsten Monaten arbeiten will - oder muss. Diese Projekte sind dann meine Fokus-Projekte für die nächsten drei Monate. Und bei dieser Auswahl bleibe ich dann auch - so gut ich kann. Bis zur nächsten Vormittags-Klausur soll ich an dieser Auswahl möglichst nicht rütteln. 

Das bedeutet: „Neue” Fokus-Projekte darf ich erst bei der nächsten Klausur wieder „annehmen\". Jedes neue Personal Project muss also bis zur nächsten Klausur warten, wo ich dann entscheide, ob es mir wichtig genug ist, dass ich mich wirklich intensiver darum kümmere. So zumindest die Idee. Natürlich: Das Leben passiert einfach und kümmert sich nicht um meine 3-Monats-Frist. Da kommt immer wieder mal plötzlich was dazu, eh klar. Aber zumindest versuche ich, nicht auch noch aktiv zu diesem Projektzuwachs beizutragen. Diese Wartezeit hat nämlich den Vorteil, dass ich mich nicht so leicht von spontanen Projekten ablenken lasse, die zwar im Moment gut klingen, bei denen aber schon nach kurzer Zeit meine Begeisterung wieder nachlassen würde. 

Das wäre also mein strategisches Projektcontrolling. Ich versuche dabei, bei meiner strategischen Auswahl von Fokus-Projekten zu bleiben und immer darauf zu achten, dass ich mich nicht selbst mit Projekten zumülle. Keine kleine Herausforderung, kann ich euch sagen. 

So, und wie funktioniert jetzt mein operatives Projektcontrolling? 

Operatives Controlling meiner Personal Projects 

Wie gesagt, es geht beim operativen Controlling darum zu schauen, dass die Fokus-Projekte, die ich im strategischen Controlling ausgewählt habe, auch wirkl...
15 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

In der letzten Folge habe ich ja über die „natürliche Planung” gesprochen, also was man tun kann, wenn wir es mit aufwendigeren Personal Projects zu tun haben, wo es sich wirklich auszahlt, dass wir uns wirklich so etwas wie einen Projektplan überlegen. Und da ist die so genannte natürliche Planung eine Herangehensweise, die aus meiner Sicht intuitiv ist, aber auch super Ergebnisse liefert - zumindest für mich. 

Heute möchte ich einen Schritt weiter gehen und über das Controlling unserer Personal Projects reden. Und das möchte ich in zwei Teilen tun.  

In der heutigen Folge werde ich dir erzählen, was Projektcontrolling ist und warum es aus meiner Sicht essentiell für Zufriedenheit und Glück in unserem Leben ist. Und in der nächsten Folge werde ich dir dann einen Blick hinter meine Kulissen geben und dir erzählen, wie ich persönlich ganz konkret Projektcontrolling bei meinen eigenen Personal Projects umsetze. 

Was ist eigentlich Projektcontrolling?

Ihr müsst euch das ungefähr so vorstellen: Vorige Woche habe ich eine Abschlussprüfung beaufsichtigt, an einer Fachhochschule in Wien. Ich weiß nicht, wer von euch das schon mal gemacht hat, aber man kann sich das ungefähr so vorstellen: Du bist da in einem ziemlich großen Hörsaal, so mit aufsteigenden Reihen, wie in einem Auditorium. Und da drinnen sitzen, mehr oder weniger gut verteilt, 60 Studentinnen und Studenten. Die sind nervös und voller Erwartung, dass sie nun endlich los legen können. Du teilst ihnen die Prüfungen aus, und sofort beginnt hektische Betriebsamkeit. Jeder Einzelne von den Studierenden arbeitet vor sich hin. Und was ist dann deine Aufgabe als Aufsichtsperson? Klar, einerseits mal aufpassen, dass keiner schummelt. Bei 60 Studierenden  gar nicht so leicht. Aber andererseits schaust du auch drauf, dass jeder Einzelne von ihnen optimal arbeiten kannst. Du schaust, dass keiner rein kommt und stört. Du schaust, ob wer zusätzliches Papier braucht. Und du gehst hin, wenn jemand aufzeigt und eine Frage hat.  

Und wie macht man das, ganz konkret? Naja, man platziert sich irgendwo im Raum und lässt seinen Blick wandern über die Gruppe. Jeder Einzelne bekommt für ein paar Sekunden deine Aufmerksamkeit. Du checkst, ob alles passt, und wenn ja, wandert dein Blick weiter zum Nächsten. Jeder bekommt genau so viel Aufmerksamkeit, wie im Moment notwendig ist. Wo alles glatt läuft, brauchst du dich nicht viel kümmern. Wenn es wo Probleme gibt oder Störungen oder irgend etwas Unerwartetes, da musst du dann genauer hinschauen und dich kümmern, bis das Problem gelöst ist. 

Und genau das gleiche, nämlich überhaupt nichts anderes, ist Projektcontrolling. Deine Personal Projects sind vergleichbar mit den Studierenden bei der Prüfung: Jedes einzelne deiner Personal Projects arbeitet vor sich hin. Manche schneller, manche langsamer, manche tun sich leicht, manche sind gehörig im Schwitzen. Deine Aufgabe als Controller ist nun, dir regelmäßig Zeit zu nehmen und zu schauen: Wie geht’s denn meinen Pappenheimern gerade? Bei wem läuft’s? Wer ist in Schwierigkeiten? Bei wem sieht es aus, als würde er gleich vom Sessel fallen? 

Und wie bei der Prüfungsaufsicht ist es auch beim Projektcontrolling: Jedes Personal Projects bekommt genau so viel Aufmerksamkeit, wie im Moment notwendig ist. Wenn es läuft, lässt du es einfach weiter laufen. Aber wenn es irgendwo Probleme gibt oder Störungen oder irgend etwas Unerwartetes, da musst du dann genauer hinschauen und dich kümmern, bis das Problem gelöst ist. Damit dein Personal Project wieder gut vor sich hinarbeiten kann. 

Also, beim Projektcontrolling geht es darum, dass du möglichst frühzeitig erkennst, wenn es bei einem Projekt Probleme gibt, damit du rechtzeitig gegensteuern kannst und damit dein Leben insgesamt so entspannt wie möglich bleibt. Und dazu musst man sich eben von Zeit zu Zeit hinstellen und sich jedes Projekt ansehen und sich fragen: Was braucht das Projekt jetzt gerade von mir? 

Jetzt stellt sich aber natürlich die Frage: Das ist ja alles schön und gut, aber was bringt mir Projektcontrolling für meine Personal Projects denn eigentlich? 

