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Unter freiem Himmel: Das Lagerfeuer für Nomaden-Christ:innen (RefLab) Archiv

72 Episoden
9 Minuten
Ich habe das höchste Gebot des Podcastens nicht befolgt: «Du sollst vorproduzieren!» Nun überrollt mich die Welle von unbearbeiteten Themen-Ideen. Und obwohl weder Sommerferien noch Fastenzeit ist, lege ich eine Atempause ein. In etwa einem Monat bin ich wieder da – mit neuen Podcastfolgen und Videos für RefLab. Ich freue mich, wenn ihr da bleibt. In der Zwischenzeit könnt ihr mir gerne Themenideen und Feedback für den Podcast «Unter freiem Himmel» schicken! Das geht entweder per Instagram-Nachricht oder per Mail an contact@reflab.ch. Bis bald und passt auf euch auf!
19 Minuten
Es mag veraltet klingen – aber mich fragt immer wieder mal wer, ob er/sie/they Angst vor der Hölle haben sollen. Diese Angst prägt bei manchen Menschen ihren Glaubensweg, bei anderen auch grosse Lebensentscheidungen. Und zwar meistens nicht positiv. Es ist also Zeit, dazu eine Podcastfolge zu machen. Teil 1: Was zur Hölle steht überhaupt in der Bibel? (Spoiler: herzlich wenig) Teil 2: Wie ist diese Höllenlehre dann entstanden? Und gibt's daran irgendwas Gutes? Teil 3: «Fürchte dich nicht» statt Angst vor der Hölle
13 Minuten
Sag mir, wer du bist, und ich sag dir, was deine Theologie ist. Gut, so einfach ist es nicht. Aber: Wer du bist, deine Erfahrungen, dein Hintergrund, deine gesellschaftliche Stellung, prägt, welchen Blick du auf Gott, die Bibel, andere Menschen hast. Ich als mitteleuropäische, schlanke, weisse Frau mit guter Bildung sehe die Welt anders als ein 2 Meter grosser Mann mit Tattoos im Gesicht. Und umgekehrt: Menschen reagieren auch anders auf mich. Unsere Erfahrungen sind unterschiedlich, und diese Erfahrungen prägen wiederum, wie und was wir glauben. Deswegen ist Selbstreflexion wichtig: 🪞 Um blinde Flecken zu bemerken 🪞 Um sich bewusst auf andere Perspektiven einzulassen 🪞 Um die eigene Sicht zu verstehen – und, wo nötig, transparent zu machen.
18 Minuten
«Mystik» klingt geheimnisvoll, undogmatisch, spirituell. Eine mystische Spiritualität passt zu Meditation und Achtsamkeit und ist zudem auch interreligiös kompatibel. Aber was ist Mystik eigentlich? Im Kern von mystischer Spiritualität steht die Erfahrung unmittelbarer Nähe zu Gott, oder sogar Einheit mit Gott. Diese Erfahrung nimmt für einen Moment vorweg, was im Jenseits, im Himmel sein wird. Es ist eine innerliche, geistige Begegnung. Die meisten Mystiker:innen pflegten und pflegen eine bestimmte spirituelle Praxis, um sie zu ermöglichen. Manche gingen dafür bis ins Extreme. Der Wüstenvater Antonius, Hildegard von Bingen, Meister Eckhart oder die Philosophin Edith Stein: Mystiker:innen des Christentums haben immer wieder versucht zu beschreiben, was sie erlebt haben. Geborgenheit, Ruhen in Gott. Manchmal wurden sie auf dem Weg dorthin aber auch von Dämonen geplagt. Andere haben ihre Erfahrung sehr körperlich, intensiv, ja erotisch erlebt. Mystik hat Sprengkraft: Das Christentum hat durch sie immer wieder neue Impulse erhalten. Die Möglichkeit einer persönlichen Gotteserfahrung, ohne die Vermittlung durch Priester oder andere geweihte Personen, hat aber auch Machtstrukturen bedroht. Einige Mystiker:innen bezahlten dafür sogar mit dem Leben. Wegen ihrer Vieldeutigkeit hat sich diese Art von Spiritualität bis heute gehalten. Noch drei andere Faktoren scheinen die Mystik für die heutige Zeit besonders anschlussfähig zu machen: ️ Mystik fokussiert auf individuelle Spiritualität ️ Mystische Spiritualität findet sich in vielen Religionen ️ Mystik passt zu aktuellen Trends: Achtsamkeit, Meditation, Selbstoptimierung Es geht in einer mystischen Glaubenspraxis also nicht um eine Kraftquelle zur Bewältigung für den Alltagsstress, sondern um die Hinwendung zu dem, was wirklich zählt. Aus der Mystik kam immer auch Aktivität, Dienst am/an der Nächsten. Dennoch haben viele Menschen gerade während der Pandemie in dieser Art der Spiritualität Halt gefunden.
