Ortsgeschichten Archiv
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Ein eher unfreundlicher Name, den der kleine Luftkurort Elend im Bodetal am Fuße des Brocken trägt. Sind die etwa 350 Bürger von Elend alle schlecht gelaunt? Oder der herrscht in dem kleinen Ort große Armut? Natürlich nicht! Den Ort gibt es schon seit dem Mittelalter! Und er soll von Mönchen stammen, die sich vor ca. 850 Jahren hier angesiedelt haben. Die Mönche nannten den Ort „eli elendi“, was so viel bedeutet wie „Fremdes Land“! Wer im Mittelalter in der Fremde leben musste, führte meist ein armes Leben. Aus Eli Elendi entwickelte sich später Elende und schließlich wurde der Ort zu Elend! Übrigens steht in Elend die kleinste Holzkirche Deutschlands!
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Welche Bedeutung steckt wohl in diesem Ortsnamen. Geht es da etwa um das Hinterteil, um den Muskulus Glutaeus Maximus. Natürlich nicht! Bei der Gründung im 11. Jahrhundert wurde Poritz erstmals nach seinem Gründer Porath benannt. Wer war dieser Porath? So ganz genau weiß das niemand. Es könnte eine Familie oder eine einzelne Person gewesen sein. Jedenfalls ist aus Porat der 1. Teil des Ortsnamens entstanden. Der 2. Teil des Ortsdamens Poritz ist eine oft häufige slawische Endung: dieses ...itz bedeutet "eine Burg". Die Burg gibt es in Poritz leider nicht mehr. Sie soll da gestanden haben, wo heute die Dorfkiriche der Gemeinde Poritz steht. Also nix mit Hinterteil oder Po... der Name Poritz entstand aus dem Parath und Burg - ganz einfach. Seit 1973 ist Poritz in die Stadt Bismark (Altmark) eingemeindet worden und ist seitdem ein Ortsteil der Stadt.
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Urkundlich erwähnt wurde der Ort Köstritz anno 1364 als Kostricz, eine slawische Siedlung. Der Ort selbst ist aber viel älter. Bad Köstritz ist früher ein Ort süßer Gräser (gewesen). Diese süßen Gräser, im slawischen Kostera genannt, kamen in dem Ort Kostrizc sehr sehr häufig vor und gaben dem Ort den Namen. Der slawische Name Kostera wurde irgendwann abgelegt, denn heute nennen wir diese süßen Gläser Tresben. Die Stadt Bad Köstritz, nördlich von Gera, wird als "Stadt der drei B - Bier, Bad und Blumen" bezeichnet. Bier für die Köstritzer Schwarzbierbrauerei, denn seit Jahrhunderten spielt die Biertradition eine große Rolle für die Berühmtheit der Stadt. Bad für das frühere Heilbad und Blumen für die preisgekrönte Dahlien- und Rosenzucht.
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Drogen… ein berauschender Name. Kann man in dem kleinen Ortsteil von Schmölln im Landkreis Altenburger Land in Thüringen etwa offiziell Drogen kaufen? Gibt es hier vielleicht Mohnfelder für die Herstellung von Heroin? Oder… Werden die ca. 130 Bürger von Drogen täglich betäubt? Nein, der Ort mit dem suchtvollen Ortsnamen Drogen hat damit nichts am Hut. Im Mittelalter hat sich ein gewisser Dorgan in dem Flecken niedergelassen. Er war der 1. Siedler und gab dem Ort auch gleiche seinen Namen nämlich Drogan! Über die Jahrhunderte wurde dann in der Überlieferung aus dem Buchstaben A in Drogan einfach ein E. und aus Drogan wurde Drogen. Der ungewöhnliche Ortsname sorgt in Drogen immer wieder dafür, dass hier die Ortschilder geklaut werden.
