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Suhrkamp espresso Archiv

87 Episoden
16 Minuten
Was passiert mit uns, wenn wir lesen? Sind wir, was wir gelesen haben? Welche Bedeutung hatte Lesen für die Generationen vor uns und wie hat sich diese Bedeutung verändert? Diesen und weiteren Fragen geht Katharina Raabe im Gespräch mit Katja Petrowskaja und Thomas Köck nach – gemeinsam mit Frank Wegner hat sie die Anthologie Warum Lesen herausgegeben. Warum Lesen ist gleichzeitig ein Lesebuch und ein Buch über das Lesen, eine Anthologie, die das Abenteuer des Lesens beschreibt, seziert und feiert. Ausgehend von ihren literarischen oder wissenschaftlichen Arbeiten kommen hier Romanschriftstellerinnen, Lyrikerinnen und Lyriker, Dramatikerinnen, Philosophinnen und Philosophen, Soziologinnen und Neurologinnen zu Wort. Sie alle nehmen sich die Freiheit, auf ihre Weise mit dem Thema umzugehen. Und liefern eine Theorie, eine Erzählung, eine Szene, eine Anekdote ab, eine Erläuterung des eigenen Lesens, beispielsweise als Kindheitserinnerung oder als Streifzug durch die eigene Bücher- und Lesegeschichte. Alle Bücher der Folge im Überblick: • Warum Lesen. Hg. von Katharina Raabe und Frank Wegner: http://shrk.vg/WarumLesen-P
18 Minuten
Kanada, das zweitgrößte Land der Welt, hat nicht nur eine atemberaubend vielfältige Landschaft, sondern auch eine Fülle an eindrücklicher Literatur zu bieten. Neben bekannten literarischen Größen wie Margaret Atwood oder Alice Munro, gibt es noch viele weitere kanadische Autorinnen und Autoren, die es zu entdecken lohnt. 2020 ist Kanada virtuell und 2021 physisch Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Zu diesem Anlass stellen wir in dieser Folge Suhrkamp espresso vier Bücher von kanadischen Autorinnen vor. Marie-Claire Blais porträtiert in ihrem Buch Drei Nächte, drei Tage ein tropisches Inselkollektiv zwischen Exzess und Verzweiflung. In nur 65 Sätzen, verteilt auf 400 Seiten, entwirft die Grand Dame der kanadischen Literatur ein schillerndes Ensemble an Charakteren: Künstler, Drag-Queens, Ku-Klux-Klan-Mitglieder, Kinder, die in unschuldige Spiele vertieft sind, Geflüchtete der benachbarten Inseln. Der neue Roman Was dir bleibt von Jocelyne Saucier erzählt die Geschichte der 76-jährigen Gladys, die eines Tages den Northlander-Zug besteigt und aus ihrem kanadischen Dorf verschwindet, ohne dass jemand weiß, wohin sie geht und was sie vorhat. Saucier schreibt über eine außergewöhnliche Frau, von Freiheit, Freundschaft und von der Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben. In ihrem Gästebuch versammelt die Autorin Leanne Shapton Fotografien, Zeichnungen und Porträts und kombiniert sie mit Anekdoten, Erinnerungen und Geschichten. In ihren ebenso klassischen wie modernen Geistergeschichten geht es dabei immer um übernatürliche Begegnungen, von denen man sich kaum zu erzählen traut. In dem Buch Irdischer Durst, das 2020 im Verlag Matthes und Seitz erschien, verbindet Anne Carson in vier poetischen Streifzügen Rhythmus und Metaphorik der Dichtung mit der schweifenden Natur des Essays und der Direktheit des Theaters. Die Bücher der Folge: Marie-Claire Blais, Drei Nächte, drei Tage: http://shrk.vg/DreiNaechteDreiTage-PJocelyne Saucier, Was dir bleibt: http://shrk.vg/WasDirBleibt-PLeanne Shapton, Gästebuch: http://shrk.vg/Gaestebuch-PAnne Carson, Irdischer Durst: http://shrk.vg/Carson-P
17 Minuten
