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Episoden

55 Minuten
CS NORDLICHT: Wenn Hilfe Zurückhaltung bedeutet

Menschen mit schwerem ME/CFS leben oft zurückgezogen, manche in abgedunkelten Räumen, abgeschirmt von Geräuschen, Berührungen und Gesprächen. Selbst gut gemeinte Zuwendung kann für sie zur Belastung werden. Mit CS NORDLICHT hat die Caritas Socialis (CS) ein Projekt ins Leben gerufen, das Betroffene und Angehörige beraten und begleiten sowie neue Formen der Pflege und Betreuung entwickeln will. In „Orden on Air“, dem Podcast der Österreichischen Ordenskonferenz, erzählen Sr. Karin Weiler und Andrea Schwarz, wie persönliche Erfahrungen und Begegnungen mit schwer Erkrankten den Anstoß dazu gaben und warum Zurückhaltung manchmal die intensivste Form der Zuwendung sein kann.
43 Minuten
Zehn Jahre im Dienst der Weltkirche: P. Karl Wallner zieht Bilanz

Nach zehn Jahren als Nationaldirektor von Missio Österreich verabschiedet sich P. Karl Wallner Ende August in eine neue Aufgabe. Im Podcast „Orden on Air“ spricht der Zisterzienser über bewegende Begegnungen in der Weltkirche, den Wandel der Missionsarbeit, die Kraft moderner Kommunikation und darüber, warum Europa von den Kirchen des globalen Südens lernen kann.

Als P. Karl Wallner 2016 die Leitung der Päpstlichen Missionswerke in Österreich übernahm, wusste er nach eigenen Worten nicht, was ihn erwarten würde. Eigentlich habe er gedacht, seine Aufgabe bestehe darin, „für die Weltkirche zu werben“. Schnell sei ihm jedoch klar geworden, dass weit mehr dahintersteckt. Im Gespräch blickt der Zisterzienser auf zehn intensive Jahre zurück, die ihn auf mehrere Kontinente führten und seinen Blick auf Kirche nachhaltig geprägt haben.

Begegnungen, die bleiben

Zu den eindrucksvollsten Erfahrungen zählen für Wallner die Begegnungen mit Christinnen und Christen in Afrika und Asien. Ob bei den Massai in Tansania, in den Christenvierteln von Lahore in Pakistan oder beim Besuch von Schulen und Pfarren: Überall habe er Menschen erlebt, die ihren Glauben mit großer Freude und unter oft schwierigen Bedingungen leben.

„Die Erfahrungen, die ich machen durfte, waren wirklich einzigartig“, sagt Wallner. Besonders bewegt habe ihn die Dankbarkeit der Menschen und die Erfahrung, dass Kirche dort oft unter ganz anderen Voraussetzungen wachse als in Europa.

Mehr Unterstützung für die Weltkirche

In Wallners Amtszeit konnte Missio Österreich seine Hilfe für die Weltkirche deutlich ausbauen. Die jährlichen Spendeneinnahmen stiegen von rund 9,2 Millionen Euro auf mehr als 21 Millionen Euro. Dadurch konnten hunderte Projekte unterstützt werden, von Priesterseminaren über Schulen und kirchliche Ausbildungsstätten bis hin zu Gesundheitsprojekten.

Mindestens ebenso wichtig sei für ihn jedoch gewesen, das Interesse an der Weltkirche wieder zu stärken. Durch intensive Medienarbeit, persönliche Begegnungen und zahlreiche Berichte aus den Projektländern sollte sichtbar werden, dass die Kirche in Afrika, Asien und Lateinamerika nicht nur Hilfe braucht, sondern auch Hoffnung und Glaubensfreude vermittelt.

„Diese Kirche lebt aus einer Glaubensfreude, die einfach für uns auch therapeutisch ist“, sagt Wallner. Gerade die Lebendigkeit der jungen Kirchen könne auch der Kirche in Europa neue Impulse geben.