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Die Erklärung für diesen Ort in Niedersachsen ist ganz einfach. Meinkot geht auf den ursprünglichen Namen "Meinekarte", in unserem Fall zusammen geschrieben, zurück. Karte ist ein altes deutsches Wort für Bütte. Daraus wurde zunächst "Meinekotte" und letztlich "Meinkot". Bei seiner ersten Erwähnung im Jahr 1145 trug der Ort noch den Namen "Meinkoten". Wie dem auch sei: Vor einigen Namen wurde der Toilettenpapierhersteller bess auf den Ortsnamen aufmerksam, und benutzte ihn in einem Werbespot. Die bess-Klopapierwerbung hat den Ort "Meinkot" weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt gemacht. Dennoch fanden einige Bewohner und vor allem auch der Bürgermeister dies überhaupt nicht witzig. Der Klopapierhersteller musste sich entschuldigen ud scenkte den Meinkoter Vereinen einen 1-jährigen Vorrat an Toilettenpapier. Also kein Griff ins Klo sondern ein echter Glücksgriff für die Meinkoter.
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Als vor vielen hundert Jahren die kleine Stadt Arendsee erbaut war und damals noch keinen Namen hatte, wohnte direkt am See der Müller Arend. Er war nicht nur als fleißiger Müller ein angesehener Bürger der Stadt, sondern er war auch der Medizin ein wenig kundig. Eines Tages wurde Müller Arend bei einem grausigen Unwetter zu einer Kranken gerufen. Seine Frau begleitete ihn. Bei Blitz und Donner und peitschendem Regen bebte plötzlich die Erde und die Müllerin schrie ihrem Mann mit Entsetzem zu: "Arend, seh!" Krachend stürzte die Mühle in die Fluten. Schon Tage zuvor hatte es stark geregnet und gestürmt. Das gesamte Erdreich war eingestürzt und hat den jetzigen großen See - den Arendsee - hinterlassen. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Seit dieser Zeit heißt die Stadt Arendsee. So die Sage. Tatsächlich wurden in den 1980er Jahren riesige Mühlsteine auf dem Grund des Arendsee gefunden. Die Ursache für den Einsturz ist eindeutig geklärt worden. Unter dem See gibt es nämlich Gips- und Salz-Vorräte. Durch Ausschlemmungen über die Jahrhunderte hinweg entstanden riesige Hohlräume, sogenannte Dome. Irgendwann nach heftigen Regenfällen geben diese Dome nach wie auch bei dem vorläufig letzten Einsturz im Jahre 1685. Arendsee ist heute ein staatlich anerkannter Luftkurort inmitten weiter Kiefernwälder.
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Der ungewöhliche Ortsname geht NICHT auf das schicke Trachtenstück zurück, sondern auf das slawische Volk der Sorben. Und er kommt von dem Personennamen Ledoratz oder Ladoratz - der war nämlich ein sorbischer Fürst. Von Fürst Ledoratz leitet sich das Wort "Leder" ab. Der zweite Teil des Ortsnamens kommt von einem Gericht. Nicht von einer Speise, sondern vom Rechtgericht, das es damals gab. Ein dreibeiniger Hase war das Wappentier des Gerichts. Aus dem Hasen und dem Namen des Fürsten Ledoratz setzte sich der Ortsname zusammen. Denn eigentlich hieß der Ort Lederhase, im thüringischen Dialekt wurde daraus dann "Lederhose".
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Pissen - ein kleiner Ortsteil von Leuna mit 11 Einwohner, dessen Ortseingangsschild wegen des ungewöhnlichen Ortsnamens schon mehrfach geklaut wurde. Woher hat er seinen besonderen Namen? Um den Raum Leuna war früher eine sehr wasserreiche Gegend mit vielen Teichen. In den Teichen schwammen natürlich Fische. Und Fische heißen auf Latein: Pisces. Aus "Pisces" ist im Jahre 981 dann "Pissen" geworden. Eine ganz einfache Erklärung für einen ganz außergewöhnlichen Ortsnamen in Sachsen-Anhalt.
