2 alte wei(s)se Männer Archiv
57 Episoden
51 Minuten
Wie kann in Zeiten wie diesen überhaupt noch Frieden entstehen? Der Krieg gegen Iran ist weiter eskaliert, in der Ukraine ist ein Ende des Krieges nicht in Sicht – und gleichzeitig merken wir, wie schnell wir uns daran gewöhnen, fast nur noch in Kategorien von Eskalation, Abschreckung und militärischer Stärke zu denken. Genau darüber sprechen wir in dieser Folge mit Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Direktorin der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und eine der bekanntesten deutschen Friedens- und Konfliktforscherinnen.
Nicole Deitelhoff erklärt, warum es gerade in laufenden Kriegen wichtig ist, weiter über Frieden zu sprechen – nicht naiv, sondern realistisch. Sie macht deutlich: Verteidigungsfähigkeit und Friedenssuche schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Gerade in Zeiten realer Bedrohung kommt es darauf an, auch die kleinen Öffnungen zu erkennen, in denen Kooperation noch möglich ist. Als Beispiel nennt sie den Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine – ein Hinweis darauf, dass selbst in hochverfeindeten Konflikten Gesprächs- und Handlungsspielräume bestehen bleiben.
Im Gespräch geht es außerdem um die Frage, was Frieden heute überhaupt bedeutet. Deitelhoff unterscheidet zwischen einem „negativen Frieden“, also dem Ende organisierter Gewalt, und einem „positiven Frieden“, der darüber hinaus auf Gerechtigkeit, Teilhabe und tragfähige gesellschaftliche Ordnung zielt. Ihr nüchterner Befund: Im Moment wären wir schon froh, wenn zumindest der „dürre Hahn“ des negativen Friedens wieder erreichbar würde.
Und schließlich spricht sie darüber, was Friedensforschung heute konkret leisten kann: nicht den großen Wurf versprechen, sondern in festgefahrenen Konflikten genau hinschauen, wo Kooperation noch trägt, wo Vermittlung möglich ist und wie aus kleinen Schritten irgendwann tragfähigere Friedensordnungen werden können. Friedensfähigkeit, so ihr Mutmacher-Gedanke, ist lernbar – durch gerechte Sprache, klares Denken und strategische Geduld.
Eine Folge über Krieg und Frieden, über strategische Geduld, europäische Verantwortung – und über die Frage, wie man auch in sehr dunklen Zeiten die Möglichkeit von Verständigung nicht aufgibt.
Und wenn Sie unsere Gespräche auch jenseits des Podcasts nachlesen möchten:
Unser neues Buch ist erschienen:
„2 alte wei(s)e Männer: Mutmacher für schwere Zeiten – was hoffen lässt“
Jetzt im Buchhandel und auf allen gängigen Plattformen erhältlich.
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Nicole Deitelhoff erklärt, warum es gerade in laufenden Kriegen wichtig ist, weiter über Frieden zu sprechen – nicht naiv, sondern realistisch. Sie macht deutlich: Verteidigungsfähigkeit und Friedenssuche schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Gerade in Zeiten realer Bedrohung kommt es darauf an, auch die kleinen Öffnungen zu erkennen, in denen Kooperation noch möglich ist. Als Beispiel nennt sie den Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine – ein Hinweis darauf, dass selbst in hochverfeindeten Konflikten Gesprächs- und Handlungsspielräume bestehen bleiben.
Im Gespräch geht es außerdem um die Frage, was Frieden heute überhaupt bedeutet. Deitelhoff unterscheidet zwischen einem „negativen Frieden“, also dem Ende organisierter Gewalt, und einem „positiven Frieden“, der darüber hinaus auf Gerechtigkeit, Teilhabe und tragfähige gesellschaftliche Ordnung zielt. Ihr nüchterner Befund: Im Moment wären wir schon froh, wenn zumindest der „dürre Hahn“ des negativen Friedens wieder erreichbar würde.
Und schließlich spricht sie darüber, was Friedensforschung heute konkret leisten kann: nicht den großen Wurf versprechen, sondern in festgefahrenen Konflikten genau hinschauen, wo Kooperation noch trägt, wo Vermittlung möglich ist und wie aus kleinen Schritten irgendwann tragfähigere Friedensordnungen werden können. Friedensfähigkeit, so ihr Mutmacher-Gedanke, ist lernbar – durch gerechte Sprache, klares Denken und strategische Geduld.
Eine Folge über Krieg und Frieden, über strategische Geduld, europäische Verantwortung – und über die Frage, wie man auch in sehr dunklen Zeiten die Möglichkeit von Verständigung nicht aufgibt.
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1 Minute
Unser Gesundheitssystem ist leistungsfähig – und zugleich an vielen Stellen überlastet: zu wenig Personal, zu viel Bürokratie, lange Wege, überfüllte Praxen und Kliniken. In dieser Folge sprechen wir mit Prof. Dr. Lothar Wieler, Mikrobiologe, Tiermediziner und Public-Health-Experte, vielen bekannt als langjähriger Präsident des Robert Koch-Instituts. Heute arbeitet er am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Bereich Digital Global Public Health und beschäftigt sich mit der Frage, wie digitale Medizin Krankheiten früher erkennen, besser vorbeugen und Gesundheitschancen gerechter machen kann.
Wieler benennt die strukturellen Probleme klar: Die Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, falsche Anreize im Vergütungssystem, zu viele ineffiziente Krankenhausstrukturen, enorme Bürokratie und eine zu schwache Prävention machen das System teuer, oft ineffizient und teilweise sogar ineffektiv. Sein Punkt ist deutlich: Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.
Gleichzeitig macht Wieler klar, warum Digitalisierung und KI keine Spielerei sind, sondern eine notwendige Basisinfrastruktur. Sie können dort helfen, wo heute Zeit, Energie und Qualität verloren gehen: bei Dokumentation, Informationsübergaben, Diagnoseunterstützung und Versorgungssteuerung. Besonders eindrücklich ist sein Beispiel eines am Hasso-Plattner-Institut entwickelten Tools, das Pflegekräfte bei der Dokumentation entlastet und dadurch wieder mehr Zeit für Patientinnen und Patienten schafft.
Auch bei der Diagnostik sieht Wieler großes Potenzial: KI kann Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen, aber sie kann ihr Gedächtnis, ihre Mustererkennung und ihre Geschwindigkeit sinnvoll ergänzen. Gerade bei Bilddiagnostik und datenbasierten Vorhersagen werde sich in den nächsten Jahren viel bewegen – auch wenn Deutschland durch Regulierung und Risikoaversion oft langsamer ist, als es sein müsste.
Wichtig ist ihm dabei der menschliche Maßstab: Digitale Medizin darf nicht technokratisch über Menschen hinwegrollen. Wieler spricht über ethische Fragen, Datenschutz und den sogenannten Black-Box-Effekt – und plädiert dafür, Risiken ernst zu nehmen, aber den gesellschaftlichen Nutzen nicht aus dem Blick zu verlieren. Sein Mutmacher-Kern: Gute Digitalisierung ersetzt nicht den Menschen, sondern schafft Freiräume, damit Medizin wieder menschlicher werden kann.
Eine Folge über die Schwächen unseres Gesundheitssystems, die Chancen von Digitalisierung und KI – und über die Frage, wie aus Technik echte Entlastung entstehen kann.
Ada-App
Die von Professor Wieler erwähnte Ada-App ist eine KI-gestützte Gesundheitsanwendung, die als Symptom-Checker und medizinisches Informationsportal fungiert. Sie wurde von der Ada Health GmbH entwickelt, einem Team aus Ärzten und Wissenschaftlern, um Menschen dabei zu helfen, ihre Symptome besser einzuschätzen. Weitere Infos gibt es hier: https://ada.com/de/app/
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Wieler benennt die strukturellen Probleme klar: Die Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, falsche Anreize im Vergütungssystem, zu viele ineffiziente Krankenhausstrukturen, enorme Bürokratie und eine zu schwache Prävention machen das System teuer, oft ineffizient und teilweise sogar ineffektiv. Sein Punkt ist deutlich: Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.