Wozu ist Projektcontrolling gut? Was bringt mir das?

Bleiben wir bei dem Beispiel mit der Prüfungsaufsicht: Was glaubst du, dass passiert, wenn du als Aufsichtsperson mal eine Zeitlang nicht hinschaust? Naja, kommt wahrscheinlich drauf an.  

Das erste ist: Wenn du 60 Studierende gleichzeitig beaufsichtigst, kannst du sowieso nicht alles mitbekommen, was gerade läuft. Die totale Kontrolle hast du nie, das wäre eine Illusion. 

Wenn du mal ein paar Minuten nicht voll konzentriert bist und aus dem Fenster raus schaust statt auf die Schreibtische der Prüflinge, wird wahrscheinlich auch nicht viel passieren. Die Prüfung wird normal weiterlaufen. Du kannst ja auch nicht zu jeder Zeit zu 100% konzentriert sein, das geht gar nicht. 

Je länger du jedoch nicht hinschaust, und wenn die Studierenden das zu bemerken beginnen, desto mehr Chaos wird sich verbreiten. Einzelne, einigermaßen verzweifelte und daher sehr mutige Studierende werden beginnen, sich unerlaubte Hilfe zu holen. Wenn sie damit davon kommen, werden sie noch mutiger werden. Und es werden immer mehr Studierende werden, die Dinge tun, die sie nicht tun sollten. Die ganze Sache beginnt, nach und nach aus dem Ruder zu laufen. Und wenn das Chaos groß genug ist, ist es auch ganz schwer, das Ganze wieder einzufangen und wieder in Ordnung zu bringen. Der Schaden ist dann oft schon angerichtet. 

Überhaupt ganz schlimm ist es, wenn du dich sozusagen verabschiedest und den Prüfungsraum verlässt. Wenn du sozusagen die Aufsicht ganz abgibst und einfach deinen Job nicht erledigst. Du steckst einfach den Kopf in den Sand und sagst dir: ist mir doch wurscht, was da drinnen passiert, ich muss da jetzt raus! Dann darfst du dich nicht wundern, wenn innerhalb kürzester Zeit im Hörsaal das reinste Chaos ausbricht. Und das, was passiert ist, während du nicht im Raum warst, weil du nicht hinschauen wolltest, das kannst du nie wieder korrigieren. The damage is done. Du wirst damit leben müssen, dass da einiges schief gegangen sein wird. Du wirst alle Hände voll zu tun haben, die Scherben aufzusammeln. 

Ich hoffe, ich konnte dir mit dieser Metapher zeigen, was dir Projektcontrolling bringt: Deine Personal Projects, das sind die Studierenden im Hörsaal. Wenn du präsent bist und regelmäßig hinschaust und tust, was notwendig ist, wenn irgendwo eine Störung auftritt… ja, dann wird deine Prüfungsaufsicht einigermaßen entspannt sein. Und so ist es auch bei deinen Personal Projects. Wenn du regelmäßig und rechtzeitig schaust, ob alles glatt läuft bzw. wo du genauer hinschauen und was korrigieren musst, dann werden deine Projekte gut vorankommen. 

Wenn du aber keine Lust hast, hinzuschauen oder dich für eine längere Zeit ausklinkst, dann wird was aus dem Ruder laufen - bei der Prüfung genauso wie bei deinen Personal Projects. Und je länger du den Kopf in den Sand steckst, desto schwieriger wird es, im Nachhinein was geradezubiegen - sofern es überhaupt möglich ist. 

Anders formuliert, lässt es sich so auf den Punkt bringen: Wenn du dir Zeit für Projektcontrolling nimmst, dann kommst du vom reaktiven Modus in den proaktiven Modus.

Im reaktiven Modus OHNE Projektcontrolling bist du wie ein Feuerwehrmann, der damit beschäftigt ist, einen Brand nach dem anderen in deinen Personal Projects zu löschen. Du hast alle Hände voll damit zu tun, damit das Feuer nicht außer Kont...
14 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

In den letzten beiden Folgen habe ich ja darüber gesprochen, warum es aus meiner Sicht so wichtig ist, zuerst das „Warum” eines Projektes festzulegen und in der Folge immer die ganz konkreten nächsten Schritte festzulegen. 

Heute möchte ich das noch ein bisschen erweitern, und zwar um eine Projektplanungsmethode, mit der ich persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht habe und die ich dir deshalb in dieser Folge vorstellen möchte: nämlich die so genannte „natürliche Planung”.  

Bevor wir uns aber anschauen, was natürliche Projektplanung ist und wie sie funktioniert, müssen wir zuerst mal eine ganz wichtige grundsätzliche Frage klären. Nämlich:

Wie viel Planung braucht dein Projekt überhaupt?

Aus meiner Erfahrung sage ich, dass der allergrößte Teil der Personal Projects - ich schätze irgendwas zwischen 70 und 90 Prozent, je nachdem, wie komplex dein Leben ist - also dass die allermeisten deiner Personal Projects keine aufwendige Projektplanung brauchen.  

Bei den allermeisten deiner Personal Projects wird das reichen, was ich in den letzten beiden Folgen dieser Staffel gesagt habe. Und zwar: 

Du musst wissen, worum es in dem Projekt für dich geht und eine zumindest ungefähre Vorstellung davon haben, was raus kommen soll. Und: Du musst konsequent den nächsten Schritt festlegen. Und zwar schriftlich, und außerdem so, dass er wirklich umsetzbar ist. Faustregel: In 5 Minuten zu erledigen. 

Wenn dir also klar ist, worum es in dem Personal Project geht, was raus kommen soll und was als nächstes zu tun ist, dann reicht das meiner Meinung nach. Das langt dicke. Wenn du das hast, und zwar für alle deine Personal Projects, dann hast du mehr als 80% der Menschen da draußen. Und wie du wahrscheinlich aus eigener Erfahrung weißt: Das ist eh schon Herausforderung genug. 

Aber dann gibt es hin und wieder doch ein Projekt, das ist anders. Wie gesagt, ich schätze, dass das so zwischen 10 und 30% deiner Projekte betreffen wird, die sind ziemlich komplex. Für die lohnt es sich, tatsächlich etwas mehr Zeit in die Projektplanung zu investieren, weil es sich am Ende auszahlen wird. Um genau diese Projekte geht es in dieser Podcastfolge.  

Wobei, da muss ich vorher noch etwas klar stellen, nämlich: 

Wann schadet Planung mehr, als sie nützt?

