Von Asch bis Zips: Der Osten für die Ohren Archiv
26 Episoden
41 Minuten
Deutsches Kulturerbe in den baltischen Ländern? Wenn sich der Blick nicht auf Memel/Klaipėda und die Kurische Nehrung richtet, sondern weiter nördlich, nach Estland und Lettland schweift, dann kommen meist die Altstädte von Riga/Rīga und Reval/Tallinn in den Sinn – und die Herrenhäuser, die überall in den ehemaligen „Ostseeprovinzen“ Estland, Livland und Kurland zu finden sind. Von manchen sind nur noch Ruinen geblieben, andere wurden prächtig restauriert und sind wie Orellen/Ungurmuiža und Palms/Palmse unverzichtbare Zwischenhalte für Rundreisen. Manche laden auch als luxuriöse Hotels zu Auszeiten in der schönen Natur ein. Alle aber zeugen davon, dass über viele Jahrhunderte der deutschbaltische Adel diese Region beherrschte.
Über die Herrenhäuser des baltischen Adels ist intensiv geforscht worden, viele Bücher wurden geschrieben und unzählige Vorträge gehalten. In dieser Podcastfolge geht es aber nicht darüber, WAS man alles über die Herrenhäuser und ihre einstigen Besitzer und Bewohner weiß, sondern darum, WIE man dieses Wissen gewinnt. Sabine Bock, Architekturhistorikern, Denkmalschützerin und Herrenhausexpertin, erzählt im Gespräch mit Martin Pabst, wie sie zur Herrenhausforschung kam, wie man ein Haus als Quelle lesen kann – und was Herrenhausforschende mit berühmten Hörspiel-Detektiven gemeinsam haben.
Mitwirkende
Moderation, Konzept und technische Umsetzung
Martin Pabst und Vera Schneider
Gesprächspartnerin
Prof. Dr. Sabine Bock
Musik
Jaspar Libuda
Über die Herrenhäuser des baltischen Adels ist intensiv geforscht worden, viele Bücher wurden geschrieben und unzählige Vorträge gehalten. In dieser Podcastfolge geht es aber nicht darüber, WAS man alles über die Herrenhäuser und ihre einstigen Besitzer und Bewohner weiß, sondern darum, WIE man dieses Wissen gewinnt. Sabine Bock, Architekturhistorikern, Denkmalschützerin und Herrenhausexpertin, erzählt im Gespräch mit Martin Pabst, wie sie zur Herrenhausforschung kam, wie man ein Haus als Quelle lesen kann – und was Herrenhausforschende mit berühmten Hörspiel-Detektiven gemeinsam haben.
Mitwirkende
Moderation, Konzept und technische Umsetzung
Martin Pabst und Vera Schneider
Gesprächspartnerin
Prof. Dr. Sabine Bock
Musik
Jaspar Libuda
53 Minuten
Zahlreichen deutschsprachigen Autorinnen und Autoren, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem östlichen Europa fliehen mussten oder vertrieben wurden, bot sich eine neue Aufgabe in den Rundfunkanstalten der vier Besatzungszonen, später der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Für viele war das mehr als nur eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In ihren literarischen und publizistischen Arbeiten reflektierten sie die Erfahrungen von Krieg und Flucht, vom Verlust der Heimat und vom Start in einer neuen Umgebung.
Die Biografien und Werke dieser Medienschaffenden standen im Fokus des Workshops »Der Osten im Westen. Deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus dem östlichen Europa im Rundfunk nach 1945«, der im Mai 2022 im Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg stattfand. Eine Doppelepisode unseres Podcasts bringt exemplarische Themen des Workshops zu Gehör – ergänzt durch O-Töne und andere teils rare Fundstücke aus den Rundfunkarchiven.
Der erste Teil widmet sich zwei Autorinnen und einem Autor, die in der DDR eine neue Heimat gefunden haben. Podcast-Host Vera Schneider (Kulturforum) spricht mit Maria Luft (BKGE) über die in Breslau/Wrocław geborene Schriftstellerin Hildegard Maria Rauchfuß (1918–2000), die in der Literaturredaktion des Mitteldeutschen Rundfunks arbeitete und nach ihrer Entlassung 1952 freie Schriftstellerin wurde. Rauchfuß war unter anderem mit autobiografischen Romanen über die NS-Zeit in Breslau und die Flucht und Vertreibung ihrer Familie erfolgreich. Ein internationales Millionenpublikum erreichte sie, als die Ostberliner Band City mit der Vertonung ihres Gedichts »Am Fenster« die Hitparaden stürmte. In Ausschnitten aus einem 1998 gesendeten Interview blickt die Autorin auf wichtige Stationen ihres Lebens zurück.
Danach gibt Jörg-Uwe Fischer vom Deutschen Rundfunkarchiv (Standort Babelsberg) Einblicke in die vielfältigen Bestände dieser Institution und praktische Tipps für deren Nutzung. Außerdem wird der Frage nachgegangen, wie die Themen Flucht und Vertreibung im DDR-Rundfunk verhandelt wurden und welche Aspekte dort tatsächlich tabu waren. Auszüge aus »Der Puppenkönig und ich« von Armin Müller (1928–2005) bringen den schlesischen Dialekt zum Klingen, den der in Schweidnitz/Świdnica geborene Autor hier erstmals in einem Roman verwendet hat.
Abgerundet wird der erste Teil der Doppelepisode durch Hörproben aus Christa Wolfs Werken »Kindheitsmuster« (1976, gelesen von der Autorin) und »Nachruf auf Lebende. Die Flucht« (Postum 2014, gelesen von Dagmar Manzel). Christa Wolf (1929–2011) wurde in Landsberg an der Warthe/Gorzów Wielkopolski geboren und gehört zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen der Gegenwart. Die beiden zitierten Hörbücher sind bei DAV – Der Audio-Verlag erschienen.
