Der Literaturpodcast der vergessenen Bücher Archiv
298 Episoden
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In seinem Roman "Planet ohne Visum" erzählt Jean Malaquais von der heraufziehenden Gefahr, die den französischen Alltag im Süden zerfrisst. Kurz vor Besetzung der freien französischen Zone durch die Nazis, greift die Hoffnungslosigkeit um sich. Nur wer über genügend Geld verfügt, ist in der Lage, sich ein Visa zur Flucht zu besorgen. Ohne das gar nichts geht.
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Die Geschichte des Francie Brady ist alles andere als die eines hilflos Gepeinigten. Der Butcher Boy setzt seine Wut frei und den Schweinehälften im Schlachthaus gerne Mal das Bolzenschussgerät an den Schädel. McCabe gelingt es seinen Ich-Erzähler mal seelenlos, mal missbraucht und mal brachial poetisch von seinem Leben erzählen zu lassen. Immer auf der Suche nach Freundschaften. Ganz nach dem Motto, wenn keiner mich liebt, kann ich ruhig um mich schlagen.
2 Minuten
Eine weiße Frau und ein farbiger Mann im Amerika der 1950er Jahre. Wir denken nur an Sami Davis Jr. und May Britt, deren Verbindung den Ku-Klux-Klan heraufbeschwor. Das bigotte Amerika jener Jahre verzieh niemandem, der sich nicht an seine Regeln hielt. Robert Lowry lehnte seinen Roman "Tag, Fremder" in der Übersetzung von Carl Weisner an das Leben von Sugar Ray Robinson an.
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In Knoxville versammeln sehen die Verdammten. Mitten unter ihnen Suttree, der auf einem abgehalfterten Hausboot lebt und sein Leben fristet. Das McCarthy der Chronist derjenigen ganz unten ist, hat er in vielen seiner Romane unter Beweis gestellt. Einmal dort angelangt sind selbst die Träume grau und nur Schmerz macht einem Tag für Tag klar, dass man noch am Leben ist.
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Der Guardian schrieb über den Roman "Das wichtigste Buch, des 20 Jahrhunderts über Männer und Frauen." Aberwitzig beschreibt sich die Autorin Chris Kraus als gescheiterte Künstlerin in den Vierzigern und lebt mit ihrem französischen Mann Sylvère Lotringer das Leben einer New Yorker Intellektuellen. Er ist es durch den sie Dick kennenlernt und seinem männliche Auftreten eines Cowboys verfällt, der darüber hinaus gerne in Theorien schwelgt.
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"In der lange Traum" begibt sich eine junge Frau auf die Suche nach ihrem verschwundenen Vater auf eine Seeinsel, für die eine amerikanische Umweltorganisation ein Kaufangebot vorgelegt hat. Angesichts seines möglichen Todes drängen sich verschollen geglaubte Erinnerungen auf. In Begleitung ihres Freunds und einem Ehepaar findet die Erzählerin im Haus ihres Vaters jedoch kein Lebenszeichen von ihm.
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Henry James war ein Verführer, ein Connaisseur, ein Sprachvirtuose, der der aristokratischen Lebensweise zugeneigt war. Wenn er seinen "Washington Square" in der Mitte des 19. Jahrhunderts ansiedelt, sind die Gefahren der wohlhabenden Bürgerschicht wie bei den Landadligen einer Jane Austen darauf ausgerichtet, die richtige Partie zu machen. Was es hieß, eine Ehe zu schließen, hat in unserem Zeitalter der schnellen Scheidungen an Bedeutung verloren. Mitte des 19. Jahrhunderts beinhaltete es jedoch: auf ewig.
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Nachdem arte die Namen der Nouvelle Vague noch einmal aufgezählt und gewürdigt hat, ist es an der Zeit, sich auch an die literarischen Vorlagen zu erinnern. Schließlich wurde "Zazie in der Metro" von Raymond Queneau, nachdem das Buch 1959 erschien, bereits ein Jahr später von Louis Malle in die Kinos gebracht, wenn auch als Komödie. Der Film hatte es wegen seiner grob-anstößigen Ausdrücke beim FSK nicht leicht.
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Angeblich hat Boris Vian mit seinem Verleger gewettet, dass er einen Bestseller schreiben könne und den innerhalb von vierzehn Tagen. Vian übersetzte aus dem Amerikanischen, spielte abends Trompete in einem Jazzlokal in Saint-Germain-des-Prés. Er war ein angesehenes Mitglied der Boheme des Nachkriegs-Paris und hatte mehrere Romane geschrieben. Darunter jenen, der ihn bei Literaten unvergesslich machte: "Den Schaum der Tage".
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Das alltägliche Spiel der Begegnungen muss man nicht mitspielen, zumal inmitten von New Yorker, die allzu gerne das Klischee von sich besingen, niemals zu schlafen. E.L. Doctorow beschreibt in seinem Roman "Homer & Langley" zwei zur Berühmtheit gewordene Brüder, die einer Obsession verfallen waren. Sie sammelten alles, was sie in die Hände bekamen, stopften damit ihr Elternhaus voll und schotten sich ab.
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Lucy Fricke führt uns mit ihrem Roman "Takeshis Haut" in die verschlungene Welt des Hörens ein. Mit ihrer Geräuschemacherin betreten wir eine Welt, die nahe an der Stille liegt, obwohl der Alltagslärm um sie herum, sie erschlägt. Frida fliegt nach Japan, um die Geräuschkulisse für einen Film, die verlorengegangen ist, erneut einzufangen.
2 Minuten
In der Übersetzung von Angelika Kaps spielt "Linden Hills" in einer Enklave der schwarzen Besserverdiener. In einem fulminanten Auftakt wird die Geschichte vom Aufstieg eines Brachlands zum Wohnort für Schwarze erzählt. Das Land wurde 1820 von Luther Needed erstanden, der dafür Frau und Kinder in die Sklaverei verkaufte. Mehr als 150 Jahre bleibt es im Besitz der Familie ist. "Ein schwarzer Spucknapf im weißen Auge Amerikas", wie Luther es nennt.
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Der Roman handelt von Sun I, dem Sohn einer jungen Chinesin und eines amerikanischen Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg, der als Waise in einem Kloster im Himalaya aufwächst. Aus dem Vater wurde ein Wall-Street-Tycoon. Und natürlich begibt sich der Sohn auf die Suche nach ihm und verbindet fernöstliche Weisheiten mit westlichem Erfolgsstreben.
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Familienoberhaupt Leander ist in "Die Geschichte der Wapshots" Kapitän eines Ausflugsdampfers und blickt auf eine abwechslungsreiche Geschichte früher Generationen zurück. Er ist sich seines Stammbaums bewusst. Seine Vorfahren waren erfolgreiche Seefahrer und Kaufleute, während Leander selbst eher dem Glück hinterherläuft und nicht mal der Dampfer ihm gehört. Es läuft vieles nicht rund bei den Wapshots.
2 Minuten
In John McGaherns "Unter Frauen" erzählt der Autor die Geschichte eines familiären Tyrannen, der um für die Freiheit der Republik Irland gekämpft hat und Zuhause von dieser Freiheit nichts wissen will. Michael Moran setzt mit eiserner Hand die traditionellen irischen Werte durch und unterwirft die Familie. Was für die Republik gelten soll, ist für Frau und Kinder nicht vorgesehen.