Suhrkamp espresso Archiv
87 Episoden
21 Minuten
Suhrkamp espresso mal anders: Für diese Spezialfolge haben wir unsere Lektorinnen und Lektoren und unseren Verleger Jonathan Landgrebe gebeten, heimliche und weniger heimliche Klassiker vorzustellen, die man unbedingt gelesen haben sollte. Wir haben tief in die Schatztruhe gegriffen, fast in Vergessenheit geratene Meisterwerke gefunden und sicherlich auch den einen oder anderen großen Klassiker, der schon bekannt sein dürfte. Die Jahre von Annie Ernaux ist ein moderner Klassiker, der 2008 erstmals in Frankreich erschien. In dem Buch erkundet die große französische Autorin das eigene Selbst und stellt dabei anhand von Fotografien, Liedzeilen und Werbeanzeigen bestimmte Episoden aus ihrem Leben in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang. Auf der Plaça del Diamant von Mercè Rodoreda ist ein Klassiker der katalanischen Literatur, in dem die Lebensgeschichte der jungen Frau Colometa geschildert wird, die im Spanischen Bürgerkrieg ihren Mann verliert und dadurch gezwungen ist, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Im Dezember 1991 erkrankte Isabel Allendes Tochter Paula schwer und fiel ins Koma. Das Schicksal ihrer Tochter wurde für lsabel Allende zur schwersten Prüfung ihres Lebens. Um die Hoffnung nicht zu verlieren, schrieb sie, der Tochter zur Erinnerung um sich selbst zur Tröstung, mit Paula ihr persönlichstes und intimstes Buch. In Eine Jugend erzählt Patrick Modiano die Geschichte eines jungen Paares Mitte der sechziger Jahre. Nachdem beide auf schwere Zeiten zurückblicken, in denen sie von Menschen ausgenutzt wurden, fassen sie eine Entscheidung, die ihr ganzes Leben verändern wird. Ein Baum wächst in Brooklyn von Betty Smith erschien 1943 in den USA und eroberte die Bestsellerlisten im Sturm. Der Roman über ein Mädchen, das gegen alle Hindernisse anliest, ist eine Geschichte erfüllt von Lebenslust und Kraft, beseelt von der Euphorie über das Sein. Der historische Roman Die Verlobten von Alessandro Manzoni, erstmals erschienen im Jahr 1827, erzählt vor dem Hintergrund einer politisch bewegten Zeit die Geschichte eines Liebespaars im Jahr 1630 in Mailand, deren Heirat durch Intrigen, Kriege, Aufstände und die Pest über Jahre verhindert wird. In Wittgensteins Neffe schildert Thomas Bernhard auf ungewohnt warmherzige Weise die Freundschaft zu Paul Wittgenstein und führt dabei seine Autobiographie, die Beschreibung seiner Kindheit und Jugend in fünf Bänden, weiter in die Jahre 1967 bis 1979. 1984, der dystopische Klassiker von George Orwell, in dem er das düstere Szenario eines totalitären Überwachungsstaats zeichnet, wurde von Eike Schönfeld in ein neues und zeitgemäßes Deutsch übersetzt. Tante Julia und der Schreibkünstler gilt als einer der berühmtesten Romane der lateinamerikanischen Literatur. Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa erzählt in dem Buch eine rasante Liebes- und Gesellschaftskomödie voll lebensklugem Witz. In Die Autonauten auf der Kosmobahn beschreiben Carol Dunlop und ihr Mann Julio Cortázar, die zu dem Zeitpunkt bereits sterbenskrank sind, ihre letzte Reise mit dem VW-Bus von Paris nach Marseille. Stadt der Engel, das letzte große Buch der 2011 verstorbenen Christa Wolf, erzählt in einer Art autobiographischer Prosa von einem Menschenleben, das drei deutschen Staats- und Gesellschaftsformen standhält, von einer Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und von der Kunst, sich zu erinnern. Die Bücher der Folge: Annie Ernaux, Die Jahre:
16 Minuten
Laufen und Alleinsein – manchmal braucht es nicht mehr als das, um den Kopf freizubekommen von der Überzahl an Bildern, die sich jeden Tag in uns ansammeln. Die Bewegung in der Natur belebt Körper und Geist und zeigt uns, dass wir auch mit weniger auskommen, uns mit weniger zufrieden geben können. Was aber ist es noch, das uns am Gehen so glücklich macht?