Was macht ein Gedicht zu einem Gedicht? Was kann dichterisches Denken, was andere Herangehensweisen nicht vermögen? Und wie drückt es sich in anderen Kunstformen aus? In dieser Folge geht es um Bücher, die eine besondere dichterische Form aufweisen, oder sich damit beschäftigen. In seinem Essayband Dichterisch Denken zeigt Amir Eshel anhand von Gedichten und Bildern, wie dichten das Denken beeinflusst und wie es ihm neue Perspektiven eröffnen kann. Er richtet seine Aufmerksamkeit auf zeitgenössische Künstler, die in ihrer Gestaltungsweise einen Ausweg aus der negativen Wirklichkeit, Erfahrung und Einschränkung weisen – hin zu eigenem Denken, zu perspektivischer Weite, zu neuen Formen und Inhalten. Friederike Mayröckers Buch da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete lässt keine Zweifel an dem, was für die Autorin noch immer Tag für Tag zu tun ist: hellwach und neugierig auf die Welt blicken und sie in poetische Sprache verwandeln. Die Sprache selbst wird dabei als ein unerschöpflicher poetischer Zauberkasten begriffen. Mit dem zweisprachigen Lyrikband Running Upon The Wires / Vibrationen hat Kae Tempest erneut ein hochmusikalisches Sprachkunstwerk geschaffen, das mit Hilfe vieler unterschiedlicher Stilmittel sowohl das menschliche Herz als auch die politischen und sozialen Gegebenheiten beobachtet und abbildet. Radikal ehrlich und radikal verletzlich zeigt Kae Tempest, wie wir unser Zusammenleben neu gestalten können. Bei dem Buch Erinnerungen von Albrecht Schöne, das kürzlich im Wallstein Verlag erschien, handelt es sich um den Lebensbericht des großen Germanisten, der eine Vielzahl dichterischer Werke kommentiert und herausgegeben hat. Alle Bücher der Folge: Dichterisch Denken von Amir Eshel: http://shrk.vg/DichterischDenken-P da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete von Friederike Mayröcker: http://shrk.vg/Moosgruen-P Running upon the Wires / Vibrationen von Kae Tempest: http://shrk.vg/Vibrationen-P Erinnerungen von Albrecht Schöne: http://shrk.vg/AlbrechtSchoene-P
16 Minuten
Wie leben wir heute, wie wollen wir in Zukunft leben? Wie werden wir durch die reale und die digitale Welt beeinflusst? Und welchen Einfluss hat unser Verhalten wiederum auf die Welt von morgen? In Paradise City entwirft Zoë Beck ein wirklichkeitsnahes Zukunftsszenario, in dem die Bevölkerungszahl durch eine Pandemie dezimiert wurde und das gesamte Leben von Algorithmen gesteuert wird. Allen geht es gut – solange keine Fragen gestellt werden. Denn Freiheit ist der Preis, den die Menschen in dem Thriller bereit sind zu zahlen, um ein bequemes Leben zu führen. Marius Goldhorn erzählt in seinem Debütroman Park von einer Reise durch Europa, von einer rastlosen Generation, für die das Virtuelle genauso nah ist wie die Realität – und von einem Protagonisten, der gerade deshalb umso deutlicher spürt, dass es da noch mehr geben muss. In Die verwundbare Welt zeigt Nick Bostrom düstere Zukunftsbilder auf: Er entwickelt in mehreren Hypothesen plausible Szenarien, in denen sich die Menschheit durch die Errungenschaften des technischen Fortschritts eines Tages selbst auslöschen wird, wenn nicht rechtzeitig Gegenmaßnahmen getroffen werden – hierfür gibt der Autor mögliche Problemlösungsstrategien an die Hand. Der Roman Abschied von Atocha von Ben Lerner, erschienen 2015 im Rowohlt Verlag, beschreibt einen jungen Künstler in der schönen neuen Welt von Globalisierung und ironischer Lebenshaltung. Lerner erzählt, wie wir mit Sprache umgehen und wie wir uns selbst und andere in dieser Welt verstehen können.
