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Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher Archiv

298 Episoden
2 Minuten
Die letzte Ausfahrt zu nehmen, kann bedeuten, dass man endlich da ankommt, wo man hingehört. Am Ziel. Oder die letzte Ausfahrt ist wie die letzte Station einer Straßenbahn, man wird gezwungen auszusteigen, es geht nicht mehr weiter. Hubert Selbys Roman "Letzte Ausfahrt Brooklyn" ist disparat, brutal, ungeschminkt spielt in den 1950 Jahren in Brooklyn.
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Es kommt nicht oft vor, dass ein Autor, eine Autorin im eigenen Land geschasst wird. Erst wenn sie tot sind, werden sie zum Sohn oder zur Tochter der Nation erhoben und ein Denkmal für sie errichtet. Einen Witold Gombrowicz würden sie in Polen des neu erstarkten Nationalismus gut brauchen können. Er scherte sich nicht um Konventionen, entdeckte darin nur das Abgestorbene überkommener Formen. Wahrscheinlich würde er heute wieder mit einem Publikationsverbot belegt werden.
2 Minuten
Er war einer, den Charles Bukowskis bewunderte, den er dem Vergessen zu entreißen versuchte. John Fante vermochte vom kleinen Glück wie dem alltäglichen Wahnsinn mitsamt Lüge und Betrug, der bitteren Armut zu erzählen, ohne dass es wie eine Aneignung klang. Das Leben jener Menschen, mit denen er zusammen aufgewachsen war und mit denen er Freundschaften geschlossen hatte, ließ seine Leser glauben, sie würden selbst in der Nachbarschaft wohnen.
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Ein Autor, der für Aufruhr sorgte, wenn er allzu deutlich Personen aus seinem privaten Umfeld in seine Erzählungen einfließen ließ. Einer, der den österreichischen Staat herausforderte. Zu guter Letzt sogar verbot, dass seine Werke nach seinem Tod in seiner Heimat aufgeführt wurden. So einer muss doch unvergessen sein, oder?
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Wenn der Vater mit siebenundachtzig ein Verhältnis mit einer Neunundsechzigjähren beginnt, sich nicht damit begnügt, mit seinem Leben abzuschließen, lieber an der Lower Eastside ein Restaurant für Fleischbällchen eröffnen will, führt das natürlich zu Verwirrungen. Ruth, die Tochter, fest verankert in den New Yorker Neurosen bewegt sich am Rande des Nervenzusammenbruchs auf Grund von so viel überbordender Vitalität.
2 Minuten
In "Betty" erzählt er von einer Frau Ende Zwanzig, die sich in Bars betrinkt, scheinbar haltlos ist. Im "Le Trou" gerät sie unter die Streuner, Trinker, Überlebenskünstler und ihre hochtrabenden Ansichten über die Welt an sich. Als sie das Bewusstsein verliert und zusammenbricht, wacht sie im Hotelzimmer von Laure, einer reichen Witwe, auf.
2 Minuten
Laxness war ein politischer Schriftsteller, der sich in der Tradition der isländischen Sagen genauso gut auskannte, wie mit den sozialen Verwerfungen in seinem Land, der Geschichte, der Unterdrückung. In "Atomstation" erzählt er von dem amerikanischen Ersuchen für 99 Jahre einen Stützpunkt auf Island zu errichten, und beschwört die Gefahr für das Leben und die Kultur in seinem Land herauf.
2 Minuten
Versteckt vor der Außenwelt liegt das Dorf da. Zwanzig Jahre braucht es, bis der Ich-Erzähler den Mut aufbringt, sein Schweigen zu brechen. Von einem Unrecht erzählt. Die zehnjährige Tochter eines Gastwirts ist erdrosselt worden. Wer anders als ein Deserteur konnte diese schreckliche Tat begangen haben.
2 Minuten
Marlene Steeruwitz bietet in ihrem Roman eine Art Umkehrung an, in der ihre Helden sich auskotzt. Nicht nach vorne schreitet die Geschichte der inzestuöse Liebesgeschichte der Madeleine Asher mit ihrem Bruder Rick voran, sie verortet ihr eine Rückwärtsbewegung. Zwar ist alles Gegenwart, und da wir das Ende als Sechzigjährige in Chicago gleich zu Anfang kennen, alles Vergangenheit.
2 Minuten
Als Albert Finney sich als Geoffrey Firmin bückte und Schwierigkeiten hatte sie wieder aufzurichten, machte er in der Verfilmung von "Unter dem Vulkan" durch eine einzige Geste den Alkoholiker klar. Ein britischer Konsul in Cuernavaca in Mexiko. Am Tag der Toten. Malcolm Lowrys Roman wurde dank John Huston wiederentdeckt.
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Oksanen verknüpft zwei Tragödien. Jene Estlands und der von Aliide Tru. Sie ist alt und lebt zurückgezogen auf einem Bauernhof. Von ihren Nachbarn, den Menschen an sich hat sie sich abgewendet. Eines Abends findet sie ein Mädchen in ihrem Garten, deren Leben genauso missbraucht wurde wie ihres.
2 Minuten
Es waren die staubigen Straßen, die billigen Motels, die harten Gesichter. Menschen wie Travis in "Paris Texas", der von seinem Versagen niedergedrückt wird. Die Männer in Shepards Geschichten standen entweder still oder befanden sich auf einer vom Weg abgekommenen Reise . Die Frauen beobachteten sie, hielten Distanz, verziehen und verzweifelten an ihnen.
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Mit ihr legen wir die Fesseln ab, was wir von einer Geschichte erwarten. Kein erhobener Zeigefinger, keine auf Wirkung erzielte Dramatik. Von Komik versteht sie wirklich was, aber sie ist nie entblößend, eher kratzt sie am Absurden. Wie man eine Gesellschaft im Wandel beschreiben sollte, das liest sich in "Frühling", "Herbst", "Sommer" und "Winter" fulminant.
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Als "Bleu comme l'enfer", Blau wie die Hölle, 1982 in Frankreich erschien, waren sich die Kritiker schnell einig, dass da ein Autor das Lebensgefühl der jüngeren Generation einfing. Derb, temporeich, mitunter rebellisch, dem Sex zugewandt. Da war "Betty Blue", der Roman, der ihn berühmt machen sollte, noch gar nicht erschienen. Philippe Djian war Kult.
2 Minuten
Wenn Michael von den Geschehnissen in jenem Sommer 1963 erzählt, versucht er herauszufinden, was ihn hilflos gemacht hat. Erste Lieben sind immer verwirrend. Man unterstellt ihnen nichts Bösartiges. Gerade mal fünfzehnjährig verliebt sich Michael in Zina. Blauäugig bekommt er lange Zeit nicht mit, dass sie etwas vor ihm verbirgt.