Gleichzeitig macht Wieler klar, warum Digitalisierung und KI keine Spielerei sind, sondern eine notwendige Basisinfrastruktur. Sie können dort helfen, wo heute Zeit, Energie und Qualität verloren gehen: bei Dokumentation, Informationsübergaben, Diagnoseunterstützung und Versorgungssteuerung. Besonders eindrücklich ist sein Beispiel eines am Hasso-Plattner-Institut entwickelten Tools, das Pflegekräfte bei der Dokumentation entlastet und dadurch wieder mehr Zeit für Patientinnen und Patienten schafft.
Auch bei der Diagnostik sieht Wieler großes Potenzial: KI kann Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen, aber sie kann ihr Gedächtnis, ihre Mustererkennung und ihre Geschwindigkeit sinnvoll ergänzen. Gerade bei Bilddiagnostik und datenbasierten Vorhersagen werde sich in den nächsten Jahren viel bewegen – auch wenn Deutschland durch Regulierung und Risikoaversion oft langsamer ist, als es sein müsste.
Wichtig ist ihm dabei der menschliche Maßstab: Digitale Medizin darf nicht technokratisch über Menschen hinwegrollen. Wieler spricht über ethische Fragen, Datenschutz und den sogenannten Black-Box-Effekt – und plädiert dafür, Risiken ernst zu nehmen, aber den gesellschaftlichen Nutzen nicht aus dem Blick zu verlieren. Sein Mutmacher-Kern: Gute Digitalisierung ersetzt nicht den Menschen, sondern schafft Freiräume, damit Medizin wieder menschlicher werden kann.
Eine Folge über die Schwächen unseres Gesundheitssystems, die Chancen von Digitalisierung und KI – und über die Frage, wie aus Technik echte Entlastung entstehen kann.
Ada-App
Die von Professor Wieler erwähnte Ada-App ist eine KI-gestützte Gesundheitsanwendung, die als Symptom-Checker und medizinisches Informationsportal fungiert. Sie wurde von der Ada Health GmbH entwickelt, einem Team aus Ärzten und Wissenschaftlern, um Menschen dabei zu helfen, ihre Symptome besser einzuschätzen. Weitere Infos gibt es hier: https://ada.com/de/app/
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1 Minute
Wie steht es wirklich um unsere Demokratie? Gibt es tatsächlich Politikverdrossenheit – oder erleben wir vielmehr eine tiefe Repräsentationskrise?
Darüber sprechen wir in dieser Folge mit dem Politikwissenschaftler Professor Wolfgang Merkel. Er widerspricht der verbreiteten Diagnose einer allgemeinen Politikverdrossenheit deutlich: Die Menschen seien heute nicht apathisch oder rückwärtsgewandt, sondern eher aufgebracht, mobilisiert und politisch aktiv. Das eigentliche Problem liege woanders – im wachsenden Gefühl vieler Bürgerinnen und Bürger, sich politisch nicht mehr ausreichend repräsentiert zu sehen.
Im Gespräch geht es um die Ursachen dieses Vertrauensverlusts: um globale Krisen, tiefgreifende Transformationen, soziale Ungleichheit, regionale Brüche und die Erfahrung, dass viele Probleme längst nicht mehr national gelöst werden können, politische Verantwortung aber weiterhin vor allem national organisiert ist. Merkel erklärt, warum daraus Ohnmachtsgefühle entstehen, weshalb gerade in solchen Zeiten faire und wirksame Lösungen entscheidend sind – und warum die Demokratie an einer Repräsentationskrise leidet, nicht aber vor ihrem Ende steht.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, warum populistische und rechtsautoritäre Kräfte gerade dort stark werden, wo Menschen sich übersehen, abgehängt oder nicht ernst genommen fühlen. Merkel analysiert die besondere Lage in Ostdeutschland, ordnet aber zugleich ein, dass ähnliche Dynamiken längst auch im Westen sichtbar werden. Seine zentrale Botschaft: Demokratie muss Probleme nicht nur effizient, sondern vor allem fair lösen – und den Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl geben, in ihrer Lebenswirklichkeit, ihren Interessen und ihrer Würde gesehen zu werden.
Trotz aller Probleme endet das Gespräch bewusst nicht im Alarmismus. Merkel wirbt für einen nüchternen, aber zuversichtlichen Blick auf den Zustand der Demokratie. Deutschland sei keine Demokratie im Niedergang, sondern eine resiliente, lernfähige Ordnung mit großen Ressourcen – politisch, institutionell und gesellschaftlich. Gerade in Zeiten der Zuspitzung, so sein Mutmacher, komme es darauf an, weniger Untergangsrhetorik zu pflegen und stärker an fairer Repräsentation, politischer Selbstkorrektur und demokratischer Erneuerung zu arbeiten.
In dieser Folge sprechen wir unter anderem daüber:
warum „Politikverdrossenheit“ für Wolfgang Merkel der falsche Begriff ist
weshalb viele Menschen sich nicht unpolitisch, sondern nicht repräsentiert fühlen
welche Rolle Ungleichheit, Transformation und Ohnmacht spielen
warum Populismus Repräsentationslücken besetzt
und was unserer Demokratie heute trotz allem Stabilität und Zukunft gibt.
Wolfgabg
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Darüber sprechen wir in dieser Folge mit dem Politikwissenschaftler Professor Wolfgang Merkel. Er widerspricht der verbreiteten Diagnose einer allgemeinen Politikverdrossenheit deutlich: Die Menschen seien heute nicht apathisch oder rückwärtsgewandt, sondern eher aufgebracht, mobilisiert und politisch aktiv. Das eigentliche Problem liege woanders – im wachsenden Gefühl vieler Bürgerinnen und Bürger, sich politisch nicht mehr ausreichend repräsentiert zu sehen.
Im Gespräch geht es um die Ursachen dieses Vertrauensverlusts: um globale Krisen, tiefgreifende Transformationen, soziale Ungleichheit, regionale Brüche und die Erfahrung, dass viele Probleme längst nicht mehr national gelöst werden können, politische Verantwortung aber weiterhin vor allem national organisiert ist. Merkel erklärt, warum daraus Ohnmachtsgefühle entstehen, weshalb gerade in solchen Zeiten faire und wirksame Lösungen entscheidend sind – und warum die Demokratie an einer Repräsentationskrise leidet, nicht aber vor ihrem Ende steht.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, warum populistische und rechtsautoritäre Kräfte gerade dort stark werden, wo Menschen sich übersehen, abgehängt oder nicht ernst genommen fühlen. Merkel analysiert die besondere Lage in Ostdeutschland, ordnet aber zugleich ein, dass ähnliche Dynamiken längst auch im Westen sichtbar werden. Seine zentrale Botschaft: Demokratie muss Probleme nicht nur effizient, sondern vor allem fair lösen – und den Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl geben, in ihrer Lebenswirklichkeit, ihren Interessen und ihrer Würde gesehen zu werden.
Trotz aller Probleme endet das Gespräch bewusst nicht im Alarmismus. Merkel wirbt für einen nüchternen, aber zuversichtlichen Blick auf den Zustand der Demokratie. Deutschland sei keine Demokratie im Niedergang, sondern eine resiliente, lernfähige Ordnung mit großen Ressourcen – politisch, institutionell und gesellschaftlich. Gerade in Zeiten der Zuspitzung, so sein Mutmacher, komme es darauf an, weniger Untergangsrhetorik zu pflegen und stärker an fairer Repräsentation, politischer Selbstkorrektur und demokratischer Erneuerung zu arbeiten.
In dieser Folge sprechen wir unter anderem daüber:
warum „Politikverdrossenheit“ für Wolfgang Merkel der falsche Begriff ist
weshalb viele Menschen sich nicht unpolitisch, sondern nicht repräsentiert fühlen
welche Rolle Ungleichheit, Transformation und Ohnmacht spielen
warum Populismus Repräsentationslücken besetzt
und was unserer Demokratie heute trotz allem Stabilität und Zukunft gibt.
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42 Minuten
Trump, Krieg, autoritäre Tendenzen, politische Erschöpfung: Viele Menschen haben das Gefühl, dass unsere Demokratie brüchiger geworden ist. In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen wir mit Prof. Dr. Christoph Möllers, Prof. Dr. Christoph Möllers, einem der renommiertesten Staatsrechtler Deutschlands. Er ist Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seine Arbeit kreist um Verfassungsrecht, Demokratie, Gewaltenteilung und die Frage, wie politische Ordnung unter Druck funktioniert.