Konzept, Redaktion, Moderation und technische Umsetzung: Vera Schneider
Musik: Jaspar Libuda, City (Georgi Gogow, Fritz Puppel, Klaus Selmke, Emil Bogdanow)
Der Workshop »Der Osten im Westen. Deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus dem östlichen Europa« im Rundfunk nach 1945 wurde vom Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) und vom Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv, der Historischen Kommission der ARD und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa veranstaltet.
Für die Gewährung der Nutzungsrechte an den Tondokumenten danken wir dem Mitteldeutschen Rundfunk, dem Deutschen Rundfunkarchiv und dem Audio-Verlag (DAV) ganz herzlich.
Bildnachweis: Christa Wolf 1963, Bundesarchiv, Bild 183-B0509-0010-006/Eckleben; Armin Müller (mit Notizbuch) 1964, Bundesarchiv, Bild 183-C1103-0053-004; Hildegard Maria Rauchfuß 1964, Bundesarchiv, Bild 183-C0305-0006-001/ Frotscher, Heinz Dr.; Collage: DKF
Die Biografien und Werke dieser Medienschaffenden standen im Fokus des Workshops »Der Osten im Westen. Deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus dem östlichen Europa im Rundfunk nach 1945«, der im Mai 2022 im Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam-Babelsberg stattfand. Eine Doppelepisode unseres Podcasts bringt exemplarische Themen des Workshops zu Gehör – ergänzt durch O-Töne und andere teils rare Fundstücke aus den Rundfunkarchiven.
Der erste Teil widmet sich zwei Autorinnen und einem Autor, die in der DDR eine neue Heimat gefunden haben. Podcast-Host Vera Schneider (Kulturforum) spricht mit Maria Luft (BKGE) über die in Breslau/Wrocław geborene Schriftstellerin Hildegard Maria Rauchfuß (1918–2000), die in der Literaturredaktion des Mitteldeutschen Rundfunks arbeitete und nach ihrer Entlassung 1952 freie Schriftstellerin wurde. Rauchfuß war unter anderem mit autobiografischen Romanen über die NS-Zeit in Breslau und die Flucht und Vertreibung ihrer Familie erfolgreich. Ein internationales Millionenpublikum erreichte sie, als die Ostberliner Band City mit der Vertonung ihres Gedichts »Am Fenster« die Hitparaden stürmte. In Ausschnitten aus einem 1998 gesendeten Interview blickt die Autorin auf wichtige Stationen ihres Lebens zurück.
Danach gibt Jörg-Uwe Fischer vom Deutschen Rundfunkarchiv (Standort Babelsberg) Einblicke in die vielfältigen Bestände dieser Institution und praktische Tipps für deren Nutzung. Außerdem wird der Frage nachgegangen, wie die Themen Flucht und Vertreibung im DDR-Rundfunk verhandelt wurden und welche Aspekte dort tatsächlich tabu waren. Auszüge aus »Der Puppenkönig und ich« von Armin Müller (1928–2005) bringen den schlesischen Dialekt zum Klingen, den der in Schweidnitz/Świdnica geborene Autor hier erstmals in einem Roman verwendet hat.
Abgerundet wird der erste Teil der Doppelepisode durch Hörproben aus Christa Wolfs Werken »Kindheitsmuster« (1976, gelesen von der Autorin) und »Nachruf auf Lebende. Die Flucht« (Postum 2014, gelesen von Dagmar Manzel). Christa Wolf (1929–2011) wurde in Landsberg an der Warthe/Gorzów Wielkopolski geboren und gehört zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen der Gegenwart. Die beiden zitierten Hörbücher sind bei DAV – Der Audio-Verlag erschienen.
Konzept, Redaktion, Moderation und technische Umsetzung: Vera Schneider
Musik: Jaspar Libuda, City (Georgi Gogow, Fritz Puppel, Klaus Selmke, Emil Bogdanow)
Der Workshop »Der Osten im Westen. Deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus dem östlichen Europa« im Rundfunk nach 1945 wurde vom Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) und vom Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv, der Historischen Kommission der ARD und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa veranstaltet.
Für die Gewährung der Nutzungsrechte an den Tondokumenten danken wir dem Mitteldeutschen Rundfunk, dem Deutschen Rundfunkarchiv und dem Audio-Verlag (DAV) ganz herzlich.
Bildnachweis: Christa Wolf 1963, Bundesarchiv, Bild 183-B0509-0010-006/Eckleben; Armin Müller (mit Notizbuch) 1964, Bundesarchiv, Bild 183-C1103-0053-004; Hildegard Maria Rauchfuß 1964, Bundesarchiv, Bild 183-C0305-0006-001/ Frotscher, Heinz Dr.; Collage: DKF
53 Minuten
Ein Reisepodcast von Vera Schneider im Gespräch mit Sonya Winterberg, Susanne Dzeik, Susanne Šemelė, Augustinas Šemelis und Matthias Sonn
Im Juni 2022 geisterte eine Reisewarnung für Litauen durch die Medien, angeblich ausgesprochen von der Deutschen Botschaft in Wilna/Vilnius aufgrund der Drohungen Putins in Richtung des baltischen Nachbarn. Diese Meldung fiel in eine Zeit der Nervosität, in der deutsche Touristen aus Angst vor dem Übergreifen des Kriegs auf Litauen fernblieben. Sie fiel auch in die Zeit, in der die Journalistin und Autorin Sonya Winterberg als Stadtschreiberin des Kulturforums in der litauischen Hafenstadt Memel/Klaipėda weilte.
Kulturforums-Mitarbeiterin Vera Schneider machte sich mit dem Podcast-Mikrofon auf den Weg, um die Entstehung des Films »Die Stadtschreiberin – Spurensuche im Memelland« zu begleiten und um mehr über die Stimmung im Land zu erfahren.
