Unter freiem Himmel: Das Lagerfeuer für Nomaden-Christ:innen (RefLab) Archiv
72 Episoden
8 Minuten
«Hoffnung» ist so ein typisches christliches Wort, das zur Floskel werden kann, wenn man es zu oft hört. Dann wirkt es wie ein billiges kleines Licht, das aus sicherer Distanz in die Dunkelheit geworfen wird, ohne genauer hinzuschauen. Das änderte sich mit einem Artikel meiner RefLab-Kollegin Janna Horstmann: «Advent: Eine Wartezimmerzeit». Ein paar Worte darin liessen bei mir den Groschen fallen, was Hoffnung bedeutet. «Die Kraft der Imagination». Worauf hoffst du? Schreib mir gerne einen Kommentar an contact@reflab.ch oder direkt auf Instagram.
8 Minuten
Das Thema kommt in der Bibel ständig vor, sehr, sehr, sehr viel öfter als kontrovers diskutierte Themen wie z. B. Sexualität – und doch habe ich in zwei Jahren RefLab-Videos noch nie darüber gesprochen: Es geht um's Geld. Geld ist vermeintlich eine total sachliche Angelegenheit, aber es prägt uns ganz stark. Denn Geld ist nie nur Geld. Für mich zum Beispiel bedeutet es Sicherheit. Anderen bedeutet es Status, Anerkennung, Möglichkeiten. In dieser Podcastfolge geht es darum, wie ich versuche, mehr aus dem «genug»-Mindset heraus zu leben statt aus dem «zu wenig»-Mindset, und darum, wie ich das ganz konkret umsetze. Ganz wichtig: Die Folge richtet sich an Personen, die auch tatsächlich genug haben. Es ist mir bewusst, dass es ein Privileg ist, sich diese Gedanken überhaupt machen zu können. Wie machst du das? Schreib mir gerne einen Kommentar auf reflab.ch, an contact@reflab.ch oder direkt auf Instagram.
10 Minuten
Nach einer Glaubenskrise können manche Menschen nicht mehr an Gott glauben, andere möchten das gerne wieder, aber nicht so wie vorher. Es gibt dafür keine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Aber einige Punkte gehören für viele dazu, beobachtet Evelyne: Ehrlichkeit - kein "fake it till you make it". Theologischen Knackpunkten nachgehen: Gibt es Ansätze, die z. B. das Problem mit der Hölle oder dem Leid der Welt auf eine Weise deuten, die ich nachvollziehen kann? Sich von Menschen inspirieren lassen, die den Glauben auf eine Weise leben, die gesund, frei und echt wirkt. Wieder mit Gott reden. Einfach und ehrlich. Eine eigene Sprache für den Glauben finden, nicht einfach Floskeln übernehmen. Verarbeiten und loslassen, um nicht bitter oder verschlossen zu werden. Das dauert bei allen unterschiedlich lang. Gespräche mit Vertrauenspersonen helfen. Je nachdem kann sogar seelsorgerische oder psychologische Unterstützung hilfreich sein. Beim Blick auf das, was man als negativ erlebt hat: spezifische Kritik statt pauschales Lästern. Wo stehst du in deinem Glaubensweg? Was hiflt dir? Schreib gerne einen Kommentar an contact@reflab.ch!
7 Minuten
Der Begriff «Safe Spaces» kommt aus der queeren Community Er bezeichnet Orte/Menschen, bei denen man sich selber sein kann und bedingungslos angenommen ist. Dieser Begriff passt auch zu einer Dekonstruktion: Wo gibt es Menschen, die zuhören, einen für Fragen und Zweifel nicht verurteilen, sondern aushalten? Idealerweise sind Kirchen und Gemeinden natürlich Safe Spaces – manchmal fühlt man sich aber auch dort einsam. ️ In manchen Gemeinschaften sind Zweifel und Kritik auch tatsächlich nicht willkommen. Wie findet man also diese Safe Spaces? Online und auf Social Media gibt es unter dem Hashtag #Dekonstruktion und mit Communities wie «Glaubensweite», «Fundamental frei», «Hossa Talk» oder «Worthaus» viele Menschen, die ähnlich unterwegs sind. Doch es ist wichtig, auch offline mindestens eine Vertrauensperson zu haben. Jemand, der zuhört und Raum bietet, um laut zu denken oder auch Emotionen zu äussern. Diese Person muss nicht alles gleich sehen – sondern einfach da sein. Und vielleicht sogar eine Zeitlang stellvertretend für einen glauben, wenn man nicht mehr kann. ️ Wenn du selber nicht in einer Dekonstruktion steckst, kannst du für andere eine solche Person sein. Indem du zuhörst, nicht verurteilst, nicht überreden willst, sondern einfach da bist. Und indem du in deiner Community auch Fragen und Zweifel ansprichst und damit zeigst, dass das ganz OK ist! Wo stehst du in diesem Prozess? Wo sind deine Safe Spaces? Schreib gerne einen Kommentar an contact@reflab.ch oder direkt auf Instagram.