Spannende Frage. Und da finde ich es ganz wichtig, dass wir uns Folgendes in Erinnerung rufen: Es gibt einen Unterschied zwischen Leistungsprojekten und Beziehungsprojekten. Diesen Unterschied habe ich in der dritten Folge der dritten Staffel schon mal erklärt. Wenn du diese Folge noch nicht gehört haben solltest, dann hör die bitte noch nach. Ich persönlich finde, dass das eine der besten Folgen war, die ich in diesem Podcast bisher gemacht habe und zu der ich auch viel positives Feedback bekommen habe. 

Jedenfalls, kurz zusammengefasst: Was ist der Unterschied zwischen Leistungsprojekten und Beziehungsprojekten? 

Leistungsprojekte (oder Ergebnisprojekte) sind jene Personal Projects, wo es darum geht, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Das heißt, es ist ein klar definierter Output, der durch das Projekt entstehen soll, und meistens ist auch der Zeitraum bekannt, in der das Ergebnis erreicht werden soll. Ein Beispiel wäre das Personal Project „Unsere Hochzeit planen”: Da gibt es ein konkretes Datum, wann die Hochzeit stattfinden wird, da haben die Brautleute bestimmte Vorstellungen, was an dem Tag geschehen soll, und dafür gibt es im Vorfeld verschiedenste Dinge vorzubereiten. Ein klassisches Leistungsprojekt. 

Beziehungsprojekte funktionieren da ganz anders. Ein Beziehungsprojekt wäre zum Beispiel das Personal Project „Eine gute Ehe führen”. Das ist was vollkommen anderes, als eine Hochzeit zu planen. Warum? Weil beim Personal Project „Eine gute Ehe führen” es ganz schwer ist, konkrete To Dos zu definieren. Man weiß ja nicht mal, wie lang das Projekt überhaupt dauern wird. Und das, was wir im Laufe einer Ehe unter einer „guten Ehe” verstehen werden, wird sich auch laufend ändern. Also solche Beziehungsprojekte sind nur ganz schwer zu managen und zu planen. 

Warum ist mir dieser Unterschied zwischen Leistungsprojekten und Beziehungsprojekten so wichtig? Naja, weil wir verdammt aufpassen müssen, wenn wir einem Projekt einen Projektplan überstülpen wollen. Kurz gesagt besteht folgender Zusammenhang: 

Leistungsprojekte profitieren von Projektplänen. Je komplexer das Projekt und je aufwendiger die Leistung, desto wichtiger ist Projektplanung. Je aufwendiger die Hochzeit, desto wichtiger ist zu planen, wer was bis wann erledigt - sonst geht sich das einfach alles nicht aus. 

Beziehungsprojekte hingegen schadet Planung hingegen eher. Bei Beziehungsprojekten müssen wir spontan reagieren, viel improvisieren, uns immer wieder auf neue Umstände einstellen. Bei dem Personal Projects „Eine gute Ehe führen”, da sind langfristige Pläne zum Scheitern verurteilt. Die machen einfach keinen Sinn und schaden eher nur. Da gibt’s übrigens ein recht witziges Buch drüber, was passiert, wenn man ein Beziehungsprojekt generalstabsmäßig zu planen versucht. Das Buch heißt „The Rosie Project”, auf deutsch „Das Rosie Projekt”. Hab ich übrigens von meiner Frau zum Lesen bekommen… warum auch immer… 

Naja, jedenfalls ist Folgendes wichtig: Wenn ich in dieser Folge von Projektplanung rede, dann betrifft das ausschließlich die Leistungsprojekte in deinem Leben - und auch bei deinen nur einen kleinen Teil, nämlich diejenigen, die so komplex sind, dass es nicht ausreicht, nur das Warum und die nächsten Schritte festzulegen. 

Und für all diese Projekte empfehle ich dir als Planungsmethode die so genannte „natürliche Planung”. 

Was ist „natürliche Planung”?

Das Konzept der natürlichen Planung stammt von David Allen. David Allen ist der Erfinder von "Getting Things Done”, dieser Selbstmanagement-Methode, die du vielleicht kennst. Auf deutsch gibt es dazu das Buch "Wie ich die Dinge geregelt kriege”, und darin beschreibt er in Kapitel 3 eben diese natürliche Planung, wie er es nennt. 

Warum nennt er sie „natürlich”? Naja, David Allen sagt, dass die natürliche Planung die Art und Weise ist, wie wir natürlicherweise an die Planung eines Projekts herangehen würden. Also was Kinder machen, wenn sie ein Projekt angehen. Aus seiner Sicht müssen wir die natürliche Planung also nicht lernen - weil wir sie eh schon von klein auf kennen. Aber wir müssen sie häufig erst wieder entdecken - weil wir zB im Job normalerweise sehr unnatürlich planen und daher schon fast verlernt haben, wie wir als Kinder an unsere Projekte herangegangen sind. Wir müssen also wieder ein bisschen werden wie die Kinder, und dann klappt es auch besser mit unse...
12 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Es geht heute vielleicht um die wichtigste Zutat im Personal Project Management überhaupt, um die „secret sauce”, wie die Amerikaner sagen. Es geht um den „nächsten Schritt.”

Wir werden uns ansehen:

warum der nächste Schritt für das Management unserer Personal Projects so wichtig ist, 

wie man die nächsten Schritte seiner Personal Projects am besten festlegt und 

welche Stolpersteine es dabei gibt. 

Wenn ihr einen Moment lang an Menschen in eurem Umfeld denkt, so ihr sagt: "Wow, die haben ihre Personal Projects wirklich im Griff. Bei denen geht wahnsinnig viel weiter.” Wenn ihr also an solche Menschen denkt, dann haben die wahrscheinlich eines gemeinsam: Sehr produktive Menschen wissen immer und zu jeder Zeit, was ihre nächsten Schritte sind. Den nächsten Schritt eines Personal Projects zu kennen, ist DAS Produktivitätsgeheimnis schlechthin. Und ich möchte dir in dieser Podcast-Folge erklären, warum das so ist. 

Warum ist der nächste Schritt so wichtig?

In der letzten Folge habe ich euch ja erzählt, wie ich selbst meine Personal Projects manage: Ich habe alle meine Personal Projects in einem Notizprogramm, das heißt Evernote. In Evernote habe ich für jedes einzelne meiner Personal Projects eine eigene Notiz für jedes Projekt angelegt. Und in diese Notiz schreibe ich dann alles hinein, was mit dem Personal Project zu tun hat. 