Mission heißt zuhören und unterstützen

Der Begriff „Mission“ werde heute oft kritisch betrachtet, räumt Wallner ein. Historische Fehlentwicklungen dürften nicht verschwiegen werden. Gleichzeitig plädiert er dafür, den Begriff neu zu verstehen. Mission bedeute heute nicht Bevormundung, sondern Partnerschaft.

Missio entwickle keine Projekte aus Europa heraus, sondern unterstütze die Anliegen der Ortskirchen. „Wir schauen uns an: Was habt ihr für Ideen? Was will der Bischof? Was braucht diese Ordensgemeinschaft?“, beschreibt Wallner diesen Zugang. Ziel sei es, Initiativen zu stärken, die vor Ort entstanden sind und den Menschen konkret dienen.

Europa kann von Afrika lernen

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage, was die Kirche in Europa von den Kirchen des globalen Südens lernen kann. Wallner nennt die große Freude am Glauben, die Wertschätzung der Sakramente und das starke Engagement der Laien.

Besonders beeindruckt haben ihn die vielen Katechistinnen und Katechisten, die in den Gemeinden Verantwortung übernehmen und den Glauben weitergeben. Darin sieht er auch ein Zukunftsmodell für Europa. Prägnant fasst er seine Erfahrungen zusammen: „Afrika liebt Jesus.“

Die Rolle der Orden

Als Ordensmann sieht Wallner gerade in den Ordensgemeinschaften wichtige Hoffnungsträger für die Zukunft der Kirche. Ihre Stärke liege in ihrer Kontinuität, ihrer geistlichen Verwurzelung und ihrer Fähigkeit, langfristig Verantwortung zu übernehmen.

Gleichzeitig müssten Orden ihre Sendung immer wieder neu übersetzen. Große Chancen sieht Wallner in der digitalen Kommunikation. Viele junge Ordensleute erreichten heute über soziale Medien Menschen, die mit Kirche sonst kaum in Berührung kämen. „Wir haben hier etwas, ein Instrument, das völlig neu ist: das mediale Wirken, auch die Katechese über die Medien.“

Rückkehr nach Heiligenkreuz

Mit 1. September kehrt P. Karl Wallner in sein Heimatkloster Heiligenkreuz zurück. Dort möchte er seine Erfahrungen aus der Weltkirche einbringen und sich wieder verstärkt der Hochschule widmen. Besonders wichtig sei ihm, die vielen Berufungen und das internationale Profil des Stiftes für die Zukunft gut weiterzuentwickeln.

Seinem Nachfolger als Missio Nationaldirektor, Pfarrer Johannes Laichner, gibt er einen einfachen Rat mit auf den Weg: „Gehe es langsam an.“ Wer Verantwortung übernehme, solle zunächst die Menschen kennenlernen, Vertrauen aufbauen und erst dann Veränderungen anstoßen.

„Orden on air“ – der Podcast der Ordensgemeinschaften Österreich Das Medienbüro der Ordensgemeinschaften Österreich hat im März 2022 den Podcast „Orden on air“ ins Leben gerufen. Der Titel ist Programm: Ordensfrauen und -männer kommen vor den Vorhang – und vor das Mikrofon. Ziel ist es, Persönlichkeiten vorzustellen, Einblicke in das Leben von Ordensgemeinschaften zu geben und das Engagement von Ordensleuten in vielfältigen Bereichen sichtbar zu machen. Der Podcast ist überall zu hören, wo es Podcasts gibt, sowie auf www.ordensgemeinschaften.at
54 Minuten
Dem Nächsten dienen: Ein Ritter des 21. Jahrhunderts

Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddihn: Vom Familienvater zum Ordensmann – ein ungewöhnlicher Weg

Was bedeutet es heute, Ritter zu sein – ohne Rüstung, ohne Schwert, aber mit einem klaren Auftrag zur Nächstenliebe? In der neuen Folge des Podcasts „Orden on air“ spricht Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn, Großprior des Souveränen Malteser Ritter-Ordens in Österreich, über die fast 1.000-jährige Geschichte seines Ordens, über humanitäre Diplomatie und darüber, warum es auch im 21. Jahrhundert Ritter braucht. 