18 Minuten
Welchen Einfluss hat unsere Herkunft auf unser Leben? Auf Bildung, Karriere, unsere Beziehungen? Gibt es Chancengleichheit wirklich? Und wann ist eine Gesellschaft gerecht? In dieser Folge von Suhrkamp espresso  geht es um soziale Herkunft und Chancengleichheit. In ihrem neuen Roman Das lügenhafte Leben der Erwachsenen erzählt Elena Ferrante von der 13-jährigen Giovanna, die sich auf die Suche nach ihrer Tante und damit auch nach ihrer, von den Eltern verleugneten, Herkunft macht. Ihr Weg führt sie aus den höher gelegenen, bürgerlichen Stadtteilen Neapels, in denen sie aufgewachsen ist, tief hinein in eine ganz andere Welt. Der Roman erzählt von den Heucheleien der Eltern, den Verunsicherungen des Erwachsenwerdens – und von Emanzipation. In ihrem Romandebüt Streulicht erkundet Deniz Ohde die unsichtbaren Schranken in unserer Gesellschaft und erzählt von der Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit. Die aus einer Arbeiterfamilie stammende Ich-Erzählerin kehrt in ihren Heimatort zurück und beginnt, sich zu erinnern: an die nicht enden wollenden Anstrengungen des Alltags, in dem sie gegen Diskriminierung, Vorurteile und Ungleichheit zu bestehen versucht. An die soziale Scham, das Streben nach Aufstieg und die zermürbende Auseinandersetzung mit einem Bildungssystem, das Gleichheit verspricht, obwohl die eigene Herkunft am Ende doch maßgeblich den eigenen Erfolg beeinflusst. In ihrem Buch Politische Gleichheit plädiert die amerikanische Politologin Danielle Allen dafür, die im Liberalismus in den Hintergrund geratene politische Gleichheit wieder in den Vordergrund zu rücken. Echte politische Gleichheit, so Allen, lässt sich nur in demokratischen Gesellschaften mit starken sozialen Bindungen realisieren. In ihrem Roman 1000 Serpentinen Angst, der vor kurzem im S. Fischer Verlag erschien, erzählt Olivia Wenzel von einer jungen, schwarzen, queeren Frau – von ihrem Aufwachsen in der DDR, von den Diskriminierungen denen sie ausgesetzt ist, von dem Rassismus, aber auch von den Privilegien, die sie erfährt.
17 Minuten
Unsere Gesellschaft wird immer älter: 28 Prozent aller Mitbürgerinnen und Mitbürger sind derzeit älter als 60 Jahre – Tendenz steigend. Welche Folgen hat dieser demographische Wandel für unsere Gesellschaft? Ist das Alter eigentlich eine Zeit der Einschränkungen oder der Freiheit? Und was kann die jüngere Generation von den Älteren lernen? In »Seniorendemokratie« erläutert Emanuel Richter, wie wichtig es ist, dass möglichst viele Menschen jeglichen Alters als politische Profis oder als politische Laien, als Betroffene und als Akteure öffentlich sichtbar werden und die Politik mitgestalten – und warum wir die herrschenden Altersbilder kritisch durchdenken müssen. In »Besser spät als nie« berichtet die 80-jährige Mechthild Grossmann, aufgezeichnet von ihrer Enkelin Dorothea Wagner, über ihre Erfahrungen und Gedanken rund ums Älterwerden. Sie schildert, warum das Alter einem keine Angst machen muss und warum es viele Vorzüge bietet – verschweigt dabei aber nicht die Schwierigkeiten, sondern zeigt, wie daraus etwas Positives erwachsen kann. Nicole Andries hat in »Wir wollen es nochmal wissen« die Geschichten von 15 Frauen versammelt, die im Alter noch einmal berufliche Neuanfänge wagen. In ihrem Buch zeigt sie, dass Jugendlichkeit kein Lebensabschnitt ist, sondern eine Lebenshaltung. »Unsere Seelen bei Nacht« von Kent Haruf, 2017 im Diogenes Verlag erschienen, erzählt von der Begegnung zweier älterer Menschen und zeigt, dass auch der Neubeginn in der Liebe keine Altersgrenze kennt.
