Beziehungen verstehen. Archiv
71 Episoden
46 Minuten
41 - Jeder kennt ihn: diesen Moment, in dem aus einer Person etwas mehr wird; eine faszinierende Gestalt, die man besser kennenlernen und der man näherkommen möchte – ohne genau sagen zu können, warum. Wer denkt, dass es sich hierbei um das blosse Aussehen einer Person handelt, denkt zu kurz; denn Attraktivität ist ein weitaus komplexeres Konzept. Aber was ist überhaupt Attraktivität, kann man das einheitlich messen? Die Attraktivitätsforschung untersucht Fragestellungen wie: Wen finden wir attraktiv und woran bestimmen wir, oder unser Gehirn, was wir attraktiv finden und was nicht? Was ist der evolutionäre Mechanismus hinter Attraktivität? Und Partnerwahl selbst geht noch weit über das reine attraktiv-finden hinaus: sozialpsychologische Forschung stellt sich die Frage, wie die Partnerwahl Schritt-für-Schritt abläuft; welche Abgleichungen von Werten und Rollenvorstellungen ablaufen und was genau zwischen dem Moment des Kennenlernens und einer langfristigen Beziehung passieren muss. In der psychologischen Forschung diskutieren wir sie alle; wir vereinen neuro-perzeptive, sozialpsychologische und Bindungstheoretische Inhalte, um ein und dieselbe Frage zu beantworten: Wie entsteht zwischen zwei fremden Menschen eine romantische Beziehung? Ergo: Wie funktioniert Partnerwahl – psychologisch erklärt?
43 Minuten
40 - „Daddy Issues“ und „Mommy Issues“ sind längst im Pop-kulturellen Sprachgebrauch angekommen – oft verbunden mit der Vorstellung, dass wir uns in der Partnerwahl unbewusst an unseren Eltern orientieren. Doch was steckt wirklich dahinter? In dieser Episode werfen wir einen kritischen Blick auf die psychodynamische Theorie, populäre Begriffe und die Frage: Gibt es wissenschaftlich belastbare Hinweise darauf, dass wir Partner:innen wählen, die unseren Eltern ähneln? Oder handelt es sich eher um vereinfachte Zuschreibungen, die komplexe psychologische Prozesse verzerren? Gemeinsam diskutieren wir, was die Forschung dazu sagt, welche Rolle frühe Beziehungserfahrungen in welchen Bereichen der Partnerwahl tatsächlich spielen – und was davon Mythos bleibt. Eine spannende Reise durch Bindungstheorie und psychologische Paarforschung in der ersten unserer 3 Episoden zu Partnerwahl aus wissenschaftlicher Sicht.
40 Minuten
39 - Die ersten Jahre unseres Lebens sind extrem bindungsrelevant und wichtig für die Entwicklung von gesundem Selbstwert, Kontrollüberzeugungen, Emotionsregulation und funktionalem Bindungsverhalten. Wie sieht es nun aus mit Fremdbetreuung von Kindern und KITAs? Sind diese gut für ein Kind und seine Entwicklung oder schädlich für die Bindung? Die Diskussion über Fremdbetreuung in KITAs ist geprägt von Überzeugungen, Ideologien, Traditionen und politischen Ansichten. Wir stellen uns die Frage: Wie sieht die Studienlage dazu wirklich aus? Zahlreiche Faktoren und Umstände können darauf Einfluss nehmen; wie z.B. das Alter des Kindes, das Einkommen der Eltern, die Familienform, ein Migrationshintergrund, die Grösse der Kindergruppe bzw. die Anzahl der Betreuer oder auch das Temperament des Kindes. Wir diskutieren alle möglichen Faktoren und Umstände nach aktueller Befundlage und statten Eltern und Familienplaner aus mit einer Sammlung an Informationen und dem nötigen Know-how für jede individuelle Situation!
