Wunder. Wissen. Weltkrieg. Archiv
64 Episoden
1 Stunde 4 Minuten
Dr. Eva Umlauf hat als eines der jüngsten Opfer die Deportation und Verbringung ins Konzentrationslager Auschwitz überlebt. Sie erblickt am 19. Dezember 1942 in einem Arbeitslager für Juden, im slowakischen Nováky, das Licht der Welt. Ihre Mutter erzählt ihr später, wie sie für die Mithäftlinge zu einem Symbol für das Leben wurde. Anfang November 1944 werden sie und ihre Eltern nach Ausschwitz deportiert. Mit dem Vorrücken der Roten Armee aus dem Osten, werden viele Tausend Insassen auf die sogenannten Todesmärsche Richtung Westen geschickt. Unter ihnen ist auch Evas Vater, der im KZ Melk stirbt. Eva überlebt als kleines Kind Auschwitz. Das grenzt an ein Wunder, denn es gab nur sehr wenige Kinder, die das Vernichtungslager überlebt haben. Im Juni 1945 verlässt die Mutter mit zwei kleinen Kindern Auschwitz in Richtung Slowakei und baut sich mit ihren Kindern ein neues Leben auf. Eva Umlauf zieht nach München, heiratet, wird Kinderärztin und bekommt drei Kinder. Bis heute ist für Eva Umlauf die Erinnerung an den Holocaust und der Umgang mit Antisemitismus zu einer wichtigen Lebensaufgabe geworden. Auf Lesungen und Vorträgen für Schulklassen erzählt sie jüngeren Menschen ihre beeindruckende Geschichte. Interviewpartnerin in der Folge: Dr. Eva Umlauf Interviewbeginn ab 9 Minuten History Wissen ab 58 Minuten Buchtipp in dieser Folge: Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen https://www.amazon.de/Nummer-deinem-Unterarm-deine-Augen/dp/3455503705
37 Minuten
Am 8.November 1939 explodiert die Bombe, die Hitler töten soll, planmäßig um 21:20 Uhr im Bürgerbräukeller in München. Der Saal verwandelt sich innerhalb von Sekunden in ein Trümmerfeld. Die Bombe zerschmettert nicht nur die Säule hinter dem Rednerpult und ihrer Umgebung, sondern lässt sogar die Decke einstürzen. Acht Menschen sterben, davon sieben NSDAP-Mitglieder und eine Kellnerin. 63 Personen werden verletzt. Aber Hitler selbst lebt. Zusammen mit den Vertretern von Partei und Regierung hat er seine Rede bereits um 21:07 Uhr beendet und daraufhin der Saal vorzeitig verlassen. Zeitgleich an der Schweizer Grenze. Zwei Zollbeamte nehmen einen Mann fest, der versucht über die Grenze zu gelangen. Sein Name ist Georg Elser. Als die Meldung vom Attentat Konstanz erreicht, erregen einzelne Gegenstände in Elsers Taschen Verdacht. Die Gestapo bringt ihn nach München. Dort wird Elser in der Staatspolizeileitstelle München verhört und auch gefoltert. Der gelernte Schreiner ist sich im September 1938 sicher, dass ein Weltkrieg – angezettelt durch die Nationalsozialisten – unvermeidbar ist. Deshalb beschließt Elser, die führenden Personen Hitler, Goebbels und Göring umzubringen, um das deutsche Volk und die ganze Welt zu retten. Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg, und Georg Elser sieht sich in seinem Vorhaben bestärkt. Wer war dieser Mann, der aus einfachen Verhältnissen kam, der aber die Gefahr, die von Hitler ausging, deutlicher erkannte als die meisten anderen? Der bereit war zu handeln, als die anderen mitliefen oder schwiegen? Ein Portrait über Georg Elser. Filmtipp in dieser Folge: „Elser“