Möllers beschreibt die Gegenwart als eine Zeit, in der liberale Demokratien gleichzeitig von innen und außen unter Druck geraten. Rechtsextreme Kräfte, geopolitische Krisen und gesellschaftliche Verunsicherung verstärken sich gegenseitig. Trotzdem warnt er davor, in Alarmismus zu verfallen: Demokratie sei verletzlich, aber keineswegs schutzlos.
Wir sprechen darüber, warum autoritäre Politik gerade für viele attraktiv wirkt, welche Rolle Gerichte, Föderalismus und unabhängige Institutionen spielen – und warum Institutionen allein nicht reichen, wenn demokratische Mehrheiten wegbrechen. Möllers macht deutlich: Demokratie braucht nicht nur Regeln und Verfahren, sondern auch politische Führung, Widerspruchskraft und Bürgerinnen und Bürger, die sie tragen.
Trotz aller Krisen bleibt er zuversichtlich. Sein Blick in die Geschichte zeigt: Frühere Generationen standen ebenfalls vor großen Erschütterungen – und haben dennoch Wege gefunden, Freiheit und Demokratie zu behaupten
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Wir sprechen darüber, warum autoritäre Politik gerade für viele attraktiv wirkt, welche Rolle Gerichte, Föderalismus und unabhängige Institutionen spielen – und warum Institutionen allein nicht reichen, wenn demokratische Mehrheiten wegbrechen. Möllers macht deutlich: Demokratie braucht nicht nur Regeln und Verfahren, sondern auch politische Führung, Widerspruchskraft und Bürgerinnen und Bürger, die sie tragen.
Trotz aller Krisen bleibt er zuversichtlich. Sein Blick in die Geschichte zeigt: Frühere Generationen standen ebenfalls vor großen Erschütterungen – und haben dennoch Wege gefunden, Freiheit und Demokratie zu behaupten
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1 Minute
Krieg in der Ukraine, Nahost-Konflikt, Energie- und Sicherheitsfragen, wachsende EU-Skepsis – viele erleben diese Zeit als Dauerkrise. In dieser Folge fragen wir: Kann Europa aus dieser Phase sogar stärker hervorgehen – wenn es entscheidet, nicht nur zu reagieren, sondern zu gestalten?
Unsere Gästin ist Professorin Daniela Schwarzer, Vorständin der Bertelsmann Stiftung und eine der profiliertesten deutschen Expertinnen für europäische und internationale Politik, Wirtschaft, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Sie ordnet die Gegenwart als umfassenden Umbruch ein: Sicherheitsordnung, Wirtschaftsordnung, Technologie und politische Kultur verändern sich parallel – und Europa muss darauf eine eigene, handlungsfähige Antwort finden.
Darum geht’s im Gespräch
Krisen als Integrationsmotor: Warum Europa oft dann handlungsfähig wird, wenn es „spürt, was auf dem Spiel steht“ – und was wir aus Eurokrise, Brexit und Pandemie lernen können.
Pluralismus als Stärke: Warum Vielfalt in Europa nicht nur Konflikt ist, sondern eine Ressource – wenn Kräfte gebündelt und Interessen klug „gepoolt“ werden.
Energiekrise als Lehrstück: Welche Lehre Schwarzer besonders betont: keine gefährlichen Abhängigkeiten – und warum Europas Rationalität nicht automatisch die Rationalität anderer Akteure ist.
Hybride Angriffe & Desinformation: Wie Polarisierung und digitale Einflussoperationen Europas Zusammenhalt treffen – und warum Resilienz auch Schutz des demokratischen Diskursraums bedeutet.
Mutmacher-Perspektive: Woher Zuversicht kommen kann – nicht durch Wegsehen, sondern durch Klarheit, Prioritäten und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Eine Folge über Europa als Stabilitätsanker – und über die Frage, wie aus Krisen Reformkraft entstehen kann.
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Darum geht’s im Gespräch
Krisen als Integrationsmotor: Warum Europa oft dann handlungsfähig wird, wenn es „spürt, was auf dem Spiel steht“ – und was wir aus Eurokrise, Brexit und Pandemie lernen können.
Pluralismus als Stärke: Warum Vielfalt in Europa nicht nur Konflikt ist, sondern eine Ressource – wenn Kräfte gebündelt und Interessen klug „gepoolt“ werden.
Energiekrise als Lehrstück: Welche Lehre Schwarzer besonders betont: keine gefährlichen Abhängigkeiten – und warum Europas Rationalität nicht automatisch die Rationalität anderer Akteure ist.
Hybride Angriffe & Desinformation: Wie Polarisierung und digitale Einflussoperationen Europas Zusammenhalt treffen – und warum Resilienz auch Schutz des demokratischen Diskursraums bedeutet.
Mutmacher-Perspektive: Woher Zuversicht kommen kann – nicht durch Wegsehen, sondern durch Klarheit, Prioritäten und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
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49 Minuten
Wir leben in einer Zeit der „Polykrise“: geopolitische Machtverschiebungen, autoritäre Tendenzen, rechtsextreme Bewegungen, gesellschaftliche Verunsicherung. Doch ist unsere Lage wirklich beispiellos?
In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen wir mit Professor Andreas Wirsching, einem der renommiertesten Zeithistoriker Deutschlands. Bis 2025 war er Inhaber des Lehrstuhls für Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte reichen von der Weimarer Republik über Nationalsozialismus und Kommunismus bis hin zur europäischen Geschichte der Gegenwart .
Jede Generation erlebt ihre Krisen
Wirsching ordnet die Gegenwart historisch ein:
Das 20. Jahrhundert war geprägt von Weltkriegen, Diktaturen, Systembrüchen – und dennoch entstanden immer wieder neue demokratische Ordnungen.
Ein zentrales Leitmotiv seiner Analyse: Freiheit.
Individuelle und kollektive Freiheitsversprechen seien entscheidende Kräfte der Krisenbewältigung gewesen – von der Zwischenkriegszeit über den demokratischen Neuanfang nach 1945 bis zur europäischen Integration .
Weimar, NS, Neubeginn – und die Ambivalenzen
Wir sprechen über:
warum Weimarer Krisenbewältigung häufig von extremen Kräften geprägt war
weshalb nach 1945 sowohl beeindruckende Resilienz als auch problematische Kontinuitäten entstanden
wie jüdisches Leben in Deutschland trotz der Shoah neu entstand
warum auch die DDR nicht nur Unterdrückung, sondern reale Zukunftshoffnungen kannte
Wirsching zeigt: Geschichte verläuft nicht linear. Sie ist geprägt von Gegensätzen, Brüchen – und von der Fähigkeit, neue Kräfte freizusetzen .
Demokratie ist verletzlich – aber nicht wehrlos
Besonders eindringlich wird er beim Blick auf die Gegenwart:
Demokratien sterben nicht automatisch – sie verlieren, wenn Bürgerinnen und Bürger Verantwortung delegieren und an den eigenen Untergang glauben.
Seine Botschaft:
Keine Toleranz für Intoleranz.
Mehr Eigenverantwortung.
Mehr Bewusstsein für den Wert der Freiheit.
Denn was einmal verloren ist – Rechtssicherheit, Freiheit, demokratische Strukturen – kehrt nicht automatisch zurück.
Was macht Hoffnung?
Wirsching vertritt ein dialektisches Geschichtsverständnis:
Krisen setzen auch neue Kräfte frei.
Gegensätze können Vitalität erzeugen.
Europa könne aus der aktuellen Weltlage sogar gestärkt hervorgehen – wenn es seine Integration als gemeinsames Interesse begreift .
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Jede Generation erlebt ihre Krisen
Wirsching ordnet die Gegenwart historisch ein:
Das 20. Jahrhundert war geprägt von Weltkriegen, Diktaturen, Systembrüchen – und dennoch entstanden immer wieder neue demokratische Ordnungen.
Ein zentrales Leitmotiv seiner Analyse: Freiheit.
