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Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher Archiv

298 Episoden
3 Minuten
Im November 1959 fand man die vierköpfige Familie Clutter brutal ermordet in ihrem Haus in Holcomb, Texas auf. Kurze Zeit später wurden die Täter gefasst und zum Tode verurteilt. Truman Capote erfuhr aus der New York Times von Dick Hickock und Perry Smith und fuhr nach Holcomb, um die Hintergründe zu recherchieren.
3 Minuten
"Der große Himmel" umfasst 18 fast schon Miniaturen, die so klingende Titel wie: "Es war nicht Proust", "Alle Bäume sind nackt" oder "Großer Himmelstraum" in der Übersetzung von Uda Strähling tragen. In ihnen scheint Shephards Anfangszeit als Drehbuchautor von Zabriskies Point und als Bühnenautor von "Fool for Love" und "Burried Child" durch.
3 Minuten
Der Roman spielt zur Zeit des marokkanischen Unabhängigkeitskampfes. Mathilde, die Französin, und Amine Belhaj, ein marokkanischen Offizier im Dienst der französischen Armee verlieben sich ineinander. Nicht ohne leichten Hochmut ihrer Familie gegenüber, weil sie in die Freiheit aufbricht, folgt sie ihm als Ehefrau nach Marokko, wo die beiden am Fuße des Atlas-Gebirges auf einem abgelegenen Hof leben.
3 Minuten
Weltwirtschaftskrise. Was dieses Wort bedeutet, wird uns allmählich bewusst, wenn sie auch bei weitem nicht mit jener von 1929 zu vergleichen ist, in dem der Roman "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun spielt. Ein frische, frecher, fordernder, unangepasster Ton, der mit dem Bild, was Frauen dürfen, brach. Hier ergab sich eine Frau nicht in das, was man von ihr erwartete. Sie besaß eigene Sehnsüchte, Träumen, spielte mit Männern, statt sich ihnen auszuliefern.
2 Minuten
Ein fünfundsiebzigjähriger General, der sich nach dem Tod seiner Frau Krisztina vor mehr als drei Jahrzehnten zurückzog, erwartet den Besuch seines Jugendfreundes Konrad. An diesem Abend erhofft er sich in einem ungarischen Jagdschloss am Rand Karpaten Antworten auf seine Fragen. Das Schloss selbst hat bessere Zeiten erlebt. Es hat sich zusammen mit dem General überlebt und spiegelt eine untergegangene Epoche wider. Es wird ein Besuch, der schon in der Erwartung darauf alte Wunden aufreißt.
2 Minuten
Der Dichter Ka kehrt 1992 angesichts des Todes seiner Mutter nach Istanbul zurück. Nach zwölf Jahren, die er wegen seiner sozialistischen Ansichten im Exil verbracht hat. Die Zeitung Cumhuriyet schickt ihn nach Kars, um nach der Ermordung des Bürgermeisters über die Neuwahlen zu berichten und über die Hintergründe der rätselhaften Selbstmorde junger Frauen wegen des Kopftuchverbots an der Universität zu recherchieren.
2 Minuten
"Blaue Stunden" heißt der Roman in der Übersetzung von Antje Ravic Strubel. Im Original: "Blue Nights" So verschiebt sich im Titel die Dunkelheit der Nacht in die Stunden der Dämmerung. In ihm erinnert Joan Didion an ihre Tochter Quintana Roo, die mit nur 39 Jahren verstarb und die sie zusammen mit ihrem Mann adoptiert hatte.
2 Minuten
"Ich bin nicht Stiller." Wohl kaum hat es in der Literatur ein Satz so auf den Punkt gebracht. James Larkin White wird bei seiner Einreise in die Schweiz festgenommen. Mit gefälschten Papieren erwischt. Da verstehen Grenzer keinen Spaß. Für sie ist dieser White jemand anderer. Mag er sich auch noch so sehr dagegen wehren. Bei ihm soll es sich um den verschollenen Bildhauer Anatol Ludwig Stiller handeln. Was dieser trotz zahlreicher Gegenüberstellungen mit Freunden vehement bestreitet.
3 Minuten
Es ist der 4. Juli 1988. Der USA steht ein weiterer Unabhängigkeitstag bevor. Franck Bascombe, den wir bereits aus "Der Sportreporter" kennen, verdient inzwischen sein Geld als Immobilienmakler. Im Vorfeld des Crashs, der Jahre später die Wall Street ins Wanken bringt, die Hausbesitzer wegen zu hoher Kredite in den Ruins führen wird und uns allen den Begriff Bad Bank einbringt. Er ist geschieden, seine Frau hat wieder geheiratet. Sein Sohn Paul wächst bei seiner Mutter auf und ihr Verhältnis ist belastet. Der 4. Juli, der Unabhängigkeitstag, soll Vater und Sohn einander näherbringen.
2 Minuten
Da ist Daniel Benchimol, der immer wieder von derselben Frau träumt und ihr lediglich im Schlaf begegnet. Soll ja vorkommen. Auch, dass man selbst nicht mehr träumt wie bei Benchimols Freund Hossi. Der wiederum taucht vermehrt in den Träumen anderer auf und sorgt für Verwirrung. Hossi ist ein Unangepasster, ein Guillermo.
2 Minuten
Der Manager des Clarence Hotel in Belfast wird erpresst. Jugendliche Anhänger der IRA dringen in sein Haus ein, und fordern ihn auf, seinen Wagen, indem sie eine Bombe platziert haben, vor dem Hotel zu parken, wo am nächsten Tag eine Versammlung protestantischer Militanter abgehalten wird. Noch ist das Freitagsabkommen in weiter Ferne.
2 Minuten
Seit Ulysses brechen immer wieder Autoren auf und lassen sich durch eine Großstadt treiben. Was bei Joyce eine tiefe Verbindung zu Dublin widerspiegelt, unterliegt in "Open City", der Suche nach einem Zuhause, nach einer Sicherheit, die es nicht gibt. Der Flaneur, der Intellektuelle ist zum Beobachter degradiert. Tag für Tag aufs neue erobert er die Stadt.
3 Minuten
Am Neujahrsmorgen 1975 missglückt ein Selbstmordversuch, was tragisch-komisch ist, weil der verhinderte Selbstmörder sich in derselben Nacht in Clara, der Tochter eines jamaikanischen Einwanderers, verliebt. Archie, so heißt der vermeidliche Unglücksrabe, ist befreundet mit Samad. Die beiden verbindet ihr Einsatz im Zweiten Weltkrieg. Weitab von der Front, wo sie in den letzten Kriegstagen betrunken und unter Einsatz von Morphium einen Nazi töten.
2 Minuten
John Williams "Stoner" ist eine Geschichte voller leiser Sprengkraft über die Lieblosigkeit. Edith zieht sich immer mehr von ihm zurück. Nach außen ein tolles Paar, nach innen versteinert. Was hält solche Menschen zusammen: Ein Kind.
2 Minuten
In Iwan Gontscharows Klassiker "Oblomow" wird der Mittagsschlaf zum wichtigsten Tagespunkt eines russischen Adligen. Aller materieller Nöte enthoben führt seine Trägheit zu einem permanenten Zustand der Erschöpfung. Nichts ist so anstrengend wie das Nichtszutun. Anfallende Entscheidung belasten ihn, werden lieber erst mal aufgeschoben. Bloß nichts überhasten. Bloß keine übereilten Schritte.