Podcast #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland Archiv
72 Episoden
48 Minuten
Die Politikwissenschaftlerin und Aktivistin Dr. Emilia Roig ist eine scharfe Analytikerin der gesellschaftlichen Machtverhältnisse und zu einer wichtigen Stimme im Zuge von Diskriminierungsdebatten geworden. Sie ist Gründerin und Direktorin des Center for Intersectional Justice (CIJ) in Berlin und blickt auf eine eigene vielstimmige Familiengeschichte zurück, in der sie bereits früh erkannte, welche Formen von Diskriminierung und Rassismus existieren. Im Gespräch mit Shelly Kupferberg berichtet sie von ihrem Aufwachsen in Frankreich mit Eltern aus Martinique und Algerien, einem jüdischen Vater und einer Schwarzen Mutter, ihrem Studium in London und ihrem Leben in Berlin.
1 Stunde 2 Minuten
Mirna Funk trifft auf Benjamin Fischer. Er ist 1990 in Hamburg geboren und arbeitet als Programmmanager bei der Alfred Landecker Foundation. Fischer studierte Politik und Recht und war Präsident der European Union of Jewish Students. Im Podcast #2021JILD spricht Mirna Funk mit Benjamin Fischer über das Aufwachsen in einer interreligiösen Familie, seine Arbeit als ehemaliger Präsident der European Union of Jewish Students und welche Bedeutung das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ für ihn hat.
47 Minuten
Mit seinem Bucovina Club reist Shantel seit gut 20 Jahren um die Welt und begeistert überall die Menschen. Durch die eigene familiäre Spurensuche gelangte er zu seinem musikalischen Mix aus traditionellen Melodien und Rhythmen des Balkans, die der Produzent und Musiker clubtauglich macht. Dabei kommen immer mehr musikalische Zutaten aus Ost- und Südeuropa hinzu. Über seinen musikalischen Werdegang und die Frage, warum Vielstimmigkeit in der Musik ein Spiegel dessen ist, wofür er auch gesellschaftlich steht, verrät er im Gespräch mit Shelly Kupferberg mehr.
59 Minuten
Mirna Funk trifft auf Miriam Yosef und Ina Holev. Miriam ist 1987 in Lüdenscheid geboren und promoviert zum Thema Menschenrecht und intersektionale Gerechtigkeit. Ina Holev ist 1994 in der Ukraine geboren und arbeitet als freie Journalistin, Autorin und Bildungsvermittlerin. Zusammen haben sie die Bildungsinitiative Jüdisch & Intersektional – Initiative für kritische Bildungsarbeit gegründet. Im Podcast 2021 JILD spricht Mirna Funk mit Miriam Yosef und Ina Holev über ihre Bildungsinitiative Jüdisch & Intersektional. Gemeinsam diskutieren sie über jüdische Identität, Antisemitismus an Universitäten und in intersektionalen Bubbles sowie die Frage wie ein progressives und offenes Judentum in Deutschland zukünftig aussehen kann.
49 Minuten
Es ist eine Erfolgsstory, die vor ungefähr zehn Jahren mit einer Frage begann, die der Kunstpädagogin Shlomit Tripp gestellt wurde: Warum gibt es kein professionelles jüdisches Puppentheater in Deutschland? Und da in ihrer Familie schon seit Generationen das Puppenspiel eine Rolle spielte, entwickelte sich aus der Frage ein ganzes Projekt, das inzwischen erfolgreich in vielen Ländern unterwegs ist. Das Puppentheater Bubales präsentiert inzwischen nicht nur jüdische Themen, rund um Feiertage und Bräuche anhand einer charmanten jüdischen, sehr bunten Familie, sondern tritt auch immer wieder in den Dialog mit Menschen verschiedener Herkünfte und Religionen ein. Die witzigen Dialoge, die sympathischen und durchaus auch schrulligen Charaktere wachsen Jung und Alt sofort ans Herz. Dabei kann die künstlerische Leiterin von Bubales, Shlomit Tripp aus ihrer eigenen reichhaltigen Familiengeschichte zwischen Istanbul und Berlin, Prag, Moskau, Israel und den USA aus dem Vollen schöpfen.