Individuelle und kollektive Freiheitsversprechen seien entscheidende Kräfte der Krisenbewältigung gewesen – von der Zwischenkriegszeit über den demokratischen Neuanfang nach 1945 bis zur europäischen Integration .
Weimar, NS, Neubeginn – und die Ambivalenzen
Wir sprechen über:
warum Weimarer Krisenbewältigung häufig von extremen Kräften geprägt war
weshalb nach 1945 sowohl beeindruckende Resilienz als auch problematische Kontinuitäten entstanden
wie jüdisches Leben in Deutschland trotz der Shoah neu entstand
warum auch die DDR nicht nur Unterdrückung, sondern reale Zukunftshoffnungen kannte
Wirsching zeigt: Geschichte verläuft nicht linear. Sie ist geprägt von Gegensätzen, Brüchen – und von der Fähigkeit, neue Kräfte freizusetzen .
Demokratie ist verletzlich – aber nicht wehrlos
Besonders eindringlich wird er beim Blick auf die Gegenwart:
Demokratien sterben nicht automatisch – sie verlieren, wenn Bürgerinnen und Bürger Verantwortung delegieren und an den eigenen Untergang glauben.
Seine Botschaft:
Keine Toleranz für Intoleranz.
Mehr Eigenverantwortung.
Mehr Bewusstsein für den Wert der Freiheit.
Denn was einmal verloren ist – Rechtssicherheit, Freiheit, demokratische Strukturen – kehrt nicht automatisch zurück.
Was macht Hoffnung?
Wirsching vertritt ein dialektisches Geschichtsverständnis:
Krisen setzen auch neue Kräfte frei.
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37 Minuten
Die Klimakrise schreitet voran – schneller, spürbarer, kostspieliger.
Doch während die Warnungen immer deutlicher werden, scheint das Tempo der politischen und gesellschaftlichen Umsetzung nicht Schritt zu halten.
In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen wir mit Prof. Dr. Claudia Kemfert, einer der renommiertesten Energieökonominnen Deutschlands.
Claudia Kemfert ist Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sowie Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Leuphana Universität Lüneburg. Seit Jahrzehnten analysiert sie die ökonomischen Folgen des Klimawandels und die Potenziale der Energiewende. Sie berät Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und gilt als eine der prägendsten Stimmen in der deutschen Klimadebatte.
Kemfert macht deutlich:
Wir haben kein Erkenntnisproblem – wir haben ein Umsetzungsproblem.
Im Strombereich stammen bereits über 60 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen. Doch in Wärme, Verkehr und Industrie hakt es. Genehmigungen dauern zu lange, alte fossile Strukturen bremsen, politische Debatten verlieren sich in Symbolfragen.
Wir sprechen über:
warum erneuerbare Energien langfristig günstiger sind
weshalb der Industriestrompreis nur ein Pflaster ist
warum grüner Wasserstoff kein Allheilmittel ist
welche Rolle Energieeffizienz spielt
und wie Energiewende sozial gerecht gelingen kann
Mutmacher-Perspektive
Was gibt Hoffnung?
· Technologische Fortschritte
· steigende Investitionen in erneuerbare Energien weltweit
· wachsende Bürgerenergie
· Kommunen mit 100 % Erneuerbaren
· Menschen, die Teil der Lösung sein wollen
Ihr Fazit:
Hoffnung entsteht nicht aus Wunschdenken.
Sondern aus Wissen.
Wir haben die Technologien.
Wir haben die Lösungen.
Wir müssen sie nur schneller umsetzen.
Kemfert zeigt: Klimaschutz ist nicht Verzicht – sondern ökonomische Vernunft, Innovationsmotor und Stabilitätsfaktor für Demokratie und Wohlstand.
Ein Podcast-Gespräch über Tempo, Verantwortung und die Frage, warum wir längst weiter sein könnten.
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Doch während die Warnungen immer deutlicher werden, scheint das Tempo der politischen und gesellschaftlichen Umsetzung nicht Schritt zu halten.
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Claudia Kemfert ist Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sowie Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Leuphana Universität Lüneburg. Seit Jahrzehnten analysiert sie die ökonomischen Folgen des Klimawandels und die Potenziale der Energiewende. Sie berät Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und gilt als eine der prägendsten Stimmen in der deutschen Klimadebatte.
Kemfert macht deutlich:
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Ihr Fazit:
Hoffnung entsteht nicht aus Wunschdenken.
Sondern aus Wissen.
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Wir müssen sie nur schneller umsetzen.
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1 Minute
Wie zerfasert eine Gesellschaft?
Und welche Rolle spielt der Journalismus dabei – im Guten wie im Problematischen?
In dieser Folge unserer Mutmacher-Staffel sprechen wir mit Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur des stern, über die wachsende Polarisierung in westlichen Demokratien, die wirtschaftlichen Herausforderungen des Journalismus und die Frage, wie Medien ihrer demokratischen Verantwortung gerecht bleiben können.
Schmitz hat viele Jahre in den USA gelebt und gearbeitet – und beobachtet mit Sorge, wie stark sich das Land weiter gespalten hat. Entwicklungen, die er dort früh wahrnahm, erkennt er inzwischen auch in Deutschland: ideologische Verhärtungen, wachsender Hass in Debatten und ein zunehmendes Misstrauen gegenüber etablierten Medien.
Medienkrise: Technikproblem oder Strukturfrage?
Im Gespräch geht es um die strukturellen Ursachen der sogenannten Medienkrise:
– massive Auflagenverluste im Printbereich
– digitale Transformation
– Abhängigkeit von Plattformen wie Google und Meta
– wirtschaftlicher Druck auf Redaktionen
Schmitz widerspricht jedoch der These, Qualitätsjournalismus sei grundsätzlich im Niedergang. Er sieht vielmehr eine Neujustierung: Wenn KI standardisierte Inhalte übernimmt, entsteht Raum für das, was Journalismus einzigartig macht – Recherche, Einordnung, persönliche Gespräche und investigative Arbeit.
Fehlerkultur, Corona und Flüchtlingsdebatte
Selbstkritisch spricht Schmitz über Versäumnisse der Medien – etwa in der Corona-Berichterstattung oder in der Flüchtlingsdebatte, wo die Bandbreite der Perspektiven teilweise zu spät abgebildet wurde.
Journalismus sei nicht unfehlbar, aber lernfähig. Transparenz, offene Fehlerkultur und Nähe zu Leserinnen und Lesern seien entscheidend für Vertrauen.
„Lügenpresse“, AfD und der Mut zur Auseinandersetzung
Wie geht man als Redaktion mit dem Vorwurf der „Lügenpresse“ um?
Schmitz plädiert für Standfestigkeit: Meinungen sind frei – Fakten nicht. Medien müssten sich auch mit radikalen Akteuren auseinandersetzen, ohne ihnen unkritisch eine Bühne zu bieten. Mutiger Journalismus bedeute, Kritik von allen Seiten auszuhalten.
Finanzierung von Qualitätsjournalismus
Ob Stiftungsmodelle, private Eigentümer oder neue Erlösmodelle – Schmitz zeigt sich offen für verschiedene Wege, warnt jedoch vor staatlicher Einflussnahme. Unabhängiger Journalismus müsse finanziell tragfähig sein, ohne politisch vereinnahmt zu werden.
Was gibt Zuversicht?
Trotz aller Herausforderungen bleibt Gregor Peter Schmitz optimistisch.
Er verweist auf die Stabilität demokratischer Institutionen in Deutschland und auf die historische Perspektive: Krisen gehören zur Geschichte – aber ebenso die Fähigkeit von Gesellschaften, sich zu erneuern.
Eine Folge über Medienvertrauen, Polarisierung, KI, Demokratie und die Frage:
Wie bleibt Journalismus widerstandsfähig – und warum lohnt es sich, ihm weiterhin zu vertrauen?
Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert 2 alte wei(s)se Männer, teilt den Podcast und folgt uns in den sozialen Medien:
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Und welche Rolle spielt der Journalismus dabei – im Guten wie im Problematischen?
In dieser Folge unserer Mutmacher-Staffel sprechen wir mit Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur des stern, über die wachsende Polarisierung in westlichen Demokratien, die wirtschaftlichen Herausforderungen des Journalismus und die Frage, wie Medien ihrer demokratischen Verantwortung gerecht bleiben können.