18 Minuten
Wie die Menschheit mit der Natur umgeht, muss sich dringend ändern. Nicht nur aufgrund des Klimawandels, sondern auch, um Leid zu verringern, wie es zum Beispiel in der Nutztierhaltung verursacht wird. Warum aber sollten Tierrechte ein Thema für die politische Philosophie sein? Weshalb ist eine radikalere Umsetzung von Klimaschutzgesetzen so dringend notwendig? Und wie kann ein zukunftsfähiger und schonender Umgang mit der Natur aussehen? In seinem Buch »Wasser und Zeit« verbindet Andri Snær Magnason seine persönliche Geschichte als Einwohner Islands mit der Verantwortung für die größeren Zusammenhänge, die uns alle betreffen: Denn wenn in Island die Gletscher schmelzen, steigt der Meeresspiegel weltweit. Um zu verstehen, was mit der Erde passiert und welche Folgen der Klimawandel für die Menschheit hat, führt Magnason Gespräche mit Wissenschaftlern, dem Dalai Lama und mit den eigenen Großeltern. Nicht nur der Umwelt, auch Tieren schadet der Mensch seit langem. Da die Verletzung der Rechte von Tieren zu den gesellschaftlichen Grundordnungen gehört, die wir gemeinsam verantworten, ist sie ein Thema für die politische Philosophie. Bernd Ladwig gibt in seinem Band »Politische Philosophie der Tierrechte« einen umfassenden Einblick in die heutige Debatte. Auch Agustina Bazterrica macht in ihrem Roman »Wie die Schweine« auf höchst radikale und anschauliche Weise deutlich, was am Fleischkonsum falsch ist. Die Autorin erzählt in ihrem Roman von einer Welt, in der nicht Tiere, sondern Menschen zum Fleischverzehr gezüchtet werden und hinterfragt dabei unsere Konzepte von Moral und Empathie. In »Unsere Welt neu denken« untersucht Maja Göpel aus ökonomischer Sicht, wie das Wohlergehen der Umwelt mit dem der Menschheit in Einklang gebracht werden kann. Claudia Kemfert erläutert in »Mondays for Future« auf zugängliche Weise Fakten und Zusammenhänge der Klimadebatte. Alle Bücher der Folge: Andri Snær Magnason: »Wasser und Zeit« Bernd Ladwig: »Politische Philosophie der Tierrechte« Agustina Bazterrica: »Wie die Schweine« Maja Göpel: »Unsere Welt neu denken« Claudia Kemfert: »Mondays for Future«
18 Minuten
Traumatische Erlebnisse und ihre psychischen Folgen können unbewusst über Generationen hinweg weitergegeben werden. Welche Rolle spielt mangelnde Kommunikation dabei? Und können die modernen, digitalen Kommunikationsmöglichkeiten helfen, Nähe und Austausch zwischen den Generationen zu schaffen? Anna Katharina Hahn entwirft in »Aus und davon« ein weites Panorama zwischen den vier Generationen einer Familie im 21. Jahrhundert, die immer weiter in die Sprachlosigkeit abdriftet. Sie behandelt dabei die Frage, ob und wie eine Familie trotz großer räumlicher und emotionaler Distanz in Kontakt bleiben kann. In ihrem Roman »Herzklappen von Johnson & Johnson« erzählt Valerie Fritsch von Almas Sohn Emil, der wegen eines Gendefekts keinen Schmerz empfinden kann. Auf der Suche nach den Gründen begibt sich Alma tief hinein in die eigene Familiengeschichte – und in das Schweigen, das sie umhüllt. Auch in Maya Lasker-Wallfischs Buch »Briefe nach Breslau« geht es um das Schweigen zwischen den Generationen und um ein Trauma, das nicht verarbeitet werden kann. Die Mutter der Autorin überlebte den Holocaust, spricht jedoch nie darüber. In einem Versuch der Rettung schreibt Maya Lasker-Wallfisch Briefe an die verstorbenen Großeltern und macht so erfahrbar, wie ein transgenerationales Trauma das eigene Leben bestimmen kann. Auch Joshua Groß’ Roman »Flexen in Miami«, der vor Kurzem im Verlag Matthes und Seitz Berlin erschien, beschäftigt sich mit Familie, Beziehungen und Kommunikation im Zeitalter der Smartphones. Die Bücher der Folge: Anna Katharina Hahn: »Aus und davon« Valerie Fritsch: »Herzklappen von Johnson & Johnson« Maya Lasker-Wallfisch: »Briefe nach Breslau« Joshua Groß: »Flexen in Miami«
19 Minuten