17 Minuten
Laufen und Alleinsein – manchmal braucht es nicht mehr als das, um den Kopf freizubekommen von der Überzahl an Bildern, die sich jeden Tag in uns ansammeln. Die Bewegung in der Natur belebt Körper und Geist und zeigt uns, dass wir auch mit weniger auskommen, uns mit weniger zufrieden geben können. Was aber ist es noch, das uns am Gehen so glücklich macht? Robert Moor reiste sieben Jahre lang rund um den Globus, beschritt große Routen ebenso wie schmale Cherokee-Pfade. In seinem Buch Wo wir gehen begibt er sich auf die Suche nach dem Ursprung und der Entstehung von Wegen und verbindet dabei seine eigenen Erlebnisse mit Erkenntnissen aus Wissenschaft, Geschichte und Philosophie. Ausgehend von den Abenteuern, die er auf seinen Reisen erlebt hat, zeigt Erling Kagge in seinem Buch Philosophie für Abenteurer in siebzehn reich bebilderten Kapiteln wie wir nicht nur abenteuerliche Expeditionen, sondern auch die Abenteuer des alltäglichen Lebens meistern können, indem wir uns auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Sigrid Damm, bekannt für ihre Biographien von Personen aus der Weimarer Klassik, schreibt in ihrem Buch Wandern – ein stiller Rausch eine Hommage an die Natur Lapplands, an die Langsamkeit und an das einsame Gehen in der Natur. Im Roman Der Sommer im Garten meiner Mutter, der 2020 im bilgerverlag erschien, erzählt Ariela Sarbacher, wie sich Mutter und Tochter im Angesicht einer unheilbaren Krankheit in einem kurzen, aber intensiven Sommer voneinander verabschieden. Die Bücher der Folge: Robert Moor, Wo wir gehen: http://shrk.vg/WoWirGehen-PErling Kagge, Philosophie für Abenteurer: http://shrk.vg/PhilosophieFuerAbenteurer-PSigrid Damm, Wandern – ein stiller Rausch: http://shrk.vg/Wandern-PAriela Sarbacher, Der Sommer im Garten: http://shrk.vg/SommerImGarten-P
18 Minuten
Für die einen gilt der Kapitalismus als Quelle des Wohlstands und des Fortschritts, andere wiederum kritisieren die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, die das Wirtschaftssystem mit sich bringt. Wie zukunftsfähig ist der entfesselte globale Kapitalismus? Und wie entsteht überhaupt Kapital? Kapital ist das bestimmende Merkmal moderner Volkswirtschaften, doch die meisten Menschen haben keine Ahnung, woher es tatsächlich kommt. Die Juristin Katharina Pistor erzählt in ihrem Buch Der Code des Kapitals die Geschichte der rechtlichen Schöpfung des Kapitals von der frühen Neuzeit bis ins digitale Zeitalter der Bitcoins. Dabei zeigt sie, wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft – und liefert ganz nebenbei auch eine verständliche Erklärung, was in der Weltfinanzkrise 2008 bei Lehman Brothers eigentlich schiefgelaufen ist. Branko Milanović untersucht in Kapitalismus global die Zukunftsfähigkeit von zwei Ausprägungen des Kapitalismus: dem liberalen, rechtsstaatlichen und dem autoritären. Dabei untersucht er die Spannungen, denen unser Wirtschaftssystem ausgesetzt ist und erklärt, weshalb der liberale Kapitalismus die Oberhand gewinnen muss, um eine gerechtere Welt zu ermöglichen. Welche persönlichen Motive hinter dem Vorantreiben des Kapitalismus stehen können und wie sich die Schattenseiten des Systems im Leben einzelner Menschen manifestieren, zeigt Christoph Nußbaumeders Roman Die