12 Minuten
Ein Text über Nomadenchrist:innen, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe. Plus ein paar Gedanken darüber, wann man wirklich angekommen ist, und ob diese Wüstenzeiten ein Dauerzustand werden sollten. Manchmal wird Christ:innen wie mir vorgeworfen, dass wir die sogenannte «Dekonstruktion» zum neuen Glaubensideal erheben. Dabei sind damit Phasen gemeint, die vermutlich die meisten in ihrem Glaubensleben ein- oder mehrmals erleben. Prozesse des Hinterfragens und Suchens, die zu einem reiferen Glauben und mehr Vertrauen in Gott führen.
10 Minuten
Jesus macht das Christentum irgendwie kompliziert. Die ganze Geschichte mit Kreuz und Auferstehung... Wäre es möglich, einfach diejenigen Aspekte des Christentums zu behalten, die Mainstream-tauglich sind, etwa Nächstenliebe oder den liebenden Gott? «Christentum light», sozusagen? Wie siehst du das? Schreib mir gerne einen Kommentar.
15 Minuten
Im ersten Teil der Serie ging's darum, ob Jesus tatsächlich existiert hat vor 2000 Jahren. Jetzt geht's ans Eingemachte: Ist Jesus von den Toten auferstanden? Zu dieser Frage gibt es drei mögliche Antworten: 1. Jesus ist nicht auferstanden; sein toter Körper verweste wie bei jedem anderen Menschen auch. Die Auferstehung ist nur ein Sinnbild. 2. Es gab ein biologisches Wunder und Jesus wurde körperlich wieder lebendig. 3. Jesus ist auferstanden – aber auf eine andere Art und Weise. In dieser Podcastfolge mache ich eine Auslegeordnung der Argumente in dieser Frage. Danach erzähle ich, wie sich Theolog:innen die Auferstehung von Jesus erklären. Spoiler: Sie sind sich nicht einig. Was ich selber glaube, verrate ich hier natürlich auch. Dazu gibt es ein Fenster in die feministisch-theologische Interpretation der Auferstehung. Die Kurzversion dieser Folge als Video findest du hier auf YouTube im RefLab-Kanal. Zum Thema Auferstehung haben Manuel Schmid und Stephan Jütte auch mal in einer Folge des Podcasts «Ausgeglaubt» diskutiert: «Ich glaube nicht, dass das Grab von Jesus leer war».
13 Minuten
Gibt es Beweise dafür, dass es vor 2000 Jahren tatsächlich einen «Jesus von Nazareth» gab? Hat Jesus wirklich gelebt, oder ist das gar nicht mal so sicher? In dieser Folge nehme ich verschiedene Quellen unter die Lupe: - Reliquien wie Grabtücher, Reliquien, Splitter des Kreuzes etc. - christliche Texte (v. a. die vier Evangelien und die Paulusbriefe) - andere historische Texte aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Und ich erzähle (ca. ab Minute 10) seit wann die Frage, ob Jesus existiert hat, überhaupt in der Wissenschaft gestellt wird und welche Bedeutung sie in der heutigen Theologie hat. Diese Folge gibts – etwas kürzer – auch als Video auf YouTube. Das nächste Thema wird sein: «Ist Jesus wirklich auferstanden?», und auch dazu habe ich schon mal ein Video veröffentlicht, das auf dem RefLab-YouTube-Kanal zu finden ist.
17 Minuten
In meinem Video/Podcast «Welcher spirituelle Typ bist du?» habe ich erwähnt, dass sich manche Menschen Gott in der Natur nahe fühlen und Gott dort erleben. Darauf, wie ich mir das vorstelle und selber erlebe, gehe ich in dieser Folge nochmals näher ein. Spannend: Das hebräische Wort «Midbar» für «Wildnis» (häufig auch übersetzt mit «Wüste») ist auch die Bezeichnung für «Mund», beides ist abgeleitet vom Verb für «sprechen». Ich spreche von «Natur» hier übrigens sehr pauschal. Die Trennung Mensch/Natur ist eine total künstliche – wir Menschen gehören zur Schöpfung, sind biologische Wesen, die sterben und vergehen, und die zutiefst verbunden sind mit anderen Lebenwesen. (In der sehr empfehlenswerten Ausstellung «Natur und wir» im Stapferhaus Lenzburg lernte ich kürzlich, dass rund 2 kg meines Körpers aus Mikroben bestehen, etwa im Darm und auf der Haut.) Hast du Gott schon mal in der Natur erlebt? Schreib gerne einen Kommentar. An der Schnittstelle zwischen Natur und Spiritualität bewegt sich häufig der RefLab-Podcast «Holy Embodied» – hör auch dort gerne mal rein.