Schmitz hat viele Jahre in den USA gelebt und gearbeitet – und beobachtet mit Sorge, wie stark sich das Land weiter gespalten hat. Entwicklungen, die er dort früh wahrnahm, erkennt er inzwischen auch in Deutschland: ideologische Verhärtungen, wachsender Hass in Debatten und ein zunehmendes Misstrauen gegenüber etablierten Medien.
Medienkrise: Technikproblem oder Strukturfrage?
Im Gespräch geht es um die strukturellen Ursachen der sogenannten Medienkrise:
– massive Auflagenverluste im Printbereich
– digitale Transformation
– Abhängigkeit von Plattformen wie Google und Meta
– wirtschaftlicher Druck auf Redaktionen
Schmitz widerspricht jedoch der These, Qualitätsjournalismus sei grundsätzlich im Niedergang. Er sieht vielmehr eine Neujustierung: Wenn KI standardisierte Inhalte übernimmt, entsteht Raum für das, was Journalismus einzigartig macht – Recherche, Einordnung, persönliche Gespräche und investigative Arbeit.
Fehlerkultur, Corona und Flüchtlingsdebatte
Selbstkritisch spricht Schmitz über Versäumnisse der Medien – etwa in der Corona-Berichterstattung oder in der Flüchtlingsdebatte, wo die Bandbreite der Perspektiven teilweise zu spät abgebildet wurde.
Journalismus sei nicht unfehlbar, aber lernfähig. Transparenz, offene Fehlerkultur und Nähe zu Leserinnen und Lesern seien entscheidend für Vertrauen.
„Lügenpresse“, AfD und der Mut zur Auseinandersetzung
Wie geht man als Redaktion mit dem Vorwurf der „Lügenpresse“ um?
Schmitz plädiert für Standfestigkeit: Meinungen sind frei – Fakten nicht. Medien müssten sich auch mit radikalen Akteuren auseinandersetzen, ohne ihnen unkritisch eine Bühne zu bieten. Mutiger Journalismus bedeute, Kritik von allen Seiten auszuhalten.
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Ob Stiftungsmodelle, private Eigentümer oder neue Erlösmodelle – Schmitz zeigt sich offen für verschiedene Wege, warnt jedoch vor staatlicher Einflussnahme. Unabhängiger Journalismus müsse finanziell tragfähig sein, ohne politisch vereinnahmt zu werden.
Was gibt Zuversicht?
Trotz aller Herausforderungen bleibt Gregor Peter Schmitz optimistisch.
Er verweist auf die Stabilität demokratischer Institutionen in Deutschland und auf die historische Perspektive: Krisen gehören zur Geschichte – aber ebenso die Fähigkeit von Gesellschaften, sich zu erneuern.
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48 Minuten
Wir leben in einer Zeit, in der das Vertrauen in Institutionen schwindet, in der autoritäre Tendenzen weltweit erstarken und viele Menschen sich erschöpft und ohnmächtig fühlen. Doch was, wenn genau jetzt der Moment ist, in dem wir unsere demokratische Widerstandskraft neu entdecken müssen?
In dieser Folge der Mutmacher-Staffel von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen wir mit Marina Weisband – Psychologin, Publizistin, Demokratie-Aktivistin und ehemalige politische Geschäftsführerin der Piratenpartei.
Marina Weisband analysiert die Gefährdungen unserer Demokratie nicht isoliert, sondern als Zusammenspiel aus Konsumerismus, wachsender Ungleichheit, Hyperindividualismus und einer Medienlogik, die vor allem das Radikale und Negative verstärkt . Sie zeigt auf, wie Aufmerksamkeit zur entscheidenden Ressource geworden ist – und warum genau darin auch unsere Macht liegt.
Als Kind kam sie aus der Ukraine nach Deutschland – eine Erfahrung, die sie selbst als tiefgreifenden Einschnitt beschreibt. Migration, so sagt sie, könne traumatisch sein, aber sie habe daraus auch eine besondere Fähigkeit gewonnen: zwischen Welten, Kulturen und politischen Lagern zu vermitteln .
Später erkrankte sie schwer an ME/CFS. Seitdem muss sie ihre Energie radikal einteilen. Aus dieser Erfahrung entwickelte sie eine Haltung, die sie „antifragil“ nennt: Nicht nur Krisen überstehen, sondern an ihnen wachsen .
Ihr persönliches Credo:
Nur noch Dinge tun, die entweder wichtig sind oder Freude machen.
Mutmacher-Kern dieser Folge
Der größte Bremsklotz unserer Gesellschaft?
Die Illusion von Einsamkeit.
Marina Weisband erinnert daran, dass wir soziale Wesen sind – und dass direkte Hilfe, gegenseitige Unterstützung und bewusste Aufmerksamkeitslenkung revolutionäre Akte sein können .
Am Ende bleibt ein starkes Bild:
Die Gesellschaft besteht nur aus uns. Und wir sind viele.
Eine Folge über Zuversicht ohne Naivität.
Über Resilienz ohne Verdrängung.
Und über die Kraft, Demokratie nicht nur zu konsumieren, sondern aktiv zu gestalten.
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Marina Weisband analysiert die Gefährdungen unserer Demokratie nicht isoliert, sondern als Zusammenspiel aus Konsumerismus, wachsender Ungleichheit, Hyperindividualismus und einer Medienlogik, die vor allem das Radikale und Negative verstärkt . Sie zeigt auf, wie Aufmerksamkeit zur entscheidenden Ressource geworden ist – und warum genau darin auch unsere Macht liegt.
Als Kind kam sie aus der Ukraine nach Deutschland – eine Erfahrung, die sie selbst als tiefgreifenden Einschnitt beschreibt. Migration, so sagt sie, könne traumatisch sein, aber sie habe daraus auch eine besondere Fähigkeit gewonnen: zwischen Welten, Kulturen und politischen Lagern zu vermitteln .
Später erkrankte sie schwer an ME/CFS. Seitdem muss sie ihre Energie radikal einteilen. Aus dieser Erfahrung entwickelte sie eine Haltung, die sie „antifragil“ nennt: Nicht nur Krisen überstehen, sondern an ihnen wachsen .
Ihr persönliches Credo:
Nur noch Dinge tun, die entweder wichtig sind oder Freude machen.
Mutmacher-Kern dieser Folge
Der größte Bremsklotz unserer Gesellschaft?
Die Illusion von Einsamkeit.
Marina Weisband erinnert daran, dass wir soziale Wesen sind – und dass direkte Hilfe, gegenseitige Unterstützung und bewusste Aufmerksamkeitslenkung revolutionäre Akte sein können .
Am Ende bleibt ein starkes Bild:
Die Gesellschaft besteht nur aus uns. Und wir sind viele.
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Und über die Kraft, Demokratie nicht nur zu konsumieren, sondern aktiv zu gestalten.
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55 Minuten
Migration, gesellschaftliche Spaltung, Populismus, Vertrauensverlust: Europa steht vor enormen Herausforderungen. In dieser Folge der Mutmacher-Staffel sprechen wir mit Gerald Knaus, Migrationsforscher und Gründer der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI), über die Frage, wie Demokratien in unruhigen Zeiten handlungsfähig bleiben können – ohne ihre Werte zu verraten.
Knaus erklärt, warum Humanität und Ordnung kein Widerspruch sind, warum irreguläre Migration kontrolliert werden muss, um Empathie zu bewahren – und weshalb einfache Lösungen gefährlich sind. Es geht um Narrative, Angst, politische Verantwortung und darum, warum Fakten allein nicht reichen, um Populismus zu begegnen.
Wir sprechen außerdem über:
– Migration und Asylpolitik in Europa
– Demokratie, Rechtsstaat und gesellschaftlichen Zusammenhalt
– Warum Angst politische Entscheidungen verzerrt
– Die Macht von Erzählungen in der öffentlichen Debatte
– Zuversicht als Haltung – nicht als Illusion
Gerald Knaus ist Mitgestalter des EU-Türkei-Abkommens und berät seit Jahren Regierungen und internationale Organisationen. Gemeinsam mit Francesca Knaus hat er das Buch „Welches Europa brauchen wir? Ein politisches Wunder und wie wir es vor seinen Feinden schützen“ (Piper Verlag) veröffentlicht. Darin beschreiben sie Europa als eines der größten politischen Erfolgsprojekte der Geschichte – ein „Wunder“, das Frieden, Freiheit und Rechtsstaat möglich gemacht hat. Zugleich warnen sie: Dieses Projekt ist bedroht, von außen wie von innen. Das Buch ist ein Plädoyer dafür, Europa aktiv zu schützen, statt es für selbstverständlich zu halten.