Letzte Woche habe ich ja gesagt, dass das Allererste, was ich in eine neue Notiz für ein neues Personal Project reinschreibe, das „Warum” ist. Also dass ich mir überlege: Worum geht es in dem Projekt überhaupt? Und weiter: Worum geht es in dem Projekt für mich? Warum ist mir das wichtig? Was erwarte ich mir davon?

Okay, wenn ich also das Warum für mich klar festgelegt habe (das sind meistens so drei oder fünf oder auch mal zehn Sätze), dann mache ich Folgendes als nächstes: 

Ich lege den nächsten Schritt fest. Ich schreibe mir also auf, welche EINE Handlung als nächstes zu erledigen ist. Und vielleicht noch die nächste und übernächste. Aber ich gehe nicht her und plane jedes Projekt vollständig durch. Also ich mache keine großartigen Projektpläne, sondern ich mache nur Folgendes: Ich schreibe auf, warum mir das Projekt wichtig ist, und dann schreibe ich auf, was als nächstes zu tun ist. 

Warum ist das so wichtig für mich? Naja, ihr müsst euch folgendes vorstellen: Ich habe aktuell über 300 Personal Projects. Das klingt nach viel, ist es aber meiner Meinung nach gar nicht. Aber auch wenn du viel weniger hast, sagen wir 50 oder 100, dann kann es leicht passieren, dass man den Überblick über unsere Projekte verliert. Und, was noch erschwerend dazukommt: Es ist ja nicht so, dass wir unsere Projekte eines nach dem anderen abarbeiten. Es ist ja nicht so, dass wir uns ein Projekt hernehmen, daran so lange arbeiten, bis es abgeschlossen ist, und dann nehmen wir das nächste. In Wirklichkeit ist es ja so, dass wir an Dutzenden Projekten parallel arbeiten - mal eine Stunde an dem Projekt, mal eine Viertelstunde an jenem Projekt, mal fünf Minuten an einem anderen Projekt.  

Das heißt, unsere Projektarbeit ist ziemlich fragmentiert. Unsere Projektarbeit ist Stückwerk. Dagegen können wir kaum was unternehmen, so ist halt das Leben. Viele Dinge kommen gleichzeitig auf uns zu. Und genau auf diese stückweise Projektarbeit, darauf müssen wir uns einstellen - und dafür müssen wir unser Personal Project Management optimieren. 

Und da kommt der nächste Schritt ins Spiel. Wenn ich für jedes einzelne meiner Personal Projects den nächsten Schritt festlege, dann weiß ich jederzeit genau, was als nächstes zu tun ist. Und damit kann ich dann auch an einen Projekt arbeiten, wenn ich nur eine Viertelstunde oder auch nur fünf Minuten Zeit habe. Weil ich nicht erst nachdenken muss, was als nächstes zu tun ist, sondern weil ich sofort los legen kann. Einfach den nächsten Schritt abarbeiten - und dann sofort wieder den nächsten nächsten Schritt festlegen. Und an dem dann entweder gleich arbeiten, oder eben dann, wenn ich wieder für dieses Projekt Zeit habe.  

Der riesen, riesen Vorteil davon, den nächsten Schritt jedes Personal Projects festgelegt zu haben, ist also, dass du sofort loslegen kannst, ohne erst nachdenken zu müssen, was eigentlich zu tun ist. Du musst dich in das Projekt nicht erst einarbeiten, sondern du kannst sofort konkrete Schritte setzen, die dich deinem gewünschten Ergebnis konkret näher bringen. 

Aber damit das wirklich wie gewünscht funktioniert, gibt es ein paar Punkte zu beachten. 

Wie legt man diesen nächsten Schritt richtig fest - und wie nicht?

Die wichtigste Regel dabei ist folgende: Der nächste Schritt muss tatsächlich umsetzbar sein. 

Was meine ich damit? Stell dir vor, du hast ein Personal Project „Einen neuen Anzug für die Hochzeit meines Bruders kaufen”. Jetzt passiert häufig folgender Fehler: Wenn du dich fragst: „Was ist der nächste Schritt in dem Projekt?", dann ist man versucht zu sagen: „Naja, was schon: Einen neuen Anzug kaufen. Das ist ja eigentlich auch gar kein Projekt, weil da gibt es ja eh nur einen einzigen Schritt zu erledigen, nämlich den Anzug kaufen. Wenn das erledigt ist, ist auch das Projekt abgeschlossen.” Das könnte jemand so sagen. 

Das Problem dabei: Der nächste Schritt „Einen neuen Anzug kaufen” ist so nicht umsetzbar. Was meine ich damit? Ich nehme mich als Bespiel: Bevor ich in ein Geschäft gehen kann und mir einen Anzug kaufen kann, gibt es noch viele Schritte vorher für mich zu erledigen. Also mein nächster Schritt wäre: Bei einem alten Anzug, der mir passt, schauen, welche Anzuggröße ich eigentlich habe.  

Der nächste Schritt „einen Anzug kaufen” ist also nicht umsetzbar, weil er zu groß ist. Das ist zu unspezifisch, zu wenig konkret. Das muss ich erst noch in viel kleinere Schritte runterbrechen. Sinnvolle und wirkungsvolle nächste Schritte sind sehr kleinteilig. Als Faustregel kannst du dir merken: Ein wirklich umsetzbarer nächster Schritt dauert nicht länger als fünf Minuten. Alles, was länger als fünf Minuten dauert, da besteht der dringende Verdacht, dass dieser nächste Schritt nicht umsetzbar ist und sich in Wirklichkeit viele kleinere nächste Schritte darin verstecken. 

Also lautet hier das Motto: Babysteps! Ganz kleine Schritte. Ganz konkret. Maximal fünf Minuten. Nur so geht wirklich was weiter in unseren Personal Projects. 

Denn was passiert, wenn unsere nächsten Schritte zu groß sind? Dann sind wir überwältigt. Wir spüren das ganz intuitiv: Wenn bei einem Personal Project der nächste Schritt so groß ist, dass er, sagen wir, ca. 3 Stunden dauern würde… dann fangen wir häufig erst gar nicht damit an. Denn wann haben wir schon mal drei Stunden ununterbrochen Zeit, uns um ein einziges Personal Project zu kümmern? 

