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Bildungsstätte Anne Frank Archiv

144 Episoden
1 Stunde 12 Minuten
„Man muss uns jetzt diese zwölf Jahre nicht mehr vorhalten“ – über die Bedeutung von „Geschichte“ im aktuellen Rechtspopulismus.

Mit Michael Sturm

In den Argumentationsmustern extrem rechter und rechtspopulistischer Strömungen spielt der Verweis auf Geschichte eine zentrale Rolle. Entweder, um eine angeblich bessere Vergangenheit zu verklären, oder, um eine gemeinsame „exklusive“, kulturell und ethnisch homogene Identität zu beschwören. Immer wieder rückt aber auch die Erinnerung an die NS-Zeit in den Fokus extrem rechter Agitation. Die Mythen und Erzählmuster sind keineswegs neu. Vielmehr gründet das Geschichtsverständnis, das für den aktuellen Rechtspopulismus kennzeichnend ist, auf einem Bündel immer wieder neu beschworener extrem rechter Kampfbegriffe wie „Volk“, „Gemeinschaft“ oder „Nation“, die ein vermeintlich homogenes und exklusives Kulturverständnis rechtfertigen sollen und die Grundlage eines völkischen Geschichtsbildes darstellen. Geschichtspolitik ist demnach Ausdruck eines von rechtspopulistischen Strömungen geführten „Kulturkampfes“.

Im Gespräch erläutert der Referent die gesellschaftlichen Resonanzen dieser geschichtspolitischen Vorstöße und geht dabei auch auf die aktuellen sog. Hygiene-Demos ein als Teil der „neuen sozialen Bewegung von rechts“. Er gibt außerdem Anregungen zu den Fragen, wie historisch-politische Bildung auf die zunehmend eine vielfältige Erinnerungskultur angreifende Geschichtspolitik reagieren kann und wie konkret kritische Erinnerungskulturen gestaltet werden können, die gesellschaftskritische Perspektiven entwickeln.

Michael Sturm ist Historiker und pädagogisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter im Geschichtsort Villa ten Hompel, Münster

Die Reihe "GESTERN IM HEUTE." ist eine gemeinsame Veranstaltung der Gedenkstätte Breitenau und der Bildungsstätte Anne Frank.
5 Minuten
Manchmal hören wir auf Demonstrationen Parolen, die wir nicht ganz zuordnen können. Nicht immer wissen wir, was eigentlich dahinter steckt. Gerade der Nahost-Konflikt führt oft zu Diskussionen. In den letzten Tagen wurde deshalb viel über Israelbezogenen Antisemitismus gesprochen. Wir wollen euch heute erklären, was es damit auf sich hat und wie ihr dem entgegen wirken könnt.
3 Minuten
In der Diskussion um die Aufnahme Geflüchteter ist  Rassismus allgegenwärtig. Dass aus Worten Taten werden können, zeigte  der Attentäter von Halle. Nachdem er vergeblich versucht hatte, in die  örtliche Synagoge einzudringen, tötete er gezielt migrantisch gelesene  Menschen. Ein halbes Jahr später löste der Mord an George Floyd eine  weltweite Debatte über Polizeigewalt und den damit einhergehenden  strukturellen Rassismus aus. Als kürzlich über 12.000 Geflüchtete durch  den Brand in Moria obdachlos wurden, trat dieser Rassismus wieder einmal  offen zu Tage. Über rassistische Kontinuitäten im öffentlichen Diskurs  sprechen wir mit Deborah Krieg, Bildungsreferentin der Bildungsstätte  Anne Frank.

#Moria #Geflüchtete #refugees

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#politischebildung #bildungsstätte

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42 Minuten
Wenn wir an Polizei denken, haben unterschiedliche Leute vermutlich sehr unterschiedliche zum Teil konträre Bilder im Kopf: Die einen denken vielleicht an die freundliche Wachmeisterin, die man anrufen kann, wenn man in Schwierigkeiten gerät, die freundlich nickend die Aussage vom gestohlenen Fahrrad aufnimmt und das Gelingen staatlicher Verantwortung repräsentiert. Für andere tritt die Polizei in martialischer Kriegerrüstung in Erscheinung, gepanzert, mit Schlagstöcken, Pfefferspray, Kabelbinder und Wasserwerfern, oder als Schikaneure, die den öffentlichen Raum durchstreifen und mit maßlosen Befugnissen ausgestattet sind.