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Gerald Knaus ist Mitgestalter des EU-Türkei-Abkommens und berät seit Jahren Regierungen und internationale Organisationen. Gemeinsam mit Francesca Knaus hat er das Buch „Welches Europa brauchen wir? Ein politisches Wunder und wie wir es vor seinen Feinden schützen“ (Piper Verlag) veröffentlicht. Darin beschreiben sie Europa als eines der größten politischen Erfolgsprojekte der Geschichte – ein „Wunder“, das Frieden, Freiheit und Rechtsstaat möglich gemacht hat. Zugleich warnen sie: Dieses Projekt ist bedroht, von außen wie von innen. Das Buch ist ein Plädoyer dafür, Europa aktiv zu schützen, statt es für selbstverständlich zu halten.
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45 Minuten
Was hält uns als Gesellschaft zusammen, wenn Gewissheiten bröckeln?
Wie bleiben wir zugewandt, dialogfähig und verantwortlich in Zeiten von Krisen, Polarisierung und Überforderung?
In dieser Folge der Mutmacher-Staffel sprechen wir mit Prof. Dr. Alena Buyx über Vertrauen, Verletzlichkeit, moralische Orientierung und die Frage, wie Zuversicht entstehen kann, ohne die Realität zu beschönigen.
Alena Buyx ist Ärztin, Philosophin und Soziologin, Professorin an der TU München und ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. Besonders während der Corona-Pandemie wurde sie einer breiten Öffentlichkeit als kluge, differenzierende Stimme bekannt.
In ihrem neuen Buch „Leben und Sterben – Die großen Fragen ethisch entscheiden“ (2025) widmet sie sich existenziellen Themen wie Krankheit, Würde, Verantwortung und dem Umgang mit Unsicherheit.
In dieser Folge sprechen wir u. a. über:
– Vertrauensverlust und gesellschaftliche Spaltung
– die Rolle von Emotionen in öffentlichen Debatten
– warum Hoffnung keine Illusion, sondern eine Haltung ist
– wie Resilienz individuell und kollektiv entstehen kann
Ein Satz, der bleibt
Hoffnung ist kein Gefühl, sondern eine Haltung.
Oder anders gesagt:
Zuversicht entsteht nicht durch Verdrängung, sondern durch Verstehen.
Nicht durch Perfektion, sondern durch Verantwortung.
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Alena Buyx ist Ärztin, Philosophin und Soziologin, Professorin an der TU München und ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. Besonders während der Corona-Pandemie wurde sie einer breiten Öffentlichkeit als kluge, differenzierende Stimme bekannt.
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In dieser Folge sprechen wir u. a. über:
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Ein Satz, der bleibt
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45 Minuten
Wie bleiben wir zuversichtlich in Zeiten von Krisen, Unsicherheit und Dauernegativität? In dieser ersten Folge unserer Mutmacher-Staffel sprechen wir mit Christian Thiele über Optimismus, Selbstwirksamkeit und die Frage, warum Hoffnung kein naives Weglächeln von Problemen ist – sondern eine bewusste Entscheidung.
Christian Thiele ist Experte für Positive Leadership, Coach, Trainer und Speaker. Er war selbst Führungskraft in der Medienbranche, kennt Druck – und hat sich entschieden, anders zu arbeiten. Heute lehrt er Positive Psychologie an der Deutschen Hochschule für Sport und Gesundheit und wurde unter anderem als LinkedIn Top Voice ausgezeichnet. Thiele beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Menschen und Organisationen auch unter Druck handlungsfähig, menschlich und zuversichtlich bleiben können. Er ist leidenschaftlicher Bergmensch – und überzeugt davon, dass man draußen genauso viel fürs Leben lernt wie im Seminarraum.
Darum geht es in dieser Folge:
Warum uns negative Nachrichten stärker anziehen als positive – und was der Negativity Bias damit zu tun hat.
Weshalb viele Menschen privat zuversichtlich sind, gesellschaftlich aber pessimistisch.
Wie Selbstwirksamkeit ein Gegengift gegen Ohnmacht sein kann.
Was wir aus Krisen wie Pandemie und Energiekrise über kollektive Zuversicht lernen können.
Warum Gemeinschaft und Sinn zentrale Ressourcen in unsicheren Zeiten sind.
Wie posttraumatisches Wachstum entstehen kann – und warum es Zeit braucht.
Welche Rolle kleine Rituale, Engagement und „Wirksamkeit im Alltag“ spielen.
Warum Zuversicht nicht Rückzug bedeutet, sondern Verantwortung
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Darum geht es in dieser Folge:
Warum uns negative Nachrichten stärker anziehen als positive – und was der Negativity Bias damit zu tun hat.
Weshalb viele Menschen privat zuversichtlich sind, gesellschaftlich aber pessimistisch.
Wie Selbstwirksamkeit ein Gegengift gegen Ohnmacht sein kann.
Was wir aus Krisen wie Pandemie und Energiekrise über kollektive Zuversicht lernen können.
Warum Gemeinschaft und Sinn zentrale Ressourcen in unsicheren Zeiten sind.
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Warum Zuversicht nicht Rückzug bedeutet, sondern Verantwortung
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31 Minuten
Migration ist eine der zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Zwischen Krisen, Konflikten und Fachkräftemangel steht Deutschland – wie viele europäische Staaten – vor der Aufgabe, Zuwanderung realistischer, klarer und gerechter zu gestalten. In dieser zweiteiligen Podcast-Folge sprechen wir mit einem der wichtigsten Experten für Migrations- und Asylrecht: Prof. Dr. Daniel Thym.
Teil 1: Wo Deutschland steht – und warum das Asylsystem an seine Grenzen kommt
Im ersten Teil des Gesprächs skizzieren wir die Grundprobleme der deutschen und europäischen Migrationspolitik.
Prof. Thym analysiert:
• warum Deutschland längst eine Einwanderungsgesellschaft ist, aber sich selbst noch nicht so versteht,
• wie das Dublin-System und das europäische Asylrecht strukturell überlastet sind,
• warum viele Asylverfahren ineffizient, aber gleichzeitig juristisch schwer reformierbar sind.
Er erläutert, warum Deutschland in der Praxis längst „harte Maßnahmen“ durchsetzt – etwa durch restriktive Visaregeln oder informelle Grenzabschottung –, diese aber selten ehrlich debattiert. Es gehe nicht darum, zwischen Offenheit und Abschottung zu wählen, sondern um kluge Steuerung, die Kontrolle mit Humanität vereint.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Sondierungspapier von CDU und SPD, das u. a. verschärfte Zurückweisungen, schnellere Abschiebungen und Einschränkungen beim Familiennachzug vorsieht.
Thym zeigt auf, wo dieses Papier rechtlich angreifbar, politisch unklar oder integrationspolitisch kontraproduktiv ist – und wo realistische Ansätze liegen könnten.
Im zweiten Teil des Gesprächs blicken wir nach vorn: Welche Instrumente braucht es, um Migration zu steuern, ohne das Asylrecht auszuhöhlen oder Überforderung zu riskieren?
Prof. Thym erklärt:
• warum Drittstaatenlösungen wie in Großbritannien oder Italien rechtlich problematisch, aber nicht grundsätzlich falsch sind – sofern menschenrechtliche Standards eingehalten werden,
• wie Migrationsabkommen mit Herkunftsstaaten helfen können, Rückführungen zu erleichtern – wenn sie mit Angeboten für legale Migration verknüpft werden,
• wieso Deutschland mehr tun muss, um Arbeitsmigration gezielt zu ermöglichen – als Alternative zur Fluchtmigration.
Thym plädiert für eine doppelte Strategie: Ordnung schaffen und zugleich Chancen eröffnen.