Die Corona-Pandemie ist mehr als nur eine gesundheitliche und wirtschaftliche Krise. Sie hat unsere Gesellschaft tief erschüttert und vor ganz neue Fragen gestellt. Warum erfreuen sich in diesen Zeiten Verschwörungstheorien so einer großen Beliebtheit? Und warum treffen die gesellschaftlichen Auswirkungen von Corona besonders die Frauen? In dieser Folge von »Suhrkamp espresso« geht es um die Auswirkungen der Corona-Krise auf unsere Gesellschaft. Michael Butters Buch »›Nichts ist, wie es scheint‹« beschäftigt sich mit dem Phänomen der Verschwörungstheorien, die sich in Zeiten von Corona besonders großer Beliebtheit erfreuen – nicht zuletzt dank reichweitenstarker Multiplikatoren wie Attila Hildmann, Xavier Naidoo und Ken Jebsen. Butter erläutert, wie Verschwörungstheorien funktionieren, welche Auswirkungen sie haben können und wo ihre Gefahren liegen. Während manche spekulieren, ob es die Krankheit überhaupt gibt, hat der Autor Paul B. Preciado sie unmittelbar erlebt – er erkrankte Anfang März an Covid-19. Inzwischen ist er wieder gesund und hat zwei Texte über die Erkrankung in sein Buch »Ein Apartment auf dem Uranus« aufgenommen. Basierend auf Michel Foucaults Überlegungen diskutiert Preciado, was die Wahl der Strategie zur Bekämpfung einer Pandemie über die jeweilige Gesellschaft aussagt. Jenseits dessen sind Preciados Kolumnen eine Chronik der Transformation des eigenen Körpers und der eigenen Identität von Beatriz zu Paul – und zugleich dokumentieren sie die im Wandel begriffenen politischen Verhältnisse in Europa seit 2013. Zu den Problemen, die durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie besonders deutlich zutage treten, gehört auch die Benachteiligung von Frauen in unserer Gesellschaft. Kristen R. Ghodsee zeigt in ihrem Buch »Warum Frauen im Sozialismus besseren Sex haben«, wie Frauen von einer gerechteren Gesellschaft profitieren können. Auch das Buch »Armee der Schlafwandler« des Autorenkollektivs Wu Ming, das 2020 im Assoziation A Verlag erschien, handelt von einer Zeit der Zäsur. Der Roman erzählt das epochale Ereignis der französischen Revolution aus der Perspektive des gemeinen Volkes. Alle Bücher der Folge im Überblick: »›Nichts ist, wie es scheint‹« von Michael Butter: http://shrk.vg/Verschwoerungstheorien-P»Ein Apartment auf dem Uranus« von Paul B. Preciado: http://shrk.vg/PreciadoUranus-P»Warum Frauen im Sozialismus besseren Sex haben« von Kristen R. Ghodsee: http://shrk.vg/GhodseeSozialismus-P»Armee der Schlafwandler« von Wu Ming: http://shrk.vg/Schlafwandler-P
21 Minuten
Was haben die bedeutendsten Wissenschaftler des 20. und 21. Jahrhunderts gemeinsam? Unter welchen Umständen kann Wissenschaft gefährlich werden? Und wie nah liegen Genie und Wahnsinn beieinander? In dieser Folge von »Suhrkamp espresso« stellen wir vier Bücher zum Thema Wissenschaft, Genie und Wahnsinn vor. In seinem Buch »Das blinde Licht« erzählt Benjamín Labatut in vier beeindruckenden Geschichten von europäischen Wissenschaftlern des 20. Jahrhunderts – darunter Werner Heisenberg, Erwin Schrödinger und Karl Schwarzschild – und ihren großen Entdeckungen. Lindsey Fitzharris widmet sich in »Der Horror der frühen Medizin« dem Leben und Schaffen von Joseph Lister. Der englische Arzt revolutionierte Mitte des 19. Jahrhunderts die Chirurgie, indem er Desinfektionsmittel erfand und ein steriles Umfeld bei Operationen forderte. Eines der bedeutendsten mathematischen Probleme des 21. Jahrhunderts löste Grigori Perelman. In ihrem Buch »Der Beweis des Jahrhunderts« erzählt Masha Gessen die faszinierende Geschichte des russischen Mathematikers, der sich nach dem Beweis der Poincaré-Vermutung, an dem sich bereits die klügsten Köpfe die Zähne ausgebissen hatten, im Jahr 2002 für immer aus dem öffentlichen Leben zurückzog. Dietmar Daths »Niegeschichte«, erschienen bei Matthes & Seitz, befasst sich mit der Frage, was Science Fiction ist und wie sie sich in den Kanon der Literatur- und Geistesgeschichte einfügt.
