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148 Episoden
3 Minuten
Es gibt verschiedene Kafka Interpretationen: – Ausgehend von Max Brod verstehen viele Kafkas Geschichten symbolisch. Stets bedeutet alles etwas anderes als geschrieben steht, meist irgendetwas mit Schuld. – Oder man interpretiert mit Camus Kafka existentialistisch. Dann geht es um das Geworfensein des Menschen in eine sinnlose Welt. – Oder man interpretiert sein Werk psychoanalytisch. Dann steht das Verhältnis zum Vater im Mittelpunkt. Keine dieser Interpretationen ist unsinnig. Kafka übt bis heute einen großen Reiz auf die Germanisten aus. Schon Walter Benjamin schrieb, seine Erzählungen seien unendlich ausdeutbar = unausdeutbare Parabeln, die immer eine „wolkige Stelle“ enthielten, durch die sie sich einer greifbaren Auslegung entzögen. Sie sind modern, weil sie immer neuen Sinn generieren! Uns leuchtet der Ansatz des französischen Surrealisten Andre Breton ein. Der entdeckte Humor bei Kafka, wenn auch einen schwarzen. Und die Traumlogik ist für Breton wichtig, der die Handlung in Kafkas Texten oft folgt. Das ist grotesk. Dieses Groteske findet man wieder bei Charly Chaplin und anderen zeitgenössischen Filmhelden, die Kafka im Kino gesehen hat. Der Dichter selbst soll beim Vorlesen seiner Texte vielfach laut gelacht haben. Hört hier die Klara-Episode aus dem Roman „Der Verschollene“ (viele kennen ihn unter dem Titel „Amerika“) Sie zeigt das deutlich: Da fällt eine junge Frau über den 17-jährigen Karl Rossmann her. Meist läuft das bekanntlich umgekehrt. Eine Hörprobe aus unserem Bühnenprogramm „Kafkas Amerika“.
2 Minuten
Lutz Flörke Vera Rosenbusch präsentieren einen Kollektivtext. Ihr wisst ja: Wir schreiben einzeln und kollektiv, denn wir sind zwei AutorInnen mit (mindestens) drei Schreibweisen. Viel Spaß! Mehr in unserem Jahrbuch Nr.1 "EINS+EINS=DREI", das im März erscheint.
59 Sekunden
Vera Rosenbusch liest "Gibs auf!" von Franz Kafka. Ein Mensch in einer fremden Stadt fragt einen Polizisten nach dem Weg, einen Vertreter der Ordnungsmacht. Statt zu helfen, rät der Schutzmann "Gib's auf!" und lacht ... - Dieser Text, der sich eindeutigen Interpretationen verweigert, bietet eine Menge Stoff zum Nachdenken.
45 Sekunden
Vera Rosenbusch liest "28. Januar". Ein kurzer eigener Text mit Tulpe, beinahe locker-lyrisch ... Hörprobe aus "EINS+EINS=DREI", unserem Jahrbuch Nr. 1. Viel Spaß!
3 Minuten
Die meisten wissen ja, ich bin nicht nur als Literatur-Performerin unterwegs, sondern schreibe auch literarisch. Deshalb präsentiere ich hier eine eigene kurze Erzählung: "Winterhuder Wartezimmer". Die kleine Szene spielt gleich bei mir um die Ecke. Im Übrigen ist diese Aufnahme eine erste Hörprobe aus dem gemeinsamen Jahrbuch "EINS+EINS=DREI" von Lutz Flörke und mir. Es erscheint (toi -toi- toi) im März. Seid gespannt und drückt die Daumen!