Sie besuchte Dokumentarfilmerin Susanne Dzeik und Sonya Winterberg bei den Dreharbeiten in der ehemaligen deutsche Schule Preil/Preila auf der Kurischen Nehrung und befragte sie zu ihrem Filmprojekt. Mit der in Vilnius lebenden Deutschen Susanne Šemelė, Redaktionsassistentin bei der Kulturkorrespondenz östliches Europa, und dem litauischen Journalisten Augustinas Šemelis sprach sie über die große Empathie und Solidarität mit den Geflüchteten aus der Ukraine, auch aber über die Erwartungen, die das Land jetzt an Europa hat.
Was steckte hinter der angeblichen Reisewarnung? Welche Position hat die deutschsprachige Minderheit in Litauen? Welche Haltung hat das Land gegenüber dem deutschen Erbe, das Teil seiner eigenen Geschichte ist? Und wie geht es momentan der russischen Minderheit im Land? Darum drehte sich das Interview, das Botschafter Matthias Sonn Vera Schneider in der Deutschen Botschaft Wilna/Vilnius gab. Die Haltung Litauens zum Krieg, so Sonns Fazit, ist nicht von Angst geprägt, sondern von »Realismus und entschlossenem Ingrimm«.
Moderation: Vera Schneider
Mitwirkende: Sonya Winterberg, Susanne Dzeik, Susanne Šemelė, Augustinas Šemelis und Matthias Sonn
Technische Umsetzung: Vera Schneider
Musik: Jaspar Libuda
Eine Produktion des Deutschen Kulturforums östliches Europa, 2022
Bildnachweis:
Großes Foto: Susanne Dzeik filmt am Kurischen Haff bei Preil/Preila. Foto: DKF
Kleine Fotos (von oben nach unten):
Popup-Studio vor einer Vilniuser Kneipe mit Vera Schneider Susanne Šemelė, Redaktionsassistentin bei der Kulturkorrespondenz östliches Europa, und Augustinas Šemelis, Journalist bei LRT, zur Stimmung im Land.
Botschafter Matthias Sonn zeigt Vera Schneider den Alten Fritz – in der Version von Andy Warhol. Foto: Vokietijos ambasada Vilniuje - Deutsche Botschaft Wilna
Drehpause: Vera Schneider, Susanne Dzeik und Sonya Winterberg in Preil/Preila (Kurische Nehrung). Foto: DKF
Im Juni 2022 geisterte eine Reisewarnung für Litauen durch die Medien, angeblich ausgesprochen von der Deutschen Botschaft in Wilna/Vilnius aufgrund der Drohungen Putins in Richtung des baltischen Nachbarn. Diese Meldung fiel in eine Zeit der Nervosität, in der deutsche Touristen aus Angst vor dem Übergreifen des Kriegs auf Litauen fernblieben. Sie fiel auch in die Zeit, in der die Journalistin und Autorin Sonya Winterberg als Stadtschreiberin des Kulturforums in der litauischen Hafenstadt Memel/Klaipėda weilte.
Kulturforums-Mitarbeiterin Vera Schneider machte sich mit dem Podcast-Mikrofon auf den Weg, um die Entstehung des Films »Die Stadtschreiberin – Spurensuche im Memelland« zu begleiten und um mehr über die Stimmung im Land zu erfahren.
Sie besuchte Dokumentarfilmerin Susanne Dzeik und Sonya Winterberg bei den Dreharbeiten in der ehemaligen deutsche Schule Preil/Preila auf der Kurischen Nehrung und befragte sie zu ihrem Filmprojekt. Mit der in Vilnius lebenden Deutschen Susanne Šemelė, Redaktionsassistentin bei der Kulturkorrespondenz östliches Europa, und dem litauischen Journalisten Augustinas Šemelis sprach sie über die große Empathie und Solidarität mit den Geflüchteten aus der Ukraine, auch aber über die Erwartungen, die das Land jetzt an Europa hat.
Was steckte hinter der angeblichen Reisewarnung? Welche Position hat die deutschsprachige Minderheit in Litauen? Welche Haltung hat das Land gegenüber dem deutschen Erbe, das Teil seiner eigenen Geschichte ist? Und wie geht es momentan der russischen Minderheit im Land? Darum drehte sich das Interview, das Botschafter Matthias Sonn Vera Schneider in der Deutschen Botschaft Wilna/Vilnius gab. Die Haltung Litauens zum Krieg, so Sonns Fazit, ist nicht von Angst geprägt, sondern von »Realismus und entschlossenem Ingrimm«.
Moderation: Vera Schneider
Mitwirkende: Sonya Winterberg, Susanne Dzeik, Susanne Šemelė, Augustinas Šemelis und Matthias Sonn
Technische Umsetzung: Vera Schneider
Musik: Jaspar Libuda
Eine Produktion des Deutschen Kulturforums östliches Europa, 2022
Bildnachweis:
Großes Foto: Susanne Dzeik filmt am Kurischen Haff bei Preil/Preila. Foto: DKF
Kleine Fotos (von oben nach unten):
Popup-Studio vor einer Vilniuser Kneipe mit Vera Schneider Susanne Šemelė, Redaktionsassistentin bei der Kulturkorrespondenz östliches Europa, und Augustinas Šemelis, Journalist bei LRT, zur Stimmung im Land.