31 Minuten
ADHS, Arten der Depression, Borderline oder sogar unser IQ - Was haben diese Dinge gemeinsam? Sie könnten indirekt oder sogar direkt mit Bindungserfahrungen zusammenhängen. Wie bereits in vorherigen Episoden etabliert, stellt Bindung das wichtigste psychologische Bedürfnis des Menschen dar und somit haben frühe Bindungserfahrungen einen tiefgreifenden Einfluss auf den Rest unseres Lebens. In der aktuellen Episode schauen wir uns konkrete Bindungs-Outcomes für die menschliche Entwicklung an, mit einem speziellen Fokus auf psychische Störungsbilder; Wie hängen psychische Störungen wie Angst- oder Zwangsstörungen mit Bindung zusammen? Welche Störungen sind häufiger als andere Reaktionen auf Deprivationserfahrungen oder unzureichende Bindung in der Kindheit? Wir diskutieren spannende Studien, Kontroversen der Psychopathologie und vieles mehr.
40 Minuten
37 - Bedingungslose Liebe: Wissen, dass man kompromisslos man selbst sein kann – und dafür geliebt und akzeptiert wird. Eine Traumvorstellung vieler, für die es sich in engen Beziehungen und sozialen Kreisen nicht so anfühlt. Aber womit hängt dieses Gefühl und Wissen zusammen? Zahlreiche Ratgeber und Internet-Coaches sprechen von „Selbstliebe“ – sich selbst lieben, sonst liebt einen keiner. Aber die psychologische Forschung widerspricht dieser Aussage: Ohne Fremdliebe entsteht keine Selbstliebe; so die Bindungstheorie der frühen Kindheit. Und tatsächlich ist es die sichere Bindung, die wahre Autonomie, Selbstwert frei von Kompensation, Grosszügigkeit und Gelassenheit gegenüber anderen schafft. Wie und warum? Das erfahrt ihr in dieser Episode zum sicher-autonomen Bindungsstil – wie er entsteht, woran man ihn erkennt und wie man in ihn hineinkommt.
33 Minuten
36 - Wenn die Person, bei der man Nähe und Zuflucht sucht, eine Bedrohung darstellt. So in etwa lassen sich frühkindliche oder spätere Erfahrungen beschreiben, die Personen mit einem unsicher-unverarbeitetem bis zu traumatisierten Bindungsstil erleben. Diesem Stil gehen oft stärkere Formen von Belastung wie psychischer und physischer Missbrauch, Missbrauch durch Vernachlässigung oder Formen von Traumatisierungen durch eine wichtige Bezugsperson voraus, die einen Zustand der Verwirrtheit hervorrufen; ist diese Person nun gut für mich oder gefährlich? Soll ich bei ihr Schutz suchen oder wo anders? Ein Muster von permanentem "auf-der-Hut-sein" mit zahlreichen dysfunktionalen Schutzmechanismen schleicht sich bis in spätere Beziehungen ein und färbt die partnerschaftliche Atmosphäre toxisch. Neben kognitiver Symptomatik stehen auch emotional-affektive Symptome im Vordergrund und starke Beeinträchtigungen des Selbstwertes. Wie genau sich dieser Bindungsstil äussert, woran man ihn erkennt und wie man bei sich oder anderen damit umgeht, wird in dieser Episode diskutiert.
