Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher Archiv
298 Episoden
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Mit "Information" ist Martin Amis nicht nur ein tiefer Einblick in das geschundene Dasein eines Autor gelungen, er hat eine Satire auf den Literaturbetrieb geschrieben.
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Manchmal prägt sich von einem Erzählband nur eine einzige Erzählung über die Jahre ein. So geschehen bei Ingeborg Bachmann und ihrer "Undine geht" aus der sieben Erzählungen umfassen Sammlung "Das dreißigste Jahr". 1961 erschienen. Ein Monolog, der mit Sicht auf einen bekannten Stoff bricht.
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Juan Carlos Onettis Roman "Das kurze Leben" ist sicher kein Buch, das man auf dem Nachttisch liegen haben sollte, um kurz vorm Einschlafen ein paar Seiten zu lesen. Nach einer schweren Operation seiner Frau, der eine Brust amputiert worden ist, dem Eingeständnis, dass er sie nicht mehr liebt, belauscht er durch die dünnen Wände in der Nachbarwohnung die Prostituierte Queca, und gibt sich Gedanken hin, er sei ihr gewalttätiger Geliebter.
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Wenn ein Buch in seinem Titel all das erfasst, was einem die Geschichte erzählen wird, ist das eine glückliche Fügung und mehr wert als der berühmte erste Satz. Carlo Levis 1945 erschiener Roman taucht tief ein in die versprengte Welt der Bauern ein, in die der Arzt Levi 1935 für zwei Jahre verbannt wurde.
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Judith, die Musikalische, lebt längst in New York. Was bei Cassandra nach dem Auszug ihrer Schwester eine tiefe Verstörung des Alleinseins, des Verlassenwerdens nach sich zieht. Nun beabsichtigt ihre Schwester, auch noch einen Arzt heiraten, was das Band zwischen ihnen endgültig zerreißen würde.
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Als Kind eines algerischen Landarbeiters lernte Younes vor allem eins kennen: Die Vergeblichkeit. Wäre da nicht sein Onkel, ein Apotheker, der sich um ihn kümmert, hätte er wie sein Vater ein Leben in der Entbehrung gelebt. Er wechselt nicht nur den Namen von Younes in Jonas ,er genießt den Vorteil im europäischen Teil aufzuwachsen. Doch sogleich zerbricht das, was ihn ausmacht, in eine europäische wie eine muslimische Welt.
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Der Journalist und Autor Joseph Roth kannte sein Österreich, kroch in seine Ecken und spülte Charaktere heraus, die verspielt dem Spinnennetz der Melancholie verfallen waren und nicht selten eine gewisse Trägheit frönten. Nach dem ehernen Grundsatz: Alles soll so bleiben, wie man es kennt.
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Patricia Highsmiths "Das Salz und sein Preis", zwischendurch auch mal als "Carol" auf dem Markt, erzählt vom Aufkeimen einer Beziehung zwischen einer in Scheidung lebenden Frau und einer jungen angehenden Bühnenbildnerin. Ihr Hausverlag lehnte das Buch ab, ein zweiter Verlag brachte es äußerst erfolgreich unter dem Pseudonym Claire Morgan heraus.
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Salim hat gegen König Hassan II geputscht und sitzt seitdem in einem geheimen Straflager ein. Im Nirgendwo. In der Kälte ohne Licht, seiner Angst überlassen. Sie alle, die sich gegen den König aufgelehnt haben, sollen verrecken. Statt sie zu erschießen, sieht die Rache so aus, dass sie unterirdisch in Zellen sitzen, in denen sie sich nicht aufrichten können.
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Tante Julia ist nach ihrer Scheidung nicht nach Lima zurückgekehrt, um sich in ihrer Neffen Mario zu verlieben. Aber wie das Schicksal so spielt. Vor allem in der Komödie. Da trifft eine wunderschöne 33-jährige auf einen Studenten, der von Paris, der Boheme, dem Lebens als Schriftsteller träumt und zusammen mit seiner Tante den Skandal schürt.
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„Le Voreux" die Bergarbeitersiedlung eins Schachts ist der Schauplatz von Émile Zolas Roman "Germinal". Der Maschinist Etienne Lantier schürt die Revolte, überzeugt die Bergarbeiterfamilien von der Arbeitsniederlegung. Schnell zeigt sich, dass die Arbeiter der anderen Gruben nicht mitmachen. Nicht genug damit, belgische Arbeiter werden eingeschleust, um den Streik zu unterlaufen, als die Wut der Bergleute sich gegen die Grube richtet.
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Nichts ist schlimmer als die Langeweile. Sie verführt zu heimlichen Gedanken, zu lustvoller Verlockung, zur mit Heißluft aufgefüllten Sehnsucht. Carson McCullers erzählt die Geschichte einer Garnisonsstadt im Süden der USA. Kein Krieg weit und breit in Sicht, in denen sich Helden auszeichnen können. Schnell ist klar, die Stunden, die nicht vergehen wollen, sorgen für Überhitzung.
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Dass Fernsehjournalisten wegen der unterschiedlichsten Vergehen plötzlich ihr Ausscheiden aus dem Sender bekanntgeben, ist in letzter Zeit fast gang und gebe. Sie gehen wie Harold Cleaver in Tim Parks Roman "Stille" davon aus, allein wegen ihrer Stellung, der Meriten, die sich über die Jahre verdient haben, unantastbar zu sein. Seit dreißig Jahren lebt Cleaver mit einer Frau ohne Trauschein und vier Kinder zusammen, leistet sich eine Affäre nach der anderen.
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Bill Pilgrim wird in einem Keller eines ehemaligen Schlachthofs gefangen gehalten. Seine Phantasie bewahrt ihn davor, angesichts der Bomben durchzudrehen. Er rutscht aus den Fugen der Zeit. Begegnet Aliens, die ihn entführen und in einem Zoo zur Schau stellen. Er gibt sich der Überzeugung einer vierten Dimension hin, in der das Leben längst geschehen ist. Er braucht sich also gar nicht zu grämen, er ändert eh nichts daran.
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Der Roman der aus Schottland stammenden A.L. Kennedy "Alles was du brauchst" ist alles andere als ein Lobgesang auf das Künstlerleben. Eher ein Ringen mit Verlusten, Versäumnissen, der Sehnsucht Verlorenes zurückzugewinnen. Obwohl die Voraussetzungen in einer Künstlerkolonie auf Foal Island an der walisischen Küste zu wohnen und zu schreiben, besser nicht sein könnten.