1 Stunde 20 Minuten
Hellmut Westermann wurde am 11. April 1926 im pommerschen Stettin (heute Szczecin) geboren. Als Hellmut drei Jahre alt ist, zieht die Familie nach Berlin um. Der Vater wird ans Verkehrsministerium versetzt. 1927 kommt sein Bruder Gerd zur Welt. 1930 kündigt der Vater seine Beamtenstelle und arbeitet als Prokurist und technischer Leiter einer Firma in Goslar, weshalb die Familie erneut umzieht. Die beiden Brüder erleben eine unbeschwerte und glückliche Kindheit. Diese endet jedoch abrupt, als ihre Mutter sehr überraschend im Frühjahr 1936 verstirbt. Dieses schreckliche Ereignis schweißt die beiden Jungen noch enger mit dem Vater zusammen. 1937 treten die „Gebrüder Westermann“ den „Pimpfen“ (einer Vorstufe der „Hitlerjugend“) bei. Mit dem Einmarsch der Deutschen Truppen in Polen im September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg. Hellmuts Vater muss als Reserveoffizier einrücken. Der Abschied schmerzt Hellmut ganz besonders. Während des Feldurlaubs 1942 wird Töchterchen Dagmar geboren. Im Juni 1943 werden die „Gebrüder Westermann“ zum Dienst als Luftwaffenhelfer einberufen. Hellmut meldet sich freiwillig als Soldat („Soldat werden musste man so oder so. So hatte man die Wahl der Waffengattung) und entschließt sich für die berittene Artillerie. Hier schätzt vor allem der Vater die Überlebenschancen höher ein als bei der Panzertruppe oder der Infanterie. Zweitens möchte Hellmut später Tierarzt werden. Im Juni 1944 tritt Hellmut seinen Dienst an und wird bei einem Auswahl-Lehrgang ausgebildet. Am 16. Januar 1945 erfolgen schwere Bombenangriffe auf Magdeburg. Von den Kasernen aus kann Hellmut das Inferno sehen. Sofort rücken die Männer aus, um aus der brennenden Stadt noch Menschen zu retten. Bilder, die er bis heute nicht vergessen kann. Am 10. April 1945 wird seine Truppe bei Rokyzani zu einem letzten Aufgebot aufgerufen. Die Division „Ullrich von Hütten“ hatte von Hitler den Befehl bekommen, das bereits eingekesselte Berlin zu befreien. Zur Abschreckung vor Fahnenflucht muss Hellmut sogar der Exekution eines Soldaten beiwohnen. Am 27. April kommt der Vorstoß der Truppe zum Stehen. General Weck war nicht Hitlers Befehl gefolgt, die russische Armee im Raum Berlin anzugreifen. Sein Ziel: Den eigenen Männern die Chance zu geben, sich in den Westen durchzuschlagen. Als einer der letzten Soldaten gelingt es Hellmut über die Elbe zu kommen. Dort gerät er in amerikanische Gefangenschaft, die jedoch nach einigen Monaten endet. Hellmut wird anschließend Werbefachmann. Seit Wunsch heute: Nie wieder Krieg! Interviewpartner in dieser Folge: Hellmut Westermann Beginn des Interviews ab 8 Minuten History Wissen ab 1 Stunde 11 Minuten General Walther Wenck Buchtipp in dieser Folge: Was ich noch sagen wollte...
