VerasTagundNachtBuch Archiv
148 Episoden
10 Minuten
Ein Vater zwingt seine Tochter, zu halten, was sie einem Frosch versprochen hat. Sie wirft ihn an die Wand, verwandelt ihn zum Mann und sich zur Frau. Diese Initiationserzählung stammt aus der deutschen Romantik und trägt den irritierenden Titel: Der Froschkönig. Und wer jetzt denkt: Da wird ein Frosch geküsst, der irrt. Geküsst wird er nicht, sondern ... Hört selbst! Es liest Vera Rosenbusch. Text: KHM, 3. Auflage von 1837
32 Sekunden
Ein Gedicht über Logik und ihre Grenzen. Die Logik bringt uns hier nicht wirklich weiter. Die Suaheli (ein Volk in Ostafrika) tragen im Allgemeinen keine Schnurrbärte, im Unterschied zu Kaiser Wilhelm und seinen Untertanen. Und das Kattegat liegt bekanntlich zwischen Dänemark und Schweden, nicht vor Norderney. Die Logik lässt uns oft im Stich. Viele Dinge passieren, die wir nicht verstehen. Das wissen wir, geben es aber nicht gern zu. Übrigens: „Logik ist öde“, sagt kein Geringerer als Alfred Hitchcock, der Großmeister der Spannungsdramaturgie. aus meinem literarischen Spaziergang "Komm, du salzigster Matrose" durch Hafencity und Speicherstadt
83 Sekunden
Das wohl berühmteste Gedicht zum Thema Italiensehnsucht stammt aus „Wilhelm Meisters theatralische Sendung“. In einigen Formulierungen weicht es ab von „Wilhelm Meisters Lehrjahre“. Es ist das sogenannte "Lied der Mignon". Die (oder der) kommt aus Italien und ist in Deutschland gestrandet. Nun sehnt das seltsam androgyne Wesen sich zurück. Das Gedicht lebt vom Zusammenhang zwischen dem paradiesischen Traumland, "wo die Zitronen blühn" und der wirklichen Machtlosigkeit, die sich in dem Satz äußert: „Dahin! Möcht ich mit dir, o mein Gebieter, ziehn“. Kurz: Utopien sagen weniger etwas über die Zukunft als über die Gegenwart derer, die sie benötigen. Und sind wir das letztlich nicht alle? Aus unserem Bühnenprogramm „Goethe! Wilhelm! Meister!“
4 Minuten
"Wilhelm Meisters theatralische Sendung" ist ein Manuskript des jungen Goethe aus der Sturm-und–Drang-Zeit, das erst 1910 wiedergefunden wurde. Für Wilhelm gibt es nur eins: die Bühne. Seine abenteuerliche Suche endet im Hamburger (!) Comödienhaus am Gänsemarkt. In diesem Kapitel (leicht gekürzt) begegnet Wilhelm Meister zum ersten Mal dem Theater. Eine Hörprobe aus unserem Bühnenprogramm „Goethe! Wilhelm! Meister!“ #Johann Wolfgang Goethe #Wilhelm Meister #Hamburger Comödienhaus
4 Minuten
Gregor wird von seiner Liebe zurückgewiesen. Was nun? Er versuchts mit einer Kunstaktion… Ein Text, den ich für unseren literarischen Friedhofs-Spaziergang „Wir spielen, bis uns der Tod abholt“ geschrieben habe, der uns rund um den Dichterhügel in Ohlsdorf führt.
56 Sekunden
Der milde Spätsommer macht Lust zum Wandern, auf die Berge zu steigen und sich aus der steifen Welt unten zu erheben. Man gewinnt Distanz und Überblick. Aber von der Naturbegeisterung zur Überheblichkeit ist's nur ein kleiner Schritt ...
83 Sekunden
Als ich für mein Bühnenprogramm „Lüste“ Texte zum Thema „Gibt es eine weibliche Sprache der Erotik?“ suchte, fand ich Else Lasker-Schülers frühe Gedichte. Ihre Stimme hat mich überrascht und überrascht mich bis heute. „Orgie“ erschien 1902 in „Styx“.
41 Sekunden
Kurt Schwitters nannte seine Kunst MERZ - eine Silbe, die er aus der Zeitung ausgeschnitten hatte, aus einer Anzeige der ComMERZbank. Aus unserem Bühnenprogramm "Anna Blume und ich".
47 Sekunden
Unter dem Vorwand, andere vor Lastern zu warnen, werden gern eigene Fantasien lustvoll ausbuchstabiert … Ein Gedicht aus dem „Kinder-Verwirr-Buch“ (1931.) Mehr von Joachim Ringelnatz auf meinem literarischen Spaziergang „Komm, du salzigster Matrose“ durch Hafencity und Speicherstadt. Termine: www.hamburgerliteraturreisen.de #literatur #hörbuch #ringelnatz #an berliner kinder
2 Minuten
Seit einigen Monaten lese ich für Euch jeden Sonntag einen literarischen Text ein, bisher aus dem großen Fundus anderer Autorinnen und Autoren. Heute aber bin ich so mutig, auch einmal einen eigenen Text zu posten; nächste Woche gibt es wieder Ringelnatz.
19 Sekunden
Melancholie bedeutet nicht Depression. Sie ist keine schwere Krankheit, sondern eine Gemütsstimmung, die schöpferische Geisteskräfte hervorrufen kann. Melancholie bedeutet, nicht mehr einzustimmen ins Alltagsgerede. Bedeutet, nach dem Sinn von Sätzen und vielleicht sogar des Lebens zu fragen. Das mag zunächst traurig stimmen, man ist ja plötzlich ziemlich allein mit sich und seinen Gedanken. Aber ist nicht diese Distanz zum Gewohnten und Gewöhnlichen die Voraussetzung dafür, es zu überschreiten? – Ich liebe dieses Goethe-Gedicht!
44 Sekunden
„Sie ist der Widerspruch gegen die Phantasielosigkeit in Person. Der expressionistische Aufbruch erscheint in ihr als eine neue Freiheit der Phantasie“, schreibt Walter Muschg über Else Lasker-Schüler.
17 Sekunden
Wie schwer ist es doch, über Leiden und die damit verbundene Erfahrung der Ohnmacht zu sprechen. Heine denkt poetisch darüber nach.
29 Sekunden
Ein erstaunlichesGedicht: Ein Sklave beklagt sein Leid. Noch erstaunlicher ist, dass es 1773 im „Wandsbecker Bothen“ erschien. Denn die Zeitung, deren einziger Redakteur Matthias Claudius war, gehörte Heinrich Carl Baron von Schimmelmann, auf dessen westindischen Zuckerplantagen zur selben Zeit 974 schwarze Sklaven arbeiteten. Erst 19 Jahre später verbot Dänemark als erstes europäisches Land den Handel mit Sklaven, allerdings war der Besitz weiterhin legal. MEHR: https://www.zeit.de/2020/40/heinrich-carl-von-schimmelmann-sklavenhalter-hamburg-kolonialismus/komplettansicht