Zu große nächste Schritte überwältigen uns. Unsere Personal Projects stecken häufig genau deswegen fest, weil der konkrete nächste Schritt zu groß und zu wenig umsetzbar ist. Und wenn das der Fall ist, dann tun wir lieber gar nichts - oder suchen uns ein Projekt, wo wir den nächsten Schritt besser bewältigen können. Und so passiert es, dass auch bei Projekten, die uns eigentlich sehr wichtig sind, wo auch das Warum für uns sehr klar und stark ist, dass auch bei diesen Projekten nichts weiter geht - und das fühlt sich nicht gut an. 

Daher, wenn du eine Sache aus dieser Folge mitnehmen sollt, dann wäre es das: 

Wenn wir die nächsten Schritte in unseren Projekten konkret sch...
17 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Wir sind am Beginn der 6. Staffel, wo es ja um ganz grundsätzliches und ganz praktisches Personal Project Management geht. 

Und ich möchte diese zweite Folge der Königin aller Fragen widmen, nämlich der Frage „Warum?”  

Denn aus meiner Sicht sollte die Frage nach dem Warum am Anfang jedes Personal Projects stehen - und zwar noch bevor du das allererste To Do deines Personal Projects angehst. Oder anders gesagt: Das allererste To Do eines jeden deiner Personal Projects sollte eigentlich sein, dass du dir bewusst machst, WARUM du genau dieses Personal Project genau jetzt starten willst. 

Und warum ich das für so wichtig halte, das will ich dir in dieser Folge erklären. Genauer will ich dir darauf drei Antworten geben: 

eine kommt von Brian Little, dem Godfather der Personal Project Theorie 

eine kommt von Simon Sinek, dem Autor des Buches „Start with why”, auf deutsch „Frag immer erst: Warum\" 

und eine Antwort kommt von mir, aus meiner eigenen Erfahrung.

1. Was Brian Little über Initiierung und Warum sagt

Also, fangen wir gleich an mit Brian Little. Brian Little, für alle, die ihn noch nicht kennen, ist ja derjenige, der diese ganze Personal Projects Theorie „erfunden” hat. In seinem Buch „Mein Ich, die anderen und wir” fasst er seine jahrzehntelange Forschung über Personal Projects sehr anschaulich zusammen. Martin Schmidt und ich haben auch eine Buchclub-Folge über das Buch aufgenommen, und im März 2018 habe ich Brian Little persönlich in Cambridge getroffen und mit ihm ein sehr hörenswertes Interview geführt. 

Jedenfalls, Brian Little sagt, dass es im Wesentlichen von drei Dimensionen abhängt, wie gut wir in unseren Personal Projects vorankommen: 

Initiierung: Wer ist der Haupt-Initiator des Personal Projects? Selbstwirksamkeit: Erwarte ich einen erfolgreichen Ausgang des Projekts? Kontrolle: Wie viel Einfluss habe ich auf den Ausgang des Projekts? 

Okay, mit den Dimensionen Selbstwirksamkeit und Kontrolle beschäftigen wir uns in späteren Folgen dieser Staffel. Für heute bleiben wir mal bei der ersten Dimension, nämlich der Initiierung. 

Bei der Initiierung geht es also darum, wer die Idee für das Personal Projects gehabt hat, wer es sozusagen in die Welt gesetzt hat. Warst du das selbst, oder hat dir das Projekt jemand auf’s Auge gedrückt? 

Und du kannst dir wahrscheinlich vorstellen - und hast es sicher am eigenen Leib schon erfahren-, dass das einen Riesenunterschied macht. Weil warum? Die Motivation ist ganz anders bei Projekten, die wir uns selbst aussuchen. Die wir selbst ins Leben rufen. Die „unsere” sind. Dagegen tun sich die meisten von uns schwer mit Projekten, die wir nicht selbst gewählt haben. Und das hat Brian Little auch wissenschaftlich belegt: Selbst initiierte Projekte haben eine wesentlich höhere Erfolgsaussicht als fremd-initiierte - oder, und das ist wichtig - gefühlt fremd-initiierte, also „schicksalhafte” Projekte. 

Ein besonders heftiges, aber eindrückliches Bespiel dafür ist das Personal Project „Schwangerschaft und Kinder kriegen”: Selbst gewählt, kann das das tollste Projekt der Welt sein. Eine ungewollte Schwangerschaft kann sich hingegen wie die größte Katastrophe überhaupt anfühlen. In beiden Fällen handelt es sich um das gleiche Projekt, aber die Initiierung ist total konträr - und damit auch, und das ist jetzt der wichtige Punkt für diese Folge: Damit ist auch das WARUM dieses Projekts ganz konträr.  

Denn das Warum geht Hand in Hand mit der Initiierung. Oder, genauer gesagt: Unser Warum geht Hand in Hand mit dem, was wir glauben, dass dieses Projekt initiiert hat. Oder, anders ausgedrückt: Die Geschichte, die wir uns selbst erzählen darüber, wie wir zu einem bestimmten Personal Projects gekommen sind, die legt die Basis für unser Warum - und für die grundsätzliche Motivation, die sich durch das Projekt ziehen wird. Also das Warum ist so gesehen nicht viel was Anderes als die Geschichte, die wir uns selbst (und anderen) darüber erzählen, wie wir zu diesem Projekt gekommen sind. Und diese Geschichten glauben wir uns. Und diese Geschichten können wir, bei Bedarf, ändern. Jedenfalls, diese Geschichten sind machtvoll. Hör dir vielleicht bei Gelegenheit mal selbst zu, welche Geschichten du dir und anderen  z.B. über deine Herzensprojekte erzählst. In wie vielen Geschichten hast du das Projekt selbst initiiert, in wie vielen Geschichten nicht? 

Könnte spannend sein… 

Okay, das mal dazu, was Brian Little von der wissenschaftlichen Seite dazu sagt. Kommen wir nun zu Simon Sinek und seinem „Start with Why”. 

2. Simon Sinek: Frage immer zuerst: Warum?

Das Buch ist mittlerweile ein ziemlicher Klassiker, und ich kann mir vorstellen, dass es einige von meinen Hörerinnen und Hörern eh schon gelesen haben. Wenn noch nicht, kann ich das Lesen jedenfalls sehr empfehlen. Ist wirklich ein Buch, das einen neuen Blickwinkel eröffnet und mich persönlich sehr begeistert hat. Außerdem ist Simon Sinek ein guter Typ, von dem es auch sehr unterhaltsame Videos auf Youtube gibt. 