51 Minuten
Daniel Müller wurde 1989 geboren und ist als ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins „Zeugen der Zeitzeugen“ aktiv. „Zeugen der Zeitzeugen“ ist ein Bildungsprojekt von und vor allem für junge Menschen. Ziel ist es, mit der letzten Generation der Holocaust-Überlebenden, deren Kindern und Enkeln in Kontakt zu kommen, mit ihnen in einen Dialog zu treten und auch in Zukunft das Gedenken an den Holocaust lebendig zu halten. Antisemitismus soll in allen Erscheinungsformen entgegengewirkt und deutsch-israelische Beziehungen gestärkt werden. Mit Daniel blicke ich im Interview zurück auf die Geschichte, spreche über Erlebnisse von Zeitzeugen sowie über Antisemitismus sowie Israel 75. Interviewgast in dieser Folge: Daniel Müller Infos und Links: https://youtu.be/rudMjq0dgzQ?feature=shared https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvL2QxN2U2NjY4LWFiODMtNDgzMS1iZWNjLTk1NTFjZGUzNzY2MQ https://www.zeugen-der-zeitzeugen.de/
59 Minuten
Albert Schiller wird am 29. April 1921 in Stuttgart-Untertürkheim als einziges Kind einer evangelischen Familie geboren. Sein Vater ist Buchbinder, die Mutter Hausfrau. Kurz nach Alberts Geburt zieht die Familie nach Bad Cannstatt. Dort verbringt er seine Kindheit und Jugend. Er durchläuft das Jungvolk und die Hitlerjugend. Mit nur 15 Jahren beendet Albert die Schule und beginnt ein Lehrer als Mechaniker. Am 1.September 1939 bricht der Zweite Weltkrieg aus. Knapp ein Jahr später wird Albert beim Wehrbezirkskommando Stuttgart gemustert. Der Entscheid lauter: Kriegsverwendungsfähig. Ab 1.Februar 1941 wird sein gesamter Jahrgang eingezogen. Mit 20 Jahren wird er beim Nachr.-Ers.-Battr. 5 in Karlsruhe eingestellt und beginnt dort seine Ausbildung. Anfangs ist Albert Funker und Ladekanonier eines Panzer-III, später dann eines Sturmgeschützes. Wenn ein Soldat gefallen oder erkrankt ist, wird er als Ersatzmann im Panzer eingesetzt. Albert wird der Sturm-Geschütz-Abteilung 177 zugeteilt und am 6.September 1941 mit der Bahn nach Russland, in den Raum Smolensk, gefahren. Nach dem Vormarsch steht seine Truppe kurz vor Moskau. Nach den schweren Winterkämpfen wird die Abteilung im März 1942 nach Mogilew verlegt. Im August überschreiten die deutschen Soldaten den Don und der Vormarsch nach Stalingrad geplant. Kurz bevor Alberts Einheit in die heiß umkämpfte Stadt vordringen soll, erkrankt er schwer an Typhus. Im Nachhinein ein Wunder. Keiner seiner Kameraden überlebt. Insgesamt wird er noch dreimal verwundet. Albert Schiller gerät in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wird am 3.Juli 1945 entlassen. Eine dort erlebte Misshandlung bereitet ihm sein ganzes Leben lang Schwierigkeiten. Interviewgast in dieser Folge: Albert Schiller Beginn des Interviews ab: 6 Minuten History Wissen ab 55 Minuten Die Sturmgeschütz-Abteilung 177 Buchtipp: Albert Schiller- Ein Zeitzeuge erinnert sich
59 Minuten
Heinrich Luitpold Himmler (* 7. Oktober 1900 in München; † 23. Mai 1945 in Lüneburg) war ein deutscher Politiker der NSDAP und einer der Hauptverantwortlichen des Holocaust. Der Sohn eines katholischen Gymnasiallehrers träumt von einer Offizierskarriere, kommt 1918 jedoch nicht mehr an die Front und wird aus dem Heeresdienst entlassen. Als Student der Landwirtschaft in München schließt er sich antisemitisch-völkischen Kreisen an, tritt in die rechtsgerichtete NSDAP ein und beteiligt sich 1923 am Putschversuch Hitlers in München. Sein Aufstieg beginnt 1929 mit der Ernennung zum „Reichsführer-SS“. Der unscheinbare und blasse Biedermann, der das Christentum durch Germanenkult ersetzen will und neuheidnische Bräuche liebt, erweist sich als skrupelloser