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Hundeluft ist ein Stadtteil von Coswig im Landkreis Wittenberg. Hundeluft ist ein sehr lustiger Ortsname. Wohnen etwa in dem 260-Seelen-Dorf mehr Hunde als Menschen? Oder riecht es hier etwas nach Hund? Nein, denn es steckt eine sehr interessante Geschichte hinter diesem Ortsnamen. In dem kleinen Ort an der Rossel steht eine alte Burgruine aus dem 13. Jahrhundert. Die Burgherren hatten damals viele Hunde und gingen mit den Hunden gerne zur Jagd und riefen dann: "Hunde, lauft!" So haben sie für den skurilen Ortsnamen gesorgt. Aus "Hunde, lauft" entstand mit der Zeit "Hundeluft". Auch heute sind die Bürger aus Hundeluft noch echte Hundefans, denn sie treffen sich regelmäßig mit ihren Vierbeinern auf dem Sportplatz ihrer Gemeinde Hundeluft.
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Oberkaka klingt, als hätte der Ort etwas mit Gülle oder Fäkalien zu tun. Nein, natürlich nicht. Der Ursprung für den sehr ungewöhnlichen Ortsnamen liegt im 7. Jahrhundert, als das slawische Volk der Wenden sich in dem Ort niederließ. Wegen der sanften Hügel nannten sie ihren Ort "Jes de gei", was soviel bedeutet, wie "in den Hang gebautes Dorf". Später nannte man in der mündlichen Überlieferung den Ort nur noch "de gei", woraus sich erst "gaja" und dann in der lateinischen Schreibweise "Chaka" entwickelte und in der Umgangssprache zu "Kacka" wurde. Und letztendlich zu "Oberkaka" und "Unterkaka". Die Bewohner von Ober- und Unterkaka nennen sich übrigens "Oberkakschen" oder "Kakschen".
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Wie kam der Ort Benneckenstein im Harz zu seinem Namen? Vor etwa 400 Jahren lag im Tal des Flusses Rappode eine kleine Wiese mit einem wunderbaren Blick Richtung Blocksberg. Nur ganz selten trafen hier zwei Menschen aufeinander. Eine alte Frau aus Hasselfelde ging einmal pro Woche mit ihrer schweren Kiepe von Hasselfelde zum Kloster Walkenried, um hier Eier und andere Hofprodukte an die Abtei zu verkaufen. Eines Tages, von der schweren Last müde geworden, setzte sich die Alte zum Ausruhen auf einen Stein, wo sie auch schon bald einschlief. Nun begab es sich, dass zu eben dieser Zeit auch ein junger Jäger im Wald den Tieren nachstellte und von der Arbeit ebenfalls müde geworden war. Er wollte eine Pause machen und setzte sich auf die schlafende Frau, die er wegen ihrer grauen Kleidung für einen Stein hielt. Doch plötzlich fing der vermeintliche Stein an, sich zu bewegen. Der Boden rappelte unter ihm. Wie vom Teufel überfallen, krallte sich der Jäger am Grunde fest und rief: "Mutter Maria im Himmel, lass die Erde ruhen!" Die unsanft geweckte Frau aber rief ihm entrüstet auf Plattdeutsch zu: "Benn ick en Stein?" und zu hochdeutsch: "Bin ich ein Stein, dass Du Dich auf mir niederlässt?" wiederholte sie zornig. Der Jäger erkannte seinen Irrtum und bat höflich um Verzeihung. Und beide fingen himmlisch an zu lachen. Und weil eine Geschichte über eine solchen Begegnung für alle Zeit unvergessen bleibt und sich an diesem Flecken alsbald die ersten Bergleute niederließen, nennt man den Ort noch heute: Benn-eck-en-stein, also Benneckenstein.
Ortsgeschichten
Marina Lehmbruch kennt sich aus - Ihr kennt Sie vielleicht, wenn Ihr schon einmal bei radio SAW angerufen habt. Am Serviceplatz ist sie oft die nette Stimme, die Eure Meldungen entgegen nimmt und auf...