1 Stunde 2 Minuten
Laura Cazés ist 1990 in München geboren. Sie wuchs zweisprachig auf – ihr Vater kommt aus Argentinien mit spanisch-jüdischer Abstammung, ihre Mutter stammt von polnischen Juden ab. Laura Cazés studierte European Studies und Psychologie und begann 2015 ihre Hauptamtliche Tätigkeitbei bei der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Als Leiterin der Abteilung für Kommunikation und Digitalisierung der ZWST spricht sie mit Mirna Funk über ihre Biographie, ihr jüdisches und aktivistisches Engagement und darüber, wie sie sich eine bereicherte und ressourcenorientierte jüdische Community in Deutschland vorstellt – und was es dazu braucht.
1 Stunde 2 Minuten
Vladimir Jurowski ist ein weltweit gefragter Dirigent. Als derzeit künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin und designierter Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, spricht er über seinen Beruf, und seine Biografie, die ihn und seine Familie aus Moskau 1990 zunächst nach Dresden brachte. Warum es gerade Deutschland wurde, welche Kultur ihn wie geprägt hat, und was er versucht, in seinen Konzertprogrammen zu kommunizieren, darüber spricht er mit Shelly Kupferberg.
56 Minuten
Der Künstler Alexander Iskin wurde 1990 in Moskau geboren und kam zusammen mit seiner Familie im Jahre 1992 nach Deutschland. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. In seiner Kunst thematisiert er auf unterschiedlichste Weisen die Korrelation zwischen digitalen und analogen Prozessen. Dazu rief er eine neue Kunstrichtung aus: den Interrealismus. Mit Mirna Funk spricht er über seinen Weg vom Makkabi-Europameister im Tischtennis zur Kunst.
1 Stunde 6 Minuten
Daniel Kahn wurde in Detroit, Michigan geboren, studierte an der University of Michigan Schauspiel, Musik und Dichtung und lebt seit 2005 in Berlin. Er ist Lyriker, Sänger, Komponist, Schauspieler und Regisseur und wirkt in jeder dieser Rollen am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Er gründete die Klezmer-Band “Daniel Kahn and the Painted Bird” und singt auf Jiddisch, deutsch, englisch, russisch und hebräisch. Vielfältig wie er selbst sind auch die Gesprächsthemen, die er und Shelly Kupferberg in der aktuellen Folge unseres Podcasts #2021JLID besprechen: Er gibt uns einen exklusiven Einblick in sein neues Solo-Album “Word Begger” und verzaubert uns mir vielen Hörproben seiner Kunst. Außerdem erzählt er, wie er jüdisches Leben in Deutschland empfindet, in Kontrast zu dem, was er in den USA kennengelernt hat. Er erzählt von Gegenwartsbewältigung in der Kunst, der grenzenlosen jiddischen Sprache und dem Traum einer universellen Diaspora.
51 Minuten
Mirna Funk trifft auf die Künstlerin Anna Nero. Sie ist 1988 in Moskau geboren. 1995 – als Nero 7 Jahre alt war – siedelte ihre Familie als sogenannte Kontingentgeflüchtete nach Frankfurt am Main. Später studierte sie an der Kunsthochschule in Mainz und an der HGB in Leipzig. Heute lebt und arbeitet sie in Frankfurt am Main.Im Podcast 2021 JILD spricht Mirna Funk mit Anna Nero über das Ankommen in Deutschland als Kontingentgeflüchtete in den 90-er Jahren, das Leben als Künstlerin, die keine jüdische Kunst macht, und ihre erste Reise nach Tel Aviv, während der sich beide das erste Mal begegneten. Außerdem spricht sie über ihre Beziehung zu Israel und zu Deutschland und darüber, wie es ist, eine Ausstellung zu planen, in der neben ihrer die Kunst auch die Kunst ihrer Mutter und ihrer Großmutter zu sehen sein werden.