Botschafter Matthias Sonn zeigt Vera Schneider den Alten Fritz – in der Version von Andy Warhol. Foto: Vokietijos ambasada Vilniuje - Deutsche Botschaft Wilna
Drehpause: Vera Schneider, Susanne Dzeik und Sonya Winterberg in Preil/Preila (Kurische Nehrung). Foto: DKF
1 Stunde 7 Minuten
Die szenische Lesung veranschaulicht mit ausgesuchten Textauszügen die engen Verbindungen des Autors Rudolf Ditzen alias Hans Fallada zu Pommern und zur Ostsee. Die Zeit, die der junge Schriftsteller zwischen 1915 und 1925 in Pommern verbrachte, beeinflusste sein Werk bis in die 1940er Jahre hinein. Pommersche Orte, in denen er lebte und arbeitete, wurden später zu Schauplätzen seiner Romane und Erzählungen, Begebenheiten und Sonderlinge verwandelte er in Literatur.
Ausgewählt, zusammengestellt und interpretiert wurden die Texte von Katharina Groth und Wolfgang Wagner. Sie treten seit über dreißig Jahren auf verschiedensten Theaterbühnen, in Film und Fernsehen auf, außerdem arbeiten sie als Synchron- und Hörspielsprecher für zahlreiche Projekte. 1993 wirkten sie in Chemnitz und Neustrelitz in den Jubiläumsinszenierungen von »Kleiner Mann, was nun?« anlässlich Hans Falladas 100. Geburtstag mit. Seitdem beschäftigen sie sich immer wieder mit Werk und Person des Autors.
Eine Produktion des Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen des Jahresthemas 2022 »Land in Sicht! Pommern jenseits der Strände« in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Berlin, mit freundlicher Genehmigung des Aufbau Verlags, Berlin.
Es lesen: Katharina Groth und Wolfgang Wagner.
Moderation und technische Umsetzung: Ariane Afsari und Vera Schneider
Musik: Jaspar Libuda
Abbildung.: Estnisches Filmarchiv, bearbeitet von Anna Dejewska-Herzberg
Ausgewählt, zusammengestellt und interpretiert wurden die Texte von Katharina Groth und Wolfgang Wagner. Sie treten seit über dreißig Jahren auf verschiedensten Theaterbühnen, in Film und Fernsehen auf, außerdem arbeiten sie als Synchron- und Hörspielsprecher für zahlreiche Projekte. 1993 wirkten sie in Chemnitz und Neustrelitz in den Jubiläumsinszenierungen von »Kleiner Mann, was nun?« anlässlich Hans Falladas 100. Geburtstag mit. Seitdem beschäftigen sie sich immer wieder mit Werk und Person des Autors.
Eine Produktion des Deutschen Kulturforums östliches Europa im Rahmen des Jahresthemas 2022 »Land in Sicht! Pommern jenseits der Strände« in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Berlin, mit freundlicher Genehmigung des Aufbau Verlags, Berlin.
Es lesen: Katharina Groth und Wolfgang Wagner.
Moderation und technische Umsetzung: Ariane Afsari und Vera Schneider
Musik: Jaspar Libuda
Abbildung.: Estnisches Filmarchiv, bearbeitet von Anna Dejewska-Herzberg
56 Minuten
Heimat ist ein Schmelztiegel, da sind sich Igor Kąkolewski, Iwona Dadej und Agnieszka Zawadzka einig. Alle drei sind in einem plurikulturellen Umfeld aufgewachsen: Igor Kąkolewski und Iwona Dadej als Nachfahren galizianischer Polen in Oberschlesien und Krakau/Kraków, Agnieszka Zawadzka als Tochter eines polnischen Ehepaares in Berlin. Heute arbeiten sie zusammen im Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin (Centrum Badań Historycznych Polskiej Akademii Nauk w Berlinie). Ob es um das Zusammenleben unterschiedlicher Ethnien in den Metropolen des alten Habsburgerreiches, um die deutschen Vertriebenen, die teilweise noch im hohen Alter ihrer verlorenen Heimat in Schlesien nachtrauern oder um vertriebene Galizier geht, die in den verlassenen Häusern der Schlesier ein neues Zuhause finden mussten: Heimat ist bei ihren Untersuchungen zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen ein allgegenwärtiges Thema.
Im Gespräch mit Ariane Afsari und Renate Zöller vom Kulturforum denken sie über den Unterschied zwischen der »ojcowizna«, der Heimat, und der »mała ojczyzna«, der kleinen Heimat, nach; sie überlegen, warum es leichter ist, eine neue Heimat zu finden, wenn man die alte freiwillig verlassen hat; sie finden Zusammengehörigkeitsgefühl in der Sprache – und sie schlagen immer wieder eine Brücke zum heutigen Berlin und den Herausforderungen, in einer interkulturellen Gemeinschaft zusammenzuleben.
Im Interview: Ariane Afsari, Iwona Dadej, Igor Kakolewski, Agnieszka Zawadska und Renate Zöller
Schnitt: Ariane Afsari und Renate Zöller
Nachbearbeitung und Gesamtproduktion: Vera Schneider
Moderation: Vera Schneider
Musik: Jaspar Libuda
Im Gespräch mit Ariane Afsari und Renate Zöller vom Kulturforum denken sie über den Unterschied zwischen der »ojcowizna«, der Heimat, und der »mała ojczyzna«, der kleinen Heimat, nach; sie überlegen, warum es leichter ist, eine neue Heimat zu finden, wenn man die alte freiwillig verlassen hat; sie finden Zusammengehörigkeitsgefühl in der Sprache – und sie schlagen immer wieder eine Brücke zum heutigen Berlin und den Herausforderungen, in einer interkulturellen Gemeinschaft zusammenzuleben.
Im Interview: Ariane Afsari, Iwona Dadej, Igor Kakolewski, Agnieszka Zawadska und Renate Zöller
Schnitt: Ariane Afsari und Renate Zöller
Nachbearbeitung und Gesamtproduktion: Vera Schneider
Moderation: Vera Schneider
Musik: Jaspar Libuda
55 Minuten
Die Schriftstellerin Ulrike Draesner hat für ihr Werk bereits zahlreiche Preise erhalten, etwa den Usedomer Literaturpreis für »Sieben Sprünge vom Rand der Welt« oder den Bayerischen Buchpreis für »Schwitters«. Die beiden 2014 und 2020 erschienenen Romane erzählen von Flucht und Vertreibung, ein dritter Band wird die Trilogie demnächst komplettieren.