Vortrag von Tom Uhlig am 08.06.2020 im Rahmen der Reihe „Montagsimpulse – Diskriminierungen und Feindbilder im Jahr 2020“ der Villa Merländer.
58 Minuten
Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt ist ein Problem. Doch was kann politisch dagegen getan werden? Wie können menschenwürdige Wohnverhältnisse für alle sichergestellt werden?  

In der fünften und letzten Folge des Podcasts „Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt“ geht es genau darum: Drei Politikerinnen im Kasseler Rathaus, Violetta Bock (die LINKE), Judith Boczkowski (SPD) und Awet Tesfaiesus (Grüne) diskutieren mit Juri Kilian, Sprecher der AG „Wohnraum für ALLE“ über die Perspektive der Kommunalpolitik auf das Thema. Sie erörtern, welche Forderungen und Handlungsmöglichkeiten es am Kasseler Beispiel für die Politik gibt, was sich schon getan hat – und wo noch dringender Handlungsbedarf besteht. 

Das AdiNet Nordhessen stärkt und vernetzt Antidiskriminierungsarbeit in der Region Nordhessen und wird durch Mittel des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration gefördert.  
45 Minuten
In der vierten Folge des Podcasts “Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt” geht es um Ausreden rassistischer Vermieter*innen und Nachbar*innen, die Ghettoisierung deutscher Städte, dem Wohnen in ‘Schrottimmobilien’ und den tiefsitzenden Rassismus der Gesellschaft. Merlin Yemdji Kuete, stellvertretender Vorsitzender des Ausländerbeirats Kassel, Iskra Ivanova, Gründungsmitglied des Kasseler Vereins ReFIT (Regionale Förderung, Inklusion und Teilhabe von Roma und Sinti e.V.) und Omar Dergui, Berater für Geflüchtete auf dem Weg in den Arbeitsmarkt, berichten von den Erfahrungen von Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte, People of Color, Schwarzen Menschen und Roma und Sinti auf dem Wohnungsmarkt.   

Das AdiNet Nordhessen stärkt und vernetzt Antidiskriminierungsarbeit in der Region Nordhessen und wird durch Mittel des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration gefördert. 

Referent*innen: 

Omar Dergui (mbv, mittelhessischer Bildungsverband)  

Merlin Yemdji Kuete (Ausländerbeirat Kassel)  

Iskra Ivanova (ReFIT – Regionale Förderung, Inklusion und Teilhabe von Roma und Sinti e.V., Kassel)
49 Minuten
Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt – Eine Gesprächsreihe des AdiNet Nordhessen

Folge 3: Aus der Jugendhilfe auf die Straße? 

Aus der Jugendhilfe in die eigene Wohnung ziehen – ohne Unterstützung kaum machbar für junge Care-Leaver*innen. Denn auf dem Wohnungsmarkt erfahren sie nicht nur Verunsicherung, sondern auch strukturelle Hürden, Stigmatisierung und Diskriminierung.  

In der dritten Folge der Gesprächsreihe des AdiNet Nordhessen zu Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt berichten die beiden Care-Leaver Benjamin Mertz und Taqi Ayobi von ihren Erfahrungen. Ergänzt werden sie von Laura Brüchle, Mitglied im Bundesvorstand Care-Leaver e.V., die ebenfalls einen Jugendhilfehintergrund hat, und von André Kranich, Sozialarbeiter und Sprecher des ‘Arbeitskreises für Care Leaver Hessen’. Dabei geht es auch darum, wie der Diskriminierungsschutz von Care-Leaver*innen verbessert werden kann. 