Politiker. Himmler baut mit der SS eine parteiinterne Ordnungstruppe zur Eliteeinheit aus und bringt den gesamten „braunen“ Sicherheitsapparat unter seine Kontrolle. Seine Waffen-SS wird zu einem Wehrmachtsteil und beteiligt sich vor allem an der Ostfront an grausamen Kriegsverbrechen. Bis 1945 organisiert Himmler den systematischen Mord an europäischen Juden. Darüber hinaus plant er ein riesiges Umsiedlungs- und Vertreibungsprogramm. Gegen Kriegende versucht er mit den Westmächten zu verhandeln. Hitler entzieht ihm daraufhin alle Ämter. Nach der deutschen Kapitulation flieht Himmler, wird jedoch aufgegriffen und nimmt sich am 23. Mai 1945 in einem britischen Vernehmungslager mit einer Zyankalikapsel das Leben. Buchtipp in dieser Folge: Heinrich Himmler: Biographie von Peter Longerich
1 Stunde 3 Minuten
Sigrid Leneis wurde am 25. Oktober 1934 in Schluckenau im damaligen „Sudetenland“ (heute Tschechien) geboren. Die ersten Jahre verbringt sie mit ihrem vier Jahre älteren Bruder in der Geborgenheit des Elternhauses. Der Vater arbeitet als Lehrer, die Mutter als Haus-und Geschäftsfrau. Zu Beginn des Krieges wird der Vater bereits eingezogen. Er kehrt nicht mehr nach Hause zurück. Bis heute weiß die Familie nichts über sein Schicksal. Kurz vor Kriegsende beschließt Sigrids Mutter, mit ihren beiden Kindern vor der herannahenden Roten Armee zu fliehen. Es ist jedoch bereits zu spät. Sie kehren zurück in ihr Haus, als die Kriegshandlungen eingestellt werden. Zuhause angekommen erleben sie dann, was für sie nun der neue Alltag bedeutet: Plünderungen und Misshandlungen, willkürliche Erschießungen, Massenvergewaltigungen. Sigrids Familie wird als „vogelfrei“ erklärt. Im Frühsommer werden die Drei von Soldaten mit Maschinengewehren aufgefordert, sofort zu packen und das Land zu verlassen. Der Beginn einer wochenlangen Flucht, die geprägt ist von Hunger und Not. Endlich erreichen sie Altdorf bei Landshut, wo sie bleiben dürfen und neue Wurzeln schlagen. Der Weg der Integration ist hart und sehr steinig. Sigrid wird selbst Lehrerin und gründet als junge Frau die Sudetendeutsche Jugend mit. Bis vor kurzem war sie federführend in der Sudetendeutschen Landmannschaft und hat viele Dialoge und Treffen mit Tschechien organisiert, unterstützt und gefördert. Für ihr herausragendes Engagement in der Vertriebenenarbeit und der Bewahrung des Kulturgutes wurde sie mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Interviewpartnerin in dieser Folge: Sigrid Leneis Beginn des Interviews ab 7 Minuten History Wissen ab 55 Minuten Die Flucht aus dem damaligen Sudentenland
1 Stunde 40 Minuten
Ralph Paschke wurde 1929 in Görlitz geboren. Er wächst bei seinen Eltern, einem Oberpostbeamten und einer Hausfrau, und seinem neun Jahre älteren Bruder auf. Dieser lässt sich zum Piloten ausbilden und gilt nach einem Einsatz als vermisst. Ralph tritt der Hitlerjugend bei und muss zahlreiche Dienste leisten. Gegen Kriegsende hin wird er zusammen mit Nachbarsjungen und Klassenkameraden zum Volkssturm eingezogen. In der Unterkunft „Königshainer Schloss“ wird sein Name von einer Liste gestrichen, die immer wieder eine große Rolle in Ralphs Leben gespielt hat. Zusammen mit zwei Kameraden beschließt Ralph im März 1945, dass sie sich nicht weiter verheizen lassen und zurück nach Hause wollen. Flucht um jeden Preis. Das Problem: Sie tragen noch immer ihre Uniformen. Ab sofort gelten sie als fahnenflüchtig. Nach einer nervenaufreibenden Kontrolle steigen die Jungen aus einem Zug aus und schlagen sich bis in die Heimat durch. Dort wird Ralph von seinen Eltern versteckt. Er erlebt das Kriegsende in Görlitz und den Einmarsch der Roten Armee. Die Familie baut sich ein neues Leben in der damaligen DDR auf. Beginn des Interviews ab 7 Minuten History Wissen:ab 1 Stunde 29 Minuten Der Volkssturm Interviewpartner in dieser Folge: Ralph Paschte und