Wie wurde Ulrike Draesner zu der bekannten Romanautorin, Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin, die sie heute ist? Welche Rolle spielte dabei die Geschichte ihrer Familie, die Anfang 1945 aus Oels/Oleśnica in Niederschlesien vertrieben wurde und nach Bayern kam? Im Gespräch mit der Kölner Journalistin Elisabeth Luft geht Ulrike Draesner ihren persönlichen Weg zum eigenen Schreiben nach. Schon in ihrer Kindheit überkreuzten sich Dialekte und Traditionen, fand sie sich wieder zwischen erzählter Geschichte, Sprachen, Liedern und Rezepten. In der Erinnerung an Schlesien und der Realität in Bayern begegneten sich zwei Welten, die miteinander und doch getrennt voneinander existierten – geografisch, kulturell, emotional. Die Möglichkeit, Schriftstellerin zu werden, entdeckte Ulrike Draesner erst später für sich. Davor studierte sie zunächst Jura, dann Literatur, begann mit dem Ergründen des eigenen kulturellen Erbes. Im Schreiben eröffneten sich neue Perspektiven auf die Themen Flucht und Vertreibung samt ihrer Bedeutung für die eigene Familiengeschichte, die Beziehung zu ihrem Vater und ihr Schaffen als Schriftstellerin.
Auszüge aus ihren Werken, von der Autorin selbst gelesen, ergänzen die persönlichen Erinnerungen von Ulrike Draesner.
Elisabeth Luft, die den Podcast umgesetzt und produziert hat, schreibt als freie Autorin, Literatur- und Theaterkritikerin unter anderem für den WDR-Hörfunk und Die Deutsche Bühne. Die Familie ihrer Großmutter wurde 1946 aus Breslau/Wrocław zwangsausgewiesen.
Es sprechen: Ulrike Draesner, Elisabeth Luft und Vera Schneider
Redaktion: Vera Schneider
Technik: Studio sounds fresh, Köln
Musik: Jaspar Libuda
Wie wurde Ulrike Draesner zu der bekannten Romanautorin, Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin, die sie heute ist? Welche Rolle spielte dabei die Geschichte ihrer Familie, die Anfang 1945 aus Oels/Oleśnica in Niederschlesien vertrieben wurde und nach Bayern kam? Im Gespräch mit der Kölner Journalistin Elisabeth Luft geht Ulrike Draesner ihren persönlichen Weg zum eigenen Schreiben nach. Schon in ihrer Kindheit überkreuzten sich Dialekte und Traditionen, fand sie sich wieder zwischen erzählter Geschichte, Sprachen, Liedern und Rezepten. In der Erinnerung an Schlesien und der Realität in Bayern begegneten sich zwei Welten, die miteinander und doch getrennt voneinander existierten – geografisch, kulturell, emotional. Die Möglichkeit, Schriftstellerin zu werden, entdeckte Ulrike Draesner erst später für sich. Davor studierte sie zunächst Jura, dann Literatur, begann mit dem Ergründen des eigenen kulturellen Erbes. Im Schreiben eröffneten sich neue Perspektiven auf die Themen Flucht und Vertreibung samt ihrer Bedeutung für die eigene Familiengeschichte, die Beziehung zu ihrem Vater und ihr Schaffen als Schriftstellerin.
Auszüge aus ihren Werken, von der Autorin selbst gelesen, ergänzen die persönlichen Erinnerungen von Ulrike Draesner.
Elisabeth Luft, die den Podcast umgesetzt und produziert hat, schreibt als freie Autorin, Literatur- und Theaterkritikerin unter anderem für den WDR-Hörfunk und Die Deutsche Bühne. Die Familie ihrer Großmutter wurde 1946 aus Breslau/Wrocław zwangsausgewiesen.
Es sprechen: Ulrike Draesner, Elisabeth Luft und Vera Schneider
Redaktion: Vera Schneider
Technik: Studio sounds fresh, Köln
Musik: Jaspar Libuda
36 Minuten
Als junger Mann wollte Winfried Smaczny von der »alten Heimat« am liebsten nichts mehr hören. 1946 hatte er als Kleinkind mit seinen Eltern und den Geschwistern das Glatzer Land/Ziemia Kłodzka im heutigen Polen verlassen müssen. Der Neuanfang im Westen war schwer. Doch Winfried Smaczny machte aus der Not eine Tugend: Nicht eine einzige, unersetzliche Heimat wollte er haben – er lernte, sich immer wieder neue Heimaten zu schaffen. Er studierte, wohnte und arbeitete in unterschiedlichen Regionen Deutschlands, aber auch sieben Jahre lang in Den Haag und vier Jahre lang in Paris. Seine Tätigkeit als Lehrer und Schulleiter half ihm, überall Kontakte zu knüpfen und sich schnell zu Hause zu fühlen. Schlesien schien zeitweilig weit weg und ließ ihn doch nie ganz los.
Heute ist Winfried Smaczny durch seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kulturforums östliches Europa mit der Heimat seiner Vorfahren wieder auf das Engste verbunden. Er bleibt ein Nomade. Aber einer, der auch seine »alte Heimat« wiedergefunden hat.
Autorin des »Heimaten«-Zyklus ist Renate Zöller, die auch als Redakteurin der Kulturkorrespondenz östliches Europa tätig ist. Moderiert und produziert hat den Podcast Vera Schneider, redaktionell betreut wurde er von Renate Zöller. Das Stück von Robert Schumann aus dem Liederkreis Op. 39 zum Gedicht »In der Fremde« von Joseph von Eichendorff spielt Yi Lin Yian.