Das AdiNet Nordhessen stärkt und vernetzt Antidiskriminierungsarbeit in der Region Nordhessen und wird durch Mittel des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration gefördert.
7 Minuten
Eine Woche nach den Ausschreitungen am Frankfurter Opernplatz hat die Polizei am vergangenen Wochenende im Stadtgebiet rund 2000 Menschen kontrolliert und hunderte Platzverweise erteilt. Während die Frankfurter Polizei vermeldet: „Lage am Opernplatz ist im Griff“, berichten zahlreiche Augenzeug*innen, dass in der Innenstadt und im Bahnhofsviertel vornehmlich junge People of Colour kontrolliert worden seien und kritisieren systematisches Racial Profiling.

Die Bildungsstätte Anne Frank hat drei junge Erwachsene, Reza (20), Nasi (19) und Ayla (23), die vor Ort waren, zu ihren persönlichen Eindrücken befragt.
46 Minuten
Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt – Eine Gesprächsreihe des AdiNet Nordhessen

Folge 2: Barrierefreies Wohnen – bezahlbar? 

Eine Wohnung, verfügbar, günstig und barrierefrei? Aktuell fast ein Ding der Unmöglichkeit. In der zweiten Folge der Gesprächsreihe des Antidiskriminierungsnetzwerks Nordhessen zu Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt geht es genau darum: die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen im Bereich Wohnen; die Auswirkungen auf ihren Alltag; Möglichkeiten, sich zu wehren – und was sich auf dem Wohnungsmarkt strukturell dringend ändern muss. 

Es diskutieren Angela Heitbrink, Wohnraumberaterin beim Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab e.V.), der Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Organisation “Rechte behinderter Menschen“ (RBM gGmbH) Dr. Michael Richter, und Max Malirsch, ebenfalls Rechtsanwalt und Geschäftsführer des DMB Mieterbund Nordhessen e.V. 

Das AdiNet Nordhessen stärkt und vernetzt Antidiskriminierungsarbeit in der Region Nordhessen und wird durch Mittel des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration gefördert.
1 Stunde 23 Minuten
NS-"Euthanasie"-Opfer gelten als "vergessene Opfer". Am Beispiel der  Geschichte des Kalmenhofs - heute eine sozialpädagogische Einrichtung  der Jugend- und Behindertenhilfe - lässt sich erörtern, ob das ein  zutreffender Ausdruck ist.  

Der Kulturwissenschaftler Christoph Schneider spricht darüber, wie der  Ermordung von etwa 700 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit  Behinderungen im Kalmenhof erinnert wird. Der Tatort - das dortige  Krankenhaus - sollte 2016 verkauft werden. In Folge des Konflikts wurden  Forschungen vorangetrieben, die nun belegen, dass viele Opfer außerhalb  der 1987 als "Kalmenhof-Friedhof" gekennzeichneten Fläche liegen.  Sowohl für die Stadt Idstein wie für den Träger der Einrichtung wirft  dies viele Fragen auf.  

Im anschließenden Gespräch mit Dr. Uta George, AmkA, wird erörtert, wie  sich die Thematik NS-"Euthanasie"-Morde im Geschichtsunterricht  bearbeiten lässt. Welche Anknüpfungen bietet die Erinnerungsgeschichte  für ein interkulturelles Geschichtslernen an?  Gespräch: Christoph Schneider (Kulturwissenschaftler und Autor) mit Dr.  Uta George (Abteilungsleiterin Amt für multikulturelle Angelegenheiten)  

Veranstalter: Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt  Frankfurt

Aufzeichnung vom 16.06.2020
48 Minuten
Wohnen ist Menschenrecht! Doch dieses Menschenrecht wird immer häufiger durch Diskriminierung und mangelnden Wohnraum bedroht. Wie sich das äußert und zusammenhängt, inwiefern das Recht auf Wohnen in Deutschland verankert ist, wer betroffen ist und was sich ändern muss – diese Fragen sind Teil der ersten Folge der neuen Gesprächsreihe über „Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt“ des Antidiskriminierungsnetzwerks Nordhessen (AdiNet).