47 Sekunden
Vera Rosenbusch liest "Mich führte in die Wolke mein Geschick" von Else Lasker-Schüler. Schon in meinem Bühnenprogramm "Lüste" war sie die wichtigste Autorin, denn sie liebte und schrieb mit Leidenschaft. Sie war unkonventionell und mutig, eine große Dichterin und leidenschaftliche Performancekünstlerin. Auch dieser Text (aus dem Nachlass) zeigt, dass sie trotz Krieg und Judenverfolgung auch am Ende ihres Lebens ihre große sprachliche Virtuosität nicht verloren hatte. Textquelle: https://www.kj-skrodzki.de/Dokumente/Text_097.htm#p047 [Mich führte in die Wolke mein Geschick] • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:112). Auf: »Anfang« betitelte Vorrede zum Schauspiel IchundIch vom 9. Juli 1943. Album Audio: https://soundcloud.com/vera-rosenbusch/sets/lasker-schueler Playlist Video: https://www.youtube.com/playlist?list=PLk4itwkJHny2bNyuebHlfVNwoBk6XAw8R
2 Minuten
Vera Rosenbusch liest "Gadji beri bimba" von Hugo Ball. Poesie ist Klang. Lebendig wird sie erst, wenn man sie laut liest. 1916 trug Hugo Ball sein Lautgedicht zum ersten Mal im Cabaret Voltaire in Zürich vor. In einem "kubistischen" Pappanzug, der an ein Bischofs-Ornat erinnerte, gab er zwischen zwei Notenständern eine groteske Erscheinung ab und verwirrte sein Publikum. Wer "Gadji beri bimba" hört, weiß nicht ganz genau, wovon die Rede ist, kann sich aber jede Menge vorstellen. Seine Phantasie wendet sich gegen das, was als "Sinn" unser Leben durchzieht. Ohne sprachlichen Sinn können wir nicht existieren -- andererseits ist er bis in die kleinste Silbe, die minimalste Betonung abhängig von sozialen Machtverhältnissen. Es gibt keine neutrale oder gar "unschuldige" Sprache. Lasst Euch vom Klang dieses wunderbaren Gedichts anregen zu Ohrenlust und Sprachkritik! Als kleiner Tipp: Eine völlig andere Vertonung des Gedichts bieten die "Talking Heads". Sie trägt den Titel "I Zimbra" und findet sich auf der CD "Fear Of Music": https://www.youtube.com/watch?v=qKFn66dzdz0
4 Minuten
Vera Rosenbusch liest "Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu" von Joachim Ringelnatz. Kuttel ist ein derber Bursche, ein Sonderling und Trunkenbold, der wilde Gelage liebt und jede Menge Bräute hat. Aber er ist auch ein armer Teufel, der sich als Saufbold und Weiberkerl gibt, um sein gutes Herz dahinter zu verbergen. So feiert er Weihnachten auf seine eigene Weise.
14 Minuten
Vera Rosenbusch liest „Der Schneemann“ von Hans Christian Andersen. So geht’s manchmal ... Da treffen sich zwei, reden über Menschen, übers Wetter, über die Liebe. Hier sind es ein Schneemann und ein Kettenhund, der bessere Tage gesehen hat. Beide stehen draußen im klirrenden Frost. Da erwischt ausgerechnet den Schneemann die Sehnsucht nach einem warmen Ofen ... Ein Märchen von Hans Christian Andersen über Sehnsucht, Einsamkeit und das Erzählen. Text-Quelle: https://www.projekt-gutenberg.org/andersen/maer-03/chap019.html
11 Sekunden
Lutz Flörke & Vera Rosenbusch lesen einen Text zum Thema Weisheiten und zum Thema Sexualität.
77 Sekunden
Vera Rosenbusch liest die „Römische Elegie I“ von J. W. v. Goethe. Unter einer „Elegie“ versteht Goethe nichts Trauriges, sondern ein Gedicht in klar rhythmisierten Doppelversen. Die wunderschön fließende Sprache bildet einen reizvollen Kontrast zum lasziven Inhalt. Ein erotisches Spiel zwischen Disziplin und Lockerung, das besonders gut funktioniert, wenn man den Texte laut liest. Auch hier heißt es: Poesie ist Klang.
56 Sekunden
Vera Rosenbusch liest "Der Asra" von Heinrich Heine. Dieses Gedicht beruht auf einer sagenhaften arabischen Liebesgeschichte aus dem 7. Jahrhundert. Thema: die unmögliche und unerwiderte Liebe eines Sklaven zur Sultanstochter. - Ein rätselhaftes Stück Lyrik aus Heines "Romanzero", 1846 zum ersten Mal veröffentlicht.
2 Minuten
Vera Rosenbusch liest das bekannte Märchen von den Brüdern Grimm.
2 Minuten
Gestern auf dem Wochenmarkt begegnete mir eine letzte, müde Wespe. Als ich gerade etwas sentimental dachte, ja, jetzt ist der Abschied vom Sommer gekommen, fiel mir dieser Text ein. In ihm kommt zwar keine Wespe vor, aber ... Aus unserem Bühnenprogramm „Fliegen“.
6 Minuten
Vera Rosenbusch liest "Das Liebespaar" von Hans Christian Andersen. Ein Kreisel liebt einen Ball – Der Dichter lässt Gegenstände lebendig werden, so beginnt eine ziemlich ungewöhnliche Liebesgeschichte. Hört selbst! Eine andere Übersetzung hat den Titel: Die Brautleute. Quelle: Andersen, H[ans] C[hristian]: Sämmtliche Märchen. Leipzig 31[um 1900], S. 254-258. Übersetzung: Julius Reuscher, 31. vermehrte Aufl., Leipzig: Abel und Müller, [um 1900] behutsam modernisiert. Vielen Dank fürs kunstvoll-künstliche Kaminfeuer an JuliusH von pixabay "https://pixabay.com/de/users/juliush-3921568/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=video&utm_content=50783" Das Gold verdanke ich Public Domain Pictures von Pixabay. "https://pixabay.com/users/publicdomainpictures-14/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=313346"
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"Veras Tag + Nacht Buch" ist ein iterarisches Zu-…