Jedenfalls, der Buchtitel verrät es eh schon, die Grundaussage des Buches ist: Die wichtigste Aufgabe bei allen deinen Projekten ist es, zuerst mal das Warum für dich zu klären. Das Warum ist die Basis für alles, was dann in der Folge noch entstehen soll. So weit, so logisch, aber Simon Sineks Befund ist folgender: In den allermeisten Projekten, egal ob beruflich oder privat, wird für die Frage des Warum viel zu wenig Zeit verwendet oder die Frage überhaupt nicht beantwortet. Das Warum ist während des ganzen Projekts nicht klar. Es gibt keine Projektvision, und das hat mitunter dramatische Folgen. 

Was passiert dann nämlich? Wenn das Warum nicht klar ist, dann ist auch das Wie und das Was des Projekts nicht klar. Wenn du nicht weißt, wieso du ein bestimmtes Projekt verfolgst, wie sollst du dann die richtigen Entscheidungen treffen? Wie sollst du dann wissen, was wichtig ist und was nicht? Wie sollst du wissen, was als nächstes zu tun ist? Und so weiter. 

Jetzt kann man natürlich sagen: Naja, Günter, also so schwer ist das jetzt aber wirklich nicht. Ich weiß bei meinen Projekten sehr wohl, warum ich die mache. - Und das glaube ich dir auch. Ich glaube dir, dass du das glaubst. Aber mal Hand auf’s Herz: Bist du dir wirklich hundert Prozent sicher, dass das Warum, das du glaubst, dass du hast, tatsächlich dein wirkliches Warum ist? Oder bist du sicher, dass das Warum, das du glaubst, dass du hast, stark genug ist, um dein Personal Projects durch eine Krise zu bringen? Wie sehr kannst du dich auf ein Warum verlassen? Wie gut könntest du dein Warum jemand anderem erklären? Wie gut könntest du dein Warum gegenüber anderen Menschen verteidigen? Wie sehr stehst du hinter deinem Warum, und wie sehr steht dein Warum hinter dir? 

Wenn du jetzt ins Zweifeln gekommen bist, dann liegt es vielleicht daran, dass du dir für dein Warum doch noch nicht genug Zeit genommen hast. Nämlich für dein WIRKLICHES Warum, nicht dein oberflächliches, das rasch zur Hand und bequem ist. 

Und das bringt mich auch schon zu meiner dritten Antwort, nämlich meinen eigenen Erfahrungen. 

3. Meine eigenen Erfahrungen mit dem WARUM

Ich erzähle dir mal, wie ich ein neues Personal Project aufsetze: Ich öffne Evernote, erstelle eine neue Notiz, gebe der Notiz einen Titel (das ist dann der Nam...
19 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

 Ja, herzlich willkommen auch zur 6. Staffel des Podcasts. Ich melde mich zurück aus ein paar Wochen Pause, und ich freue mich schon auf diese Staffel.

Worum wird es denn gehen in dieser Staffel? Naja, ich habe mir vorgenommen, eine Staffel zu machen über das Management unserer Personal Projects. Und dabei will ich über ganz praktische Fragen sprechen, wie wir unsere Personal Projects managen können, wie wir dafür sorgen können, dass wir unsere Projekte zum Erfolg führen und so weiter.

Also ich denke, dass das eine ganz spannende Staffel werden könnte, wo ich auch ein bisschen Einblick darin geben möchte, wie ich selbst meine Personal Projects manage. Und vielleicht ist da ja die eine oder andere Anregung für dich dabei, die du in dein eigenes Personal Project Management übernehmen möchtest.

Okay, also darum wird es in dieser 6. Staffel des Podcasts gehen. 6. Staffel, Wahnsinn, wer hätte das gedacht...

Naja, jedenfalls... bevor es mit den ganz praktischen Dingen los geht, will ich diese Folge, also den Opener dieser Staffel, dafür nutzen, um ein paar Fragen anzusprechen, die ich immer wieder gestellt bekomme im Zusammenhang mit Personal Projects. Dazu inspiriert haben mich ganz konkret die Feedbacks von zwei Stammhörerinnen des Podcasts, nämlich von Claudia und von Sandra. Also wenn ihr das hört, liebe Claudia, liebe Sandra, danke für eure Anregungen, die das Grundgerüst der heutigen Staffel bilden.

Ich denke, die Zeit am Anfang dieser neuen Staffel ist gut investiert, wenn ich ein paar grundlegende Fragen oder Missverständnisse kläre - oder vielleicht auch nur meine Sicht auf Personal Projects nochmals genauer erläutere und damit vielleicht verständlicher mache, worum es mir geht.

Also danke nochmals Claudia und Sandra - und los geht’s!

1. Die Sprache der Wirtschaft

Okay, das erste Thema, das ich ansprechen möchte, ist die Frage, ob die Sprache der Wirtschaft überhaupt geeignet oder überhaupt sinnvoll ist, um damit über das Leben und die Dinge zu sprechen, die uns im Leben wichtig sind. Oder anders formuliert: Muss wirklich alles im Leben ein Projekt sein? 

Claudia hat das in einem Mail an mich so formuliert: 

"Ich habe mich auch noch immer nicht ganz daran gewöhnt, persönliche Vorhaben mit dem Wort "Projekt" zu etikettieren, weil das schon ein Reizwort aus dem Berufsalltag ist - wo es leider oft als Versuch daherkommt, einer chaotischen Umsetzung verschiedener Arbeitsschritte  einen gut klingenden Namen zu verpassen. "Nennen wir es Projekt, das klingt schon mal gut." Gemanagt wird in der Regel nicht viel, jeder macht irgendwas, und dann hoffen wir mal, dass es ein paar Kümmerer gibt, die am Ende dafür sorgen, dass was G'scheits herauskommt."

Und da spricht Claudia einen wichtigen Punkt an, denke ich. Nicht wenigen Menschen stellt es allein schon beim Wort „Projekt” die Haare auf. Und das kommt meisten aus dem Berufsleben heraus. Weil dort ist praktisch alles ein Projekt. Wenn wir nicht mehr weiter wissen, machen wir ein Projekt draus. Und diese Projekte sind dann häufig auch noch schlecht aufgesetzt, schlecht durchgeführt und schlecht gemanagt, was praktisch allen Beteiligten die Lust an Projekten vergehen lässt. So wird das Wort „Projekt” zum Reizwort, und das Bedürfnis kommt auf, zumindest sein Privatleben, seine Freizeit vor solchen Projekten zu schützen. 