Zur Person: Prof. Dr. Daniel Thym
Daniel Thym ist Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Universität Konstanz und leitet dort das Forschungszentrum Ausländer- & Asylrecht. Er war viele Jahre Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR). Als einer der profiliertesten Migrationsrechtsexperten Deutschlands berät er regelmäßig Bundestagsausschüsse und europäische Institutionen.
Das aktuelle Buch: „Migration steuern. Eine Anleitung für das Hier und Jetzt“ (C.H. Beck, 2025)
In seinem neuen Buch liefert Daniel Thym eine klare Analyse der deutschen Migrationspolitik – und konkrete Reformvorschläge.
Er zeigt:
• weshalb das Asylrecht differenziert betrachtet und klüger angewandt werden sollte,
• wie man legale Migration stärkt, ohne den Schutz von Geflüchteten zu schwächen,
• und wie eine ehrliche Migrationspolitik Vertrauen zurückgewinnen kann – in der Gesellschaft und im internationalen Diskurs.
Teil 1: Wo Deutschland steht – und warum das Asylsystem an seine Grenzen kommt
Im ersten Teil des Gesprächs skizzieren wir die Grundprobleme der deutschen und europäischen Migrationspolitik.
Prof. Thym analysiert:
• warum Deutschland längst eine Einwanderungsgesellschaft ist, aber sich selbst noch nicht so versteht,
• wie das Dublin-System und das europäische Asylrecht strukturell überlastet sind,
• warum viele Asylverfahren ineffizient, aber gleichzeitig juristisch schwer reformierbar sind.
Er erläutert, warum Deutschland in der Praxis längst „harte Maßnahmen“ durchsetzt – etwa durch restriktive Visaregeln oder informelle Grenzabschottung –, diese aber selten ehrlich debattiert. Es gehe nicht darum, zwischen Offenheit und Abschottung zu wählen, sondern um kluge Steuerung, die Kontrolle mit Humanität vereint.
Ein weiterer Fokus liegt auf dem Sondierungspapier von CDU und SPD, das u. a. verschärfte Zurückweisungen, schnellere Abschiebungen und Einschränkungen beim Familiennachzug vorsieht.
Thym zeigt auf, wo dieses Papier rechtlich angreifbar, politisch unklar oder integrationspolitisch kontraproduktiv ist – und wo realistische Ansätze liegen könnten.
Im zweiten Teil des Gesprächs blicken wir nach vorn: Welche Instrumente braucht es, um Migration zu steuern, ohne das Asylrecht auszuhöhlen oder Überforderung zu riskieren?
Prof. Thym erklärt:
• warum Drittstaatenlösungen wie in Großbritannien oder Italien rechtlich problematisch, aber nicht grundsätzlich falsch sind – sofern menschenrechtliche Standards eingehalten werden,
• wie Migrationsabkommen mit Herkunftsstaaten helfen können, Rückführungen zu erleichtern – wenn sie mit Angeboten für legale Migration verknüpft werden,
• wieso Deutschland mehr tun muss, um Arbeitsmigration gezielt zu ermöglichen – als Alternative zur Fluchtmigration.
Thym plädiert für eine doppelte Strategie: Ordnung schaffen und zugleich Chancen eröffnen.
Zur Person: Prof. Dr. Daniel Thym
Daniel Thym ist Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Universität Konstanz und leitet dort das Forschungszentrum Ausländer- & Asylrecht. Er war viele Jahre Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR). Als einer der profiliertesten Migrationsrechtsexperten Deutschlands berät er regelmäßig Bundestagsausschüsse und europäische Institutionen.
Das aktuelle Buch: „Migration steuern. Eine Anleitung für das Hier und Jetzt“ (C.H. Beck, 2025)
In seinem neuen Buch liefert Daniel Thym eine klare Analyse der deutschen Migrationspolitik – und konkrete Reformvorschläge.
Er zeigt:
• weshalb das Asylrecht differenziert betrachtet und klüger angewandt werden sollte,
• wie man legale Migration stärkt, ohne den Schutz von Geflüchteten zu schwächen,
• und wie eine ehrliche Migrationspolitik Vertrauen zurückgewinnen kann – in der Gesellschaft und im internationalen Diskurs.
38 Minuten
Migration ist eine der zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Zwischen Krisen, Konflikten und Fachkräftemangel steht Deutschland – wie viele europäische Staaten – vor der Aufgabe, Zuwanderung realistischer, klarer und gerechter zu gestalten. In dieser zweiteiligen Podcast-Folge sprechen wir mit einem der wichtigsten Experten für Migrations- und Asylrecht: Prof. Dr. Daniel Thym.
Im ersten Teil des Gesprächs haben wir die Grundprobleme der deutschen und europäischen Migrationspolitik skizziert.
Prof. Thym analysierte:
• warum Deutschland längst eine Einwanderungsgesellschaft ist, aber sich selbst noch nicht so versteht,
• wie das Dublin-System und das europäische Asylrecht strukturell überlastet sind,
• warum viele Asylverfahren ineffizient, aber gleichzeitig juristisch schwer reformierbar sind.
Ein weiterer Fokus lag auf dem Sondierungspapier von CDU und SPD, das u. a. verschärfte Zurückweisungen, schnellere Abschiebungen und Einschränkungen beim Familiennachzug vorsieht.
Thym zeigte auf, wo dieses Papier rechtlich angreifbar, politisch unklar oder integrationspolitisch kontraproduktiv ist – und wo realistische Ansätze liegen könnten.
In diesem zweiten Teil des Gesprächs blicken wir nach vorn:
Welche Instrumente braucht es, um Migration zu steuern, ohne das Asylrecht auszuhöhlen oder Überforderung zu riskieren?
Prof. Thym erklärt:
• warum Drittstaatenlösungen wie in Großbritannien oder Italien rechtlich problematisch, aber nicht grundsätzlich falsch sind – sofern menschenrechtliche Standards eingehalten werden,
• wie Migrationsabkommen mit Herkunftsstaaten helfen können, Rückführungen zu erleichtern – wenn sie mit Angeboten für legale Migration verknüpft werden,
• wieso Deutschland mehr tun muss, um Arbeitsmigration gezielt zu ermöglichen – als Alternative zur Fluchtmigration.
Außerdem beleuchten wir:
• die Rolle der EU-Asylreform (GEAS),
• die Notwendigkeit, das Selbstbild als Einwanderungsland zu klären,
• und die Frage, wie sich gesellschaftliche Akzeptanz für Migration gewinnen lässt, ohne auf populistische Abkürzungen zu setzen.
Thym plädiert für eine doppelte Strategie: Ordnung schaffen und zugleich Chancen eröffnen.
Zur Person: Prof. Dr. Daniel Thym
Daniel Thym ist Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Universität Konstanz und leitet dort das Forschungszentrum Ausländer- & Asylrecht. Er war viele Jahre Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR). Als einer der profiliertesten Migrationsrechtsexperten Deutschlands berät er regelmäßig Bundestagsausschüsse und europäische Institutionen.
Das aktuelle Buch: „Migration steuern. Eine Anleitung für das Hier und Jetzt“ (C.H. Beck, 2025)
In seinem neuen Buch liefert Daniel Thym eine klare Analyse der deutschen Migrationspolitik – und konkrete Reformvorschläge.
Er zeigt:
• weshalb das Asylrecht differenziert betrachtet und klüger angewandt werden sollte,
• wie man legale Migration stärkt, ohne den Schutz von Geflüchteten zu schwächen,
• und wie eine ehrliche Migrationspolitik Vertrauen zurückgewinnen kann – in der Gesellschaft und im internationalen Diskurs.
Im ersten Teil des Gesprächs haben wir die Grundprobleme der deutschen und europäischen Migrationspolitik skizziert.
Prof. Thym analysierte:
• warum Deutschland längst eine Einwanderungsgesellschaft ist, aber sich selbst noch nicht so versteht,
• wie das Dublin-System und das europäische Asylrecht strukturell überlastet sind,
• warum viele Asylverfahren ineffizient, aber gleichzeitig juristisch schwer reformierbar sind.
Ein weiterer Fokus lag auf dem Sondierungspapier von CDU und SPD, das u. a. verschärfte Zurückweisungen, schnellere Abschiebungen und Einschränkungen beim Familiennachzug vorsieht.