Titelmusik: Jaspar Libuda
Heute ist Winfried Smaczny durch seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kulturforums östliches Europa mit der Heimat seiner Vorfahren wieder auf das Engste verbunden. Er bleibt ein Nomade. Aber einer, der auch seine »alte Heimat« wiedergefunden hat.
Autorin des »Heimaten«-Zyklus ist Renate Zöller, die auch als Redakteurin der Kulturkorrespondenz östliches Europa tätig ist. Moderiert und produziert hat den Podcast Vera Schneider, redaktionell betreut wurde er von Renate Zöller. Das Stück von Robert Schumann aus dem Liederkreis Op. 39 zum Gedicht »In der Fremde« von Joseph von Eichendorff spielt Yi Lin Yian.
Titelmusik: Jaspar Libuda
57 Minuten
Im Frühjahr 1921 erschien der erste Teil des auf sechs Bände ausgelegten Romans »Osudy Dobrého Vojáka Švejka za Svetové Války«, den sein Autor Jaroslav Hašek nicht vollenden konnte und der dennoch zur Weltliteratur zählt. Unser Jubiläums-Podcasts beleucht anhand der »Biografie der Schwejk-Figur einen originellen Ausschnitt der tschechisch‐deutschen Beziehungsgeschichte.
Denn dank der Vermittlung Max Brods war der von Grete Reiner übersetzte Roman (»Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk«, 1926) im deutschsprachigen Raum zunächst erfolgreicher als in seiner böhmischen Heimat. Dramatisierungen erfolgten u. a. durch Max Brod und Hans Reimann (1928) sowie – unter der Mitwirkung von Bertolt Brecht – an der Berliner Piscator-Bühne (1928). 1943 entstand Brechts »Schweyk im Zweiten Weltkrieg« mit Musik von Hanns Eisler.
In zahlreichen Adaptionen für die Bühne beweist Hašeks Vorlage bis heute ihre Aktualität als zeitloses Antikriegsbuch. Auch im deutschen und österreichischen Film hat Schwejk viele Gesichter. Und die Neuübersetzung von Antonín Brousek nimmt seit 2014 auch diejenigen für den Roman ein, die mit Grete Reiners K.u.k.-Flair und »böhmakelndem« Schwejk nichts anzufangen wussten.
Es erklingen Originalaufnahmen aus folgenden Quellen:
Das Beste aus dem Roman »Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk«, Stück Herzegowina, Blasorchester Supraphon, CD, Supraphon
Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk, Sprecher: Franz Kutschera, CD, Litera/BMG Wort/Random House Audio
Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk. Fernsehserie von Wolfgang Liebeneiner, ORF/ZDF 1972–1976, TV60Filmproduktion GmbH
Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války. Kompletní znění rozhlasových nahrávek slavného díla Jaroslava Haška v podání Oldřicha Kaisera, Radioservis
Schweyk im Zweiten Weltkrieg, Brecht-Songs, Stück: Das Lied von der Moldau, Text: Bertolt Brecht, Musik: Hanns Eisler, Gesang: Gisela May, CD, Reference Berlin Classics
Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk. Geschichten und Lieder aus der Aufführung des Theaters am Kurfürstendamm, Stück: Überall ist Horizont, Musik: Horst Maria Merz, Text: Peter Ensikat, Sprecher/Gesang: Walter Plathe, dou-phon musikverlag
Wolfgang Wagner liest aus folgenden Texten:
Jaroslav Hašek: Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg. Aus d. Tschech. übersetzt u. hg. v. Antonin Brousek, Stuttgart: Reclam 2014
Jaroslav Hašek: Der Urschwejk und anderes aus dem alten Europa und dem neuen Rußland, Stuttgart: DVA 1999
Kurt Tucholsky: Herr Schwejk, In: Weltbühne, Nr. 23, 8. 6. 192
Egon Erwin Kisch: Auf den Tod eines tschechischen Humoristen. In: Das Tage-Buch, Nr. 3/1923
Max Brod: In memoriam Hašek. In: Prager Abendblatt, 8.1.1923, The National Library of Israel
F. C. Weiskopf: Der brave Soldat Schwejk. In: Neue Bücherschau, 1926/27, 6. Jahr, 4. Folge, 3. Schrift, Aufbau Verlag
Idee und Konzeption: Vera Schneider
Moderatorinnen: Vera Schneider, Ariane Afsari
Sprecher: Wolfgang Wagner
Schnitt/Produktion: Vera Schneider, Ariane Afsari
Rechterecherche: Kristina Frenzel
Redaktion: Vera Schneider, Ariane Afsari
Musik (Intro/Outro): Jaspar Libuda
Denn dank der Vermittlung Max Brods war der von Grete Reiner übersetzte Roman (»Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk«, 1926) im deutschsprachigen Raum zunächst erfolgreicher als in seiner böhmischen Heimat. Dramatisierungen erfolgten u. a. durch Max Brod und Hans Reimann (1928) sowie – unter der Mitwirkung von Bertolt Brecht – an der Berliner Piscator-Bühne (1928). 1943 entstand Brechts »Schweyk im Zweiten Weltkrieg« mit Musik von Hanns Eisler.
In zahlreichen Adaptionen für die Bühne beweist Hašeks Vorlage bis heute ihre Aktualität als zeitloses Antikriegsbuch. Auch im deutschen und österreichischen Film hat Schwejk viele Gesichter. Und die Neuübersetzung von Antonín Brousek nimmt seit 2014 auch diejenigen für den Roman ein, die mit Grete Reiners K.u.k.-Flair und »böhmakelndem« Schwejk nichts anzufangen wussten.