Bei erlebter Gewalt oder Unsicherheit dazu informiert euch unter:
Opferhilfe-Schweiz: https://www.opferhilfe-schweiz.ch
Hilfetelefon-Deutschland: https://www.hilfetelefon.de/
Helpline-Österreich: https://www.frauenhelpline.at/
Bei erlebter Gewalt oder Unsicherheit dazu informiert euch unter:
Opferhilfe-Schweiz: https://www.opferhilfe-schweiz.ch
Hilfetelefon-Deutschland: https://www.hilfetelefon.de/
Helpline-Österreich: https://www.frauenhelpline.at/
38 Minuten
35 - Ein Beziehungsleben geprägt von Eifersucht, Trennungsangst und ständigem Hinterfragen - die Realität vieler, aber oft als „klammernd“ oder „völlig selbstunsicher“ abgetan. Aus der ständigen Angst heraus, nicht zu genügen, wird jede Situation zu einem potenziellen Zeichen von Distanzierung oder Untreue des Partners – Katastrophisieren und Hineininterpretieren ist Alltag. Emotional überladene Interaktionen und die ständige Suche nach Bestätigung engen die Partnerin oder den Partner ein, bis es wirklich zu viel wird. Dabei war die Angst, zu viel oder zu wenig zu sein genau das, was einen überhaupt in diese Situation gebracht hat. Ein tragischer Teufelskreis des unsicher-verwickelten Bindungsstils – diskutiert anhand eines Fallbeispiels und psychologischer Bindungsforschung.
37 Minuten
34 - Bin ich ein Einzelgänger, oder unsicher-distanziert gebunden? Als Antwort auf die Frage könnte ein hinterlassener „Scheiterhaufen“ an versuchten Beziehungen dienen: Wer emotional unantastbar wirkt, Konfrontation vermeidet und Gefühle verdrängt; Commitment scheut und keine Hilfe annimmt: Der oder die könnte aufgrund von enttäuschenden Bindungserfahrungen aus der Vergangenheit einen unsicher-distanzierten Bindungsstil entwickelt haben. Wie häufig dieser Bindungsstil ist und was ihn charakterisiert, welches fatales Schicksal die Vermeidung mit sich bringt und wie man noch rechtzeitig eingreift und korrigiert – das und mehr erfahrt ihr in dieser Episode zum Bindungstyp A.
44 Minuten
33 - Bekannt ist das Konzept der Sensitivität aus der frühen Eltern-Kind-Beziehung; denn im Kleinkindalter kann man sich nicht verbal mitteilen, somit ist die Sensitivität der Eltern gefragt, den Signalen das richtige Bedürfnis zuzuordnen. Aber das Konzept zieht sich bis hin in unsere Erwachsenen Beziehungen; auch hier können wir mit ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit gegenüber einer Person lernen, sensitiv auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Aber was macht uns sensitiv, und was ist vielleicht nur Projektion? Wie erlernen wir Sensitivität und wo ist die Grenze zwischen realistischen Bindungszielen und unrealistischen Erwartungen an den Partner oder die Partnerin? Wir diskutieren ein zentrales Schlüsselelement der Bindung, das unsere Kontrollerfahrungen, Emotionsregulationsfähigkeit und unseren Bindungsstil von früh an mit-prägt; die Sensitivität unserer Bezugspersonen.
39 Minuten
32 - Es geht um: Bindung. Was ist Bindung? Wieso ist Bindung das wichtigste psychologische Bedürfnis? Was machen frühe und spätere Bindungserfahrungen mit uns und wie beeinflussen sie unser Leben und Verhalten in Beziehungen? Erfahrt tiefe Einblicke in euer eigenes Verhalten und das eurer Partner, Familienmitglieder und Mitmenschen; über die Staffel hinweg lernt ihr, Erfahrungen über die 4 psychologischen Bindungsdimensionen (früher auch: „Bindungstypen“) einzuordnen und Vieles mehr! In dieser Themenreihe geht es um die psychologische Bindungsforschung; mit Wissen aus zahlreichen Datenquellen aus der Forschung und Erfahrungsberichten aus der Praxis mit Paaren und Kindern.