46 Minuten
In der heutigen Folge geht es um Hitlers Komplizen. Der zweite Mann im Dritten Reich will vor allem eins. Macht. Luxus. Einfluss. Reichtum. Drogen. Er ist der wohl schillerndste Charakter im Nationalsozialismus und verstrickt in alle Verbrechen des Regimes. Viele, die Göring persönlich kannten, nannten ihn einen Blender. Doch wer war dieser Mann? Hermann Göring war die joviale Maske des Nationalsozialismus; der hochdekorierte Weltkriegsheld, der Hitlers Partei in den zwanziger Jahren den Zugang zu breiten Schichten der deutschen Gesellschaft öffnete; aber auch der skrupellose Gefolgsmann, der 1933/34 die Explosion der Gewalt gegen politische Gegner organisierte und 1941 die Ermächtigung für die "Endlösung der Judenfrage" unterschrieb. Zugleich war Göring ein grenzenlos selbstverliebter Mann, der gern protzte mit unrechtmäßig angeeignetem Besitz, der sich in der Schorfheide nördlich Berlins die riesige Residenz "Carinhall" errichten ließ und sie bis 1953 zum "Hermann-Göring-Museum" ausbauen wollte. Heute geht es um das Portrait von Hermann Göring. Quellen: Stefan Martens: Hermann Göring. „Erster Paladin des Führers“ und „Zweiter Mann im Reich“. Schöningh, Paderborn 1985. Richard Overy: Hermann Göring. Machtgier und Eitelkeit. Heyne, München 1986. Alfred Kube: Pour le mérite und Hakenkreuz. Hermann Göring im Dritten Reich. 2. Auflage. Oldenbourg, München 1987. Guido Knopp: Göring. Eine Karriere. Goldmann, München 2007. https://www.youtube.com/watch?v=hCtrxHvVNXY https://www.youtube.com/watch?v=gf9Xt01b3Cc https://www.youtube.com/watch?v=wuTylymVg0Y
1 Stunde 2 Minuten
Ulrikes Vater wird 1922 in Westfalen geboren und zieht mit zehn Jahren mit seinen Eltern auf einen Hof im damaligen Schlesien. Dort muss er früh anpacken und erlebt zunächst den Kriegsausbruch vor der Haustür mit. Als Soldat wird er 1941 eingezogen und bei einem Einsatz an der Krim schwer verwundet. Für „Volk und Vaterland“ verliert er ein Bein, kämpft wochenlang ums Überleben und kehrt als „Kriegsversehrter“ zurück in die Heimat. Diese ist aber kurz darauf bedroht, sodass er mit einem Pferdegespann vor der Roten Armee fliehen muss. Auch Ulrikes Mutter kämpft in Ostpreußen um eine Ausreise. Mit dem Zug flieht sie von Danzig aus und verlässt Haus und Hof für immer. Ihre schwere Reise ist nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch noch nicht zuende. Als „Krüppel“ findet Ulrikes Vater keine Arbeit und kann die eigene Familie kaum ernähren. Sie selbst wird in einer Flüchtlingsunterkunft geboren. In der heutigen Folge erzählt sie, wie sie die Vergangenheit der Eltern bis heute begleitet. Beginn des Interviews ab 6 Minuten, 30 Sekunden History Wissen ab 53 Minuten Schlesien
28 Minuten
Es ist ein Feuerschlag, wie ihn die Welt bis dahin noch nicht erlebt hat. Am 22. Juni 1941, um 3:05 Uhr, bricht entlang der 2.130 Kilometer langen deutsch-sowjetischen "Interessengrenze" zwischen Ostsee und Schwarzem Meer die Hölle los. Aus mehr als 7.100 Geschützen eröffnet die deutsche Wehrmacht an diesem Sonntagmorgen das Feuer auf Stellungen und Befestigungen der Roten Armee in Litauen, Ostpolen-Weißrussland (Belarus), der Ukraine und in Moldau. Am 22. Juni 1941 marschiert die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion ein. Mit dem "Unternehmen Barbarossa" beginnt ein machtpolitisch, wirtschaftlich und rassenideologisch motivierter Vernichtungskrieg. Heute geht es darum, wie es zur Planung und Umsetzung des Unternehmens Barbarossa kam und um den Kriegsverlauf. Außerdem lese ich euch einige Stellen aus dem Tagebuch meines Großvaters vor, der als Truppenarzt mit dem 63.Panzergrenadierregiment bis kurz vor Stalingrad gekommen ist. Was war der Wendepunkt des Deutsch-Sowjetischen Krieges und was führte letztendlich zur größten Katastrophe? Filmtipp: Unsere Mütter, unsere Väter