56 Minuten
Seit vielen Jahren engagiert sich Derviş Hızarcı gegen Diskriminierung und speziell Antisemitismus. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Türkischen Gemeinde Berlin suchte er immer wieder den Kontakt zur jüdischen Gemeinschaft. Als Vorstandsvorsitzender der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.) hat er den Aufbau der internationalen Ausrichtung der Organisation und den jüdisch-muslimischen Dialog geprägt, seine Erfahrungen konnte er in der Politik als Antidiskriminierungsbeauftragter von Berlin einbringen. Heute ist Derviş Hızarcı Programmdirektor der Alfred Landecker Foundation und entwickelt dort Projekte, die den Schutz von Minderheitenrechten garantieren und Antisemitismus bekämpfen. Was ihn in seiner Arbeit antreibt und was ihn als Mensch geprägt hat, darüber erzählt er im Gespräch mit Shelly Kupferberg.
1 Stunde 18 Minuten
Der Künstler Leon Kahane wurde 1985 in Ost-Berlin als Sohn eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter geboren und wuchs als einer der 5000 Juden in der damaligen DDR in Prenzlauer Berg auf. Er studierte Kunst an der Universität der freien Künste. In seinen konzeptuellen Installationen und Videoarbeiten behandelt Leon Kahane Themen wie Identität und die Auseinandersetzung mit Mehr- und Minderheiten in einer globalisierten Gesellschaft. Dafür gewann er 2015 den Kunstpreis “Europas Zukunft”, sowie 2016 den Kunstpreis “ars viva”. Des Weiteren leitet er mit Fabian Bechtle das “Forum Demokratische Kultur und Zeitgenössische Kunst”. Im Gespräch mit Mirna Funk berichtet er von seiner Kindheit in der DDR, einem Umfeld ohne jüdische Kinder oder Mitschüler*innen. Davon, wie er Israel Kritik und der BDS Bewegung begegnet und wie das Forum Demokratische Kultur und Zeitgenössische Kunst mit Aufklärung den Antisemitismus bekämpft.
50 Minuten
Marina Chernivsky hat eine bewegte Biografie, die sie von Lemberg aus über Israel nach Berlin brachte. Als Leiterin des Kompetenzzentrums für Prävention und Empowerment der Zentralen Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und Geschäftsführerin von OFEK e.V. – der ersten Beratungsstelle für Opfer von Antisemitismus und Gewalt, ist die Psychologin seit nunmehr 20 Jahre zu einer wichtigen Akteurin in der Antisemitismusforschung und -bildung geworden. Was das Thema mit ihrer eigenen Biografie zutun hat und wie komplex sich ihre Arbeit heute gestaltet, das erzählt sie im Gespräch mit Shelly Kupferberg.
55 Minuten
Miron Tenenberg trifft auf die Autorin, Kolumnistin und Texterin Linda Rachel Sabiers. Die gebürtige Kölnerin lebt seit 2009 in Berlin. Sie ist die Tochter einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters. Neben Flaniergeschichten aus der deutschen Großstadt, Texten für Magazine, Tageszeitungen und Anthologien, schrieb Sie zum Festjahr #2021JLID auch das Vorwort zu Uwe Seltmanns Buch “Wir sind da! 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland”. Im Podcast #2021JILD erzählt Linda Rachel Sabiers davon, wie es war, als Tochter einer israelischen Mutter und eines deutschen Vaters aufzuwachsen, davon wie es ist, heute mit ihrem nichtjüdischen Mann Noah zusammen zu leben und über die Selbstrealisierung einer jüdischen Autorin in der deutschen Literaturszene – die eben nicht nur auf das jüdische Adjektiv reduziert werden soll.
49 Minuten
Mirna Funk trifft auf Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt und Bauhaus-Gast-Professorin an der Bauhaus-Universität Weimar. Sie ist 1972 in Frankfurt am Main geboren, studierte Literaturwissenschaften und promovierte 2009. Vor zwanzig Jahren begann sie als freie Kuratorin zu arbeiten, kam dann 2007 zum Jüdischen Museum Berlin, wo sie als Leiterin der Medienabteilung acht Jahre blieb. 2016 dann die Ernennung zur Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt, das im Oktober dieses Jahrs neu eröffnete. Im Podcast #2021JILD spricht Mirna Funk mit Mirjam Wenzel über die Nachwendezeit in Berlin, ihr Leben in Tel Aviv und warum der Fokus auf die Gegenwart jüdischen Lebens die einzige Chance ist.