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Zehn Jahre im Dienst der Weltkirche: P. Karl Wallner
zieht Bilanz

Nach zehn Jahren als Nationaldirektor von Missio Österreich
verabschiedet sich P. Karl Wallner Ende August in eine neue
Aufgabe. Im Podcast „Orden on Air“ spricht der Zisterzienser über
bewegende Begegnungen in der Weltkirche, den Wandel der
Missionsarbeit, die Kraft moderner Kommunikation und darüber,
warum Europa von den Kirchen des globalen Südens lernen kann.

Als P. Karl Wallner 2016 die Leitung der Päpstlichen
Missionswerke in Österreich übernahm, wusste er nach eigenen
Worten nicht, was ihn erwarten würde. Eigentlich habe er gedacht,
seine Aufgabe bestehe darin, „für die Weltkirche zu werben“.
Schnell sei ihm jedoch klar geworden, dass weit mehr
dahintersteckt. Im Gespräch blickt der Zisterzienser auf zehn
intensive Jahre zurück, die ihn auf mehrere Kontinente führten
und seinen Blick auf Kirche nachhaltig geprägt haben.

Begegnungen, die bleiben

Zu den eindrucksvollsten Erfahrungen zählen für Wallner die
Begegnungen mit Christinnen und Christen in Afrika und Asien. Ob
bei den Massai in Tansania, in den Christenvierteln von Lahore in
Pakistan oder beim Besuch von Schulen und Pfarren: Überall habe
er Menschen erlebt, die ihren Glauben mit großer Freude und unter
oft schwierigen Bedingungen leben.

„Die Erfahrungen, die ich machen durfte, waren wirklich
einzigartig“, sagt Wallner. Besonders bewegt habe ihn die
Dankbarkeit der Menschen und die Erfahrung, dass Kirche dort oft
unter ganz anderen Voraussetzungen wachse als in Europa.

Mehr Unterstützung für die Weltkirche

In Wallners Amtszeit konnte Missio Österreich seine Hilfe für die
Weltkirche deutlich ausbauen. Die jährlichen Spendeneinnahmen
stiegen von rund 9,2 Millionen Euro auf mehr als 21 Millionen
Euro. Dadurch konnten hunderte Projekte unterstützt werden, von
Priesterseminaren über Schulen und kirchliche Ausbildungsstätten
bis hin zu Gesundheitsprojekten.

Mindestens ebenso wichtig sei für ihn jedoch gewesen, das
Interesse an der Weltkirche wieder zu stärken. Durch intensive
Medienarbeit, persönliche Begegnungen und zahlreiche Berichte aus
den Projektländern sollte sichtbar werden, dass die Kirche in
Afrika, Asien und Lateinamerika nicht nur Hilfe braucht, sondern
auch Hoffnung und Glaubensfreude vermittelt.

„Diese Kirche lebt aus einer Glaubensfreude, die einfach für uns
auch therapeutisch ist“, sagt Wallner. Gerade die Lebendigkeit
der jungen Kirchen könne auch der Kirche in Europa neue Impulse
geben.

Mission heißt zuhören und unterstützen

Der Begriff „Mission“ werde heute oft kritisch betrachtet, räumt
Wallner ein. Historische Fehlentwicklungen dürften nicht
verschwiegen werden. Gleichzeitig plädiert er dafür, den Begriff
neu zu verstehen. Mission bedeute heute nicht Bevormundung,
sondern Partnerschaft.

Missio entwickle keine Projekte aus Europa heraus, sondern
unterstütze die Anliegen der Ortskirchen. „Wir schauen uns an:
Was habt ihr für Ideen? Was will der Bischof? Was braucht diese
Ordensgemeinschaft?“, beschreibt Wallner diesen Zugang. Ziel sei
es, Initiativen zu stärken, die vor Ort entstanden sind und den
Menschen konkret dienen.

Europa kann von Afrika lernen

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage, was die Kirche
in Europa von den Kirchen des globalen Südens lernen kann.
Wallner nennt die große Freude am Glauben, die Wertschätzung der
Sakramente und das starke Engagement der Laien.

Besonders beeindruckt haben ihn die vielen Katechistinnen und
Katechisten, die in den Gemeinden Verantwortung übernehmen und
den Glauben weitergeben. Darin sieht er auch ein Zukunftsmodell
für Europa. Prägnant fasst er seine Erfahrungen zusammen: „Afrika
liebt Jesus.“

Die Rolle der Orden

Als Ordensmann sieht Wallner gerade in den Ordensgemeinschaften
wichtige Hoffnungsträger für die Zukunft der Kirche. Ihre Stärke
liege in ihrer Kontinuität, ihrer geistlichen Verwurzelung und
ihrer Fähigkeit, langfristig Verantwortung zu übernehmen.

Gleichzeitig müssten Orden ihre Sendung immer wieder neu
übersetzen. Große Chancen sieht Wallner in der digitalen
Kommunikation. Viele junge Ordensleute erreichten heute über
soziale Medien Menschen, die mit Kirche sonst kaum in Berührung
kämen. „Wir haben hier etwas, ein Instrument, das völlig neu ist:
das mediale Wirken, auch die Katechese über die Medien.“

Rückkehr nach Heiligenkreuz

Mit 1. September kehrt P. Karl Wallner in sein Heimatkloster
Heiligenkreuz zurück. Dort möchte er seine Erfahrungen aus der
Weltkirche einbringen und sich wieder verstärkt der Hochschule
widmen. Besonders wichtig sei ihm, die vielen Berufungen und das
internationale Profil des Stiftes für die Zukunft gut
weiterzuentwickeln.

Seinem Nachfolger als Missio Nationaldirektor, Pfarrer Johannes
Laichner, gibt er einen einfachen Rat mit auf den Weg: „Gehe es
langsam an.“ Wer Verantwortung übernehme, solle zunächst die
Menschen kennenlernen, Vertrauen aufbauen und erst dann
Veränderungen anstoßen.

„Orden on air“ – der Podcast der Ordensgemeinschaften
Österreich
Das Medienbüro der Ordensgemeinschaften
Österreich hat im März 2022 den Podcast „Orden on air“ ins Leben
gerufen. Der Titel ist Programm: Ordensfrauen und -männer kommen
vor den Vorhang – und vor das Mikrofon. Ziel ist es,
Persönlichkeiten vorzustellen, Einblicke in das Leben von
Ordensgemeinschaften zu geben und das Engagement von Ordensleuten
in vielfältigen Bereichen sichtbar zu machen. Der Podcast ist
überall zu hören, wo es Podcasts gibt, sowie auf
www.ordensgemeinschaften.at
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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