Das verstehe ich vollkommen. Jeder, der schon in projektorientierten Unternehmen gearbeitet hat, wird das schon erlebt haben, dass einem da die Lust auf Projekte vollkommen vergehen kann. Das kann ich voll und ganz nachvollziehen. Ich finde daher auch die Frage berechtigt, ob es wirklich eine gute Idee ist, unsere persönlichen Ziele, Wünsche, Vorhaben im Leben als „Projekte” zu bezeichnen. Tun wir uns damit wirklich einen Gefallen, oder verwirtschaften wir damit auch noch die letzten Winkel unseres Lebens?  

Wie schaut meine Antwort auf diese Frage aus? Naja, ich stelle mal eine Gegenfrage: Wie sollen wir denn am besten über das Leben reden - nämlich so, dass wir uns alle verstehen? 

Für mich ist der Blickwinkel der Personal Projects Theorie in erster Linie eine Metapher für das Leben. Also ein Bild, eine bestimmte Art und Weise, das Leben zu konzeptualisieren und damit auch zu ermöglichen, über das Leben und was darin vor geht, einigermaßen verständlich zu reden. Wir brauchen Konzepte, wir brauchen Denkmodelle, um über komplizierte Dinge - und das Leben ist kompliziert, weiß Gott - um eben über komplizierte Dinge überhaupt reden zu können. 

Und eines dieser Denkmodelle ist die Personal Projects Theorie. Und diese Theorie ist, wie der Name schon sagt, eben eine Theorie, ein abstraktes Modell, eine Metapher für das Leben - und nicht das Leben selbst. Das ist wichtig: Das Leben selbst ist das Leben, nicht ein Personal Project. Aber wenn wir uns unser kompliziertes Leben als Abfolge von Personal Projects vorstellen, dann wird es vielleicht etwas übersichtlicher, etwas geordneter, etwas verständlicher - und etwas leichter, über das Leben und was darin vor geht zu reden. Wie gesagt: Es ist ein Bild, eine Metapher, wenn wir von unserem Leben als Abfolge von Personal Projects reden. Eine Metapher, nicht die Wirklichkeit. Ein Denkmodell, ein sprachliches Konstrukt. 

Aus meiner Sicht hat diese Metapher der Personal Projects aber einen Riesenvorteil: Praktisch jeder Mensch da draußen hat zumindest eine gewisse Vorstellung davon, was ein „Projekt” ist. Das heißt, man braucht den allermeisten Menschen nicht erklären, was mit „Projekt” ungefähr gemeint ist. Und auch der Schritt hin zum „personal project” ist für die meisten Menschen relativ leicht: Es gibt Projekte, und es gibt auch persönliche Projekte. Eh klar, eh logisch. Das ist nachvollziehbar, das ist vertraut, das muss man nicht weiter erklären. 

Das Bestechende für mich bei der Personal Project Theorie ist also, dass sie sich einer Sprache bedient, die uns schon vertraut ist aus dem Berufsleben oder aus der Schulzeit oder aus dem Studium. Wir wissen intuitiv, was mit „personal projects” gemeint sein könnte, selbst wenn wir zum allerersten Mal von Personal Projects hören. Und das ist ein Riesenvorteil. Wir müssen nämlich nicht erst die Fachsprache des Denkkonzepts lernen, sondern können die Fachsprache des Projektmanagements verwenden, die vielen von uns schon aus anderen Bereichen vertraut ist. 

Und das führt möglicherweise natürlich dazu, dass diese Sprache schon vorbelastet ist - vorbelastet mit schlechten Erfahrungen, so wie bei Claudia. Aber das muss ich wohl in Kauf nehmen, weil ein Vorteil für mich überwiegt: Wenn wir vom Leben reden durch die Brille der Personal Projects Theorie, dann ist das für die allermeisten Menschen intuitiv verständlich. Sie müssen dieser Sichtweise nicht unbedingt zustimmen, aber es ist zumindest relativ leicht verständlich, worum es bei dieser Sichtweise geht und ob das etwas ist, das einem zugänglich und nützlich ist oder eben nicht.  

Und das ist mehr, als viele andere Denkmodelle über das Leben von sich behaupten können. 

So, das war mal ein sehr ausführlicher Ausflug in die konzeptuelle Ebene der Personal Projects Theorie. Und eigentlich sind wir damit auch nahtlos bei einer anderen häufig gestellten Frage rund um Personal Projects, nämlich:  

2. Lässt sich unser Leben überhaupt „managen”?

Und auch das ist eine berechtigte Frage. Nämlich der Gedanke, ob es nicht eine reine Illusion ist, wenn wir glauben, dass wir unser Leben unter Kontrolle haben. Wenn wir glauben, dass wir so tun könnten, als könnten wir den großen Fluss des Lebens austricksen, wenn wir P...
13 Minuten
Worum geht's in dieser Folge?

Diese Folge bildet das Finale der 5. Staffel von Projekt: Leben, wo es ja um die Feinde unserer Personal Projects gegangen ist. Und in diesem Staffelfinale möchte ich einen kurzen Rückblick machen, einen kleinen Blick hinter die Kulissen geben, und dann habe ich ein paar Ergänzungen und natürlich einen Ausblick auf die 6. Staffel des Podcasts.

1. Wie geht es dem Podcast?

Das erste, was ich ansprechen möchte, weil ich auch immer wieder gefragt werde: „Sag, Günter, wie geht es eigentlich dem Podcast? Wie viele Hörer hast du denn so?“ 

Also, wie viele Hörerinnen und Hörer hat denn der Podcast? Das ist eigentlich eine einfache Frage, aber die ist gar nicht so leicht zu beantworten. Dadurch, dass der Podcast über mehrere Plattformen und mit verschiedenen Apps gehört werden kann, ist es gar nicht so leicht, da eine Gesamtübersicht zu bekommen. Und außerdem ist es nicht leicht herauszufinden, ob ein Podcast z.B. nur heruntergeladen und dann nie gehört wurde oder tatsächlich auch ganz angehört wurde - oder nur bis zur Hälfte oder nur ein Drittel oder so. Das macht natürlich einen Unterschied. Aber darüber gibt es für uns Podcaster keine verlässlichen Daten. 

Das bisschen, was ich an Daten habe, verrate ich euch hier und heute aber mal. 

Meinen Podcast gibt es jetzt seit etwas mehr als einem Jahr, und mit dieser Folge habe ich insgesamt 56 Episoden in 5 Staffeln ausgestrahlt. 

Insgesamt scheinen diese 56 Episoden schon knapp 5.000 mal gehört worden zu sein. Ich habe also knapp 5.000 „total listens“, sagt mein Podcast Hoster - was auch immer das genau heißen mag. 