16 Minuten
Briefe und Briefwechsel ermöglichen uns tiefe Einblicke in das Leben und Werk von Autorinnen und Autoren. Denn, anders als bei Biographien, vermitteln die Korrespondenzen einen ganz direkten Einblick in deren Persönlichkeit und Schaffen. Von der Auswahl der Briefe bis hin zum Einband – welche Arbeit steht hinter der Veröffentlichung von Briefen und Briefwechseln? Für Marcel Proust, der krankheitsbedingt lange Zeit seines Lebens ans Bett gefesselt war, gehörte der Brief zu einem der wichtigsten Kommunikationsmittel. Umso umfassender lässt sich deshalb seine persönliche und schriftstellerische Entwicklung in der zweibändigen Ausgabe »Briefe 1879-1922« ablesen. »Am Strand von Bochum ist allerhand los« ist eine Sammlung von Postkarten, die Jurek Becker seit seinem USA-Aufenthalt 1978 bis zu seinem Lebensende schrieb. Obwohl es ihm in den Karten weniger um eine Auskunft über sich selbst ging, erfährt man dennoch viel über die Vorlieben und Leidenschaften des Autors. Die vierbändige Ausgabe von »Samuel Beckett – Die Briefe« vermittelt ein umfassendes, lebendiges und persönliches Bild Samuel Becketts aus den Jahren, in denen er schriftstellerisch aktiv war. Der Briefband »Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles«, der 2018 im Aufbau Verlag erschien, gewährt intime Einblicke in das Eheleben von Emilie und Theodor Fontane. Die Bücher der Folge: Marcel Proust: »Briefe – 1879-1922«: http://shrk.vg/Proust-Briefe-P Jurek Becker: »Am Strand von Bochum ist allerhand los«: http://shrk.vg/AmStrandVonBochum-P Samuel Beckett: »Die Briefe«: http://shrk.vg/Beckett-Briefe-P Emilie & Theodor Fontane: »Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles«: http://shrk.vg/Zuneigung-P
19 Minuten
Der Klimawandel ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit, denn die Folgen der globalen Erwärmung nehmen schon jetzt ein katastrophales Ausmaß an. Und so drängen sich einige Fragen auf: Wie muss Klimapolitik heute aussehen und was kann jeder und jede Einzelne dafür tun, dass wir optimistischer in die Zukunft schauen können? Und was genau kann Menschen zum Umdenken animieren? Das Buch 102 grüne Karten zur Rettung der Welt, herausgegeben vom KATAPULT Magazin, verschafft den Lesern mit anschaulichen Karten sowohl über die intellektuelle als auch über die ästhetische Erfahrung einen leichteren Zugang zum Thema Klimaschutz. Bernward Gesangs Studie zur Klimaethik verfolgt drei Ziele: die Darstellung der naturwissenschaftlichen Fakten zum Thema Klimaethik, die Entwicklung einer eigenen utilitaristischen Position inklusive einer Kritik der bisherigen Klimaethik sowie die Suche nach einem Konsens zwischen verschiedenen Ethiken, um politische Maßnahmen konkret zu bewerten. Zehn Milliarden von Stephen Emmott, das nun in erweiterter Neuauflage vorliegt, beschreibt das komplexe System Klima in seinem derzeitigen Stand und wie es sich verändern wird, wenn die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden angewachsen ist. In kurzer und knapper Darstellung fordert der Autor eine radikale Veränderung der bisherigen Verhaltensweisen von Konsumierenden und Produzierenden. In ihrem Buch Stadt der Zukunft, das 2019 im S. Fischer Verlag erschien, entwerfen der Architekt Friedrich von Borries und der Stadtplaner Benjamin Kasten das Bild einer Stadt der Zukunft, die ökologischer und gerechter ist als die Stadt der Gegenwart. Alle Bücher der Folge im Überblick: »102 grüne Karten zur Rettung der Welt« von KATAPULT: http://shrk.vg/GrueneKarten-P »Klimaethik« von Bernward Gesang: http://shrk.vg/Klimaethik-P »Zehn Milliarden« von Stephen Emmott: http://shrk.vg/ZehnMilliarden-P »Stadt der Zukunft« von Friedrich von Borries und Benjamin Kasten: http://shrk.vg/Stadt-der-Zukunft-P