17 Minuten
Wenn wir im Wald einen Pilz sehen, ist das nur die «Spitze des Eisbergs»: Der grösste Teil befindet sich unter der Erde. Kilometerlange Fäden, ein Kommunikations- und Nährstoffnetz des Waldes, das alles verbindet. Wir Menschen funktionieren auch so: Zwar treten wir als Einzelpersonen auf, aber eigentlich sind wir auf vielfältige Weise miteinander verbunden und vernetzt. Ein tolles Beispiel dafür: Als ich vor mehr als einem Jahr ein Video zu diesem Thema veröffentlicht habe, hat es eine Pfarrerin zu einer Predigt inspiriert. Diese hat sie mir dann als Tonaufnahme geschickt und ich habe mich total darüber gefreut, wie sie – Pfarrerin Kathrin Brodbeck von der reformierten Kirche Moosseedorf – meine Gedanken weiterdenkt. Kathrin hat mir nun die Erlaubnis gegeben, ihre Predigt «Über Menschen, Brot und Pilze» im Podcast zu teilen. Nach dem Outro (ca. ab Minute 7:30) also die Predigt. Ich freue mich über eure Gedanken an contact@reflab.ch oder direkt auf Instagram.
8 Minuten
(Wie) kann man sich Gott vorstellen – als Person, mit der man sprechen kann wie mit einem anderen Menschen, oder eher als Kraft, die alles durchdringt? Die Frage kam u. a. als Sprachmemo von Jason Liesendahl, das ich am Anfang der Folge einspiele. Jasons Podcast «Schöner glauben» findet ihr auf den gängigen Plattformen. Das Video zu dieser Folge gibt's auf dem Instagram-Kanal von RefLab. Hast du andere theologische Fragen, zu denen ich mal ein Video oder eine Podcastfolge machen soll? Dann schick mir gerne eine Sprachmemo auf Instagram oder schreib eine E-Mail an contact@reflab.ch.
9 Minuten
Einige von uns sind als Nomadenchrist:innen unterwegs. Manche haben schlechte Erfahrungen mit Kirche gemacht, andere strecken sich zu anderen Traditionen und Arten von Spiritualität aus. Ich stelle es mir vor wie einen Baum: Ein Baum wechselt seine Blätter und seine Farben je nach Jahreszeit. Doch die Wurzeln bleiben gleich. Wenn Gott der Boden, die Erde ist, dann sind die Wurzeln, die sich in diesen Boden graben, die christliche Tradition. Und es tut gut, hin und wieder in diese Wurzeln hineinzuspüren. Es gibt andere Traditionen, andere Wurzeln, andere Bäume, mit denen wir zusammenleben und kommunizieren. Bei meinem Plädoyer für ein Nachspüren zu den Wurzeln geht es nämlich nicht um die Abgrenzung gegenüber anderen Religionen und neuen Ritualen. Diese können inspirierend und hilfreich sein. Gleichzeitig liegt eine grosse Kraft in den christlichen Traditionen – und darin, dass in unserem Kulturkreis viele Menschen diese gemeinsam bewahren und feiern. Gemeinsam das Vater Unser sprechen. Das Abendmahl einnehmen. An Ostern Auferstehung und Neuanfänge feiern. Wenn wir selber die Bibel nicht kennen, wie sollen wir merken, wenn andere Bibelverse aus dem Kontext reissen, um politische oder ethische Aussagen zu untermauern? Wenn uns das traditionelle Kirchenjahr fremd ist, wissen wir auch nicht, dass es im Christentum starke Rituale für Abschied und Trauer gibt. Gebete, Segenssprüche, eine erprobte Sprache für urmenschliche Erfahrungen. Es gibt negative Kirchenerfahrungen und vieles, was in der Kirche verknorkst und falsch läuft – so gibt es auch Wurzeln, die absterben. Doch in vielem liegt auch ein grosser Reichtum und Wert. Diesen Wurzeln, die Energie geben können, immer mal wieder nachzuspüren, kann auch Halt geben. Was denkst du darüber? Welche christlichen Traditionen sind dir wichtig? Schreib gerne an contact@reflab.ch oder direkt auf Instagram.