„Statt des Schwertes haben wir heute bestenfalls ein Taschenmesser mit. Und statt des Pferdes habe ich ein Fahrrad, auf dem ein Schelm ‚GroßprioRAD‘ draufgeschrieben hat. Dazu stehe ich gerne, ich reite auf dem Drahtesel“, sagt Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn mit einem Schmunzeln. Der Großprior des Souveränen Malteser Ritter-Ordens in Österreich beschreibt den Ritter des 21. Jahrhunderts als einen Menschen, der sich in einem ritterlichen Selbstverständnis um die ihm anvertrauten Menschen kümmert und Hilfe gibt, wo Hilfe benötigt wird. Dieses Selbstverständnis leben die Malteser Ritter bereits seit fast tausend Jahren. Die Malteserritter haben sich dem Dienst an Kranken und Menschen in Not verschrieben – und sind diesem bis heute treu geblieben.

Gefragt, ob ihn die langjährige Geschichte seines Ordens stolz macht, antwortet er: „Stolz steht einem Ordensmann nicht zu. Demut ist angesagt und man darf natürlich immer Freude haben. Freude brauchen wir, um in anderen zu entzünden, was in uns brennt.“

Hospitalität und Souveränität Der vollständige Name lautet: Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta. In diesem langen Namen steckt viel Geschichte. Gegründet im Umfeld des Königreichs Jerusalem zur Zeit der Kreuzritter war der Orden von Anfang an primär eines: ein Pflegeorden. „Das Ursprüngliche, die erste Tätigkeit, die wir ausgeübt haben, ist die Hospitalität – die Pflege der Kranken“, erklärt Fra’ Gottfried. Der militärische Schutz kam später. Heute ist der Orden mit rund 13.000 Ordensmitgliedern, etwa 100.000 Freiwilligen und über 50.000 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in mehr als 120 Ländern tätig.

Was den Malteserorden zugleich von anderen Ordensgemeinschaften unterscheidet: Er ist ein souveränes Völkerrechtssubjekt mit eigener Verfassung, Pässen, eigener Währung und diplomatischen Beziehungen zu über 115 Staaten. Diese Souveränität ist kein historisches Relikt, sondern ein wirksames Werkzeug der humanitären Arbeit. „Unsere Diplomatie ist eine humanitäre Diplomatie, keine politische“, sagt der Großprior. So konnten Malteser-Botschafter Medikamente hinter dem Eisernen Vorhang liefern, ein Ultraschallgerät als Diplomatengepäck unverzollt nach Südafrika bringen, oder eine ukrainische Ärztin aus der Gefangenschaft in Mariupol herausholen. „Unsere Souveränität wird wirklich nur zum Wohle benachteiligter Menschen eingesetzt – derjenigen, denen wir zu dienen gelobt haben“, beschreibt der Großprior den diplomatischen Einsatz für Frieden und Nächstenliebe. 

Von Bethlehem und Gaza bis Amstetten Im Heiligen Land, wo der Orden gegründet wurde, ist er bis heute aktiv. In Bethlehem betreiben die Malters das Holy Family Hospital, ein gynäkologisches Krankenhaus auf europäischem Standard, in dem Patientinnen nur zahlen, was sie können. In Gaza arbeitet der Orden derzeit daran, ein Ambulatorium in Betrieb zu nehmen – ein Unterfangen, das Fra’ Gottfried als „enormen Balanceakt“ beschreibt.

Auch in Österreich ist der Orden in verschiedensten Aktivitäten sichtbar: im Malteser Ordenshaus in Wien, im Rettungsdienst – ausschließlich ehrenamtlich – oder auch im Malteser Kinderhilfe Hilde Umdasch Haus in Amstetten, einem Palliativhaus für Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzender Diagnose. „Dieses Haus ist wirklich großartig“, sagt Fra’ Gottfried mit spürbarer Überzeugung. 