10 Minuten
Zugegeben, dieser Titel ist etwas reisserisch. Aber es geht um ein Thema, welches das Christentum grösstenteils ausblendet: Unser Verhältnis zu Tieren. Tiere kommen in unserer Spiritualität nicht vor. Auch im Alltag begegnen Tiere vielen von uns v. a. noch in lustigen Instagram-Reels von süssen Ziegen, die auf der Weide rumspringen, oder Kakadus, die zu hipper Musik tanzen. Wir treffen Kühe auf dem Sonntagsspaziergang und haben sie später auf dem Teller. Ich glaube, dass wir damit etwas Wichtiges ausblenden – auch theologisch. Kürzlich in einem Gottesdienst wurde die Bibelstelle Jesaja 11 vorgelesen: Es ist ein Sinnbild für den Himmel, und das wird in dem Text so dargestellt, dass Tiere und Menschen friedlich zusammenleben. Wer sich als spiritueller Mensch und/oder als Christ:in versteht, kommt m. E. nicht um dieses Thema herum. Als Menschen sind wir Teil der Schöpfung und Tiere gehören zu unseren Gegenübern. Wie wir sind viele von ihnen fähig, Freude und Trauer zu empfinden, Beziehungen zu knüpfen, und wer Haustiere hat, weiss, dass Tiere einen individuellen Charakter haben. Tiere sind mehr als schützenswerte Ökovielfalt oder Nahrungslieferanten für uns Menschen. Ich sage nicht, dass alle vegan leben müssen. Wer den Tod eines Tieres mit seinem Gewissen vereinbaren kann, kann durchaus hin und wieder ein Stück Fleisch essen, wenn das Tier zuvor ein gutes Leben hatte. Doch von der Viertelmillion Tieren, die täglich in der Schweiz geschlachtet werden, ist das vermutlich bei den wenigsten wirklich der Fall. Wie wir uns heute ernähren und Tiere «nutzen», ist Welten von dem friedlichen Zusammenleben entfernt, das in der Bibel als «Himmel auf Erden» geschildert wird. Wir haben so viele Probleme auf der Welt. So viel Kriege, so viel Ungerechtigkeit. Und ich fühle mich so oft hilflos dem gegenüber. Doch gerade das Zusammenleben von Menschen und Tieren ist ein Aspekt des «Himmels auf Erden», bei dem man tatsächlich etwas tun kann, um weniger Leid und Elend auf die Welt zu bringen. Und das ist doch etwas Schönes und Hoffnungsvolles. Wie denkst du darüber? Schreib mir gerne eine E-Mail an contact@reflab.ch oder direkt auf Instagram. Eine der wenigen theologischen Bewegungen dazu: https://arbeitskreis-kirche-und-tiere.ch/
14 Minuten
In schwierigen Lebenssituationen können das Gebet und das Vertrauen im Glauben eine Ressource sein. Manchmal passiert aber auch das Gegenteil: Dass der Glaube nicht trägt und dass es sich so anfühlt, als schwebte man völlig im Leeren. Wenn schwierige Fragen einen nicht loslassen oder Gott weit weg scheint. Wenn zu diesen Glaubensfragen auch noch zwischenmenschliche Enttäuschungen, Vertrauensbrüche in der Gemeinde kommen oder eine theologische Lehre, die nicht aufzugehen scheint, dann muss der Glaube neu sortiert, neu durchgedacht werden. Das ist etwas ganz normales: Studien von Entwicklungsforschenden zeigen, dass sich der Glaube im Laufe des Lebens immer wieder verändert. Für die einen kann es eine Befreiung sein, Glaubenssätze loszulassen. Manchmal fühlt es sich aber auch an, als würde einem der Boden unter den Füssen weggerissen. Stück für Stück trägt der Glaube nicht mehr, wird hinterfragt, fällt weg – manchmal, bis nichts mehr davon da ist. Tabula rasa. Am Schlimmsten in einer solchen "Dekonstruktion" des Glaubens sind neben den Zweifeln die Angst, ins Leere zu fallen. Doch Gott ist weiter als jedes Glaubenskonstrukt. In dieser Podcastfolge erzähle ich, warum es nicht das Ende ist, wenn man nicht mehr glauben kann.
4 Minuten
8 Minuten
Wenn man die Bibel liest, könnte man manchmal meinen, es gäbe zwei verschiedene Götter: Einmal hilft Gott den Menschen, rettet sie und liebt sie, ein andermal befiehlt Gott, Völker auszurotten, oder beschliesst sogar, die ganze Menschheit zu vernichten. Wie geht das zusammen? Wie kann ein liebender Gott Leid zulassen? In dieser Folge stelle ich dir fünf theologische Erklärungsversuche dafür vor. Aus den Bibel kann man alle diese Möglichkeiten (und noch mehr) herleiten: Die wörtliche: Gott ist wirklich so und will sowohl Leben als auch Zerstörung Die psychologische: Menschen haben sich die Welt so erklärt Die politische: Menschen haben Gottes Namen für ihre Ziele benutzt Die metaphysische: Wo Licht ist, ist auch Schatten Die personifizierte: Das Böse ist auf eine „teuflische“ Macht zurückzuführen Was hältst du davon? Wie erklärst du dir, dass es in der Bibel sowohl liebevolle als auch brutale Gottesbilder gibt? Schreib mir gerne einen Kommentar auf Instagram oder ein Mail an contact@reflab.ch!