Thym zeigte auf, wo dieses Papier rechtlich angreifbar, politisch unklar oder integrationspolitisch kontraproduktiv ist – und wo realistische Ansätze liegen könnten.
In diesem zweiten Teil des Gesprächs blicken wir nach vorn:
Welche Instrumente braucht es, um Migration zu steuern, ohne das Asylrecht auszuhöhlen oder Überforderung zu riskieren?
Prof. Thym erklärt:
• warum Drittstaatenlösungen wie in Großbritannien oder Italien rechtlich problematisch, aber nicht grundsätzlich falsch sind – sofern menschenrechtliche Standards eingehalten werden,
• wie Migrationsabkommen mit Herkunftsstaaten helfen können, Rückführungen zu erleichtern – wenn sie mit Angeboten für legale Migration verknüpft werden,
• wieso Deutschland mehr tun muss, um Arbeitsmigration gezielt zu ermöglichen – als Alternative zur Fluchtmigration.
Außerdem beleuchten wir:
• die Rolle der EU-Asylreform (GEAS),
• die Notwendigkeit, das Selbstbild als Einwanderungsland zu klären,
• und die Frage, wie sich gesellschaftliche Akzeptanz für Migration gewinnen lässt, ohne auf populistische Abkürzungen zu setzen.
Thym plädiert für eine doppelte Strategie: Ordnung schaffen und zugleich Chancen eröffnen.
Zur Person: Prof. Dr. Daniel Thym
Daniel Thym ist Professor für Öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Universität Konstanz und leitet dort das Forschungszentrum Ausländer- & Asylrecht. Er war viele Jahre Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR). Als einer der profiliertesten Migrationsrechtsexperten Deutschlands berät er regelmäßig Bundestagsausschüsse und europäische Institutionen.
Das aktuelle Buch: „Migration steuern. Eine Anleitung für das Hier und Jetzt“ (C.H. Beck, 2025)
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Er zeigt:
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• wie man legale Migration stärkt, ohne den Schutz von Geflüchteten zu schwächen,
• und wie eine ehrliche Migrationspolitik Vertrauen zurückgewinnen kann – in der Gesellschaft und im internationalen Diskurs.
49 Minuten
In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ diskutieren Thomas Kirchberg und Michael Reinhard mit Prof. Dr. Martin Werding, einem der führenden Rentenexperten Deutschlands, über die Zukunft der gesetzlichen Altersvorsorge. Die Rentenkassen stehen unter massivem Druck: Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Rentner finanzieren, während die Bundeszuschüsse aus Steuermitteln weiter steigen. Wie kann die Rente langfristig gesichert werden, ohne die junge Generation zu überlasten? Welche Reformen sind notwendig, und warum wagt die Politik keine Veränderungen?
Zunächst analysiert das Trio die aktuelle Situation des Rentensystems. Heute finanzieren die Beitragszahler nicht nur ihre eigene Rente, sondern auch zahlreiche versicherungsfremde Leistungen. 2024 liegt der Bundeszuschuss zur Rentenkasse bereits bei rund 110 Milliarden Euro – eine Zahl, die in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Gleichzeitig nehmen Altersarmut und Ungerechtigkeiten zwischen verschiedenen Gruppen zu. Beamte und viele Selbstständige zahlen nicht in die Rentenkasse ein, während Arbeitnehmer die steigenden Kosten allein tragen. Ist das System überhaupt noch tragfähig, oder braucht es einen kompletten Neustart?
Was passiert, wenn nichts geändert wird? Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, doch echte Reformen bleiben aus. Wenn das Rentenniveau bei 48 Prozent stabil bleiben soll, werden die Beiträge in den kommenden Jahrzehnten drastisch steigen. Jüngere Generationen zahlen immer mehr, bekommen aber immer weniger zurück. Ist das fair? Und was bedeutet das für Arbeitnehmer, die heute Mitte 30 sind?
Im dritten Teil der Folge geht es um Lösungen. Prof. Werding erklärt verschiedene Reformansätze: Sollte das Renteneintrittsalter weiter steigen? Ist eine Aktienrente nach schwedischem Vorbild der richtige Weg? Wäre eine Einheitsrente für alle – inklusive Beamte und Selbstständige – gerechter? Und wie können Anreize geschaffen werden, damit Menschen länger arbeiten?
Der abschließende Blick in die Zukunft spürt Antworten auf drängende Fragen nach: Wie könnte das Rentensystem 2040 aussehen? Welche Reformen sind realistisch und politisch durchsetzbar? Und was müssen junge Menschen heute tun, um sich vor Altersarmut zu schützen?
Diese Folge bietet einen tiefgehenden Einblick in die Krise unseres Rentensystems – und zeigt auf, welche Reformen dringend nötig wären.
Zur Person
Dr. Martin Werding ist seit 2008 Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum. Geboren 1964 in Leverkusen, studierte er zunächst Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München, bevor sein Studium der Volkswirtschaftslehrer an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Passau fortsetzte.
Nach seiner Promotion 1997 und Habilitation 2008 in Passau leitete er von 2000 bis 2008 den Bereich Sozialpolitik und Arbeitsmarkt am Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München.
Seine Forschungsschwerpunkte umfassen öffentliche Finanzen, Sozialpolitik, insbesondere Alterssicherung und Familienpolitik, Bevölkerungsökonomie sowie Arbeitsmarktpolitik. Seit 2022 ist Professor Werding Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch bekannt als "die Wirtschaftsweisen".
Zunächst analysiert das Trio die aktuelle Situation des Rentensystems. Heute finanzieren die Beitragszahler nicht nur ihre eigene Rente, sondern auch zahlreiche versicherungsfremde Leistungen. 2024 liegt der Bundeszuschuss zur Rentenkasse bereits bei rund 110 Milliarden Euro – eine Zahl, die in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Gleichzeitig nehmen Altersarmut und Ungerechtigkeiten zwischen verschiedenen Gruppen zu. Beamte und viele Selbstständige zahlen nicht in die Rentenkasse ein, während Arbeitnehmer die steigenden Kosten allein tragen. Ist das System überhaupt noch tragfähig, oder braucht es einen kompletten Neustart?
Was passiert, wenn nichts geändert wird? Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, doch echte Reformen bleiben aus. Wenn das Rentenniveau bei 48 Prozent stabil bleiben soll, werden die Beiträge in den kommenden Jahrzehnten drastisch steigen. Jüngere Generationen zahlen immer mehr, bekommen aber immer weniger zurück. Ist das fair? Und was bedeutet das für Arbeitnehmer, die heute Mitte 30 sind?
Im dritten Teil der Folge geht es um Lösungen. Prof. Werding erklärt verschiedene Reformansätze: Sollte das Renteneintrittsalter weiter steigen? Ist eine Aktienrente nach schwedischem Vorbild der richtige Weg? Wäre eine Einheitsrente für alle – inklusive Beamte und Selbstständige – gerechter? Und wie können Anreize geschaffen werden, damit Menschen länger arbeiten?
Der abschließende Blick in die Zukunft spürt Antworten auf drängende Fragen nach: Wie könnte das Rentensystem 2040 aussehen? Welche Reformen sind realistisch und politisch durchsetzbar? Und was müssen junge Menschen heute tun, um sich vor Altersarmut zu schützen?
Diese Folge bietet einen tiefgehenden Einblick in die Krise unseres Rentensystems – und zeigt auf, welche Reformen dringend nötig wären.
Zur Person
Dr. Martin Werding ist seit 2008 Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum. Geboren 1964 in Leverkusen, studierte er zunächst Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München, bevor sein Studium der Volkswirtschaftslehrer an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Passau fortsetzte.
Nach seiner Promotion 1997 und Habilitation 2008 in Passau leitete er von 2000 bis 2008 den Bereich Sozialpolitik und Arbeitsmarkt am Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München.
Seine Forschungsschwerpunkte umfassen öffentliche Finanzen, Sozialpolitik, insbesondere Alterssicherung und Familienpolitik, Bevölkerungsökonomie sowie Arbeitsmarktpolitik. Seit 2022 ist Professor Werding Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch bekannt als "die Wirtschaftsweisen".