Die bisher am häufigsten gehörte Folge ist das Interview mit Silvia Breier, wo wir über die Geldtypen reden. 

Den Podcast gibt es inzwischen auch auf Spotify, und auch da habe ich Hörerinnen und Hörer, und zwar genau 46.  

Auf Spotify ist übrigens die am häufigsten gehörte Folge ein Buchclub, und zwar wieder zum Thema Geld, die Folge über das Buch „Der reichste Mann von Babylon“. 

Interessanterweise ist auf Spotify auch auf Platz zwei ein Buchclub, nämlich „Managing Oneself“ von Peter Drucker. Mein Co-Host Martin scheint also meine Attraktivität für meine Spotify-Hörerinnen und Hörer massiv zu steigern. 

Soweit mal die Daten, die ich habe. Generell ist ja Folgendes: Ich habe für mich entschieden, mich von diesen Hörer-Statistiken nicht verrückt machen zu lassen. Das ist nämlich ein bisschen wie mit Facebook-Likes, die machen süchtig und bergen die Gefahr in sich, dass man nur mehr Sachen macht, um viele Likes zu bekommen. Ich möchte mit Projekt: Leben aber lieber die Themen besprechen, die ich für sinnvoll und wichtig halte, und das soll nicht abhängig sein davon, ob eine bestimmte Folge jetzt mehr oder weniger Hörer gehabt hat. Denn ich weiß es ja aus eigener Erfahrung als Podcast-Hörer: Ob ich eine bestimmte Folge eines Podcasts, den ich an sich regelmäßig höre, dann auch konkret mir anhöre, hat schon auch mit dem Thema der Folge zu tun. Aber sehr häufig auch mit vielen anderen Dingen: Ob ich gerade Zeit habe, was sonst noch gerade für Podcasts in meinem Podcast Feed warten, ob es gerade eine stressige Woche ist oder nicht und so weiter. Also habe ich für mich beschlossen, einfach das zu tun, was ich für richtig halte und dann zu schauen, was passiert. 

Und was bis jetzt passiert ist, ist, dass meine bisher 56 Podcast-Folgen fast 5.000 mal angehört worden sind. Und ich würde sagen, damit bin ich sehr zufrieden. 

2. HörerInnen-Treffen

Wenn wir schon beim Thema Hörerinnen und Hörer sind, dann auch noch ein paar Anmerkungen zum letzten HörerInnen-Treffen, das am 21 März 2019 in Wien stattgefunden hat. 

Das mit dem Hörertreffen ist ja so eine Sache… Interessanterweise machen das nur ganz wenige Podcaster, und ich habe auch eine Vermutung, warum: So ein Hörertreffen ist nämlich ein ziemliches Risiko. Nämlich das Risiko: Was ist, wenn kein Mensch kommt? Und dieses Gefühl, so offensichtlich auf Desinteresse zu stoßen, das ist gar nicht so leicht zu nehmen. Nämlich nicht persönlich zu nehmen. Und ich glaube, deswegen setzen sich viele Podcaster diesem Risiko erst gar nicht aus. 

Naja, ich war beim Hörertreffen jedenfalls Gott sei Dank nicht allein. Danke Sandra, danke Gabi, für euer kommen. Es war wirklich ein netter und interessanter Abend mit euch.  

Jetzt kann man sich natürlich fragen: Zwei Hörerinnen, ist das nicht ein bisschen wenig? Zahlt sich das überhaupt aus?  

Das denke ich mir dazu? 

Alles, was bedeutsam ist, hat irgendwann klein angefangen. Von da her ist das voll okay. Auch interessant: Gordon Schönwälder, der deutsche Podcast-Guru mit viel, viel mehr Hörern als ich, hat unlängst ein Hörertreffen in München gemacht, da kamen ungefähr 9 Hörerinnen und Hörer. Also prozentuell sind zu meinem Hörertreffen mehr gekommen als zu ihm. Aber Vergleiche führen zu nichts, das habe ich in dieser Staffel ja ausführlich besprochen. Am wichtigsten, das habe ich beim „Verein zur Verzögerung der Zeit“ gelernt: Wer immer die Teilnehmenden sein mögen, es sind genau die richtigen. Das ist sowas von wahr, dass man es manchmal gar nicht glauben kann. 

Und daher wird es auch zur nächsten Staffel wieder ein HörerInnen-Treffen geben, und es wird auch dann weiter HörerInnen-Treffen geben, wenn mal gar keiner kommt. Einfach deshalb, weil’s mir wichtig ist und ich es aushalten kann und will, das Risiko einzugehen. Und im schlimmsten Fall habe ich ja immer ein Buch dabei. 

3. Ergänzungen zur Folge über zur Resignation (S05E08)

Zur Folge über die Resignation und vor allem dazu, was man gegen die Resignation tun kann, habe ich einige sehr interessante und nützliche Hinweise bekommen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. 

Martin sagt z.B., dass ihm gegen Resignation Gespräche mit Menschen helfen, die inspirieren und motivieren können. 

Außerdem sagt er, dass nach einer halben Stunde Laufen die Welt auch schon wieder ganz anders aussieht. Das kann ich absolut nur bestätigen. 

Und schließlich sagt er ganz richtig, dass manchmal die Zeit für bestimmte Projekte oder die nächsten Schritte einfach noch nicht reif ist und es dann voll okay ist, die Dinge einfach mal liegen und reifen zu lassen. Das passt ja auch ganz wunderbar zum Thema Eigenzeit. 

Und Barbara hat dann noch ergänzt, dass ihr geholfen hat, ein resigniertes und lange liegengelassenes Projekt wieder aufzugreifen, indem sie sich einen Zweiten dazugeholt hat, der das nötige Know-how mitbringt. Auch eine gute Idee, finde ich. 

4.  Ausblick auf die nächste Staffel

So, zum Abschluss: Was wird die sechste Staffel von [Projekt: Leben] bringen? 

Ich habe (oder hatte) einige Themen im Kopf, z.B. ist ja immer noch die Staffel über „Shared Projects“ ausständig, also die Projekte, wo wir mit anderen Menschen zusammenarbeiten dürfen oder müssen. Aber das muss noch warten, denn ich habe mir für die sechste Staffel Folgendes überlegt:

In der fünften Staffel haben wir Personal Projects ja aus einer ziemlich allgemeinen Perspektive betrachtet. Als...
[Projekt: Leben]

[Projekt: Leben]

[Projekt: Leben] - Der Podcast für alle, die noch was vor haben im Leben.