Es erklingen Originalaufnahmen aus folgenden Quellen:
Das Beste aus dem Roman »Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk«, Stück Herzegowina, Blasorchester Supraphon, CD, Supraphon
Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk, Sprecher: Franz Kutschera, CD, Litera/BMG Wort/Random House Audio
Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk. Fernsehserie von Wolfgang Liebeneiner, ORF/ZDF 1972–1976, TV60Filmproduktion GmbH
Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války. Kompletní znění rozhlasových nahrávek slavného díla Jaroslava Haška v podání Oldřicha Kaisera, Radioservis
Schweyk im Zweiten Weltkrieg, Brecht-Songs, Stück: Das Lied von der Moldau, Text: Bertolt Brecht, Musik: Hanns Eisler, Gesang: Gisela May, CD, Reference Berlin Classics
Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk. Geschichten und Lieder aus der Aufführung des Theaters am Kurfürstendamm, Stück: Überall ist Horizont, Musik: Horst Maria Merz, Text: Peter Ensikat, Sprecher/Gesang: Walter Plathe, dou-phon musikverlag
Wolfgang Wagner liest aus folgenden Texten:
Jaroslav Hašek: Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg. Aus d. Tschech. übersetzt u. hg. v. Antonin Brousek, Stuttgart: Reclam 2014
Jaroslav Hašek: Der Urschwejk und anderes aus dem alten Europa und dem neuen Rußland, Stuttgart: DVA 1999
Kurt Tucholsky: Herr Schwejk, In: Weltbühne, Nr. 23, 8. 6. 192
Egon Erwin Kisch: Auf den Tod eines tschechischen Humoristen. In: Das Tage-Buch, Nr. 3/1923
Max Brod: In memoriam Hašek. In: Prager Abendblatt, 8.1.1923, The National Library of Israel
F. C. Weiskopf: Der brave Soldat Schwejk. In: Neue Bücherschau, 1926/27, 6. Jahr, 4. Folge, 3. Schrift, Aufbau Verlag
Idee und Konzeption: Vera Schneider
Moderatorinnen: Vera Schneider, Ariane Afsari
Sprecher: Wolfgang Wagner
Schnitt/Produktion: Vera Schneider, Ariane Afsari
Rechterecherche: Kristina Frenzel
Redaktion: Vera Schneider, Ariane Afsari
Musik (Intro/Outro): Jaspar Libuda
41 Minuten
Kann man zurückkehren an einen Ort, an dem man noch nie war? Ja, man kann – wenn die Großmutter so anschaulich und begeistert von ihrer Heimat erzählt hat, dass sie schon beim ersten Besuch vertraut erscheint. Roland Begenat hat sich erst als Erwachsener auf die Suche nach der Herkunft seiner Familie an die Memel begeben, hat die Geburts- und Wohnorte seines Vaters und der Großeltern im heutigen Litauen und Kaliningrad besucht – und sich mehr und mehr in Land und Leute verliebt. Heute lebt er auf der litauischen Seite der Memel in dem Dorf Skirsnemunė, in dem seine Großmutter ihre Jugend verbrachte, und zieht demnächst um nach Smalininkai, wo sein Vater aufwuchs. »Heimat«, das weiß Roland Begenat, »ist eine Wundertüte, aus der sich jeder das nimmt, was er braucht«.
Roland Begenat ist der erste Gesprächspartner im Zyklus »Heimaten«, der in loser Folge auf unserem Podcast-Kanal »Von Asch bis Zips« fortgesetzt wird. Autorin des Zyklus ist Renate Zöller, die auch als Redakteurin der Kulturkorrespondenz östliches Europa tätig ist. 2015 publizierte sie den Band »Was ist eigentlich Heimat? Annäherung an ein Gefühl«.
Moderation und Produktion: Vera Schneider
Redaktion und Interview mit Roland Begenat: Renate Zöller und Susanne Krause
Musik: Jaspar Libuda
Roland Begenat ist der erste Gesprächspartner im Zyklus »Heimaten«, der in loser Folge auf unserem Podcast-Kanal »Von Asch bis Zips« fortgesetzt wird. Autorin des Zyklus ist Renate Zöller, die auch als Redakteurin der Kulturkorrespondenz östliches Europa tätig ist. 2015 publizierte sie den Band »Was ist eigentlich Heimat? Annäherung an ein Gefühl«.
Moderation und Produktion: Vera Schneider
Redaktion und Interview mit Roland Begenat: Renate Zöller und Susanne Krause
Musik: Jaspar Libuda
1 Stunde 5 Minuten
In dieser Folge stellt Matthew Frank sein Buch »Making Minorities History. Population Transfer in Twentieth Century Europe« vor. Es beleuchtet imperiale und alliierte Konzepte und Positionen, staatliche Akteure der jeweiligen Transfers und ihren Einfluss darauf sowie die Tatsache, dass sich Zwangsmigrationen nach dem Zweiten Weltkrieg daran orientierten. Als Fallbeispiele zieht Frank unter anderem heran: den griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausch auf der Grundlage des Vertrages von Lausanne 1923, Hitlers »Heim-ins-Reich-Holung« der Südtiroler und der Deutschbalten laut Umsiedlungsabkommen mit Italien und der Sowjetunion, die Vertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei.
Tim Buchen kommentiert den Vortrag in einem anschließenden Gespräch mit Ariane Afsari vom Deutschen Kulturforum östliches Europa.
Dr. Matthew Frank studierte Geschichte an der School of Slavonic and East European Studies (jetzt Teil der University of Leeds). Er unterrichtete Englisch in Moskau und an einer Sekundarschule in Dresden. Am St. Antony's College der Universität Oxford promovierte er 2005 in Neuerer Geschichte und erhielt drei Jahre später einen Lehrauftrag für Internationale Geschichte in Leeds. Außerdem ist er einer der Mitherausgeber der Zeitschrift Contemporary European History.