Die Juristin und Antidiskriminierungs-Beraterin Asmaa El Idrissi, die Sozialarbeiterin und Sprecherin der „AG Wohnraum für Alle“ im AdiNet Nordhessen, Deborah Jellinghaus, und der Koordinator des Projekts „Wohnen ist Menschenrecht“ beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Hessen, Lars Lauer, diskutieren Problemlagen und Forderungen zur Verbesserung der Situation.

Das AdiNet Nordhessen stärkt und vernetzt Antidiskriminierungsarbeit in der Region Nordhessen und wird durch Mittel des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration gefördert.
40 Minuten
In unserer neuen Podcastreihe wird sich im Rahmen des Projekts „Telling (Hi)Story – Migration-Geschichte-Empowerment“ mit Fragen rund um das Thema Empowerment für schwarze Menschen und People of Color beschäftigt.

In der ersten Folge spricht unsere Bildungsreferentin Folasade Farinde mit Modou Diedhiou. Modou beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit dem Thema Empowerment und bringt als Pädagoge Jugendlichen und Erwachsenen in Workshops und Vorträgen Empowerment näher.

Wie bringt er eigentlich Jugendlichen in seinen Workshops Empowerment näher? Welche Rolle spielt Rap-Musik? Und was versteht er unter Empowerment? Diesen und weiteren Fragen wird in diesem Podcast nachgegangen.

„Telling (Hi)Story – Migration-Geschichte-Empowerment“: Menschen aller Generationen erzählen. Von Diskriminierung und von Solidarität. Ganz privat – oder ganz offen. Vorurteile und Feindseligkeiten nehmen zu. Gegen antisemitische, rassistische und diskriminierende Übergriffe aktiv werden, geht nur gemeinsam: Betroffene zusammenbringen, sich gegenseitig zuhören, stärken und den eigenen Erfahrungen und Geschichten Öffentlichkeit geben – das ist „Telling (Hi)Story“!
47 Minuten
A.H. (Name geändert) hat sich im Mai 2020 an response, Beratungsstelle für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemischer Gewalt gewendet. Im Interview mit response-Beraterin Nillufar Hossaini spricht sie über die Auswirkungen von rassistischen Erfahrungen auf ihr Leben und wie unsere Beratung ihr helfen konnte.
1 Stunde 57 Minuten
Wir sprechen mit Dzoni Sichelschmidt über Antiziganismus und die Diskriminierung von Rom*nja im Kontext Schule. Mit welchen Ausschlüssen,  Benachteiligungen und Ungleichbehandlungen sind Rom*nja konfrontiert, welche Einfluss hat dies auf die Zugänge zu schulischer Bildung und  welche Handlungsstrategien gibt es, um der Diskriminierung entgegen zu  wirken?

Aufzeichnung vom 25. Juni 2020
1 Stunde 6 Minuten
Am 23.06. berichtet Romeo Franz beim 9. TuesdayTalk über die Situation von Rom*nja und Sinti*zze in Zeiten von Corona und Antiziganismus in Deutschland und Europa. Romeo Franz ist  Europaabgeordneter für die Grünen, setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte von Sinti und Roma ein und engagiert sich gegen Antiziganismus. 

Die Corona-Pandemie verschärft die Situation von Sinti*zze und Rom*nja, besonders in Südost-Europa. Dort leben viele Angehörige der Minderheit  in abgesonderten Vierteln unter ohnehin schwierigen ökonomischen und  hygienischen Bedingungen. 

Während der Pandemie wurden diese Viertel  teilweise abgeriegelt, wodurch sich die Missstände noch verschärften.  Mit Romeo Franz sprechen wir über die gesellschaftlichen Ursachen des  Antiziganismus und seine Folgen, die mitunter tödlich sind.

Die TuesdayTalks der Bildungsstätte

Wie sieht die Situation Geflüchteter in Griechenland aus und was ist der  Stand im Mordfall Walter Lübcke? Zu diesen und weiteren Themen laden wir  einmal wöchentlich Expert*innen zum Gespräch.

Die digitalen Talks  laufen auf YouTube und werden moderiert von Adrian Oeser (Hessischer Rundfunk). Teilnehmer*innen können Fragen stellen und miteinander in den Austausch treten.

Aufzeichnung vom 23. Juni 2020