Unverhofften. Das Sozialepos erzählt die Geschichte einer Unternehmerdynastie und skizziert dabei die Entwicklung der Wirtschaftsordnung im Nachkriegsdeutschland bis hin zum entfesselten Neoliberalismus des beginnenden 21. Jahrhunderts. Angefangen bei der Erfindung des Kredits erzählt David Graeber in seinem Buch Schulden. Die ersten 5000 Jahre, das 2012 bei Klett-Cotta erschien, die Geschichte der Menschheit als eine Geschichte der Schulden. Die Bücher der Folge: Katharina Pistor, Der Code des Kapitals: http://shrk.vg/CodeDesKapitals-PBranko Milanović, Kapitalismus global: http://shrk.vg/KapitalismusGlobal-PChristoph Nußbaumeder, Die Unverhofften: http://shrk.vg/Unverhofften-PDavid Graeber, Schulden. Die ersten 5000 Jahre: http://shrk.vg/Schulden-P
17 Minuten
Für die einen gilt der Kapitalismus als Quelle des Wohlstands und des Fortschritts, andere wiederum kritisieren die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, die das Wirtschaftssystem mit sich bringt. Welche Faktoren führen dazu, dass der Kapitalismus in vielen Teilen der Welt trotz dessen mehr Unterstützer findet als Gegner? Und wie entsteht überhaupt Kapital?
16 Minuten
Ob reale Geschichten oder fantastische Welten: Der Buchmarkt hält herausragende aktuelle wie zeitlose Jugendbücher bereit, deren außergewöhnliche, mutige und vor allem unvergessliche Protagonistinnen es zu entdecken gilt. Einige stellen wir in dieser Ausgabe von »Suhrkamp espresso« vor.
16 Minuten
Ob reale Geschichten oder fantastische Welten: Der Buchmarkt hält herausragende aktuelle wie zeitlose Jugendbücher bereit, deren außergewöhnliche, mutige und vor allem unvergessliche Protagonistinnen es zu entdecken gilt. Einige stellen wir in dieser Ausgabe von Suhrkamp espresso vor. Sharon Cameron erzählt in ihrem Roman Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete, basierend auf einer wahren Geschichte, die sich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in Polen ereignete, von Stefania, die von 1943 bis 1944 dreizehn Menschen auf ihrem Dachboden vor den Nazis versteckte und ihnen so das Leben rettete. Amelie Thoma, die Übersetzerin der Spiegelreisenden-Saga von Christelle Dabos, spricht über die französische Autorin, ihre vierbändige Saga und die Übersetzungsarbeit an den Büchern. Die Reihe handelt von der jungen Ophelia, die in der fantastischen Welt der Archen lebt und ganz besondere Fähigkeiten hat: Sie kann Gegenstände lesen und durch Spiegel reisen. Die vier Bücher begleiten Ophelia auf ihren Abenteuern, bei denen es um nichts Geringeres geht als die Lösung aller Rätsel und die Rettung der Welt der Archen. Momo, der beliebte Kinder- und Jugendbuchklassiker von Michael Ende, der 1973 erstmalig im Thienemann Verlag erschien, handelt von einem kleinen Mädchen, das die Menschen vor Zeitdieben rettet. Die Bücher der Folge: Sharon Cameron, Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete: http://insel.vg/Cameron-Maedchen-P Christelle Dabos, Die Spiegelreisende: http://insel.vg/Spiegelreisende-P Michael Ende, Momo: http://insel.vg/Momo-P
17 Minuten
Vom Thriller über Detektivgeschichten, von zart bis hart: Das Genre der Kriminalliteratur ist beeindruckend vielseitig – vier ausgewählte Bücher stellen wir in dieser Folge »Suhrkamp espresso« vor.