11 Minuten
Christinnen, die politisch rechts wählen? Menschen, die einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen haben? Queere Christ:innen? Christen, die die Bibel wortwörtlich nehmen? – Bei all diesen Identitäten und Haltungen gibt es bestimmt Menschen, die sie mit dem Glauben an Gott als unvereinbar empfinden würden. Hin und wieder wird mir oder Menschen, die in bestimmten Fragen gleich denken wie ich, der Glaube abgesprochen. Das ist nichts neues: Schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus gab es Konzilien, wo über den «rechten Glauben» und «falsche Lehren» debattiert und entschieden wurde. Manchmal mit Argumenten, manchmal unter anderen beeinflussenden Faktoren. Einander gegenseitig den Glauben abzusprechen, damit ist nichts gewonnen. Doch was ist besser? Darum geht es in dieser Podcastfolge. Ich freue mich, wenn du mir auf Spotify oder Apple Podcasts eine gute Bewertung abgibst! Wenn dir der Podcast nicht gefällt, schreib mir doch, warum. Entweder per Mail an contact@reflab.ch oder direkt auf Instagram.
12 Minuten
Das Christentum ist nicht "one size fits all": Es gibt unterschiedliche Zugänge zu Gott. Wo fühlst du dich am meisten verbunden, im spirituellen Flow? In der Natur oder bei Kunst, Kreativität? Verbindung mit anderen Menschen, in gemeinsamen Mahlzeiten? Indem du dich um andere kümmerst oder dich aktivistisch einsetzt? Wo hast du das Gefühl, Gott nahe zu sein, vielleicht sogar Gottes reden wahrzunehmen? Vielleicht kennst du die «5 Sprachen der Liebe»: Nicht alle Menschen funktionieren in Beziehungen gleich, teilen ihre Zuneigung gleich mit oder merken über die gleichen Dinge, dass sie geliebt werden. Im Glauben ist das auch so. Vielleicht ist das für dich absolut klar, aber ich glaube, es lohnt sich, das zwischendurch wieder bewusst zu werden. Einerseits, um sich selber nicht zu vergleichen und abzuwerten, andererseits, um toleranter gegenüber anderen Stilen der Glaubenspraxis zu sein. Schreib gerne einen Kommentar an contact@reflab.ch!
13 Minuten
"Ewiges Leben", ist das nicht langweilig? Wenn es bedeutet, im Himmel zu sein und unendlich viele Stunden, Tage und Jahre mit Gesang im himmlischen Chor zu verbringen, ja. Aber steht ja schliesslich in der Bibel, dass die Menschen, die an Gott glauben, ewig leben werden. Schon das ist paradox – denn sterben müssen wir alle mal. Könnte es sein, dass "ewiges Leben" was ganz anderes heisst? Im Alten Testament kommt diese Formulierung gar nicht vor, dort ist nur Gott ewig, und was nach dem Tod passiert, war sehr vage. Zur Zeit von Jesus hingegen war das Jenseits ein Riesenthema. Ob man zum Beispiel an eine Auferstehung von den Toten irgendwann nach dem Tod glaubte oder nicht, wurde gross diskutiert. Das war nicht einfach eine Metapher. Und das gilt es, ernst zu nehmen. Gleichzeitig sprach Jesus davon, dass das "ewige Leben" jetzt schon anfängt. Im berühmten Bibelvers Johannes 3,16 steht das Verb "haben" in Bezug auf das ewige Leben im Präsens, nicht im Futur. Es hat also nicht nur was mit dem Leben nach dem Tod zu tun. Sondern mit einer Qualität von Leben, die man ansatzweise schon im Diesseits erhalten kann. Ein Leben ohne Angst, in Freiheit, mit Beziehungen, die geprägt sind von Wohlwollen, Empathie und Liebe. Das "Leben in Fülle". "Ewig" ist kein Zeitwort, es geht nicht einfach um eine unendliche Weiterführung von etwas. Sondern um eine Verbundenheit über alle Zeitgrenzen hinweg. Wir können verbunden sein mit Gott, für den Zeit keine Rolle spielt, verbunden sein mit dem Leben selbst, und davon ausgehend, auch mit anderen Menschen. Das gilt schon fürs Leben im Diesseits - und wird, so glauben Christ:innen, im Jenseits voll eingelöst. Das Gegenteil, "verloren gehen", wie es in Johannes 3,16 heisst, bedeutet Einsamkeit. Allein sein, getrennt sein von Gott, vom Leben, Beziehungslosigkeit. Wie verstehst du «ewiges Leben»? Schreib gerne einen Kommentar an contact@reflab.ch oder direkt eine Nachricht auf Instagram.
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Das Lagerfeuer für Nomaden-Christ:innen