Jun.-Prof. Dr. Tim Buchen studierte Geschichte, Literaturwissenschaft und Osteuropastudien an der Humboldt- und der Freien Universität Berlin, in Krakau und Warschau und wurde an der TU Berlin über Antisemitismus im habsburgischen Galizien promoviert. Nach mehreren Jahren wissenschaftlicher Arbeit an verschiedenen Institutionen und Universitäten im In- und Ausland erhielt 2017 die BKM-Juniorprofessur für soziale und ökonomische Netzwerke der Deutschen im östlichen Europa im 19./20. Jh. an der TU Dresden.
Ein Projekt des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Zernack-Colloquiums; gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Synchronstimme von Matthew Frank: André Werner
Moderation und Produktion: Vera Schneider
Musik: Jaspar Libuda
Titelbild: Buchcover »Making Minorities History« von Matthew Frank und ein Ausschnitt der Karte »Völker und Sprachen vor dem Ersten Weltkrieg«. Karte: 1958, Velhagen & Klasing
1 Stunde 16 Minuten
In unserer Pilotsendung stellen wir den Kanal »Von Asch bis Zips« vor und präsentieren die Podiumsdiskussion »Europe on the Move - Frankfurt (Oder) 1945« mit Dr. Andreas Kossert, Historiker, Berlin, Dr. Karl-Konrad Tschäpe, Museum Viadrina/Gedenk- und Dokumentationsstätte »Opfer politischer Gewaltherrschaft«, Frankfurt (Oder) und Dr. Mateusz Hartwich, Kulturwissenschaftler, Berlin. Sie fand am 30. Oktober 2020 im Schloss Cecilienhof statt – als Teil der Veranstaltungsreihe »Bahnhof Europas. Frankfurt (Oder) 1945«, mit der wir 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Potsdamer Konferenz ein Stück wechselvoller brandenburgischer, aber auch europäischer Geschichte thematisieren.
Die zunächst weitestgehend von Kriegshandlungen verschonte Stadt Frankfurt (Oder) wurde 1945 massiv von den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs getroffen. Zum einen fiel das über Jahrhunderte gewachsene historische Stadtzentrum in wenigen Wochen Kriegseinwirkungen und Brandstiftungen zum Opfer. Zum anderen wurde Frankfurt ab 1945 zu einem Umschlagplatz für Hundertausende. Bereits im Januar 1945 erreichten erste Flüchtlinge aus östlichen deutschen Provinzen die Oderstadt. Ab Mai 1945 durchquerten sie ehemalige osteuropäische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene auf dem Weg in ihre Heimat. Aber auch deutsche Kriegsgefangene, politische Häftlinge, Heimkehrer, Vertriebene und Zwangsarbeiter trafen hier zwischen 1945 und 1956 aufeinander. Infolge des Potsdamer Abkommens sollte Frankfurt (Oder) zu einer Grenzstadt und ihr östlicher Stadtteil Dammvorstadt zur polnischen Stadt Słubice werden, in der Menschen aus Zentral- und Ostpolen, aber auch zuvor nach Sibirien deportierte Polen bzw. ehemalige Gulag-Häftlinge angesiedelt wurden. Für fast alle war Frankfurt (Oder) Station auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft und der Aufenthalt hier gleichzeitig von existentieller, prägender Bedeutung.
Ein Projekt des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit dem Institut für angewandte Geschichte - Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e.V. und dem Museum Viadrina in Frankfurt (Oder) im Rahmen des Themenjahres »Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg - Kulturland Brandenburg 2020«. Gefördert wird es durch das Kulturland Brandenburg und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Titelbild: Panorama mit Blick auf die gesprengte Brücke nach Osten, Frankfurt (Oder) 1945, Stadtarchiv Frankfurt (Oder) / Foto: Walter Fricke
Musik: Jaspar Libuda
Die zunächst weitestgehend von Kriegshandlungen verschonte Stadt Frankfurt (Oder) wurde 1945 massiv von den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs getroffen. Zum einen fiel das über Jahrhunderte gewachsene historische Stadtzentrum in wenigen Wochen Kriegseinwirkungen und Brandstiftungen zum Opfer. Zum anderen wurde Frankfurt ab 1945 zu einem Umschlagplatz für Hundertausende. Bereits im Januar 1945 erreichten erste Flüchtlinge aus östlichen deutschen Provinzen die Oderstadt. Ab Mai 1945 durchquerten sie ehemalige osteuropäische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene auf dem Weg in ihre Heimat. Aber auch deutsche Kriegsgefangene, politische Häftlinge, Heimkehrer, Vertriebene und Zwangsarbeiter trafen hier zwischen 1945 und 1956 aufeinander. Infolge des Potsdamer Abkommens sollte Frankfurt (Oder) zu einer Grenzstadt und ihr östlicher Stadtteil Dammvorstadt zur polnischen Stadt Słubice werden, in der Menschen aus Zentral- und Ostpolen, aber auch zuvor nach Sibirien deportierte Polen bzw. ehemalige Gulag-Häftlinge angesiedelt wurden. Für fast alle war Frankfurt (Oder) Station auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft und der Aufenthalt hier gleichzeitig von existentieller, prägender Bedeutung.
Ein Projekt des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Kooperation mit dem Institut für angewandte Geschichte - Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e.V. und dem Museum Viadrina in Frankfurt (Oder) im Rahmen des Themenjahres »Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen in Brandenburg - Kulturland Brandenburg 2020«. Gefördert wird es durch das Kulturland Brandenburg und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Titelbild: Panorama mit Blick auf die gesprengte Brücke nach Osten, Frankfurt (Oder) 1945, Stadtarchiv Frankfurt (Oder) / Foto: Walter Fricke
Musik: Jaspar Libuda