17 Minuten
Vom Thriller bis zur Detektivgeschichte, von zart bis hart: Das Genre der Kriminalliteratur ist beeindruckend vielseitig – vier ausgewählte Bücher stellen wir in dieser Folge Suhrkamp espresso vor. Umfrage & Gewinnspiel zu unserem Video-Podcast: https://www.suhrkamp.de/umfrage In Tim MacGabhanns Thriller Der erste Tote recherchiert der Journalist Andrew nach dem Tod seines Partners und Lovers die Geschichte von Julían Gallardo, einem jungen Umweltaktivisten, der ermordet wurde. Damit bringt er nicht nur Polizei, Militär und Kartelle gegen sich auf… In Dark von Candice Fox machen sich eine verurteilte Mörderin, eine talentierte Diebin, eine skrupellose Gangsterin und eine desillusionierte Ermittlerin auf die Suche nach einem verschwundenen Mädchen. In der Todeszelle sitzt währenddessen der Bankräuber und Mörder Fishback und zieht die Fäden. Killerin Fiona und Dandy-Betrüger Bill, die beiden Protagonisten in Nick Kolakowskis Thriller Love & Bullets, sind das ideale Liebespaar. Als sich Bill von New Yorker Gangstern ein paar Millionen »borgt«, was er wohl lieber hätte bleiben lassen sollen, müssen die beiden fliehen wie einst Bonnie & Clyde. Mit Realismus, einer saftigen Portion Gewalt und dem ihm eigenen Humor entführt Un-Su Kim den Leser in seinem Krimi Heißes Blut, der kürzlich in der deutschen Übersetzung im Europa Verlag erschien, mitten ins südkoreanische Gangstermilieu. Die Bücher der Folge: Tim MacGabhann, Der erste Tote: http://shrk.vg/DerErsteTote-PCandice Fox, Dark: http://shrk.vg/Dark-PNick Kolakowski, Love & Bullets: http://shrk.vg/LoveAndBullets-PUn-Su Kim, Heißes Blut: http://shrk.vg/Blut-P
18 Minuten
In vielen Ländern lässt sich in jüngster Zeit eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft beobachten und gerade 2020 wird in vielerlei Hinsicht als Krisenjahr in Erinnerung bleiben. Wie aber lassen sich gespaltene Gesellschaften wieder zusammenführen? Woran erkennt man, dass sich eine demokratische Gesellschaft in der Krise befindet? Und was kann Literatur in Zeiten von Krisen ausrichten?
19 Minuten
Umfrage & Gewinnspiel: www.suhrkamp.de/umfrage In vielen Ländern lässt sich in jüngster Zeit eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft beobachten und gerade 2020 wird in vielerlei Hinsicht als Krisenjahr in Erinnerung bleiben. Wie aber lassen sich gespaltene Gesellschaften wieder zusammenführen? Woran erkennt man, dass sich eine demokratische Gesellschaft in der Krise befindet? Und was kann Literatur in Zeiten von Krisen ausrichten? In Krisen der Demokratie gibt Adam Przeworski einen Überblick über die gegenwärtige politische Lage in den gefestigten Demokratien der Welt, stellt sie in den Kontext historischer Fälle, in denen demokratische Regime scheiterten und untergingen, und spekuliert über die Zukunftsaussichten dieser Regierungsform. Die Welt und wir von Jedediah Purdy untersucht die von politischen Spaltungen geprägte US-amerikanische Gesellschaft. Dort stehen sich Liberale gegenüber, die sich für den Klimaschutz und gegen Rassismus und Sexismus engagieren und Menschen, die Donald Trump feiern und die das politische Establishment bekämpfen. Seit dem Beginn der Kämpfe in der Ostukraine hat Serhij Zhadan keine Herausforderung gescheut, um sich eine starke lyrische Stimme zu erarbeiten, die einer vom Krieg gezeichneten, zerfallenden Gesellschaft Trost spenden möchte. In seinem Gedichtband Antenne gedenkt er auch seines verstorbenen Vaters, er findet einen Ton, um über die Unvermeidlichkeit des Todes und den Schmerz der Liebe zu sprechen – und über die Trauer. Dmitri Strozew, einer der wichtigsten belarussischen Gegenwartslyriker, erkundet in seinem Gedichtband staub tanzend, der 2020 im hochroth Verlag erschien, Themen wie das schwere Erbe des 20. Jahrhunderts, existenzielle Glaubensfragen und die Kritik an der orthodoxen Kirche, aber auch Liebe und Familienbande. Die Bücher der Folge: Adam Przeworski, Krisen der Demokratie: http://shrk.vg/KrisenDerDemokratie-PJedediah Purdy, Die Welt und wir – Politik im Anthropozän: http://shrk.vg/DieWeltUndWir-PSerhij Zhadan, Antenne: http://shrk.vg/Antenne-PDmitri Strozew, staub tanzend: http://shrk.vg/StaubTanzend-P
16 Minuten
Welche unterschiedlichen Formen der Gewalt gibt es? Wie verhalten sich Menschen in Momenten existenzieller Bedrohung? Wie können wir mit der Möglichkeit umgehen, dass unsere eigene Kultur zusammenbrechen könnte? Und warum gelingt es dennoch, inmitten großer Bedrohung nicht die Hoffnung zu verlieren?