3 Minuten
"Der Herr ist mein Hirte": Vermutlich einer der bekanntesten Texte aus der Bibel. Es geht um eine Person, die unterwegs ist, auf grünen Wiesen und durch dunkle Täler. Am Ende kommt sie an einen Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlt, der Psalm endet mit: "Ich werde bleiben im Hause Gottes." Doch: Genau dieser Satz ist möglicherweise falsch wiedergegeben worden. Das Verb, das mit "bleiben" übersetzt wird, könnte auch von der Grundform "zurückkehren" stammen. Damit würde sich aber die Bedeutung des Satzes verändern. Anstatt dass damit primär die Hoffnung auf ein Jenseits, einen sicheren Ort am Ende der Strapazen des Lebens geschürt würde, wäre es immer wieder ein Zurückkehren, schon im Diesseits. Diese Variante deckt sich viel mehr mit dem, wie ich Glauben erlebe. Als Prozess, der das ganze Leben umfasst. Ein ständiges Zurückkehren und wieder Losziehen, ein Ankommen und wieder Rausgehen ins Leben, mit all seinen grünen Wiesen und dunklen Tälern. Welche Bilder findest du für deinen Glauben? Schreib gerne einen Kommentar! Übrigens: Zu Evelynes Videos gibt's jetzt auch einen Podcast (Audio, Schriftdeutsch). Er heisst "Unter freiem Himmel" und ist inhaltlich gleich wie die wöchentlichen Videos. Er ist bei allen Podcast-Plattformen zu finden. Wir freuen uns, wenn du mal reinhörst und den Podcast abonnierst! #derherristmeinhirte #psalm23 #bibellesen #bibel #liebezurbibel #glaubeteilen #glauben #christentum #reflab #unterfreiemhimmel #hirte #psalmen #psalm #himmel
7 Minuten
Viele Menschen sind heute als «Indie-» oder «Nomaden-Christ*innen» unterwegs: Sie besuchen nicht regelmässig eine Kirche, sondern suchen sich das, was sie interessiert individuell zusammen. Diese Art, den christlichen Glauben zu leben, hat aber auch Nachteile: Man hat nicht automatisch Menschen, um über den Glauben zu reden oder zusammen zu beten. Theologische Impulse muss man sich selber beschaffen. Gemeinsames Singen/Worship fehlt. Alternative Angebote sind weniger niederschwellig. Schlechtes Gewissen, sich nicht zu engagieren. Bist du auch Indie-Christ*in? Wenn ja, kennst du diese Nachteile? Wie geht's dir damit? Schreib uns doch einen Kommentar dazu auf contact@reflab.ch!
5 Minuten
Spreche ich in meinen Videos zu wenig über Gott, und zuviel über die menschliche Seite des Glaubens? – Das mag auch daran liegen, dass man über Gott eigentlich gar nicht sprechen kann. Gott, wenn es Gott gibt, ist nicht „wie“ wir Menschen. Am ehesten stelle ich mir Gott vor wie den Boden unter meinen Füssen oder wie die Luft, die ich atme. Jemand, der immer da ist. Bis ich einmal wirklich den letzten Atemzug mache und den Boden unter meinen Füssen nicht mehr brauche. Beim Sprechen über Gott stossen wir an Grenzen. Gott ist so anders, so unvorstellbar, dass man sich Gott nur annähern kann. Für die Nerds unter euch: Die „negative Theologie“ (apophatische Theologie) denkt genau von dieser Prämisse aus und spricht nur in Verneinungen über Gott. Ein unbekannter Theologe (jemand bezeichnete ihn später als Pseudo-Dionysios Areopagita) verglich im 5. Jahrhundert das Sprechen über Gott mit der Arbeit eines Bildhauers: Dieser erschafft eine Statue dadurch, dass er alles Überflüssige wegmeisselt. Und auch der Schweizer Theologe Karl Barth schrieb über das Dilemma, über Gott reden zu sollen, es aber nicht zu können. Und das Vertrauen, dass Gott sich selbst zu erkennen gibt und selbst von sich spricht. Wie stellst du dir Gott vor? Schreib gerne einen Kommentar an contact@reflab.ch oder eine DM auf unserem Instagram-Account!
5 Minuten
Unter freiem Himmel wird erzählt, philosophiert und diskutiert. So soll es auch in diesem Podcast sein und in der Community um dieses digitale Lagerfeuer. Der Podcast "Unter freiem Himmel" beruht auf den Videos, die ich seit 2020 wöchentlich bei RefLab veröffentliche. Es geht darin um die Frage, wie man im 21. Jahrhundert eigentlich noch an Gott glauben kann, und das in der Tradition des Christentums. Du findest die Videos auf Instagram. Kommentare dazu gerne auf reflab.ch oder direkt per DM auf Instagram.
Unter freiem Himmel: Das Lagerfeuer für Nomaden-Christ:innen (RefLab)
Das Lagerfeuer für Nomaden-Christ:innen