13 Minuten
Die Familie: Für viele stellt sie ein lebenslanges Bündnis dar – und manchmal auch eine lebenslange Bürde. Doch welche Kräfte wirken innerhalb von Familien? Welche Pflichten erwachsen aus familiären Beziehungen? Und was passiert, wenn die familiären Bande zerbrechen?   Katya Apekina erzählt in ihrem Debütroman »Je tiefer das Wasser« die Geschichte der beiden Schwestern Edie und Mae, die zu ihrem unbekannten Vater ziehen müssen, weil ihre Mutter versucht hat, sich umzubringen. Dabei schildert sie jene Emotionen, die entstehen, wenn sich familiäre Abgründe auftun und das Band zwischen Eltern und Kindern zu zerreißen droht. Helga Bürster hat in »Luzies Erbe« ihre eigene Familiengeschichte als Vorbild genommen, um zu erzählen, wie das Schweigen über die Vergangenheit eine Familie über mehrere Jahrzehnte hinweg überschatten kann. Die Anthologie »Familiäre Pflichten« stellt aus wissenschaftlicher Perspektive die Frage, ob und inwieweit aus familiären Bindungen Verpflichtungen entstehen. In ihrem Roman »Vater Unser«, der 2019 im Hanser Verlag erschien, lässt die Autorin Angela Lehner eine Psychiatrie-Patientin über ihre Familie berichten. Alle Bücher der Folge im Überblick: »Je tiefer das Wasser« von Katya Apekina: http://shrk.vg/ApekinaWasser-P »Luzies Erbe« von Helga Bürster: http://shrk.vg/LuziesErbe-P »Familiäre Pflichten« von Monika Betzler, Barbara Bleisch (Hg.): http://shrk.vg/FamiliaerePflichten-P »Vater Unser« von Angela Lehner: http://shrk.vg/VaterUnser-P
19 Minuten
Wie wird sich unser Leben in der nahen Zukunft verändern? Wo liegt die Grenze zwischen natürlicher und künstlicher Intelligenz? Und inwieweit können Roboter und Menschen gleichberechtigt miteinander leben? In dieser Folge von »Suhrkamp espresso« stellen wir vier Bücher zum Thema Zukunft vor. Die Anthologie »2029 – Geschichten von morgen« versammelt elf Erzählungen von jungen deutschsprachigen Autorinnen und Autoren, die in ihren Texten unterschiedlichste Zukunftsvisionen entwerfen. Bei dem Projekt, das in Kooperation mit dem Futurium, dem NDR und SWR entstand, geht es vor allem um technische und gesellschaftliche Veränderungen in den nächsten zehn Jahren. Emma Braslavskys Roman »Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten« spielt im Berlin der nahen Zukunft und erzählt anhand einer Kriminalgeschichte von der Beziehung zwischen Menschen und Androiden, von der Grenze zwischen realem und virtuellem Leben – und fragt damit letztlich, was den Menschen menschlich macht. Die Wiener Philosophin Janina Loh beschäftigt sich in ihrem Buch mit der Frage, inwiefern nicht-menschliche Androiden moralische Subjekte sind. Können Roboter Verantwortung tragen? Wie soll etwa ein selbstfahrendes Auto reagieren, wenn vor ihm eine Person auf die Straße läuft? Im Einführungswerk zum Thema »Roboterethik« geht es um künstliche Intelligenz im Bereich Mobilität, Pflege und Medizin sowie Militär. In »Warum an die Zukunft denken?