17 Minuten
Welche unterschiedlichen Formen der Gewalt gibt es? Wie verhalten sich Menschen in Momenten existenzieller Bedrohung? Wie können wir mit der Möglichkeit umgehen, dass unsere eigene Kultur zusammenbrechen könnte? Und warum gelingt es dennoch, inmitten großer Bedrohung nicht die Hoffnung zu verlieren? Auf Grundlage der Anthropologie und Geschichte der Crow, einem indigenen Volksstamm Nordamerikas, und mittels Philosophie und psychoanalytischer Theorie erforscht Jonathan Lear ihre Geschichte im Angesicht der kulturellen Zerstörung. Sein Buch Radikale Hoffnung ist eine philosophische Studie über eine eigentümliche Verletzlichkeit, die den Kern der conditio humana betrifft. Elsa Dorlin bietet in ihrem Buch Selbstverteidigung – Eine Philosophie der Gewalt den Versuch einer Geschichte der Selbstverteidigung. Vom Sklavenwiderstand bis zum Jiu-Jitsu der Suffragetten, vom Aufstand im Warschauer Ghetto bis zu den Black Panthers und den Queer-Patrouillen zeichnet Dorlin in ihrem Buch eine Genealogie der politischen Selbstverteidigung nach, verbunden mit einer kritischen Reflexion über legitime und illegitime Formen der Gewalt. Polina Barskova, 1976 in Leningrad geboren, debütierte bereits als Achtjährige und galt als literarisches Wunderkind. Lebende Bilder umfasst zehn längere und kürzere Prosastücke und als zentralen Text die titelgebende Geschichte: eine Dokumentation aus Stimmen, die im eisigen Blockadewinter 1941/42 in einem dunklen Saal der Leningrader Ermitage spielt. Barskova schreibt über Menschen, die selbst in der größten Not, in Zeiten des größten Zerfalls noch in der Lage waren, Mut zu beweisen und der Gewalt zu trotzen. In Theorien der Gewalt, das 2017 im Junius Verlag erschien, stellen Teresa Koloma Beck und Klaus Schlichte Sozialtheorien der Gewalt vor, die sich der Frage nach dem Verhältnis von Gewalt und sozialer Ordnung widmen. Die Bücher der Folge: Jonathan Lear, Radikale Hoffnung – Ethik im Angesicht kultureller Zerstörung: http://shrk.vg/RadikaleHoffnung-PElsa Dorlin, Selbstverteidigung – Eine Philosophie der Gewalt: http://shrk.vg/Selbstverteidigung-PPolina Barskova, Lebende Bilder: http://shrk.vg/LebendeBilder-PTheresa Koloma Beck; Klaus Schlichte, Theorien der Gewalt: http://shrk.vg/TheorienDerGewalt-P
18 Minuten
Biographien geben uns Einblicke in das Leben eines Menschen, in seine Geschichte und die, mit der er verwoben ist, sie lassen uns seine Handlungsmotive und sein Werk besser verstehen. Allerdings können biographische Werke völlig unterschiedlich gestaltet sein – in dieser Folge von Suhrkamp espresso stellen wir vier biographische und autobiographische Werke vor und beleuchten die verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten innerhalb des Genres. Richard J. Bernstein, der Hannah Arendt als junger Professor noch selbst kennengelernt hat, bietet in seinem Buch Denkerin der Stunde anhand zentraler Themen einen kompakten Überblick über das Denken der Philosophin und zeigt, warum ihr Werk gerade in der heutigen Zeit relevanter ist denn je. In Die Scham rekonstruiert Annie Ernaux die Erinnerung an ihr prägendstes Erlebnis aus dem Jahr 1952, das zum Wendepunkt ihrer Kindheit wurde: Als Zwölfjährige beobachtet