Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher Archiv
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Eine Drehbuchschreiberin und ein Anwalt sind in Paula Fox Roman „Was am Ende bleibt“ gut aufgehoben im Brooklyn der 1960er Jahre. Eigentlich sorgenfrei, dazu kinderlos. Der Biss einer Katze, die womöglich Tollwut hat, reicht allerdings aus, alles in Wanken zu bringen.
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Nein, Rolf Dieter Brinkmann hat niemanden geschont. Lange bevor Thomas Bernhards literarisches Geifern die Bühnen eroberte, spuckte er schon jedem ins Gesicht. Vor allem der 68er-Generation und ihrer Stilisierung des Politischen. Nach einem frühen Ausflug in den Noveau Roman übernahm er die Stilmittel der Beat Generation widmete sich der Lyrik und war schon bald als Außenseiter und Unruhestifter verschrien.
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Nichts fördert das Lesen so sehr, wie ein Roman hinter dem persönliche Erlebnisse vermutet werden. Im Fall von George Sand bot die Liebesaffäre zu Alfred de Musset in „Sie und Er“ Anlass zu wilden Spekulationen.
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Mordecai Richler ist als Sohn eines jüdischen Schrotthändlers in Montreal aufgewachsen. Seine Figuren stolpern durch überaus komischen Begegnung und geben vor, dass ihnen nichts Menschliches fremd ist. Joshua Shapiro, der Held des Romans in „Joshua damals und jetzt“ ist Schriftsteller, prominenter Sportjournalist und gerne im Fernsehen gesehen, um zu allem, was gerade eine Nachricht wert ist, seine Meinung abzugeben.
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Willst du die ganze Oper, dann musst du Katholik sein. Eine Einschätzung, die der tiefgläubige zum Katholizismus konvertierte Julien Green sicher geteilt hätte. Zweisprachig aufgewachsen, blieb er sein ganzes Leben Amerikaner, obwohl die Franzosen ihn längst als einen der ihren adoptiert hatten.
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Es gibt geheimnisumwitterte Romane, die in jeder Generation als Geheimtipp gehandelt werden und wieder verschwinden. Djuna Barnes „Nightwood“ zu deutsch Nachtgewächs gehört sicher dazu.
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So ist auch Jan Dítě in Bohumil Hrabals Roman „Ich habe den englischen König bedient“ nur scheinbar naiv, vielmehr weiß er, seine Lebensumstände geschickt anzupassen. Er ist ein Opportunist. Ein Kellner, ein Diener, der sich auf jeden Gast einstellen kann Immerhin will er Millionär werden und träumt davon, eines Tages ein eigenes Hotel zu besitzen.
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Neben „Die Flüchtige Seele“, seinem Opus Magnum, in der deutschen Übersetzung über 1300 Seiten stark, waren Harold Brodkeys Erzählungen das, was ihn als einen glänzenden literarischen Beobachter auszeichnete.
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Die Welt der Gedichte ist für manche eine verschlossene Form. Jedoch verbirgt sich nicht selten dahinter eine Autorin oder ein Autor, der Extremen ausgesetzt ist. Anne Sexton war eine Vertreterin des Confessional Poetry. Der Ausdruck bezeichnet eine Form der Poesie, die sich nicht davor scheut, intimste Details in Versform zu offenbaren.
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Manche Geschichte plätschern nur so dahin. Sie klingen so, als habe ein Autor zugehört. Das Schwierigste beim Schreiben überhaupt. Willy Vlautins „Northline“ ist ein Beispiel dafür, dass eine gute Geschichte nicht mehr braucht als eine gute Geschichte.
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Wer lügt hier? Wie zerbrechlich Wahrheiten sind, damit kannte sich die irische Autorin Iris Murdoch aus. Sie suchte nach Antworten in ihrem literarischen Werk und in der Philosophie. In „Der Schwarze Prinz“ fühlt sich Bradley Pearson mit achtundfünfzig zum Schriftsteller berufen.
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„Die Fälschung“ von Nicolas Born erschien kurz vor seinem Tod 1979. Sie erzählt die Geschichte der Kriegsreporters Gregor Laschen, den es im Auftrag einer Hamburger Illustrierten nach Beirut verschlägt. Mitten zwischen rivalisierende Milizen von Christen, Muslimen und Palästinensern hinein in einen Stellvertreterkrieg.
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Wir werden erschlagen von der Flut an Neuerscheinungen. Jedes Jahr veröffentlichen die Verlage Unmengen von neuen Titeln. Niemand ist in der Lage, sie alle zu lesen. Wir pflegen unsere Lieblingsautoren und -Autorinnen, folgen Empfehlungen, sind von manchem Buch enttäuscht, andere wiederum wünschen wir viele Leser. Ein Buch hat heutzutage drei bis vier Monate Zeit, um nach dem Erscheinen seine Leser zu finden. Dieser Podcast widmet sich den vergessenen, den übersehenen Bücher, die womöglich nicht mehr aufgelegt werden oder ihr Dasein in einer Ecke der Buchhandlungen fristen. Wo sie allmählich verstauben oder aus dem Angebot genommen werden. Autoren und Autorinnen, deren Bücher mich bewegt haben. Ich war erstaunt, als ich an meinem Bücherregal vorbeigegangen bin, wie viele es sind, an die es sich zu erinnern lohnt. Jede Woche ein Buch von nun an. Jeden Mittwoch eine Autorin oder ein Autor, deren Namen manchen vielleicht nicht bekannt sind. Weniger als verspätete Kritik, vielmehr als eine Liste voller Empfehlungen. Romane und Stories, die es wert sind, noch einmal oder zum ersten Mal gelesen zu werden. Die Welt der Literatur wächst mit jedem Jahr. Also schauen sie mir über die Schultern, vielleicht ist ja etwas für sie dabei.