«, erschienen im Duden Verlag, beschäftigt sich Mario Sixtus mit Erkenntnissen der Neurowissenschaft, Philosophie und Evolutionspsychologie und spannt den Bogen dabei bis zu Popkultur und aktueller Politik. Alle Bücher der Folge: »2029 – Geschichten von morgen« von Stefan Brandt: http://shrk.vg/2029-P »Die Nacht war kalt, die Lichter blinkten« von Emma Braslavsky: http://shrk.vg/DieNachtWarBleich-P »Roboterethik« von Janina Loh: http://shrk.vg/Roboterethik-P »Warum an die Zukunft denken« von Mario Sixtus: http://shrk.vg/MarioSixtus-P Ein Thema, vier Bücher: Bei »Suhrkamp espresso« stellen unsere Lektorinnen und Lektoren im Gespräch mit Moderator Max Spallek vier Bücher zu einem Thema vor. In den Buchvorstellungen geht es um schöne und unterhaltende Literatur, aber auch um Wissenschafts- und Sachbücher; es geht um Bücher der Verlage Suhrkamp und Insel, aber auch um Titel anderer Verlage. Alle »Suhrkamp espresso«-Folgen: http://shrk.vg/espresso14-P.
15 Minuten
Spätestens die Attentate in Halle und Pittsburgh lassen keinen Zweifel mehr daran, dass Antisemitismus kein Phänomen einer dunklen Vergangenheit ist, sondern auch heute offen und aggressiv gelebt wird. Doch war der Antisemitismus in unserer Gesellschaft jemals verschwunden? Und wo liegt der Unterschied zwischen »klassischem« und »neuem« Antisemitismus? In dieser Folge von »Suhrkamp espresso« stellen wir Bücher zum Thema Antisemitismus vor.   In »Gegen Judenhass« schildert Oliver Polak seine persönlichen Erfahrungen mit Antisemitismus und appelliert für eine klare Haltung: Wenn wir eine liberale Gesellschaft sein wollen, müssen wir uns endgültig von unseren Vorurteilen befreien. »Neuer Antisemitismus?«, herausgegeben von Christian Heilbronn, Doron Rabinovici und Natan Sznaider, ist eine Dokumentation und Fortsetzung der globalen Debatte zum Thema. In einer multiperspektivischen Annäherung beleuchten die Autorinnen und Autoren unterschiedliche Aspekte und Ausprägungen von Antisemitismus. »Das KZ-Universum« von David Rousset, das bereits 1945 verfasst wurde und nun erstmals auf Deutsch erscheint, beschreibt das System, das hinter den Konzentrationslagern steckte, und welche Konsequenzen dieser Apparat für die Nachgeborenen hat. Matthias Bormuth portraitiert in seinem Buch »Die Verunglückten«, das 2019 im Berenberg Verlag erschien, vier verzweifelte Menschen, die ein Leben im Schatten des Holocausts führten: Ingeborg Bachmann, Uwe Johnson, Jean Améry und Ulrike Meinhof. Alle Bücher der Folge im Überblick: »Gegen Judenhass« von Oliver Polak: http://shrk.vg/GegenJudenhass-P »Neuer Antisemitismus?« hg. von Christian Heilbronn, Doron Rabinovici, Natan Sznaider: http://shrk.vg/NeuerAntisemitismus-P »Das KZ-Universum« von David Rousset: http://shrk.vg/KZ-Universum-P »Die Verunglückten« von Matthias Bormuth: http://shrk.vg/Verunglueckten Ein Thema, vier Bücher: Bei »Suhrkamp espresso« stellen unsere Lektorinnen und Lektoren im Gespräch mit Moderator Max Spallek vier Bücher zu einem Thema vor. In den Buchvorstellungen geht es um schöne und unterhaltende Literatur, aber auch um Wissenschafts- und Sachbücher; es geht um Bücher der Verlage Suhrkamp und Insel, aber auch um Titel anderer Verlage. Alle »Suhrkamp espresso«-Folgen: http://shrk.vg/espresso13-P.