Annie, wie ihr Vater versucht, die Mutter umzubringen. In der Graphic Novel Herzl – Eine europäische Geschichte zeichnen der Autor Camille de Toledo und der Illustrator Alexander Pavlenko die Stationen von Theodor Herzls Leben und Wirken nach. Bilder und Texte verbinden sich zu einer langen Reise von Wien über Budapest und Konstantinopel bis nach Jerusalem und Tel Aviv. Barbara Honigmann beschreibt in ihrem 2019 im Hanser Verlag erschienenen Buch Georg das Leben ihres Vaters und das ihrer jüdisch-kommunistischen Familie sowie damit verbunden auch ein Stück deutsche Vor- und DDR-Nachkriegsgeschichte. Die Bücher der Folge: Richard J. Bernstein, Denkerin der Stunde – Über Hannah Arendt: http://shrk.vg/DenkerinDerStunde-PAnnie Ernaux, Die Scham: http://shrk.vg/DieScham-PCamille de Toledo; Alexander Pavlenko, Herzl – Eine europäische Geschichte: http://shrk.vg/Herzl-PBarbara Honigmann, Georg: http://shrk.vg/Georg-P
17 Minuten
Die Vereinigten Staaten von Amerika wirken heute weniger vereint denn je – der Ruf als Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist längst passé. Doch auch die Vergangenheit des Landes ist durchzogen vom Ringen um den richtigen Weg, der alle diejenigen vereint, die seine Geschichte mitgestaltet, sich für das Land eingesetzt und auch gelitten haben. Welche Auswirkungen hat die bewegte Geschichte des Landes auf unsere Gegenwart? Und wie stellt sich dies in der Literatur dar? Die Topeka Schule ist die Geschichte einer amerikanischen Familie um die Jahrtausendwende: Die Geschichte eines Jungen, der in der Spannung zwischen dem Streben nach sozialer Anerkennung und den Zweifeln an alltäglichen Männlichkeitsritualen erwachsen wird; die Geschichte eines Vaters, der seine Ehe verrät; die Geschichte einer Mutter, die sich fragt, wie man einen Sohn in einer Kultur toxischer Männlichkeit großziehen soll. Maya Angelou, die Ikone der afroamerikanischen Literatur, erzählt in ihrem siebenteiligen Memoir ihre bewegte Lebensgeschichte und gibt einen Einblick in ihr Leben als Schwarze Frau in Amerika. Die ersten beiden Bände Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt und Was für immer mir gehört sind bereits auf Deutsch erschienen. Für sein Buch Und auf einmal diese Stille hat Garrett M. Graff über 500 Interviews, Dokumente, Telefonmitschnitte und Funksprüche ausgewählt und sie zu einer Oral History des wohl einschneidendsten Tags der jüngeren Geschichte zusammengesetzt: Minute für Minute rekonstruiert er die Ereignisse des 11. September 2001 und macht den Tag und macht den Tag somit aus der Sicht jener erfahrbar, die es unmittelbar und vor Ort erlebt haben. In ihrem Buch Citizen, das 2018 bei Spector Books erschien, erzählt die US-amerikanische Autorin Claudia Rankine von Formen rassistischer Aggression im Alltag und in den Medien. Alle Bücher der Folge im Überblick: Ben Lerner, Die Topeka Schule: http://shrk.vg/DieTopekaSchule-P Maya Angelou, Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt: http://shrk.vg/Angelou-Vogel-P Maya Angelou, Was für immer mir gehört: http://shrk.vg/WasFuerImmerMirGehoert-P Garett M. Graff, Und auf einmal diese Stille: http://shrk.vg/StilleGraff-P Claudia Rankine, Citizen: http://shrk.vg/Rankine-Citizen-P