Ein persönlicher Weg Fra’ Gottfried kam 1969 eher zufällig zu den Maltesern, seit 1970 ist er Mitglied im Malteser Hospitaldienst Austria, seit 1983 Mitglied im Orden. Er heiratete, zog gemeinsam mit seiner Frau fünf Kinder groß und war jahrzehntelang im Hospitaldienst aktiv. Nach dem Tod seiner Frau nach 32 Jahren Ehe, entschloss er sich die ewigen Gelübde abzulegen. „Es war ein logischer Schritt. Ich spürte, dass das offensichtlich, die Berufung ist, die mir nach dem Tod meiner Frau ein erfülltes Leben gewährt“, sagt Fra‘ Gottfried sichtlich gerührt. Seit 2022 ist er Großprior in Österreich.

In Österreich gibt es zwei Professritter – also Ordensmitglieder, die alle drei Gelübde abgelegt haben. Auf die Frage, ob ihm die Zahl Sorgen macht, antwortet er: „Sorge und auch pathologischer Optimismus sind nicht angesagt. Ich bin zuversichtlich.“ Und er zitiert den Ordensgründer, den Seligen Gerhard: Diese Bruderschaft werde unvergänglich sein, weil sie im Elend der Welt wurzelt – und weil es immer Menschen geben wird, die daran arbeiten, dieses Elend erträglicher zu machen.

„Orden on air“ – der Podcast der Ordensgemeinschaften Österreich Das Medienbüro der Ordensgemeinschaften Österreich hat im März 2022 den Podcast „Orden on air“ ins Leben gerufen. Der Titel ist Programm: Ordensfrauen und -männer kommen vor den Vorhang – und vor das Mikrofon. Ziel ist es, Persönlichkeiten vorzustellen, Einblicke in das Leben von Ordensgemeinschaften zu geben und das Engagement von Ordensleuten in vielfältigen Bereichen sichtbar zu machen. Der Podcast ist überall zu hören, wo es Podcasts gibt, sowie auf www.ordensgemeinschaften.at
48 Minuten
H. Ewald Nathanael Donhoffer war Orchesterdirigent, reiste von einer Vorstellung zur nächsten und bewahrte eine unterschriebene Kirchenaustrittserklärung in seinem Schreibtisch auf. In der aktuellen Folge von „Orden on air“ erzählt der Prämonstratenser-Chorherr, der sich selbst lieber als fr. Ewald bezeichnet, von seinem Weg ins Stift Schlägl und von seinen Aufgaben als Stiftskapellmeister sowie als Leiter des Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese Linz. 
54 Minuten
Zum Weltflüchtlingstag besuchen wir die „ungewöhnlichste WG in Wien“: Seit vier Jahren leben Maksim und Elena Netrylov mit ihren drei Töchtern und den Großeltern gemeinsam mit den Franziskanerinnen der Schmerzhaften Mutter in Wien-Simmering. Was nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 als vorübergehende Unterkunft gedacht war, wurde zu einem gemeinsamen Alltag – mit vielen Überraschungen auf beiden Seiten. In der aktuellen Podcast-Folge „Orden on Air“ berichten wir, wie aus einer spontanen Hilfsaktion eine Familie geworden ist.
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Über diesen Podcast

„Orden on air“ – der Podcast der Ordensgemeinschaften Österreich holt Ordensfrauen und -männer vor den Vorhang und – im wahrsten Sinne des Wortes – vor das Mikrofon. Ziel ist es, interessante Persönlichkeiten und besondere Talente vorzustellen sowie das Engagement von Ordensleuten in den vielfältigen Bereichen des Lebens zu zeigen. Der Podcast soll auch Platz bieten, gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen und anzusprechen sowie Hintergründe darzulegen.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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