25 Minuten
31 - Erwartungen formen unser Erleben; sie beeinflussen nicht nur unsere Evaluation eines Ereignisses, sondern auch unser Verhalten und sogar das unserer Partner*innen. Wir sprechen über Erwartungen beim Sex: Sollte man stets hohe Erwartungen an seine sexuellen Erfahrungen legen, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und die richtigen Sexualpartner*innen zu wählen? Oder sollte man die Erwartungen von vornherein niedrig halten, um gar nicht erst enttäuscht zu werden und sich im Optimalfall sogar positiv überraschen zu lassen? Was unterschiedliche Erwartungen an uns und unser Gegenüber mit uns und unseren Partner*innen machen, wie sie helfen und stören; das und mehr, in dieser Episode.
40 Minuten
30 - Kontroverse: Pornografie. Gegensätzliche Ansichten spalten die öffentlichen Meinungen, und wir gehen der Frage wissenschaftlich auf den Grund: Ist Pornografie Gift für die Beziehung, oder eine willkommene sexuelle Anregung; und unter welchen Bedingungen? Wie viel Pornografie konsumieren wir statistisch, und ab wann spricht man von problematischem Gebrauch oder gar "Pornosucht"? Schließt euch unserer spannenden Diskussion an zu: Pornografie, Beziehung, Masturbation, sexuellen Fantasien & der Schwelle zum wahrgenommenen Fremdgehen.
38 Minuten
29 - Thema Menopause, Andropause und Sexualität im Alter - was passiert da eigentlich? Wir besprechen, was in diesen Phasen biologisch und psychologisch vor sich geht. Haben Menschen bis ins hohe Alter Sex? Nimmt die Lust nach der Menopause und Andropause ab, bzw. was passiert mit unserer Sexualität in Anbetracht der physischen und psychischen Veränderungen? Die Antwort wird euch überraschen! Wir räumen gesellschaftliche Narrative und Mythen über Sex im höheren Alter auf und besprechen die Realität; aktuelle Statistiken, echte Paarberichte und was sie bedeuten. Welche Schwierigkeiten und Hindernisse stehen einem mit steigendem Alter häufiger im Weg? Wie überwindet man Herausforderungen und zögert biologische Schwierigkeiten hinaus? Wie wichtig ist Sex für eine Beziehung im höheren Alter? Was das Sexleben von Paaren im Alter unterscheidet, welche Tatsachen und Strategien es gibt: So sieht Sex im Alter aus.
39 Minuten
28 - Diese Episode besprechen wir die typische Entwicklung der Sexualität vom jungen Erwachsenenalter bis ins mittlere, vor allem über den ersten großen Meilenstein hinweg: die Geburt. Was passiert mit dem Sex nach einer Geburt? Der Sex erfährt bei vielen Paaren unmittelbar nach einer Geburt eine Pause; aber wieso nehmen manche ihn schneller wieder auf, während er bei anderen Paaren komplett einstürzt? Welche Faktoren beeinflussen diesen Prozess? An der Stelle gilt es: persönliche Erwartungen überprüfen! Wir normalisieren Verläufe der Sexualität nach der Geburt und schaffen realistische Erwartungen, die jedes sich dem Meilenstein näherndes Paar haben sollte. Wir besprechen wichtige Aspekte, die es zu beachten gilt und praktische Tipps für einen optimalen Verlauf und ein glückliches Sexleben nach der Geburt eines Kindes. Informiert euch und seid bereit!
28 Minuten
27 - „Das erste Mal“. An mindestens einem Punkt unseres Lebens hat es uns wahnsinnig beschäftigt: Wann sollte man es haben? Woran erkennt man, dass man dafür bereit ist und wie früh ist zu früh? In dieser Episode besprechen wir die sexuelle Entwicklung und die Psychologie der Pubertät. Haben Jugendliche heute früher Sex als zuvor? Welche Einflüsse wirken auf einen ein? Es geht um spannende Zusammenhänge zur frühen Sexualität, sowie um psychologische Bindungstheorie; wir besprechen, wie das Elternhaus und die ersten Bindungserfahrungen den Zeitpunkt der ersten sexuellen Erfahrung beeinflussen, und was für Folgen das erste Mal für zukünftige Beziehungen haben kann.