1 Stunde 4 Minuten
Kurt Salterberg wurde am 08. Januar 1923 in Pracht bei Altenkirchen geboren. Das ist liegt in Rheinland-Pfalz. Im Alter von 17 Jahren meldet sich Kurt Salterberg freiwillig zum Militärdienst. Nach seiner Ausbildung wird er mit der Panzerabwehr-Kompanie der 34. Infanterie-Division an der Ostfront eingesetzt. Dort erlebt er Schreckliches, über das er heute, so viele Jahre später, kaum sprechen kann. Im Oktober 1943 wird Salterberg in die Kaserne nahe dem damaligen Rastenburg im heutigen Polen versetzt. Rastenburg gehörte früher zu Ostpreußen. Dort dient er als Hitlers Wachsoldat im Führerbegleitbataillon im Führerhauptquartier, der Wolfsschanze. Kurt Salterberg ist der letzte lebende Zeitzeuge des Attentats vom 20. Juli 1944. . Er selbst hatte den geheimen Widerstandskämpfer Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg an seiner Wache passieren lassen. Die Bombe explodiert und kostet einigen Männern das Leben. Hitler überlebt nur leichtverletzt. Noch am selben Tag wird Salterberg verhört und anschließend zu einer kämpfenden Einheit versetzt. Mit der neuen Einheit nimmt er an der Ardennenoffensive bis vor Bastogne teil. Die Einheit verliert jedoch nach einem Volltreffer die gesamte Führung. Daraufhin kommt Salterberg wieder an die Ostfront. Bei einem Angriff auf die Russischen Linien erhält er einen Lungendurchschuss. Es folgen fünf Monate Lazarettaufenthalte. Aus dem Reservelazarett Halle an der Saale holen die Amerikaner alle Verwundete, obwohl sie zehn Tage zuvor die Stadt den Russen übergeben haben. Sie bringen die Männer in die amerikanische Zone. Vom Lazarett Marburg aus geht Salterberg nach seiner Entlassung zu Fuß nach Hause bis nach Pracht. Als Redner trat er bei vielen Gedenkfeiern auf und erhält im Jahr 2015 die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz. Beginn des Interviews ab 10 Minuten History Wissen ab 51 Minuten Die Wolfsschanze Buchtipp in dieser Folge: Kurt Salterberg: Als Soldat in der Wolfsschanze
38 Minuten
Am 20. Juli 1944 ließ der Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg eine Bombe im „Führerhauptquartier“ in Ostpreußen detonieren. Doch die Bombe verfehlte ihr Ziel und Hitler überlebte mit leichten Verletzungen. Dieser Fehlschlag sowie Lücken in der Vorbereitung und das Zögern beim Auslösen der „Operation Walküre“, des Planes zum Staatsstreich, ließen den Umsturzversuch scheitern. Die Beteiligten der Verschwörung, die Personen des 20. Juli 1944, stammten vor allem aus dem früheren Adel, der Wehrmacht und der Verwaltung. Unter den mehr als 200 Hingerichteten und Verurteilten sticht ein Mann ganz besonders hervor. Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Der Mann mit der Augenklappe muss noch in derselben Nacht mit seinem Leben bezahlen. Doch wie wurde aus dem damaligen Anhänger Hitlers ein Widerständler, der bereit war, sein eigenes Leben zu opfern? Was waren die Gründe für das Scheitern des Attentats, das schon bald 79 Jahre zurückliegt? Buchtipp in dieser Folge: Claus Schenk Graf von Stauffenberg- Ulrich Schlie Claus Schenk Graf von Stauffenberg: Die Biographie – Peter Hoffmann Stauffenberg und das Attentat vom 20. Juli 1944: Darstellung, Biographien, Dokumente (Die Zeit des Nationalsozialismus – »Schwarze Reihe«) – Gerd R. Ueberschär Filmtipp: Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat
1 Stunde 23 Minuten
Joe Peterburs wird am 25. November 1924 in St. Paul, Minnesota geboren, wächst aber vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise hauptsächlich in Wisconsin auf. Joe stammt aus einer Familie mit militärischer Tradition: Sein Vater wandert 1906 aus Deutschland in die USA aus und dient im 1. Weltkrieg. Zusammen mit seinen Brüdern tut Joe alles, was sie können, um die Familie in den mageren Jahren der Depression zu unterstützen. Als kleiner Junge besucht er eine katholische Schule und möchte später Priester werden. Als am 07. Dezember 1941 Pearl Harbor angegriffen wird, meldet er sich freiwillig. An seinem 18. Geburtstag wird Joe vereidigt und beginnt seine Ausbildung als Pilotenanwärter. 1944 erreicht er Europa. Joe fliegt eine P-51 Mustang, seine Hauptaufgabe besteht darin, die Bomber zu eskortieren und zu schützen, fliegt aber auch Bodenunterstützungsmissionen auf der Suche nach Gelegenheitszielen. Am 10. April gerät er in einen Luftkampf mit einem deutschen Piloten – mit einer Messerschmidt 262. Joe gelingt es, den Deutschen abzuschießen. Später wird er selbst getroffen, kann aber über Feindesland mit dem Fallschirm abspringen und wird gefangengenommen. Im Chaos des Jahres 1945 gelingt ihm die Flucht. Viele Jahre später kann Joe durch Zufall Kontakt zu dem deutschen Piloten aufnehmen, den er damals abgeschossen hat. Es ist das bekannte Fliegerass Walter Schuck, genannt Tiger der Tundra. Bis zu Walters Tod 2015 bleiben sie eng verbunden. Beginn des Interviews ab 9 Minuten History Wissen ab 1 Stunde 17 Minuten Walter Schuck Gesprächspartner in dieser Folge: Joe Peterburs Buchtipp: WWII Memories of a P51 Mustang Pilot Joe Peterburs Autobiography Abschuss!: Von der Me 109 zur Me 262: Von der Me 109 zur Me 262. Erinnerungen an die Luftkämpfe beim Jagdgeschwader 5 und 7 Von Walter Schuck
37 Minuten
Es klingt wie aus einem Krimi. Die Elite des Grauens im Alltag. Ein schwarz-weißes Foto, das die Lagerbesatzung des KZ Auschwitz zeigt. Lachend. Sichtlich glücklich. Vermutlich ist das Bild am 15.Juli 1944 aufgenommen worden. Das Foto zeigt keine Leichen. Kein Blut, auch keine Transportwaggons. Die Bilder aus dem „Auschwitz-Album“ illustrieren Lageraufseher, die sich trotz des von ihnen mit zu verantwortendem Massenmord offenbar ausgelassen amüsieren. Da hocken fein frisierte KZ-Aufseherinnen auf einem Holzgeländer und essen fröhlich Blaubeeren. Höcker spielt mit seinem Schäferhund "Favorit", der Pfötchen gibt. Im SS-Erholungsheim "Solahütte" liegen die Täter und Täterinnen lachend in Sonnenstühlen, und ein Chor von Aufsehern in Uniform schmettert zum Klang eines Akkordeons Lieder. Von Gewissensbissen keine Spur. Jeder von ihnen ist ein Zahnrad im funktionierenden System der Nationalsozialisten. Ein Teil der Mordmaschinerie. Wie wurden aus Menschen Maschinen, die mordeten, folterten und die „Endlösung“ vorantrieben? Heute geht es um das Leben der KZ-Aufseherinnen und Aufseher, ihre Ausbildung und ihren Alltag. Zudem werden die Tätigkeiten innerhalb des Stacheldrahts näher beleuchtet. Buchtipp in dieser Folge: Das Höcker-Album: Auschwitz durch die Linse der SS Von Christophe Busch Quellen: Die Konzentrationslager-SS: Sozialstrukturelle Analysen und biographische Studien von Karin Orth https://www.youtube.com/watch?v=SOLzzP7Tz-A (Stand Juni 2023) Dachau Lied https://www.youtube.com/watch?v=uLgzDn0E_zY Rede Himmler (Stand Juni 2023) https://www.youtube.com/watch?v=wU7-06cj7C4 Zeitzeugen-Portal, Edith Kamnitzer Folgt @wunder.wissen.weltkrieg und @raphaelahoefnerautorin auf Instagram. Dort bekommt ihr mehr Infos zu den Folgen, Fotos, Fakten und Recherche-Einblicke.